Lage der Liga

Der tabellarische Blick auf den FCA ist derzeit nicht ganz so angenehm. Daher möchte ich mich – während derzeit DFB Pokal Partien anstehen – dem Rest der Liga widmen. Ein Club fällt in der Tabelle derzeit immer mehr zurück, der erste Club hat seinen Trainer entlassen und Erling Haaland fällt erneut verletzungsbedingt aus. Eine kurze Zusammenfassung des Ligageschehens:

VfL Wolfsburg entlässt Mark van Bommel

Der erste Trainerwechsel in der Liga bahnt sich an – der VfL hat am vergangenen Sonntag Mark van Bommel entlassen. Nach acht sieglosen Partien in Folge zog man in Wolfsburg die Reißleine und stellte den 44 Jahre alten Übungsleiter mit sofortiger Wirkung frei. Geschäftsführer Schmadtke gegenüber dem Kicker: “Es gab unter dem Strich mehr trennende als verbindende Faktoren. Die Überzeugung, in dieser Konstellation aus der sportlich schwierigen Situation herauszukommen und schnellstmöglich die Kehrtwende herbeizuführen, hat gefehlt und uns zu dem Entschluss kommen lassen, die Zusammenarbeit zu beenden. Wir wünschen Mark sportlich wie privat alles Gute.”

Mark van Bommel zeigte sich jedenfalls äußerst enttäuscht über das abrupte Aus: “Ich bin überrascht und enttäuscht von der Entscheidung, weil ich überzeugt davon bin, dass wir es gemeinsam geschafft hätten, in die Erfolgsspur zurückzukehren. Ich wünsche der Mannschaft, dass sie es schnell schafft, das Ruder wieder herumzureißen.” Der Nachfolger ist derweil auch schon bekannt geworden: Michael Frontzeck übernimmt vorerst das Ruder in Wolfsburg.

Mark van Bommel ist nicht länger Trainer der Wolfsburger. (Photo by Stuart Franklin/Getty Images)

Haaland erneut verletzt – BVB jubiliert

Trotz des erneuten verletzungsbedingten Ausfalls von Weltklasse-Stürmer Erling Braut Haaland jubilierte der BVB am Samstag gegen Bielefeld. Mit 3:1 setzte man sich gegen die Arminia durch, die Tore erzielten Emre Can per Foulelfmeter, Mats Hummels und Jude Bellingham. Die Dortmunder festigten durch den Sieg den zweiten Rang und sicherte sich die direkte Verfolgerposition auf den FC Bayern.

Erling Haaland ist eigentlich die Dortmunder Lebensversicherung. Schon neun Tore – in nur sechs Partien – erzielte der 21jährige in dieser Saison. Der Stürmer steht vor seinem 50. Bundesligaeinsatz (und seinem 50. Bundesligatreffer) – muss sich derzeit aber gedulden. Eine Verletzung des Hüftbeugers setzt ihn wohl für mehrere Wochen außer Gefecht! Für den jungen Norweger schon die zweite Verletzung in der laufenden Spielzeit, gegen Gladbach, Augsburg und Lissabon musste er ebenfalls pausieren. “Es ist derselbe Oberschenkel, nur eine andere Stelle”, äußerte sich Trainer Rose vor kurzem zur Verletzung. Er tat die Einschätzung des Teamarztes der norwegischen Nationalmannschaft kund:  “Die Verletzung braucht Zeit. Mindestens drei, vier Wochen, vielleicht länger.”

Erling Haaland ist sicherlich nicht erfreut über seinen erneuten Ausfall – und den Dortmundern wird er schmerzlich fehlen. (Photo by Dean Mouhtaropoulos/Getty Images)

Review zum neunten Spieltag

Mainz schlachtete (unerwartet) den FC Augsburg mit 4:1 ab und die Augsburger verbleiben somit auf dem Relegationsplatz. Mainz klettert hingegen munter in der Tabelle – derzeit sind sie Siebter. Bielefeld verliert mit 3:1 gegen den BVB und bleibt hinter dem FCA auf Platz 17. Stuttgart kommt gegen Union Berlin nicht über ein 1:1 hinaus und rutscht auf Platz 13 ab. Die Berliner sind derzeit hingegen etwas überraschend Fünfter.

Im rheinischen Derby ringt Köln Leverkusen einen Punkt ab (Endergebnis: 2:2). Die Hertha gewinnt durch ein spektakuläres Richter-Tor mit 1:0 gegen Gladbach. Mit zwölf Punkten stehen die Berliner auf Platz 10, Gladbach rutscht tabellarisch ab und ist mit elf Punkten nur noch Zwölfter. Durch den 4:1-Sieg gegen Fürth klettert RB Leipzig auf den sechsten Platz, während Fürth mit einem einzigen mageren Pünktchen weiterhin Tabellenletzter ist.

Der FC Bayern bleibt – auch ohne den Corona-erkrankten Cheftrainer Julian Nagelsmann an der Seitenlinie – Tabellenführer. Mit 4:0 fertigten die Münchner Hoffenheim ab. Die TSG rutscht dadurch auf Rang elf ab. Freiburg gewinnt mit 2:0 gegen Wolfsburg, was in der Entlassung von Trainer van Bommel mündete. Freiburg ist damit derzeit sensationell Dritter. Wolfsburg steht auf einem soliden neunten Tabellenplatz. Den Spieltag abgeschlossen hat die Partie Bochum gegen Frankfurt. Der kommende Pokalgegner der Augsburger gewann verdientermaßen mit 2:0. Somit sind die Bochumer mittlerweile Tabellenvierzehnter und haben mit dem Sieg sogar die Frankfurter überholt. Diese stehen mit acht Punkten auf Rang 15.

Die Bochumer befinden sich derzeit spürbar im Aufwind – und stellen den nächsten Gegner des FCA (im DFB Pokal) dar. Wir zittern jetzt schon! (Photo by Lars Baron/Getty Images)

Veh zum FCA? Reuter wackelt

Stefan Reuter ist beim FCA nicht mehr unumstritten, dies berichten diesertags zahlreiche Medienberichte. Präsident Klaus Hofmann sagte auf der JHV zuletzt: „Wenn man fünf Trainer in fünf Jahren hatte, hat man sicher nicht alles richtig gemacht.“ Diese Worte werden als Spitze in Richtung Sportdirektor verstanden, in dessen Tätigkeitsfeld die Trainerbesetzung fällt. Der kicker berichtet zudem, dass schon in der zurückliegenden Saison Spannungen zwischen Reuter und Hofmann herrschten. Auch seitens der Mannschaft werden von Differenzen mit dem Sportdirektor berichtet.

Ein möglicher Nachfolger könnte der Augsburger Armin Veh sein. Der 60jährige lebt in Augsburg, war Spieler des Vereins und trainierte den FCA bereits zweimal. Kommt es noch zu einem dritten Engagement? Zuletzt war er in der Saison 2003/2004 Trainer in der Fuggerstadt. Zuletzt war Veh zwischen Dezember 2017 und November 2019 Geschäftsführer Sport beim Ligakonkurrenten 1. FC Köln. Der Stuhl von Reuter wackelt, Trainer Weinzierl genießt derzeit aber wohl (noch) Rückendeckung. Auf der zurückliegenden JHV nahm Hofmann die letzten Trainer – vor Markus Weinzierl – in die Kritik, schloss den Niederbayern hierbei jedoch aus. Und dies trotz des eklatanten Punkteschnitts unter Weinzierl: Seit seiner Rückkehr im April hat er den schlechtesten Punkteschnitt aller FCA-Trainer in der Bundesliga (0,75).

Rafal Gikiewicz lederte schon mächtig im Interview nach dem Spiel, nun zog zuletzt auch Kapitän Jeffrey Gouweleeuw nach: “Wenn wir so spielen, holen wir keine Punkte”, so der Niederländer. Zu kritisieren hat der 29jährige die mangelnde Konstanz: “Der Unterschied zwischen den Spielen ist viel zu groß. Wir haben ein paarmal zu null gespielt, da waren wir richtig stabil. In anderen Spielen bekommen wir die Tore viel zu einfach.” Gouweleeuw berichtete von mangelnder Kommunikation in der Mannschaft: “Manchmal ist das Problem, dass wir zu wenig reden untereinander. Auch auf dem Platz kommunizieren wir viel zu wenig.”

Fazit

Während es im oberen Tabellendrittel relativ eng zugeht, wird der Abstand im unteren Tabellenabschnitt immer größer. Der FCA steht mit sechs Punkten derzeit auf dem Relegationsrang. Frankfurt auf Platz 15 und Bochum auf Platz 14 haben schon zwei bzw. vier Punkte Vorsprung und die (deutlich) bessere Tordifferenz. Bielefeld liegt auf dem ersten direkten Abstiegsplatz und ist dem FCA mit fünf Punkten recht nah. Auch die Arminia hat eine bessere Tordifferenz als die Augsburger. Nur Fürth ist derzeit schon recht abgeschlagen. Gladbach, Hoffenheim und Hertha liegen auf den Plätzen 12-10. Die Hertha lag zu Saisonbeginn lange Zeit gleichauf mit dem FCA und hat nun schon doppelt so viele Punkte (12). Mainz, Köln und Wolfsburg runden das Tabellenmittelfeld ab.

Leipzig ist derzeit ein wenig abgeschlagen von der Spitzengruppe. Der gehört unweigerlich der SC Freiburg an. Auch Union Berlin mischt derzeit munter mit. Leverkusen liegt mit einer fulminanten Offensive auf dem vierten Platz. Der BVB und die Bayern schreiten vorne weg und bilden die obere Tabellenspitze. Bayern mit einer sensationellen Tordifferenz von +25, bereits 33 Tore hat der FCB in der laufenden Saison erzielt. Ligabestwert und zwar mit Abstand! Bemerkenswerte die Performance der Freiburger, die als einzige Mannschaft noch kein Ligaspiel verloren und bisher die wenigsten Gegentore aller Bundesligateams kassiert hat (6). Chapeau!

…und der FCA?

Stefan Reuter fordert von seinen Mannen: “Wie wir es von der Mannschaft fordern, so müssen wir es vorleben: Sehr geschlossen, klar und gemeinsam gegen die Situation ankämpfen.” Und gibt hier die Marschroute der nächsten Wochen klar vor.

#FCADSC: Sechs-Punkte-Spiel voraus!

Nach der Länderspielpause ist (mal wieder) vor dem Bundesligaspieltag. In der noch jungen Spielzeit war das nun schon die zweite Länderspielpausen-bedingte Unterbrechung. Sowohl der FCA als auch der kommende Gegner Arminia Bielefeld nutzten diese (Zwangs-)Pause zu einem Testspiel unter der Woche.

Überhaupt, die Arminia aus Bielefeld ist tabellarisch mit vier Punkten – und somit nur einem Punkt weniger – noch hinter dem FCA zu finden. Dies könnte sich gegebenenfalls am kommenden Sonntag ändern. Verhindern möchten das die bayerischen Schwaben, in dem sie auf der gezeigten Leistung gegen den BVB aufbauen. Doch personelle Fragezeichen machen eine Vorbereitung auf das so wichtige Spiel gegen den direkten Tabellennachbarn sehr schwer.

Um euch dennoch auf das Spiel einzustimmen, haben wir auf Twitter nach Arminia-Fans gesucht, die uns ein wenig von ihrem Herzensverein erzählen. Auch ein FCA-Fan gibt sich die Ehre, um einen Hauch Augschburgerisches in die Spieltagsvorschau zu bringen. Lest nachfolgend nun selbst:

Unser Gegner

Erst einmal möchten wir unseren kommenden Gegner kurz vorstellen: DSC Arminia Bielefeld (vollständig: Deutscher Sportclub Arminia Bielefeld e.V.) ist ein Sportverein aus dem nordrhein-westfälischen Bielefeld. Der Verein hat bis dato etwas mehr als 14.000 Mitglieder und ist somit der größte Verein in Ostwestfalen-Lippe. Interessanter Fakt: Der Name Arminia leitet sich von dem Cheruskerfürsten Arminius ab.

Seit der Saison 20/21 spielt die Arminia wieder in der 1. Bundesliga, nach zuvor vier Jahren zweiter Liga. Die Bielefelder gelten als Fahrstuhlmannschaft, sind sie doch zusammen mit dem 1. FC Nürnberg Rekordaufsteiger in die Bundesliga mit insgesamt acht Aufstiegen. Die Arminia trägt ihre Heimspiele in der Schüco Arena aus, die liebevoll auch “Alm” genannt wird und für 26.515 Personen Platz bietet. (Quelle: TM)

Cheftrainer ist seit März diesen Jahres der gebürtige Memminger Frank Kramer, der zuvor schon Greuther Fürth und Fortuna Düsseldorf trainierte. Der (regionale) Nachbar (und derzeitige Zweitligist) SC Paderborn ist einer der größten Rivalen der Arminia, der größte Rivale – so munkelt man zumindest – ist jedoch der SC Preußen Münster. Auch zu Bochum und Osnabrück gibt es nicht gerade freundschaftliche Beziehungen.

Fanfreundschaften existieren hingegen zum HSV und zu Hannover 96. Den HSV und die Arminia verbindet u.a. die gemeinsamen Vereinsfarben – dies ist Grundlage für den Schlachtruf  „Schwarz-Weiß-Blau, Arminia und der HSV“.

Die “Alm” in Bielefeld – ein wahres Schmuckstück! (Foto via Christof Koepsel/Getty Images)

Unsere Interviewgäste

Doch nun zu unseren Interviewgästen: Eva-Lotta (Twitter @eva_bohle), 23, ist seit ihrem fünften Lebensjahr Arminia Fan – und ist Co-Host des englischsprachigen Zweitliga Podcasts “The 2. Bundesliga Podcast”. Tim (@1905_tim), gebürtiger Bielefelder, wohnt seit 2018 der Arbeit wegen in München und hält seither im Süden die Arminia-Flagge hoch. FCA-Fan Vincent (@VK_FCA1907), 22, ist beruflich Kirchenmalermeister und betreibt den “MLS Podcast” auf meinsportpodcast. Alle drei haben sich am vergangenen Montag virtuell den Fragen der RoGaz Autorin Irina (@missfoxx91) gestellt.

Was die beiden Arminia-Fans vom FCA halten? Eva-Lotta möchte es nicht als Neid bezeichnen, sieht den FCA aber als Vorbild für die Arminia, die ein wenig als “Fahrstuhlmannschaft” gilt.

Auch Tim schlägt hier in eine ähnliche Kerbe, erachtet die beiden Clubs sogar als vergleichbar. Der FCA ist ein wenig die graue Maus der Liga – dieses Image pflegte auch die Arminia sehr lange. Vincent beantwortet aus Augsburger Sicht, dass man die Bielefelder aufgrund ihrer langen Tradition respektiert und er die Arminia – von den Rahmenbedingungen und dem Umfeld her – als klaren Erstligisten erachtet.

Autorin Irina möchte hier noch ergänzen, dass die lange Bundesligazugehörigkeit und Tradition die Arminia definitiv auszeichnet. Zudem steht in Bielefeld die sagenumwobene “Alm”, ein Stadion, das oft dem Tollhaus gleicht. Hier eine Kneipe nach dem Spiel – rund ums Stadion – zu finden, ist nicht schwer. Das ins Stadtgebiet integrierte Stadion zeichnet die Schüco-Arena aus und ermöglicht eine rege Kneipenszene in der näheren Umgebung.

Transfers, Taktik, Träume

Warum tun sich beide Mannschaften in der Liga (noch) so schwer? Die Arminia rangiert derzeit mit nur einem Punkt weniger als der FCA auf Rang 16. Bei den Bielefeldern und den Augsburgern zeigen sich hier definitiv Parallelen. Beide Teams erzielten in Summe bisher zu wenig Tore – drei Saisontore an der Zahl. Das Umschaltspiel beider Teams ist definitiv noch ausbaufähig, die Torerfolge fehlen – so könnte man die Probleme kurz zusammenfassen. Halbes Leid ist geteiltes Leid?

Eva-Lotta ist jedoch der Meinung, dass die Arminia sich mehr Chancen als noch in der Vorsaison erarbeitet und das sei grundsätzlich positiv zu sehen. Die Bielefelder haben eine neue und relativ junge Mannschaft, die sich noch finden muss. Oft mangelt es hierbei an der Konstanz. Tim führt noch an, dass die Spielkontrolle und der Zugriff auf das Spiel von Zeit zu Zeit fehlen. Auch die defensive Stabilität wird derzeit noch gesucht. Beide Fans der Arminia sind sich jedoch einig: Es braucht einfach nur ein Erfolgserlebnis und dann platzt der Knoten ganz bestimmt.

Dieses Erfolgserlebnis möchte Augsburg-Fan Vincent nicht gegen den FCA sehen. Auch er sieht beim FCA das große Problem des Toreschießens. Mit Ausfall der beiden nominellen Spitzen Niederlechner und Finnbogason mangelt es derzeit an Alternativen. Andi Zeqiri ist noch jung, zeigt gute Ansätze, aber ob er schon komplett in Florian Niederlechners Fußstapfen treten kann? Zumindest fraglich.

Sergio Cordova gilt immer noch als vielversprechendes Talent, aus dem Talentalter wächst er jedoch so langsam raus. Auch er zeigt ordentliche Ansätze, konnte das Jahr abseits des Lechs bei der Arminia nicht nutzen, um den nächsten Schritt in der Entwicklung zu nehmen. Zudem war er in der Länderspielpause für Venezuela (wenn auch nur kurz) im Einsatz und dürfte dementsprechend auch ein wenig strapazierter sein.

An Sergio Cordova erinnern sich die beiden Arminen-Fans nicht so gut, denn er ist bei Arminia sportlich nicht wirklich heimisch geworden letzte Saison. Ob der junge Venezolaner beim FCA nochmal richtig zündet? (Foto via Lars Baron/Getty Images)

Beide Mannschaften sind nicht gerade bekannt dafür, das Spiel an sich zu reißen und zu dominieren. Es wird spannend sein, zu sehen, wer die Spielkontrolle übernimmt. Der FCA als gastgebender Verein müsste diese Rolle eigentlich annehmen, zeigt in der laufenden Saison aber ziemliche Probleme, kultiviert das Spiel aufzuziehen. Vincent wünscht sich am Sonntagabend eine Doppelspitze, auch wenn ihm dies zumindest fraglich erscheint aufgrund der zahlreichen offensiven Verletzungsausfälle.

