Die Elf des Jahrzehnts – Torhüter

Zehn Jahre Oberhaus voll mit den unterschiedlichsten Erinnerungen liegen hinter uns. Gerade eben haben wir mit der Wahl des Rookies der Saison, den Rückblick auf die zehnte Bundesligasaison des FCA abgeschlossen, und können Robert Gumny zu dieser Ehre gratulieren.

Ab jetzt wollen wir uns in der Sommerpause etwas Zeit nehmen und im Gesamten auf die “Decima”, die ersten zehn zusammenhängenden Jahre in der Bundesliga zurückblicken. Was haben wir mit unseren Jungs gelitten oder uns mit ihnen gefreut, wenn sie uns wieder mal das eine oder andere Erfolgserlebnis geschenkt haben? Wie groß war die Freude, als wir am Ende der Saison 2014/15 den Einzug in die Europa League feiern durften? All diese Emotionen haben wir uns zum Anlass genommen, um zum Jubiläum gemeinsam mit euch die „Elf des Jahrzehnts“ zu wählen. In den kommenden Wochen werden wir euch nach und nach auf jeder Position mehrere Kandidaten vorstellen, die es unserer Meinung nach verdient hätten, in die Top-Elf zu kommen. Als System haben wir hierbei ein 4-2-3-1 gewählt, da dieses bei unserem FC Augsburg am meisten praktiziert wurde. Heute möchten wir euch unsere Auswahl der Top-Torhüter präsentieren.

Simon Jentzsch

Wer kennt ihn nicht, den 1,96 m großen Hühnen, der von 2009 bis 2013 bei uns zwischen den Pfosten stand? Meines Erachtens hat Simon Jentzsch einen maßgeblichen Anteil daran, dass wir in Augsburg das Aufstiegswunder erleben durften, denn seine Leistungen waren durch die Bank weg sehr gut. Er war für das Team immer ein sehr großer Rückhalt und führte die Mannschaft auch als Kapitän auf den Platz.

Der Hüne von Augsburg (Foto: DeFodi via imago)

Insgesamt machte der gebürtige Düsseldorfer für unseren FCA 111 Spiele – 33 davon in der ersten Bundesliga. Gerade in unserer ersten Saison im Oberhaus war Jentzsch als Nummer 1 gesetzt. In 28 Partien bekam er hierbei 41 Gegentore, was einen Schnitt von 1,46 Gegentoren pro Partie ergibt. Das ist im Vergleich zu manch anderen Torhütern ein sehr guter Wert. Sämtliche Leistungen unserer Torhüter haben wir uns in unserer Transferserie ja schon einmal genauer angesehen. 7 Mal hielt Jentzsch seinen Kasten sogar komplett sauber und trug auch damit dazu bei, dass wir am 33. Spieltag der Saison 2011/12 nach einem 0:0 gegen den Tabellenvierten Borussia Mönchengladbach über den sicheren Klassenerhalt jubeln durften.

In der Saison 2012/13 durfte er nur noch 5 Mal für Rot-Grün-Weiß auflaufen. Dies ist aber auch einer Fingerverletzung geschuldet, die ihn ab September 2012 immer wieder quälte. Das war auch mit ein Grund, warum er seine aktive Karriere nach insgesamt 514 Spielen beendete.

Alexander Manninger

Die Vita des gebürtigen Österreichers ist wirklich beeindruckend. Internationale Topkaräter wie der FC Arsenal, Juventus Turin und der AC Florenz reihen sich dort wie eine Kette aneinander. Und auch für uns war Manninger ein solcher Schatz, als man den damals 35-Jährigen im November 2012 verpflichtete. Die Kritiker schimpften natürlich sofort ob des doch schon fortgeschrittenen Alters, aber Alex belehrte sie alle eines Besseren.

Nicht umsonst wurde Manninger gerne als „The Wall“ bezeichnet. Auch bei uns waren seine Leistungen sehr gut. In insgesamt 38 Partien stand der gebürtige Österreicher bei uns im Tor. Dabei kassierte er 59 Gegentore, was somit einen Durchschnitt von 1,55 Toren pro Spiel bedeutet. Was Alex zu einer FCA-Legende macht, ist sein gehaltener Elfmeter gegen Greuther Fürth im Jahr 2013. Das beflügelte die Mannschaft so sehr, dass wir den Absteiger mit 3:1 besiegten und somit die Klasse zum zweiten Mal in Folge halten konnten.

Manninger – The Wall (Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=QNqXWMngbpE)

Mit der Verpflichtung von Marwin Hitz bekam Manninger zwar nur noch wenige Einsatzzeiten, dennoch zeigte er immer Verständnis und vor allem auch Leistung, wenn er dann doch einmal ran musste. Im Juli 2016 lockte ihn jedoch eine neue Herausforderung in Form eines Angebots des FC Liverpool in die Premier League. Doch aufgrund seiner Paraden und Präsenz auf dem Platz wird Alexander Manninger für mich persönlich immer einer der besten Torhüter bleiben, die bei unserem FC Augsburg zwischen den Pfosten standen.

Marwin Hitz

Zu Beginn der Saison 2013/14 konnte Sportdirektor Stefan Reuter Marwin Hitz ablösefrei vom VfL Wolfsburg zu uns nach Augsburg locken. Für die Wölfe durfte er in 5 Jahren Einsatzzeit lediglich 19 Spiele machen.

Bei unserem FCA arbeitete er sich nach und nach zum Stammtorhüter nach oben. Bestritt er in der Saison 2013/14 noch 19 Liga- und eine Pokalpartie, war er in den Spielzeiten 15/16, 16/17 und 17/18 gar nicht mehr aus unserem Tor wegzudenken. Insgesamt stand Marwin Hitz 157 Mal für die Fuggerstädter im Kasten: 141 Mal in der Bundesliga, 8 Mal im DFB-Pokal und 8 Mal in der Europa League.

Wenn ich an Marwin Hitz denke, dann kommt mir sofort in den Sinn, was für ein unglaublicher Teamplayer er war und wie gut er mit seiner Hintermannschaft zusammenarbeitete. Gefühlt gab es da niemals großartige Unsicherheiten, was auch die Anzahl der Gegentore zeigt. In allen Begegnungen kommt der gebürtige Schweizer auf 212 Gegentore, was einen Schnitt von 1,35 Toren pro Spiel bedeutet. Ganze 47 Mal blieb sein Kasten dabei sogar komplett sauber. Auf 4 Jahre gerechnet, heißt das, dass er in durchschnittlich 11,75 Spielen pro Saison kein Tor kassierte. Das sind 34,6 Prozent einer Bundesligasaison.

Was uns Augsburgern wohl immer in Erinnerung bleiben wird, ist nicht nur der geschundene Elfmeterpunkt des 1. FC Köln sondern auch Marwins legendäres Tor gegen Bayer Leverkusen im Februar 2015. Sein Ausgleichstreffer zum 2:2 wurde damals im Übrigen auch zum Tor des Monats gewählt.

Auch ein Torhüter kann treffen (Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=XUPPy1ZGuzA)

Nach 4 Jahren hieß es allerdings leider „Adieu Marwin“, denn Hitz verlängerte seinen auslaufenden Vertrag nicht und ging stattdessen zu Ligakonkurrent Borussia Dortmund.

Andreas Luthe

Der nächste Kandidat, den das Team der RoGaz ausgewählt hat, ist Andreas Luthe. Ich kann nur für mich selbst sprechen, doch ich persönlich mochte ihn immer sehr gerne und hätte mir für ihn gewünscht, dass er sich bei uns zu Hitz’ Nachfolger mausern kann. Doch es sollte leider nicht sein und das, obwohl Luthe mit seiner fast schon ruhigen Art im Tor immer sehr sicher und souverän wirkte.

Am 01.07.2016 kam der in Velbert geborene Luthe vom VfL Bochum in unser schönes Schwabenländle, wo er erst mal nur als Nummer 2 hinter Stammtorhüter Markwin Hitz fungierte. Mit dessen Abgang dachten eigentlich viele, dass nun Luthes Zeit bei uns gekommen sei, der vorher in 4 Bundesligapartien bereits sein Können unter Beweis stellte.

Leider begann dann bei unserem FC Augsburg das „Torhüterkarusell“. Immer schien Andi derjenige zu sein, der das Nachsehen hatte. Erst setzte man ihm in der Saison 2018/19 Fabian Giefer vor die Nase, den man aber nach nur 4 Spielen aussortierte. Luthe spielte die Vorrunde ordentlich zu Ende, doch dann lieh man Gregor Kobel von der TSG Hoffenheim aus. Und wieder musste der Westfale zurück auf die Bank. Im Sommer kam mit Tomasz Koubek ein weiterer Torhüter zu unserem FCA. Andreas Luthe war wieder mal nur der Ersatzmann, der aber nach dem 25. Spieltag übernahm und uns somit zum Klassenerhalt 2019/20 verhalf.

Auch von uns gibt’s ein “Daumen hoch” für Andi (Foto: Bernd Feil via imago)

Dabei sehen Luthes Werte wirklich sehr ordentlich aus. In 31 Partien, in denen er zwischen den Pfosten stand, kassierte er 42 Gegentore. Mit einem Durchschnitt von 1,36 Gegentoren pro Spiel liegt er somit nur ganz knapp hinter Marwin Hitz. In 7 Spielen bekam er sogar gar keinen Gegentreffer. Vergleicht man das beispielsweise mal mit den Werten von Koubek (2,12) oder Kobel (2,44) dann kann man sich schon fragen, warum Andreas Luthe nicht mehr Vertrauen der Verantwortlichen bekam.

Am 03.08.2020 wurde am Ende bekannt, dass Andreas Luthe um die Auflösung seines bis 2022 datierten Vertrags gebeten habe, nachdem man erneut nicht auf ihn setzte. Der FCA gewährte ihm diese Bitte und ließ ihn somit ablösefrei zu Union Berlin ziehen, wo er nun endlich Stammtorhüter sein darf.

Rafal Gikiewicz

Die Stimmen in den sozialen Netzwerken waren teilweise ganz schön kritisch, als man am 29.06.2020 bekannt gab, dass man mit Rafal Gikiewicz von Union Berlin nun schon die zweite Saison in Folge einen neuen Torhüter verpflichtete. Viele Fans hätten gerne Andreas Luthe bei uns im Tor gesehen und das, obwohl Gikiewicz bei den Eisernen zwei tolle Spielzeiten hingelegt hatte. Ihm hatten es der Club aus der Hauptstadt nämlich auch zu verdanken, dass sie das erste Mal in der Vereinsgeschichte ins Oberhaus einziehen durften.

Recht schnell jedoch strafte der gebürtige Pole all seine Kritiker Lügen, denn bei uns mutierte Gikie von Beginn an zum wichtigsten Spieler. In jeder einzelnen Partie zeigte unser „Beton“ volle Leistung und Einsatzkraft. Ich bin eindeutig davon überzeugt, dass es ohne Rafal noch viel knapper geworden wäre, als es am Ende ohnehin wurde. Nicht umsonst habt ihr ihn zu unserem „wichtigsten Spieler der Saison 2020/21“ gewählt.

Was ich an unserer Nummer eins sehr schätze, sind seine Emotionen und seine Ehrlichkeit. Er sagt, wenn ihm etwas nicht passt, führt seine Hintermannschaft aus vollem Halse und gibt auch mal sehr denkwürdige Interviews.

In allen Partien dieser Saison, fehlte unsere Mauer nicht eine einzige Minute. Er bestritt alle 34 Ligaspiele und beide Pokalpartien über die vollen 90 Minuten. Hierbei spielte Gikie 8 Mal zu Null und bekam alles in allem 57 Gegentore. Doch ohne seine Präsenz und seine motivierenden Art hätte es bestimmt schlechter für uns ausgesehen. Laut bundesliga.de ist unser Torhüter außerdem erneut auf Platz 2 von allen betrachteten Keepern in dieser Spielzeit. Insgesamt 132 Torschüsse konnte der Pole halten. Und auch beim Kicker bekommt er nach Manuel Neuer und Stefan Ortega die drittbeste Durchschnittsnote (2,85).

“An mir kommst du nicht vorbei” – Gikie, der Beton (Foto: Martin Hangen via imago)

Wir von der Rosenau Gazette sind uns daher einig, dass die Verantwortlichen alles dafür tun sollten, um den 2022 auslaufenden Vertrag mit unserem Torhüter schon in diesem Jahr vorab zu verlängern. Ich denke, ich spreche für viele, wenn ich sage, dass man Gikie unbedingt noch über mehrere Jahre bei uns im schönen Augsburg zwischen den Pfosten sehen möchte.

