Frau ist dran

Der FC Augsburg ist weiterhin ein Verein, bei dem auf allen entscheidenden Positionen Männer die Stühle wärmen. Ein großer Männer Buddy-Club. Warum ist das so? Gibt es in der ganzen Region und im Umfeld des FC Augsburg keine Frauen, die a) kompetent genug und b) bereit wären Verantwortung zu übernehmen? Mich beschäftigen diese Fragen ganz persönlich nun schon eine Weile. Als ich mich zuletzt mit Kristell Gnahm auf einen Kaffee getroffen habe, wollte ich ihre Meinung zu dem Thema hören. Kristell hat lange den Podcast “Auf die Zirbelnuss” betrieben und den Podcast “FRÜF – Frauen reden über Fußball” gegründet, der 2019 den Goldenen Blogger als bester Sportblog des Jahres gewann. Sie beschäftigt sich nun schon seit über 15 Jahren mit dem FCA.

Andy: Wie kann es denn sein, dass so ein Verein wie der FC Augsburg für die verantwortlichen Positionen keine Frauen findet?

Kristell: Ich glaube nicht, dass sie niemand finden würden. Aber für Frauen gibt es Hürden. Erstmal musst du ja diesen diesen Drive in dir haben: “Ich mach das jetzt. Ich kann das. Ich habe da Bock drauf und ich traue mir das zu.” Schwierig gerade in so einem doch stark männlich geprägten Business. Dieser Drive entsteht ja, wenn dir andere Menschen das auch spiegeln. So nach dem Motto: “Du gehörst in unseren Kreis oder du, Du bist jemand, der der was zu sagen hat” In diese Kreise kommt man als Frau gar nicht so leicht rein. In den Fußballstadien sind zwar Frauen. Aber erstens nicht so viele, und sie werden oft wahrgenommen als die Freundin von irgendjemand. Also ich erlebe das selber oft, wenn ich im Stadion bin. Plötzlich sage ich irgendwas Sinnvolles. Und der Typ vor mir dreht sich total verwirrt um, weil er gucken will, ob das jetzt wirklich eine Frau gesagt hat.

Andy: Wir reden über tief verankerte Vorurteile in der Gesellschaft. Fußball als Männersport. Siehst Du hier tiefliegende Vorurteile?

Kristell: Ja, genau. Fußballkompetenz wird erstmal als ungeeignet für eine Frau betrachtet. Im Subtext. Die Leute erwarten nicht, dass du als Frau dich mit diesem Bereich beschäftigst. Als würden uns unsere Brüste davon abhalten. Das ist die Kultur, in der wir uns bewegen. Ich glaube gar nicht, dass das bei den meisten eine böse Absicht ist. Als Frau im Fußballkontext sind wir wie dieses außergewöhnliche Tier, das plötzlich vorbeiläuft und alle drehen den Kopf und denken: wie seltsam. Aber eigentlich cool. Trotzdem denkt niemand drüber nach, das Tier in die Herde aufzunehmen.

Andy: Als Frau mit diesen Vorurteilen dann Verantwortung zu übernehmen ist wirkt wie ein großer Schritt. Was ist da dein Gefühl?

Kristell: In dem Umfeld sich dann als Frau zu sagen: “Ja, ich mach das jetzt.” Das ist eine große Hürde. Das musst du dir wirklich zutrauen und musst auch damit rechnen, dass Leute wirklich doofe Sachen sagen. Und da musst du lernen, drüber zu stehen. Damit musst du dich auseinandersetzen. Dich darauf vorbereiten. Leichter wird es nur, wenn du Leute an deiner Seite hättest, die für dich mit einstehen und die das ganz normal finden.

Andy: Meinst Du damit, dass jemand den Weg ebnen müsste?

Kristell: Ich glaube, Frau müsste erst mal in die relevanten Gruppen aufgenommen werden. Nicht als Anhängsel, so nach dem Motto: “Ja, die ist auch dabei. Seltsamerweise. Keiner weiß, warum. Wir akzeptieren, dass sie da ist, aber wir trauen ihr nicht. Wir geben ihr nicht die gleiche Wertung oder Wertigkeit innerhalb der Gruppe. Sie ist wahrscheinlich die Freundin von irgendjemand.” Dieser Sprung im kulturellen Gesamtkontext des Fußballs ist schwierig und da bräuchte es, glaube ich, eine Vorreiterin, die sich trotzdem, einfach weil, da durchboxt. Um dann hoffentlich den Zaun niedriger zu machen für die, die nachkommen.

Andy: Glaubst Du diese Hürden sind so allen bewusst?

Kristell: Die müssen erstmal auch transparent gemacht werden. Man muss sagen: “Da ist ein Zaun”. Und wenn dann einige sagen: “Ja, so ein Quatsch, da ist kein Zaun”, dann muss man sagen: “Da ist er. Bloß weil ihr in die andere Richtung guckt, ist er trotzdem da.” Und das ist halt auf so vielen Ebenen einfach viel Arbeit und viel Energie, die diese strukturellen Themen kosten. Die nicht so einfach aufgebracht werden kann.

Andy: Siehst Du hier in den letzten Jahren Veränderungen?

Kristell: Ich finde es an der Stelle total frustrierend, dass sich das Umfeld überhaupt nicht zu ändern scheint. Es ist wie ein Verharren in einer Starre. Selbst bei vorhandener Motivation, glaube ich, dass die abgewürgt wird, da es nicht die richtige Struktur gibt, um eine Entwicklung am Leben zu erhalten.

Andy: Wie könnte man das Problem angehen?

Kristell: Mit Problembewusstsein. Auch bei denjenigen, die Teil des Problems sind. Ich unterstelle hier keine Böswilligkeit. Es steht ja niemand beim FCA morgens auf und sagt dort heute befördere ich alle Tussis aus dem Weg, die meinen, sie könnten in unserem Verein irgendwas werden. Das passiert ja nicht. Es geht darum, dass automatisch die gefördert werden, von denen wir denken, dass sie fähig sind. Und das sind meistens die, die uns ähnlich sehen. Diesen Prozess muss man sich vor Augen zu führen und dann bei jeder Personalentscheidung explizit die Frage stellen: wen würden wir normalerweise sehen an der Stelle? Um dann vielleicht auch mal das genau Gegenteil zu suchen. Nicht von den Kompetenzen her, sondern von der Person. Weil es diese Personen gibt. Das würde insgesamt zu mehr Diversität führen und Entscheidungen verbessern.

Andy: Das ist ja nichts, wo man einfach mal ein Projekt macht und dann ist das Problem gelöst. Wie siehst Du das?

Kristell: Ich glaube, eine positive Einstellung gegenüber Diversität ist eine Fähigkeit. Das muss man trainieren, aktiv, jeden Tag wieder. Da wird man Fehler machen. Aber man muss wahrnehmen, dass man trainieren muss. Nicht nur ein kurzes Projekt über, sondern dauerhaft. Das ist schwierig gerade in Kontexten, wo du eigentlich ständig am am rödeln bist im Tagesgeschäft, wo du dir nicht die Zeit nimmst mal einen Schritt zurück zu machen und dir zu überlegen: Wo willst du eigentlich hin? Was willst du erreichen mit dem, was du insgesamt tust? Der Fußball ist da an sich ja sehr durch das Tagesgeschäft getrieben und da gerät so ein Thema immer wieder in den Hintergrund.

Andy: Siehst Du ein solches Bewusstsein beim FCA?

Kristell: Beim FCA hätte man schon selber auf die Idee kommen können, da mehr zu machen, wenn man das “Wir” und “die Familie” oft ins Zentrum der Kommunikation stellt. In der Umsetzung spricht man doch sehr stark ein männliches Publikum an. In der Selbstrepräsentation, die der FCA ausstrahlt, sehe ich vor allem Jungs. Junge Männer. Auch rund um die Fußballschulen und in Bezug auf andere Aktionen, die der Verein mit Kindern macht. Ich sehe da wenig Mädchen. Ich sehe da wenig Frauen. Da könnte man das Bewusstsein haben, dass das nicht richtig ist. Das dürfte gegenüber anderen Gruppen abseits der Männer ruhig einladender sein und das würde ich mir wünschen.

Andy: Dann hoffen wir mal, dass deine Wünsche bald in Erfüllung gehen mögen und ich danke Dir für deine Zeit.

Wir beschäftigen uns hier im Blog nicht zum ersten Mal mit dem Thema der Repräsentanz von Frauen beim FCA. Und wir nehmen den FCA-Präsidenten Markus Krapf beim Wort, nachdem er in seinem Antrittsvideo dieses Thema selbst auf seine Agenda gehoben hatte. Lieber Max, ich hoffe Du fühlst dich nicht erwischt. Dieses Thema bleibt zu wichtig, als dass es weiterhin hinter die anderen sportlichen und strukturellen Themen zurückfallen darf. Dies ist der Versuch dem Prozess mit Diversität zu einem besseren Ergebnis zu verhelfen. Und vielleicht ein gewisses Problembewusstsein zu schaffen. Da ist ein Zaun. Lasst ihn uns gemeinsam abreißen.

Vier auf einen “Reuter”

Wir stecken mitten in der Wintertransferperiode, was vor allem auf der Zugangsseite oftmals sehr interessant ist. Vom 01.01. bis 31.01. können die Clubs der Bundesliga Spieler kaufen oder leihen – ganz so wie es ihnen beliebt. Normalerweise können sich FCA-Fans diese Zeit ganz entspannt über sich ergehen lassen, denn in den letzten Jahren wurde man im Winter nie großartig auf dem Transfermarkt tätig. Betrachtet man die letzten drei Spielzeiten, wurden im Winter gerade einmal drei Spieler verpflichtet. Eduard Löwen, László Bénes und Ricardo Pepi. Doch in diesem Januar jagt ein Gerücht das nächste. Stand heute hat der FCA bereits fünf Zugänge zu verbuchen. Neben dem belgischen Talent Arne Engels, konnte Sportdirektor Stefan Reuter noch vier weitere junge Spieler für die Fuggerstädter gewinnen. An dieser Stelle heißen wir David Čolina, Dion Drena Beljo, Irvin Cardona und Kelvin Yeboah herzlich willkommen und möchten euch unsere neuen Spieler gerne einmal näher vorstellen.

David Čolina

Der heute 22 Jahre alte Čolina, der im Übrigen nicht mit der Schiedsrichterikone Pierluigi Collina verwandt ist, wurde am 19.07.2000 in der kroatischen Hauptstadt Zagreb geboren. Seine Liebe zum Fußball wurde vor allem bei NK Hrvatski dragovoljac geweckt, wo David bis 2009 kickte. Danach wechselte er in die Jugendabteilung des kroatischen Rekordmeisters Dinamo Zagreb. Neun Jahre lang absolvierte er hier seine Ausbildung. Doch im August 2018 folgte der Spieler dem Ruf des AS Monaco. Ein Jahr lang lief er dort in der U19 auf, bevor es ihn jedoch recht schnell zurück in die kroatische Heimat zog.

Am 22. Juli 2019 wurde der Linksverteidiger vom kroatischen Erstligisten HNK Hajduk Split verpflichtet, wo er einen Vertrag über vier Jahre unterschrieb. Bereits sechs Tage später durfte er beim 3:0-Auswärtssieg gegen NK Varaždin sein Profidebüt im Herrenbereich feiern. Hier durfte gleich mal über die vollen 90 Minuten ran. Insgesamt kommt David Čolina auf 109 Einsätze für Hajduk Split, in denen er drei Tore und drei Assists beisteuern konnte. In den Spielzeiten 2020/21 schaffte es der Verein in die Qualifikation der Europa League und 2021/22 und 2022/23 in die Qualifikation zur UEFA Europa Conference League. Somit hat Čolina bereits Erfahrungen auf der internationalen Bühne des Fußballs sammeln können, auch wenn sein Club sich leider nie für die Hauptrunde der Wettbewerbe qualifizieren konnte.

Ebenfalls zu erwähnen sei an dieser Stelle auch, dass der 22jährige seit 2014 regelmäßig Teil der kroatische Jugendnationalmannschaften ist. Von der U14 bis zur U21 hat er sämtliche Teams durchlaufen und kann derzeit insgesamt 69 Einsätze vorweisen. Im Übrigen ist das Krankenblatt des Kroaten blütenweiß. Das heißt, er ist bisher nicht ein einziges Mal aufgrund einer Verletzung ausgefallen.

