Emotionschaos in Leipzig

Sonntagabend… Ca. 19:27 Uhr… Endlich Abpfiff in München! Der erneute Deutsche Meister FC Bayern München verhilft durch ein enges 2:2 gegen den VfB Stuttgart unserem geliebten FC Augsburg zum 11. Klassenerhalt in Folge. Das Ergebnis war natürlich nicht nur eine unermessliche Freude bei mir und meiner Familie auf dem heimischen Sofa, sondern auch eine gewaltige Erleichterung. Auf geht’s ins 12 Jahr Bundesliga! Ja, ich freute mich wie ein Schnitzel, wie man so schön sagt, und es hätte nicht viel gefehlt, um den Abend perfekt zu machen. Eigentlich wäre es nur ein ansprechender spielerischer Auftritt über 90 Minuten gewesen, doch dann kam die zweite Halbzeit gegen RB Leipzig und machte da einen fetten Strich durch die Rechnung…

Hoffnungsschimmer

Nachdem klar war, dass sich der FC Augsburg auch im nächsten Jahr mit der Crème de la Crème des deutschen Fußballs messen darf, ging ich eigentlich mit einem recht guten und entspannten Gefühl in die Partie gegen Leipzig. Immerhin hatte man nichts mehr zu verlieren und konnte befreit aufspielen. Und schlimmer als gegen Köln konnte es ja nicht werden. Dachte ich…

Im Vergleich zur 1:4-Niederlage gegen den FC in der Vorwoche, änderte Trainer Markus Weinzierl die Startaufstellung gegen Rasenballsport Leipzig gleich auf 4 Positionen. Für den verletzten Iago durfte Lasse Günther ran, der somit endlich zu seinem Startelfdebüt kam. Hierzu gratulieren wir natürlich ganz herzlich! Ruben Vargas knickte im Abschlusstraining um, sodass Mads Pedersen seine Position auf dem linken Flügel einnehmen musste. Auch Robert Gumny nahm vorerst auf der Bank Platz. Für ihn rückte Felix Uduokhai in die Verteidigungsformation. Auch Florian Niederlechner durfte sich über einen Einsatz freuen, denn André Hahn war aufgrund von Knieproblemen am Anfang der Woche nicht bei 100 Prozent.

Ein kleiner Lichtblick: Lasse Günther durfte sich über sein Startelf-Debüt freuen. Herzlichen Glückwunsch!(Photo by Martin Rose/Getty Images)

Der Beginn der Begegnung in der Red Bull Arena zu Leipzig war ziemlich spritzig und ließ mich hoffen, dass man doch einen ansehnlichen Kampf unserer Jungs sehen würde. Ich war gedanklich noch beim Klassenerhalt, als Mads Pedersen Volley aus der Distanz abzog und gleich mal Leipzig-Keeper Gulasci prüfte. Nur eine Minute später tauchte Cali im Strafraum der Gegner auf. Sein Schuss landete leider am rechten Außennetz.

Die Leipziger ließen unsere Jungs erst einmal machen und hatten dem hohen Pressing und der defensiven Stabilität erst einmal nicht sonderlich viel entgegen zu setzen. Man stand relativ engmaschig und wenn doch mal ein Ball durchflutschte, dann war immer ein Augsburger Spieler zur Stelle. Alles in allem kann man in den ersten 35 Minuten schon von einer annehmbaren Leistung sprechen – gerade, was den defensiven Bereich angeht. Die Fuggerstädter ließen nicht sonderlich viel zu und so dauerte es bis zur 40. Minute, bis das Team von Coach Domenico Tedesco das erste Mal ihre Qualität aufblitzen lassen konnte. Und schon schepperte es.

Doch leider fiel eben jenes 1:0 für die RB Leipzig aus eigenen Fehlern heraus. Pedersen störte Mittelfeldmann Laimer und grätschte die Kugel in Richtung des eigenen Strafraums. Dort fälschte ausgerechnet unsere sichere Bank der vergangenen Saison – Felix Uduokhai – auf André Silva ab, der sich den Ball noch kurz zurecht legen konnte, ehe er aus 18 Metern lässig einnetzte.

Zum Vergessen

Eigentlich will ich über die zweiten 45 Minuten der Partie gegen RB Leipzig gar nicht schreiben, sondern sie für immer vergessen. Aber das bin ich sowohl euch als auch mir selbst schuldig. Bringen wir das Debakel daher lieber schnell hinter uns, sonst kommen mir wieder die Tränen.

Markus Weinzierl nahm in der Halbzeitpause eine Veränderung vor. Carlos Gruezo hatte Feierabend. Für ihn kam Arne Maier, den der FCA über die Saison hinaus gerne verpflichten möchte. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch die Hoffnung, dass nun ein Ruck durch das Team geht und man versuchen würde, den Rückstand vielleicht aufzuholen. Pustekuchen!

Leipzig kam wesentlich wacher aus der Kabine als unsere Jungs und so klingelte es bereits in der 48. Minute erneut. Rechtsverteidiger Nordi Mukiele spielte von rechts Emil Forsberg an und lief durch. Dieser passte zurück zum Außenverteidiger, der in den Sechzehner zog und den Ball zum Elfmeterpunkt zurück legte. Dort stand Christopher Nkunku völlig frei und schon machte es BUMM. Weder Daniel Caligiuri noch Kapitän Jeffrey Gouweleeuw waren am Mann. Das war einfach wieder einmal fahrlässig verteidigt und für den Gegner viel zu einfach.

Das Kartenhaus fällt zusammen

Eigentlich konnte man hier schon von der Vorentscheidung sprechen, aber dass die Jungs dann so in sich zusammen fielen, tat wirklich weh mit anzusehen. Da war kein Aufbäumen, keine Gegenwehr, nichts. Man ging noch nicht mal mehr giftig in die Zweitkämpfe. Etwas, das uns eigentlich auszeichnet. Doch wie man an der Zweikampfquote sehr schön sehen kann, hatte man die immer wieder gepredigte Intensität in der Kabine vergessen. Immerhin konnte die Mannschaft nur 35 Prozent aller Zweikämpfe für sich entscheiden. In der zweiten Halbzeit habe ich nicht eine der Augsburger Tugenden gesehen und das schmerzt auch heute noch sehr.

Bis zum 3:0 für Leipzig, ließen die Hausherren uns erst einmal noch ein bisschen ackern, aber wirklich gefährlich wurde der FCA leider nicht. Tja und kaum versuchten die Jungs einmal Druck aufzubauen, da wurde genau das streng bestraft. RB Leipzig kombinierte sich stark von hinten raus, Uduokhai ließ Mukiele laufen, der wieder einmal Nkunku bediente. Der komplette Leipziger Sturm durfte hierbei vollkommen frei stehen. Dann kam auch noch Rafal Gikiewicz aus dem Kasten raus und rutschte weg. Kurz: Das Chaos in der Zuordnung und der Abstimmung war perfekt und es stand leider verdient 0:3 aus Augsburger Sicht.

Um dem Ganzen dann noch die Krone aufzusetzen, gab es in der 64. Minute auch noch einen berechtigten Elfmeter für Leipziger Bullen. Mads Pedersen traf nach einer Ecke Außenverteidiger Mukiele hinten im Sprunggelenk. Der VAR sah sich das Ganze noch einmal an und benachrichtige Schiri Bastian Dankert. Der gab daraufhin den Strafstoß, den Emil Forsberg zum 4:0 einnetzte.

Den Rest erspare ich uns, denn um ehrlich zu sein hatte man noch Glück, nicht noch mehr Tore zu kassieren. Die Mannschaft schien komplett auseinander zu fallen. Auch die Einwechselungen von Zeqiri und Gumny in der 80. Minute brachten leider nichts. Genauso wie es die von Hahn und Pepi zuvor schon nicht getan haben.

Emotionen

Nach Abpfiff fühlte ich mich müde, kraftlos und vor allem auch enttäuscht. Ich war nicht einmal wütend oder sauer auf das Team, dass sie sich in der zweiten Hälfte von Leipzig so auseinander nehmen haben lassen. Nein, ich war einfach unwahrscheinlich traurig, denn das war nicht der FC Augsburg, wie man ihn eigentlich kennt. Es war ein Stich mitten ins Augsburger Fanherz und ich wusste im ersten Moment gar nicht, ob ich mich jetzt über den Klassenerhalt freuen soll oder nicht. Das tue ich, nur so nebenbei bemerkt.

Mir gingen in jenem Moment so viele Dinge aus der Saison durch den Kopf. Immerhin war es nicht der erste Auftritt dieser Art. Der Saisonauftakt gegen Hoffenheim, die Heimklatschen gegen Leverkusen und Köln, die Spiele in Mainz und Freiburg… 16 Niederlagen stehen derzeit auf dem vereinsinternen Hausaufgabenzettel. In 11 davon kassierte man mindestens drei oder mehr Gegentore. Nur in Dortmund, in Wolfsburg, zuhause gegen Freiburg und Hertha sowie in München verlor man mit weniger Treffern.

Mir ist natürlich bewusst, dass RB Leipzig Champions League-Aspirant ist und ich habe bestimmt nicht erwartet, dass wir sie gegen die Wand spielen. Man kann ja auch verlieren, aber das WIE spielt hierbei für mich auch eine Rolle. Wenn man kämpft wie damals beim 3:4 in Dortmund, dann kann man auch hinterher hoch erhobenen Hauptes sagen, dass man sein Bestes gegeben hat. Das war in der Partie gegen die Leipziger aber leider nicht der Fall.

So wirklich kann man sich über den Klassenerhalt nicht freuen
(Photo by Martin Rose/Getty Images)

Das sind so Kleinigkeiten, die mich gerade einfach nicht loslassen wollen. Ich liebe diesen Verein und werde immer zu ihm stehen, aber genau deswegen bin ich so enttäuscht. Vielleicht sind meine Erwartungen auch einfach zu hoch. Doch nach 11 Jahren in der ersten Liga, darf man doch auch mal hoffen, dass man am Ende im gesicherten Mittelfeld landet, oder nicht? Ich will gar nicht in die internationalen Wettbewerbe einziehen, aber so Platz 10 bis 12 wäre doch auch für die TV-Geld-Tabelle nicht verkehrt.