Abstimmung

Und nun seid ihr gefragt. Welcher der oben genannten Torhüter war für euch der Beste und hat daher einen Platz in unserer „Elf des Jahrzehnts“ verdient? Ich persönlich könnte mich nicht so leicht entscheiden, daher sind wir schon sehr gespannt auf das Ergebnis.

Wer war der Torhüter des Jahrzehnts

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Welcher Spieler war 20/21 der „Rookie“ der Saison?

Auch nach dieser turbulenten Spielzeit kürt das Team der Rosenau Gazette die Spieler der Saison in drei Kategorien. Ihr durftet und dürft hierbei entscheiden, welcher Spieler euch in der Saison 2020/21 am meisten überzeugt hat. Nachdem wir schon den wichtigsten Spieler der abgelaufenen Saison zur Wahl gestellt haben und ihr hier überraschend-unüberraschend Keeper “Giki” (und zwar mit großem Abstand!) vorne saht, folgte eine Woche später der Spieler mit der größten Weiterentwicklung. Hier wurde ganz knapp Reece Oxford gekürt .

Wir gratulieren den beiden Siegern in der jeweiligen Kategorie recht herzlich zum Titel!

Last but not least erfolgt dann heute die Wahl des Rookies der Saison. Zur Abstimmung stehen vier Newcomer im FCA-Dress. Wählt nun also im nachfolgenden den Spieler, der sich eurer Ansicht nach den Titel „Rookie der Saison“ am meisten verdient hat. Ein Rookie ist per Definition ein (unerfahrener) Neuling in einem Sportteam. Ihr entscheidet zwischen den aufgelisteten vier Akteuren, wer sich mit diesem schmucken Titel künftig rühmen darf.

Robert Gumny

Der 23jährige polnische Nationalspieler wechselte im vergangenen September für rund 2 Mio. Euro Ablöse von Lech Posen zum FCA und unterschrieb einen langfristigen Vertrag bis 2025. Wurde er zu Beginn als Backup für das verletzungsanfällige Augsburger Eigengewächs Raphael Framberger geholt, entwickelte er sich im Laufe der Saison zum Stammspieler.

Während er zuerst aufgrund der teilweise langwierigen Verletzungen von Iago und Pedersen als Linksverteidiger aushalf, startete er nach Rückkehr von Pedersen als Stamm-Rechtsverteidiger durch und kam in seiner „Rookie-Saison“ auf satte 24 Einsätze, in welchen ihm ein Tor und eine Vorlage gelang. Er sah in der zurückliegenden Saison vier gelbe Karten und lieferte in der vergangenen Spielzeit den viertschnellsten Sprint aller FCA-Spieler: In der Partie gegen den VfB Stuttgart verzeichnete er seinen Top Speed der Saison mit 33,74 km/h.

Robert Gumny zählt zu den schnellsten FCA-Profis und hat in seiner Premierensaison in Augsburg schon ordentlich für Furore gesorgt. (Foto via Imago)

Tim Civeja

Der 19jährige Tim Civeja gilt als großer Augsburger Hoffnungsträger. Das FCA-Eigengewächs ist überwiegend im zentralen Mittelfeld zuhause und wusste die vergangenen Jahre im FCA-Nachwuchs zu überzeugen. Hier galt und gilt er (zurecht) auch als Rohdiamant, dem man dem Sprung in den Profikader durchaus zutraut. Seit geraumer Zeit trainiert der talentierte gebürtige Dachauer schon hauptsächlich mit den Profis mit. In der zurückliegenden Saison kam Civeja – nach seinem Debüt am 16.01.2021 gegen Werder Bremen – zu drei Kurzeinsätzen, in denen er 31 Spielminuten sammelte. Der Youngster hatte übrigens gar nicht mit seinem Profidebüt gerechnet:

„Ich habe von der Bank plötzlich meinen Namen gehört (…) Ich konnte es erst gar nicht glauben und habe noch einmal nachgefragt.“

Tim Civeja auf der FCA Website

Dass die Spielanteile nur so gering ausfielen, lag sicherlich auch an einer hartnäckigen Schambein-Verletzung, die ihn die komplette Rückrunde über plagte. Wenn Civeja spielte, wusste er in der Bundesliga durchaus zu überzeugen. Wir hoffen alle, dass Tim in der kommenden Saison verletzungsfrei bleibt und die Sommer-Vorbereitung nutzen kann, um sich weiterzuentwickeln. Denn er ist definitiv ein heißer Kandidat für die (mittel- bis langfristige) Nachfolge des scheidenden Rani Khedira im defensiven Mittelfeld des FCA.  

Tim Civeja hat definitiv großes Potenzial, das er hin und wieder schon andeuten konnte im Augsburger Dress. The best is yet to come! (Foto: Matthias Koch via Imago)

László Bénes

Einer, der nur eine Rückrunde beim FCA bis dato verbracht hat, ist László Bénes. Der 23jährige slowakische Nationalspieler, der derzeit für sein Heimatland die Europameisterschaft bestreitet, wurde für ein halbes Jahr von Borussia Mönchengladbach ausgeliehen. In der vergangenen Rückrunde bestritt der Mittelfeldspieler 12 Partien, es gelangen ihm hierbei ein Tor und zwei Assists. Zudem sah er drei gelbe Karten. Mit einem Kicker-Notendurchschnitt von 4,17 und einem verlorenen Stammplatz, den er zu Beginn der Rückrunde noch inne hatte, kann er aber nicht ganz zufrieden gewesen sein. Im Interview mit seinem Stammclub Borussia Mönchengladbach sagte er zuletzt auf die Frage, wie es ihm beim FCA erging, folgendes:

“Es war eine sehr positive Zeit für mich. Mein Ziel war, so viele Einsätze wie möglich zu bekommen und das habe ich geschafft. Ich habe zwölf Bundesligaspiele absolviert, davon die meisten von Beginn an, das war im Hinblick auf die Europameisterschaft sehr wichtig für mich. Das war auch einer der Gründe, wieso ich mich im vergangenen Winter zu diesem Schritt entschieden hatte.”

Bénes im Interview vom 10.06.21

Bénes wird in der Kategorie „Rookie“ geführt, da er bisher kaum in der Bundesliga zum Zuge kam und nur rund 50 Bundesligapartien auf dem Buckel hat. Zudem ist er mit seinen 23 Jahren noch vergleichsweise jung. Der FCA bemüht sich übrigens, wenn man aktuellen Medienberichten Glauben schenken darf, derzeit weiterhin intensiv um den zentralen Mittelfeldspieler. Bis dato ist jedoch noch keine Einigung erzielt und Bénes kehrt zum Trainingsauftakt erstmal wieder nach Gladbach zurück.

Bénes ist ein Spieler, der in einer einzigen Halbserie schon Eindruck schinden konnte beim FCA. Werden wir ihn wohl wiedersehen in der Fuggerstadt in der kommenden Saison? (Foto: Christian Kolbert / kolbert-press via Imago)

Lukas Petkov

Unser letzter Newcomer ist erfreulicherweise wieder ein Eigengewächs, das in der zurückliegenden Spielzeit sein Profidebüt feiern durfte. Der 20jährige offensive Mittelfeldspieler Lukas Petkov spielt seit 2008 für den FCA Nachwuchs, zuletzt bestritt er für die Regionalliga-Mannschaft des FCA 23 Saisonspiele und erzielte hier 9 Scorerpunkte (5 Tore, 4 Assists).

Der gebürtige Friedberger wurde am letzten Spieltag gegen den Rekordmeister in der Allianz Arena in den Schlussminuten eingewechselt und kam so zu seinem Profidebüt. Zuletzt wurde bekannt, dass Petkov – um weitere Erfahrungen im Profifußball zu sammeln – für eine Saison an den Drittligisten SC Verl verliehen wird. Vorher unterschrieb der Youngster aber noch einen Profivertrag, der ihn bis 2024 an den FCA bindet:

“Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass ich in München die Möglichkeit bekommen habe, mein Debüt in der Bundesliga zu geben. Es ist mein großes Ziel, viele weitere Bundesliga-Spiele für den FCA zu machen. Über die Leihe nach Verl bekomme ich bereits in der kommenden Saison die Chance, regelmäßig im Profibereich auf dem Spielfeld zu stehen, weshalb ich mich freue, dass dieser Wechsel geklappt hat.”

Lukas Petkov in der FCA Pressemitteilung vom 01.06.2021

Lukas Petkov unterschrieb zuletzt seinen ersten Profivertrag beim FCA. Nun spielt er in der kommenden Spielzeit in Liga drei – beim SC Verl. Wir haben ihn weiterhin im Blick. (Foto: Via Imago)

Doppelter Frankenberger

Der 34jährige Alexander Frankenberger wird ab kommender Saison nur noch U19-Trainer sein und seine Doppelfunktion beim FCA-Nachwuchs aufgeben. Zugleich wurde der Vertrag des seit 2015 beim FCA tätigen Fußballlehrers verlängert. Neben der Trainertätigkeit war der Münchener zuletzt noch Chef der Nachwuchsabteilung. Diese Stelle soll gemäß des FCA (vorerst) nicht nachbesetzt werden.

“Ich hatte zuletzt zwei spannende Aufgaben, die jede für sich alleine sehr zeitintensiv ist und höchste Verantwortung für die Ausbildung unserer Talente trägt.”

Alexander Frankenberger – Zitat des Kicker vom 04.06.2021

Abstimmung

So, nun liegt der Ball sprichwörtlich bei euch! Innerhalb der nächsten Woche könnt ihr darüber entscheiden, welcher der genannten Spieler zum “Rookie der Saison” gekürt wird. Alexander Frankenberger steht allerdings nicht zur Wahl! Bitte stimmt nachfolgend für euren Favoriten ab:

Wer war der beste Rookie der Saison 2020/21

  • Robert Gumny (84%, 41 Votes)
  • Tim Civeja (14%, 7 Votes)
  • László Bénes (2%, 1 Votes)
  • Lukas Petkov (0%, 0 Votes)

Total Voters: 49

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Visionen

Dies ist der dritte und letzte Teil einer Beitragsreihe, über die Entwicklung des FCA abseits des Platzes und die Wünsche und Visionen, die der Autor hiermit aus persönlicher Sicht verbindet. Im ersten Teil wurde gezeigt, wie die organisierte Fanszene den Verein in 2020 überflügelte. Im zweiten Teil wurde die These aufgestellt, dass der FCA 2021 zum coolsten Club der Republik werden könnte. Im nun nachfolgenden Beitrag wird gezeigt, was ein Fußballclub aus dieser Stellung heraus bewirken könnte.

Der coolste Club der Republik. Und zwar nicht nur durch die rosaroten Gläser der Brille der FCA Fans selbst. Sondern als unisono Feststellung aller Fußballfans des Landes. Vorbild oder “Role Model” wie man heute so schön sagt. Aber nicht zum Selbstzweck, sondern immer mit der Vision etwas zu bewirken. Die Stadt und unsere Gesellschaft zu verbessern. Einen Beitrag zu leisten. Wenn wir dann wirklich am Gipfel sind, als coolster Club des Landes, dann geht es erst richtig los. Wer jetzt schon denk, was will der denn schon wieder, der sollte hier besser aufhören zu lesen. Jetzt kommen nämlich die Visionen. Dabei geht es um lose Ideen, die als Gedankenanstoß dienen sollen. Perfekt und vollkommen ausgegoren ist dabei noch nichts. Wenn sich ein paar fähige Leute an Konzepte setzen würden, dann könnte darauf vielleicht aufgebaut werden. Los geht’s.

Infrastruktur für Obdachlose

Gerade in diesen Zeiten ist es besonders hart für Obdachlose. Die Gesellschaft ist hauptsächlich mit der Corona-Pandemie beschäftigt, derweil der Wohnungsmarkt nicht besser geworden ist und sich die soziale Situation von vielen nur noch verschlimmert hat. Derweil steht auf dem Lechfeld ein Stadion, dessen Waschbecken und Toiletten schon lange nicht mehr genutzt wurden im Zuschauerbereich und es gibt doch viele windgeschützte und überdachte Bereiche, die mit Abstand genutzt werden könnten. Dazu hat es das Fanzelt und die Gaststätte, die man als Kantine verwenden könnte. Der coolste Club des Landes sollte sich für die Obdachlosen der Region etwas einfallen lassen. Programme à la “Kick Off für Menschen in Not” zusammen mit Beratungseinrichtungen und sozialer Betreuung, um diesen Menschen die Chance zu geben, sich eine Perspektive zu schaffen.