Für manch einen Fan kam es aber doch überraschend, dass der FC Augsburg ausgerechnet einen weiteren Linksverteidiger verpflichtet. Immerhin hat man mit Iago, Mads Pedersen und Aaron Zehnter deren drei im Kader. Im Sommer wird zudem Lasse Günther von Jahn Regensburg zurück erwartet, der diese Position ebenfalls bekleiden kann. Warum also dieser Transfer? Sportdirektor Stefan Reuter begründet den diesen wie folgt: “Mit David Colina konnten wir einen jungen Außenbahnspieler verpflichten, der verschiedene Positionen bekleiden kann. Nicht nur von seiner Flexibilität, sondern auch von seiner Dynamik und seinem Einsatzwillen, wird die Mannschaft profitieren.”

Tatsächlich ist der gebürtige Kroate ein sehr vielseitig einsetzbar. Bei seinem ehemaligen Club lief er nicht nur auf der Linksverteidigerposition, sondern des Öfteren auch im linken Mittelfeld, als Rechtsverteidiger und sogar im zentralen Mittelfeld auf. Davids Polyvalenz dürfte also entscheidend für die Verpflichtung gewesen sein und könnte mit dem Abgang von Raphael Framberger noch sehr wichtig werden. Er selbst freut sich jedenfalls auf die bevorstehende Aufgabe.

Der FC Augsburg ist eine große Chance für mich. Ich bin durch die sehr guten Gespräche mit den Verantwortlichen des FCA sicher, dass dies der richtige Schritt in meiner Karriere ist. Daher freue ich mich, dass der Wechsel geklappt hat. Ich möchte nun die Mannschaft so schnell wie möglich kennenlernen und mich ins Team integrieren.

David Čolina bei seiner Vorstellung

Drücken wir ihm die Daumen, dass er seine Ziele so schnell wie möglich erreicht und den FCA somit tatkräftig unterstützen kann. Sein Vertrag läuft bis 30.06.2027.

Foto: FC Augsburg

Dion Drena Beljo

Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich süchtig nach Fußball bin. Daher ist es auch kein Wunder, dass die Transferperioden für mich immer ein Highlight sind, die ich ganz genau beobachte. Auch auf die Konkurrenz habe ich dabei gerne ein Auge. Daher staunte ich nicht schlecht, als letzte Woche plötzlich das Gerücht um Dion Beljo aufploppte, wusste ich doch, dass den ganzen Sommer über Ligakonkurrent Borussia Mönchengladbach den kroatischen Mittelstürmer verpflichten wollte. Auch Borussia Dortmund, der VfB Stuttgart, Eintracht Frankfurt und der VfL Wolfsburg zeigten einst Interesse. Ein Transfer des Spielers scheiterte aber an der geforderten Ablöse.

Doch viele Telefonate mit unserem Coach Enno Maaßen später, fiel letztendlich die Entscheidung. Dion Drena Beljo, eines – wenn nicht gar das größte – Talent seines Landes, wechselt zu uns an den Lech. Er unterzeichnete einen Vertrag bis 30.06.2027. Nicht nur seine Körpergröße von 1,95m, die ihn als sehr kopfballstarken Spieler auszeichnet, ist beeindruckend, sondern auch seine Leistungsdaten können sich sehen lassen. Aber dazu komme ich gleich.

Wie sein kroatischer Teamkollege, wurde Dion in der Hauptstadt Zagreb geboren. Am 01. März diesen Jahres feiert er seinen 21. Geburtstag. Seine ersten Erfahrungen im Fußball sammelte er bei seinem Heimatclub HNK Cibalia Vinkovci. Hier durchlief er sämtliche Jugendabteilungen und stieg letztendlich im Jahr 2018 mit einem zarten Alter von 16 Jahren in den Herrenbereich auf. Nur ein Jahr später wechselte er nach Osijek, wo er zwei Jahre lang für die zweite Mannschaft des Nogometni klub auflief. In insgesamt 38 Spielen in der Prva NL, also der zweiten kroatischen Liga, steuerte er neun Tore und drei Vorlagen bei und zeigte damit trotz seines jungen Alters schon seinen Zug zum gegnerischen Kasten.

Foto: FC Augsburg

Seinen großen Durchbruch feierte er in der Saison 2021/22, als Beljo an den kroatischen Ligakonkurrenten NK Istra 1961 ausgeliehen wurde. 37 Mal stand er für Istra in der Liga und im Pokal auf den Platz und sammelte dabei unglaubliche 24 Scorerpunkte. Aufgeteilt in 20 Tore und 4 Assists. Im Hrvatski nogometni kup wurde er mit fünf Toren in drei Spielen zum Torschützenkönig gekürt. Und auch in der aktuellen Spielzeit hat er schon fleißig Tore gemacht, wie es sich für einen Mittelstürmer gehört. Insgesamt sind es neun Stück in derzeit 19 abgelieferten Partien.

Und nun startet also das Abenteuer „Bundesliga“ für den siebenmaligen U21-Nationalspieler, der bisher ebenfalls von Verletzungen verschont geblieben ist.

Es war sehr beeindruckend, wie sich die Verantwortlichen des FCA um mich bemüht haben. Sie haben mir die Ziele und Perspektiven des Vereins aufgezeigt, mit denen ich mich voll und ganz identifizieren kann. Daher bin ich sehr glücklich über den Wechsel. Die Bundesliga ist eine der besten Ligen Europas und es ist für mich sehr reizvoll, mich auf diesem Niveau zu beweisen. Ich möchte mit Toren und Vorlagen sowie meinem Einsatz helfen, dass wir als Mannschaft erfolgreich sind.

Dion Beljo über seine Verpflichtung

Der 1,95 Meter große Beljo bringt einige Stärken mit, die das Augsburger Spiel durchaus beleben könnten. Sport-Geschäftsführer Stefan Reuter beschreibt Dion als „körperlich starken Mittelstürmer“, was er im Testspiel gegen den VfL Wolfsburg durchaus schon unter Beweis konnte. Aber natürlich braucht der 20jährige noch ein wenig Eingewöhnungszeit und vor allem auch Trainingseinheiten mit dem Team. Dion Beljo hat eine sehr gute Positionsfindung und öffnet durch sein Spiel mit dem Rücken zum Tor auch Räume für seine Teamkollegen. Seine Körpergröße bringt ihm weitere Vorteile wie z.B. Kopfballstärke oder auch, die Aufmerksamkeit der gegnerischen Abwehr auf sich zu ziehen. Das wiederum kann den Weg für Demirovic und Berisha frei machen.

Wir dürfen also gespannt sein, ob Dion seine Qualitäten in der Bundesliga ebenso zeigen kann wie in der SuperSport HNL.

Irvin Cardona

Der 25 Jahre alte Mittelstürmer wurde in Nîmes, einer wunderschönen Stadt in Südfrankreich, geboren. Sein Geburtstag fällt genau auf den offiziellen Gründungstag unseres geliebten FCA. Wenn das mal kein gutes Zeichen ist, oder? 😉

Foto: FC Augsburg

Seine ersten Schritte im Fußball machte Irvin im Alter von sechs Jahren bei US Le Pontet, bevor er im Jahr 2012 zum AS Monaco wechselte. Bis zum Jahr 2017 durchlief Cardona die Jugendabteilungen des monegassischen Clubs und spielte ebenso für deren zweiten Mannschaft. Doch am 02. Februar 2017 durfte sich Irvin schließlich über sein Debüt freuen, als Trainer Leonardo Jardim ihn in der Pokalpartie gegen den FC Chambly einwechselte. In der 78. Minute kam der heute 25jährige Spieler für Pierre-Daniel N’Giunda in die Partie, die Monaco nach Verlängerung mit 4:5 für sich entscheiden konnte. Zehn Tage später kam unser neuer Stürmer auch in der Ligue 1 das erste Mal zum Einsatz.

Nachdem er mit Monaco in der Saison 2016/17 die französische Meisterschaft feiern durfte, ließ sich Irvin Cardona im Juli 2017 für zwei Jahre an Cercle Brügge verleihen. Dort schien er sich sichtlich wohl zu fühlen. In seinem ersten Jahr in Belgien verhalf er Brügge zum Aufstieg von der damaligen Proximus League in die Jupiler Pro League. In 17 Liga- und Aufstiegspartien konnte er sieben Tore und weitere sieben Vorlagen beisteuern. Und auch im Folgejahr konnte er mit sieben Scorern überzeugen.

2019 ging es für Irvin letztendlich zurück nach Monaco, aber nur kurz. Denn knappe sechs Wochen später verkaufte ihn sein Ausbildungsverein an Stade Brest. In den letzten drei Spielzeiten kommt er hier auf wettbewerbsübergreifend 109 Spiele, 19 Tore und sieben Assists.

Hoffentlich kann er bei uns auch sein Können unter Beweis stellen…

In dieser Saison lief es für den Franzosen bisher nicht so gut, was einem kleinen Formtief geschuldet ist, das jeden Spieler einmal treffen kann. Gerade einmal 225 Einsatzminuten stehen auf seiner saisonalen Vita. Hoffen wir für ihn, dass der Wechsel nach Augsburg einen neuen Impuls in seinem Leben setzt und er beim FCA seine früheren Leistungen abrufen kann. Vertraglich ist er ebenfalls bis 2027 an die Fuggerstädter gebunden.

Kelvin Yeboah

Weil alle guten Dinge drei sind, hat Stefan Reuter noch einen dritten Stürmer aus seinem imaginären Hut gezaubert. Manch einer mag der Name Yeboah tatsächlich etwas gesagt haben, denn einst kickte ein gewisser Anthony “Tony” Yeboah für Eintracht Frankfurt und den Hamburger SV. Nun tritt also sein Neffe in seine Fußstapfen.

Am 06. Mai 2000 wurde Kelvin Kwarteng Yeboah in der ghanaischen Hauptstadt Accra geboren, wuchs aber in Italien auf. Seine Jugendausbildung im Fußball absolvierte er an den Akademien von West Ham United und des AC Gozzano. Im November 2017 durfte er mit gerade einmal 17 Jahren ein Probetraining beim dänischen Erstligisten Aarlborg BK absolvieren. Den Rest der Saison 2017/18 spielte er für den AC London. In 19 Partien in der Combined Counties League erzielte er sechs Tore.

Danach folgte der erste Schritt in den Profibereich, als er beim damaligen österreichischen Zweitligisten WSG Wattens einen Jahresvertrag unterzeichnete. Sein Debüt in der zweiten Liga gab er am dritten Spieltag, als er gegen den SK Austria Klagenfurt eingewechselt wurden. Mit Wattens stieg Kelvin als Zweitligameister auf, woraufhin sich der Verein in WSG Tirol umbenannte. Yeboah verlängerte seinen Vertrag und spielte noch zwei weitere Spielzeiten für den Verein. Insgesamt kommt er auf 63 Spiele, 14 Tore und neun Assists für die WSG.

Foto: FC Augsburg

Sein richtiger Durchbruch gelang dem heute 22jährigen Spieler bei seiner zweiten Profistation SK Sturm Graz, für die er ab Februar 2021 auflief. In wettbewerbsübergreifend 45 Partien sammelte der Stürmer insgesamt 30 Scorerpunkte – aufgeteilt in 20 Tore und zehn Torvorlagen. Besonders beeindruckend war dabei die Hinrunde der Saison 2021/22, in der er in 18 Spielen 11 Tore erzielte und dabei hinter Karim Adeyemi zweitbester Torschütze der Liga wurde.

Kein Wunder also, dass mit Genua CFC schon bald ein Club aus der italienischen Heimat anklopfte. Da die Ablöse in Höhe von 6,5 Millionen Euro einen Rekord für Sturm Graz bedeutete, blieb ihnen nichts anderes übrig, als Yeboah ziehen zu lassen. Allerdings konnte Kelvin Genua nicht vor dem Abstieg in die zweite Liga bewahren. Dazu sei allerdings gesagt, dass Genua gleich neun Mittelstürmer unter Vertrag hatte. Sich da durchzusetzen ist auch nicht einfach.

Ich persönlich kenne Kelvin Yeboah schon seit Grazer Zeiten und kann daher sagen, dass er uns durchaus Freude bereiten kann, wenn er an seine dortigen Leistungen anknüpft. Besonders hervorzuheben ist seine Geschwindigkeit, die das Spielsystem von Enno Maaßen so dringend benötigt. Auch seine Polyvalenz ist nicht zu verachten, denn gerade bei Genua wurde der Stürmer auch oftmals auf den Flügeln, aber auch als hängende Spitze und im offensiven Mittelfeld eingesetzt. Nicht zu vergessen: Wie auch seine neuen Teamkammeraden ist Kelvin Teil der U21 seines Heimatlandes Italien.