Auf Stimmenfang

Niklas Dorsch (DAZN): “Wenn du 4:0 verlierst, dann hast du sehr, sehr wenig richtig gemacht. Dann hast du dir kaum Chancen heraus gespielt. Wobei jetzt können wir über die ersten 10 Minuten reden, aber das ist mir scheißegal. Am Ende verlierst du 4:0 und bist sehr hilflos aufgetreten… Man muss dazu sagen, dass wir es am letzten Spieltag auch schon sehr schlecht gemacht haben. Deswegen gilt es jetzt nochmal, das letzte Heimspiel vor eigenen Fans so positiv wie möglich zu gestalten. Einfach die Saison mit einem Erfolgserlebnis zu beenden, dass man dann wenigstens sagen kann: Okay, das letzte Spiel war erfolgreich! Und dann gilt es sich auf die neue Saison vorzubereiten. Ich glaube schon, dass da das Eine oder Andere passieren muss, damit das besser wird nächstes Jahr.”

Mads Pedersen (FCA TV): “Natürlich ist es schwierig, weil ich mich in meiner Karriere niemals nach einer 4:0-Niederlage mit einem Smile vom Platz gegangen. Das Wichtigste war vor dem Spiel, mit dem Klassenerhalt. Das war unser Ziel in den letzten paar Monaten. Es war unser Ziel, dass wir in der Liga bleiben und die Klasse halten. Das haben wir geschafft und das ist wirklich schön. Wir freuen uns, dass wir in der nächsten Saison in der 1. Bundesliga spielen und wollen es nächstes Jahr auch besser machen. Aber das Spiel heute war scheiße!”

Florian Niederlechner (FCA TV): “Da lass ich dich auch gar nicht ausreden. Da lasse ich mir jetzt auch den Abend nicht vermiesen. Wir haben wieder unser Ziel erreicht. Viele haben ja wieder gesagt vor der Saison, wir werden absteigen. Jetzt sind wir wieder direkt in der Liga geblieben. Ich bin unheimlich stolz auf die Jungs, aber ja, das Spiel war heute nicht gut. Aber der Abstiegskampf ist nicht immer ganz einfach. Und wie kurz vor Anpfiff dann der Druck eingefallen ist, war das anscheinend nicht so gut für uns. Trotzdem überwiegt bei mir ganz klar die Freude, weil wir haben es wieder geschafft einen Spieltag vor Schluss.”

Markus Weinzierl (Pressekonferenz): “Über das Spiel will ich eigentlich gar nicht großartig reden, sondern Glückwunsch sagen an meine Mannschaft für den vorzeitigen Klassenerhalt. Dass wir das heute geschafft haben durch die Bayern. Vor dem Spiel war das schon klar. Das ist für uns eine Riesenerleichterung und keine Selbstverständlichkeit es am 33. Spieltag dann auch klar zu machen. Deswegen will ich gar nicht über das Spiel reden, sondern freue mich über das Gesamte und bin froh, dass wir in der Liga bleiben.”

Die richtige Einstellung?

Da weiß ich gleich gar nicht, wo ich anfangen soll. Wie oben schon geschrieben, freue ich mich über den Klassenerhalt. Sehr sogar! Wobei ich die Art Fan bin, der mit dem FCA auch in die zweite, dritte oder vierte Liga gehen würde.

Natürlich wird der Klassenerhalt in Augsburg immer die oberste Priorität haben. Allerdings wurde vor der Saison auch gesagt, dass man so früh als nur möglich sicher die Klasse halten möchte, um dann einen Platz im gesicherten Mittelfeld zu erreichen. Und nun sagt man erneut, dass es für den FCA nicht selbstverständlich ist, am letzten Spieltag überhaupt schon sicher zu sein? Dem muss ich leider widersprechen. In bisher 8 von 11 Spielzeiten hat der FCA mit Abschluss des 33. Spieltages bereits das rettende Ufer immer erreicht gehabt.

Die Ausnahmen:

SaisonPunkte und Platzierung vor 34.STVorsprung auf RelegationVorsprung auf direkten Abstieg
2012/1330 Punkte / Rang 16punktgleich mit 15.2 Punkte
2015/1638 Punkte / Rang 113 Punkte5 Punkte
2016/1737 Punkte / Rang 142 Punkte6 Punkte
Wann war man nicht save am 34. Spieltag?

In zwei von drei dieser Spielzeiten war im Übrigen Markus Weinzierl Trainer, wobei ich ihm das nicht ankreide. Gerade in seiner ersten Saison beim FCA war sehr viel Unruhe innerhalb des Vereins. In diesem Jahr gab es hier gleich drei verschiedene Sportdirektoren. 2015/16 hatte man die Dreifachbelastung mit der Europa League, ganz klar.

Welche Frage ich mir aber stelle, ist, ob es denn unbedingt so gut ist, wenn man sich immer nur das Minimalziel setzt und das dann auch noch als “Das große Ganze” lobt. Müsste man als einer von sieben Vereinen, die noch nie abgestiegen sind, nicht einmal ein kleines bisschen höher ansetzen? Ich spreche hierbei nicht von der Europa League etc. Aber es sollte doch eigentlich nicht sein, dass man Jahr für Jahr darauf spekuliert, dass drei andere Vereine schlechter sind. Man muss auf die eigene Leistung und nicht auf die Konkurrenz gucken. Das könnte sich sonst irgendwann rächen. Gerade wenn man einen Blick auf die Zweitligatabelle wirft.

Ich bin auf das Ganze fixiert, weil es keine Selbstverständlichkeit ist für uns, dass wir in der Liga bleiben.

Markus Weinzierl in der Pressekonferenz nach dem Spiel

Eine Selbstverständlichkeit ist es freiwillig nicht, denn Traditionsvereine wie Schalke, Kaiserslautern und Co würden sicher gerne mit uns tauschen. Doch warum sieht man es nach 11 Jahren immer noch als ein Wunder an, dass man Bundesliga spielt? Ich denke, man hat es sich in den letzten Jahren verdient, sich einen gestandenen Erstligisten zu nennen. Die Einstellung erinnert mich an das Sprichwort “Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss”. Man hat immer nur den Klassenerhalt vor Augen und setzt sich eben nicht mal das Ziel, auch einmal ein Jahr lang nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben.

Das große Ganze zählt…
(Photo by RONNY HARTMANN/AFP via Getty Images)

Dieses Denken kann aber auch gleich mal in die andere Richtung ausschlagen und sich auch auf dem Platz widerspiegeln, wie man in der Partie gegen RB Leipzig gesehen hat. Kaum war man durch, hat man nicht mehr die Leistung gebracht, die sich viele Fans von der Mannschaft wünschen. Kampf, Wille, Biss, Leidenschaft – alles Dinge, die ich am FC Augsburg sehr schätze, aber wirklich in dieser Saison nicht nur einmal vermisst habe.

In den Stimmen rund um die Partie kam es so rüber, als würde man sagen: “Egal, Hauptsache, das Ziel ist erreicht, da kann man auch schlechte Leistungen zeigen”. Das finde ich persönlich nicht richtig, denn jeder Fan, der ins Stadion geht – egal ob zuhause oder auswärts – möchte sehen, wie die Mannschaft fightet und alles für den Verein gibt. Doch wie soll man das aus den Köpfen der Spieler bekommen, wenn es der Trainer und vielleicht auch die Verantwortlichen ebenso sehen?

Veränderungen?

Ich persönlich halte es eher mit Niklas Dorsch. Es sollte sich etwas ändern, denn mit einer solch schwankenden Leistung könnte es im nächsten Jahr sehr eng werden. Mit – Stand heute – Schalke 04, Werder Bremen und vielleicht dem HSV kommen Traditionsmannschaften zurück ins Oberhaus, die größere Einnahmen, eine größere Fanbasis, höhere Sponsoreneinnahmen usw. haben und nicht davor zurückscheuen, auch mal teurere Investitionen in den Kader zu tätigen.

Der FCA steht finanziell gesehen sehr gut da. Das ist etwas, das mir persönlich auch sehr wichtig ist. In den letzten 11 Jahren ist sehr viel sehr gut gewesen, gar keine Frage. Gerade in diesem Punkt will ich auch absolut nichts schlecht reden, aber dass die Konstanz im sportlichen Bereich seit einigen Jahren leider fehlt, dürfte ein jeder von uns gesehen haben. Genau das wünschen sich aber viele Anhänger*innen. An diesem ständigen Auf und Ab sollte dringend gearbeitet werden, damit es in der kommenden Saison besser läuft und die typischen Grantler*innen gar keine Chance haben das Meckern anzufangen.

Doch wo setzt man am Besten an? Baut man einen vollkommen neuen Kader auf? Sollte man Trainer oder Sportdirektor entlassen? Das können nur die Beteiligten selbst wissen, die auch wirklich intern dabei sind. Deswegen werde ich mich diesbezüglich mit meiner Meinung zurückhalten, da ich nicht sagen kann, was richtig oder falsch ist bzw. was der Mannschaft gut tut.

Fakt ist auf jeden Fall, dass Markus Weinzierl seinen Vertrag noch nicht verlängert und er sich auch nicht wirklich zum FCA bekannt hat. “Wir haben den Klassenerhalt, das ist für mich jetzt das Wichtigste und den Rest werden wir sehen”, antwortete er in der PK auf die Frage, wann er denn seinen Vertrag in Augsburg verlängert. Jobsicherheit klingt anders, was wiederum heißen könnte, dass in der Sommerpause auch noch auf weiteren tragenden Positionen Veränderungen anstehen könnten. Änderungen, die vielleicht manch einem weh tun, aber wenn es das Team pusht, gar nicht mal so verkehrt sein könnten.

Da ist die Führung

Fußballerisch konnte das der FC Augsburg weder in Mainz noch in Bochum von sich behaupten. In dem Satz verbirgt sich aber noch etwas anderes. Das Thema Führung. Mannschaftsführung, Vereinsführung, Führung des Teams durch den Trainer. In diesen Punkten hat der FCA in der letzten Woche wertvolle Fortschritte gemacht, finde ich. Warum, versuche ich im Folgenden näher zu klären. Außerdem müssen wir uns natürlich auch mit dem kommenden Gegner, dem VfB Stuttgart, beschäftigen. Weil gegen ihn gilt es jetzt, den Anflug neu erlangter bzw. wiederentdeckter Führungskraft nicht gleich wieder entwischen zu lassen.

Tiefpunkt in Mainz

Über das Spiel des FCA am vergangenen Freitag in und gegen Mainz ist schon viel gesagt und geschrieben worden. In der Presse, in den sozialen Medien und auch wir von der Rosenau Gazette haben uns dazu geäußert. Andy verfasste z.B. einen Katastrophenbericht aus Mainz, Kicker und Augsburger Allgemeine schrieben von „Debakel“ und „Desaster“ und auch bei Facebook, Twitter und Co. regten sich die FCA-Fans – angesichts der blutleeren Spielweise der Mannschaft – völlig zu Recht auf. (Ob das so ausfällig und beleidigend hat passieren müssen, wie es teilweise eben passiert ist, sei einmal dahingestellt.)