Platz ist da in der leeren Arena. Den könnte man doch auch sinnvoll nutzen. (Foto: PICTURE POINT / Roger Petzsche / Pool via Imago)

Achtsamer Umgang mit Ressourcen

Fußballclubs tragen ihren Teil zur Wegwerfgesellschaft bei. Wer wissen will, wie das ausschaut, muss nur nach einem Spieltag mal an der Arena vorbeifahren und den Wust der Einmalplastikbecher begutachten. Ätzend. Dazu kommt, dass es jedes Jahr neue Trikots gibt, neue Fanartikelkollektionen und es für den Verein scheinbar vorteilhaft ist, wenn immer mehr und mehr gekauft wird. Dabei werden gerade Textilien oft unter schwierigen Bedingungen produziert, die keine Rücksicht auf Menschen oder Umwelt nehmen. Hier gelte es als coolster Club des Landes auszubrechen. Warum jedes Jahr immer eine komplett neue Trikotkollektion? Immerhin wurde das dritte Trikot schon wiederverwendet. Ein neues Trikot pro Saison würde doch schon reichen. Dafür etwas besonderes und lokal produziert. Mit manomama gibt es in Augsburg schön länger ein Unternehmen, dass die Tradition der Textilstadt aufrecht erhält. Arbeitsplätze schafft. Da muss doch was möglich sein?

Den Fußball zurück in die Stadt bringen

Bolzplätze braucht die Welt. Orte, an denen sich Kinder und Jugendliche auspowern können. Diese Orte verschwinden immer mehr und weichen teuren Neubauwohnungen. Platz ist rar und steht sicher nicht für zusätzliche Flächen für Fußballplätze zur Verfügung, auch wenn immer dichter besiedelt wird. Ich wünsche mir vom coolsten Club der Welt eine Bolzplatzinitiative. Eine Zusammenarbeit der Stadt und Initiativen/Vereinen um in Augsburg und Umland mindestens 20 neue Orte zu schaffen, an denen Kids kicken können. Frei und ohne Mitglied in einem Verein zu sein.

So schön, wie diese Statue ist. Kinder auf einem Fußballfeld in der Stadt spielen zu sehen, wird sie nie in den Schatten stellen können. Auch weil es für Helmut Haller – wie für viele andere – so anfing. (Foto via Imago)

Fußball ist ein global verbindendes Element, gerade auch in Zeiten der EM. Er ist dabei allerdings nie neutral oder reiner Selbstzweck. Und schon lange kann es nicht mehr nur um “höher, schneller, weiter” gehen. Die UBT hat in letzter Zeit oft vorgemacht, wie es geht. Es wird Zeit für den FCA zu erkennen, dass in einer klaren Haltung und groß gedachten Aktionen eine riesige Chance liegt. Identifikationspotential für viele Menschen, die im Moment nur viele Marketingaktionen und die Bestandswahrung des Kommerzes sehen. Und dabei vom Verhalten der großen Fußballverbände abgeschreckt werden. Wenn der FCA mehr Verantwortung übernehmen würde, wären auch die Menschen wieder mehr für den Verein da. Nicht nur am Samstag.

Der Markus und die Jugend

Dieser Text erschien zuerst in der Kolumne „Einwurf aus der Rosenau Gazette“ bei presse-augsburg.de.

Offensichtliche Erleichterung. Auch darüber, in der letzten Woche nicht wie der FC aus Köln in der Relegation zittern zu müssen. Nach einer sehr desillusionierenden Saison unter Heiko Herrlich Hoffnung zu haben, dass sich etwas verbessert. Etwas ist vor allem das Sportliche. Mit Markus Weinzierl ist der Trainer zurück, unter dem der FC Augsburg am konstantesten guten Fußball zeigen konnte. Weinzierl kennt das Augsburger Umfeld und die beteiligten Akteure. Aber auch unter Weinzierl war nicht alles Gold, was glänzte.

Unpopuläre Entscheidungen werden bleiben

Gerade im letzten Sommer haben wir auch darüber gesprochen, wie manche Entscheidungen in Bezug auf verdiente Spieler wie Daniel Baier, auch zu Kritik geführt hatten. Dies wird sich auch in Zukunft nicht ändern. Beispielhaft möchte ich an eine der schlimmsten Personalentscheidungen aus der ersten Weinzierl-Amtszeit erinnern. Der Spieler, der heute nur noch als “die Wampe von Giesing” bekannt ist, hatte noch am letzten Spieltag gegen Gladbach getroffen und den FCA endgültig nach Europa befördert. In einer Zeit als der Titel “der Augsburger Neuer-Killer” keine Übertreibung war, fand sich in der Folgespielzeit noch nicht mal mehr ein Platz im Kader (!) für die Europa League. Das Ende der Zeit von Sascha Mölders beim FCA war eingeläutet und die Entscheidung hat mich damals ähnlich getroffen, wie die Vorgänge im letzten Sommer.

(Sascha: Es braucht farblich Motive, die man als Augsburg Fan auch tragen kann. Dein Umsatz würde sich schlagartig verbessern. Details können wir gerne bei einem Kaltgetränk diskutieren).

Was kann die Jugend mittlerweile

Der Umgang mit Sascha Mölders war umso verwunderlicher, weil Markus Weinzierl immer sehr gut mit erfahrenen Spielern konnte. Dies war grundsätzlich während seiner ersten Amtszeit nie ein Kritikpunkt. Der lag damals eher in der Integration von Jugendspielern aus dem eigenen Nachwuchs. Weinzierl hatte das damals – anders als seine Nachfolger später – am Entwicklungsstand der Jugendspieler festgemacht. Während Weinzierl noch feststellte, dass die Spieler (u.a. Raphael Framberger und Ioannis Gelios) mindestens 2-3 Schritte von der Bundesligamannschaft weg wären, während seine Nachfolger Dirk Schuster und Manuel Baum die gleichen Spieler recht schnell ins Bundesligawasser warfen.

Maurice Malone kommt mit viel Rückenwind von seiner Leihe zurück (Foto via Imago)

Ein Vorteil für Weinzierl wird sein, dass die Arbeit des Nachwuchsleistungszentrums in der Zwischenzeit weiter professionalisiert wurde. Der FC Augsburg ist auch nach Ansicht von Experten im Umfeld anderer Vereine auf dem Weg in der Region hinter dem FC Bayern die Nummer 2 im Jugendbereich zu werden. Spieler wie Kevin Danso spielen Stamm in der zweiten Liga. Jozo Stanic und Maurice Malone sammeln schon viel Erfahrung in der dritten Liga. Insgesamt lässt sich so schnell feststellen, dass der Nachwuchsbereich und die Jungprofis weiter sind, als noch während Weinzierls erster Amtszeit.

Es braucht die Überzeugung

Das gilt zumindest in der Breite. In der Spitze hatte der FC Augsburg schon unter Weinzierl Talente, die weit genug für die Bundesliga waren. Zu nennen ist hier zuallererst Erik Thommy. Thommy wurde einige Mal verliehen, um Spielpraxis zu sammeln und durfte dann in Augsburg in die Bundesligamannschaft reinschnuppern. Seine Perspektive sah er dann trotzdem nicht mehr hier sondern beim VfB Stuttgart. Seine Leistungen waren dann durchaus durch Formschwankungen geprägt, wobei Erik Thommy fit und in Form einer der aufregenderen Offensivspieler in der Liga ist.

Erik Thommy fehlte am Ende die Überzeugung an eine Entwicklung in Augsburg. Zuletzt gewann er mit dem VfB gegen seinen alten Verein (Foto via Imago)

Der fehlende Glaube an die Perspektive in Augsburg hat dabei aus meiner Sicht zwei Komponenten. Einerseits wurde mit Christoph Janker jemand installiert, der als Bindeglied zwischen Jugend- und Profibereich fungiert und den Kontakt auch zu Leihspielern hält. Hier hat man aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Andererseits braucht es dennoch einen Trainer, der hier die nötige Überzeugung und das Vertrauen vermittelt, die Geduld für Jugendspieler mitzubringen. Dies hat Weinzierl bisher nicht unter Beweis gestellt.

Episode oder langfristige Lösung?

Dies führt am Ende dazu, dass sich bei Markus Weinzierl die Frage stellt, ob er mit Blick auf die langfristige Vision des FC Augsburg der richtige Trainer ist. Klaus Hofmann hatte betont, wie wichtig es ihm ist, dass sich in der Zukunft eine Reihe von Augsburger Eigengewächsen in der Startelf des FCA wiederfindet. Der Nachwuchsbereich ist soweit auf einem guten Weg, um immer wieder Kandidaten hervorzubringen. Nun braucht es einen Trainer, der an die Jungs glaubt und ihnen bei diesem Schritt hilft.

Derweil es natürlich ein verdammtes Luxusproblem ist, sich hierüber vor der elften Saison in der Bundesliga Gedanken zu machen. Michael Ströll hatte unlängst kommuniziert, dass aus wirtschaftlichen Gründen kein Spieler verkauft werden müsse (und Felix Uduokhai somit bei einem Abgang mindestens 20 Mio. EUR kosten sollte). Dazu traut wohl das gesamte Umfeld Weinzierl zu, den FCA sportlich wieder hinzubekommen. Der Fußballromantiker in mir träumt nun davon, dass wir mit Markus Weinzierl unseren Christian Streich gefunden haben. Und da wird einer der entscheidenden Punkte bei der Integration der Jugendspieler liegen. Es bleibt zu hoffen, dass Markus an den richtigen Stellen während seiner freien Zeit hospitiert hat. Ich deute das Petkov-Debüt am letzten Spieltag zumindest schon mal so.

Welcher Spieler hat sich 2020/21 am meisten weiterentwickelt?

Auch in diesem Jahr kürt das Team der Rosenau Gazette die Spieler der Saison. Ihr dürft dabei wählen, welcher Spieler euch dabei am meisten überzeugt hat. In der nächste Woche steht die Wahl des Newcomers des Jahres an. Doch heute geht es um die Wahl der Spieler, die sich eurer Meinung nach im Vergleich zur Vorsaison am meisten verbessert haben. Die Auswahl jener Spieler ist uns auch in diesem Jahr nicht leicht gefallen, denn gefühlt hat das ganze Team abgebaut. Dennoch haben sich einige Jungs tatsächlich gemacht und fünf von ihnen möchten wir euch heute vorstellen. Hier sind die Spieler, die sich in unseren Augen am meisten weiterentwickelt haben.

Reece Oxford

Der junge Engländer, der in der Saison 2018/19 zuerst per Leihe und 2019/20 schließlich ganz zu uns wechselte, hatte keinen leichten Start bei unserem FCA. Gerne wird er in den sozialen Netzwerken zum “Opfer” gemacht und angefeindet, wenn er einen Fehler gemacht hat. Dabei vergessen viele seiner Kritiker gerne, dass Oxford noch recht jung ist und noch mitten in seiner Entwicklungsphase steckt.

Und genau in dieser hat er in der kürzlich abgelaufenen Spielzeit einen gewaltigen Sprung gemacht. Stand Reece in der Saison 2019/20 nur zwei Mal in der Startelf, schaffte er es in diesem Jahr ganze 14 Mal. Zudem durfte er während der Sperr- bzw. Verletzungsunterbrechungen die beiden Stammkräfte Felix Uduokhai und Jeffrey Gouweleeuw vertreten und machte dieses mehr als nur ordentlich. Natürlich hat er sich auch den einen oder anderen Patzer geleistet. Doch seien wir mal ehrlich: Fehler sind menschlich und gehören zum Leben dazu. Sie sorgen dafür, dass ein Spieler daraus lernt und bringen ihn in seiner Entwicklung weiter.

Da läuft der glatt mal dem Alaba den Ball ab… (Foto: Martin Hangen via Imago)

Auch Oxfords Werte und Quoten haben sich allesamt verbessert. Seine Passquote beispielsweise ist von 65,6 Prozent auf 82,1 Prozent gestiegen. Ganze 5,41 Bälle konnte er während einer Partie durchschnittlich klären, was eine Steigerung von über 3 Bällen pro Spiel ausmacht. Das klingt jetzt nicht nach viel, doch Oxford liegt hierbei auf Rang 3 von allen betrachteten Spielern laut Ligainsider. Doch das kann er noch besser. Im Blocken macht ihm nämlich kein einziger Gegner etwas vor. Hier liegt Reece nämlich auf Platz 1 mit im Durchschnitt 1,57 geblockten Bällen pro Spiel. Im Vorjahr holte übrigens auch ein Augsburger diese Art der Krone und diesen sehen wir uns jetzt genauer an, denn auch er hat es in unsere Auswahl geschafft.