Der gebürtige Ghanaer kommt per Leihe zu uns nach Augsburg und darf bis zum Sommer sein Können unter Beweis stellen. Allerdings besitzt der FC Augsburg eine Kaufoption, die laut Transferexperte Gianluca Di Marzio bei sieben Millionen Euro liegen soll. Und ein kleiner Funfact noch am Rande: Wir haben ihn Schalke 04 dem Vernehmen nach direkt vor der Nase weggeschnappt.

Das kann sich definitiv sehen lassen…

Mein persönliches Fazit

Die fünf bisher verpflichteten Spieler passen allesamt in das Beuteschema des FC Augsburg. Jung und dynamisch sollte es nach Wünschen unseres Coaches werden. Jung und dynamisch hat er bekommen. Ich denke, die Spieler könnten sehr gut mit dem von ihm favorisierten 4222-System harmonieren. Allerdings muss man den Spielern auch Zeit gewähren, um sich ins Team zu integrieren. Bundesliga ist halt doch ein anderes Kaliber.

Aber gerade in der Breite, würde ich sagen, hat sich der FCA doch recht gut verstärkt. Während des Verletzungschaos in der Hinrunde, konnte man kaum offensiv von der Bank nachlegen. Nun hat man sich hier Ersatz geholt und facht gleichzeitig den Konkurrenzkampf an. Und Konkurrenz belebt ja bekanntlich das Geschäft.

Doch ob das die einzigen Zugänge gewesen sind? Ich bezweifle es, denn dem Vernehmen nach möchte man noch jemanden für das defensive Mittelfeld holen. Hier stehen Tim Breithaupt vom Karlsruher SC und Ron Schallenberg vom SC Paderborn derzeit ganz oben auf der Liste. Bei einem potentiellen Abgang von Carlos Gruezo ist das auf jeden Fall zwingend notwendig. Aber ob Enno einen seiner Wunschkandidaten bekommt, ist noch vollkommen offen. Das wird sich in den nächsten Tagen zeigen, denn noch ist das Transferfenster geöffnet und so bleibt es spannend wie zuletzt.

Wenn Bayerisch-Schwaben eine Auswahl hätte

Beliebte Webseiten und (Online-)Magazine bringen des Öfteren Formate wie “Stadtauswahlen” oder “Regionalauswahlen” heraus. Mittendrin sind dort Spieler, die aus der Region stammen oder eine längere Zeit (z.B. seit der Kindheit) dort verbracht haben. Da stellt sich mir doch direkt die Frage: Wie sähe die aktive Auswahl bayerisch Schwabens aus? Dies hat bis dato keine*r näher betrachtet. Unsere schöne Region steht wie so oft im Windschatten des “großen Nachbarn” aus München. Aber ich finde, unsere Auswahl kann sich sehen lassen. Seht selbst:

Torwarttrio

Im Tor stünde dann vermutlich ein gebürtiger Augsburger: Ioannis Gelios. Der 30jährige Deutsch-Grieche steht heute bei Bandırmaspor in der Türkei unter Vertrag, zuvor unter anderem bei Hansa Rostock und Holstein Kiel. Als dritter Torhüter war Gelios beim FCA oftmals Teil des Bundesligakaders, gespielt hat er jedoch nur für die “Zwote” (111 Einsätze). Gelios absolvierte für Holstein Kiel 63 Zweiligaspiele sowie für Hansa Rostock 37 Drittligapartien im Tor.

Als Ersatz steht mit dem gebürtigen Augsburger Kevin Malone (19), zuletzt bei den A-Junioren des 1. FC Nürnberg unter Vertrag, bereit. Kevin Malone, jüngerer Bruder von Maurice Malone, spielte zuvor in der Jugend des FC Augsburg. Aktuell ist er – seit Sommer 2022 bereits – ohne festen Verein.

Abgerundet wird die Zunft der Torhüter durch Raif Husic (26): Der gebürtige Zusmarshauser (Lkr. Augsburg) spielt seit 2019 in seiner Heimat beim TSV Zusmarshausen in der Bezirksliga. Husic galt einst als großes Torwart-Talent, wechselte nach zwei Jahren in der Augsburger Jugend zum FC Bayern. Dort spielte er sowohl in der U17 als auch in der U19. Zudem durfte er acht Einsätze für die Zwote des FCB in der Regionalliga bestreiten. In der Saison 2013/14 saß Husic an mehreren Spieltagen auf der Ersatzbank der Profis des FC Bayern, da Neuer und Starke zum damaligen Zeitpunkt verletzt waren. Für rund 100.000 € wechselte er sodann zum SV Werder Bremen, dort kam er jedoch nur in der Regionalliga Nord zum Einsatz, sodass er 2016 zum Drittligisten VfR Aalen wechselte. Seine letzte Station war der damalige Regionalligist Wacker Burghausen. Aufgrund nicht genügender Trainingsleistung wurde der Vertrag jedoch im selbigen Wechselfenster noch aufgelöst.

Ioannis Gelios wäre in der Augsburger Regionalelf die erste Wahl im Tor. (Photo by Selim Sudheimer/Getty Images)

Abwehrverbund

Vor Gelios im Abwehrverbund spielt eine Viererkette, angeführt von Raphael Framberger (27, derzeit verliehen an den SV Sandhausen) auf dem rechten defensiven und Simon Asta (21, Greuther Fürth) auf dem linken Flügel. Asta hat sich mittlerweile beim Zweitligisten aus Fürth durchgesetzt und spielt dort überwiegend als rechter Verteidiger. Der ebenso wie Asta gebürtige Augsburger Raphael Framberger, dessen Bruder Daniel schon einst beim FCA kickte, wurde zuletzt für eine Halbrunde an den Zweitligisten SV Sandhausen verliehen.

Die Innenverteidigung bilden Jozo Stanic (23) und Marco Thiede (30). Stanic ist in Augsburg geboren und steht beim FCA unter Vertrag, derzeit aber an den kroatischen Club NK Varazdin verliehen. Marco Thiede spielt eigentlich als rechter Verteidiger beim Karlsruher SC in der zweiten Bundesliga. Der gebürtige Augsburger hat zwischen 2004 und 2011 beim FCA im Nachwuchs gekickt, entstammt aber ursprünglich der Jugend des SSV Dillingen. Zudem durchlief Thiede die U17 und U19-Auswahlen des FCA, stand darüber hinaus 37 Mal für den FCAII auf dem Platz und sogar einmal für die Profis im DFB Pokal. Am 25.10.2011 durfte Thiede stolze 84 Minuten als Rechtsaußen gegen RB Leipzig agieren.

Als Ergänzungsspieler steht der gebürtige Augsburger Arif Ekin (27) vom TSV Rain bereit, der in der Regionalliga Bayern als Linksverteidiger aufläuft. In der Innenverteidigung können Oliver Merkel (31) vom Regionalligisten Bischofswerdaer FV 08 und Maik Uhde (28) vom TSV Schwabmünchen als Ersatz fungieren. Uhde wurde in Schwabmünchen geboren und schnürte die Fußballstiefel zwischen 2007 und 2016 für den FC Augsburg. Merkel indes spielte nie für einen Augsburger Club, sondern stammt aus der Jugend von Dynamo Dresden.

Marco Thiede ist eine ernsthafte Option in der Abwehr dieser Elf. (Photo by Alexander Hassenstein/Getty Images)

Offensive Flügel

Im Mittelfeld bieten sich mehr Alternativen als in der Defensive. Auf Linksaußen fällt die Wahl auf den gebürtigen Münchner Lasse Günther (19), der jedoch schon länger in Augsburg wohnhaft ist und dort in der Jugend ausgebildet wurde. Aktuell ist Günther an den Zweitligisten Jahn Regensburg verliehen, wird aber zum Sommer 2023 wieder in der der Fuggerstadt erwartet. Sein Ersatz auf dem linken Flügel ist der Altöttinger Bastian Kurz (30), der beim Bayernligisten Schwaben Augsburg kickt. Zwischen 2013 und 2017 spielte Kurz beim FCA in der Jugend und in der zweiten Mannschaft.

Auf dem rechten Flügel findet sich der gebürtige Ulmer Erik Thommy (28) wieder. Fußballerisch aufgewachsen ist der Mittelspieler in Kleinbeuren (Landkreis Günzburg) beim hiesigen SV Kleinbeuren. 2010 wechselte Thommy in die Jugendabteilung des FCA und schaffte 2014 sogar den Sprung in den Profikader. Aktuell spielt er bei Sporting Kansas City in der amerikanischen MLS. Sein Backup ist Manuel Feil (28), geboren in Augsburg und derzeit beim SV Elversberg in der dritten Liga tätig. Beim FCA spielte er nie, dafür u.a. beim TSV Gersthofen in der Jugend. Der Günzburger Dennis Chessa (30) spielt derzeit als rechter Mittelfeldspieler beim SSV Ulm in der Regionalliga, bei einem Augsburger Club war er indes nie zugegen.

Manuel Feil ist doch wohl ein klasse Backup auf den Flügeln. (Photo by Alexander Hassenstein/Getty Images)

Defensives und offensives Mittelfeld

Im zentralen Mittelfeld führt kein Weg an Florian Neuhaus (25, Borussia Mönchngladbach) vorbei. Der gebürtige Landsberger ist aktueller deutscher Nationalspieler und entstammt der Jugend des VfL Kaufering. Eine Option zu Neuhaus, ggf. etwas defensiver ausgerichtet, spielt der aus dem schwäbischen Rögling (Lkr. Donau-Ries) stammende Marco Schuster (27). Schuster spielt derzeit in der zweiten Liga für den SC Paderborn. Zwischen 2010 und 2017 spielte er für den FCA, u.a in der zweiten Mannschaft.

Marco Schuster hat sich beim SC Paderborn einen Namen gemacht und ist daher eine hochwertige Alternative in dieser Auswahl.  (Photo by Martin Rose/Getty Images)

Ein möglicher Ersatz ist im defensiven Mittefeld der gebürtige Dachauer Tim Rieder. Rieder (29) ist derzeit beim TSV 1860 München unter Vertrag und spielte zwischen 2010 und 2020 beim FCA. Dort gehörte er auch zeitweise dem Profikader an. Eine weitere Alternative zu Neuhaus und Co. ist der gebürtige Augsburger Felix Schwarzholz (23), der überwiegend im defensiven Mittelfeld spielt und dies heute für den 1. FC Schweinfurt in der Regionalliga Bayern. Zudem steht der gebürtige Dachauer Tim Civeja (22) noch als Option zur Verfügung: Der derzeit an die Schanzer in die dritte Liga ausgeliehene Mittelfeldspieler kann diese Position sowohl defensiv als auch offensiv bekleiden. Sein Vertrag beim FCA läuft noch bis 30.06.2024 .

Im offensiven Mittelfeld spielt ein echter Weltmeister: Mario Götze, geboren 1992 in Memmingen im Allgäu. Derzeit kickt der 30 Jahre alte Mittelfeldspieler bei Eintracht Frankfurt. Mit dem gebürtigen Friedberger Lukas Petkov (22) schafft es ein aktueller Spieler des FCA-Profikaders in diese Auswahl. Der polyvalente Mittelfeldspieler kann sowohl zentral als auch auf den offensiven Flügeln spielen.

Eine weitere Option ist hier der gebürtige Neu-Ulmer Romario Rösch, der derzeit in der Heimat für den SSV Ulm aufläuft. Zwischen 2013 und 2019 spielte Rösch für diverse Mannschaften des FCA. Zuletzt sei als an dieser Stelle der gebürtige Augsburger Gabriel Vidovic (19) als vielversprechende Option genannt, der aus der Augsburger Jugend stammt und derzeit beim FC Bayern unter Vertrag steht. In dieser Saison wurde er leihweise zu Vitesse Arnheim transferiert.

Ein Weltmeister in der Augsburger Regionalelf: Mario Götze ist wohl der klangvollste Name der Auswahl. (Photo by Ina Fassbender / AFP) (Photo by INA FASSBENDER/AFP via Getty Images)

Sturm

Im Sturm spielen zwei richtige Granaten: Der Marktoberdorfer (Lkr. Ostallgäu) Kevin Volland (30) und der gebürtige Friedberger Marco Richter (25). Während Volland seine Jugendjahre überwiegend beim TSV 1860 München verbrachte, erlernte Richter das Fußballspielen in der Akademie des deutschen Rekordmeisters. Aber noch zu Jugendzeiten wechselte er in seine schwäbische Heimat in den Nachwuchs des FCA. Dort konnte er sich durchsetzen und schaffte sogar den Sprung in den Profikader. Dort erspielte er sich auf dem offensiven Flügel einen Stammplatz, bevor er 2021 zu Hertha BSC Berlin wechselte.