Komplett am Boden – und später an der Decke – war unser Gikie, nachdem er in Mainz zum vierten Mal hinter sich greifen musste. (Foto: Matthias Hangst/Getty Images)

Natürlich hat sich auch der Club zu Wort gemeldet. Melden müssen. Weil auch er wusste, dass mit der neuerlichen klaren Niederlage gegen einen vermeintlich schlagbaren Gegner ein neuer Tiefpunkt erreicht war. (Von den ganzen Negativrekorden, die der FCA gerade einen nach dem anderen bricht, einmal ganz zu schweigen.) Gleich nach dem Spiel gab es die bis dahin explosivste Wutrede von Betonmischer Rafal Gikiewicz. Auch Trainer Markus Weinzierl fand die Mannschaftsleistung, eher nüchtern ausgedrückt, „nicht akzeptabel“. Nur die Führungsetage ließ mit einem Statement – eine gefühlte Ewigkeit! – auf sich warten. Wir alle wollten schließlich schnellstens wissen, ob es stimmt, dass die Luft für Sportdirektor Stefan Reuter wirklich dünner wird, was mit Weinzierl passiert oder wer womöglich schon in der Warteschlange steht.

Klartext in der Führungsetage

Am Dienstagabend war es dann soweit. In einem Interview ließ Vereinspräsident Klaus Hofmann verlauten, dass es keine Personaldiskussion gibt auf Führungsebene. Die sportlich Verantwortlichen, allen voran Reuter und Weinzierl, bleiben also (vorerst). Das wird diejenigen enttäuscht haben, die sich Armin Veh oder zumindest jemand anderen als neuen Sportdirektor gewünscht hatten. Hofmann machte aber auch klar, dass es nach Mainz mal (wieder) so richtig Krach gegeben hat:

„Wir haben in den vergangenen Tagen alles hinterfragt. Das fängt bei mir an. So eine Phase hilft auch, dass mal alle Dinge, die über einen längeren Zeitraum unausgesprochen waren, auf den Tisch kommen. Und zwar auf allen Ebenen und in alle Richtungen.“

Präsident Klaus Hofmann am 26.10.2021 in der Augsburger Allgemeinen

Hofmann ist jemand, an dem sich die Geister scheiden. Gerade in letzter Zeit rückte auch er immer wieder in den Fokus der Kritik. Zu impulsiv, zu despotisch und zugleich zu ahnungslos in Bezug auf Fußball sei er. Die von ihm beschriebene Aussprache, dass unter allen Beteiligten Klartext geredet wurde, und zwar über alles und jeden (ihn eingeschlossen!), halte ich aber für eine ausgesprochen gute und wichtige Sache. Schließlich macht es doch auch außerhalb des Fußballs eine gute Führung aus, wenn sie ihrem Personal die Möglichkeit gibt, auch unangenehme, schon länger schwelende Dinge anzusprechen, gemeinsam nach Lösungen zu suchen und sich dabei auch selbst nicht auszunehmen. Das hat Hofmann getan und somit – zumindest nach außen hin – Führungsqualität bewiesen.

Nach Mainz hat sich Klaus Hofmann mit seinem Personal ausgesprochen. Wie es gute Chefs tun. (Foto: Stefan Puchner – Pool/Getty Images)

Klar ist natürlich auch, dass Hofmanns Führungskräfte genauestens „unter Beobachtung“ stehen. Seine Kooperationsbereitschaft und sein Rückhalt sind nicht bedingungslos. Das wissen die Betroffenen nur zu gut. Schauen wir mal, wie lange die Schonfrist ist, die ihnen eingeräumt wurde. Sprechen wir in ein bis zwei Wochen nochmal…

Weckruf vor Bochum

Den ersten Test hatte das Personal des FCA dann am Mittwoch in der 2. DFB-Pokal-Runde in Bochum zu bestehen. Zum Spiel selber mag ich wieder gar nicht so viel sagen. (Das hat Irina schon vortrefflich gemacht.) Zu einzelnen Eindrücken vor und während der Partie aber schon.

Einen ersten Schlüsselmoment hat aus meiner bzw. unserer Sicht die Pressekonferenz mit Markus Weinzierl und dem wiedergenesenen Alfred Finnbogason am Vortag hergegeben. Von Beginn an betonte der Trainer, dass nicht nur, aber vor allem die Führungsspieler in der Pflicht stehen, auf und neben dem Platz Verantwortung zu übernehmen. Er reagierte damit auf die Kritik von Kapitän Jeff Gouweleeuw nach dem Mainz-Spiel, es werde im Team manchmal zu wenig untereinander geredet. „Dann soll er reden!“, entfuhr es Weinzierl sichtlich gereizt. Auf die Frage nach der Stimmung im Team (eigentlich an Finnbo gerichtet), war es ihm später wichtig, noch Folgendes loszuwerden:

„Die Stimmung in der Mannschaft ist gut. Und unser Verhältnis ist auch gut. Und ich hab auch vollstes Vertrauen in die Führungsspieler. Aber nochmal, in solchen Phasen, wenn’s nicht läuft, dann müssen die auch die Verantwortung in der Mannschaft übernehmen und die gute Stimmung und die Trainingsleistung dann auf dem Platz auch rüberbringen. Ich erwart dann einfach auch, wenn wir Dinge nicht 100%ig gut machen, dass die Führungsspieler dann das Ganze auch in die Hand nehmen und da auch meine Verantwortung, ja, ich ihnen übergebe.“  

Markus Weinzierl auf der PK am 26.10.2021 auf FCA TV

Wendepunkt in Bochum?

Klarer als Weinzierl hier kann man eine Erwartung, einen Auftrag kaum formulieren. Die Führungsspieler – das sind neben Kapitän Gouweleeuw auch Finnbogason sowie die restlichen Spieler des fünfköpfigen Mannschaftsrats, Flo Niederlechner, Daniel Caligiuri und Rafal Gikiewicz. Sie sollen den Auftrag also vor allen anderen entgegennehmen. Dass er sogleich beherzigt und in die Tat umgesetzt wurde, hat man am Mittwochabend im Ruhrstadion vor allem beim Elfmeterschießen gesehen.

Die Riege der Führungsspieler hat sich zunächst einmal vergrößert. Michael Gregoritsch, der in dieser Saison die meiste Zeit auf der Bank verbracht hat, schwor das Team auf den kommenden Showdown ein. Dann trat Jeff, der Kapitän, zum ersten Elfmeter an. Es folgte Finnbo, der dem Augsburger Spiel schon mit seiner Einwechslung neuen Aufwind verliehen hatte. Als Drittes voran ging Tobias Strobl, wohl derjenige, dem die wenigsten zugetraut hätten, dass er (so sicher) verwandelt. Den vierten legte sich dann Gregerl bereit, Mister Motivator. Dass Arne Maier, der 22-jährige, am Ende vergab, ist bitter. Dass er aber antrat, um – wie die anderen – Verantwortung fürs Team zu übernehmen, spricht wiederum für ihn. (Eine Überlegung wäre es aber durchaus wert gewesen, die Reihenfolge der Schützen zu ändern, sodass am Anfang UND am Ende einer der geforderten Führungsspieler gestanden hätte…)

Hoffen und Bangen als Team. Das haben die Spieler des FCA in Bochum beim Elfmeterschießen (wieder) erfahren. (Quelle: Twitter @FC Augsburg)

Vielleicht ist das nur meine Sicht, aber ich finde, das Bochumer Elfmeterschießen war die ideale Plattform für die Spieler im Allgemeinen, um näher zusammenzuwachsen, und für die Führungsspieler im Besonderen, um ihre Aufgabe neu und verstärkt wahrzunehmen. Und vielleicht hat genau das nun einen entscheidenden, nachhaltigen Effekt – (auch) auf Ebene der Spieler.

Stuttgart auf die Pelle rücken

Und wie empfangen wir nach diesem Pokalaus, das es trotz allem ja immer noch ist, am Sonntag den VfB Stuttgart in der Liga? Wie der FCA hat es der VfB am Mittwoch nicht ins Achtelfinale des DFB-Pokals geschafft. Allerdings war es bei den Schwaben weit weniger knapp als bei uns. Sie haben daheim doch recht klar mit 0:2 gegen den 1. FC Köln verloren. Allerdings hatte das Spiel bei ihnen keine Überlänge. Physisch könnte das ein leichter Vorteil für die Elf von Trainer Pellegrino Matarazzo sein.  

Aktuell stehen die Stuttgarter mit vier Punkten Vorsprung vor dem FCA auf Tabellenplatz 13 (FCA: Platz 16, 6 Punkte). In den letzten beiden Spielen gegen Union Berlin und Borussia Mönchengladbach hat der VfB nur zwei Punkte mitnehmen können.

Prinzipiell haben die Fuggerstädter in ihrer Bilanz leicht die Nase vorn. Von bisher 16 Bundesligapartien haben sie 8 gewinnen können, während der VfB – bei einem Unentschieden – nur 7 Begegnungen für sich entscheiden konnte. Uns Augsburgern ist natürlich noch wärmstens das 6:0 vom 30. Spieltag der Saison 2018/19 in Erinnerung. Das bedeutete für den FCA nicht nur den höchsten Bundesligasieg seiner Vereinsgeschichte. Damit besiegelte er auch das Ende von Markus Weinzierls 7-monatigem Engagement als Stuttgarter Trainer.