Felix Uduokhai

In der letzten Saison war Felix vom VfL Wolfsburg an uns ausgeliehen, doch schnell war den Verantwortlichen klar, dass man den Innenverteidiger unbedingt halten müsse. Gesagt – getan. Stolze 7 Millionen Euro Ablösesumme zahlte der FCA für Udo und dieser ließ uns nicht eine Sekunde lang an ihm zweifeln.

Auch in dieser Spielperiode legte Felix noch einmal ordentlich zu. In sämtlichen Partien, die er in dieser Saison für uns bestritt – 31 an der Zahl – stand der gebürtige Annaberg-Buchholzer in der Startelf. Das sind ganze zehn Mal mehr als noch letztes Jahr. Dass Felix in der Abwehr eine absolute Bank ist, darüber lässt sich wohl kaum streiten. Nicht nur, dass er hervorragend im Zweikampf ist (Rang 11 laut Ligainsider), sondern auch im Bereich Tackling und Ballklärungen liegt er in den Top 10 (jeweils Platz 6). Außerdem ist Udo sehr kopfballstark, wie das wichtige Tor gegen Borussia Dortmund am 2. Spieltag beweist, denn damit leitete er unseren Heimsieg gegen die Schwarz-Gelben ein.

Sein – und unser – Highlight dürfte aber die Berufung in die Nationalmannschaft gewesen sein. Er durfte zwar sein Debüt im A-Team leider noch nicht feiern, doch wir sind uns sicher, dass das früher oder später kommen wird. Wir alle können nur hoffen, dass er uns auch in der nächsten Spielzeit noch erhalten bleibt, denn Felix gehört definitiv zu unseren wichtigsten Spielern.

Bärenstarke Leistung über die ganze Saison hinweg (Foto via Imago)

André Hahn

Zu diesen zählt aber auch unser Topscorer André Hahn. Wohl kaum einer hätte damit gerechnet, dass er nach der doch recht schwachen Saison 2019/20 derart einschlagen und an seine erste Verpflichtungszeit bei uns anknüpfen würde. Gerade einmal sechszehn Einsätze hatte er in der Vorsaison zu verbuchen – neun davon von Beginn an. Das war aber auch einer Sehnenreizung geschuldet, die ihn von Mai bis Juni außer Gefecht setzte und aufgrund derer er fünf Spiele verpasste.

Trotzdem sah das in dieser Saison ganz anders aus. Trotz Coronavirusinfektion stand Hahn in 30 Partien über 2.090 Minuten auf dem Platz. Insgesamt sammelte er 17 Scorerpunkte, indem er 9 Tore schoss und 8 auflegte. Auch bei den Schüssen aufs Tor konnte André seinen Wert in etwa verdoppeln. Schoss er in der letzten Spielzeit noch durchschnittlich 0,59 Mal aufs Tor, so lag er in dieser Saison bei 1,22 Schüssen pro Partie.

Doppelt hält besser – Wir geben das Herz gerne zurück! (Foto: Christian Kolbert via Imago)

Mit 1.859 intensiven Läufen liegt Hahn vereinsintern auf Rang 2 hinter Daniel Caligiuri. “Der Hahn muss laufen” ist daher nicht nur so ein Spruch, sondern er tut es tatsächlich. Insgesamt waren es nämlich 279,2 km in dieser Saison. Mehr liefen bei uns nur Daniel Caligiuri, Jeffrey Gouweleeuw und Felix Uduokhai, die aber mehr Spiele als Hahn bestritten haben. Auch bei den Sprints (671) liegt André auf Platz 2.

Für uns war der gebürtige Otterndorfer einer der wichtigsten Spieler in der Augsburger Mannschaft und wie man sehen konnte, hat er sich im Vergleich zur Vorsaison prächtig entwickeln können. Das darf er gerne nächstes Jahr noch einmal machen.

Mads Pedersen

Diese Wahl mag einige unserer Leser vielleicht überraschen, doch wenn man die abgelaufene Saison mit der Spielzeit 2019/20 vergleicht, dann taucht der gebürtige Däne hier absolut zurecht auf.

Für unseren FCA stand der 24-Jährige in dieser Saison 15 Mal auf dem Platz. Ganze 9 Mal reichte es sogar für die Startelf, als er Iago in dessen Verletzungspause vertreten durfte. Das sind insgesamt ganze 12 Einsätze mehr als 2019/20. Dort durfte er gerade einmal 162 Spielminuten in drei Partien für Rot-Grün-Weiß auflaufen. Als man ihn am 30.01.2020 nach Zürich verlieh, hatte man große Hoffnung, dass er dort Praxis sammeln dürfte. Leider entpuppte sich das als absolute Fehlanzeige, denn Pedersen durfte nur zweimal für den FC Zürich ran.

Hätte man ihn geblitzt, wäre der Schein wohl weg gewesen! (Foto: Markus Fischer via Imago)

Wirft man einen Blick auf die Werte und Quoten, dann könnten diese im Vergleich zu einem Uduokhai zwar besser sein, aber verglichen mit der Vorsaison hat Mads eine starke Steigerung hingelegt. So konnte er im Bereich Zweikampf seine Quote von 30,8 auf 49,2 Prozent steigern. Und auch beim Tackling legte er von 25,0 Prozent auf 45,9 Prozent ordentlich zu.

Zudem ist Mads Pedersen mit Abstand unser schnellster Spieler. Beim Auswärtsspiel gegen Eintracht Frankfurt wurde er mit 34,63 km/h nicht nur der schnellste Läufer der Partie, sondern knackte damit auch die vereinsinterne Bestmarke der Saison.

Carlos Gruezo

Auch bei dem gebürtigen Ecuadorianer werden sich manche Leute fragen, wie wir gerade auf ihn kommen, denn wie auch schon Reece Oxford steht auch Gruezo gerne mal im Zentrum der Diskussionen. Doch alleine wenn man sich die Zahl seiner Einsätze anschaut, ist ein Auftauchen bei den am meisten weiterentwickelten Spielern durchaus gegeben.

Noch in der Vorsaison kam Carlos gerade einmal zu 12 Einsätzen. Die Konkurrenz um Rani Khedira und Kapitän Daniel Baier war einfach zu groß. Hinzu kam, dass der heute 26-Jährige aufgrund einer Sprunggelenksverletzung und dadurch entstandenem Trainingsrückstand ganze 138 Tage ausfiel und 15 Spiele verpasste. Doch in der gerade abgelaufenen Saison 2020/21 konnte er sich endlich durchbeißen. Von 36 möglichen Spielen bestritt er 30 über 2.161 Einsatzminuten. 24 Mal lief er sogar von Beginn an auf. Auch bei seiner Nationalmannschaft stand er 3 Mal auf dem Platz.

Nach schwerer Verletzung wieder ran gekämpft (Foto: Peter Schatz via Imago)

Auch seine Werte sind voll und ganz im Soll. Seine Passquote liegt durchschnittlich bei 79,5 Prozent und ist damit um 8,5 Prozent besser als die von Positionskonkurrent Rani Khedira. Mit 1,27 Balleroberungen pro Partie liegt er auf Rang 42 von 247 betrachteten Spielern. Auffallend ist auch, dass Carlos Gruezo mit 0,45 Ballverlusten pro Spiel doch einen sehr guten Wert aufweist. Hier teilt er sich vereinsintern Platz 2 mit Felix Uduokhai. Besser als die beiden ist nur unser Abwehr-Jeff mit einem Wert von 0,33.

Abstimmung

So, nun ist es an euch… Innerhalb der nächsten Woche könnt ihr darüber abstimmen, welcher der oben genannten Spieler in der gerade abgelaufenen Saison die größte Entwicklung an den Tag gelegt hat. Wir sind schon ganz gespannt auf das Ergebnis.

Welcher Spieler hat sich 2020/21 am meisten weiterentwickelt?

  • Reece Oxford (37%, 25 Votes)
  • Felix Uduokhai (36%, 24 Votes)
  • André Hahn (21%, 14 Votes)
  • Mads Pedersen (4%, 3 Votes)
  • Carlos Gruezo (1%, 1 Votes)

Total Voters: 67

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Welcher Spieler war 2020/21 am wertvollsten für den FC Augsburg?

Neues Jahr, neues Glück. Schon im letzten Jahr hatten wir an dieser Stelle geschrieben: “Die ungewöhnlichste Bundesligasaison der Geschichte ist passé und es ist Zeit, ein Fazit zu ziehen.” Dies gilt mal wieder. Wir starten an dieser Stelle mal wieder mit unseren Abstimmungen zum “Spieler der Saison”. Die ausgewählten Kategorien bleiben gleich, sodass wir den wertvollsten und meistverbesserten Spieler sowie den Newcomer der abgelaufenen Spielzeit küren wollen. Los geht es mit dem wertvollsten Spieler. Wichtig dabei ist, dass “wertvoll” nicht zwingend gleichzusetzen ist mit “bester”. Wir suchen den Spieler, der mit seiner Leistung auf seiner Position einen bedeutenden Anteil am Erfolg des FC Augsburg hatte. Infrage kommt jeder Profi, der in dieser Saison mindestens einmal für Rot-Grün-Weiß auf dem Platz stand. Nachfolgend – in alphabetischer Reihenfolge – die Spieler, die wir als Kandidaten identifiziert haben. Wir verneigen uns mit der Nominierung in dieser Kategorie vor:

Daniel Caliguiri

Irgendwie vergisst man den Saisonstart so schnell. Derweil hat der FCA am zweiten Spieltag gegen Dortmund gewonnen und ist für die eigenen Verhältnisse wirklich gut in die Spielzeit gestartet. Das konnte man in dieser frühen Phase der Saison vor allem an Daniel Caliguiri festmachen. Routiniert und mit positiver Ausstrahlung hat er direkt die Führung auf dem Platz übernommen und so zu vielen Punkten zu Saisonbeginn beigetragen. Gerade in der Rückrunde erwischte ihn dann ein Formloch. Mit seinem Elfmeter gegen die Bremer machte er den Deckel auf diese qualvolle Saison. Caliguiri fällt definitiv in die Kategorie wichtig.

Spitzname “Beton” – der hält auch Hochspannung bestens aus . Viel Liebe für die Saison von Rafal Gikiewicz (Foto via Imago)

Rafal Gikiewicz

Im Sommer von Union Berlin gekommen, löste “Beton” das Torwartproblem des FC Augsburg auf einen Schlag. Auf dieser Position herrschte nach dem Abgang von Marwin Hitz rege Betriebsamkeit. Damit ist es nun hoffentlich vorbei. Gikiewicz war in der abgelaufenen Saison Peak Performer. Objektiv. Dauergast in der Spieltagself der unterschiedlichen Medien, Torhüter in der WhoScored-Elf der Saison und mit mehr Saves als alle anderen Keeper in der Bundesliga. Die Leistung stimmte. Und wer eine Lektion über Mentalität und Fokus lernen will, der blickt “Beton” einmal im Spiel in die Augen. Der Autor hat sich zum ersten Mal in seinem Leben ein Torwarttrikot gekauft. Es ist Liebe!

André Hahn

Warum auch einfach, wenn es kompliziert geht? So und nicht anders ist wohl das Motto des André Hahn. Seine erste Zeit in Augsburg glich einem Wunder. Der Schritt nach Gladbach war nur konsequent. Zu gut die sportlichen Aussichten. Danach der Umweg über den HSV (warum, nur warum?) zurück nach Augsburg. Hahn wirkte “durch”. Der Tank schien “leer”. Sein Spiel erfordert Antrittsschnelligkeit. Es ist schnörkellos. Das war es nicht mehr. Vor der Saison habe ich Hahn schon abgeschrieben gehabt. Während der Saison habe ich meine Meinung korrigiert: Hahn ist eine geile Sau. Am Ende braucht es Tore, damit man nicht absteigt. 8 Tore und 5 Vorlagen sind der Topwert in der Augsburger Mannschaft in der abgelaufenen Saison gewesen. Und der Zuckerpass auf Florian Niederlechner im Spiel gegen die Bayern ein würdiger Abschluss einer sehr guten persönlichen Saison. Chapeau, André Hahn, Chapeau.