Als Backup Stürmer fungiert Christoph Daferner (24) aus Pöttmes (Lkr. Aichach-Friedberg). Der Mittelstürmer stammt aus der Jugend des TSV Pöttmes und verweilte zwischen 2012 und 2014 beim FCA. Nach Stationen beim SC Freiburg, Erzgebirge Aue und Dynamo Dresden spielt er heute beim 1. FC Nürnberg in der zweiten Liga. In der Saison 2022/23 gelangen ihm in 17 Einsätzen drei Tore.

Neben Daferner könnte Jonas Greppmeier (23) vom TSV Rain in einer zweiten Elf auflaufen. Der gebürtige Friedberger spielte zwischen 2014 und 2019 für den FCA. Zu guter letzt sei an dieser Stelle der gebürtige Augsburger Maurice Malone (22) genannt. Er steht derzeit beim FCA unter Vertrag, ist aber an den österreichischen Erstligisten Wolfsberger AC ausgeliehen.

Daferner ist definitiv ein super Sturmbackup für die Regionalelf. (Photo by Christian Kaspar-Bartke/Getty Images)

Trainer

Für die Auswahl(en) stehen der gebürtige Augsburger Armin Veh zur Verfügung, der derzeit ohne Anstellung im Fußballgeschäft ist. Der Name Veh wird immer eng mit dem FCA verknüpft sein. Veh spielte einst selbst aktiv beim FCA und übernahm anschließend zweimal die Rolle des Trainers bei den Augsburgern. Schon fast überheblich klingt, dass die B-Auswahl von Julian Nagelsmann, geboren in Landsberg am Lech, gecoacht wird. Im echten Leben ist dieser seit 2021 Trainer beim FC Bayern München. Seine ersten Gehversuche im Fußballgeschäft (genauer gesagt als Scout und Co-Trainer) tätigte Nagelsmann in den 2000er Jahren beim FCA. Dort war er auch selbst als Fußballspieler aktiv (1999-2002 sowie 2007-2008), musste jedoch verletzungsbedingt früh seine Karriere beenden. Oder soll doch lieber der derzeit beschäftigungslose Thomas Tuchel, gebürtiger Krumbacher (Lkr. Günzburg), die B-Elf coachen? Der heute 49jährige stand selbst einst als Libero für die Augsburger Jugend auf dem Platz und coachte den FCA zwischen 2005 und 2008 gleich selbst. Zeit hätte der Weltklasse-Coach jedenfalls nun reichlich.

Fazit an dieser Stelle: Die Qual der Wahl auf dem Trainerposten!

Thomas Tuchel, erhöre uns und coache diese fiktive Elf bitte 😉 (Photo by DENIS LOVROVIC / AFP) (Photo by DENIS LOVROVIC/AFP via Getty Images)

Eure Meinung?!

Aber was ist das bitte für eine coole Auswahl mit einer richtigen Trainerelite an der Spitze!? Schade, dass es vermutlich nie eine bayerisch-schwäbische Elf dieser Art geben wird. Das hätten wir doch gerne mal auf dem Platz gesehen. Und einen Thomas Tuchel am Seitenrand in bayerisch Schwaben. Nun seid aber ihr gefragt: Wie sieht eure aktive bayerisch-schwäbische Traumelf aus den obengenannten Spielern aus? Fällt euch sonst noch jemand ein, den wir nicht auf dem Schirm hatten? Wer schafft es in eure Aufstellung? Wer ist euer favorisierter Trainer? Schreibt es sehr gerne in die Kommentare.

Hinweis: Dies ist eine Auswahl aus aktiven Spielern, daher wurden Ehemalige wie Haller, Biesinger und Co. nicht berücksichtigt. Aber das schreit doch nach einem weiteren Artikel zu einer Legenden-Elf, oder? 🙂

Es wird ein Frohes Neues!


Dieser Text erschien zuerst in der Kolumne „Einwurf aus der Rosenau Gazette“ bei presse-augsburg.de.

Zum neuen Jahr ist man ja schnell dabei mit den Vorsätzen. Wie könnte das neue Jahr besser werden als das Alte und warum ist das überhaupt notwendig? Auch der FC Augsburg startete gerade schon frisch im Trainingslager in Spanien in das Jahr 2023. Bevor ich den Blick Richtung 2023 richten mag, will ich 2022 einmal abschließen. Was bleibt vom FCA aus diesem Jahr hängen?

Pepi und andere Abgänge

Für den FCA ist das Jahr 2022 mit gemischten Gefühlen zu Ende gegangen. Einerseits begann das Jahr mit einem Coup. Der FCA verpflichtete Sensations- und Wahnsinnstransfer Ricardo Pepi, der dann bis in den August beim FCA nicht heimisch wurde und den FCA auch während seiner Leihe nach Groningen nachrichtlich begleitete. So waren im Herbst und gerade wieder Gerüchte zu lesen, dass er den FCA im Sommer sicher verlassen würde. Kurz vor Weihnachten tauchten dann weitere Spekulationen auf, dass der FCA zwar keinen engen Kontakt halten würde, aber dennoch bei weiter voranschreitender sportlicher Entwicklung einer Rückkehr und zweiten Chance im Sommer positiv gegenüber stehen würde. Ob diese Geschichte in 2023 endet? Diese Hoffnung kann man getrost vergessen. Ricardo Pepi ist die größte “Was wäre, wenn…”-Saga, selbst wenn er den FCA in 2023 dauerhaft verlassen sollte.

Dauerhaft verlassen hat im Sommer Markus Weinzierl den FCA. Als Präsident ausgestiegen war kurz vorher auch Klaus Hofmann. Beiden wird in der Stadt momentan nicht nachgeweint. Klaus Hofmann ist weiterhin Investor des FC Augsburg. Über seine weiteren Pläne in Hinblick auf den Verein ist nichts bekannt. Weinzierl ist nun beim Glubb aktiv und will dort wieder attraktiv werden für die erste Liga. Aber von Klaus Hofmann werden wir mit Sicherheit nochmal hören. Wenn es in 2023 noch nicht so weit ist, dann kann ich das gut verschmerzen.

Ricardo Pepi am Ball für den FCA.. Kommt es zu einer Wiedervereinigung in 2023? (Photo by Daniel Kopatsch/Getty Images)

Alles neu macht der August

Seit diesen Abschieden gibt sich der FCA runderneuert. Derweil die Verantwortlichen, die mit Klaus Hofmann eng abgestimmt gearbeitet haben, weiterhin die Geschehnisse des Clubs lenken. Fragwürdige Transfers (15 Mio. für einen US Youngster) als auch Vorgehensweisen (“Wir sprechen nach der Saison”) haben sie mitgetragen. Für eine offenere Kommunikation wurde später geworben. Am ersten Heimspieltag hat man der organisierten Fanszene trotzdem erstmal mitgeteilt, dass Choreografien vom Club freizugeben sind.

Sportlich kam mit Enno Maaßen nach einer gefühlten Ewigkeit ein neuer Cheftrainer. Dieser konnte nach einigen Abgängen mit Maxi Bauer, Elvis Rexhbecaj, Ermedin Demirovic und Mergim Berisha Neuzugänge begrüßen, die in der Hinrunde gleich richtig einschlugen. Andere liebgewonnene Spieler wie Michael Gregoritsch, Alfred Finnbogason und Jan Moravek verließen den Verein dahingegen. Berechtigterweise kann von einem Umbruch gesprochen werden. Enno Maaßen gewann mit seinem Team gegen Leverkusen (zum ersten Mal in der Augsburger Bundesligageschichte) und gegen den FC Bayern (mal wieder). In einigen Spielen reichte es hinten raus nicht mehr ganz. Trotzdem steht man sportlich okay da.

Tightes Sneakergame und klare sportliche Vorstellungen: Mit Enno Maaßen landete der FCA einen Treffer auf der Trainerpositionen für den sportlichen Neuanfang. (Photo by Leonhard Simon/Getty Images)

Der Alt-Herren-Club beim sportlichen Aufschwung

Der sportliche Aufschwung fiel dabei zufällig zusammen mit der Neubesetzung des Präsidentenpostens durch Max Krapf. Der Augsburger Fußballwirt mit eigener Historie als Geschäftsführer beim FCA öffnete erst einmal die Kommunikationskanäle in alle Richtungen. In der Landschaft der immer weiter fortschreitenden Kommerzialisierung des Fußballs wird aber auch er sich an Ergebnissen messen lassen müssen. 2023 wird dabei ein Jahr, in dem sich zeigen wird, ob es unter ihm ein reines “weiter so” mit Grinsegesicht oder ob es vielleicht doch die ein oder andere hoffnungsvolle strukturelle Änderung und Initiative gibt. Nachdem mit Raphael Brandmiller ein weiterer Mann in den Vorstand eingezogen ist, ist es für den FCA noch ein ganzes Stück, um aus der Alte-Herren-Klüngel-Ecke wieder raus zu kommen. Hoody hin oder her.

Was uns allen dabei in die Karten spielen dürfte? Sportlich sollte die Rückrunde und dann auch die neue Saison unter positiven Sternen stehen (ich weiß, ich lehne mich aus dem Fenster). Wie kein anderer Verein litt der FCA in der Hinrunde unter Verletzungspech. Dazu kamen Sperren auf Grund von disziplinarischen Unzulänglichkeiten und fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen. Insgesamt war Enno Maaßen so einiger Möglichkeiten beraubt und es hätten schon in der Hinrunde mehr Punkte werden können. In der Rückrunde ist nun die Zeit gekommen. Die Mannschaft wird die an sie gestellten Erwartungen erfüllen und uns alle auf eine positive sportliche Reise mitnehmen. Am Ende wird das nächste Jahr Bundesliga stehen. Zu dessen Beginn können wir alle den Blick endlich und berechtigt etwas höher richten. Ach, das alleine wäre schon schön. Frohes Neues!

“Am 24.12. gibts klassisch Kraut und Würstl”

Heute – kurz vor dem Weihnachtsfest – haben wir (Irina und Birgit) noch ein besonderes Schmankerl für euch: Ein exklusives Interview mit Aufstiegsheld Stephan Hain (34). Stephan, mittlerweile wohnhaft in München, rehabilitiert sich gerade von einem im Februar 2022 erlittenen Kreuzbandriss. Der Mittelstürmer steht noch bis 30.06.2023 beim Regionalligisten SpVgg Unterhaching unter Vertrag. Beim FCA spielte der gebürtige Niederbayer von 2007 bis 2013. Mit seinem Tor zum 2:1 gegen den FSV Frankfurt in Minute 85 machte sich Hain am 8.5.2011 in Augsburg unsterblich.

RoGaz: Lieber Stephan, danke, dass du dir heute Zeit für uns beide nimmst, um uns ein paar Fragen zu deiner Zeit im schönen Augsburg zu beantworten.

Hain: Hallo zusammen und vielen Dank für die Einladung.

RoGaz: Sehr gerne – wie man in den hiesigen Medien gelesen hat, hast du dir im Februar 2022 das Kreuzband gerissen. Wie geht es dir heute? So wirklich gespielt hast du in der Saison ja noch nicht…

Hain: Nee, der Plan ist, dass ich im Januar wieder zu trainieren anfange und dann einsteige. Und dann mal schauen. Ich habe noch bis Sommer 2023 Vertrag und das wird man dann sehen, inwiefern es noch reicht oder nicht. Ich meine, wichtig ist es, dass es Spaß macht, aber eben zum einen, dass ich auch noch mithalten kann und es auch noch gut ist. Wenn ich merke, ich komme nicht mehr mit, dann war es das auch. Aber das wird man im Frühjahr sehen.

RoGaz: Das heißt aber auch, du möchtest jetzt auf keinen Fall deine Karriere beenden? Also du möchtest noch weiter machen oder ist das auch mal ein Thema gewesen?

Hain: Also kurzzeitig habe ich schon nachgedacht: „Nach einem Kreuzbandriss, okay, noch einmal so lange raus…“ Aber es lief einfach vorher gut, es hat Spaß gemacht und so wollte ich dann nicht aufhören. Ein, zwei Tage ist man dann vielleicht down, aber dann habe ich für mich beschlossen, dass ich mich zunächst einmal operieren lasse und dann auf jeden Fall eine gute Reha machen und es einfach noch einmal versuchen will. Ich glaube, ich würde es mir dann eher vorwerfen, es nicht probiert zu haben. Und so schaue ich halt, dass ich so fit wie möglich wieder zurückkomme. Dann wird man sehen, ob es über den Sommer hinaus noch geht oder nicht.