Unvergessen: Das 6:0 des FCA am 20.04.2019 gegen den VfB Stuttgart. (Foto: xemx via Imago)

Für ihn, als heutiger Augsburger Übungsleiter, habe diese Zeit keine Bedeutung mehr, sagte Weinzierl auf der Pressekonferenz am Freitag. Vielmehr stimme ihn die Leistung aus der zweiten Hälfte in Bochum sehr positiv, um genau daran anzuknüpfen. Das Team hat „die Handbremse rausgenommen, auch im Kopf“. Der FCA will versuchen, in der Tabelle näher an den VfB „ranzurücken“. Auch der Mann an Stuttgarts Seitenlinie traut den Augsburgern einiges zu:

„Wir erwarten einen Gegner, der mit viel Energie auftreten wird. Nach einem 0:2-Rückstand am Mittwochabend im DFB-Pokal hat sich der FC Augsburg zwischenzeitlich auf ein Remis zurückgekämpft.“

Stuttgarts Trainer Matarazzo am 29.10.2021 auf VFB.de

Das Personal

Sicher nicht mit dabei am Sonntag um 15:30 Uhr in der WWK Arena ist für den FCA erneut Felix Uduokhai. Wie Weinzierl auf der PK erklärte, sei zu seinen muskulären Problemen nun noch eine Sehnenbeteiligung gekommen. Höchstwahrscheinlich nicht zur Verfügung stehen werden nach Mittwoch auch die beiden Angeschlagenen Noah Sarenren Bazee (Außenbanddehnung im Knie) und Iago (Probleme an der Hand). Zumindest wieder im Kader stehen nach mehrwöchiger Verletzung bzw. Krankheit wohl Niklas Dorsch, Flo Niederlechner und Freddy Jensen. Wie genau deren Einsatzfähigkeit aussehen wird, ließ Markus Weinzierl aber noch offen. Mads Pedersen ist für Sonntag wohl wieder einsatzbereit. Dementsprechend könnte die Aufstellung folgendermaßen aussehen:

Gikiewicz – Gumny, Gouweleeuw, Oxford, Pedersen – Strobl, Maier – Hahn, Caligiuri, Vargas – Zeqiri 

Beim VfB Stuttgart ist aktuell die Offensive personell recht stark ausgedünnt. Z.B. fehlt Stürmer Sasa Kalajdzic verletzungsbedingt schon längere Zeit. Genauso wie Silas Katompa Mvumpa auf der rechten Außenbahn. Auch für Linksaußen Erik Thommy, beim FCA ausgebildet, fällt ein Wiedersehen mit seinem früheren Verein flach.  

Zum Abschluss

Mir ist mehr als bewusst, dass die aktuelle Lage beim FCA ernst ist. Sehr ernst. Und dass sein 350. Bundesligaspiel, das er gegen den VfB Stuttgart absolvieren darf, zum Schlüsselspiel werden könnte bzw. schon längst ist. Ich bin aber keine Freundin von Schwarzmalerei. Lieber will ich den Blick auch mal auf andere Dimensionen lenken, die vielleicht nicht gleich so ins Auge stechen wie die „harten“ (für uns natürlich wenig schmeichelhaften) Fakten wie Tore und Punkte. Das wollte ich mit der Perspektive auf die „Führung“ erreichen, bei der sich in der letzten Woche, so zumindest mein Eindruck, etwas zum Positiven verändert hat.

Denn oft ist es ja so, dass es erst das kleine Rädchen braucht, damit das große wieder läuft. Und vielleicht muss(te) so auch erst die Führungsfrage geklärt werden, damit es dann auch wieder zahlen- und faktenmäßig heißt: „Da ist die Füüühruuung!“ Am liebsten wäre mir das natürlich gleich am Sonntag.

Unbelohnt

Spontan packte mich vergangenes Wochenende die Lust, nach Bochum zu fahren und den FCA in der zweiten Runde des DFB-Pokals auswärts anzufeuern. Von meiner Wahlheimat aus sind es nur rund 1 1/2 Stunden Fahrt dorthin und im Vonovia Ruhrstadion war ich zuvor persönlich noch nicht.

Gesagt, getan: Tickets online bestellt. Vorab hatte ich wirklich ein gutes Gefühl. Man las von einer “Jetzt gilt’s” Mentalität, die die Verantwortlichen von der Mannschaft forderten. Von Finnbogason, der zurückkehren und voran gehen wollte. Die PK vor der Partie war wirklich sehenswert, offen wie nie und voll auf den Punkt gebracht. Dafür nachträglich noch ein großes Lob an die beiden Akteure!

Meinen beiden Mitstreitern sagte ich während der kurzen Anfahrt über die A2: “Ich bin heute zufrieden, wenn wir alles geben, Herzblut und Einsatz zeigen. Dann kann ich ein Ausscheiden verschmerzen.” Dabei bleibe ich bis heute. Für mich war es eine offene Partie bis zum Schluss und das ist auch das, was die Zuschauer*innen sehen wollen. Eine packende Schlussoffensive beider Teams, eine spannende Verlängerung und der Showdown, Elferkrimi! Was will das Fußballherz mehr?

Vor der Partie

Vor der Partie gab’s für Coach Markus Weinzierl einige personelle Fragezeichen. Uduokhai und Niederlechner weiterhin im Krankenstand, Pedersen, Jensen und Dorsch angeschlagen, auch Oxford war am Dienstag vor der Partie noch fraglich. Da fragte man sich heimlich schon, wer denn dann letzten Endes eigentlich auf dem Platz stehen würde? Glücklicherweise fanden sich noch genug fitte Mannen, die die Reise ins Ruhrgebiet antreten konnten.

Stefan Reuter durchlebt derzeit offensichtlich unruhige Zeiten. (Photo by Pool/Kai Pfaffenbach/Pool via Getty Images)

Ebenfalls las man vor der Partie von unruhigen Zeiten im sonst so beschaulichen Augsburg, das längst nicht mehr das Gallien der Bundesliga ist. Stefan Reuter, Sportdirektor des FCA, steht derzeit in der Kritik und sein Posten scheint nicht mehr ganz so sattelfest zu sein. So berichteten zumindest die hiesigen Medien.

Präsident Hofmann meldete sich zu Wort und gab zu, dass es in Augsburg hinter verschlossenen Türen wohl gekracht hat. Nun scheinen aber alle Beteiligten zu wissen, woran sie sind. Bekannte Namen, wie der des gebürtigen Augsburgers Armin Veh, geisterten tagelang durch die Gazetten – aber die vermeintlich heiße Spur war wohl (noch) nicht dabei!?

Anreise, Ansetzung, Ausfälle

Die Spieler wollten sich davon jedenfalls nicht beunruhigen lassen und bereiteten sich intensiv auf das Pokalspiel unter Flutlicht vor. Der Anpfiff an einem Mittwoch um 18:30 Uhr für die weit anreisenden Augsburger*innen höchst fanunfreundlich! Sechs Stunden Fahrt kann man hier – sowohl mit PKW als auch mit Zug – ruhig einplanen. Wenn man nicht gerade im Stau steht oder eine Panne hat – wie Fanvertreter*innen des FCA, die mit knapp halbstündiger Verspätung den Gästeblock des Ruhrstadions betraten.

Weinzierl schien sich nun auf die gute alte Viererkette besonnen zu haben und setzte auf einen defensiven Block rund um Kapitän Jeffrey Gouweleeuw und Reece Oxford. Der erfahrene Tobias Strobl erhielt den Vorzug vor Carlos Gruezo. Jan Moravek stand – aus unbekannten (?) Gründen – nicht im Kader. Zeqiri durfte starten, für Ex-Bochumer Gregoritsch und Cordova bedeutete dies einen Bankplatz. Hahn und Vargas bildeten die Flügelzange. Caligiuri und Maier verdichteten das Mittelfeldzentrum. Auf außen defensiv Iago und Gumny. So weit, so gut.

Markus Weinzierl: Auf der Suche nach dem geeigneten System… (Photo by Matthias Hangst/Getty Images)

HZ1- Wieder eiskalt getroffen

Vor den zuletzt erfolgreichen Bochumern, die sich in der Bundesligatabelle mittlerweile vor dem FCA befinden, hatte der FCA jedenfalls Respekt. Die Spieler schienen das umsetzen zu wollen, was die Clubverantwortlichen und auch der Trainer von ihnen sehen wollten. Bock auf das Spiel, gepflegten Fußball und Einsatzwillen. Dies konnte man den Jungs nicht absprechen an diesem Tage!

Dennoch tat man sich schwer mit griffigen und giftigen Bochumern, die insbesondere über die Flügel mit schnellen Außen die Augsburger ein ums andere mal vor Probleme stellten. So fiel exemplarisch auch das 1:0 für die Heimmannschaft. Ex-FCA-Spieler Stafylidis brachte in der zwölften Minute -nach einem Eckball – das Leder an den langen Pfosten, dort stand Pantovic mutterseelenallein und musste den Ball nur noch einschieben. Iago hatte den Stürmer enteilen lassen. Ein paar Minuten zuvor hatte André Hahn das Führungstor auf dem Fuß, doch VfL-Keeper Esser konnte abwehren. Mieses Karma!

Der FCA lies sich jedoch durch den (erneuten) Rückstand nicht entmutigen – auch wenn so ein wenig Mainz-Vibes aufkamen. Richtig gefährlich wurden die Augsburger Mannen in der Offensive jedoch nicht und somit ging man folgerichtig mit dem knappen Rückstand in die Halbzeitpause. Trainer Weinziel reagierte nun personell und nahm den schwachen Caligiuri vom Feld. Für ihn kam Stürmer Finnbogason, der Leben in die ideenlosen Augsburger Angriffsbemühungen bringen sollte. Systemtechnisch bedeutete dies nun eine Doppelspitze mit Jungspund Andi Zeqiri.

Caligiuri machte gegen Bochum keine glückliche Figur und wurde folgerichtig zur Halbzeit ausgewechselt. (Photo by Stuart Franklin/Getty Images)

HZ2 – Action, Tore, Drama

Der FCA fand sich offensiv gleich gut in die Partie ein und kam in Person vom frei stehenden Iago zum Abschluss – leider zielte dieser weit drüber. Dann kam es, wie es kommen musste. Bochum schlug ab und zündete den Turbo. Erneut Pantovic konnte per Schlenzer das 2:0 erzielen. Ein wirklich sehenswertes Tor. Aber: Keine zwei Spielminuten später köpfte Reece Oxford den Ball nach einem Freistoß von Arne Maier in die Maschen. Der schnelle Anschlusstreffer!

Doch wer nun einen Rückfall wie im Mainz-Spiel vermutete, sah sich getäuscht. Das 2:1 war kein “One Hit Wonder”, sondern diesmal wirklich Zeichen zur Aufholjagd. Wieder zwei Minuten später – in Minute 58 – schloss Zeqiri eine Ballstafette über Finnbogason und Gouweleeuw ab. Esser konnte den im Fallen geschossenen Ball nicht richtig greifen und Ruben Vargas versenkte eiskalt. 2:2 – die Partie nun offen wie nie.

Sowohl Bochum als auch Augsburg wechselten in Folge zweimal. Beim FCA wurden die beiden Flügelspieler Hahn und Vargas ausgewechselt, für sie nun Cordova und Bazee im Spiel. Das Spiel spielten beide Teams nun mit offenem Visier. Gregoritsch kam in der Schlussviertelstunde noch für Zeqiri. Chancen gab es dann noch hüben wie drüben, doch keine wurde so richtig gefährlich. Und so ging es verdientermaßen nach 90 Minuten plus Nachspielzeit in die Verlängerung. Puh, kurz durschnaufen. Was ein Spiel sich hier in den zweiten 45 Minuten entwickelt hat… Und der FCA zeigte unerwartete Comebackqualitäten.