Das Herz geben wir direkt zurück. A lot of love für André Hahn. (Foto: Christian Kolbert/kolbert-press/Pool via Imago)

Rani Khedira

Auch Khedira fand sich letztes Jahr schon hier wieder. Er ging in die Saison mit auslaufendem Vertrag und hat sich in all seinen vier Jahren in Augsburg immer professionell verhalten und seinen Beitrag auf dem Platz gebracht. Diese Saison durfte er nicht immer ran. Wenn er ran durfte, dann hat er ruhig und besonnen seinen Job gemacht und sich immer reingehauen. Es ist ihm hoch anzurechnen, dass dies auch weiterhin galt, nachdem schon fest stand, dass er zu Union Berlin wechselt. Khediras Tor gegen den SV Werder ist vielleicht der wichtigste Treffer der Saison. Unter größtem Druck handlungsschnell zu agieren, der eigenen Mannschaft den Klassenerhalt zu bescheren und sich in größter Klasse zu verabschieden: Wir ziehen den Hut vor deiner Leistung in dieser Saison und den vier gemeinsamen Jahren in rot-grün-weiß, Rani Khedira. Du hast deine Spuren in unserem Geschichtsbuch hinterlassen.

Felix Uduokhai

Uduokhai landete schon im letzten Jahr hier. Zu groß ist sein sportliches Potential. Auch in Zeiten von Corona war es die absolut richtige Entscheidung im letzten Sommer die Kaufoption zu ziehen und Uduokhai fest an den FCA zu binden. Uduokhai war der beste Verteidiger des FCA in der abgelaufenen Saison. Ja, besser als Jeff Gouweleeuw, der wechselhafte Leistungen zeigte und mehr Patzer einstreute. Die sportliche Entwicklung lag im Bereich des möglichen. Sie ist trotzdem sehr schön. Dazu kommt, dass Uduokhai schon in seinen jungen Jahren Führungsverantwortung übernommen hat. Verwundet konnte man beobachten, dass er die Mannschaft in Abwesenheit von Jeff als Kapitän aufs Feld führen durfte. Gerade im Mannschaftsgefüge ist seine Bedeutung nicht mehr zu unterschätzen. Uduokhai war essentiell für den Klassenerhalt und durfte auf dieser Liste nicht fehlen.

Und los geht es mit der Abstimmung. Innerhalb der nächsten Woche könnt ihr euch entscheiden, wer der wichtigste Spieler der Saison war:

Wer war der wichtigste Spieler der Saison 2020/21?

  • Rafal Gikiewicz (88%, 70 Votes)
  • André Hahn (6%, 5 Votes)
  • Daniel Caliguiri (3%, 2 Votes)
  • Felix Uduokhai (3%, 2 Votes)
  • Rani Khedira (1%, 1 Votes)

Total Voters: 80

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Fanpower!

Täglich grüßt das Murmeltier… Oder anders ausgedrückt: Jede Saison das gleiche – unser FC Augsburg steckte bis kurz vor zwölf mitten im Abstiegskampf. Und das obwohl wir zwischenzeitlich den Abstand auf den Relegationsplatz auf komfortable 9 Punkte hatten ausbauen können. Doch Unruhe und Unsicherheit im Team, Differenzen mit dem ehemaligen Trainer und teilweise wirklich unterirdische Leistungen sorgten dafür, dass wir wieder mittendrin statt nur dabei waren. Alle Fans mussten wirklich Nerven wie Drahtseile haben. Sämtliche Anhänger unseres FCA wären so gerne im Stadion gewesen, um unsere Jungs anzufeuern und nach vorne zu brüllen.

Doch da das aufgrund der Coronapandemie immer noch nicht möglich ist, habe ich mir zusammen mit einigen anderen Fans etwas ausgedacht. Wir haben es sogar geschafft, einige Fanclubs – zum Beispiel die Moosdeifl und die Bella Augusta – mit ins Boot zu holen. So eine Fanaktion kann in der Mannschaft schon etwas auslösen, wie man bereits beim Spiel gegen Mainz sehen konnte, wie ihr hier bei der Rosenau Gazette nachlesen könnt.

Das große Zittern

Wenn uns die desolate erste Halbzeit gegen den 1. FC Köln eins gezeigt hat, dann dass wir Fans an allen Ecken und Enden fehlen. Die Trainersituation mal außer Acht gelassen. Blutleer, kraftlos, einer Arbeitsverweigerung gleich – das alles sind Ausdrücke, die mehr als einmal in den sozialen Netzwerken gefallen sind. Und leider muss ich ehrlicherweise zugeben, dass das auf diesen Auftritt zutrifft. Ich selbst saß in der Halbzeit fassungslos vor dem Fernseher und war den Tränen nahe. Das war nicht der FCA, den ich so sehr zu lieben gelernt habe. Und nicht nur mir ging es so, sondern dem kompletten Team unseres Blogs.

Dennoch bin ich mir sicher, dass wenn Fans im Stadion gewesen wären, wir in diesem sogenannten Sechs-Punkte-Spiel einen anderen Auftritt unserer Mannschaft gesehen hätten. Es ist nur eine Vermutung, aber der Support von der UBT und auch von sämtlichen Rängen hat unsere Jungs schon mehr als einmal beflügelt.

Doch leider ist diese Saison allgemein für unseren FC Augsburg nicht gerade einfach. In nur einem einzigen Spiel durften 6000 Anhänger die Mannschaft live im Stadion anfeuern. Natürlich ergeht es allen anderen Teams ebenso, doch gerade kleine Vereine wie Freiburg, Mainz oder eben auch unser FC Augsburg leben von ihren Anhängern. Deswegen ist es umso wichtiger, dass wir die Jungs so gut es geht unterstützen, auch wenn wir gerade leider nur begrenzte Möglichkeiten zur Verfügung haben. Aber genau diese gilt es zu nutzen, auch wenn es Arbeit, Geld, Kraft und Schweiß kostet. Ich kann nur für mich selbst sprechen, aber ich nehme das für meinen Herzensverein sehr gerne in Kauf.

Die Idee und das Ziel

Das Ziel einer solchen Aktion ist natürlich vollkommen klar: Man will die Jungs anfeuern, pushen und zeigen, dass man in jeder Situation hinter ihnen steht. Wir sind ihr zwölfter Mann auf dem Platz und mit den Herzen immer bei ihnen. Gerade in dieser schweren Phase der Saison, wo wir erneut um den Klassenerhalt kämpfen und zittern mussten, war es wichtiger denn je, dem Team zu zeigen, dass wir Fans sie nicht vergessen oder gar fallen gelassen haben. Sie sollten sehen, dass sie diesen Kampf nicht alleine führen müssen, sondern dass wir das ganze GEMEINSAM durchstehen. Man gewinnt zusammen und man verliert zusammen. Auch wenn das einige Kritiker anders sehen, wenn man den Posts in den sozialen Netzwerken Glauben schenken darf.

Zurück zu unseren Projekten, denn dieses Mal waren es sogar mehrere gleichzeitig. Die Idee entstand auch dieses Mal bei einer Diskussion in einer Facebookgruppe. Schon vor dem Spiel gegen Köln regte ein Mitglied dort eine Unterhaltung an, in der man gemeinsam nach Möglichkeiten suchte, das Team zu unterstützen.

Ich war natürlich gerne bereit, den Kontakt zur Fanbetreuung herzustellen, da ich seit meinem Fanvideo recht guten Kontakt zu Markus Wiesmeier pflege. Ich schrieb ihn an und er rief mich noch am selben Nachmittag zurück. Fast eine Stunde lang besprachen wir die diversen Möglichkeiten, die aber aufgrund der Coronaauflagen leider nicht gerade zahlreich ausfielen. Laut Hygienekonzept der DFL dürfen sich nämlich am Spieltag selbst keine Leute, die nicht einen nachweisbaren Grund haben, auf dem Stadiongelände aufhalten. Dazu zählen zum Beispiel Angestellte des FCA, Sicherheitsleute oder Journalisten.

Natürlich hätten wir es sämtlichen Fans schon vor dem Spiel gegen den 1. FC Köln gerne ermöglicht unseren FCA in persona zu unterstützen. So auf die Schnelle hatten wir dazu aber leider keine Chance. Eine größere Aktion muss unweigerlich mit der Polizei und der Stadt abgesprochen werden. Deswegen einigten wir uns am Ende auf eine Plakataktion am Trainingsgelände. Da wir aber leider nur einen Tag Zeit gehabt hätten, beschlossen wir, das ganze auf den nächsten Spieltag gegen den VfB Stuttgart zu verschieben. Der Plan: Beim Abschlusstraining sollten einige Plakate und Spruchbänder aufgehängt werden, um unsere Jungs zu motivieren.

Projekt für das Spiel gegen den VfB

Es konnte also losgehen. Und da es sich auch hierbei um ein Gemeinschaftsprojekt handelte, möchte ich mich in erster Linie bei allen bedanken, die mir hierbei geholfen und das Team somit unterstützt haben. Zum Beispiel bei Michaela Brieschenk, mit der ich mich auch schon bei der Videoaktion ausgetauscht habe und die mir auch hierbei mit Rat und Tat zur Seite stand. Ein großes Dankeschön auch an Tobias Wagner, der ein Spruchband für die Unterstützung der Mannschaft gesprüht hat und beim Bremenspiel mit seiner ruhigen Art dafür sorgte, dass ich nicht vollkommen ausflippte. Danke auch an alle Fanclubs und Fans, die bei beiden Projekten mitgemacht haben. Und natürlich auch vielen Dank an Markus, der es in Absprache mit dem Verein möglich gemacht hat, dass wir auch in diesen schweren Zeiten unserem Verein unterstützen konnten.

Unsere Aktion beim Abschlusstraining fand in der WWK-Arena statt, obwohl es eigentlich zuerst auf dem Trainingsgelände geplant war. Doch da das Training ins Stadion verlegt wurde, hängten Markus und seine Helfer die Plakate und Bänder kurzerhand dorthin. Insgesamt waren es 4 große Spruchbänder, vor denen unsere Jungs trainierten.

Quelle: Markus Wiesmeier
Quelle: FC Augsburg

Gleichzeitig organisierte die Fanbetreuung in Zusammenarbeit mit dem Fanclub „Fanfahrt Supporters“ eine weitere Aktion. Hierbei ließ man motivierende Sprüche über den Monitor über dem Familienblock einfliegen. Mehrfach las man „Kämpfen und Siegen“ oder „Wir stehen hinter euch“. Und genau das war ja unser Ziel: Wir wollten unserem Herzensverein zeigen, dass wir immer hinter ihnen stehen und dass sie auch in Coronazeiten auf uns zählen können.

Quelle: FC Augsburg

Unsere Aktion machte nicht nur die regionale Presse auf sich aufmerksam. Gleich zweimal wurde unser Coach Markus Weinzierl in der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Bremen darauf angesprochen. Unter anderem von einem Journalisten vom Münchner Merkur. Unser neuer alter Coach erläuterte daraufhin, wie wichtig es für das Team sei, zu wissen, dass ganz Augsburg hinter ihnen steht.

Wir merken links und rechts, dass ganz Augsburg uns positiv gegenüber steht und uns die Daumen drückt. Ich persönlich merke das in allen Dingen, die ich vor der Quarantäne irgendwo miterlebt habe. Das merken wir und bekommen wir natürlich auch zugespielt und da freuen wir uns drüber. Alle Unterstützung, die wir jetzt brauchen und alle Daumen, die gedrückt sind, die helfen uns. Und es sind die Kleinigkeiten, wo wir uns festhalten, wo wir uns aufrichten, die uns gut tun.

Markus Weinzierl in der PK vor dem Spiel gegen Bremen

Vollgas gegen Werder Bremen

Die Aktion, die wir für das Spiel gegen Bremen planten, sollte daher natürlich um einiges größer werden, denn dieses war ein klassisches Endspiel. Der Matchball lag bei uns und wir brauchten ihn nur noch zu verwandeln. Die Unterstützung der Fans war daher unerlässlich.

Ich selbst plante zusammen mit Markus von der Fanbetreuung in Zusammenarbeit mit den Fanclubs eine weitere Plakataktion im Stadion. Auch ein Artikel in der Augsburger Allgemeinen rief dazu auf, uns dabei zu unterstützen. Die Abgabe sollte bis Freitagmittag geschehen, damit die Fanbetreuung unsere Werke am Nachmittag anbringen konnte. Hierfür brauchten sie in etwa sieben Stunden.