Gesetzt für ihn in Abwesenheit von Flo Niederlechner ist Andi Zeqiri, den er im Kommen sieht. Neben ihm könnte zum Beispiel Freddy Jensen starten, den Vincent persönlich als Spieler sehr schätzt. Gegen Arminia als direkten Konkurrenten müssen bestenfalls drei Punkte her, resümiert er.

Die Arminia hat unter der Woche ein Testspiel gegen Almelo bestritten und dort mit einer Dreierkette agiert – Eva sieht dies jedoch nicht als System der Wahl gegen den FCA. Eher schon in Vorbereitung auf das nachfolgende schwere Spiel gegen den BVB. Generell sei es aber schwer, eine Startelfprognose gegen den FCA abzugeben, da die Arminia kadertechnisch einfach sehr gut besetzt ist.

Das 4-2-3-1, das man gegen Leverkusen aufbot, wird’s laut Tim auch nicht. Eher ein 4-4-2 mit Raute. Arminias Dauerbrenner heißt Fabian Klos. Der heute 33 Jahre alte Angreifer spielt seit zehn Jahren für die Arminia und hat auch in dieser Saison schon zwei Scorerpunkte erzielen können. Bielefelds Keeper Ortega war mit einer der besten Keeper in der vergangenen Saison und verblieb (überraschend-unüberraschend) in Ostwestfalen. Ein toller Rückhalt, der nahtlos an die starke Vorsaison anknüpft (Kicker-Notendurchschnitt aktuell: 2,79).

Andi Zeqiri feierte sein erstes Bundesligator im Spiel gegen Borussia Dortmund. (Foto via Lars Baron/Getty Images)

“Spielerwünsche”

Welchen FCA-Spieler man gerne in Bielefeld sehen würde? Die Antwort der beiden ist eindeutig: Maier und Dorsch. Arne Maier hat letztes Jahr sogar bei der Arminia verbracht, doch die Hertha wollte ihn nicht noch länger dort parken. So hat der FCA bekanntermaßen am Ende der Transferperiode noch zugeschlagen, um den “Tauschdeal” mit Marco Richter zu finalisieren. Insgesamt sind Eva und Tim jedoch sehr zufrieden mit der Kaderzusammenstellung, denn die Balance ist ausgewogen und auch die doppelte Besetzung einzelner Position ist gelungen.

Vincent war sich auf der anderen Seite gar nicht so sicher, welchen Spieler der Arminia er gerne am Lech sehen würde. Die Wahl fiel nach intensiver Überlegung auf den österreichischen Mittelfeldspieler Patrick Wimmer. Ebenjenen Wimmer nannten die beiden Arminia Fans, als die Frage nach dem gefährlichsten DSC-Spieler derzeit gestellt wurde.

Patrick Wimmer ist vermutlich der Shootingstar der Arminia in der aktuellen Saison. Auf diesen jungen Spieler muss der FCA definitiv Obacht geben. (Foto via Christof Koepsel/Getty Images)

Arminia-Damen und Sightseeing

Stolz ist man bei der Arminia auch insbesondere auf seine Fußballdamen, die in der Regionalliga West spielen. In den Jahren zuvor gab es zeitliche Abschnitte, in denen die Damen höherklassiger spielten als die Herren. In der Regionalliga West rangieren die Arminia Damen derzeit auf dem achten Tabellenplatz mit acht Punkten aus sechs Spielen. Das junge Team, rund um wichtige Eckpfeiler wie Sandra Hausberger, Giustina Ronzetti, Grit Bender und Lisa Lösch muss sich erst noch finden. Der langjährige (Erfolgs-)Trainer Markus Wuckel wurde erst im Frühjahr aufgrund fehlender sportlicher Entwicklung freigestellt. Eine sehr schwere Entscheidung, da Markus Wuckel sinnbildlich für den steilen Aufstieg der Arminia Damen in den letzten Jahren stand (obwohl der Abstieg zuletzt eher ein Tiefschlag war). Die RoGaz wünscht viel Erfolg bei der Mission Wiederaufstieg!

Was – neben der Leistung der beiden Senioren-Teams – aber weit mehr als nur erstklassig ist, sind die Arminia- Fans aller Couleur!

Arminia Fans sind absolut erstligareif! Man sieht sich dann beim Rückspiel in Bielefeld. Und hoffentlich noch lange zusammen in Liga eins. (Foto via Christof Koepsel/Getty Images)

Zum Rückspiel hofft man in Bielefeld auf viele Auswärtsfans. Empfehlenswert bei einer geplanten Sightseeing Tour ist insbesondere die Sparrenburg, von der aus man eine grandiose Aussicht über die Stadt und darüber hinaus hat. Auch die Altstadt kann man getrost empfehlen, um einen langen Fußballtag in Bielefeld ausklingen zu lassen. Vom Stadion aus ist es nicht weit Richtung Stadtmitte, da findet sich definitiv immer eine Kneipe oder eine illustre Bar. Vom Bahnhof Bielefeld kann man übrigens sehr gut zu Fuß zum Stadion laufen und auch dort passiert man “im Vorbeigehen” ziemlich viele Kneipen! Wir sagen dann mal: Prost!

Warum beide Vereine in der Liga bleiben

Die Arminia hält die Liga, so die beiden Fanvertretenden, weil sie Kampfgeist, Mentalität und Comeback-Qualitäten vereint. Das Team gibt sich nicht auf, so gesehen beim letzten Spiel vor der Länderspielpause gegen Bayern 04 Leverkusen, weiß Tim. Zudem brauche man immer auch eine gewisse Portion Glück, so Eva, um zwei bis drei Teams hinter sich lassen zu können. Bessere Karten als in der Vorsaison habe man allemal. Ein (Geheim-)Tipp von Eva: Hertha BSC Berlin könnte das neue Bremen der ersten Liga werden.

Vincent glaubt an den FCA und an Trainer Markus Weinzierl. Unter Weinzierl sind fußballerisch bessere Ansätze zu sehen als unter Vorgänger Heiko Herrlich. Aktuell kriegt man die PS, die man definitiv intus hat, nur nicht auf auf das Spielfeld. Junge Spieler wie Gumny, Zeqiri und insbesondere der zuletzt herausragende Oxford kommen so langsam ins Rollen und zeigen, dass sie nach und nach Verantwortung übernehmen können. Darauf kann man aufbauen. Er persönlich wünscht sich eine Saison ohne Abstiegsgespenst und mit Weinzierl am Seitenrand. Am Ende steht 2022 aber der Klassenerhalt, dessen ist er sich sicher.

Einen kleinen Kritikpunkt kann sich der 22jährige jedoch nicht verkneifen: Die Transferpolitik der Arminia beneidet er, wie eingangs schon angedeutet. Krüger, Wimmer, Hack sind alles Spieler, die auch dem FCA gut zu Gesicht gestanden hätten.

Voraussichtliche Aufstellungen

Serra und Krüger sollen laut Kicker mögliche Startelf-Kandidaten bei der Arminia sein. Schöpfs Zustand nach Länderspielreise bleibt abzuwarten, für ihn könnte Kunze in die erste Elf rutschen. Auf Bryan Lasme sollte der FCA aufpassen, dieser Mann ist unfassbar schnell. Er hat mit 36,08 km/h einen der schnellsten Läufe der Saison absolviert.

Die Gäste könnten daher mit folgender Aufstellung beginnen:

Ortega - Brunner, Pieper, Nilsson, Czyborra - Prietl, Kunze - Hack, Wimmer, Okugawa - Klos

Beim FCA fallen Niederlechner und Uduokhai definitiv aus. Bei Finnbogason, Maier, Moravek und Iago bleiben noch Fragezeichen. Gruezo und Cordova kommen erst kurz vor dem Spiel von ihrer Länderspielreise zurück. Der FCA könnte daher mit folgender Startelf dagegenhalten und einen Heimsieg einfahren – es bleibt abzuwarten, ob Markus Weinzierl sein überzeugendes Team vom BVB-Spiel großartig umbaut. Möglicherweise wird der Coach auch zur Vierer-Abwehrkette zurückkehren, dies ist sicherlich auch abhängig davon, welche Spieler ihm schlussendlich zur Verfügung stehen:

Gikiewicz - Oxford, Gouweleeuw, Gumny - Pedersen, Strobl, Dorsch, Caligiuri - Maier - Zeqiri, Hahn 

Anstoß der Partie in der WWK-Arena ist um 17:30 Uhr. Die Live-Übertragung übernimmt DAZN.

Tipps fürs Spiel

  • Tim wird am Sonntagabend den kurzen Weg von München nach Augsburg in Kauf nehmen, um bei diesem “6-Punkte-Spiel” in der WWK-Arena zugegen zu sein. Er tippt optimistisch auf einen 2:1 – Auswärtssieg für seine Arminia. Natürlich möchte er vor Ort einen Auswärtssieg feiern.
  • Eva-Lotta lehnt sich sogar ein wenig weiter aus dem Fenster und wagt die Prognose eines gegentorlosen 2:0-Sieges. Wäre für die Arminia jedenfalls sehr wichtig!
  • Vincent hält mit einem 1:0 für den FCA dagegen. Der Schütze des goldenen Tores könnte Andi Zeqiri sein.
  • Und Irina tippt abschließend auf ein leistungsgerechtes 1:1 – Remis. Denn schließlich ist Irina gebürtige Augsburgerin, die aber seit 2014 in Ostwestfalen – also in der näheren Bielefelder Umgebung – lebt. Mit dem 1:1 sind auch meine Arbeitskolleg*innen zufrieden, hoffe ich. 🙂

Auf ein gutes und faires Spiel und eine entspannte Restsaison für beide Clubs. Danke an Eva-Lotta, Tim und Vincent für das angenehme Interview und allen viel Spaß beim Spiel!

Transferperiodencheck

Seit gestern Abend ist nun das Sommer-Transferfenster geschlossen und die meisten Clubs haben nochmals personell aufgestockt. So auch der FCA: Der Schweizer Mittelstürmer Andi Zeqiri wurde am Montag als Neuzugang präsentiert. Am “Deadline Day” schlug der FCA – trotz anderslautender Gerüchte – nicht mehr zu. Auch, weil ein Transfer in letzter Sekunde platzte. Aufgrund des versiebten Saisonauftaktes wurde dennoch mit der Verpflichtung eines Stürmers personell reagiert.

Nach einer kuriosen Vorsaison, die mit dem knappen Nicht-Abstieg durch den “Retter” Markus Weinzierl endete, folgte dann die ernste Aufarbeitung. Diese schonungslose Analyse förderte unter anderem einige Problemstellen zu Tage, die es neu- oder nach zu besetzen galt. Ein probates Mittel hier, externe Neuzugänge an Bord zu holen, um Lücken zu schließen. Um freie Ressourcen zu schaffen, müssen auch Spieler (temporär oder permanent) abgegeben werden. Die Zusammenfassung eines turbulenten Sommers aus FCA-Sicht:

Abgänge – die “Profis”

Ein schwerwiegender Abgang für den FCA ist definitiv Rani Khedira. Er war zuletzt Teil des Mannschaftsrats, hat sich in Augsburg zum Bundesligaspieler gemausert. Dies blieb der Konkurrenz nicht verborgen und Khedira schloss sich bekanntlichermaßen ablösefrei Union Berlin an. Und riss damit eine neuerliche Problemstelle im Augsburger Kadergerüst auf, nachdem Daniel Baier in der Saison zuvor schon nicht adäquat ersetzt werden konnte. Khediras Wechsel zu kompensieren wird sportlich und menschlich jedenfalls nicht leicht werden, so viel steht fest. Zu solide und umsichtig agierte der gebürtige Stuttgarter in der Augsburger Schaltzentrale die letzten Jahre. Nie vergessen werden wir das wichtige 1:0 durch Rani Khedira am vorletzten Spieltag der vergangenen Saison gegen Werder Bremen, das uns alle in einen kollektiven Freudentaumel versetzt hat und zeitgleich den Klassenerhalt bedeutete.

Mit Marco Richter wechselte eine Augsburger Identifikationsfigur in die deutsche Hauptstadt, um sich sportlich weiterzuentwickeln. Dies ist einerseits traurig, weil die Augsburger Fans natürlich gerne einen gebürtigen Augsburger in der Stammelf sehen möchten. Diese “Local Heroes” gehen dem FCA allerdings so langsam aus. Mit Framberger spielt derzeit nur noch ein gebürtiger Augsburger bei den Profis und dies zuletzt nur als Teilzeitkraft. Oft wirkte es bei Richter so, als wäre diese Erwartungshaltung eine Bürde, die der gebürtige Friedberger mit sich trug. Und die er gefühlt nie ablegen konnte. Unmut zog der flinke Flügelspieler weiterhin auf sich, weil er oft aus zweiter Reihe (teilweise zu überhastet) abschloss und dabei leider den ein oder anderen besser postierten Nebenmann übersah. Das Tor traf er bei diesen Versuchen äußerst selten.

Trotzdem verehren wir Marco Richter alle sehr, so wie RoGaz-Gründer Andy, der ihm einen virtuellen Liebesbrief widmete. Wir wünschen ihm viel Erfolg und man kann wohl sagen, dass er abseits der Heimat den nächsten Entwicklungssprung packen kann, nachdem er beim FCA lange stagnierte. Mach einfach den Kopf aus Marco und zieh dein Ding durch.

Weitere Abgänge, wie die von Leihrückkehrer Kevin Danso oder Ersatzmann Marek Suchy, fallen höchstens quantitativ ins Gewicht. Und sind nur zum Teil nachbesetzt worden. Gerade Marek Suchy merkte man an, dass der Bundesligafussball oft zu schnell für ihn war. Kevin Danso hat sich beim FCA nicht mehr in der Lage gesehen, für den Verein Fußball zu spielen. Ein unrühmliches Ende einer eigentlichen Success Story. In ihm hatten wir eigentlich alle einen künftigen Leader in der Augsburger Defensive gesehen.

Marek Suchy war ein solider Ersatzmann und verstärkte den FCA in der Breite. Sein Abgang schmerzt daher nicht ganz so sehr, wie die von Khedira und Richter. (Foto:  kolbert-press Christian Kolbert)

Abgänge – die “Nachwuchshoffnungen”

Der FCA hat einigen Jungspunden aus dem Nachwuchs per Leihe die Möglichkeit gegeben, Spielpraxis zu sammeln und Profiluft fernab des Lechs zu schnuppern. So wurden die folgenden Spieler seit Anbeginn der Transferperiode an Clubs aus der zweiten, dritten und vierten Liga verliehen:

  • Lukas Petkov (20): Konnte am letzten Spieltag gegen den FC Bayern sein Bundesligadebüt feiern, wurde dann Anfang Juli zum Drittligisten SC Verl (NRW) verliehen.
  • Benjamin Leneis (22): Der Keeper absolvierte zu Beginn der Vorbereitung erst ein Probetraining bei den Magdeburgern und wurde dann für eine Saison zum Drittligisten verliehen. Leider zog sich der 1.95 Meter große Schlussmann vor kurzem einen Innenbandriss zu, Rückkehr unbekannt.
  • Felix Götze (24): Der defensive Mittelfeldspieler wurde auf eigenen Wunsch hin erneut zum 1. FC Kaiserslautern in die dritte Liga verliehen. Auch Felix Götze erwischte es vor kurzem knüppeldick: Er zog sich in einem Ligaspiel eine Kopfverletzung zu und musste sogar ins Krankenhaus. Den beiden Verletzten auch weiterhin gute Besserung!
  • Jozo Stanic (22): Kam beim FCA nicht zum Zuge und wurde zum Drittligisten Wehen-Wiesbaden verliehen. Dort konnte in der Vorsaison Maurice Malone brillieren.
  • Maurice Malone (21): Apropos, Maurice Malone verlies den FCA auf den letzten Drücker für eine weitere Leihsaison. Er wird in der aktuellen Saison für den Zweitligisten Heidenheim auflaufen.
  • Seong-Hoon Cheon (20): Der Südkoreaner wurde am “Deadline Day” noch in die Regionalliga Südwest zum FC Homburg verliehen. Der Stürmer soll hier insbesondere Spielpraxis sammeln.

Die beiden Augsburger Eigengewächse Tim Civeja und Dominic Schmidt hingegen wurden nicht verliehen. Während der Mann mit der tollen Haarpracht dieses Jahr das Abitur ablegen will, hat sich “Dodo” Schmidt in der Saisonvorbereitung mangels Innenverteidiger ins Rampenlicht gespielt. Beide sind nahe dran am Team. Gerade bei Tim Civeja muss man sicher auch darauf achten, wie er nach seiner langwierigen Verletzung wieder in Tritt kommt. Dominic Schmidt hingegen spielt eigentlich bei der U23 des FCA in der Regionalliga Bayern eine gewichtige Rolle.

Zugänge – Die “U21 – EM-Helden”

Kommen wir nun zu den neuen Spielern in der Fuggerstadt, die die Abgänge kompensieren sollen: Zum einen ist hier sicher der Königstransfer in Person des U21-Europameisters Niklas Dorsch zu nennen. Der Transfer des 23jährigen Mittelfeldspielers zog sich in die Länge wie Kaugummi – sehr zum Leidwesen vieler FCA-Fans. Jedoch wurde der Dorsch an Land gezogen und ganz Fußballdeutschland beneidete uns um diesen tollen Fang. Gegen Greifswald versprühte der gebürtige Franke leichte Baier-Vibes, als er akkurate Außenristpässe an den Mann brachte. Jedoch leistete er sich auch eklatante Fehlpässe. Kurzum, gebt dem jungen Mann Zeit, denn er hat bisher – trotz aller Vorschusslorbeeren – kaum Bundesligaluft geschnuppert.

Sein kongenialer U21-Nebenmann Arne Maier konnte via Tauschdeal mit der Hertha eingetütet werden. Tauschobjekt seitens der Augsburger war hierbei Marco Richter. Maier wechselt erstmal per Leihe für ein Jahr an den Lech und fiel die letzten zwei Partien direkt aus. Noch ist es zu früh, den beiden defensiven Mittelfeldspielern eine glorreiche Zukunft zu prognostizieren. Im Hier und Jetzt ist hier noch ganz viel Abstimmungsarbeit nötig und die Erfahrung in der Bundesliga wird mit jeder gespielten Minute anwachsen. Seitens des FCA sieht man in den beiden aber wohl ggf. die künftige Augsburger Schaltzentrale, die seit den beiden Abgängen von Stammhalter Baier und Thronfolger Khedira qualitativ unterbesetzt ist. Weder Gruezo noch Strobl konnten dies Lücken füllen und der, der es am ehesten kann, ist dauernd verletzt. Die Rede ist hier natürlich von Jan Moravek.