Verlängerung – Vom Bibbern und Bangen

Beide Fanlager waren heiß. Die wenig mitgereisten Augsburger machten Lärm für eine ganze Gästekurve und die Bochumer Wall heizte sich auf. Riemann Rufe gingen ab der Verlängerung mehrfach durch die Heimkurve. Noah Sarenren Bazee verletzte sich mit der letzten Aktion der regulären Spielzeit und es kam für ihn Nachwuchstalent Lasse Günther in die Partie. Der Stadionsprecher der Bochumer kündigte fälschlicherweise Frederik Winther an und ich habe kurzzeitig echt gegrübelt, warum der FCA nun seine Defensive stärkt. Im Pokal gilt es nun schließlich nicht den einen Punkt zu sichern.

Die Mannschaft bildete einen Mittelkreis und ausgerechnet Gregerl machte mit seinen Worten ordentlich Dampf. Dampf, den der Österreicher mit in die Verlängerung nahm: Er hatte in Minute 96 die Führung auf den Schlappen. Nach schönem Doppelpass mit Günther kam die Nummer 11 des FCA aus spitzem Winkel zum Abschluss, verzog jedoch leider etwas. Bochum wechselte zweimal und Augsburg drückte. Je länger das Spiel dauerte, desto mehr Spielkontrolle übernahm der FCA.

Gregerl stürmte nach seine Einwechslung nach vorne und pushte seine Mitspieler. (Photo by Stuart Franklin/Getty Images)

Kurzes Durschnaufen, 15 Minuten überlebt und überstanden – schadlos und man war sogar am Drücker. Bochum war platt. Doch Totgesagte leben länger, gleich nach Wiederanpfiff verschusselten Polter und Pantovic in Kombination das vermeintliche 3:2 – großes Glück für den FCA an dieser Stelle. Das gab der Heimmannschaft sichtlich Selbstvertrauen und der VfL kam wieder besser in die Partie, ohne zwingend gefährlich zu werden.

Erneut hatte Gregerl die Möglichkeit, endgültig die Partie zugunsten des FCA zu drehen. Doch erneut konnte Esser klasse parieren. Der gut aufgelegte Schlussmann wurde dann in der 118. Spielminute gegen Elfmeterkiller Riemann ausgetauscht. Es wurde brennend heiß im Stadion, die Stimmung schwappte über. Riemann Rufe wurden immer lauter und hallten durch das Stadion. Die Sonne war schon längst untergegangen, die ersten Augsburger mussten zum Zug und der Himmel war tiefblau gefärbt.

Elfmeterschießen – Freud und Leid ist nah beinander

Und so kams letztendlich zum finalen Showdown. Elfmeterschießen. Neutrale Zuschauer*innen lieben es, die eingefleischten Fans hassen es umso mehr. Glück, vor allem das Glück entscheidet über den Ausgang dieser Praktik, um zu ermitteln, wer als Sieger aus der Partie hervorgeht. Manchmal wäre mir das Revival des Golden Goals lieber. Immerhin gibts in der zweiten Pokalrunde noch keinen VAR, der das Spielgeschehen von Außen beobachtet. Doch die VAR-Kritik spare ich mir an dieser Stelle und verweise auf die Aussagen von Klaus Hofmann, ohne zu erörtern, ob ich diese Ansichten teile. Jedenfalls gabs keine Situation während des Spiels, wo ich den VAR schmerzlich vermisst hätte.

Zurück zum Elferschießen: Natürlich musste der FCA unglücklicherweise auf das Tor vor der Fantribüne der Bochumer schießen. Auf Seiten der Bochumer und Augsburger traten sodann vier Schützen an, die alle verwandelten. Den Beginn für den FCA machte der Kapitän persönlich: Jeff schickte den bejubelten Keeper Riemann in die falsche Ecke und traf sicher. Bochum egalisierte souverän. Finnbogason traute sich als zweiter Augsburger an den Elfmeterpunkt und verlud Riemann ebenfalls. Bochum traf wieder zum Ausgleich.

Dann folgte der vielgescholtene Mittelfeldspieler Strobl, der eiskalt einschob. Am nachfolgenden Bochumer Elfer von Blum war Gikiewicz noch dran, aber konnte den Einschlag nicht verhindern. Gregerl und Polter egalisierten mit ihren Elfertreffern wiederum. Dann trat als fünfter Schütze der jüngste der Runde an: Neuzugang und Leihspieler Arne Maier. Die Bochumer heizten mit Pfiffen an, der Druck wuchs ins unermessliche. Und Maier, 22 Lenzen alt, lies sich davon beeindrucken. Sein Schuss ging drüber. Nun Matchball für Bochum, Ersatzkeeper Riemann trat – zur Verwunderung vieler an – und verwandelte. Die Bochumer jubelten und tobten, Riemann wurde zum Elfmeterheld. Augsburg war in Trauer – und Arne Maier untröstlich.

Arne Maier – der Unglücksrabe. Kopf hoch!  (Photo by Sebastian Widmann/Getty Images)

Was bleibt, sind Eindrücke

Es bleibt der Eindruck, dass der FCA ganz nah dran war am Achtelfinale. Die Bochumer Fans waren wohl nicht so heiß auf das Spiel, denn viele Plätze im Stadion blieben unbesetzt. Obwohl es ein Heimspiel war. Der Fanblock jedoch war brechend voll. Die wenigen mitgereisten Augsburger Fans, es waren vielleicht 100-150, feierten ihr Team auch nach dem Abpfiff des Elfmeterschießens. Während viele Bochumer schon das Stadion verlassen hatten.

Die Augsburger lagen auch in diesem Spiel durch relativ einfach vorgetragene Spielzüge und Unachtsamkeiten in der Hintermannschaft schnell hinten. Diese Rückstände können Warnschüsse sein und den Druck erhöhen, auf der einen Seite. Auf der anderen Seite kann es auch der Beginn eines Torspektakels sein, Querverweis an dieser Stelle auf die Partie Gladbach gegen Bayern. Der FCA ließ sich, im Gegensatz zur Partie gegen Mainz, nicht beeindrucken und steckte den Kopf diesmal nicht in den Sand. Ungeahnte Comeback-Qualitäten machten sich bemerkbar und wieder einmal Reece Oxford brachte per Kopfball den FCA zurück.

Während man gegen Mainz schnell wieder in alte Muster zurückfiel, blieb man dieses Mal sprichwörtlich am Ball und glich in Folge sogar aus. Ruben Vargas vollendete einen gut vorgetragenen Augsburger Angriff im Nachschuss. Natürlich war hüben wie drüben auch ein wenig Glück im Spiel. Beide Keeper konnten sich auszeichnen. Und beide Offensivmannschaften hatten noch mehr Tore auf dem Fuß.

Das Schweizer Duo machte ordentlich Betrieb in der Offensive. Ruben Vargas glich für den FCA sogar zwischenzeitlich aus… (Photo by Stuart Franklin/Getty Images)

Conclusio

Zum Abschluss möchte ich final noch einige Aspekte anbringen, die ich mitnehme aus dem Spiel: Ich nehme vorallem mit, dass die Viererkette dem Team mehr Stabilität verliehen hat. Die Mannschaft wirkte kompakter und die Statistiken sprechen dafür. Der Ballbesitz als Auswärtsmannschaft lag bei rund 40 Prozent. Das ist in Ordnung. Die Zweikampfquote der Gesamtmannschaft lag bei 48%. Hier könnte man ggf. noch ein wenig feinjustieren.

Ich nehme weiterhin mit, dass unsere Außenverteidiger phasenweise mit ihren Gegenspielern überfordert waren (Iago: Kickernote 5,0 – Gumny 4,0). Vor allem beim 1:0 hat man gesehen, wie einfach die Augsburger Defensive auszuhebeln ist. Für Iago stand am Ende des Spiels eine Zweikampfquote von 17 (!) Prozent zu Buche. Gumnys Werte sind da deutlich besser, aber auch über seine Seite kamen einige gute Angriffe der Bochumer.

Ich nehme mit, dass die Passquote bei 71% lag und weiterhin ausbaufähig ist. Insbesondere aber unsere Zentrale rund um Strobl und Maier hatte eine gute Passquote. Unsere offensiven Bemühungen machten sich auch in der Torschussstatistik bemerkbar. Je 20 Torschüsse auf beiden Seiten, 10 Ecken für den FCA, 7 für Bochum.

Ich will hervorheben, wie gut die Mentalität auf dem Platz endlich mal wieder zu sehen und zu spüren war. Man kam nach einem 2:0 zurück, erzielte zwei sauber herausgespielte Tore und stand danach lange Zeit hinten sattelfest. Die Wechsel waren sinnig: Finnbo, Gregerl, Cordova, Bazee und Lasse Günther haben alle eine gute Leistung gezeigt. Finnbogason belebte die Offensive direkt nach seiner Einwechslung, die Tore fielen und er war an der Entstehung beider beteiligt. Gregerl hatte mehrfach das Siegtor auf dem Fuß und bewies sich in der kurzen Pause vor der Verlängerung als Motivator. Cordova, Bazee und Günther arbeiteten viel und fielen durch viel Zweikampffreude (Cordova) und durch Zug zum Tor sowie Spielwitz (Bazee, Günther) auf.

Und jetzt stelle man sich vor, Uduokhai, Niederlechner, Dorsch und Jensen säßen als Optionen auf der Bank oder würden sogar in die Startelf drängen. All die genannten sind potenzielle Stammspieler und fehlen dem FCA schon sehr.

Der FCA am Boden – nach aufopferungsvollem Kampf über 120 Minuten. (Photo by Stuart Franklin/Getty Images)

Kopf hoch, Arne

Ich nehme zuletzt noch mit, dass fünf Spieler vorangegangen sind, um einen Elfmeter bei hitziger Atmosphäre zu verwandeln. Nur bei Arne Maier, dem jüngsten Augsburger Schützen, haben die Nerven versagt. Das hilft ihm bestimmt dabei, weiter an sich zu arbeiten und wird sicher ein Lerneffekt für ihn sein. Allerdings ist es zum jetzigen Zeitpunkt erst einmal bedauerlich und traurig für ihn, dass er derjenige ist oder als der dargestellt wird, der das Weiterkommen versemmelt hat. Dem ist nicht so: Man gewinnt im Team, man verliert auch als solches. Hut ab vor deinem Mut und Kopf hoch, Arne!