RoGaz: Darf man fragen, wo du auf Reha bist? Du hast schon, du hattest Spaß und es lief ganz gut, als Grund gesagt. Ist es das, was dich antreibt und motiviert, weiter zu machen und nicht die Fußballschuhe an den Nagel zu hängen?

Hain: Ja. Die Reha mache ich bei Haching auf dem Gelände und ja, das sind auf jeden Fall die Kriterien. Wenn eins von beiden nicht mehr da ist, dann ist es wahrscheinlich so, dass man sagt: „Okay, es ist Zeit.“ Dann ist es vorbei. Man kann das (Anm.: Fußball spielen) leider nicht ein Leben lang machen und dann öffnen sich neue Türen. Ich werde es auf jeden Fall noch einmal versuchen, es auf den Platz zu schaffen.

Trotz Kreuzbandriss lässt Stephan sich keinesfalls entmutigen
(Photo by Alexandra Beier/Getty Images for DFB)

RoGaz: Dann drücken wir dir auf jeden Fall die Daumen.  Hast du irgendwie anderen Hobbys, wo du sagst, das mache ich aktuell statt Fußball?

Hain: Ja, schon. Gerade plane ich im Endeffekt die Karriere danach. Das ist eigentlich mehr oder weniger noch ein Hobby. Mir macht es auf jeden Fall Spaß, mich mit dem Thema Ernährung zu beschäftigen. Auch was das Kochen oder so angeht. Das mache ich sehr gerne. Und Lesen. Wir haben auch im Juli Nachwuchs bekommen, da ist man auch sehr eingespannt.

RoGaz: Herzlichen Glückwunsch an die junge Familie!

Hain: Vielen Dank!

RoGaz: Dann würde ich gerne noch wissen, was für ein Rezept oder Lieblingsessen du unseren Leser*innen denn empfehlen kannst?

Hain: Das ist tatsächlich schwer. Ich variiere nämlich immer sehr gerne. Aber zum Beispiel zum Frühstück gibt es schon einen Favorit. Und zwar ein klassisches Porridge. Als Topping gibt es ja so viele Möglichkeiten. Bei mir sind gefühlt immer Beeren dabei. Dann so ein bisschen Nussmus – also Erdnuss- oder Mandelmus. Meistens auch noch irgendeine Proteinquelle, da gibt es auch Proteinpulver, Skyr oder Quark oder so was in der Art dazu.

RoGaz: Klingt auf jeden Fall lecker. Jetzt steht ja Weihnachten direkt vor der Tür. Und wenn wir schon beim Essen sind: Was landet denn da bei dir und deiner Familie auf dem Tisch?

Hain: Bei uns daheim, als wir noch Kinder waren, gab es am 24.12. immer Kraut und Würstl. Und jetzt ist es so, dass wir dieses Jahr an Weihnachten bei meinen Schwiegereltern sind und da weiß ich noch gar nicht, was es gibt. Das wird spannend. Letztes Jahr waren wir auch dort und da haben wir – meine Freundin und ich – gekocht. Mal gucken, ob wir dieses Jahr nochmal ran dürfen oder gesagt wird: „Nee, kam nicht so gut an. Wir kümmern uns lieber drum.“ Deswegen weiß ich es noch gar nicht, ehrlicherweise. Aber daheim war es auf jeden Fall so – am 24. gab es klassisch Kraut und Würstl und dann eher an den Weihnachtsfeiertagen das eigentliche Weihnachtsessen.

RoGaz: Da wünschen wir doch schon heute einen guten Appetit! Also wer bei uns in Augsburg eine absolute Konstante ist, ist der Salva. Hast du denn auch noch irgendeine persönliche Anekdote mit ihm? Der ist auch wie man hört allseits beliebt und sehr, sehr lange schon im Dienste des FCA.

Hain: Ja, also die eine Anekdote kann ich euch jetzt nicht erzählen, aber wie du sagst, er ist ein sehr lustiger Typ, der sich auf jeden Fall auch sehr leicht ärgern lässt. Das muss man sagen und die Spieler wissen das natürlich. Zumindest damals wussten sie das immer. Deswegen hat man ihn dann schon oft damals zur Weißglut gebracht. Und dann hat es sich ein bisschen hoch geschaukelt, aber alles nie ernst gemeint. Aber er ist eine treue Seele, auf jeden Fall, und ein sehr, sehr angenehmer Typ.

RoGaz: Was nimmst du denn persönlich aus deiner Zeit in Augsburg mit? Wahrscheinlich hattest du jetzt nicht die Zeit, immer herum zu spazieren und die Stadt zu erkunden?

Hain:  Ich habe zuerst bei der FH gewohnt. Direkt bei der FH. Ich hab mich sehr, sehr wohl gefühlt, muss ich sagen. Man lernt es zu schätzen, wenn man dann in einer noch größeren Stadt wie München lebt. Das war schon eine Umstellung. Ich habe mich sehr wohl gefühlt in den sechs Jahren, in denen ich in Augsburg war und es ist nicht so, dass man sich da von Tür zu Tür hangeln muss, weil man so bekannt ist. Bei mir war es zumindest nicht so. Ich war ja auch noch sehr jung. Wahrscheinlich würde man heute mit der Erfahrung und dem Wissen, das man hat, die Zeit viel besser nutzen als damals. Auch was die Aktivitäten draußen angeht. Aber es war eine sehr schöne Zeit und ich habe mich sehr wohl gefühlt in den Jahren in Augsburg.

RoGaz: Warst du auch mal auf dem Plärrer oder im Curt-Frenzel-Stadion beim AEV? Da gibt’s ja doch einiges zur Unterhaltung!

Hain: Ja, genau, sowohl als auch. Auf dem Plärrer bin ich ein paar Mal gewesen und beim AEV auch. Das war damals auch so, dass wir dann ein paar Spieler vom AEV eingeladen haben und dann auch der AEV uns. Das war sehr cool eigentlich, es war auch mal interessant, eine andere Sportart zu sehen und deren Eindrücke zu erfahren. Das war für uns als Fußballer ein sehr cooles Erlebnis.

RoGaz: Vergleicht man sich als Stürmer manchmal auch mit anderen Stürmern? Oder ist das eigentlich gar kein Thema bei euch? Du spielst zum Beispiel mit Ex-FCA-Spieler Mathias Fetsch im Team. Der ist genauso alt wie du. Ist das ein ähnlicher Spielertyp oder was ganz anderes? Ergänzt man sich da?

Hain: Man ergänzt sich da eher. Er ist schon ein anderer Spielertyp, auch was die Statur angeht. Ich glaube, er ist 1,90m oder so. So unbewusst, glaube ich, misst man sich irgendwie immer mit anderen. Was auch nicht unbedingt Sinn macht, weil jeder seine eigenen Fähigkeiten und Qualitäten hat. Aber es gehört irgendwie dazu. Es ist ja doch irgendwie immer eine Konkurrenzsituation da, aber größtenteils ergänzt man sich dann. Es ist selten, dass es den gleichen Spielertyp öfter in einer Mannschaft gibt, würde ich mal sagen.

RoGaz: Hattest du als Kind einen Lieblingsverein oder ein Idol? Einen Lieblingsspieler?

Hain: Bayern München war tatsächlich mein Lieblingsverein. Das dürfte ich jetzt natürlich nicht sagen, weil ich bei 1860 gespielt habe. Aber auch das volle Programm: Bettwäsche und so weiter und so fort. Und mein Lieblingsspieler? Giovanni Elber war schon recht hoch im Kurs und dann hat es sich über die Jahre hinweg gewandelt als Kind. So gefühlt ist da jedes Jahr jemand neues, der aufkommt und Tore schießt. Bei mir waren es tatsächlich immer die Stürmer größtenteils, zu denen ich aufgeschaut habe. Wie Ronaldo, Rivaldo und wie sie alle heißen. Thierry Henry… Das waren die, die meine Kindheit geprägt haben.

RoGaz: Ein paar Fans haben es dir ja damals übel genommen, dass du ausgerechnet zu unserem größten Konkurrenten gewechselt bist. Wie kam es denn dazu und kannst du das den Fans verzeihen bzw. es bis zu einem gewissen Punkt verstehen, dass man das als Fan nicht so toll findet?

Hain: Ja doch, das kann man schon verstehen. Also ich muss sagen, in dem Moment habe ich – als der Wechsel dann feststand – gar nicht so darüber nachgedacht. Ich meine, Sechzig war in der zweiten Liga, Augsburg war erste Liga. Natürlich kann man es verstehen, aber ich habe das gar nicht so gesehen. In der Bundesliga hatte ich nicht so viele Einsatzzeiten und ich wollte einfach wieder Fußball spielen. Der Trainer von Sechzig (Anm.: Alexander Schmidt) hat sich sehr um mich bemüht. Ich meine, das ist noch in der Heimat. Das war auch ein Kriterium und es hat sich damals zu dem Zeitpunkt einfach gut angefühlt. Im Nachhinein war es sicher nicht die beste Entscheidung, aber das weiß man vorher nie.

RoGaz: Also, wer dich schon länger nicht mehr gesehen hat, der wird (deutet auf Bart) erst einmal schauen. Also, das ist mir jetzt so gegangen. Ich hab dich vorher gegoogelt und deine Vita. Du bist mit 24 vom FCA weggegangen und das ist jetzt zehn Jahre her. Da sieht man schon, wieviel Zeit mittlerweile vergangen ist.

Hain:  Ja, total. Es ist jetzt schon lange her tatsächlich, ne? Da war der Aufstieg 2011 und 2013 bin ich dann weg. Viele Spieler sind auch nicht mehr da – eigentlich gar keiner mehr, mit dem ich noch zusammen gespielt habe. Daran sieht man auch, wie schnelllebig der Fußball ist. Deswegen verläuft sich das auch so ein bisschen. Ich habe mich mit Tobi Werner mal, als wir mit Unterhaching gegen Jena gespielt haben – der war da Sportdirektor – kurz unterhalten. So läuft man sich dann manchmal über den Weg. Ich bin auch nicht der Typ, der so riesige Kontakte über WhatsApp oder so pflegt. Das verläuft sich dann immer wieder, aber man freut sich dann schon nochmal, wenn man den anderen dann sieht oder hört, was er macht und wie es ihm so ergeht!

RoGaz: Warst du schon mal als Zuschauer beim FCA? Und wenn ja, wann zuletzt?

Hain:  Ja, zwei Mal. Einmal in der Bundesliga, logischerweise in der Bundesliga. Aber das ist schon sieben Jahre her. Das müsste 2015 gewesen sein. Und dann beim Heimspiel gegen Liverpool in der Europa League.

RoGaz: Also wir beide hoffen ja, dass wir dich schon noch ein weiteres Mal in Augsburg zu sehen bekommen. Und zwar beim Abschiedsspiel von Daniel Baier im September 2023 voraussichtlich. Da stand erst letztens in der Augsburger Allgemeinen, dass Daniel sich dich sehr gut in seinem Team vorstellen könnte.

Hain: Ja, sehr cool, das freut mich natürlich.

RoGaz: Gerade Daniel Baier war und ist noch so eine extreme Galionsfigur beim FCA. Er war damals erst kurz ausgeliehen, ist dann wieder zurück zu den Wölfen. Dann ist er nach einem halben Jahr wiedergekommen und hat erst so richtig, glaube ich, Anklang am Verein gefunden und war dann einfach extrem lang unglaublich wichtig. Du hast auch noch ein bisschen mit ihm zusammen gespielt, oder?

Damals noch ohne Bart, aber die Nikolausmütze hätte ihm sicher auch gut gestanden
(Photo credit should read CHRISTOF STACHE/AFP via Getty Images)

Hain: Genau, ja. Gerade in der zweiten Liga hat er gar nicht so einen einfachen Stand gehabt. Da hat er eher offensiv oder auf außen gespielt. Aber in der Bundesliga hat er dann richtig gut gespielt und ich glaube, über die Jahre hinweg, war er die prägende Figur beim FCA. Ein super Fußballer und auch ein sehr angenehmer Mensch. Es spricht für ihn, dass er über Jahre hinweg die Konstanz beim FCA war.

RoGaz: Du hast auf jeden Fall in Augsburg auch noch sehr viele Fans. Also auf jeden Fall schon mal zwei, uns, Birgit und Irina. Franzi auch und dann bestimmt noch den einen oder anderen. Vielen lieben Dank für das Interview und schönes Weihnachtswochenende.