Zugänge – die “No-Names”

Nachdem der FCA in den ersten drei Saisonspielen nur ein Tor selbst erzielen konnte, war man quasi zum Handeln auf dieser Position gezwungen! In Andi Zeqiri (22) fand man einen Spieler mit einem Profil, das es so in Augsburg derzeit noch nicht gibt. Ein schneller Stoßstürmer, pressingstark, guter Torabschluss – allerdings wenig erfahren. Zuletzt in England bei Brighton & Hove Albion unter Vertrag und nun für ein Jahr zum FCA transferiert. Er ist Schweizer Nationalspieler und kennt daher seinen Landsmann Ruben Vargas bereits, mit dem er auch in dieser Länderspielpause im Einsatz ist für die “Nati”. Markus Weinzierl klang aber zuletzt im Interview der Augsburger Allgemeinen so, als würde er in Zeqiri nicht sofort den benötigten Knipser sehen. Zeqiri sei aber defintiv weiter vom Entwicklugsstand als bspw. Maurice Malone.

Andi Zeqiri ist Schweizer Nationalspieler und somit Teamkollege von Ruben Vargas (Foto: xJustPictures.ch VedranxGalijasx)

Andi Zeqiri ist also nicht der Spieler, der sofortige Tore en masse verspricht. Man kann wohl auch bezweifeln, dass dieser Spielertyp für ein angemessenes Entgelt am Ende der Transferperiode noch zu bekommen war. Ein Zeqiri ist eher ein vielversprechendes Talent, das den nächsten Schritt machen will und muss. Parallelen zu Landsmann Vargas sind durchaus vorhanden. Es wird spannend sein, wie Weinzierl und Co. mit ihm planen. Flo Niederlechner ist sein Herausforderer, sein Torknoten ist gegen Leverkusen geplatzt. Finnbogason kehrte gerade von seiner Verletzung zurück und stand im Kader. Cordova ist seit kurzem wieder im Mannschaftstraining. Und alle drei sind andere Spielertypen als Zeqiri. Dies könnt ihr im unten beigefügten Video gerne selbst bestaunen.

Hier an dieser Stelle möchten wir Andi Zeqiri noch herzlich in Augsburg begrüßen!

Herzlich Willkommen, Andi. Gute Skills scheint er zu haben. Wir hoffen, wir werden sie auch in Augsburg besser früher als später bestaunen dürfen.

Zwei Ergänzungsspieler kamen im Sommer zum FCA: Mit Lasse Günther konnte man einen ehemaligen Augsburger zurück an den Lech lotsen und dem FC Bayern ein Schnippchen schlagen. Gilt der 18jährige doch als absolutes Juwel innerhalb seines Jahrganges! Beheimatet ist der Jungspund auf Rechtsaußen, dort kann er seine Schnelligkeit optimal einbringen. Ein Mann für die Zukunft – gerade ob der Tatsache, dass die beiden Platzhirsche Hahn und Caligiuri schon über 30 Jahre alt sind. Ein Zukunftsspieler ist sicherlich auch Daniel Klein, U-Nationalspieler Deutschlands und bei der TSG Hoffenheim ausgebildet. Der Keeper konnte sich bereits in Testspielen und bei der U23 beweisen und man kann sagen, der hat was auf dem Kasten! 🙂

Daniel Klein kam von der TSG Hoffenheim zum FCA. In der U23 konnte er sein Können schon unter Beweis stellen. Gehört ihm die Zukunft beim FCA? (Foto via imago)

Prognose 1 – “Augsburger Schaltzentrale”

Nur zwei Leistungsträger verließen den Club (Khedira und mit Abstrichen Richter) – und diese Positionen wurden nachbesetzt. Ob dies qualitativ gelungen ist, lässt sich jetzt noch schwer abschätzen. Mit Dorsch und Maier hat man jedenfalls zwei “Nachwuchstalente” für sich gewinnen können, die (fast) in der ganzen Bundesliga und auch darüber hinaus begehrt waren. Nur müssen sich diese natürlich einspielen und in der Liga endgültig Fuß fassen. Maier hat bei Arminia Bielefeld letzte Saison schon andeuten können, welch Gewinn er für eine Mannschaft sein kann. Dorsch muss dies noch nachweisen, in Gent hatte er letzte Saison einen schweren Stand aufgrund vieler Trainerwechsel in einem eher unruhigen Umfeld.

Fazit: Zusammen könnten diese beiden die nächsten Jahre das defensive Mittelfeld des FCA bilden und in die Fußstapfen von Baier und Khedira treten.

Prognose 2 – “Wer dirigiert hier?”

Marco Richters Abgang wird wohl eher im Kollektiv aufgefangen werden müssen – hier hätten viele Augsburger Anhänger sicher gerne Maurice Malone gesehen. Leider wurde dieser von den Verantwortlichen als noch zu leichtgewichtig empfunden. Mein Blick wird nun auch häufiger gen Heidenheim wandern. Mit dem Augsburger Evergreen Hahn, dem Schweizer Wirbelwind Vargas und dem Corona-Genesenen Caligiuri hat man jedenfalls (noch für diese Saison) die beiden Flügel qualitativ ausreichend besetzt. Dahinter lauern Freddy Jensen und Noah Sarenren Bazee. Die Außenseiterrolle nimmt Lasse Günther ein, der zuletzt einige Male bei der U23 in der Startformation stand und hier gute Ansätze zeigte.

Im offensiven Mittelfeld hat man bisher noch keine richtige Lösung gefunden, Freddy Jensen galt hier lange als Kronprinz. Hinkt den Erwartungen bislang jedoch hinterher. Gregoritsch kann diese Position ebenfalls spielen, wirkt auf dem Platz – abhängig der Tagesform – sehr häufig wie ein Fremdkörper. Hier hätte ein externer Zugang ggf. gut getan. Im Sturm wird es zunächst auf einen Zweikampf hinauslaufen – zwischen Niederlechner und Zeqiri. Außer Weinzierl stellt das System um, sodass beide Stürmer Platz haben. Finnbogason kann also in Ruhe fit werden nach erneuter Verletzung. Cordova hätte man eigentlich abgeben können oder zumindest verleihen. Ein Schritt zurück in die zweite Liga, so wie bei Maurice Malone geschehen, wäre bestimmt sinnvoll gewesen. Arminia Bielefeld in der letzten Saison war möglicherweise zu früh ein Regal zu hoch gegriffen.

In der Offensive war zuletzt der Japaner Ritsu Doan beim FCA im Gespräch. Leider hat sich in den letzten Stunden des “Deadline Days” der Wechsel zerschlagen, der FCA war jedenfalls laut Medienberichten nah dran an einer Verpflichtung. Aus unserer Warte kann hier nur gesagt werden: Das ist sehr schade. Der wuselige Flügelspieler hat letzte Saison bei Aufsteiger Bielefeld brilliert und wäre eine absolute Bereicherung für die Offensive gewesen – böse Zungen behaupten, er wäre ein Upgrade für den abgewanderten Richter gewesen.

Fazit: Der Dirigent des Augsburger Offensivfußballs wird weiterhin dringend gesucht.

Ritsu Doan war das Objekt der Begierde am Deadline Day – leider kam es zu keiner Einigung. Der Japaner hat letzte Saison bei der Arminia für Furore gesorgt und wird wohl in der laufenden Saison nur Ergänzungsspieler bei seinem Club PSV Eindhoven sein. (Foto via imago)

Prognose 3 – “Eher schlank, als breit “

In der Innenverteidigung und im Sturm bestand tatsächlich der dringendste Handlungsbedarf. Jeffrey Gouweleeuw verletzte sich im Testspiel gegen Cagliari Ende Juli schwer an den Adduktoren, kam gegen Hoffenheim mehr schlecht als recht zurück und fällt seither auf unbestimmte Zeit aus. Danso hat sich mit ein wenig Drama nach Frankreich verabschieden können und Leihrückkehrer Winther machte seine Sache gegen Greifswald im DFB Pokal ausgezeichnet. Braucht allerdings noch Zeit. Der Langzeitverletzte Reece Oxford kehrte triumphal gegen Frankfurt auf den Platz zurück und war unser Man of the Match! Seither heißt das IV-Duo Uduokhai und Oxford. Mit dem Ausfall von Moravek, der wohl auch einige Zeit lang nicht zur Verfügung stehen wird und dem weiterhin verletzten Strobl, sieht es auch im Defensiven/Zentralen Mittelfeld nicht allzu rosig aus.

Einer, dem diese Rolle liegen sollte, ist eigentlich Carlos Gruezo. Der Ecuadorianer konnte aber auch gegen Leverkusen den verletzten Moravek nicht ersetzen und zeichnete sich primär durch viele unnötige Ballverluste aus. Zudem wird er wegen einer Nominierung für seine Nationalmannschaft sicher gegen Union Berlin fehlen. Dies kritisierte Reuter zuletzt übrigens medial. Mit der zerschlagenen Verpflichtung von Kevin Vogt hat man hier die Chance verpasst, die personelle Lage etwas entspannen zu können. Gerade Ex-Augsburger Vogt hat sich bereits nachhaltig in der Liga bewiesen und kennt den FCA aus der Vergangenheit. Die Erfahrung und Klasse des heute 29jährigen hätte der Defensive sicher gut zu Gesicht gestanden. Zudem kann der Innenverteidiger auch auf der “Sechs” spielen, dies hat er zum Beispiel beim FCA anno dazumal recht erfolgreich getan.

Fazit: Der Kader in diesem Mannschaftsteil eher schlank, als breit.

Chance – Vertragslose Spieler

Spieler könnte der FCA dennoch verpflichten, wenn diese vertrags- und vereinslos sind. Hierfür gilt die Regel, dass bis Ende des Wintertransferfensters noch vereinslose Spieler unter Vertrag genommen werden dürfen. Hier gibt es einige interessante Namen, die für den FCA ggf. noch interessant wären, um sich in der Breite noch kurzfristig zu verstärken. Vorbehaltlich, die Spieler ziehen hier mit. Ich liste nachfolgend einmal die interessanten Spieler auf unseren “Problempositionen” auf, wohlwissend, dass die Spieler noch oder maximal kurzfristig weiterhelfen (gerade auch aufgrund des teilweise hohen Alters):

  • Neven Subotic (32, Innenverteidiger): Der Ex-Dortmunder ist derzeit vereinslos, in der Bundesliga war er vor einiger Zeit zuletzt für Union am Ball. Könnte den FCA kurzfristig in der Innenverteidigung verstärken, hier plagt den FCA derzeit Spielermangel und die Backups sind tendenziell alle eher unerfahren (Winther, Schmidt, mit Abstrichen auch Oxford) oder keine gelernten Innenverteidiger (Strobl, mit Abstrichen auch hier Oxford).
  • Sebastian Langkamp (33, Innenverteidiger): Der Ex-Augsburger ist ebenfalls vertragslos und auf der Suche nach einem neuen Verein. Die Begründung ist dieselbe wie bei Neven Subotic. Der Vorteil bei Langkamp wäre hier zusätzlich, dass er das Augsburger Umfeld von früher noch kennen sollte. In der Bundesliga war Langkamp zuletzt in der Saison 2019/2020 für Werder Bremen am Ball.
  • Shkodran Mustafi (29, Innenverteidiger): Auch der Weltmeister von 2014 ist derzeit vereinslos. Zuletzt war der Innenverteidiger, der auch auf der Rechtverteidiger-Position spielen kann, bei Schalke 04 im Einsatz. Lange Zeit kickte der ehemalige deutsche Nationalspieler höchst erfolgreich in der Premier League für den FC Arsenal. Diese Glanzzeiten sind längst vorbei, aber Mustafi ist erst 29 junge Jahre alt und könnte sicher noch 2-3 Jahre durchschnittlichen Bundesligafußball spielen. Warum dann nicht beim FCA als Backup?
  • Jack Wilshere (29, Zentrales Mittelfeld): Der ehemalige englische Nationalspieler ist erneut vertragslos. Seine Karrierehöhepunkte hatte er bei Arsenal, Bournemouth und West Ham. Hierbei generierte er über 70 Mio. Euro an Ablösen. Der aus der Arsenal Jugend stammende Mittelfeldspieler kann sowohl defensiv als auch offensiv agieren. Ggf. könnte es hier mit dem Gehaltswunsch von Jack Wilshere eng werden, ohne genau zu wissen, was dieser zuletzt bei seinem letzten Club Bournemouth verdient hat. Gute Stats hat er für einen Mittelfeldspieler jedenfalls: In 182 Premier League Spielen war er an 29 Toren direkt beteiligt, in der Champions League lief er 22 Mal auf und erzielte je vier Tore und Assists.
  • Max Meyer (25, offensives Mittelfeld): So jung, so talentiert und trotzdem vereinslos – das trifft auf den ehemaligen deutschen Nationalspieler voll zu. 2018/19 noch mit einem Marktwert von 18 Mio. Euro ausgestattet, verzockte sich der Offensivspieler mit seinem Wechsel zu Crystal Palace. Statt großer Karriere ging es seither eher bergab für ihn. Bei seinem Jugendclub Schalke 04 ist er seit seinem Abschied alles andere als beliebt. In der Bundesliga kommt er insgesamt auf 156 Einsätze (17 Tore, 16 Vorlagen). Zuletzt war Meyer beim 1. FC Köln im Einsatz. Bei den Geißböcken kommt er in der Rückrunde 20/21 auf vier Startelfeinsätze und acht Einwechslungen. Für einen neuen Vertrag konnte er sich nicht empfehlen. Könnte Markus Weinzierl den “kopferten” Max wieder hinbiegen?
  • Gonzalo Castro (34, Zentrales Mittelfeld): Der Ex-Stuttgarter kann auch im offensiven oder rechten Mittelfeld sowie in der rechten Verteidigung spielen, ist nun aber auch schon 34 Jahre alt. In seiner Blütezeit spielte der Deutsch-Spanier bei Leverkusen und Dortmund, kommt auf stolze 409 Bundesligapartien. Hierbei erzielte er 37 Tore und 79 Assists. Für eine Saison wäre er durchaus eine Möglichkeit für den FCA – aufgrund seiner Polyvalenz und der massigen Erfahrung. In der letzten Saison absolvierte er beim VfB in der Bundesliga 26 Partien (4 Tore, 2 Assists). Ich sag dann mal: Why not? Mach uns den Trochowski, Gonzalo!
  • Daniel Sturridge (32, Sturm): Der ehemalige englische Nationalspieler ist schon seit Frühjahr 2020 vereinslos. Zuletzt war er für Trabzonspor in der Türkei am Ball, hierfür verlies er 2019 den FC Liverpool. Einige englische Topclubs zieren seine Vita, sein Marktwert lag 2018 noch bei 20 Mio. Euro. In der Premier League kommt er auf 218 Partien. 77 Tore und 29 Assists klingen beeindruckend. Ob er wohl fit und einsatzbereit wäre aufgrund mangelnder Spielpraxis? Erfahren genug ist er jedenfalls. Treffsicher nachweislich auch. Und die Bundesliga fehlt noch in seiner Vita. Übrigens hat er heute Geburtstag, ebenso wie Mads Pedersen (Happy Birthday!) und ist damit auf den Tag genau sieben Monate jünger als Alfred Finnbogason. Obendrein etwas weniger verletzungsanfällig als dieser. Happy Birthday, Daniel. Stefan Reuter, übernehmen Sie, der Mann hat ein Geburtstagsgeschenk verdient!

Weitere bekannte Spieler, wie Marko Marin, Ribéry, Maicon und Falcao, sind derzeit auf der Suche nach einem Verein. Dürften jedoch aufgrund ihres Renommees gehaltstechnisch in einer anderen Liga spielen oder schlichtweg schon zu alt sein. Einige Ex-Augsburger sind ebenfalls vereinslos – darunter Caiuby, Marcel Heller, Shawn Parker, Fabian Giefer und Ibrahima Traore.

Marin und Traore sind eher Flügelspieler – und hier sehen wir uns in Augsburg für diese Saison noch ordentlich besetzt. Sonst hätte man auch auf diese beiden noch ein Auge werfen können. Ich möchte dem FCA keineswegs unbedingt einen vertragslosen Spieler ans Herz legen, schlussfolgere jedoch, dass der ein oder andere temporär weiterhelfen könnte. Spieler wie Subotic oder Castro kennen die Liga, kennen das Business und wären sicherlich schnell startklar. Ob dies jedoch die auch die Ansicht unserer Verantwortlichen ist, bleibt abzuwarten. Der Verlust durch solch ein Geschäft ist jedenfalls gering.

Schlussworte

Sicher hätten wir gerne noch den ein oder anderen qualitativ hochwertigen Neuzugang am Lech gesehen. Doch leider sollte es nicht mehr sein. In der Innenverteidigung und im offensiven Mittelfeld wäre noch eine Planstelle zu besetzen gewesen – auch, wegen dem derzeitigen Verletzungshochstand. Man hatte am “Deadline Day” laaaange das Gefühl gehabt: Da passiert heute noch was beim FCA! Das Social Media Team hat dies auch noch mächtig angeteasert. Doch passiert ist zum Leidwesen der Fans eben gar nix. Das hatten wir dann so nicht unbedingt erwartet.

Rufe nach dem japanischen Nationalspieler Doan wurden – nach Hochkochen der Gerüchte – zwischenzeitlich in den Foren so laut, dass diese sicherlich auch in Japan ankamen. Umso trauriger natürlich dann die finale Absage. Hierzu zähle ich auch das Scheitern des Deals mit Vogt. Wobei natürlich auch allgemein gilt, dass – neben dem Spieler – auch der abgebende Verein mitspielen und die Rahmenbedingungen für beide Parteien passen müssen. Spekulieren könnte man hier jetzt über das späte Interesse, die fehlenden Plan B’s – oder hätte man die Spieler nur aufgenommen, um die Kaderbreite zu verstärken? Bei beiden Aspekten bin ich mir hier relativ unsicher.

Trotz einiger Abstellungen zu den Nationalteams kann der FCA die Länderspielpause für sich nutzen und einige Abläufe auf den Prüfstand stellen. Ein Test gegen Heidenheim ist hier für den heutigen 1.9. (18 Uhr) anberaumt. Die große Aussagekraft wird dieses Freundschaftsspiel jedoch nicht haben, sondern es gilt hier primär, einige Dinge ohne Druck und Pflichtspielambiente auszuprobieren.

Wir sind gespannt, wie sich die Empörkömmlinge und Neuankömmlinge weiterhin in der Fuggerstadt schlagen und wünschen allen eine rasche Akklimatisierung.