Stolz bin ich nach der Partie auf die gezeigte Leistung, auf die Tugenden, die man im Ansatz wieder gesehen hat und auf zwei blitzsaubere Tore. Darauf kann man gegen Stuttgart aufbauen und das muss man auch. Denn nach wie vor stehen wir in der Liga immens unter Druck und unsere Verantwortlichen unter Beobachtung. Sollten sie die oben genannten Punkte mitnehmen und an der ein oder anderen Stelle noch weiter feilen, bin ich optimistischer in der Liga als vor dem Pokalspiel.

Und eine geile Partie zum Zuschauen live vor Ort war es allemal. Glückwunsch dem VfL zum Weiterkommen. Mein Vorschlag: Dafür kriegen wir dann demnächst die drei Punkte in der Liga. Bitte, dankeschön.

Katastrophenbericht aus Mainz

Den Saisonstart des FCA durchwachsen zu nennen, wäre vielleicht vor der Partie gegen Mainz 05 noch beschönigend gewesen. Jetzt danach ist es schlciht falsch. Ein komisches Gefühlswirrwarr hatte mich die Tage vor dieser Partie erfasst. Für mich persönlich sollte es die erste Paarung seit langem wieder im Stadion sein und es hatte sich über die Zeit vorher ein gewisses Gefühl der Entwöhnung eingestellt. Ich hatte einerseits privat einiges um die Ohren. Andererseits war das Beobachtete auf dem Rasen nicht dazu geeignet, Euphorie zu entfachen. Mainz zudem ist ein Bundesligastandort, der bei mir kein Event-Feeling aufkommen lässt. Andererseits ist der Stadionbesuch ein Teil meiner Identität und es wurde einfach mal wieder Zeit.

Dabei war die Ausgangslage trügerisch. Mainz wartete auf ein eigenes Erfolgserlebnis. Man könnte aus der Entfernung eine schwächere Phase attestieren. Dennoch hatte sich die Mannschaft der 05er seit der Winterpause der vergangenen Saison prächtig gefunden und in der Rückrunde eine wahre Erfolgsserie hingelegt (und den unmöglichen Klassenerhalt geschafft). Auswärts am Freitagabend: es gibt in der Bundesliga sowohl schwerere als auch einfachere Aufgaben. Nach unserem “durchwachsenen” Saisonstart war eine gesunde Portion Pessimismus daher vollends angebracht. Und dies nicht nur wegen dem kalauer-geprägten Stadionsprecher der Mainzer, dessen Humor sehr unserem Offensivspiel gleicht (gewollt und nicht gekonnt. Hust.)

Sportlich befand sich der FC Augsburg vor der Partie gegen Mainz 05 in einer schwierigen Phase. Die Punkteausbeute zuletzt gegen Bielefeld war ungenügend. So kann keine Ruhe reinkommen. Nun bot sich gegen Mainz 05 die Chance auswärts zu punkten, bevor nach dem Pokalspiel unter der Woche, auch im Heimspiel gegen Stuttgart zählbares herausspringen sollte. Danach wird es gegen Wolfsburg und die Bayern erstmal wieder schwieriger mit realistischen Punkteerwartungen. Um erfolgreicher Fußball zu spielen, bedarf es einiger Verbesserungen. Gegen Mainz sollte es sie nicht geben.

Aktiv und gierig

In die Zweikämpfe kommen. Längere Ballbesitzphasen haben. Die Kontrolle über das Spiel übernehmen. Zumindest hatte sich das Markus Weinzierl so gedacht und in der Pressekonferenz vor dem Spiel kommuniziert.

Zweite Minute direkt ein kleiner Schreckmoment. Ball nach innen zuglassen. Vargas mit dem Ballgewinn nach Mainzer Fehlpass in der vierten Minute war ein Fünkchen Hoffnung bevor die Fassade bröckelte. Mainz mit drei Torabschlüssen in den ersten 7 Minuten. Oxford zu spät im Zweikampf in der 10 Minute am Mittelkreis und direkt mit gelb verwarnt. Ein schwacher unkonzentrierter Start in die Partie und mit Sicherheit erstmal nicht der erhoffte aktive Beginn. Für die Krönung sorgt Robert Gumny, der slapstickartig über den Ball schlug und so den Gegentreffer in Minute 11 erst ermöglicht. Fehler, die auf diesem Niveau nicht passieren dürfen und bestraft werden. Und natürlich ging es viel zu schnell.

Reaktion auf Rückschläge

Was mich sofort danach interessierte: Wie reagierte die Mannschaft? Schon mehrmals in dieser Saison fielen Gegentore in Serie. So auch diesmal. Minute 14 und es geht schon wieder zu leicht. Mainz kommt erneut zum Abschluss. Minute 15 und das 2:0 für Mainz 05 fällt. Vorausgegangen durften sich die Mainzer erneut durch die Augsburger Abwehr kombinieren. Jeff saß zwar zwischenzeitlich auf dem Hosenboden, konnte allerdings nicht klären. Direkt nach dem zweiten Gegentreffer stellte Weinzierl das System um, in dem er André Hahn instruiert und dieser die Kollegen informiert. Trotzdem: keine Besserung in Sicht.

Alles Umstellen hat nichts gebracht. (Photo by Matthias Hangst/Getty Images)

Die Staffelung mit Caliguiri, Vargas und Cordova offensiv passte in manchen Situationen überhaupt nicht. Und mehr braucht man zum Offensivspiel dann auch nicht zu sagen. Der FCA wirkt zeitweise wie ein Team, das einen neuen Coach bekommen hat und gerade in die Vorbereitung startet. Markus Weinzierl wird auf der Pressekonferenz nach dem Spiel davon sprechen, dass ein anderer Plan fürs Spiel kommuniziert war, als er von den Spielern umgesetzt wurde. Und so ging es munter weiter, zumindest von Mainzer Seite. Oxford lässt Flanken. Gumny lässt einköpfen. Augsburg lässt Mainz das 0:3 machen. Im Gegenzug legt sich Cordova den Ball zu weit vor. In der nächsten Szene lässt sich Gouweleeuw im Mittelfeld den Ball abnehmen. Cali mit dem Ballverlust in der 40. Auch vorher gab es weitere Gelegenheiten für Mainz. Meist reicht ein Pass und die Augsburger Abwehr ist ausgehebelt. Mainz könnte noch deutlicher führen. Die Augsburger Spieler haben sich in die vollständige Passivität verabschiedet und sehnen die Halbzeit herbei.

Über Verantwortung

Der geneigte Leser wird es wissen: meine Anreise ist nicht ganz so weit. Aber selbst ich beginne mich verarscht zu fühlen, bei dem was ich dort sehe. In der zweiten Hälfte kommt Strobl als Mann in der Mitte der 3er Kette für Gumny. Zeqiri darf für Cordova ran. Der Ball läuft auch mal etwas länger in den Augsburger Reihen. Es bleibt absolut harmlos. Gouweleeuw spielt weiter unbedrängt Bälle zur gegnerischen Ecke. Es wirkt, als ob Mainz den Fuß vom Gas genommen hätte. Wir können weiterhin nichts ausrichten. Als Mainz dann doch mal kurz auch aufhört gegen den Ball zu arbeiten, schießt Zeqiri den Ehrentreffer. Mainz stellt direkt den alten Abstand wieder her.

Frustriertes Hinterherschauen (Photo by Matthias Hangst/Getty Images)

Und auch heute zeigt sich wieder: am Ende müssen es die Spieler auf dem Platz richten. Die sportliche Verantwortung hat Markus Weinzierl inne. Und heute können wir ganz deutlich sagen: die Honeymoon Phase nach der Rückkehr ist zu Ende. Das ist der schlechteste Fußball, den diese Mannschaft seit langem gespielt hat. Ich zumindest bin bedient.

Wendepunkte

Lange Zeit zum Grübeln bleibt nicht. Am Mittwoch geht es im Pokal nach Bochum. Am folgenden Wochenende kommt der VfB Stuttgart nach Augsburg. Danach wird das Programm wie angesprochen deutlich schwerer. Vor diesen Begegnungen gegen Wolfsburg und die Bayern bráucht es ein Erfolgserlebnis und Bundesligapunkte, sonst ist die erste Krise der Saison da. Wobei man sich an diesem kalten Mainzer Abend fragen muss, ob dieser Begriff nicht jetzt schon angebracht wäre. Ab wie vielen Partien mit mindestens vier gegnerischen Treffern man hiervon sprechen sollte? Oder ist der Gradmesser die Anzahl der Partien ohne mehr als einen eigenen Treffer? Ach, ihr könnt euch eine beliebige statistische Kategorie aussuchen, das Team spielt schlicht schlechten Fußball. Markus Weinzierl pickte sich bei der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Mainz die Zweikampfquote in der ersten Halbzeit heraus. Und das im Oktober live und in der Kälte mit eigenen Augen zu sehen entlockt mir gerade nur noch lautes Loslachen, nachdem Mainz den Ball in der Endphase neben das leere Tor schießt anstatt hinein und die Mainzer Fans von Augsburg und zweiter Liga singen.

Sportlich und mental braucht es jetzt Ansatzpunkte. Es braucht einen Wendepunkt. Dringend. Und auch wenn mir heute der Glaube dafür fehlt, so ist doch morgen wieder ein neuer Tag. Ach, wie möchte ich dieses Spiel schnell vergessen (getippt, während die Mainzer Fans die Laola-Welle durchs Stadion schicken). Und im DFB-Pokal am Mittwoch weiter kommen. Da ist er wieder der naive Fanglaube. Hoffentlich wie der FCA, einfach nicht unterzukriegen.

Puppngschwätz: (Ohne) Pause

Gerade ist Länderspielpause. Allerdings bedeutet das nicht, dass der FC Augsburg und seine Akteurinnen und Akteure untätig geblieben sind. Ganz im Gegenteil: In der vergangenen Woche ging es für die A-Elf im Testspiel gegen den Jahn aus Regensburg und unsere Nationalspieler sind (teilweise) bei ihren Mannschaften. Auch die U23 und die FCA-Frauen durften ran. Und dann war da noch die Sache mit Flo Niederlechners zunächst mysteriöser Operation… Über all diese Schauplätze fahren wir im wöchentlichen „Puppngschwätz“ der Rosenau Gazette einmal kurz mit dem Rasenmäher. Ziehen wir am Starterseil!

Altbekanntes

Für unsere Profis stand am Donnerstag ein Test gegen den SSV Jahn Regensburg auf dem Plan. Aktuell Zweiplatzierter der 2. Bundesliga und von 2007 bis 2012 Wirkungsstätte von Trainer Markus Weinzierl. Das Spiel fand auf heimischem Rasen, gleichwohl unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Daher war es leider nicht – wie viele der vergangenen Testspiele – im FCA TV zu sehen. Auch sonst sind die Infos dazu recht rar.