Quelle: Markus Wiesmeier
Quelle: Markus Wiesmeier

Insgesamt zierten am Ende ca. 35 Spruchbänder und Plakate unsere wunderschöne WWK-Arena. Mir wurden sogar Spruchbänder aus Nordhessen und auch aus Mühlheim an der Ruhr zugeschickt, die ich zusammen mit meinen drei Spruchbändern abgab. Auf meinen Werken, die ich aus insgesamt 20 Metern Vliestapete fertigte, schrieb ich folgendes:

  • Treu an eurer Seite
  • Ihr seid unser Stolz
  • We believe in you, Reece!
Quelle: Markus Wiesmeier

Gerade die persönliche Widmung an Reece Oxford war mir besonders wichtig. Auch wenn er gegen Stuttgart zwei Mal nicht gerade gut aussah, so weiß ich doch, dass er ein riesiges Talent ist. Sein Start bei unserem FC Augsburg war bestimmt nicht so, wie er es sich vorgestellt hat. Mehr als einmal patzte er in spielentscheidenden Situationen und zog damit den Unmut einiger Anhänger auf sich. Aber gerade in dieser Spielperiode hat der Junge eine wahnsinnige Entwicklung vorgenommen. Laut Ligainsider liegt der geborene Engländer mit durchschnittlich 1,61 geblockten Bällen pro Partie sogar auf Platz 1 von allen betrachteten Spielern der Saison 2020/21. Doch das nur so am Rande bemerkt.

Neben den Spruchbändern fertigte ich zudem noch ein ca. zehn Meter hohes FCA-Trikot aus Folie an, auf das ich eine große 12 klebte, das natürlich im Namen aller Fans den bildlichen zwölften Mann signalisieren sollte.

Quelle: Markus Wiesmeier
Quelle: Markus Wiesmeier

Auch hier ein riesiges Dankeschön an alle Fanclubs und Fans, die dabei mitgewirkt haben. Ohne euren Support hätten wir das so nicht auf die Reihe bekommen.

Quelle: Markus Wiesmeier

Schwenkt eure Fahnen für den FCA

Das sollte natürlich noch nicht alles sein, denn wie ihr wahrscheinlich mitbekommen habt, wurde in den sozialen Netzwerken dazu aufgerufen, sich vor dem Stadion zu versammeln, um den Mannschaftsbus in einem großen Spalier zu empfangen. Dabei sollte man sich selbstverständlich an die Vorgaben – Abstand und das Tragen einer Maske – halten, was zum Großteil auch wirklich gemacht wurde.

Natürlich ließ ich es mir nicht nehmen, selbst auch an die WWK-Arena zu fahren. Mit mir dabei waren zwei meiner Kinder sowie meine gleichgesinnten Freunde Tobi, Sandra, Sammy und Heike. Und was uns dort im ersten Moment erwartete, war der absolute Wahnsinn. Bestimmt habt ihr die Bilder bereits im Fernsehen gesehen oder ward vielleicht sogar selbst vor Ort. Ich kann jedoch nur für mich selbst sprechen, wenn ich sage, dass ich absolut geflasht war. Etwa 800 bis 1000 Leute waren gekommen, um den Bus des FC Augsburg zu empfangen. Die Stimmung war gigantisch und man sang bereits im Vorfeld lauthals Lieder, die auch immer auf der Ulrich-Biesinger Tribüne ertönen.

Quelle: FC Augsburg

Der Bus kam um kurz nach 14:00 Uhr am Gelände um die WWK – Arena an. Auf die Spieler unseres FC Augsburg wartete ein riesiges Fahnenmeer und sämtliche Fans zeigten ihre Leidenschaft und Liebe zu diesem wunderbaren Verein. Falls sich übrigens jemand fragen sollte, ob die Spieler von dieser Aktion gewusst haben, dann kann ich diese Frage mit einem eindeutigen Nein beantworten. Dies bestätigte Finanz-Geschäftsführer Michael Ströll beim wöchentlichen Podcast „Feuer und Flamme“.

Die Spieler wussten es nicht. Wir haben die Spieler damit nicht konfrontiert vor dem Spiel. Wir wussten, dass sich da Fans zusammen tun – zum Teil unorganisierte, aber auch Fanclubs – die unterstützen wollen. Da war unser Fanbeauftragter Markus Wiesmeier ein Stück weit mit im Boot, also informiert, dass welche kommen wollen. Aber ich hab ehrlich gesagt nicht mit so vielen Leuten gerechnet. Ich war einfach nur überwältigt.

Michael Ströll im Podcast “Feuer und Flamme” am 17.05.2021
Quelle: Birgit Kaiser

Rot, Grün, Weiß sind uns’re Farben

Viele Fans fuhren nach dem Busempfang nach Hause, um dort vor dem Fernseher das Spiel zu verfolgen. Doch etwa 100 hartgesottene Fans zogen weiter vors Stadion, um dort von außen das Team so gut es ging zu unterstützen. Über die komplette Partie hinweg schrien wir lauthals die bekannten FCA-Lieder . Von „Rot, Grün, Weiß sind uns’re Farben“, über „Oleee, Ole, Ola – nur der FCA“ bis hin zu „Zwischen Lech und Wertachstrand“ war wirklich alles vertreten. Wir ließen es uns auch nicht nehmen, den Schiri nach Ruben Vargas’ roter Karte als „Schieber“ zu bezeichnen. So etwas gehört zu einem spanenden Fußballspiel mit dazu. Die Partie verfolgten wir nämlich während des Supports über unsere Handys und Tablets. Und so war es kein Wunder, dass die Emotionen immer weiter hoch kochten.

Quelle: Birgit Kaiser

Aber an einen Mann wären selbst tausend Fans niemals heran gekommen und das ist „der Mann mit der Tonne“. Das war im Übrigen einer von Greenkeeper Arndt Valberts Rasenhelfern. Der hatte kurzerhand eine von den Mülltonnen, die normalerweise im Stadionumlauf stehen, zur Trommel umfunktioniert und damit unseren FC Augsburg in jeder einzelnen Situation mit allen Kräften angefeuert. Er war es auch, der uns das 1:0 signalisiert hat, kurz bevor die Torhymne los ging, sodass wir vor der Arena in frenetischen Jubel ausbrechen konnten. Für mich persönlich der Mann des Tages!

Nachdem unser FCA den Sack in der 90. Minute schließlich zumachte, konnten wir kaum noch an uns halten. Die Stimmung erreichte ihren absoluten Höhepunkt. Lauthals trällerten wir „Wir wollen die Mannschaft sehen“ und die kam dann tatsächlich auf den Balkon bei der VIP-Tribüne, um noch mit uns Fans zu feiern.

Quelle: Birgit Kaiser
Quelle: Birgit Kaiser
Quelle: Birgit Kaiser

Eine kleine Information noch am Rande: Nach drei ziemlich stummen Tagen, ist meine Stimme nun endlich wieder zu mir zurück gekehrt. Diese wollte nämlich kurzerhand lieber bei der WWK-Arena bleiben. Doch meine Heiserkeit zeigt nur eines: Ich habe – wie alle anderen Fans auch – Vollgas gegeben. Seht selbst…

Quelle: Birgit Kaiser

Hallerluja

Nach Abpfiff hörte man gefühlt 50.000 Steine, die sämtlichen Anwesenden vom Herzen vielen. Ein kollektives Aufatmen ging durch die Gruppe und wir konnten es im ersten Moment alle gar nicht fassen. Ich selbst konnte nur mühsam die Tränen zurückhalten. Wir haben es erneut geschafft, die Klasse zu halten, haben einige Experten Lügen gestraft und gehen nun zusammen mit Markus Weinzierl in unser elftes Jahr im Oberhaus. Natürlich muss die Saison und eventuell sogar die letzten Jahre analysiert und aufgearbeitet werden, bevor man schließlich einige Hebel ansetzt und diverse Stellschrauben, neu justiert.

Was ich damit sagen will, ist, dass man im Sommer wohl einiges von unserem FC Augsburg hören wird. Denn wie Stefan Reuter bereits angedeutet hat, wird in der Sommerpause wohl einiges auf dem Transfermarkt passieren. Was genau das sein wird, werden wir zu gegebener Zeit sehen. Doch wir von der Rosenau Gazette haben da auch schon mal den einen oder anderen Blick darauf geworfen.

Aber um nun zum Schluss noch eines zu sagen: Wenn man gegen Werder Bremen eines gesehen hat, dann dass wir Fans für unser Team wirklich wichtig sind. Natürlich haben sie die Leistung auf dem Platz selbst erbracht, aber ich bin ganz bei Markus Weinzierl, der bei Blickpunkt Sport im Bayerischen Rundfunk folgendes sagte:

Das hat uns schon nochmal geholfen gestern und auch nochmal gepusht, dass wir die Fans da gesehen haben und dass viele da waren bei der Einfahrt eben ins Stadion. Das hat die Spieler schon berührt. Natürlich ist es so, dass wir ohne Fans gespielt haben, aber trotzdem immer alles gegeben haben und gewusst haben, dass ganz Augsburg hinter uns steht. Und das war nochmal vor dem Spiel ein tolles Zeichen.

Markus Weinzierl bei Blickpunkt Sport

Herzlichen Glückwunsch vom Team der Rosenau Gazette

Liebe Spieler, liebes Team, liebe Verantwortlichen,

es ist mir eine Ehre, euch im Namen aller Redakteure unseres Teams zum Klassenerhalt zu gratulieren. Wir sind alle überglücklich, dass ihr es mit eurer Leidenschaft, eurem Willen und eurem Zusammenhalt auf dem Platz geschafft habt, uns ins elfte Jahr in der Fußballbundesliga zu führen. Unendlich groß war unsere Erleichterung, denn in jeder einzelnen Sekunde einer Partie leiden wir mit euch mit. Wir sind sehr stolz darauf, dass wir Teil des tollsten Fußballvereins der Welt sein und über euch schreiben zu dürfen, was uns sehr großen Spaß und vor allem auch eine riesige Freude bereitet. Danke für euren Einsatz, auf dass wir auch noch in der kommenden Saison aus dem Oberhaus über euch berichten können!

Rot -Grün-Weiße Grüße von eurem RoGaz-Team

Servus David

“Servus” is a very useful word in Augsburg. It can either mean “hello” or “goodbye”. And as we do not know if you – David Blitzer – have ever been to Augsburg or speak a bit of German this is my first advice for you: Coming or leaving, “servus” is mostly the right choice. So let’s start with a “Servus” to you now that we know that you are joining us in cheering on our beloved FC Augsburg.

Now some basic information about football in Germany (that you call soccer). You might be a nice guy overall, nevertheless we are quite sceptic concerning investors in our football clubs. The majority of our clubs is still owned by the associations and their members. FC Augsburg is an anomaly in that field as over 99 percent of the shares were sold over twenty years ago in order to avoid bankrupcy. In the meantime, nobody undertook serious efforts to get those shares back to the association owning the remaining 0.6 percent.

May our Captain explain the German rules to you? (Foto via Imago)

Still, according the statues of the German Football League, FC Augsburg is controlled by the members of the association owning the remaining 0.6 percent of shares. And in Augsburg we mostly believe that this is the right thing. I am not aware of how transparent this was to you when you signed the relevant contracts. We see it as an advantage to be a group of many striving for the same goals and values and are happy to have you on board.

And of course, we want our club to flourish.We are aware that in the Bundesliga, success is highly dependant on the economic circumstances of each club. The money that bought your shares with does not better the situation of FC Augsburg a bit until you decide to increase the capital of the club and make it possbile to invest even further in the infrastructure and the team. This year would be a great year to make a push for some short-term improvements. Due to the Covid situation some clubs will struggle in the Bundesliga. A recent study showed that about 1/3 of the clubs could be facing economic turmoil. Talent will be available cheaper during this summer transfer period and you would get more value for each of your precious bucks.

Not a lot of fun right now on the pitch. Wann join these guys watching? (Foto via Imago)

But be aware, even if you recognized that we are not playing the best football in the moment (and you might even have regretted putting your money in this club), we wouldn’t want your money and know-how at all costs. Our colours and their order (red-green-white) and the tradition and values of this club are not for sale. We would never change the name of our club or what it represents. You can join us in supporting our cause or leave us be.

And even when you meet some “Grantler” in the city of Augsburg, be assured that we can party like champions when we reach the European cup competition (even if this seems like a bit of a stretch right now). In case of a Bundesliga championship, which hopefully is closer now with you on board, we would also very much enjoy the festive headline “Flitzer Blitzer”. Klaus Hofmann will for sure explain what you gotta do when the time comes. Nobody would want to argue his competencies regarding over the top fan behaviour.