Die Elf des Jahrzehnts – Linkes Mittelfeld

Halbzeit haben wir längst hinter uns bei unserer La Décima Top-Elf Wahl. Im Gegenteil: Es geht in die heiße Phase! Zuletzt hattet ihr den rechten Flügel mit eurem Voting besetzt. Heute werfen wir einen Blick auf die gegenüberliegende Seite. In zehn Jahren Bundesliga waren hier einige Spieler beheimatet, die uns große Freude und schöne Momente bereitet haben. Vielleicht haben wir den ein oder anderen aus der Aufzählung bereits ein wenig “vergessen”, denn die Zeit um den Aufstieg herum wird bereits immer blasser. Deshalb lasset uns diese “vergessenen” Helden wieder hervorkramen und abstimmen, wer in unserer Topelf den linken Flügel bekleiden wird. Here we go:

Axel Bellinghausen

Einer dieser “vergessenen Helden” ist definitiv Axel “Raucherlunge” Bellinghausen. Der kantige Mittelfeldspieler wurde 2009 vom FCA verpflichtet – und ein Raunen ging durch die Liga. Gelang es den Augsburgern doch, den Mannschaftskapitän des Ex-Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern zu verpflichten! Und dies auch noch ablösefrei.

In seiner ersten Saison 2009/2010 absolvierte er 1.174 Spielminuten für den FCA, in Spielen ausgedrückt waren dies ganze 19. Er wurde hierbei überwiegend als linker Außenverteidiger eingesetzt. Eine Partie bestritt er im linken Mittelfeld. Die beiden Relegationsspiele gegen den Club aus Nürnberg bestritt Axel über 90 Minuten, auch hier zeigte er sich polyvalent. Im Hinspiel spielte er im linken Mittelfeld, im Rückspiel sodann als Rechtsverteidiger. Leider wissen wir ja alle, wie die Relegationsspiele 2010 ausgegangen sind.

In der darauffolgenden Saison 2010/2011 war er unbestrittener Stammspieler: Er konnte 30 Einsätze verzeichnen und vier Scorer erzielten (2 Tore, 2 Vorlagen). Hierbei wird sich Axel selbst vermutlich ungerne an die rote Karte erinnern, die er im Spiel gegen Hertha BSC erhielt. In der laufenden Saison wechselte “Bello”, wie er von Fans und Mitspielern beidermaßen liebkosend genannt wurde, von der linken Verteidigung ins Mittelfeld. 11 Partien konnte er auf dieser Position absolvieren und zeigte sich dort wesentlich torgefährlicher. Bemerkenswert war hier immer sein wahnsinniger Speed auf außen sowie die zurückgelegten Kilometer. Interessant und erstaunlich hier der Fakt, dass Axel Bellinghausen lange Zeit geraucht hat.

Mit dem FCA stieg Bello in die Bundesliga auf und jeder erinnert sich an das Feierbiest, das scheinbar in ihm steckt. Oder an seine legendäre Gesangseinlage zusammen mit AEV-Legende Duanne Moeser:

In der ersten Bundesligasaison des FCA war Bello wieder im linken Mittelfeld gesetzt und spielte seine persönlich beste Spielzeit im Augsburger Dress. In 25 Spielen erzielte er neun Scorerpunkte (2 Tore und 7 Vorlagen), sah vier gelbe Karten. Zu mehr Spielen hat es wegen einer außerplanmäßigen Knie-OP inmitten der Saison nicht gereicht. Am Ende der Spielzeit hielt der gebürtige Siegburger mit dem FCA die Klasse.

Leider rief die Fortuna aus Düsseldorf, Bellos Herzensverein, beim FCA an und man ließ ihn von dannen ziehen. Ablösefrei, da sein Vertrag ausgelaufen war. Ich vermisse persönlich heute noch diesen Anti-Superstar im Fußball mit seiner kantigen Persönlichkeit, den markigen Sprüchen und einem Auftreten ohne Starallüren.

Bello war, nachdem dieser seine aktive Spielerkarriere natürlich bei der Fortuna 2017 beendete, Co-Trainer in Düsseldorf. Heute kickt der 38jährige in der Bezirksliga beim SC Unterbach. Er wohnt in der Nähe des Vereinsgeländes und ist zudem mit Trainer Andrea di Polito befreundet. Bello bestritt im Laufe seiner Karriere 427 Spiele, schoss 28 Tore und 41 Vorlagen.

Axel Bellinghausen: Unvergessen in rot-grün-weiß (Foto: imago MIS)

Caiuby

Trotz des unrühmlichen Endes des Spielers Caiuby beim FCA haben wir das Enfant Terrible des Augsburger Fußballs in diese Kategorie mitaufgenommen. Zu wichtig war der brasilianische Fußballer die Jahre zuvor im System des FCA.

Caiuby Francisco da Silva wechselte im Jahr 2014 vom FC Ingolstadt nach Augsburg. Bei den Schanzern erzielte er in 104 Einsätzen 21 Tore. Beim Bundesligisten FC Augsburg gab er direkt am ersten Spieltag gegen die TSG Hoffenheim sein Debüt, als er in Spielminute 55 eingewechselt wurde. Sein erstes Bundesligator für den FCA erzielte er am 22. Spieltag gegen Bayer Leverkusen. Beim FCA kam er in fünf Saisons auf glatte 100 Einsätze und erzielte hierbei 11 Treffer und 16 Vorlagen.

Besonders bemerkenswert waren die beiden Saisons 15/16 und 17/18. Dort war Caiuby mehr als gesetzt beim FCA und erzielte 10 (15/16) sowie 13 Scorer (17/18). Die meisten Spiele bestritt er als Linksaußen. Die Saison 2016/2017 verpasste er fast komplett wegen einer Knie-OP. Caiuby bestritt sechs Europa League Spiele des FCA und gab hier eine Torvorlage. Die ersten zwei Partien verpasste er aufgrund einer muskulären Verletzung. Unvergessen hier seine grandiose Kopfball-Vorlage zum entscheidenden 3:1-Siegtreffer von Raul Bobadilla gegen Partizan Belgrad am 6. Spieltag der Gruppenphase der Europa League (im Video siehe Minute 03:11):

In der Spielzeit 2018/19 kam es dann zum Eklat: In der Winterpause kehrte Caiuby aus privaten Gründen verspätet aus dem Heimaturlaub zurück. Die gesamte Vorbereitung auf die Rückrunde verpasste er hierdurch. Drei Wochen lang war er für die Augsburger nicht greifbar. Zum dritten Mal hat Caiuby seinen Urlaub ausgedehnt, zuletzt im vergangenen Sommer. Hier hat er das Sommertrainingslager gänzlich schleifen lassen.

“In Augsburg haben sie Caiuby bereits so einiges verziehen: Verspätungen zu regulären Trainingseinheiten, frisch gestochene Tattoos nur wenige Tage vor einem Bundesliga-Spieltag, einen mutmaßlichen Kopfstoß gegen einen Fan, eine Strafe wegen Schwarzfahrens in der Bahn, weil er nach einem Oktoberfest-Besuch betrunken eingeschlafen war, oder Berichte über nächtliche Partys in seiner Wohnung und laute Streits mit seinem Vermieter.”

SZ im Artikel “Wo ist Caiuby?” vom 24.01.2019

Nachdem er aber Ende Januar in einer Augsburger Disco gesichtet worden war, wurde er darauffolgend suspendiert. Und man konnte ihm nicht mehr verzeihen. Der FCA verlieh Caiuby bis zum Saisonende in die Schweiz zu Grasshopper Club Zürich. Er kam dort neunmal zum Einsatz, ohne Tor oder Assist. Der Verein stieg am Ende der Saison aus der ersten Liga ab.

Ein Jahr Restvertrag hatte “Kai-Uwe”, wie man ihn scherzhaft im Augsburger Fanlager nannte, noch beim FCA. Dort war er aber leider aufgrund vorangegangener Aktionen nicht mehr tragbar. Erst 2021 fand der 33jährige wieder einen Club, er kehrte für die Rückrunde zu seinem ehemaligen Verein nach Ingolstadt zurück. Nach der Rückrunde verlängerten die Schanzer aber seinen Vertrag nicht, sodass Caiuby nach nur 19 Einsätzen (1 Tor) nun wieder vereinslos ist.

Ruben Vargas

Eine erfreulichere Laufbahn hat der junge Schweizer Ruben Estephan Vargas Martinez beim FCA zu verzeichnen. Der noch 22jährige (wird am 5.8. 23 Jahre alt) kam im Sommer 2019 nach Augsburg. Er verließ hierfür seinen Jugendclub Luzern und seine Schweizer Heimat.

Der flinke Linksaußen legte eine bombastische Debütsaison aufs Parkett: Bei seinem erst zweiten Bundesligaeinsatz gelang ihm sein erstes Saisontor gegen Union Berlin und lies im darauffolgenden Spiel gegen Werder Bremen seinen ersten Doppelpack folgen. Am Saisonende konnte er auf 33 Einsätze in der seiner ersten Saison zurückblicken, in welcher er neun Scorer erzielen konnte (6 Tore, 2 Assists). Eine starke Bilanz!

In der darauffolgenden Saison stand der frisch gebackene Schweizer Nationalspieler 30 Spiele für den FCA auf dem Platz und verbesserte seine Scorerzahl aus der Vorsaison: In einer für die Augsburger sicherlich nicht optimalen Saison gelangen Ruben 9 Scorer (6 Tore, 3 Vorlagen). Herausragend insbesondere die Partie gegen Hoffenheim am 27. Spieltag: Dort erzielte er das 1:0 selbst und legte das 2:0 durch Hahn vor. Der FCA gewann mit 2:1. Als “Lessons Learned” dürfte Ruben selbst heute die Tätlichkeit gegen Gebre Selassie im wichtigen Spiel um den Klassenerhalt bezeichnen. Gegen die Bremer ließ sich Ruben am 33. Spieltag zu einem Nachtreten hinreißen, sodass er in Folge mit der roten Karte vom Platz flog.

Bei dieser in Summe guten Saison- Leistung war es auch nicht erstaunlich, dass Ruben Vargas vom Nati-Headcoach Petkovic für die EM2020, die wegen Corona erst 2021 stattfand, nominiert wurde. Bei ebenjener EM absolvierte Ruben 4 von 5 möglichen Spielen, die Schweiz war eine der Überraschungen des Turniers. Unglücklich schied man gegen Spanien im Viertelfinale aus. Hatte Ruben Vargas im Achtelfinale gegen Frankreich seinen Elfer im Elfmeterschießen noch gerade so verwandelt, versagten ihm gegen Spanien die Nerven. Er vergab leider als letzter Schweizer Schütze (vor ihm vergaben jedoch auch schon Schär und Akanji) und Spanien zog somit ins Halbfinale ein.

Doch eins bleibt hier festzuhalten: Er hat eine super Saison und EM gespielt. Wir sind trotz allem stolz auf dich, Ruben. Und können das noch eine Weile bleiben, denn Ruben hat seinen Vertrag gerade eben bis 2025 beim FCA verlängert.

Ruben Vargas nach seinem verwandelten Elfmeter (Copyright: JustPictures.ch/JustPicturesPlus via Imago)

Erik Thommy

Wären wir nun bei einem echten Augsburger Eigengewächs angelangt. Und es freut uns, dass wir auch in dieser Kategorie einen Augsburger Jugendspieler zur Auswahl stellen dürfen. Heute hat es Erik Thommy, sicherlich etwas diskutabel, in diese Wahl geschafft.

Der gebürtige Ulmer wechselte als 13jähriger in den FCA-Nachwuchs. Dort spielte er ab dem Jahr 2013 in der zweiten Mannschaft in der Regionalliga Bayern. Am 13.07.2013 gab er gegen den SV Seligenporten sein Debüt, sein erstes Ligator erzielte er am 03.08.2013 beim 4:0-Erfolg gegen den SV Heimstetten. Am 16.02.2014 dann plötzlich das Bundesligadebüt des damals 19jährigen: In der 82. Minute wurde er im Spiel gegen den 1. FC Nürnberg für Tobias Werner eingewechselt. In der Hinrunde 14/15 folgten sodann drei Kurzeinsätze. Jedoch wurde er zur Rückrunde zum 1. FC Kaiserslautern in die zweite Liga verliehen. Nach nur 10 Spielen, dafür vier für die Reservemannschaft, wurde sein Leihvertrag jedoch schon ein halbes Jahr früher als geplant beendet. Es folgte eine weitere und diesmal äußerst erfolgreiche Leihe zum SSV Jahn Regensburg in die dritte Bundesliga.

Erik Thommy wurde auf Anhieb Stammspieler und trug entscheidend bei zum Aufstieg der Regensburger in die zweite Liga. In 37 Spielen erzielte Erik 15 Scorer (8 Tore, 7 Assists). Er kam hierbei ausschließlich auf Linksaußen zum Einsatz. In der Relegation um den Aufstieg in die zweite Liga traf Regensburg auf den TSV 1860: Das Hinspiel ging 1:1 aus, Erik lieferte die Torvorlage für das einzige Regensburger Tor. Das Rückspiel endete sodann 2:0 für den Jahn, auch hier gab Thommy eine Torvorlage. Erik kehrte im Sommer zum FCA zurück.

Nach einer für ihn enttäuschenden Hinserie 2017/18 mit nur 6 Einsätzen für den FCA, trennten sich die Wege endgültig. Zuerst stand Erik kaum beim FCA im Kader und im Anschluss verletzte er sich – Diagnose: Syndesmosebandriss.

Erik Thommy wurde in der Winterpause für lau vom VfB Stuttgart verpflichtet. Dort spielte er – bis auf eine Leihsaison für Fortuna Düsseldorf – bis heute. Er erzielte in 41 Spielen für den VfB Stuttgart drei Treffer. Es werden derzeit immer mehr Gerüchte laut, dass der heute 26jährige im Sommer den VfB verlässt. Der heißeste Interessent ist wohl der Zweitligist Schalke 04.

Für die erste und zweite Mannschaft des FCA kam Erik insgesamt auf 58 Partien, er konnte hier 22 Treffer verbuchen.

Tobias Werner

Von einem Eigengewächs gehen wir nun final über zu einer FCA Legende. “Mit der Nummer 13” – TO-BI WER-NER – wie oft haben wir das in den Heimspielen gehört. Der gebürtig aus Gera (Thüringen) stammende Werner wechselte im Jahr 2008 zum FCA. Damals konnte man ihn vom Zweitligakonkurrenten Carl-Zeiss Jena loseisen. Für den Thüringer Traditionsverein kam er auf 121 Spiele (18 Tore).

In seiner ersten Saison beim FCA wurde der schnelle Linksaußen auf Anhieb Stammspieler. 32 Einsätze konnte er damals verbuchen, hierbei erzielte er 13 Scorer (6 Tore, 7 Vorlagen). Sein erstes Tor im Augsburger Dress gelang ihm am 5. Spieltag gegen TuS Koblenz. In der darauffolgenden Saison 09/10 kam er kaum zum Einsatz, da er größtenteils aufgrund einer Sprunggelenksverletzung ausfiel. So konnte er am Saisonende nur auf sieben Einsätze zurückblicken (1 Tor, 1 Assist). Auch die Relegationsspiele verpasste er.

In der Aufstiegssaison entwickelte er sich zum Teilzeitspieler auf links: 21 Einsätze, hierbei beachtliche 7 Scorerpunkte (5 Tore, 2 Assits) standen am Ende zu Buche. Einer seiner wichtigsten Tore erzielte er sicherlich am 30. Spieltag gegen den “Mitaufstiegskonkurrenten” KSC: Mit seinem 1:0 Siegtreffer sicherte er dem FCA wichtige drei Punkte für den Aufstieg. Beim Aufstiegskrimi gegen den FSV Frankfurt stand Tobi leider nicht im Kader.

In der darauffolgenden Saison war Tobi Werner zumeist Stammspieler: Insgesamt bestritt Werner zwischen 2011 und 2016 127 Bundesligapartien für rot-grün-weiß, es gelangen ihm hierbei 23 Tore und 24 Assists. Dies sicherte ihm für lange Zeit den Titel als Rekordtorschütze des FCA in der Bundesliga.

Seine erfolgreichsten beiden Saisons für den FCA waren 2013/14 und 14/15. Er kam hierbei jeweils auf 31 Einsätze und erzielte 18 Scorer (Saison 13/14) und 13 Scorer (14/15). Er trug also maßgeblich dazu bei, dass der FCA in der Saison 14/15 die beste Saison der Vereinsgeschichte spielte. In der Saison 14/15 verletzte er sich durch einen Zusammenprall schwer, zog sich einen Bruch der Augenhöhle zu. Im Spiel gegen Paderborn zog er sich eine Platzwunde zu, spielte dann mit Turban und erzielte – hart im Nehmen – sogar ein Kopfballtor. Das Spiel gegen den damaligen Aufsteiger war auch eines seiner besten: 2 Tore selbst erzielt, eines vorgelegt. 3:0 Endstand. Fortan trug er den Kosenamen: Turban-Tobi!

In der Europa League Saison 15/16 kam Tobi zu fünf Einsätzen, verpasste jedoch einen Großteil der Spiele wegen einer hartnäckigen Schambeinverletzung. Gegen Liverpool stand er in beiden Partien auf dem Platz. In der Liga reichte es noch für 13 Einsätze, hier gab er zwei Scorerpunkte. Sein letztes Spiel für den FCA bestritt der Linksaußen am 29.04.2016 gegen den 1. FC Köln.

Nach der Saison gab der FCA am 3.8.2016 bekannt, dass Tobi Werner zum Bundesligaabsteiger VfB Stuttgart wechselt. Dort kam er in seiner ersten Saison auf nur sechs Einsätze, sodass der VfB reagierte und ihn für die darauffolgende Saison an den 1. FC Nürnberg verlieh. Sowohl mit dem VfB als auch mit dem Club stieg Werner jeweils in die Bundesliga auf. Zur Saison 18/19 spielte Werner für den VfB II. Angebote von 1860 und Kaiserslautern lehnte er ab, zu 1860 wollte er wegen der Rivalität zum FCA nicht wechseln und Lautern empfand er als zu weit weg von seinem Lebensmittelpunkt in Augsburg.

Für den VfB II kam er auf 16 Spiele, dann beendete er im Alter von 33 Jahren seine Profi-Karriere und stieg 2019 als Trainee beim FCA in der Geschäftsstelle ein. Im Sommer 2020 wurde er als neuer Sportdirektor seines ehemaligen Vereins FC Carl-Zeiss Jena vorgestellt, bei dem er heute noch angestellt ist. Tobi Werner spielte für den FCA 16 Mal im DFB Pokal und traf hierbei dreimal ins gegnerische Tor. Er gab zudem fünf Assists. Insgesamt kommt Tobi in acht Jahren Augsburg auf 187 Profi-Einsätze (35 Tore). Wir lieben dich noch immer, Turban-Tobi! Die Nummer 13 wurde seither nicht wieder vergeben zu Ehren von Tobi Werner.