Trotzdem war es den beiden Spielberichten zufolge wohl ein munteres Spiel, das der FCA bei Chancenplus auf seiner Seite knapp mit 1:0 für sich entscheiden konnte. Den Siegtreffer in der 67. Minute erzielte Noah Sarenren Bazee per Flachschuss nach einer sehenswerten Kombination über Arne Maier und Andi Zeqiri. Der war es auch, der in der ersten Hälfte aus kurzer Distanz die größte Chance für uns hatte. Der Regensburger Torwart konnte aber erfolgreich vereiteln.

Weitere gute Möglichkeiten hatten Iago (47.) und Hahn (50.). „Im letzten Drittel fehlte allerdings […] die letzte Genauigkeit“, gab der FCA selbst zu. Mal wieder, muss man fast sagen. Denn schon im Testspiel im Januar, das damals noch unter Heiko Herrlich ebenfalls 1:0 für den FCA ausging, hatte es gegen den Jahn an der Chancenverwertung gehapert. Bis heute ist das eines unserer größten Probleme.

Noah Sarenren Bazee sicherte dem FCA im geheimen Testspiel gegen Regensburg (nicht Paderborn, wie auf dem Bild) mit seinem 1:0 den Sieg. (Foto: Matthias Hangst/Getty Images)

Neugesichtetes

Optimistisch stimmt aber, dass die Verteidigung um Oxford und Co. wieder sehr solide arbeitete. Zudem stand Jan Morávek, der seit Ende August zu den Augsburger Dauerverletzten zählt, die ersten 45 Minuten wieder auf dem Platz. Das macht Hoffnung auf eine baldige Rückkehr und darauf, dass Weinzierl im Mittelfeld wieder mehr Optionen zur Verfügung hat.

Nicht zuletzt rückte im Test ein neues Gesicht in die Startelf: Der 18-jährige Dikeni Salifou aus der U19 durfte 75 (!) Minuten lang im (zentralen) Mittelfeld auf sich aufmerksam machen. Mit den Profis stand erstmals auch U17-Spieler Mert Kömür auf dem Rasen, der in der 90. Minute Maier ersetzte.

(Fern-)Reisende

Wo es für die einen ans Testen geht, geht’s für die anderen ans Reisen. Insgesamt acht FCAler sind im Moment mit ihren Nationalmannschaften auf der ganzen Welt unterwegs. Kein Wunder, es is‘ ja auch WM-Quali. Am weitesten reisten dafür zweifellos Carlos Gruezo und Sergio Córdova. Gruezo gelang mit seinen Ecuadorianern am Donnerstag ein 3:0 gegen Bolivien, wobei er die volle Spielzeit über mithelfen durfte. „Panther“ Córdova konnte auch nach seiner Einwechslung in der 75. Minute die 1:3-Niederlage Venezuelas gegen Brasilien nicht mehr abwenden. Am Sonntag spielen die beiden Vereinsgefährten mit ihren Teams gegeneinander.  

Für Gregerl ging es am Samstag mit Österreich in den hohen Norden auf die Färöer-Inseln, die ungefährdet mit 0:2 besiegt wurden. Aufs Feld durfte er immerhin noch in den letzten Minuten. Auch Ex-Augsburger Kevin Danso stand im Aufgebot von Franco Foda, kam aber nicht zum Einsatz. Für unseren polnischen Rechtsverteidiger Robert Gumny war es seit fast einem Jahr das erste Mal, dass er gegen San Marino (5:0) wieder in der Startelf stand. Überhaupt wurde er erst zum fünften Mal in den Kader Polens berufen. Dass er bei seinem zweiten Startelfeinsatz nun gleich die komplette Spielzeit absolvierte, zeigt, welch positive Entwicklung Gumny beim FCA mittlerweile macht.

Gesundheitspflege

Weniger erfreulich lief es dagegen für Freddy Jensen und seine Finnen. Deren 1:2-Niederlage gegen die Ukraine am Samstag musste er von der Bank aus mitansehen. Auch für unseren Flügelflitzer Ruben Vargas verläuft die Länderspielphase nicht optimal. Zwar ist er in die Schweiz gereist. Genau wie seine Kollegen aus der „Nati“, die am Samstag Nordirland mit 2:0 besiegten. Er laboriert im Moment aber an einer Erkältung und es ist sehr unwahrscheinlich, dass er für das Spiel am Dienstag in Vilnius, Litauen, noch nachgeholt wird. Eher lässt er sich von seiner Mama umsorgen und tritt den Rückweg nach Schwaben an, sobald er wieder fit ist.

Internationale Luft durften zuletzt auch unsere Jungspunde Frederik Winther und Lasse Günther schnuppern. Zwar stand der dänische Innenverteidiger beim 1:0-Sieg seiner U21 im EM-Quali-Spiel gegen Schottland in Edinburgh nicht im Kader. Vielleicht bekommt er aber ja am Dienstag gegen Belgien noch die Chance. Dagegen setzte unser neuer Rechtsaußen mit der deutschen U19 beim sog. „Vier-Nationen-Turnier“ in der Slowakei, das auf die EM-Quali der Junioren vorbereiten soll, ein dickes Ausrufezeichen. Beim 6:1 gegen die Gastgeber am Mittwoch steuerte er höchstpersönlich das vierte Tor bei. Kommt bitte alle (wieder) gesund zurück!

Für die deutsche U19 erzielte Lasse Günther beim 6:1 gegen die Slowakei ein Tor. Stark, Junge! (Foto: Thomas Niedermueller/Getty Images)

Knapp wars

Gerade am Donnerstag durften einige Akteure aus der „Zwoten“ noch mit der A-Mannschaft über den Testspielsieg jubeln. Weinzierl hatte in einem fröhlichen Wechselreigen vor allem in der zweiten Halbzeit auch U23-Spieler wie Innenverteidiger Dominic Schmidt (ab 60. Minute) oder Linksaußen Dorian Cevis (ab 83. Minute) zum Zug kommen lassen.

Am Freitag mussten dieselben Spieler in Eltersdorf dann aber eine denkbar knappe 1:2-Auswärtsniederlage einstecken. Zwar war der FCA II zunächst durch Innenverteidiger Mario Subaric in Führung gegangen. Allerdings kassierte er kurz vor der Pause noch den Ausgleich und kurz vor Spielende (88.) dann das bittere 1:2, das aus einer drückenden Schlussoffensive des SCE resultierte. Nach 16 Spielen steht der FCA mit seinen 19 Punkten nun hinter Eltersdorf auf dem 13. Tabellenplatz der Regionalliga Bayern. Gegen das kleine Kleeblatt, aktuell Drittletzter, ist am Dienstag in der Rosenau sicherlich was zu holen!

Erst glänzend, dann gefrustet

Die Woche der FCA-Frauen startete gut. Um nicht zu sagen: glänzend. Am vergangenen Sonntag (3.10.) in der 2. Runde des Bezirkspokals Schwaben war der höherklassige Bezirksoberligist FC Loppenhausen zu Gast in Augsburg. Und der staunte – wie wahrscheinlich die Augsburgerinnen selbst – nicht schlecht, als er mit einer deftigen Klatsche die Heimreise antreten musste. Zwar hatte der FCA schon zur Pause mit 3:0 geführt, war aber so gar nicht auf Ergebnisverwaltung aus. So stand der 8:0-Siegtreffer von Angreiferin und Dreifach-Torschützin Carmen Drescher in der 90. Minute sinnbildlich für die immense Spielfreude, die die Mannschaft über die komplette Partie aufrechterhielt. Und damit mehr als verdient ins Pokal-Viertelfinale einzieht.

Leider konnten die FCA-Frauen den Pokalglanz nicht ganz in die Liga hinüberretten. Im vierten Spiel am Sonntag bei Aufsteiger TSV Peiting machten die Augsburgerinnen zunächst noch einen 0:1-Rückstand wett, indem sie sich zwischen Minute 31 und 41 ein komfortables Drei-Tore-Polster anlegten. Das ließen sie sich in Hälfte Zwei durch zwei Treffer der TSVlerinnen aber noch abjagen, sodass am Ende ein 3:3 und damit die etwas frustrierende Punkteteilung stand. Mit seinen 8 Punkten und Platz 2 im Gepäck fährt der FCA am Wochenende zum Spitzenspiel gegen Tabellenführer SG Buchenberg.

Flo und die OP

Dafür, dass (zumindest für die Profis) „ligafrei“ ist, haben wir jetzt schon eine ganze Menge durchkämmt. Eine Sache muss ich aber noch erwähnen, weil sie für die kommenden Spieltage recht folgenschwer werden könnte. Am Dienstagabend hat der FCA mitgeteilt, dass unser bisheriger Topscorer (mit 2 Treffern ist der Ausdruck natürlich relativ…) Flo Niederlechner operiert werden musste. Im FCA-Post auf Twitter und auch in der Instagram-Nachricht von Flo selbst wurde nicht gleich klar, warum er sich einer OP hat unterziehen müssen. Das Bild tat dann noch sein Übriges, dass sich z.B. auch Kevin Volland um Flos Wohl sorgte und augenzwinkernd unter dessen Post schrieb: „Gute Besserung Bro. Hoffe es ist noch alles dran 😉😅“.

Im Twitter-Post des FCA war zuerst nicht klar, warum sich Flo hat operieren lassen müssen. Auf Instagram war dagegen gleich von der Leiste die Rede. Wir wünschen ihm schnelle Genesung und endlich keine Schmerzen mehr!

Mittlerweile sind wir alle schlauer. Auch, weil der FCA zumindest in seinem Insta-Post schon die Auflösung mitlieferte. Die Leiste ist es, die unserer Nummer 7 zuletzt immer wieder Schmerzen bereitet hatte und als letztes Mittel nun eben operativ behandelt werden musste. Niederlechner wird laut Weinzierl mindestens drei, vier Wochen aussetzen müssen. So könnte es in der Offensive demnächst ziemlich dünn werden…

Auf der Mittelstürmerposition verfügbar ist natürlich Leihgabe Zeqiri, der sich mit seinem Tor gegen Dortmund allmählich warmgeschossen hat. Sofern Córdova unversehrt aus Südamerika zurückkehrt, wäre auch er eine Alternative, wohl aber nicht von Anfang an. Zur Not könnte auch Hahn wieder den Stoßstürmer mimen. Vor allem in Zeiten von Herrlich hatte er das öfters gemacht. Damit sind die Optionen, zumindest in einem 4-2-3-1-System, im Großen und Ganzen aber schon ausgeschöpft. Vielleicht wird dieser Engpass nun auch (endlich!) zum Anlass genommen, um sich schon mal für das Wintertransferfenster bereitzumachen.