David, now is the time to stand together. Bring it! (Foto via Imago)

Well, David, we learnt that a big part of shares in the company owning our football club was sold to you. This club, FC Augsburg, is an important part of our lives. We have been at the brink of relegation quite a few times (better google the concept sooner rather than later). I tried not to lose my humour about the sale of the club and be open minded on who is joining us in our mission.

Klaus Hofmann introduced you as a partner. It is hard to form a partnership without knowing each other. I myself and many others would really appreciate if you would take the time to introduce yourself somehow and answer a few questions. You could always join the fans supporting the team before the important match against Bremen and paint a few banners with them. The guys would love to teach you a few songs as well. And perhaps you might enjoy not only being an investor but would like to become a friend. At least some of us believe in the best of football, bringing together people with the most diverse backgrounds and having a great time together. Call us romantic, when we would follow this club whereever it takes us (and hopefully not the second division). You coming?

Jungs, auf euch kommt es an

In diesen Tagen hat sich die Stimmung in Augsburg direkt gedreht. Heiko Herrlich wurde entlassen. Markus Weinzierl ist zurück. Sonnengebräunt, gut gelaunt und mit einigen präzisen Aussagen zu dem, was sich auf dem Platz ändern muss. Der FCA kann den Klassenerhalt immer noch aus eigener Kraft schaffen. Jetzt wird es Zeit, den Hebel umzulegen und wieder zu punkten.

Einige Dinge kann Markus Weinzierl zu diesem Zeitpunkt während der Saison allerdings nicht mehr beeinflussen. Neue Spieler gibt es keine. Auch die Struktur der Mannschaft und ihre Hierarchie wird er kurzfristig nicht komplett ändern können. Im Prinzip bedeutet das, dass – abseits des ein oder anderen personellen Wechsels – die Mannschaft, die im Köln-Spiel in der ersten Halbzeit wie Fallobst wirkte, es nun richten muss. Zumindest leise Zweifel und Sorgen bleiben dadurch doch.

Der Krater, der mal Verteidigung hieß

Die defensive Stabilität ist etwas, dass wir in Augsburg seit langem hochhalten. Grundsätzlich hinten gut stehen, um dann vorne gezielt zuzuschlagen. Das dann mal individuelle Fehler passieren, ist nur menschlich. Was es hierfür braucht, ist mannschaftlich geschlossenes Verhalten. Und das auch mal jemand das Heft des Handelns in die Hand nimmt.

Dabei blieb es allerdings ja nicht. Beim zweiten Gegentor wurde die Hereingabe von links nicht geblockt. Dann bekamen die Spieler am ersten Pfosten keinen Zugriff auf die Situation (und Jeff schaut in aller Gelassenheit zu). Der Ball hätte überhaupt nicht bei Florian Kainz landen sollen, wo dann Strobl nicht blocken und auch Framberger nicht mehr eingreifen kann. Beide waren deutlich zu weit weg vom Geschehen und reagierten zu langsam. Es ist eine dieser Situationen, in der man jeden Tritt gegen eine Sitzschale nachvollziehen kann.

Einflussmöglichkeiten eines Trainers

Und in diesen Situationen auf dem Feld, ist jeder Trainer machtlos. Das kann rein grundsätzlich kein Verhalten in einem Spiel sein, dass man von Bundesliga-Kickern erwartet. Und es gab quasi keine Unbeteiligten. Carlos Gruezo ließ vor dem 0:3 die Hereingabe in aller Seelenruhe zu, während in der Mitte Tobias Strobl erneut zu spät kam.

Eine weitere Hereingabe, die nicht verhindert wurde. Ein weiteres Gegentor. (Foto: Marcel Engelbrecht/firo Sportphoto/pool via Imago)

Tobias Strobl hat in seinen 42 Einsatzminuten keinen einzigen Zweikampf geführt. Bei Raphael Framberger waren es derer 5 und für Carlos Gruezo auch nur 12 bei deutlich längerer Spielzeit. Derweil andere Spieler zwar Zweikämpfe führten, aber verloren. Jeffrey Gouweleeuw derer 62%. Man könnte die Liste weiter fortführen. Genau 3 abgefangene Bälle und 7 klärende Aktionen sprechen doch im Gesamtbild eine sehr deutliche Sprache. Die Mannschaft ist schlicht in sich zusammengebrochen in dieser vermaledeiten Halbzeit.

Dieses Verhalten ist nichts, was ein Jugendtrainer oder Heiko Herrlich den Spielern vermittelt hätte. Das war einfach unterirdisch. Und wenn sich da in den Köpfen nichts tut, dann sieht es düster aus. Sehr düster.

Ich will Wiedergutmachung

Ja, die zweite Halbzeit war dann besser. Ja, 2 Tore haben wir noch geschossen. Aber es war dann ganz ehrlich auch kein Druck mehr da. Was willst Du in der Situation noch verlieren?

Ich fordere Wiedergutmachung während der letzten drei Spiele. Ich will von der Mannschaft die Basics sehen. Dass sie dem Druck standen halten und konzentriert auftreten kann. In die Zweikämpfe findet. Reaktionsschnell und aggressiv. Von Minute 1 bis zum Abpfiff. Und dann werden wir schon sehen, ob wir auf diesem Weg eher etwas holen. Ich sehe die Verantwortung hierfür allerdings nicht hauptsächlich beim Trainer.

Es gibt menschliche Grundtugenden wie Pünktlichkeit, respektvolles Verhalten und ein gewisses Set an Manieren, dass man grundsätzlich erwarten kann. Konzentration, ein gewisser Fokus auf den eigenen Aufgaben und gewisse Grundtugenden im Zweikampfverhalten wären defensiv das Äquivalent auf dem Platz. Fußballerisch fehlten diese in der ersten Halbzeit gegen Köln und kein Trainer und auch keine anderen Ausreden entschuldigen dies.

Über Motivation

Am Ende wird dann vielleicht doch wieder der Trainereffekt hervorgehoben werden. Manchmal fragt man sich schon, welche Motivation Menschen antreibt. Warum manchmal Menschen so wenig leistungsbereit ihrem Job nachgehen, wie die Mannschaft in der ersten Hälfte gegen Köln. Muss es immer der Trainer sein, der für Motivation sorgt? Wir sind doch nicht im Kindergarten.

Auf der ersten Ebene ist jeder einzelne für seine Leistungen verantwortlich, egal wie die Umstände aussehen. Liebe Mannschaft des FCA, welche Ausreden will jeder einzelne von euch anbringen? Wo war die Selbstverantwortung?

Auf einer zweiten Ebene kommt es dann auch auf die Gruppe in der Kabine an. Wer geht voran und treibt an? Wer ist eher ein Mitläufer? Für was hat es einen Kapitän und andere Führungsspieler? Wo waren die und wie haben sie sich verhalten? Jede(r) kann hier ihre eigenen Schlüsse ziehen.

Die Qualität des Kaders

Wie oft ich mittlerweile gelesen habe, dass mit diesem Kader mehr drin sein müsste. Dass die Qualität so hoch sei. Rein vom Talent und den individuellen Fähigkeiten her mag das auch stimmen. Aber das ist nun bei weitem nicht alles.

Wer in dieser Mannschaft schaut denn auch, dass es eine funktionierende Gruppe gibt? Sorgt dafür, dass neue Spieler integriert und junge Spieler verantwortlich eingebunden werden? Gerade deshalb hat man ja im Sommer auch erfahrene Kräfte dazu geholt. Was nun in der Kabine vorgeht, ist uns allen nicht bekannt.

Da können die Fußballschuhe noch so hübsch sein, wenn den Spielern grundsätzliche Qualitäten abgehen. (Foto: Peter Schatz / Pool via Imago)

Qualitäten eines Fußballers sind aber auch: die Drecksarbeit erledigen, einem Mitspieler zur Hilfe zu kommen, wachrütteln, abspielen, wenn ein anderer besser steht, die Kollegen in die Verantwortung nehmen und nicht nur auf sich selbst schauen. Nach der ersten Halbzeit gegen Köln, scheint es mir an Qualität in dieser Mannschaft zu mangeln. Ich lasse mich aber – entsprechend meiner vorherigen Ausführungen – gerne überzeugen, dass es sich hierbei um ein kurzfristiges Zerrbild handelt.

Jeder einzelne hat Verantwortung

Insgesamt richtet sich der Fokus nun natürlicherweise wieder auf den Trainer. Derweil jedem im Umfeld des FC Augsburg klar sein sollte, dass er/sie einen Teil der Verantwortung trägt. Gerade die Spieler, die auf dem Platz stehen. Das dieses Trikot in diesen Farben eine Verantwortung darstellt. Rot-grün-weiß ist zumindest für uns auf den Rängen nicht nur ein Label. Es wird nie nur eine Marke sein.

Eine weitere Darbietung wie die erste Hälfte gegen Köln wäre schlicht nicht akzeptabel. Mal ehrlich, es heißt ja auch nicht #Augsburgfälltauseinander sondern #Augsburghältzusammen. Gegen Stuttgart und in den weiteren restlichen Partien kommt es nun darauf an, dass die Elf auf dem Platz miteinander und füreinander Fußball spielen. Geschlossen und für das gemeinsame Ziel. Dafür kann sich ein jeder fragen, ob er diesem Ziel in letzter Zeit alles untergeordnet hat.

„Verdammte rot-grün-weiße Wattewölkchen“

Die Nachricht, dass Markus Weinzierl als Cheftrainer zum FCA zurückkehrt, verbreitete sich am vergangenen Montagmittag wie ein Lauffeuer. Zwar hatte schon vorher vieles auf eine Rückkehr unseres „Ex“ hingedeutet und in einigen Medien war die Nachricht vom Trainerwechsel schon früher durchgesickert. Aber jetzt war es eben offiziell. Und damit ging die Nachricht auch viral: Die Kommentarspalten auf Facebook, Twitter, Instagram und Co. quollen nur so über. Ob zur Vertragsunterschrift des neuen-alten Coachs, zu seinem ersten Training mit der Mannschaft oder zur ersten Pressekonferenz zusammen mit Sportdirektor Stefan Reuter.

Irina und ich haben uns in dieser so einschneidenden Woche mal ein bisschen in den Social Media-Kanälen umgesehen und versucht einzufangen, wie die FCA-Fans und -Follower auf den Trainerwechsel reagiert haben und welche Hoffnungen (oder auch Bedenken) sie mit ihm verbinden.

Fans, Ex-Spieler und andere: Markus Weinzierl wird sich über den Großteil der Reaktionen im Rahmen seiner Rückkehr gefreut haben (Foto via Imago).

Einfach erleichtert

Wenn man sich so durch die Nachrichten und Kommentare rund um den Trainerwechsel scrollt, liest man in allen möglichen Variationen immer wieder ein Wort: „Endlich!“ Zur Tabelle unten lassen sich noch viele weitere Posts hinzufügen, die alle in die gleiche Richtung gehen. An ihnen sieht man, für welche Erleichterung es bei vielen Fans gesorgt hat, dass sich beim FCA nun – endlich (!) – etwas in Bewegung gesetzt hat. Denn allerspätestens nach der desaströsen ersten Hälfte im so wichtigen Spiel gegen den 1. FC Köln war klar: Wir mussten raus aus dem Schlamassel, ein „Weiter so“ konnte es nicht geben, ob auf dem Platz, auf der Bank oder in der Führungsetage. Der Wunsch nach Veränderung, der in den letzten Wochen immer größer geworden war, hat sich jetzt also erfüllt. Heiko Herrlich und Iraklis Metaxas mussten ihre Posten als Chef- bzw. Co-Trainer räumen.

Auf die Veränderung beim FCA in Form des Trainerwechsels reagierten viele Fans mit Erleichterung.

Neue FCA-Freude

Neu besetzt wurden die vakanten Posten auf der Augsburger Bank also mit dem in Bayern sehr bekannten Reiner Maurer als Co- und Markus Weinzierl als Chefcoach. Der wurde in den sozialen Medien von vielen Fans auch gleich mal ganz herzlich begrüßt. „Welcome back, Markus“, „Willkommen zurück“ liest man zuhauf. Auch die RoGaz-Redaktion hat den neuen alten Coach, für den es ebenfalls „wie nach Hause kommen“ gewesen sei, schon (begeistert) daheim willkommen geheißen. Für viele Fans ist es – wie für Weinzierl selbst wohl auch- eine Art Rückkehr in die Heimat. Und auch eine Erinnerung an vergangene, an glanzvollere Tage des FCA.