Übrigens, ich glaube ich habe noch nie so sehr geheult, wie bei dem nachfolgenden Abschiedsvideo von Tobi Werner aus dem Jahr 2016:

Abstimmung

Und nun – ihr kennt es – seid ihr gefragt! Votet nun wieder für den Spieler, der eurer Meinung nach der Spieler des Jahrzehnts auf der Position im linken Mittelfeld ist. Es ist wieder keine leichte Wahl….

Wer war der linke Mittelfeldspieler des Jahrzehnts?

  • Tobi Werner (84%, 141 Votes)
  • Axel Bellnghausen (8%, 13 Votes)
  • Ruben Vargas (5%, 8 Votes)
  • Caiuby (3%, 5 Votes)
  • Erik Thommy (1%, 1 Votes)

Total Voters: 168

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Die Elf des Jahrzehnts – Rechtes Mittelfeld

La Décima – dieser Begriff steht im Augsburgerischen für 10 (!) Jahre Bundesliga in der Fuggerstadt. Was damals als kleiner Ausflug ins Ungewisse begann, hat heute höchsten An- und Zuspruch erfahren. Wir stehen von der elften Saison in der ersten Fußballbundesliga. Munter gaben sich diverse Spieler und Trainer hier am Lech die Ehre. Zeit, auf die letzten 10 Jahre zurück zu blicken und eure Favoriten auf den jeweiligen Positionen zu küren. Zuletzt stand das offensive Mittelfeld zur Wahl.

Ab heute im Fokus: Das rechte Mittelfeld. Ich sag’s euch jetzt schon: das wird wieder keine leichte Wahl (aber wann war bisher eine Abstimmung wirklich leicht?) Wir präsentieren euch im Folgenden unsere fünf Favoriten für’s rechte Mittelfeld. Und ihr dürft wiederum abstimmen, wer eure erste Wahl für die La Décima Elf ist. Los geht’s.

Einige der Kandidaten des heutigen Tages stehen immer noch beim FCA unter Vertrag (Foto: Klaus Rainer Krieger via Imago)

Alexander Esswein

Der heute 31jährige Alexander Esswein kam Anfang 2014 zum FCA, um die beiden offensiven Flügel mit seiner Energie und Dynamik zu beleben. Zuvor hatte der aus Rheinland-Pfalz stammende Esswein erfolgreich beim Glubb gekickt. Esswein rückte erstmals in den Fokus des FCA, als dieser im Jahr 2011 sein erstes Bundesligator ausgerechnet gegen die Augsburger erzielte. In der Rückrunde des Jahres 2011 sammelte Esswein in seinem Debütjahr sechs Scorerpunkte. Eine Verletzung des Innenbands beendete die Saison des jungen Offensivspielers bereits im März frühzeitig. Bei den Nürnbergern kam er nach dieser Verletzung jedoch nicht mehr so richtig in Tritt, hatte seinen Stammplatz nachhaltig verloren. Den Stammplatz erhoffte er sich sodann offensichtlich beim FCA: Am 04.01.2014 verkündeten die Augsburger die Verpflichtung Essweins, der einen Dreijahresvertrag erhielt.

In der Rückrunde 13/14 absolvierte Alexander Esswein 13 Spiele für den FCA und ihm gelang hierbei ein Assist. In der darauffolgenden Saison entwickelte er sich zum Teilzeit-Spieler. Er absolvierte 19 Partien und erzielte hierbei vier Scorerpunkte. Dies lag zum Teil auch an einer Verletzung an der Kniescheibe, die er sich zu Beginn der Saison zuzog. Wenn er beim FCA zum Einsatz kam, dann zeigt er sich durchaus polyvalent: er spielte zwar überwiegend auf Rechtsaußen, konnte aber auch als Linksaußen seine Fähigkeiten einbringen. Sein Verletzungspech blieb ihm in dieser Saison erneut treu, er verletzte sich im Winter ein weiteres Mal und verpasste acht Spiele wegen eines Muskelbündelrisses. Seine Teamkameraden qualifizierten sich in dieser Saison erstmalig für die Europa League. Grandios!

Die Saison 2015/16 war sicherlich sportlich seine erfolgreichste beim FCA. Er konnte 29 Spiele bestreiten und sechs Assists beisteuern. Er hatte in dieser Saison den Stammplatz auf Rechtsaußen sicher, erzielte unter anderem ein Tor gegen den FC Bayern und legte das wichtige 1:0 gegen Bayer Leverkusen vor. Er steuerte ebenfalls ein Tor beim 3:0 Sieg des FCA gegen Freiburg im DFB-Pokal bei. In der Europa League gelangen ihm weder Treffer noch Assists, dennoch kam er auf fünf Einsätze. Er saß im finalen Nervenkrimi gegen Partizan eine Gelbsperre ab, in beiden Partien gegen Liverpool spielte er jedoch 90 Minuten durch. Am Ende der Saison plagte ihn wieder die Verletzung der Vorsaison, der Muskelbündelriss setzte ihn fünf Spiele außer Gefecht.

Am 25.08.2016 verpflichtete ihn Hertha BSC für vier Jahre. Sportlich wurde er dort aber nicht wirklich glücklich. Nach weiteren Stationen in Stuttgart und einem zweiten Mal Berlin landete er – zu diesem Zeitpunkt drei Monate vereinslos- beim Zweitligisten SV Sandhausen. Dort spielt der ehemalige U21-Nationalspieler bis heute. In Augsburg war Alexander Esswein nicht unumstritten, viele Fans fanden ihn nicht bundesligatauglich. Allerdings war er 1 1/2 Saisons beim FCA auf dem rechten Flügel gesetzt. Seinen Speed und guten Torabschluss konnte man beispielsweise im Telekom Cup 2015 beobachten, dort erzielte er das zwischenzeitliche 1:1 zwischen dem FCA und FCB:

Marcel Ndjeng

Marcel Ndjeng Biyouha kam im Sommer 2009 zum FC Augsburg und sollte dort den offensiven, rechten Flügel bekleiden. Der Deutsch-Kameruner war zuvor für SC Paderborn, Arminia Bielefeld und Borussia Mönchengladbach am Ball. Beim FCA traf er auf seinen Ex-Trainer Jos Luhukay, dem er bereits schon zu Paderborn und Gladbach gefolgt ist und bis zum Ende seiner Karriere sollte er dem Niederländer noch ein weiteres Mal nachfolgen – zur Hertha. Der heute 39jährige Mittelfeldspieler bildete eine kongeniale Flügelzange auf außen mit seinem Pendant auf der Gegenseite, Ibrahima Traore. Dieses Duo mit seinem unermüdlichen Einsatz trug im zweiten Anlauf zum Bundesliga-Aufstieg im Jahre 2011 bei.

Der gebürtige Bonner erzielte in seiner Debütsaison beim FCA in 31 Partien 15 Scorerpunkte (5 Tore, 10 Vorlagen). Gegen Arminia Bielefeld am 3. Spieltag gab er beim wichtigen 2:1 – Sieg beide Torvorlagen. Gegen Fürth erzielte er sodann seinen ersten Doppelpack für rot-grün-weiß. Seine Einsätze absolvierte er zum Großteil im rechten Mittelfeld, aushilfsweise spielte er aber auch auf links. Im DFB-Pokal spielte er fünf Mal, erzielte hierbei zwei Treffer und eine Vorlage. Im Hinspiel der Relegation half Ndjeng als Rechtsverteidiger aus. Es half alles nichts, das Spiel ging mit 1:0 verloren. Das Rückspiel stand ebenfalls unter schlechten Sternen, denn Ibrahima Traore sah in Minute 56 die rote Karte. Der FCA verlor mit 0:2. Die Tore erzielten damals die beiden Clubberer Ilkay Gündogan und Eric Choupo-Moting.

In der darauffolgenden Saison war er sportlich schon nicht mehr so unverzichtbar, erzielte in elf Spielen nur drei Assists und war den Großteil der Saison einsatzlos im Kader. Dies lag unter anderem auch an einer hartnäckigen Schambeinentzündung. Von dieser erholte er sich in der laufenden Saison nicht mehr so wirklich. Den Aufstieg im Duell gegen den FSV Frankfurt erlebte er allerdings live auf dem Feld.

In der ersten Bundesligasaison des FCA kam Marcel Ndjeng auf 19 Partien, die er zumeist auf Rechtsaußen bestritt. Hierbei kam er auf vier Scorerpunkte (1 Tor, 3 Assists). 13 Saisonspiele verpasste er allerdings aufgrund einer weiteren Verletzung. Diesmal machte ihm eine Sprunggelenksverletzung zu schaffen. Im Sommer 2012 wurde bekannt, dass Ndjengs Vertrag beim FCA nicht verlängert wird. Er wechselte daher ablösefrei zum Bundesligaabsteiger Hertha BSC Berlin. Im Sommer 2018 beendete er seine aktive Spielerkarriere. Heute ist er bei seinem Heimatverein, dem Bonner SC tätig, bei dem er die Schnittstelle zwischen Nachwuchs und Senioren darstellt.

“Es gab viele erfolgreiche Jahre und unzählige schöne Momente. Aber der Aufstieg mit Augsburg war auf jeden Fall etwas Besonderes. Damit hatte damals niemand gerechnet. Schon im Jahr zuvor, in dem wir das Halbfinale des DFB-Pokals erreicht hatten, waren wir nah dran. An diesen Erfolgen hat man einmal mehr gesehen, was im Fußball alles möglich ist. Es war eine perfekte Zeit, die ich nicht missen möchte.”

Marcel Ndjeng im Interview auf die Frage, woran er sich am liebsten in seiner Karriere zurück erinnert

Marco Richter

Marco Richter ist ein echtes Augsburger Eigengewächs. Der Offensivspieler spielt seit seinem 14. Lebensjahr beim FCA. Der heute 23jährige wurde im Jahre 1997 im nahen Friedberg geboren. Ausgebildet wurde er in der Jugend zum Großteil beim FC Bayern München, sein Heimatverein ist der SV Ried 1951 im Landkreis Aichach-Friedberg.

Am 22.05.2015, dem 34. Spieltag, kam er bei der 1:2 Niederlage gegen den FC Ingolstadt II zu seinem Debüt im FCA-Dress. In der Saison 2015/16 hatte er schon 18 Einsätze zu verzeichnen und erzielte hierbei sieben Tore. In der A-Junioren-Bundesliga schoss er alles kurz und klein: in nur 16 Partien traf Marco satte 24 Mal ins gegnerische Tor. 2016/2017 gelang ihm sodann der Durchbruch bei der Augsburger Reserve. In 27 Punktspielen erzielte er beeindruckende 23 Treffer. Dadurch zählte er zu den drei treffsichersten Spielern der Liga. Alleine in einem Spiel, am 3. Spieltag gegen den SV Seligenporten, traf Richter sieben Mal ins gegnerische Netz. Dies erregte überregionale öffentliche Aufmerksamkeit.

Am 14.10.2017 kam Marco Richter zu seinem Profidebüt in der Bundesliga: Beim 2:2-Remis gegen die TSG Hoffenheim wurde er in der 87. Spielminute für Kevin Danso eingewechselt. Am 21. Spieltag der selben Saison erzielte er seinen ersten Profitreffer. Beim Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt gelang ihm der 3:0-Endstand. Die Frankfurter liegen Marco offenbar, denn am 14.04.2019 erzielte er gegen ebenjene Eintracht seinen ersten Doppelpack in der Bundesliga.

Marco Richter ist ein echter Allrounder in der Offensive. In der Jugend und in der Reserve häufig als Stürmer oder hängende Spitze unterwegs, spielt er bei den Profis eher auf Außen. Hierbei ist er sowohl links als auch rechts außen einsetzbar. Bei den FCA Fans hat Richter als Eigengewächs eigentlich ein gutes Standing, seine Wechsel-Avancen in Richtung Köln letzten Herbst nehmen ihm aber einige im Augsburger Fanlager noch übel.

Marco Richter ist auch äußerst erfolgreich in den U-Nationalmannschaften des DFB. Er absolvierte sowohl Spiele für die U20 als auch für die U21. Zuletzt war er bei der U21-EM 2019 in Italien im Einsatz und erzielte dort drei Tore. Anfang Juli wurde Marco von Stefan Kuntz in den deutschen Kader für die Olympischen Sommerspiele 2021 in Japan berufen. Wir wünschen ihm ganz viel Erfolg in Tokio und hoffen, dass sein Pass bald wieder auftaucht! 🙂

Daniel Caligiuri

Der deutsch-italienische Fußballspieler Daniel Caligiuri ist noch ganz frisch im Augsburger Trikot. Seit Sommer 2020 schnürt er seine Fußballschuhe für den FCA. Vorher hat der in Villingen-Schwenningen (Baden-Württemberg) geborene Mittelfeldspieler beim SC Freiburg, VfL Wolfsburg sowie beim FC Schalke 04 gespielt. Mit Caligiuri hat der FCA einen sehr erfahrenen Mann verpflichten können, der bereits einige Champions League Einsätze zu verbuchen hat. Heute ist Daniel 33 Jahre alt und ist seit Ende 2020 Vater eines Sohnes. Für den FCA hat “Cali”, wie er von Fans und Mitspielern genannt und gerufen wird, 33 Einsätze zu verbuchen. Hierbei gelangen ihm sechs Treffer und fünf Vorlagen. Seine Hauptposition ist Rechtsaußen. Er spielte beim FCA im Laufe der Saison jedoch auch schon Linksaußen und im offensiven Mittelfeld.

Cali hat sich insbesondere in der Hinrunde der Saison 20/21 ins Herz der FCA Fans gespielt. Mit seiner kampfbetonten und lauffreudigen Spielweise passt er sehr gut zum FC Augsburg. Direkt am 2. Spieltag absolvierte er sein bestes Spiel bis dato im FCA-Dress: Gegen den BVB führte der FCA früh mit 2:0 und besiegte den Meisterschaftsanwärter. Cali steuerte hier sowohl die entscheidende Vorlage zum 1:0 sowie das Tor zum 2:0 selbst bei. Mit seinem Treffer zum 1:1 gegen Gladbach sicherte uns Cali am 21.11.20 einen Punkt. In der Rückrunde lief Daniel Caligiuri, wie viele andere FCA-Profis, seiner Form etwas hinterher und musste am 30. Spieltag eine Gelbsperre absitzen. Bis 2023 ist er noch vertraglich an den FCA gebunden, bis dahin werden wir sicherlich noch viel Freude an dem Ex-Schalker haben!

Zuletzt gab Daniel unserem Nachwuchsstürmer Maurice Malone Nachhilfe in Sachen Elfmeterschießen. Seht selbst:

André Hahn

Kommen wir nun zu einem echten Augsburger Urgestein. Einem der letzten verbliebenen FCA-Urgesteine, nach dem Abgang von Kapitän Baier. Die Glanzpunkte seiner Karriere sind eng verdrahtet mit denen des FCA. Der bald 31jährige Offensivspieler – er feiert am 13. August seinen Geburtstag – ist in Otterndorf an der Nordseeküste geboren und stammt selbst aus einer sportlichen Familie. Sein Opa war Bundestrainer der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, sein Vater Handballer. Und Hahn selbst lernte in jugendlichen Jahren den Beruf des Fahrzeuglackierers.

In der A-Jugend kickte André Hahn beim FC Bremerhaven und stieg mit diesem im Jahr 2008 in die Regionalliga Nord auf. Im Anschluss daran wechselte er zum Hamburger SV, dort spielte er sieben Mal für die A-Junioren in der Bundesliga. Er kam weiterhin auch für die zweite Mannschaft in der Regionalliga zum Einsatz. 2010 wechselte er für ein Halbjahr zum FC Oberneuland, bevor er zum Drittligisten TuS Koblenz transferiert wurde. Dort blieb er ebenfalls nur ein halbes Jahr. Zur Saison 2011/12 unterschrieb er bei den Kickers aus Offenbach. Hier wusste der schnelle Offensivspieler durchaus von sich zu überzeugen, sodass der FCA in der Winterpause 12/13 bei den Verantwortlichen der Offenbacher anklopfte. Eine Erfolgsgeschichte nahm ihren Lauf. Hahn unterzeichnete einen Vertrag bis 2016 und debütierte noch im Laufe des Januars 2013 in der Bundesliga gegen Düsseldorf. Sein erstes Bundesligator erzielte er in der Folgesaison gegen Gladbach am 27.09.2013.

Die Saison 2014/2015 war sportlich mit das Beste, was der FCA jemals zu bieten hatte. Einen großen Anteil daran hatte André Hahn. Der damals 24jährige kam in 32 Partien zum Einsatz, erzielte 12 Treffer und 9 Assists. Darunter beispielsweise je ein Doppelpack gegen Mainz am 11. Spieltag und gegen Eintracht Braunschweig am 16. Spieltag sowie gegen Stuttgart an Spieltag 20. Diese famose Leistung des überwiegend auf dem rechten Flügel eingesetzten Jungspunds blieb auch nicht unerkannt. So wurde Hahn am 28.02.2014 von Jogi Löw erstmals für die deutsche Nationalmannschaft nominiert. Leider wurde er am 5. März gegen Chile sodann nicht eingesetzt, jedoch stand er im vorläufigen Kader für die WM2014. Ein großer Erfolg für Hahn, ein großes Lob für den FCA. Leider schaffte er es nicht in den endgültigen Kader, aber der erste deutsche Nationalspieler des FCA seit dem großen Helmut Haller, das war er: André Hahn. Er absolvierte sein erstes und einziges Länderspiel am 13.05.14 gegen Polen – ausgerechnet in Hamburg.

Im Sommer 2015 wechselte Hahn zu Borussia Mönchengladbach und brach allen FCA-Fans das Herz. Sportlich wurde André fernab des Lechs aber nirgendwo so glücklich wie beim FCA. Mit Gladbach spielte er Champions League, brach sich dort aber auch das Schienbein und fiel lange aus. Nachdem er kaum mehr Einsatzzeiten für sich verbuchen konnte, suchte er das weite oder für ihn auch sehr nahe: Er wechselte zur Saison 17/18 zum HSV.