Hain: Ich sage auch Danke! Und fröhliche Weihnachten an alle FCA-Fans!

Durchgebrochen

In der Vorbereitung verletzt und trotzdem nicht ausgeliehen. Erst später in der Saison in Gang gekommen. In der ersten Liga. Von 15 Saisonspielen 13 mal im Kader gestanden. Die anderen beiden Male eben noch nicht fit. 7 Einsätze in der Bundesliga. 141 Bundesligaminuten gesammelt. Dazu 45 Minuten gegen die Bayern im Pokal. Das Debüt hatte er schon vorher gefeiert. Jetzt ist er in der ersten Liga angekommen: Herzlich Willkommen, Lukas Petkov.

Petkovs Weg

Bis hierin ist dann auch die Karriere des Lukas Petkov lehrbuchmäßig verlaufen. Als Friedberger Jung in der Jugend beim FCA groß geworden, schaffte er es irgendwann bis in die U23 beim FC Augsburg und erregte Aufmerksamkeit auch bei den Verantwortlichen des Profiteams. Am letzten Spieltag der Saison 2020/21 war es ihm dann sogar vergönnt in der Bundesliga zu debütieren. Am 34. Spieltag am 22.05.2021 durfte er 3 Minuten gegen den FC Bayern ran.

Trotzdem war der Sprung zu den Profis noch weit und Petkov entschied sich mit dem FCA zusammen zu einem Zwischenschritt. In der letzten Saison (2021/22) konnte Petkov in der dritten Liga sehr viel Spielzeit für den SC Verl sammeln. 37 Spiele waren das maximal mögliche bei einer Gelbsperre. In diesen kam er auf 16 Torbeteiligungen. Dazu 5 Partien im Westfalenpokal. Spielhärte auf Herrenniveau. Die richtigen Voraussetzungen für die Zeit jetzt.

Lukas Petkov mit vollem Einsatz für Verl. Ein wichtiger Karriereschritt. (Photo by Michael Titgemeyer/Getty Images for DFB)

Die Jugend unter Enno Maaßen

Enno Maaßen ist auch als Trainer zum FCA geholt worden, weil er sich den Ruf erarbeitet hatte, mit jungen Talenten erfolgreich arbeiten zu können. Zumindest legt die Vor-Station und der Erfolg als Trainer der U23 von Borussia Dortmund das nahe. Nun ist direkt in der ersten Halbserie unter Enno Maaßen Lukas Petkov fester Bestandteil der Bundesligamannschaft geworden. Es scheint, dass sich hier zwei gefunden haben, bei denen es passt. Petkov war weit genug und beide können sich den Sprung in die Bundesligamannschaft schon jetzt als Erfolg auf ihre Saisonbilanz schreiben.

Damit ist jetzt zusätzlich eine Vorbildfunktion für die eigenen Jugendspieler geschaffen. Nachdem sich noch im Sommer Dzenan Pejcinovic für eine Zukunft in Wolfsburg entschieden hatte und dort zuletzt seine erste Kadernominierung für sich verbuchen konnte, gibt es jetzt wieder einen jungen Profi in Augsburg, der es aus der eigenen Jugend zu den Profis geschaffen hat (Genau, Frambo, mit 27 ist man im Profifußball nicht mehr jung). Es kann in Augsburg funktionieren und das gibt doch allen Hoffnung.

Die Lücke geschlossen

Damit ist dem FCA mit Enno Maaßen schon jetzt etwas gelungen, was zwischenzeitlich Heiko Herrlich als auch Markus Weinzierl nicht hinbekommen haben. Die letzten beiden Durchbrüche, die in Augsburg stattgefunden hatten, waren Kevin Danso ab März 2017 und Marco Richter ab Februar 2018. Beide sind dabei um eine Leihe herum gekommen und es hat auf Anhieb geklappt. Bei Petkov hat nun das Leih-Prinzip funktioniert.

Kevin Danso kam in seiner ersten Bundesligasaison auf 7 Einsätze. Die hat Lukas Petkov in dieser Saison schon jetzt egalisiert. Bei Marco waren es 12 Einsätze. Das sollte jetzt in der Rückserie kein allzu großes Problem darstellen. Der Fußabdruck in dieser ersten Saison wird ein großer sein. Relevant und berichtenswert. Unter dem Radar ist das nicht mehr.

Brust raus – hier steht ein Bundesligaspieler. (Photo by Sebastian Widmann/Getty Images)

Wer ist der Nächste?

Und das macht Hoffnung. Hoffnung auf mehr. Auf mehr Spieler, die aus der eigenen Jugend in die Profimannschaft hochstoßen und sich dort etablieren. Aaron Zehnter durfte im Pokal schon einmal ran und ist wohl momentan am nächsten dran. Dazu durften Josué Mbila und Daniel Katic sich auch schon über Kadernominierungen freuen. Im Sommer gibt es dann wieder Leihrückkehrer. Wem wird hier wie Petkov der Durchbruch gelingen?

Seit langem ist es wieder so, dass man als FCA Fan genauer hinschaut, wer aus der Jugend nachrücken könnte. Die Jungs könnten wieder Chancen bekommen, sich zu zeigen. Auch Enno Maaßen will die Jungen nicht unter den Bus werfen. Aber manchmal möchte man auch ihm zurufen: nur Mut. Ich habe viel Hoffnung, dass es sich für alle als vorteilhaft erweisen könnte. Aber zuerst schauen wir weiterhin gespannt auf Lukas Petkov und drücken die Daumen. Die ersten Treffer und Torbeteiligungen in der Bundesliga werden kommen. Und warum sollte sich Petkov nicht festsetzen und die angespannte Kadersituation in der Offensive nachhaltig für sich zu nutzen wissen? Ich bin schon jetzt ein großer Fan.

Der Nächste

Die Geschichte ist eine Alte. Schon 2007, als der FCA von Hummel zu einem Ausrüster, an den man sich namentlich kaum mehr erinnern kann (DoYouFootball), gewechselt war, wurden Vorteile für die Fans versprochen. Einer der Vorteile war damals sehr greifbar. Trikots kosteten unvorstellbare 39,99 EUR. Es waren die günstigsten in der zweiten Liga. Ein anderer waren die individuellen Designs. Dafür war die Qualität fragwürdig. Die Trikots hielten nicht besonders lange. Und von DoYouFootball redet mittlerweile auch niemand mehr.

Der neue Ausrüster Mizuno

Zur neuen Saison wechselt der FCA nun erneut den Ausrüster. Nach einigen Jahren der Zusammenarbeit mit Nike geht es nun zum japanischen Ausrüster Mizuno. Mizuno ist zwar ein international tätiger Sportartikelhersteller. Größenmäßig ist er allerdings nicht mit Adidas oder Nike vergleichbar. Der Umsatz von Adidas ist ca. 15fach so hoch, der von Nike gar 25fach. Selbst ein Unternehmen wie Under Armour ist ca. 4mal so groß. Mizuno ist traditionell stark im Bereich von Laufschuhen und Golfequipment. Insgesamt hat die Marken wohl den wenigsten deutschen Konsumenten vor kurzem noch etwas gesagt. Um dies zu ändern, ist man aus Mizunos Sicht wohl bestrebt gerade im Fußball-Sponsoring aktiver zu sein. Nach dem VfL Bochum wird man nun die nächsten 5 Jahre den FC Augsburg ausstatten.

Wenn man sich den Wertekanon von Mizuno betrachtet, dann sticht der Konzern nicht besonders positiv hervor. In Indonesien wird der Konzern in einem Atemzug mit Adidas genannt, wenn es um den Kampf gegen die gerechte Entlohnung von Arbeitern geht. Ansonsten war der größte Skandal, für den Mizuno verantwortlich gemacht wurde, die schlechte Qualität von Basebällen in der japanischen Liga. Und Baseball ist in Japan ein bedeutender Sport mit Strahlkraft. Erinnert sich noch jemand an die Flatterbälle von Adidas. So ähnlich. An sich bekommen wir mit Mizuno somit schlicht den nächsten Sportartikelhersteller als Ausrüster, diesmal aus Japan.

Wechselgründe

Warum der FCA gewechselt ist? Einerseits war der FC Augsburg mit den Trikotdesigns und den Produkten von Nike wohl nicht komplett zufrieden. Zu standardisiert. Von der Stange. Andererseits wäre es naiv anzunehmen, dass dies entscheidend bei der Auswahl gewesen wäre. Immerhin hatte man mit diesem Wissen zwischendurch mit Nike schon verlängert. Und ja, Mizuno verspricht nun individuellere Designs. Aber dafür gibt es halt auch keinen Swoosh mehr auf den Shirts.

Am Ende war dann wohl auch ein Hauptaugenmerk, welcher Ausrüster in den nächsten Jahren bereit ist, wie viel zu zahlen. In Zeiten, in denen ein wirtschaftlicher Abschwung schon begonnen hat, ist es dem FC Augsburg wohl gelungen, einen Ausrüstervertrag abzuschließen, der zu deutlich erhöhten Einnahmen vereinsseitig führt und somit die wirtschaftliche Stabilität in den nächsten Jahren befördert. Am Ende ging es dann wohl ganz schnöde mal wieder um Kohle. Und wenn man davon ausgeht, dass man schlicht den nächsten Sportartikelhersteller als Ausrüster bekommt, dann ist es wohl auch okay, die finanziellen Aspekte in den Vordergrund zu stellen.

Bochumer Erfahrungen

Rund um das Spiel gegen Bochum habe ich mich auf Twitter umgehört, und einige Meinungen eingesammelt, die sich unter Bochumer Fans zu Mizuno als Ausrüster und deren Qualität durch eigene Erfahrungen gebildet haben. Interessant im Bochumer Fall: auch sie wechselten von Nike zu Mizuno, nur eben genau ein Jahr früher. Folgende Statements wurden abgegeben:

@sonny4630: “Noch wichtiger in der Vermarktung: es wird kein Template/ Muster von der Stange geben.”

@bliffbert: “Hab das Aufwärmshirt und bin sehr zufrieden”

@dummy1848: “Trage das gute Stück seit Saisonstart 1x wöchentlich in der Halle und bin mit Tragekomfort und der Qualität voll zufrieden.”

@Pippo_Penny: “Bin zufrieden”

@Robiinfut“Geil. Wirklich. Vor allem sind es Unikate und nicht wie bei Nike von der Stange. Sehr positiv überrascht davon.”

@mularinho1848 “Ich finde die Teile top!”

Insgesamt ein schönes Kit, dass die Bochumer diese Saison haben. (Photo by Alexandra Beier/Getty Images)

@KKolumna2904 “Top bislang.”

@lippebochumer “Hab’s mir heute endlich gekauft. Design fand ich schon geil, als es vorgestellt wurde. Aufgeklebter Sponsor und Wappen ist mir auch aufgefallen. Fühlte sich bei Nike hochwertiger an. Mal abwarten.”

@CM7_Umaroth “Bin qualitativ sehr zufrieden, mit 2 Metern und auch sehr breiten Schultern (und ja auch n kleiner Bauch) sind die Artikel in 3xl doch schon knapp bemessen. Aber auf jeden Fall einzigartige Designs und nicht so von der Stange wie bei Nike wo alle fast gleich aussehen.”

@Taugeidds “Glaube wenn man alle 3 Trikots mit einbezieht haben wir den schönsten Trikotsatz der Liga. Passform sehr gut (nicht zu eng wie von Nike). Qualität kann nach nicht mal ner halben Saison noch nicht bewertet werden.”””

@ruhrpottasi1848 “Designtechnisch incl. Sondertrikot ziemlich gut. Und jetzt sogar auch mit Auswärtspunkten”

@Michael1_9_8_2 “Vielleicht nicht so hochwertig wie Nike…aber trägt sich voll geil…besserer Schnitt wie Nike”

@chefhahn “Das VfL Trikot ist von der Qualität her okay. Am Besten, Trikots/Shirts eine Nummer größer bestellen, als wie angegeben. Private Fußballschuhe habe ich mir aufgrund des Preises nicht zugelegt. Sorry, kenne leider auch niemanden der Schuhe von Mizuno trägt. Gruß aus Bochum”

@AEWsomeGER “Pro: Sehr dünn und somit luftig, eigenständiges Design und mit Lazio Fagship in Europa. Contra: Mizunologo und VfL-Wappen aufgeklebt. Bin gespannt wie lange das hält.

Was erwartet uns?