Begleitet werden die Willkommensgrüße der Fans oft von großer Freude. Die Social Media-User*innen posten Herzchen, schreiben, dass sie sich „freuen“, „happy“ oder „der glücklichste Mensch überhaupt“ seien. Bei Twitter-Userin @Kristaldo hat der Trainerwechsel sogar für „verdammte rot-grün-weiße Wattewölkchen“ gesorgt, auf denen sie seither schwebt. Und wenn wir ehrlich sind, fühlt sich das bei uns auch ein bisschen so an. Wieder ließe sich die Liste an Freuden- und Glücksbekundungen, -GIFs und -Stickern noch ein gehöriges Stück erweitern.

Markus Weinzierl wurde zumindest schon mal in den sozialen Netzwerken herzlich begrüßt. Die Freude über seine Rückkehr überwog dabei.

Feuer für Fans und Mannschaft

Jetzt könnte man natürlich einwenden: Freuen wir uns mal nicht zu früh und heben uns unseren Enthusiasmus lieber für später auf. Für den Moment, wenn Markus Weinzierl mit den Jungs in den letzten drei Partien so viele Punkte holen konnte, dass es für den Klassenerhalt endgültig gereicht hat. Seien wir mal lieber nicht zu optimistisch oder naiv. (Zu den eher skeptischen Stimmen kommen wir gleich noch.) Trotzdem zeigen all die freudigen Reaktionen: Der Trainer hat es innerhalb von wenigen Tagen, ja fast Stunden geschafft, unter den Fans neue „Hoffnung“ zu verbreiten, „Lust auf die nächsten Spiele“ zu wecken und das „Feuer“ neu zu entfachen.

Das war in den letzten Wochen und Monaten, wenn überhaupt, zu einem winzigen Glimmstängelchen zusammengeschrumpft. In den sozialen Netzwerken konnte man die Wut, die Resignation und die Lustlosigkeit (gerade nach den desolaten Vorstellungen gegen Schalke, Bielefeld und Köln) sichtlich merken. Viele machten ihrem Ärger mit Kommentaren in Facebook-Gruppen Luft. Wie schnell sich ein solches Stimmungsbild binnen weniger Tage wandeln kann!

“Weinzierl-is-coming-home – Effekt”

Großen Anteil an diesem „Weinzierl-is-coming-home“-Effekt hatte sicherlich die Pressekonferenz am Dienstagmittag. Hier äußerte sich Weinzierl nicht nur, wie „froh“ er selbst einfach nur sei, wieder in Augsburg zu sein. Er erzählte auch von seiner ersten Trainingseinheit mit der Mannschaft, die „mit viel Eifer und Energie“ trainiert habe. War da vielleicht auch schon ein kleines Fünkchen übergesprungen? Zugleich präsentierte er seine Idee für die verbleibenden drei Schlüsselspiele, dem Klassenerhalt und auch darüber hinaus. Sie klang wie eine Hommage an frühere, an erfolgreichere Tage: Der FCA müsse „die eigene Stärke und Identität wiederfinden, aggressiv und mutig sein, ein ekliger Gegner sein“.

Und genau dieses Vorhaben ist es, das uns wie auch viele andere Fans emotional gepackt hat. In den Social Media-Kanälen und auch außerhalb. Denn es ist verbunden mit der begründeten Hoffnung, dass der FCA sich wieder zu einem „aggressiven, laufstarken und leidenschaftlichen Gegner“ entwickelt, gegen den es sich nur unbequem, eben eklig spielen lässt. Dafür gab es von Twitter-User @Urbster dann auch prompt Glückwünsche „an den Rest der Bundesliga“, die sich auf den Augsburger Ekelfaktor schon mal freuen darf.

Nicht zu unterschätzen war an besagter PK unterdessen auch, dass Weinzierl und Reuter, wie wir finden, glaubhaft versichern konnten, ihren früheren Streit beigelegt zu haben. Der war bekanntlich um den Wechselwunsch Weinzierls im Jahr 2016 zum FC Schalke 04 entbrannt. Die beiden lachten miteinander, schäkerten herum und verbreiteten auch aus Sicht von @KEINESAU07 „so eine gute und motivierte Stimmung“, wie man sie beim FCA seit Monaten nicht mehr gehabt habe. Geschenkt, dass da der Witz von Stefan Reuter vielleicht ein bisschen fehl am Platz wirkte. Er hatte im Spaß erklärt, dass man sogar das Hotel-Personal instruiert habe, Rückkehrer Markus Weinzierl bestens zu umsorgen. Der kam echt flach, oder?

Wow, sehr viel „Weinzierl“-Love. Awesome!

„Promi-Fanbase“

Markus Weinzierl scheint auch eine gewisse „Promi-Fanbase“ zu haben, denn auf Instagram finden sich zur Meldung, dass Markus Weinzierl zurück am Lech ist, einige freudige Bekundungen von bekannten (Ausgburger) Persönlichkeiten, wie Ex-Spieler Nikola „Niko“ Djurdjic, Ivonne Mölders oder auch Yannic Bederke, unserem E-Sport-Champion – hierbei benötigt es (augenscheinlich) gar nicht viele Worte:

Promi-Fanbase für Markus Weinzierl

Aber nicht nur „Promi-Love“ schlägt Markus Weinzierl entgegen, sondern auch sehr viel „Crew-Love“ von Instagram-Usern. Der ein oder andere hofft sogar – mehr oder weniger heimlich – von der Europa-League. Hach, das waren noch Zeiten – oder besser: „Einfach herrlich!“ Und auch der neutrale Zuschauer, wie Instagram-User sebastian.gse, freut sich über das „Comeback des Jahres“ von Weinzierl in der Bundesliga.

Während ein User schreibt, Markus Weinzierl hätte Augsburg nie verlassen sollen, freuen sich andere offenkundiger und hoffen auf einen klaren Aufwärtstrend. Am besten schon am kommenden Freitag, wenn es gegen Markus Weinzierls „Ex“, den VfB Stuttgart, geht. Ausgerechnet dann kommt es zu einem Wiedersehen mit dem Club, bei dem Markus Weinzierl am 20.04.2019 rausflog, als der FCA den VfB furios mit 6:0 schlug. Zuletzt finden wir den Vorschlag eines Instagram-Users sehr gelungen, den 26.04.2021 künftig als „Markus Weinzierl“-Feiertag zu titulieren.

Sehr viel Zuspruch für Markus Weinzierl, die Augsburger Solidarität ist wieder stark zu spüren!

Heuchelei, Geldgier und Startschwierigkeiten

Wir hatten ja schon angekündigt, wir wollen auch Stimmen zu Wort kommen lassen, die Weinzierls Rückkehr eher skeptisch gegenüberstehen. Auch diese Stimmen haben ihre Daseins-Berechtigung, aller Euphorie zum Trotze. Allerdings muss man hier tatsächlich zugeben, dass man die zwischen all den freudigen und teilweise überschwänglichen Kommentaren fast schon mit der Lupe suchen muss.

Wir haben trotzdem ein paar gefunden. Während ein User diese Reaktivierung von Weinzierl heuchlerisch findet, werfen wiederum zwei andere Fans dem Trainer eine gewisse monetäre Grundausrichtung vor – wir erinnern uns alle an den ein wenig unrühmlichen Abgang zum FC Schalke 04. Hier sind einige Fans wohl noch nachtragend, was man aufgrund der Art und Weise des Wechsels damals auch niemandem übel nehmen kann. Aber vielleicht verzeiht auch der letzte „angesäuerte“ Fan Markus Weinzierl, wenn er uns den Klassenerhalt beschert?! Zu wünschen wäre es uns, wäre es ihm.

Um Skepsis und eher „missgünstigere“ Kommentare in den sozialen Netzwerken zu finden, mussten wir eine zeitlang suchen…

Um die Skepsis einmal aus sportlicher Richtung zu betrachten, liest sich ein Kommentar von Thilo Gaus ganz gut, denn er drückt aus, was sich statistisch auch tatsächlich belegen lässt. Denn: Markus Weinzierl ist wahrlich kein „Frühstarter“ gewesen mit seinen bisherigen Bundesligatruppen. Wir betrachten einmal die für uns derzeit interessanten drei Spieltage nach Amtsübernahme Weinzierls, wobei er hier in erster FCA-Tätigkeit am besten in die Amtszeit gestartet ist:

  • VfB Stuttgart (09.10.18 – 20.04.19: 3 Spiele – 3 Niederlagen, 0 Tore, 11 Gegentore
  • FC Schalke 04 (01.7.16 – 30.06.17): 3 Spiele – 3 Niederlagen, 0 Tore, 5 Gegentore
  • FCA (01.07.12 – 30.06.16): 3 Spiele – 2 Niederlagen, 1 Remis, 1 Tor, 5 Gegentore

(Quelle: Transfermarkt)

Da kann man ja nur hoffen, dass es in seiner zweiten FCA-Amtszeit, nun in Punkten ausgedrückt, besser läuft. Denn wir brauchen viele und wir brauchen sie schnell.

Zeitpunkt verpasst?

Berechtigterweise mokieren sich die Fans online auch über den ggf. etwas zu späten Wechselzeitpunkt. Herrlich out, Weinzierl in – das hätte man schon gut und gerne vor drei Wochen sagen können. Auch die FCA-DNA ist durch die unterschiedlichen Trainer und deren bevorzugten Spielstile etwas abhanden gekommen, das sagte nicht zuletzt Markus Weinzierl in der Antritts-PK. Auch die Fans sehen dies teilweise so, dass „die geplante Entwicklung nicht voran kommt“, wenn es „jedes Mal wieder einen komplett neuen Plan, wie die Mannschaft spielen soll“ gibt.

Diverse Kommentare zum Spielstil und zum Wechselzeitpunkt in den sozialen Netzwerken

Berechtigt auch durchaus, trotz aller Euphorie, erstmal auf die Bremse zu treten und nach Worten Taten folgen zu lassen. Der Klassenerhalt steht an erster Stelle und der Ernst der Lage sollte erkannt worden sein. Markus Weinzierl, übernehmen Sie!

„Aufgewärmtes Gulasch“

So, nachdem wir nun von ganz viel Liebe, Euphorie und auch etwas Skepsis gelesen haben, wollen wir, im Namen aller FCA-Fans, hoffen: „Der Markus bagt des scho“. Und die Mannschaft natürlich. Denn Christoph Brandwein schwört, dass aufgewärmtes Gulasch mit jedem Mal besser wird. Diesen schönen, bildlichen Vergleich mit dem Trainer wollen wir einfach mal so stehen lassen. Manchmal muss man die vorliegende Situation auch mit etwas Humor und Ironie nehmen, wie der User nstiehl, der (hoffentlich ironisch) fragt, warum man Herrlich eigentlich entlassen hat. Am überzeugenden, attraktiven Offensivfußball liegts sicher nicht.

Wir stimmen dem Insta-Nutzer cansin_17 zu, dass Heiko Herrlich – trotz aller (teilweise berechtigten) Kritik – ein wenig mehr Würdigung und einen Abschiedspost seitens des FCA verdient hätte. Der sucht sich auf den Social Media-Kanälen nämlich vergeblich. Der Bundesligastart des FCA in dieser Saison konnte sich sehen lassen, auch hat er uns letztes Jahr den Klassenerhalt beschert. Ein bisschen mehr (mediale) Anerkennung wäre doch angebracht, auch wenn das Ende etwas unrühmlich war.

Neverending Lovestory

Instagram-User nico_.1878 fasst es unserer Meinung nach sehr gut zusammen. Zu aller Erst steht das schwierige (!) Unterfangen Klassenerhalt im Mittelpunkt. Und erst dann (hoffentlich) eine weitere erfolgreiche „Augsburg-Weinzierl“-Story, wie in seiner ersten Amtszeit, mit Happy End und einer erneuten Europa League Teilnahme? Wir hätten alle sicher nix dagegen…

Reuter raus?

Abschließend stellt sich bei all den Betrachtungen des Trainers noch die provokante Frage, wie es denn mit dem Manager des Clubs weitergeht, der zuletzt nicht mehr so ein glückliches Händchen wie noch vor ein paar Jahren beweist. maxigerstmeier fragte auf Instagram provokant:

Aber dies ist nicht mehr Part diesen Artikels. Zur „Reuterschen Transferpolitik“ werden wir zu gegebener Zeit mehr von Birgit in der RoGaz lesen.

Bis dahin gilt: Nur der FCA! Und hoffentlich haben wir dann schon den Klassenerhalt sicher.