Dort absolvierte er sein erstes Bundesligaspiel ausgerechnet gegen den FCA. Der HSV als Krisenclub des Nordens stieg am Ende der Saison sang- und klanglos erstmalig aus der Bundesliga ab. Und Hahn sehnte sich nach Ruhe und Geborgenheit. Der FCA rief an und Hahn sagte zu. Hier absolvierte er am 28.11.2020 sein 100. Bundesligaspiel und stieg nun endgültig zur Augsburger Legende auf. Trotz Corona-Infektion spielte Hahn eine bärenstarke Saison (ganz im Gegenteil zu vielen Mitspielern) und verbuchte aller Widerstände zum Trotz in 29 Spielen 8 Tore und 5 Vorlagen. Er ist der torgefährlichste Spieler (8 Tore), der beste Scorer (13 Scorerpunkte) und zudem noch einer der lauffreudigsten Spieler der abgelaufenen Saison. Chapeau, André Hahn.

Und wir wünschen uns zum Abgesang: Der Hahn muss laufen – noch ganz lang!

Abstimmung

Nun aber genug mit den ganzen Liebesbekundungen (und ja, ich habe schon meinen Favoriten gefunden!) Votet nun nachfolgend gerne wieder für den Spieler, der eurer Meinung nach der Spieler des Jahrzehnts auf der Position im rechten Mittelfeld ist:

Wer war der rechte Mittelfeldspieler des Jahrzehnts?

  • André Hahn (81%, 115 Votes)
  • Marcel Ndjeng (13%, 18 Votes)
  • Marco Richter (4%, 6 Votes)
  • Alexander Esswein (1%, 2 Votes)
  • Daniel Caligiuri (1%, 1 Votes)

Total Voters: 142

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Torhüterwechsel

Am gestrigen Freitagabend wurde bekannt, was sich seit einigen Tagen bereits angedeutet hat: Der dritte Keeper des FCA, Benjamin Leneis, verlässt den FCA für ein Jahr gen Magdeburg. Dort will der Torhüter aus der eigenen Jugend endlich durchstarten auf Profiebene und fleißig Spielminuten sammeln. Vorher wurde jedoch sein Vertrag beim FCA verlängert.

Um diesen Abgang und ggf. auch den von Daniel Witetschek (Keeper der 2. Mannschaft in der Regionalliga Bayern), der zuletzt zum Bayernligisten TSV Landsberg wechselte, aufzufangen, wurde Junioren-Nationalmannschaftskeeper Daniel Klein verpflichtet. Er kommt von der TSG Hoffenheim. Zwei weitere FCA-Junioren-Torhüter verlassen den Verein, dazu im Folgenden mehr.

Maximilian Retzer zum VfR Garching

Der 18jährige Maximilian Retzer, seit 01.01.2018 beim FCA, war zuletzt Ersatz-Torhüter der U19-Junioren in der Bundesliga Süd/Südwest. Er hat dort allerdings kein Spiel für Rot-Grün-Weiß bestritten. In der U17 des FCA war er zuvor häufiger am Ball. Dort bestritt er in der B-Junioren Bundesliga Saison 2018/19 10 Spiele und kassierte 12 Gegentore. Nun wechselt er zum Bayernligisten VfR Garching, dort kickte er in der Jugend schon einmal. „Auf der Torwartposition sind wir sehr gut besetzt”, so der Garchinger Trainer Flicker gegenüber des Münchner Merkur.

Kevin Malone zum “Club”

Sein Teamkollege und kleiner Bruder von Profispieler Maurice Malone, Kevin Malone, verlässt den FCA ebenfalls. Der 17jährige Deutsch-Amerikaner war zuletzt Ersatzkeeper der U19 und U23 des FCA. Zuvor hütete er das Tor der U17 Bundesligamannschaft. 2018 war Kevin Malone vom FC Königsbrunn ins Augsburger Nachwuchsleistungszentrum gewechselt. Nun verlässt Malone die Heimat um beim Club Tore zu verhindern, dort verstärkt er die U19 der Nürnberger.

Daniel Witetschek zum TSV Landsberg

Daniel Witetschek war zuletzt ebenfalls Keeper der U23 Mannschaft. Dort teilte er sich die Spiele in der Regionalliga Bayern mit dem ebenfalls scheidenden Benjamin Leneis, kommt in der Corona-Saison 19/21 immerhin auf 15 Einsätze für die “Zwote”. Der 20jährige Torwart spielt seine komplette Laufbahn bereits beim FCA.

Nun trennen sich die Wege: Daniel Witetschek wechselt zur kommenden Saison zum Bayernligisten TSV 1882 Landsberg. Der sportliche Leiter der Landsberger, Jürgen Meissner, äußerte sich gegenüber dem bfv wie folgt: “Mit Daniel konnten wir unseren absoluten Wunschkandidaten verpflichten.” Der TSV Landsberg geht mit einem jungen Torwartgespann in die kommende Bayernliga-Saison, neben Daniel Witetschek (20) stehen noch Sebastian Hollenzer (22, kommt vom FC Pipinsried) und Maximilian Stahler (20) im Kader.

Benjamin Leneis zu Magdeburg

Das scheidende Torhüter-Quartett komplettiert der dritte Torhüter der FCA-Profis: Benjamin Leneis. Der mittlerweile 22jährige hat im Jahr 2018 seinen ersten Profivertrag beim FCA unterschrieben und ist seither dritter Keeper der Bundesliga-Mannschaft. Damals beteuerte Stefan Reuter, man traue Leneis den Sprung in die Bundesliga zu.

Seit 2015 war Leneis Teil des FC Augsburg, durchlief alle Stationen von der U17 bis zu den Profis. Der gebürtige Münchner mit 1,95 Metern Gardemaß war die letzten Tage bereits Gastspieler beim Drittligisten 1. FC Magdeburg und fuhr mit dem Club ins Trainingslager. Nun wurde am gestrigen Freitagabend offiziell bekannt gegeben, dass die Magdeburger Leneis für eine Saison ausleihen werden. Der zuletzt als Stammtorhüter der zweiten Mannschaft gesetzte Leneis wird dort den Konkurrenzkampf anheizen, so Magdeburger Torwarttrainer Matthias Tischer: „Benjamin ist ein gut ausgebildeter Torhüter vom FC Augsburg. Er passt gut in unsere Ausbildungsphilosophie und wird die Konkurrenzsituation im Tor beleben und annehmen.“

Leneis’ bis 2023 datierter Vertrag wird seitens des FCA bis 2024 verlängert. Stefan Reuter hierzu: „Wir wünschen Benjamin Leneis alles erdenklich Gute, vor allem, dass er viele wichtige Erfahrungen sammelt und die erhoffte Spielpraxis in Magdeburg erhält.“

Daniel Klein zum FCA

Im Gegenzug hat der FCA die Verpflichtung des deutschen Junioren Nationaltorhüters Daniel Klein bekannt gegeben. Der 20jährige gebürtige Heidelberger hat seine fußballerische Ausbildung bei der TSG 1899 Hoffenheim genossen und zuletzt bei der U23 der Hoffenheimer das Tor gehütet. In der letzten Saison in der Regionalliga Süd/Südwest kam er auf 16 Einsätze, bekam 30 Gegentore und spielte zweimal zu null. Klein erhält beim FCA einen Vertrag bis 2025. Daniel Klein ist ehemaliger deutscher U19-Nationalspieler.

„Ich freue mich über den Wechsel zum FCA, weil ich überzeugt bin, dass dies genau der richtige Schritt ist, um mich sportlich und menschlich weiterzuentwickeln. Hier kann ich auf höchstem Niveau trainieren und möchte den nächsten Schritt in meiner Karriere machen“, so Daniel Klein auf der FCA Website. Er wird das Torhüter Trio um Rafal Gikiwiecz und Tomas Koubek ergänzen.

Stefan Reuter freut sich jedenfalls offensichtlich über den Neuzugang: „Wir freuen uns, dass wir auf der Torhüterposition in dieser Konstellation sehr gut aufgestellt sind. Wir bekommen mit Daniel Klein einen jungen Torhüter mit großem Potenzial, der die Chance hat, sich in unserem Bundesliga-Kader zu entwickeln und zu beweisen.“

Felix Schäfer trainiert bei den Profis

Der 20jährige Felix Schäfer geht wohl als neue Nummer eins der U23 des FCA in die kommende Regionalliga Saison. Er stand zuletzt beim Saisonauftakt der Profi-Mannschaft auf dem Platz. Der Torhüter ist einer von vier Nachwuchsspielern, die die Chance erhalten, sich bei den Profis im Training anzubieten. In der letzten Saison konnte er ein Spiel für die U23 absolvieren, im Jahr zuvor in der Saison 19/20 hatte er 20 Einsätze in der U19-Bundesliga zu verzeichnen.

Torhütermangel?

Trotz des externen Zugangs in Person von Daniel Klein fehlen vor allem im Nachwuchs Torhüter. In der U23 wird derzeit nur Felix Schäfer als Torhüter aufgeführt, die Regionalligamannschaft des FCA startet am 17.07. gegen den FC Bayern II in die neue Saison. Ein Backup für Schäfer wäre wahrlich noch wünschenswert.

Die U19 hat derzeit (gemäß Kaderliste von Transfermarkt.de) ebenfalls nur einen Torhüter im Kader, dieser heißt Patrick Sander und ist 18 Jahre jung. Auch hier fehlt es an Masse auf dieser Position. Die U17 führt zwei Torhüter in der Kaderliste, beide frisch 17 Jahre alt geworden (Alen Kenjar, Marcel Lubik).

Man kann hier tatsächlich froh sein, dass wir das Torhüter Problem nicht in der ersten Mannschaft haben. Jedoch könnte das vermehrte Abwandern junger Nachwuchstorhüter System haben und zu Problemen führen, so dass man in der Profimannschaft die dritte Torhüterposition nicht mehr – wie in den letzten 10 Jahren zumeist der Fall (s. Gelios, Leneis) – mit einem Nachwuchskeeper besetzen kann, sondern extern ergänzen muss. Unsere Nachwuchskeeper konnten sich derweil nie in Augsburg durchsetzen, obwohl sie durchaus Bundesliga Format haben, wie Ioannis Gelios zuletzt nachhaltig bei Holstein Kiel bewies.

Wir werden gespannt verfolgen, wie es Daniel Klein beim FCA ergehen wird und wie der Plan mit ihm aussieht. Auch werden wir Benjamin Leneis in Magdeburg beobachten. In einem der beiden Keeper könnte ggf. sogar die Augsburger Zukunft liegen.

“Atmosphäre hat mich in den Bann gezogen!”

Wir befinden uns mitten in der Sommerpause, es ist brütend heiß draußen und auf dem Transfermarkt tut sich seitens des FCA derzeit noch nicht allzu viel. Die FCA-Spieler weilen im Urlaub, posten munter sommerliche Bilder und die Europameisterschaft ist derweil in vollem Gange. Zeit, mal wieder einen Blick auf eine Sparte zu werfen, die noch nicht so viel mediale Aufmerksamkeit erfährt, wie der Profifußball. Aber die es eigentlich auch verdient hätte.

Die Rede ist natürlich von eSport. Hier mischt seit noch nicht allzu langer Zeit auch der FCA mit. Ganz vorne dabei: Die Brüder Bederke. Letztes Jahr wurde der kleinere “Bederke-Bruder” Yannic sensationell und überraschend deutscher E-Sport-Champion und gab der Rosenau-Gazette im Anschluss ein Interview, in dem er unter anderem über seinen jüngsten Erfolg sprach. Sein Bruder Philipp ist hierbei stets an seiner Seite – als Coach, Mentor und als kongenialer “eSport-Partner”. Lest im nachfolgenden Interview selbst, wie die letzte VBL-Saison verlaufen ist und wie Philipp Bederke eigentlich zum FCA kam.

“Leider hat uns etwas das Glück gefehlt”

Rosenau Gazette: Hi Philipp! Erstmal ein großes Dankeschön für deine Bereitschaft, uns so kurz nach der Saison ein Interview zu geben. Hand auf’s Herz: Wie zufrieden bist du mit der Virtual Bundesliga Saison deines eSport-Teams des FCA und natürlich speziell mit deiner eigenen Perfomance?

Philipp Bederke: Hallo Irina, an sich können wir als FCA eSports Team durchaus mit der Saison zufrieden sein. Als Team wurden wir 3. und auch im Einzelfinale waren wir dann mit 3 Spielern (Yannic, Lukas und Christoph) vertreten. Ich denke, wenn uns das vor der Saison einer vorhergesagt hätte, hätten wir uns als Team sicher nicht beschwert.

Klar ist aber auch, dass wir als Titelverteidiger gerne eine weitere Trophäe für den FCA erspielt hätten. Leider hat uns aber in einigen entscheidenden Momenten etwas das Glück gefehlt. Mit meiner eigenen Leistung bin ich, im Großen und Ganzen, auch zufrieden. Ich war in der gesamten Saison eigentlich nur im Doppel, zusammen mit Yannic, aktiv. Da konnten wir einige Punkte sammeln, am Ende bildeten wir sogar das beste Duo der Saison in der VBL.

Die beiden Bederkes in Aktion!

“Wir hatten den deutschen Meister in unseren Reihen”


Rosenau Gazette: Das klingt schon stark, was ihr da wieder geleistet habt! Dein kleiner Bruder Yannic ist im vorigen Jahr relativ überraschend deutscher eSport-Champion geworden. Mit welchen Erwartungen seid ihr da eigentlich in die zurückliegende Saison gegangen?

Philipp Bederke: Wir standen als FCA schon etwas anders im Fokus als im Vorjahr. Das war aber zu erwarten, schließlich hatten wir auch den deutschen Meister in unseren Reihen. Als Team hat uns das aber eher weniger beeinflusst, unsere Erwartungshaltung hat sich dadurch nicht grundsätzlich verändert. Wir wollten als Team definitiv eine bessere Saison spielen als in 2019/2020 als wir nur 16. geworden sind. Das ist uns mit Platz 3 in jedem Fall gelungen.

Rosenau Gazette: Definitiv! In welcher Rolle bist du denn überwiegend im Team unterwegs? Wie man so liest und hört, bist du nebenbei Coach deines Bruders und selbst noch eSportler beim FCA.

Philipp Bederke: Meine Rolle hat sich innerhalb der letzten 3 Jahre schon etwas verändert. In der abgelaufenen Saison war ich nur noch im Doppel im Einsatz. Mein Hauptaugenmerk lag eher darauf, neben Yannic eine gute Figur abzugeben. Das ist mir, denke ich, ganz gut gelungen, wenn man sich unsere Punkteausbeute am Ende anschaut.

“Sport ist sehr wichtig!”

Rosenau Gazette: Wie lange siehst du dich überhaupt noch in diesem „Business“ und wie lange ist man durchschnittlich eSportler, gerade alterstechnisch gesehen?

Philipp Bederke: Das ist eine gute Frage. Ich sag mal so: als Spieler befinde ich mich wohl schon im Herbst meiner Karriere, als Coach aber vielleicht erst am Anfang. Mit meinen aktuell 31 Jahren gehöre ich aber definitiv zu den ganz erfahrenen Spielern in der VBL, älter ist, glaube ich, keiner in der abgelaufenen Saison gewesen.

Eine Prognose wann man zu alt ist, kann man noch nicht abgeben, weil der eSport in FIFA eher noch in den Kinderschuhen steckt. Klar ist aber auch, dass mit dem Alter auch irgendwann die Reaktionszeit etc. nachlässt und dann zwangsläufig nicht mehr die gleichen Leistungen wie mit 16 oder 17 erbracht werden können.

Rosenau Gazette: Ganz schön krass zu hören, dass man mit jungen 31 Lenzen irgendwo (sportlich) zum alten Eisen gehört! Aber ihr habt ja alle noch ein zweites Standbein, da ihr beim FCA alle keine hauptberuflichen eSportler seid. Was machst du denn hauptberuflich und wieviel Zeit verbringst du so mit „zocken“?

Philipp Bederke: Ich habe nach meinem Abitur 2009 ein duales Studium zum Diplom Finanzwirt begonnen und dieses 2013 abgeschlossen. Seit 2013 arbeite ich jetzt in der bayerischen Finanzverwaltung. Diese „Doppelbelastung“ ist nicht immer einfach, daher bin ich sehr froh, dass es bei meiner Arbeitsstelle Gleitzeit gibt. Ansonsten wäre es mir nicht möglich neben meinem Hauptberuf auch noch für den FCA als eSportler aktiv zu sein.

Mein Zeitaufwand für „zocken“ ist unterschiedlich. Die Saison startet im Herbst, da verbringe ich dann meistens viel Zeit damit das neue Spiel zu „lernen“. In der Regel nehme ich mir dafür dann 1-2 Wochen Urlaub, da es sonst neben der Arbeit einfach kaum möglich ist intensiver zu spielen. Im Laufe der Saison nimmt der Zeitaufwand dann stetig ab bzw. verlagert sich mehr aufs Wochenende. Wichtig ist, dass man nicht nur vor dem Monitor sitzt, sondern auch einen Ausgleich hat, vor allem Sport ist sehr wichtig.

“Hat mich einige Lebensjahre gekostet”

Rosenau Gazette: Du bist auch ein glühender FCA-Fan. Wie bist du eigentlich Fan des Clubs geworden und wann war das in etwa?

Philipp Bederke: Das ist auch schon ein paar Jahre her, in der Saison 2009/2010 war das. Ich habe in Kaufbeuren an der dortigen Fachhochschule studiert. Zu meinem Glück waren in meinem Lehrsaal einige Augsburger. An einem kalten Montagabend sind wir dann mal nach Augsburg gefahren und haben uns das Spiel gegen den VfL Bochum angesehen. In der 2. Liga war es ja noch relativ einfach auch am Spieltag Stehplätze zu bekommen. Auch wenn das Spiel damals verloren ging hat mich die Atmosphäre dann in den Bann gezogen und ab diesem Spiel war es dann um mich geschehen! Wahrscheinlich hat mich diese Entscheidung schon einige Nerven und Lebensjahre gekostet, dennoch habe ich es nicht bereut.


Rosenau Gazette: Verrätst du uns noch, wer dein Lieblingsspieler beim FCA ist?

Philipp Bederke: Das ist eine schwere Frage. Ich möchte da jetzt eigentlich keinen einzelnen Spieler nennen, da alle wichtig für den FCA sind. In der abgelaufenen Saison war es aber Rafał Gikiewicz. Ich „mag“ seine Art, wie er sich mit dem FCA identifiziert, den FCA lebt und das dann auch entsprechend rüber bringt.”Das letzte Wort hat dann meine Frau!”

Rosenau Gazette: Bist du über deine Leidenschaft für den FC Augsburg auch zum eSport gestoßen? Wie kamst du als eSportler konkret zum FCA?