Was kann man erkennen? Die Designs haben die Bochumer durchweg überzeugt. Und die größte Freude ist somit vielleicht, dass die Trikots zumindest besonders aussehen.

Als neutral möchte man anmerken, dass die Größen anders ausfallen. Japanisch anstatt amerikanisch. Da ist es am FCA in der kommenden Saison explizit drauf hinzuweisen um Enttäuschungen und Retouren zu vermeiden.

Die Preise stoßen anscheinend schon nicht mehr negativ auf, auch wenn die Bochumer Trikots ohne Flock bei 79,99 EUR liegen. Ein mittlerweile üblicher Preispunkt.

Teuer wird es vergleichsweise, wenn die Qualität nicht hält, was sie verspricht. Hier sind noch keine langfristigen Aussagen möglich, allerdings bereiten mir wie den Bochumern die anscheinend geklebten Logos Sorgen. Gestickt ist hier immer besser. Ob der FCA hier noch Einfluss nehmen kann? Schön wäre es.

Mizuno scheint durch die individuellen Designs etwas frischen Wind in den Ausrüstermarkt zu bringen. Bezahlen dürfen es die Fans, die selbst bei einer recht unbekannten Markte und evtl. qualitativ minderwertigen Trikots die gleichen Preise berappen dürfen. Im Zweifel sind die Unterschiede allerdings nicht zu groß und der größte Vorteil verbleibt die hohe wirtschaftliche Stabilität für den Club.

Alternativen?

Einer ist eh wie der andere? Aber dennoch wäre mir ein Ausrüster eingefallen, den ich am liebsten beim FCA gesehen hätte: Hummel. Hummel hat der FCA damals für DoYouFootball verlassen. Hummel ist es nun, die in der Bundesliga den Effzeh aus Köln ausrüsten, und dies mit vielen gemeinsamen Werten begründen. Hummel ist es auch, die sich als Ausrüster der dänischen Nationalmannschaft deutlich gegen die WM in Katar positioniert haben. Alternativen, die mehr als nur kommerzielle Standpunkte an den Tisch bringen, hätte es also gegeben. Nur beim FCA sind sie mal wieder nicht gelandet.

Es geht nicht mehr

Meine Fanbiografie hat einen Kipp-Punkt: die Fußball WM 2006 in Deutschland. Nachdem ich viele Jahre in meiner Kindheit und Jugend in Stadien gepilgert bin und viel Fußball geschaut hatte, war die Beziehung Anfang der 200er erkaltet. Der Fußball hatte mich nicht mehr mitgenommen. Zur WM 2006 hatte ich mich als Volunteer beworben, wurde in München genommen und habe somit alle 6 Spiele in München im Stadion miterleben können. Viele Geschichten stecken dahinter. Jede einzelne ist es weiterhin wert erzählt zu werden und ich trage sie nahe an meinem Herzen. Es war ein großes Fußballfest und hat gezeigt, welche Rolle der Sport in unserer Gesellschaft spielt. Es ist fraglich, ob ich ohne diese WM-Erfahrungen meinen Weg zum FCA in dieser intensiven Form gefunden hätte. Von der EM euphorisiert holten wir uns 2006 Dauerkarten und wie sagt man schön: der Rest ist Geschichte.

Umso mehr schmerzt es mich vor diesem Hintergrund, dass ich die WM in Katar nicht verfolgen kann. Es geht einfach nicht. Es ist mir nicht möglich. Ich kann nicht ausblenden, was im Vorlauf zu dieser WM passiert ist. Offizielle Statistiken, mit denen sich Amnesty International beschäftigt hat, zeigen, dass zwischen der WM-Vergabe 2010 und dem Jahr 2019 über 15.000 ausländische Arbeiter in Katar gestorben sind. Es werden seit 2019 noch einige hinzugekommen sein. Grafisch habe ich die untenstehende Darstellung der Washington Post entliehen. Das Bild, das sich ergibt ist eindeutig:

Und neben all den Menschenrechtsverletzungen, dem bizarr hohen Ressourceneinsatz, der Korruption und Bestechung, der Diskriminierung von Bevölkerungsgruppen und dem undemokratischen politischen System, ist es vor allem das oben stehende Bild das für mich persönlich den Ausschlag gibt. Ich kann mir diese WM nicht anschauen, sie nicht verfolgen, nicht darüber diskutieren und mich an ihr und dem Fußball nicht erfreuen, weil sie auf dem Leben all dieser Menschen ausgetragen wird und ich dass – für mich persönlich – nicht ausblenden kann. Fußball soll Menschen zusammenführen und nicht Leben zerstören. Die WM in Katar hat genau zum Gegenteil von dem geführt, was sich der Sport unter FIFA-Flagge die nächsten Wochen auf die Fahnen schreiben wird. “Die Fakten sind klar”, hat der Journalist Jens Weinreich heute in dem offenen Brief bzgl. der Rückgabe seiner Akkreditierung als Journalist vor Ort geschrieben. Und es zerbricht mir das Herz.

Einerseits, weil diese WM nie nach Katar hätte vergeben werden sollen. Sie ist dort gelandet, weil die Verbände korrupt sind. Dass die Entscheidung bei all den späteren Veröffentlichungen und Nachrichten zur Lage in Katar nicht revidiert wurde, ist der zweite Skandal. Und nun geht es mir wie Oliver Kalkofe und ich befinde mich in der Zwickmühle zwischen meinem sportlichen Interesse für eine Fußball WM alle 4 Jahre und meiner Ablehnung eines in einem diktatorischen Land nach dem Tode tausender Arbeiter stattfindenden Events entscheiden zu müssen. Und wenn ihr euch fragt, warum ihr keine WM-Vorschau für die Augsburger WM-Fahrer oder ähnliches hier finden werdet, dann sind die vorstehenden Fakten hierfür die Erklärung. Es geht einfach nicht.

Ein paar Worte möchte ich an dieser Stelle in Richtung meines Herzensvereins verlieren: Wie auf der Mitgliederversammlung diese Woche verkündet wurde, hat sich der FCA entschieden über die sportlichen Ergebnisse der eigenen Profis zu berichten. Im Gegensatz zu anderen Clubs, beinhaltet das nicht, dass der Club sich selbst kritisch mit der WM in Katar öffentlich auseinandersetzt oder solche Inhalte öffentlich teilt (im Gegensatz z.B. zum Effzeh aus Köln). Es soll der Fokus auf den Sport gelegt werden. Ich finde das nicht genug. Wegschauen ist keine Option. Gerade weil der FC Augsburg von den WM Einsätzen profitiert und für die Abstellungen seiner Profis Gebühren erhält (2018 waren es ca. 500.000 EUR) bzw. sich die Marktwerte der eigenen Spieler verbessern können. Die Kurve hat euch doch gezeigt, wie es geht (danke dafür in jedem Falle).

Neben den Clubs selbst, hängen noch viele weitere Branchen und Industrien am Rockzipfel der WM. Der WDR hat erst kürzlich die lukrative Beziehung zwischen Fußball und Bier unter die Lupe genommen. Und viele Kneipenwirte standen vor der Wahl, wie sie sich verhalten und, ob sie die Spiele zeigen. Und viele haben sich dafür entschieden, keine WM-Spiele zu zeigen. Man könnte sogar meinen, es ist eine Bewegung. Nun hat Augsburg mit Max Krapf einen Kneipenwirt als Präsidenten, der sich aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen sieht, WM-Spiele in seiner Kneipe dem 11er zu zeigen. Ich mag die wirtschaftlichen Beweggründe nicht hinterfragen. Immerhin haben wir mittlerweile keinen abgehobenen Millionario mehr als Präsidenten. Der Wunsch, dass sich der Präsident des FCA an der Spitze eines alternativen Fußball-Kultur-Programms in der Stadt wiederfindet, dass sich von jetzt bis Weihnachten erstreckt und ihm dazu regelmäßig eine volle Kneipe beschert, war dennoch groß. Dass selbst jemand wie Krapf in 12 Jahren seit WM-Vergabe keine andere Lösung als ein “weiter so” mit kleinen Einschränkungen gefunden hat, macht traurig.

In jedem Fall ist es so, dass sich bei dieser WM Menschen vom Fußball abwenden, bei denen ich das bisher nicht für möglich gehalten hätte. Der Sport verliert seine strukturelle Basis und diese wird eben nicht vor dem Fernseher geschaffen. Es wird Zeit dass sowohl Clubs als auch Verbände sich mit der schon seit Jahren deutlich geäußerten Kritik beschäftigen und Reformen anstoßen. Tiefgehende Reformen. Ob die FIFA dabei zu retten ist? Wir werden sehen. Wir tuen gut daran, bei uns in Augsburg gemeinsam daran zu arbeiten, dass der Sport zu dem führt, wofür wir ihn alle lieben: Menschen aller Art unter den Farben des eigenen Vereins in Freundschaft zusammenzubringen. Und nicht alles dem Geld unterzuordnen. Rot-grün-weiße Grüße!

Nicht besser

Viel hat sich beim FC Augsburg getan, seitdem Klaus Hofmann und Markus Weinzierl selbst ihre Abschiede im Sommer kommuniziert haben. Mit Enno Maaßen gibt es einen neuen, jungen, hungrigen Cheftrainer, der den FC Augsburg zwischenzeitlich zum bis dato besten Saisonstart der Bundesligajahre geführt hat. Das Schließen der Lücke an der Spitze des FC Augsburg 1907 e.V. hat etwas länger gedauert. Dem Verein steht mittlerweile Markus Krapf vor, der seit seiner Ernennung als Vorstandsvorsitzender versucht, Impulse zu setzen und Entwicklungen anzustoßen.

Und dennoch gibt es Bereiche, in denen noch Luft nach oben ist in der Entwicklung des FCA. Augen auf: Heute geht es darum, was immer noch nicht besser geworden ist, rund um den FC Augsburg.

Fanrechte

Nach den Pyroeinsätzen in der ersten Pokalrunde, gab es eine restriktive Ansage von Seiten des Vereins, dass Choreografien von offizieller Seite freizugeben wären. Es war nicht die erste solcher Ansagen in den letzten Jahren. Das miteinander aller Beteiligten rund um den Fußballplatz ist ein wackeliges Gerüst. Es scheint in der letzten Zeit weiterhin so, als ob gerade die Polizei kein Problem damit hat, die Lage eskalieren zu lassen. In Mainz wurde vor kurzem beim Spiel gegen Köln Pfefferspray eingesetzt. Beim Derby zwischen HSV und St. Pauli zeigen Videobilder, wie ein Polizist auf einen Fußballfan einprügelt.

Trotz vieler Kontrollen konnte die Pyro-Aktion der Augsburger Fans nicht verhindert werden. (Photo by Christian Kaspar-Bartke/Getty Images)

Gerade beim Auswärtsfahren kann es einem die Laune schon mal verhageln. Schon recht früh in der Saison haben FCA Fans berichtet, wie sie in Bremen von Werder Fans attackiert wurden. Und auch beim Auswärtsspiel gegen Stuttgart verlief bei weitem nicht alles reibungslos. Eine geplante Choreografie der Augsburger Fanszene wurde verhindert. Die Kontrollen am Stadioneingang wurden mit absurder Langsamkeit durchgeführt, so dass einige der Anhänger trotz rechtzeitiger Anreise den Anpfiff und einen Teil der ersten Halbzeit verpassten. Von den Schlangen am Getränkestand gar nicht erst zu sprechen, derweil der Gästebereich nicht ausverkauft war. Die grundsätzliche Behandlung von Fußballfans lässt weiterhin zu wünschen übrig und es ist auch beim FCA Zeit, dass sich hier was tut.

Einstellung auf dem Platz

Wenn dann auf dem Rasen der Ball rollt, hat sich der FCA eine eklige Spielweise angeeignet, die ich befürworte und die Gegner schon mal an den Rand des Wahnsinns treiben kann. Diese Spielweise hat allerdings auch eine Rückseite der Medaille. Nicht jeder Zweikampf wird mit Sinn und Verstand geführt. Nicht jedes Einsteigen ist in dieser Form notwendig. Beispielhaft möchte ich das Spiel gegen RB Leipzig hervorheben. Klar, der Iago-Platzverweis ist die Spitze des Eisbergs. Die gelbe Karte von Mergim Berisha war allerdings auch nicht gerade schlau. Der Ellbogen war da einfach drüber in dem Kopfballduell und führte dann dazu, dass auf Grund dieser gelben Karte Florian Niederlechner auf dem Platz blieb, als es darum ging, dass nach dem Iago-Platzverweis defensiv gewechselt werden musste.