Philipp Bederke: Das war der gleiche Weg wie bei Yannic, Lukas und Christoph auch. Ich habe mich 2018 für die Playoffs der deutschen Einzelmeisterschaft in FIFA mit dem FCA qualifiziert. Fürs Finale hat es 2018 zwar nicht gereicht, aber ab diesem Zeitpunkt bestand dann der Kontakt mit den Verantwortlichen des FCA. Ende 2018, als der FCA dann entschieden hat offiziell in den eSport mit der Teilnahme an der VBL einzusteigen, wurde der Kontakt nochmal intensiviert und so wurde ich dann zu einem eSportler des FCA!

Rosenau Gazette: Euer “Werdegang” ist schon eine coole Geschichte! Sag uns doch bitte, wie es für dich in der kommenden Saison weitergeht. Sehen wir dich auch weiterhin im FCA-Dress?

Philipp Bederke: Ich kann mit Sicherheit sagen, dass man mich nicht in einem anderen Trikot sehen wird. Alles Weitere hängt auch von ein paar anderen Faktoren ab. Die Rahmenbedingungen, speziell die Vorgaben der DFL, müssen weiterhin mit meinem Hauptberuf vereinbar sein. Und das letzte Wort hat dann noch meine Frau!

Kennen nur ein Dress: Das des FC Augsburg natürlich! (rechts Yannic, links Philipp Bederke)

“Üben, üben, üben”

Rosenau Gazette: Was ist für die Profis des FCA in der kommenden Saison drin? Und was für euch eSportler – ist das Finale wieder das ausgegebene Ziel?

Philipp Bederke: Ich würde mir in der Bundesliga eine etwas entspanntere Saison wünschen. Als Fan musste man, gerade am Ende der Saison, und im „Finale“ gegen Bremen doch sehr leiden. Meine Nerven würden sich über einen früheren Klassenerhalt und eine sorgenfreie Saison sehr freuen. Und wenn irgendwann mal wieder eine Saison in Europa dabei rauskommen würde, würde ich mich auch nicht beschweren.

Im eSports Bereich ist es schwierig jetzt schon eine Prognose abzugeben. Hier spielt immer eine Rolle wie das neue FIFA ist und wie es den einzelnen Spielern liegt. Darüber können wir uns dann vielleicht im September/Oktober nochmal unterhalten!


Rosenau Gazette: Dein Tipp noch, wie man e-Sportler wird? Was braucht man für persönliche Eigenschaften dazu?

Philipp Bederke: Üben, üben, üben. Man braucht Durchhaltevermögen und darf auch bei Niederlagen nicht aufgeben, getreu dem Motto „Win or Learn“. Aus Niederlagen lernt man immer am meisten, aber man muss sich damit auch kritisch auseinandersetzen und seine Fehler analysieren. Und hier ist es bei einem Computerspiel immer leichter den Fehler beim Spiel zu suchen als bei einem selber.

Hier findet Ihr Philipp und die eSportler des FCA:

Rosenau Gazette: Liest du selbst auch die Rosenau Gazette? Beziehungsweise: Nimmst du uns als „Fanblog“ wahr? Wir haben ja auch schon das ein oder andere Mal über die eSportler des FCA geschrieben 😊  

Philipp Bederke: Ja, natürlich verfolge ich Eure Seiten und lese Eure Artikel!

Die Gefühlslagen eines eSportlers am Beispiel des Philipp Bederke 🙂


Rosenau Gazette: Das freut uns natürlich zu hören. Bist du denn auch selbst auf Social Media aktiv – und wo sollten dir unsere Leser*Innen unbedingt folgen?

Philipp Bederke: Man findet mich sowohl auf Twitter als auch auf Instagram unter @Phlip1089. Alles rund um die VBL findet man auf den eSports Kanälen des FCA!


Vielen Dank Philipp für das Interview und weiterhin viel Erfolg der gesamten eSport-Mannschaft des FCA!




Welcher Spieler war 20/21 der „Rookie“ der Saison?

Auch nach dieser turbulenten Spielzeit kürt das Team der Rosenau Gazette die Spieler der Saison in drei Kategorien. Ihr durftet und dürft hierbei entscheiden, welcher Spieler euch in der Saison 2020/21 am meisten überzeugt hat. Nachdem wir schon den wichtigsten Spieler der abgelaufenen Saison zur Wahl gestellt haben und ihr hier überraschend-unüberraschend Keeper “Giki” (und zwar mit großem Abstand!) vorne saht, folgte eine Woche später der Spieler mit der größten Weiterentwicklung. Hier wurde ganz knapp Reece Oxford gekürt .

Wir gratulieren den beiden Siegern in der jeweiligen Kategorie recht herzlich zum Titel!

Last but not least erfolgt dann heute die Wahl des Rookies der Saison. Zur Abstimmung stehen vier Newcomer im FCA-Dress. Wählt nun also im nachfolgenden den Spieler, der sich eurer Ansicht nach den Titel „Rookie der Saison“ am meisten verdient hat. Ein Rookie ist per Definition ein (unerfahrener) Neuling in einem Sportteam. Ihr entscheidet zwischen den aufgelisteten vier Akteuren, wer sich mit diesem schmucken Titel künftig rühmen darf.

Robert Gumny

Der 23jährige polnische Nationalspieler wechselte im vergangenen September für rund 2 Mio. Euro Ablöse von Lech Posen zum FCA und unterschrieb einen langfristigen Vertrag bis 2025. Wurde er zu Beginn als Backup für das verletzungsanfällige Augsburger Eigengewächs Raphael Framberger geholt, entwickelte er sich im Laufe der Saison zum Stammspieler.

Während er zuerst aufgrund der teilweise langwierigen Verletzungen von Iago und Pedersen als Linksverteidiger aushalf, startete er nach Rückkehr von Pedersen als Stamm-Rechtsverteidiger durch und kam in seiner „Rookie-Saison“ auf satte 24 Einsätze, in welchen ihm ein Tor und eine Vorlage gelang. Er sah in der zurückliegenden Saison vier gelbe Karten und lieferte in der vergangenen Spielzeit den viertschnellsten Sprint aller FCA-Spieler: In der Partie gegen den VfB Stuttgart verzeichnete er seinen Top Speed der Saison mit 33,74 km/h.

Robert Gumny zählt zu den schnellsten FCA-Profis und hat in seiner Premierensaison in Augsburg schon ordentlich für Furore gesorgt. (Foto via Imago)

Tim Civeja

Der 19jährige Tim Civeja gilt als großer Augsburger Hoffnungsträger. Das FCA-Eigengewächs ist überwiegend im zentralen Mittelfeld zuhause und wusste die vergangenen Jahre im FCA-Nachwuchs zu überzeugen. Hier galt und gilt er (zurecht) auch als Rohdiamant, dem man dem Sprung in den Profikader durchaus zutraut. Seit geraumer Zeit trainiert der talentierte gebürtige Dachauer schon hauptsächlich mit den Profis mit. In der zurückliegenden Saison kam Civeja – nach seinem Debüt am 16.01.2021 gegen Werder Bremen – zu drei Kurzeinsätzen, in denen er 31 Spielminuten sammelte. Der Youngster hatte übrigens gar nicht mit seinem Profidebüt gerechnet:

„Ich habe von der Bank plötzlich meinen Namen gehört (…) Ich konnte es erst gar nicht glauben und habe noch einmal nachgefragt.“

Tim Civeja auf der FCA Website

Dass die Spielanteile nur so gering ausfielen, lag sicherlich auch an einer hartnäckigen Schambein-Verletzung, die ihn die komplette Rückrunde über plagte. Wenn Civeja spielte, wusste er in der Bundesliga durchaus zu überzeugen. Wir hoffen alle, dass Tim in der kommenden Saison verletzungsfrei bleibt und die Sommer-Vorbereitung nutzen kann, um sich weiterzuentwickeln. Denn er ist definitiv ein heißer Kandidat für die (mittel- bis langfristige) Nachfolge des scheidenden Rani Khedira im defensiven Mittelfeld des FCA.  

Tim Civeja hat definitiv großes Potenzial, das er hin und wieder schon andeuten konnte im Augsburger Dress. The best is yet to come! (Foto: Matthias Koch via Imago)

László Bénes

Einer, der nur eine Rückrunde beim FCA bis dato verbracht hat, ist László Bénes. Der 23jährige slowakische Nationalspieler, der derzeit für sein Heimatland die Europameisterschaft bestreitet, wurde für ein halbes Jahr von Borussia Mönchengladbach ausgeliehen. In der vergangenen Rückrunde bestritt der Mittelfeldspieler 12 Partien, es gelangen ihm hierbei ein Tor und zwei Assists. Zudem sah er drei gelbe Karten. Mit einem Kicker-Notendurchschnitt von 4,17 und einem verlorenen Stammplatz, den er zu Beginn der Rückrunde noch inne hatte, kann er aber nicht ganz zufrieden gewesen sein. Im Interview mit seinem Stammclub Borussia Mönchengladbach sagte er zuletzt auf die Frage, wie es ihm beim FCA erging, folgendes:

“Es war eine sehr positive Zeit für mich. Mein Ziel war, so viele Einsätze wie möglich zu bekommen und das habe ich geschafft. Ich habe zwölf Bundesligaspiele absolviert, davon die meisten von Beginn an, das war im Hinblick auf die Europameisterschaft sehr wichtig für mich. Das war auch einer der Gründe, wieso ich mich im vergangenen Winter zu diesem Schritt entschieden hatte.”

Bénes im Interview vom 10.06.21

Bénes wird in der Kategorie „Rookie“ geführt, da er bisher kaum in der Bundesliga zum Zuge kam und nur rund 50 Bundesligapartien auf dem Buckel hat. Zudem ist er mit seinen 23 Jahren noch vergleichsweise jung. Der FCA bemüht sich übrigens, wenn man aktuellen Medienberichten Glauben schenken darf, derzeit weiterhin intensiv um den zentralen Mittelfeldspieler. Bis dato ist jedoch noch keine Einigung erzielt und Bénes kehrt zum Trainingsauftakt erstmal wieder nach Gladbach zurück.

Bénes ist ein Spieler, der in einer einzigen Halbserie schon Eindruck schinden konnte beim FCA. Werden wir ihn wohl wiedersehen in der Fuggerstadt in der kommenden Saison? (Foto: Christian Kolbert / kolbert-press via Imago)

Lukas Petkov

Unser letzter Newcomer ist erfreulicherweise wieder ein Eigengewächs, das in der zurückliegenden Spielzeit sein Profidebüt feiern durfte. Der 20jährige offensive Mittelfeldspieler Lukas Petkov spielt seit 2008 für den FCA Nachwuchs, zuletzt bestritt er für die Regionalliga-Mannschaft des FCA 23 Saisonspiele und erzielte hier 9 Scorerpunkte (5 Tore, 4 Assists).

Der gebürtige Friedberger wurde am letzten Spieltag gegen den Rekordmeister in der Allianz Arena in den Schlussminuten eingewechselt und kam so zu seinem Profidebüt. Zuletzt wurde bekannt, dass Petkov – um weitere Erfahrungen im Profifußball zu sammeln – für eine Saison an den Drittligisten SC Verl verliehen wird. Vorher unterschrieb der Youngster aber noch einen Profivertrag, der ihn bis 2024 an den FCA bindet:

“Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass ich in München die Möglichkeit bekommen habe, mein Debüt in der Bundesliga zu geben. Es ist mein großes Ziel, viele weitere Bundesliga-Spiele für den FCA zu machen. Über die Leihe nach Verl bekomme ich bereits in der kommenden Saison die Chance, regelmäßig im Profibereich auf dem Spielfeld zu stehen, weshalb ich mich freue, dass dieser Wechsel geklappt hat.”

Lukas Petkov in der FCA Pressemitteilung vom 01.06.2021

Lukas Petkov unterschrieb zuletzt seinen ersten Profivertrag beim FCA. Nun spielt er in der kommenden Spielzeit in Liga drei – beim SC Verl. Wir haben ihn weiterhin im Blick. (Foto: Via Imago)

Doppelter Frankenberger

Der 34jährige Alexander Frankenberger wird ab kommender Saison nur noch U19-Trainer sein und seine Doppelfunktion beim FCA-Nachwuchs aufgeben. Zugleich wurde der Vertrag des seit 2015 beim FCA tätigen Fußballlehrers verlängert. Neben der Trainertätigkeit war der Münchener zuletzt noch Chef der Nachwuchsabteilung. Diese Stelle soll gemäß des FCA (vorerst) nicht nachbesetzt werden.

“Ich hatte zuletzt zwei spannende Aufgaben, die jede für sich alleine sehr zeitintensiv ist und höchste Verantwortung für die Ausbildung unserer Talente trägt.”

Alexander Frankenberger – Zitat des Kicker vom 04.06.2021

Abstimmung

So, nun liegt der Ball sprichwörtlich bei euch! Innerhalb der nächsten Woche könnt ihr darüber entscheiden, welcher der genannten Spieler zum “Rookie der Saison” gekürt wird. Alexander Frankenberger steht allerdings nicht zur Wahl! Bitte stimmt nachfolgend für euren Favoriten ab:

Wer war der beste Rookie der Saison 2020/21

  • Robert Gumny (84%, 41 Votes)
  • Tim Civeja (14%, 7 Votes)
  • László Bénes (2%, 1 Votes)
  • Lukas Petkov (0%, 0 Votes)

Total Voters: 49

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“Newsticker”

Kaum ist Sommerpause – und die EM ist bald in vollem Gange – und es tut sich was auf dem Transfermarkt. So mischt auch der FCA diesertags gewaltig mit. Unter die vereinsseitig kommunizierten und offiziellen Bekanntmachungen mischen sich jedensfalls auch einige Gerüchte. Wir ordnen diese nachfolgend für euch ein:

Offizielle Bekanntmachungen

Offensivspieler Lasse Günther wurde zuletzt vom FC Bayern München ablösefrei verpflichtet – und wir durften in ihn einem kurzen Porträt bereits vorstellen. Diese Kurzvorstellung – mit einer Erklärung, warum Lasse der nächste Arjen Robben werden könnte – findet ihr hier. Der 18jährige Günther verstärkt den FCA jedenfalls ab Sommer auf den offensiven Außenbahnen und war wohl – Gerüchten zufolge – heiß begehrt auf dem Transfermarkt. Der FCA hat das Rennen, wie man so hört, unter anderem auch wegen der Nähe zu seinem Elternhaus gemacht, die im Münchner Umland leben. Die Schlagdistanz nach Augsburg war auch schon beim Wechsel von Flo Niederlechner ein gewaltiges Argument.

Einen Profivertrag unterschrieb vor wenigen Tagen der letzte Augsburger Bundesliga-Debütant Lukas Petkov. Der 20jährige Mittelfeldspieler durfte im letzten Saisonspiel gegen den Meister aus München seine ersten Profiminuten sammeln. Mit der Bekanntmachung des ersten Profivertrags für Petkov wurde auch die direkte Leihe an alte Bekannte öffentlich kommuniziert: Lukas wird die kommende Saison in der dritten Liga kicken – beim ostwestfälischen Club SC Verl. Der FCA hat keine guten Erinnerungen an den damaligen Regionalligisten, gegen den man in der ersten Runde des DFB-Pokals am 10.08.2019 ausschied. Die Augsburger Offiziellen erhoffen sich natürlich Spielzeit für den talentierten Offensivspieler aus den eigenen Reihen.

Lukas Petkov durfte noch gegen die Bayern sein Debüt feiern und kickt nächste Saison in Verl (Foto via Imago)

Leihspieler

An den Lech zurückerwartet werden die vier Leihrückkehrer Felix Götze, Kevin Danso, Jozo Stanic sowie Maurice Malone. Während Götze, Stanic und Malone erfolgreich in der dritten Liga Spielminuten sammeln konnten, war Eigengewächs Kevin Danso unumstrittener Stammspieler beim etablierten Zweitligisten Fortuna Düsseldorf. Es wird sich hier noch zeigen, wer eine Rolle spielen wird beim FCA in der kommenden Saison. Maurice Malones erste Drittligasaison haben wir zuletzt einmal näher für euch beleuchtet, dies findet ihr hier. Bei Stanic erscheint eine weitere Leihe nach Zwickau möglich, auch bei Götze ist ein Verbleib beim FCK noch nicht vom Tisch. Da das Arbeitspapier des jüngsten Götze-Bruders 2022 beim FCA endet, müsste dieser erst verlängert werden, um ihn erneut zu verleihen. Laut Augsburger Allgemeine will sich Trainer Weinzierl erstmal von allen Leihrückkehrern selbst ein Bild machen, um dann um deren weiteren Verbleib final zu entscheiden.

Fest eingeplant in der FCA-Defensive hingegen dürfte der “Neuzugang” Frederik Winther sein: Der Däne wurde in den letzten Zügen der Sommertransferphase 2020 verpflichtet, jedoch umgehend an seinen Heimatclub Lyngby BK verliehen. Mit diesem Verein ist er in die zweite dänische Liga zuletzt abgestiegen. Der mittlerweile 20jährige wird die Konkurrenzsituation nun in der Innenverteidigung beim FCA verschärfen. Winther haben wir am vergangenen Freitag hier in einem Kurzporträt vorgestellt. Mit Mads Pedersen spielt ein dänischer Landsmann in der Fuggerstadt.

Konkretere Gerüchte

Gerüchte um Abgänge und Zugänge gibt es derzeit en masse – und auch der FCA befindet sich hier mittendrin, statt nur dabei. Ein permanentes Objekt der Begierde stellt Jungspund Marco Richter da. Hatte Gladbach die letzten beiden Transferphasen schon angeklopft, so versuchen sie es diesertags offensichtlich erneut. Ein Tausch mit dem bisherigen Leihspieler László Bénes steht hier im Raum. Der FCA ist scheinbar bemüht, den offensiven Mittelfeldspieler in Augsburg zu halten, obwohl er nicht so ganz überzeugen konnte in seiner ersten Leihsaison.

Mit Marco Richter würde der FCA hingegen sein Aushängeschild für den eigenen Nachwuchs verlieren. Auch er scheint aber nicht mehr unverkäuflich, wie zuletzt noch im letzten Herbst unter Heiko Herrlichs Regiment. Bei Bénes und auch bei Richter wird es sich wohl noch nicht kurzfristig entscheiden, denn Bénes spielt mit der Slowakei noch das anstehende internationale Turnier (EM) und Richter könnte noch für die deutsche Olympia-Auswahl nominiert werden. Augsburg-Coach Weinzierl über Bénes zuletzt: „Ein sehr interessanter Spieler mit einem starken linken Fuß, guten Standards und vor allem einem guten Charakter.“

Ein weiteres Gerücht hält sich diesertags hartnäckig: Der FCA soll am Clubberer Fabian Nürnberger interessiert sein. Der Spieler mit diesem markanten Namen spielt derzeit als Stammspieler im defensiven Mittelfeld beim Club aus Nürnberg. Neben dem FCA soll auch der SC Freiburg ein Auge auf den 21jährigen geworfen haben. Möglicherweise kann er den scheidenden Rani Khedira in der kommenden Saison ersetzen. Der kicker berichtet von einer möglichen Ablöse von rund zwei Mio. Euro, da der Vetrag von Nürnberger in Nürnberg noch bis 2023 läuft. Laut Ligainsider ist der gebürtige Hamburger ein durchaus polyvalenter Spieler: “Der 21-Jährige ist flexibel einsetzbar, kann sowohl im Zentrum als auch links auf der Außenbahn spielen. Für den Zweitligisten absolvierte er in der abgelaufenen Saison insgesamt 29 Ligaspiele (drei Tore, eine Vorlage).”

Loses Interesse

In den letzten Wochen gab es so einige lose Gerüchte, wie zum Beispiel den torgefährlichen Stürmer Nikolai Baden Frederiksen (21), der derzeit von Juventus Turin an den österreichischen Club WSG Tirol ausgeliehen ist. Für diese erzielte er in der abgelaufenen Saison 18 Treffer und vier Assists in 31 Spielen. (Quelle: Transfermarkt). Auf diesen Spieler sind aber – aufgrund der Torquote nicht ganz unverständlicher Weise – einige Vereine (international) aufmerksam geworden, sodass die Konkurrenz da ist und der Preis nicht so gering ausfallen könnte. Sein Vertrag bei Juve läuft noch bis 2023.

Auch der 21jährige Schwede Jens Cajuste wurde zuletzt mit dem FCA in Verbindung gebracht: Als defensiver Mittelfeldspieler scheint er ein möglicher Khedira-Erbe zu sein. Aktuell spielt er in seinem Heimatland bei dem renommierten Club FC Midtjylland. Sein Marktwert liegt bei rund 5 Mio. Euro. (Quelle: Transfermarkt). Doch der FCA ist auch hier nicht der einzige Interessent. Mit Gladbach, Monaco und Lille hat man hierbei durchaus namhafte Konkurrenz.

Ist Jens Cajuste der Khedira-Nachfolger? Für keine andere Position kursieren so viele Namen (Foto: Gonzales Photo/Dejan Obretkovic via Imago)

Ein weiterer Name in der Gerüchteküche ist Filip Ugrinic. Ein Schweizer, der wie Ruben Vargas früher beim FC Luzern kickt. Dort spielte der 22jährige zentrale Mittelfeldspieler eine klasse Saison, erzielte elf Scorerpunkte (5 Tore, 6 Assists) in 33 Spielen. (Quelle: Transfermarkt). Und er ist nicht der einzige Schweizer, der mit dem FCA in Verbindung gebracht wird. Bei Charles Pickel, der derzeit bei Grenoble unter Vertrag steht, scheint das Gerücht aber schon ein wenig erkaltet zu sein. Der 24jährige defensive Mittelfeldspieler kickt nämlich “nur” in der zweiten französischen Liga. Neben dem FCA sollen Köln, Bielefeld und Bordeaux Interesse haben.

Ob der FCA weiterhin ein konkretes Interesse am vereinslosen Ex-Glasgower Jozo Simunovic hat, ist hingegen unbekannt. Medienberichten zufolge hatten sowohl der FCA als auch der VfB Stuttgart in der letzten Transferperiode im Winter Interesse am 26jährigen Verteidiger. Der Kroate weist noch einen Marktwert von 1,50 Mio. Euro auf. (Quelle: Transfermarkt).

Sonstige News

Florian Niederlechner bekundete hingegen zuletzt seine Bereitschaft und sein Interessen, weiter für den FCA zu kicken – auch über 2021 hinaus. 2022 endet das Arbeitspapier des 30 Jahre alten Stürmers. “Ich fühle mich hier sehr wohl, das weiß jeder. Es wird sicher Gespräche geben, ich bin da sehr positiv. Ich habe in zwei Saisons 32 Scorerpunkte gesammelt und hoffe, dass wir die Zusammenarbeit fortsetzen können”, so zitiert ihn t-online zuletzt aus einem Sport Bild Interview von vergangener Woche.

Felix Uduokhai gab vor einigen Tagen der Plattform Transfermarkt ein Interview: Er berichtete von seinem positiven Heilungsverlauf nach OP, den Olympia-Ambitionen sowie einem möglichen Wechsel in der Sommerpause. Während der Heilungsverlauf sich derzeit wirklich positiv gestaltet, “Die Heilung ist super verlaufen, ich bin sogar deutlich weiter als der Zeitplan”, schielt der 23jährige mit einem Auge auf eine Olympia Teilnahme. Kontakt zu DFB-Coach Stefan Kuntz gab es offenbar schon diesbzüglich:

“Ich denke, die Chancen stehen gut. Ich bin absolut positiv gestimmt und habe auch wahnsinnig Bock auf dieses Turnier und Erlebnis. Man hat vermutlich nur einmal die Chance, Olympia als Spieler wahrzunehmen. Ich bin voll motiviert und gebe Gas, damit ich dabei sein kann. (…) Stefan hat sich vor der OP gemeldet und bei mir nachgefragt, was passiert ist und wie die Lage ist. Wir sind da also voll im Austausch. Ich bin selbstbewusst genug zu sagen, dass ich an Olympia teilnehmen und dort auf dem Platz stehen werde.”

Felix Uduokhai im Transfermarkt-Interview (Quelle: Transfermarkt)

Auf die Frage, ob er diesen Sommer den nächsten (logischen) Schritt bei einem anderen Club fernab des Lechs machen möchte, entgegnete Felix Uduokhai relativ offen:

“Ob das in diesem Sommer der Fall sein wird, weiß ich nicht. Das kann ich nicht beantworten. Da kommen einige Punkte zusammen, die man nicht direkt beeinflussen kann. Grundsätzlich habe ich aber meine Träume und Ziele als Spieler. Ich will eines Tages auf höchstem Niveau international spielen und mich mit den Besten messen. Wann genau der Zeitpunkt dafür sein wird, steht noch in den Sternen. Aber natürlich ist das mein Wunsch.”

Felix Uduokhai im Transfermarkt-Interview (Quelle: Transfermarkt)

EM-Schaufenster und Olympia-Bühne

Wir werden sehen, ob der FCA für den Spieler Uduokhai so etwas wie eine finanzielle Schmerzgrenze hat und ob interessierte Clubs, wie zuletzt in etwa der BVB, bereits sind, in Corona-Zeiten so viel Geld hinzulegen. Reuter hatte sich in den letzten Jahren hier auch den Ruf erarbeitet, bei Ablöseforderungen relativ stur und ein harter Verhandlungspartner zu sein. Wenn “Udu” die mögliche Olympia-Teilnahme als Chance nimmt, sich ins Rampenlicht zu spielen, ist hier nichts unmöglich.

Auch Flügelflitzer Ruben Vargas könnte mit der Schweizer Auswahl die Chance nutzen, sich via EM ins Rampenlicht zu spielen. Er steht Medienberichten zufolge beim FC Sevilla auf dem Zettel und wird vom spanischen Erstligisten beobachtet. Weitere Details zu diesem Interesse gibt es nicht.

Ausblick

Nicht zum FCA wechseln wird vermutlich indes Bayern-Campusleiter Jochen Sauer. Der 48jährige Leiter der Nachwuchsabteilung war zuletzt Wechselgerüchte nachgesagt und hierbei in einem Atemzug mit dem Interesse des FCA genannt worden. Transfermarkt schätzt dies jedoch wie folgt ein: “Ein Wechsel Sauers innerhalb der Bundesliga ist nach TM-Infos zum aktuellen Zeitpunkt eher unwahrscheinlich.” FCA und Sauer standen der Augsburger Allgemeine zufolge in losem Austausch. Gegenüber Magenta Sports soll Sauer jedoch zuletzt gesagt haben, dass er beim FCB verbleibe. (Quelle: Augsburger Allgemeine)

Weitere konkrete Informationen zu Zu- oder Abgängen liegen derzeit nicht vor, doch die Bundesligasaison ist erst seit wenigen Tagen vorbei, der Ligaverbleib erst seit wenigen Wochen gesichert und die internationalen Turniere stehen vor der Tür. All diese Faktoren – und zusätzlich natürlich die Corona-Pandemie – machen den Transfermarkt derzeit noch etwas unübersichtlich und schwer durchschaubar. Letztes Jahr hatte der FCA relativ früh seine Verpflichtungen getätigt (v.a. Giki, Cali und Strobl) und nochmals Ende der Transferperiode zugeschlagen. Mit Neu-Coach Weinzierl und dem in Augsburg verbleibenden Maurer (Vertrag wurde zuletzt bis 2022 verlängert) müssen die handelnden Personen einzelne Spieler erstmal einschätzen und kennenlernen, wie zum Beispiel verliehene Akteure. Dass der ein oder andere Spieler ggf. bei passender Summe gehen könnte, liegt jedoch wohl auf der Hand. Auch Zugänge werden noch benötigt, um bspw. den Abgang von Rani Khedira adäquat zu kompensieren.

Es bleibt spannend und es werden wohl noch so einige Namen auf dem Radar erscheinen, die wir dann natürlich für euch ausfindig machen und einordnen werden. Bis dahin, gut Kick und einen schönen (Transfer-)Sommer. Eine wirklich aufregende Zeit.

Winther is coming

“Winther is coming” – so titelte der FC Augsburg vergangenen Herbst auf Twitter. In Anspielung auf die gehypte Serie “Game of Thrones” kündigte der Verein am 05.10.2020 den dänischen Neuzugang Frederik Winther an. Warum man ebenjenen Spieler dann noch nicht in der Fuggerstadt sichten konnte? Dies lag daran, dass er direkt nach Vertragsunterschrift in Augsburg für die laufende Saison an seinen Heimatclub Lyngby BK verliehen wurde. Wer ist also dieser ominöse Winther und was darf man vom Neuzugang erwarten? Eine kurze Zusammenfassung und natürlich: Velkommen, Frederik!

Wer ist Frederik Winther?

Frederik Winther ist ein 20jähriger Innenverteidiger aus Gentofte, Dänemark. Am 05.10.2020 wurde der dänische U20-Nationalspieler vom FC Augsburg für fünf Jahre verpflichtet, aber umgehend wieder an seinen Heimatclub aus Lyngby verliehen. Der Kicker berichtet von einer Ablösesumme von rund einer Mio. Euro. Die sofortige Leihe zu seinem Heimatverein sollte dem jungen Defensivakteur wohl primär Spielzeit gewähren, die ihm in Augsburg in der vergangenen Saison nicht gewährleistet werden konnte. Die Verpflichtung des jungen Dänen wurde hierbei ganz stilecht (in Anlehnung an die erfolgreiche Serie Game of Thrones) auf Twitter bekannt gegeben:

Frederik Winther selbst sagte im Herbst 2020 jedenfalls zu seinem Wechsel: „Es macht mich stolz, dass der FC Augsburg mir die Chance geben wird, mich in der Bundesliga zu beweisen. Ich sehe den FCA langfristig als den Verein an, bei dem ich mich optimal entwickeln kann. Doch nun werde ich das kommende Jahr in Lyngby nutzen, um mich weiterzuentwickeln und im kommenden Jahr die sportliche Herausforderung in der Bundesliga anzutreten.” In der dänischen ersten Liga – Superligaen – stand Winther im Laufe der Saison 20/21 ganze 16 Mal im Kader von Lyngby BK, 8 Mal davon in der Startelf, vier Mal wurde er eingewechselt, vier Mal stand er gar nicht erst im Kader. Ein Tor oder ein Asssist gelangen ihm hierbei nicht. Ein Grund dafür könnte auch sein, dass Winther im letzten November zeitweilen in Quarantäne war – aufgrund einer Corona-Erkrankung.

In der anschließenden Abstiegsrunde – dies entspricht sozusagen den Playoff-Spielen um den Verbleib in der ersten Liga – kam der Augsburger Neuzugang nur in fünf Spielen zum Einsatz. Hier bevorzugt in der Innenverteidigung. Ein Spiel bestritt er als linker Verteidiger. In den restlichen fünf Ligaspielen stand er allerdings nicht im Kader. Über alle Wettbewerbe hinweg sammelte er drei gelbe Karten. Es gelang ihm am letzten Spieltag sogar ein Treffer. Ein Ehrentreffer, möchte man sagen, denn leider konnte Lyngby zum Saisonende die Klasse nicht halten. Als Tabellenelfter steigen sie zur kommenden Saison daher in die dänische 1. Division, einer Art zweite Liga in Dänemark, ab. Frederik Winther wird dies voraussichtlich nicht mehr vor Ort miterleben.

Was kann der FCA von ihm erwarten?

Denn nun wird der 1,86 Meter große Abwehrspieler zum 01.07.21 in Augsburg erwartet und soll sich dort der geballten Konkurrenz in der Defensive stellen. FCA-Geschäftsführer Stefan Reuter freute sich jedenfalls schon im vergangenen Oktober über das neue Gesicht beim FCA:

„Wir freuen uns, dass sich Frederik Winther trotz zahlreicher Interessenten für den FCA entschieden hat. Wir sind überzeugt, dass diese Konstellation mit einem weiteren Jahr in seinem vertrauten Umfeld eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten sein wird. Ab dem kommenden Sommer freuen wir uns dann auf einen sehr talentierten jungen Spieler, der das Zeug hat, sich beim FCA in der Bundesliga durchzusetzen.”

Stefan Reuter, Geschäftsführer Sport des FCA, zum Transfer (Quelle: Website des FCA)

Winther selbst ist national wie international (noch) ein relativ unbekannter Name. Eine Randnotiz an dieser Stelle, dass die beiden RB-Clubs Leipzig und Salzburg an ihm dran gewesen sein sollen im Sommer 2019. Und dass Winther mit 18 Jahren bereits in der dänischen ersten Liga Stammspieler war. In Augsburg trifft er hierbei auf seinen Landsmann Mads Pedersen, der bei derselben Fußball-Berateragentur unter Vertrag steht. Allerdings bleibt zu hoffen, dass Winther nicht ähnliche Anlaufschwierigkeiten wie seinen neuen Teamkollegen plagen werden. Denn dann sieht es mit einem Kaderplatz bei den Profis erstmal nicht so rosig aus.

Es wird jedenfalls nicht leicht für den jungen Dänen, soviel bleibt festzuhalten. In Augsburg warten zur neuen Saison aller Voraussicht nach der dann hoffentlich wieder genesene Felix Uduokhai, Kapitän Jeff Gouweleeuw und die beiden anderen Leih-Rückkehrer Kevin Danso sowie Jozo Stanic, die sich in der zweiten bzw. dritten Liga in Deutschland sehr gut gemacht haben. Danso und Stanic stehen vor einer Rückkehr zum FCA nach ihren Leihen. Dies wurde medial bereits vor einigen Tagen bekannt. Ob sie am Lech jedoch verbleiben, oder weiter verliehen / verkauft werden, ist derzeit (noch) offen. Reece Oxford sieht der FCA angeblich selbst eher im defensiven Mittelfeld, obwohl er zuletzt mehrfach in der Innenverteidigung brillierte. Auch er kann in der Innenverteidigung nachweislich spielen.

Frederik selbst kommt mit deutlich weniger Selbstbewusstsein als seine Konkurrenten in ein für ihn neues Land, mit einer neu zu erlernenden Sprache und komplett neuen (Vereins-)Strukturen. Bleibt wohl abzuwarten, wie schnell sich der 20jährige in der Fuggerstadt akklimatisieren kann. Mads Pedersen könnte ihm dabei (menschlich) sicherlich behilflich sein.

Frederik Winther soll uns in der kommenden Saison in der Innenverteidigung verstärken – mal sehen, ob er sich direkt etablieren kann im neuen Club, in der neuen Liga, im neuen Land. Wir drücken die Daumen. (Foto: Rene Schütze via Imago)

Auf bald, Frederik Winther!

Sportlich kommt es in erster Linie auf den neuen-alten Übungsleiter Markus Weinzierl an. Neben Uduokhai, der wie wir alle hoffen, in Augsburg verbleibt, ist Winther der einzige Linksfuß unter den Innenverteidigern bislang im Kader. Alle anderen oben bereits genannten Konkurrenten sind gelernte “Rechtsfüßler”. Und natürlich kommt es neben dem Gusto des Trainers auch auf die Trainingseindrücke an. Da fängt jeder Neuzugang bei null an. Auch Kevin Danso und Jozo Stanic kennt Weinzierl noch nicht oder maximal vom sehen, da diese in seiner ersten Amtszeit in der U17 und U19 des FCA gekickt haben. Einer der drei Leihrückkehrer wird vermutlich die Ersatzrolle vom scheidenden Marek Suchy einnehmen, die anderen beiden kämpfen um einen weiteren Kaderplatz, sollte den FCA keiner aus dem Trio Uduokhai – Gouweleeuw – Oxford verlassen. Oder sich gar schwer verletzen (toi toi toi, dass dies nicht passiert!).

Winther selbst hat übrigens bis dato noch keine Sommerpause: Denn am Samstag (5.6.) trifft er mit der U20-Nationalmannschaft Dänemarks auf die U20 Irlands in einem Freundschaftsspiel. Anpfiff der Partie ist um 18 Uhr. Am 08.06. treffen die “Jungdänen” dann auf die U20-Nachwuchsmannschaft Argentiniens. Erst dann darf Frederik vermutlich kurz “Urlaub machen”, bevor er den Umzug nach Augsburg organisieren muss. Wir sind auf jeden Fall sehr gespannt auf unseren neuen Verteidiger. Winther ist neben Lasse Günther, den wir zuletzt am Feiertag vorstellen durften, und dem in Liga 3 so erfolgreichen Maurice Malone, auch ihn haben wir zuletzt näher betrachtet, der dritte vielversprechende Neuzugang, den wir euch präsentieren durften. Civeja, Petkov und Stanic sind definitiv weitere Kandidaten für ein Spielerporträt.

Bis dahin, gut Kick und einen schönen EM-Sommer! Die RoGaz macht übrigens keine Sommerpause, um euch natürlich weiterhin auf dem Laufenden zu halten. Ehrensache! Und Frederik Winther wünschen wir an dieser Stelle schon mal viel Erfolg beim baldigen Akklimatisieren in der schönsten Stadt der Welt.