Insgesamt führt der FCA die Liga in der Kartenstatistik an. Und eben nicht, weil die Spielweise das erfordert. Sondern auch, weil man teilweise undiszipliniert in der Zweikampfführung und im Verhalten auf dem Platz ist. Weil man zu viel und zu deutlich mit dem Schiedsrichter diskutiert. Ganz klar ist an dieser Stelle auch, dass nicht alle Entscheidungen der Schiedsrichter korrekt waren. Es hätte dem Team und den Verantwortlichen trotzdem nicht geschadet, in der ein oder anderen Situation mehr einen kühlen Kopf zu bewahren. Und es braucht hier auch klare Ansagen von Trainerseite.

Auswechslungen und Einsätze der Jugendspieler

Und in mancher Situation wäre es gut vom Trainer gewesen, Spieler vor ihrem Schicksal zu bewahren. Hätte Enno Maaßen Elvis Rexhbecaj gegen Stuttgart, nachdem schon feststand das Carlos Gruezo gegen Frankfurt gelb-gesperrt fehlen würde, vor seiner gelben Karte vom Platz genommen, hätte das die Lage gegen die Frankfurter Eintracht verbessern können. Andererseits ist schlicht nachgewiesen, dass frühe und vermehrte Wechsel die Siegchancen erhöhen können. Gegen Stuttgart, bei offensichtlichem Kräfteverschleiß, Arne Maier nicht früher zu bringen, ist mir ein Rätsel. Maaßen wechselt grundsätzlich viel weniger als sein Vorgänger Weinzierl.

Nicht jede Veränderung ist in diesem Zusammenhang positiv. Bei der durch Ausfälle und Verletzungen geprägten Kadersituation hätten zwangsläufig mehr Spieler aus dem eigenen Nachwuchs auf Minuten kommen müssen. Hier wurde in der Hinrunde bisher nur Lukas Petkov öfter eingesetzt. Gerade einen Aaron Zehnter vermisste man in der Bundesliga auf dem Platz bisher. Und das gerade wo Enno Maaßen zum FC Augsburg kam, um diese Jungs zu entwickeln und ihre Perspektiven zu verbessern. Zumindest an den Einsatzzeiten ist das momentan (noch?) nicht zu erkennen.

Kader und Vertragsverlängerungen

Die wenigen Auswechselungen haben aber vielleicht in der Mehrzahl mit dem an manchen Stellen sehr dünn besetzten Kader zu tun. Wollte man vor der Saison noch einen Stürmer dazu nehmen und klappte das mit der Berisha-Leihe grundsätzlich, so gab man dann aber auch noch dem Drängen von Ricardo Pepi nach und ging im Sturm schon dünn besetzt in die Saison. Auch auf den offensiven Außen fehlte angesichts der Verletzungen von Noah Sarenren Bazee und Ruben Vargas zu Saisonbeginn schon immer die Tiefe. Auf die Verpflichtung eines Neuzugangs verzichtete man trotzdem. Nach dem Ausfall von André Hahn schmerzte das umso mehr. In der Innenverteidigung hatte man zwischenzeitlich schlicht gr0ßes Verletzungspech. Aber es ist eben auch so, dass die nicht gemachten Hausaufgaben aus dem Sommer gerade nach der Systemumstellung vor dem Spiel gegen Bremen deutlich zu Tage traten, wo jetzt deutlich mehr offensive Kräfte zum Einsatz kommen. Die Augen richten sich mit Spannung auf die Winterpause.

Rafal Gikiewicz’ Zukunft hängt an einer Vertragsoption. Warum nicht jetzt schon Nägel mit Köpfen machen? (Photo by Adam Pretty/Getty Images)

Hier könnte sich der FCA neben dem ein oder anderen Zugang auch schon mit den Weichen für die kommende Saison beschäftigen. André Hahns Vertrag läuft aus, und gehört verlängert, zumindest um 1 Jahr. Freddy Jensens Vertrag läuft aus und Jensen sollte bleiben. Dazu hat man für Rafal Gikiewicz eine Vertragsoption. Welche Gründe sollte es hier geben, diese nicht zu ziehen? Im Falle einer Neuverpflichtung könnte man so zumindest eine Ablöse erzielen. Die Zeiten, in denen wir gute Spieler ziehen lassen – wie zuletzt im Falle von Rani Khedira – und nichts im Gegenzug erhalten, sollten vorbei sein. Hier hätte auch längst etwas passieren können. Die TSG Hoffenheim hat seit der Sommerpause mit 3 Spielern Verträge verlängert. Auch andere Bundesligisten waren nicht untätig. Man fällt hier mal wieder etwas zurück.

Abseits der rosa Brille

Was am Ende verbleibt sind die unerfüllten Hoffnungen. Ja, die Saison verlief zeitweise super. Aber am Ende ist es so oft wie im Heimspiel gegen RB Leipzig: es hätte noch besser sein können. Die personellen Sorgen waren zeitweise groß und hemmten die Möglichkeiten. Dies ist dabei auch ein selbstgemachtes Problem durch die Kaderzusammenstellung und das Verhalten auf dem Platz. Und dennoch kam die Jugend nicht zum Zug und hat es rund ums Stadion nicht immer Spaß gemacht.

Als Fußballfan gibt man die Hoffnung ja nicht auf. Wer weiß es schon, vielleicht erleben wir die Rückrunde unseres Lebens. Dann muss sich an manchen Stellen aber definitiv noch etwas tun. Und die Veränderungen beim FCA haben ja die Managementpositionen nur bedingt betroffen. Die Augen richten sich so zumindest seit Abpfiff der Partie gegen den VfL Bochum auf Stefan Reuter. Was passiert in der ersten gut vorbereiteten Transferphase seit dem Abschied von Klaus Hofmann? Es bleibt spannend.

Der FCA und die Schiedsrichter

Dieser Text erschien zuerst in der Kolumne „Einwurf aus der Rosenau Gazette“ bei presse-augsburg.de.

Es wurde von Enno Maaßen klar angesprochen vor der Partie in Stuttgart und auch schon zu früheren Gelegenheiten: manchmal ist man nicht immer selbst seines Glückes Schmied. Und im Falle unserer Lieblingsfußballmannschaft kann man konstatieren, dass Pech mit Schiedsrichterentscheidungen ein mit prägendes Element ist. Aber auch wenn einen das Pech dann erwischt, sollte man sich davon nicht aus dem Konzept bringen lassen. Vielleicht fangen wir trotzdem mal damit an, auf einige kritische Entscheidungen zurück zu blicken. Anspruch auf Vollständigkeit erhebe ich in diesem Zusammenhang nicht.

Eckball gegen Mainz 05

3. Spieltag: Gerade hatte man auswärts gegen Leverkusen gewonnen, ging es schon zu Hause gegen Mainz 05 weiter. Es stand lange 1:1. Giki hielt einen Elfmeter gegen Burkhardt und am Ende bekam Mainz 05 die Oberhand. Das 1:2 fiel dann nicht regelkonform. Der kicker fasste wie folgt zusammen: “(…) allerdings hätte das 2:1, wenngleich es mit bloßen Augen schwer erkennbar war, nicht zählen dürfen, da der Ball bei der Ecke nicht geruht hatte.” Sascha Stegemann erhielt die Note 4,5. Der VAR darf in diesen Situationen nicht eingreifen. Was ein Pech (oder Sch*****).

Elfmeter gegen uns in Bremen

6. Spieltag: Gegen Hertha hatte man zu Hause verloren. Etwas lustlos. Dann ging es mit dem neuen Präsidenten nach Bremen. Und mit neuer taktischer Ordnung. Vorne stürmten vier. Hinten kämpfte man konzentriert. Demirovic nach Pass von Berisha markierte das 1:0 für unseren FCA. Soweit alles gut. Bis es in die Nachspielzeit ging. Bauer bekam den Ball im 16er an den Arm. Die Entscheidung mit den Worten der Sportschau: “Minutenlang wurde zwischen Spielern und Schiedsrichter Petersen diskutiert, der VAR prüfte und entschied sich für Handspiel.” Martin Petersen, Schiedsrichter an diesem Tag bekam die Note 5,5 vom Kicker. Guido Winkmann half durch sein Verschlimmbesserung aus dem Kölner VAR-Keller mit. Giki hielt das Ding und der FCA gewann trotzdem. Glück gehabt.

Martin Petersen und eine Fehlentscheidung (Photo by Selim Sudheimer/Getty Images)

Zweikampfbewertung gegen RB Leipzig

11. Spieltag: Augsburg führt verdient 3:0 gegen Leipzig, als es zum Knackpunkt des Spiels kommt. Iago foult Schlager. Daraufhin springt Schlager auf und beide Spieler geraten aneinander. Iago sieht gelb für das Foul und gelb-rot für die nachfolgende Rempelei. Was einem weiterhin nicht in den Kopf mag: Schlager ist bei der Rempelei eindeutig mindestens genau so aggressiv wie Iago vorgegangen und geht komplett leer aus. Von einer konsistenten und fairen Bewertung der Situation mit dem nötigen Fingerspitzengefühl kann keine Rede sein. Schiedsrichter war an diesem Tag Robert Schröder. Der kicker urteilte: “Verbreitete aber Hektik und wirkte insgesamt nicht souverän.” Der FCA fiel im Nachgang auseinander und das Spiel endete 3:3.

Kein Elfmeter gegen Stuttgart

12. Spieltag: Der FCA geht früh gegen Stuttgart in Führung. Kassiert später in der ersten Halbzeit den Ausgleich und kommt nach derselben gut aus der Kabine. Der Druck verpufft, weil Augsburg in dieser Phase nicht in Führung gehen kann. Auch deshalb, weil Tobias Stieler nach Handspiel von Sousa keinen Elfmeter gab. Auch der VAR (in diesem Fall Tobias Welz) griff – im Gegensatz zum Spiel gegen Bremen – nicht ein. Ex-Top Schiedsrichter Manuel Gräfe erkannte auf Twitter eine klare Fehlentscheidung. Beide (!) Trainer geben auf der Pressekonferenz nach dem Spiel an, dass ein Elfmeter gerechtfertigt gewesen wäre. Eine weitere spielentscheidende Situation, die gegen den FC Augsburg entschieden wurde. Stuttgart machte später das 2:1 und der FCA verlor auswärts.

Tobias Stieler atmet durch, lag aber falsch. (Photo by Christian Kaspar-Bartke/Getty Images)

Immer schlecht oder nur beim FCA?

Was sich nach einigen Entscheidungen am Wochenende nun nicht klar beantworten lässt: sind die Schiedsrichter – und es sind ja immer wieder Neue – immer öfter schlecht oder nur gegen den FCA. Der Spieltag, wie auch mancher vorher vermittelt hier das Bild eines grundsätzlichen Qualitätsproblems. Manuel Gräfe fasst auf Twitter wie folgt zusammen: “Die Jungs scheinen z.T. völlig von der Rolle bzw. orientierungslos. Bin gespannt, wann sie beim DFB ihrer Obhutspflicht den SR + dem Fußball ggü. nachkommen.” Mit den Jungs meint er seine ehemaligen Schiedsrichterkollegen.

Enno Maaßen hatte das Thema sogar vor der Partie gegen Stuttgart in der Pressekonferenz auf Rückfrage offen beantwortet: “Ich glaube auch, dass die Schiedsrichter, die zu uns fahren, sich vornehmen, uns schnell den Wind aus den Segeln zu nehmen und so kam es dann auch zu banalen gelben Karten. (…) Wir müssen wenn Entscheidungen getroffen werden, bei uns bleiben.” Gegen Stuttgart hatten die Schiedsrichter wie so oft gehandelt, wenn sie Spiele des FC Augsburg pfeifen: falsch in entscheidenden Situationen. Rexhbecajs gelbe Karte war dann nur die Spitze des Eisbergs. Wofür es die gab, war nicht nachvollziehbar.

Der FC Augsburg hat es dennoch und mal wieder nicht geschafft, sein sportliches Konzept trotz Schiedsrichtern weiter mit der nötigen Konsequenz umzusetzen. Der FCA wird die Schiedsrichterleistungen nicht positiv beeinflussen können. Die Zornesausbrüche auf und neben dem Platz machen es dabei nicht besser. Den eigenen Umgang mit den Situationen auf und neben dem Platz gilt es daher zu verbessern. Damit man sich öfter – trotz Schiedsrichter – für seine Leistungen belohnt wie schon in Bremen. Und damit ist das Thema dann bei allem Pech auch wieder erledigt.

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