Lichtblicke

Krank, das heißt zum Glück „nur“ erkältet, sind neben Vargas aktuell noch Niklas Dorsch und mittlerweile auch Reece Oxford. Die Augsburger Allgemeine mutmaßte, die Häufung der Fälle könnte daran liegen, dass die drei auch „privat einen engen Draht zueinander“ haben. Bis zum Spiel gegen die Arminia (17.10.) sollten sie aber hoffentlich wieder genesen sein. Ebenfalls auflaufen könnte am Sonntag – jetzt kurz festhalten – unser Langzeitverletzter Finnbo! Vielsagend gab Weinzierl zu Protokoll:

„Wenn er am Montag [ins Mannschaftstraining] einsteigt, wäre er ein Kandidat. Wir werden sehen, ob es reicht.“

Markus Weinzierl über eine mögliche Rückkehr von Finnbo gegen Bielefeld (Quelle: Kicker vom 10.10.2021)

Ja, wollen wir sehen (und leise hoffen), dass es reicht. Und wenn es für Finnbo noch nicht reichen sollte, dann doch zumindest, dass wir am Sonntagabend in der Arena eine halbwegs stabile Offensive begrüßen dürfen. Wir wollen den für die kommenden beiden Heimspiele wiedereröffneten Bierausschank ja nicht gleich dazu nutzen, das Gesehene möglichst schnell wieder zu vergessen. Oder?

Puppngschwätz: Zu Gast im Wespennest

Nach dem beinahe schon desaströsen Auftritt der Augsburger Jungs in Freiburg, den Florian Niederlechner sogar als „Angsthasenfußball“ beschrieb, wartete in dieser Woche ein echter Kracher auf die Spieler unseres Lieblingsvereins. Am Samstagnachmittag ging es gegen niemand Geringeren als den bis dato Tabellenvierten Borussia Dortmund. Doch nicht nur auf diese Partie haben wir in dieser Woche einen Blick geworfen, sondern auch die C-Juniorinnen habe ich mir mal genauer angeschaut. Zudem standen zwei Spiele der U23 und die Pokalpartie unserer Damenmannschaft in der heimischen Karl-Mögele-Sportanlage statt. Auch die Nationalmannschaftsfahrer für die vorstehende Länderspielpause wollen wir natürlich nicht außer Acht lassen.

Oh du liebe Länderspielpause

Die letzte Ligaunterbrechnung liegt noch gar nicht so lange zurück, da steht auch schon wieder die nächste an. Für zahlreiche europäische aber auch südamerikanische Fußballmannschaften geht es in den kommenden beiden Wochen in die nächste Runde der Qualifikation für die umstrittene Weltmeisterschaft 2022 in Katar.

Auch auf Seiten des FC Augsburg wurden gleich mehrere Spieler nominiert, um ihre Länder auf internationaler Ebene zu vertreten. So wurde Frederik Winther erneut in die U21 Dänemarks berufen. Für die Dänen geht es in der Gruppenphase der U21-EM-Qualifikation gegen Schottland und den aktuellen Tabellenführer Belgien, die aber schon ein Spiel mehr hinter sich gebracht haben.

Ebenfalls nominiert wurde unsere Nummer 11 Michael Gregoritsch. Für ihn geht es mit der österreichischen Nationalmannschaft in der WM-Quali gegen Färöer und gegen Tabellenführer Dänemark. In der Gruppe F liegt das Team von Trainer Franco Foda derzeit mit 7 Punkten auf Platz 4. Für die Teilnahme an der Weltmeisterschaft müssten die Österreicher in den kommenden Spielen noch auf Platz 2 klettern. Stand jetzt haben sie einen Rückstand von 4 Punkten.

Sollte er bis dahin seine Krankheit auskuriert haben, darf auch unser Schweizer Flügelflitzer Ruben Vargas wieder internationale Luft schnuppern. Für die Nati geht es am 09.10.2021 zuhause gegen Nordirland, bevor am 12.10.2021 ein Auswärtsspiel in Litauen stattfindet. Das Schweizer Nationalteam liegt in der Tabelle auf Rang 2 hinter Europameister Italien und hätte somit die Qualifikation sicher. Leider sind es noch vier Spieltage, bis das Ergebnis feststeht. Unser Stürmer Andi Zeqiri, der beim letzten Mal ebenfalls an Rubens Seite zur Nationalmannschaft fahren durfte, wurde dieses Mal nicht nominiert. Doch so kann er sich vielleicht noch besser in unser Team einfügen, wie er es schon getan hat.

Auch unser Panther Sergio Córdova darf zu seiner Nationalmannschaft reisen. Für Venezuela stehen gleich 3 WM-Qualifikationsspiele an: Gegen Brasilien, Ecuador und Chile. Da die letzte Partie gegen Chile erst am 14.10.2021 stattfindet, müssen wir damit rechnen, dass uns „La Pantera“ in der wichtigen Partie gegen Arminia Bielefeld, wohl eher nicht zur Verfügung stehen wird. Dies trifft ebenfalls auf Carlos Gruezo zu, der mit Ecuador auf Bolivien (07.10.2021) und Kolumbien (14.10.2021) trifft. Zudem kommt es am 10.10.2021 zum vereinsinternen Duell gegen Sergio Córdovas Venezuela.

Ebenfalls freuen dürfen sich Fredrik Jensen, der mit der finnischen Nationalmannschaft gegen die Ukraine und Kasachstan auflaufen wird, sowie Robert Gumny, dem wir herzlich zur Nominierung in Polens A-Kader gratulieren. Für die polnische Nationalmannschaft geht es gegen Albanien und San Marino. Wir drücken Robert die Daumen, dass er ein wenig internationale Luft auf dem Platz schnuppern darf.

Nach seiner Nominierung für die U21 Polens, darf Robert Gumny nun auch für die Profis ran (Foto: Christian Kaspar via imago)

Und auch Bundesligadebütant Lasse Günther darf erneut internationalen Boden betreten. Mit der deutschen U19-Auswahl tritt der beim so genannten Vier-Nationen-Turnier an. Hierbei trifft die Jugendnationalmannschaft auf die Slowakei (6.10.), Portugal (9.10.) und die Niederlande (12.10.)

Ein Blick auf die jungen Augsburgerinnen

An dieser Stelle möchte ich gerne mal eine Sache hervorheben. Natürlich leidet jeder FC Augsburg Fan Woche für Woche mit der Profimannschaft, denn sie sind das Aushängeschild unseres geliebten Vereins. Doch dahinter steckt so viel mehr. Insgesamt hat der FCA neben den Profis, der „Zwoten“ und den Damen weitere 15 Teams, die Woche für Woche ihr Bestes für den Club geben. Für jeden einzelnen Spieler ist es eine riesengroße Ehre, das Augsburger Wappen mit der Zirbelnuss auf der Brust tragen zu dürfen. Und dennoch bekommen sie nur selten die Aufmerksamkeit, die sie eigentlich verdient haben. Ich selbst bin derzeit des Öfteren bei den C-Juniorinnen zu Gast und kann daher sagen, dass hier nicht nur eine hervorragende Trainerleistung gezeigt wird, sondern dass man auch hier die typischen Augsburger Vereinswerte lebt. Die Mädchen sind eine eingeschworene Truppe und geben in jeder einzelnen Spielminute alles füreinander, aber auch für den “ihren” FCA.

Am Freitag spielten jene Mädels gegen die C-Juniorinnen des SV Mering. Unter den prominenten Augen von Ex-FCA-Stürmer Sascha Mölders, dessen Tochter bei der gegnerischen Mannschaft spielt, sah man eine kämpferische Leistung der Augsburger Nachwuchsdamen. Zwar ging das Spiel leider mit 4:2 verloren, doch an Mut und Kampfgeist ließ es das Team von Trainer Dirk Mielich nicht mangeln. Mering ging bereits nach 3 Minuten durch Madeleine Mayer in Führung, allerdings konnte Stürmerin Emily Kaiser (Ja, mein Mutterstolz zwingt mich dazu, den Namen zu erwähnen) noch vor dem Halbzeitpfiff den Ausgleich erzielen. Und das mit links, obwohl das wirklich nicht ihre Schokoladenseite ist!

In der 42. Minute gelang den Meringern das 2:1. 7 Minuten später fiel erneut der Ausgleich, dieses Mal jedoch durch ein Eigentor. Leider bekam man Madeleine Mayer in der Folge nicht in den Griff, die in der 51. und in der 62. Minute zweimal die Kugel im Augsburger Netz versenken konnte. Dennoch lässt sich sagen, dass die Augsburger Mädels sich niemals aufgegeben haben. Bis zum Schluss versuchten sie alles, um die Partie noch auszugleichen oder sogar zu drehen. Doch manchmal soll es einfach nicht sein.

Die C-Juniorinnen stehen nach derzeit zwei Spielen und 3 Punkten auf dem 3. Tabellenplatz der Gruppenliga Kreis Augsburg. Tabellenführer ist der SV Mering, der aber bereits drei Partien absolviert hat.

Eine Einheit auf und neben dem Platz – Halbzeitanalyse der C-Juniorinnen (Foto: Ralph Reuchlein via FC Augsburg – Frauen-und Mädchenfußball)

Und jetzt ist es an der Zeit, dass ich hier einmal die Werbetrommel rühre. Ich bin der Meinung, dass jedes einzelne Team des FC Augsburg es verdient hat, vor einer gewissen Anzahl an Fans spielen zu dürfen. Egal, welches Geschlecht oder Alter sie haben. Jeder einzelne Spieler vertritt den Club und dessen Werte nach außen und ich finde es nur fair, wenn man diese genauso unterstützt wie die Profis. Deswegen nehmt euch doch mal Zeit und schaut bei einer unserer Jugendmannschaften zu. Die Spielzeiten findet man ganz einfach auf der Homepage des BFV. Glaubt mir, wenn ich euch sage, dass das sehr großen Spaß macht.

Die nächsten Partien der C-Juniorinnen, bei denen auch ich wieder brüllend am Seitenrand stehen werde (Sorry im Voraus, Dirk!), finden am 09.10.2021 in Eurasburg (Anpfiff: 11:00 Uhr) und am 17.10.2021 (Anpfiff: 10:30 Uhr) in der heimischen Sportanlage Süd statt. Kommt doch einfach mal vorbei und feuert sie kräftig an. Die Mädels würden sich sicher sehr darüber freuen!

Auf und Ab in der U23

Nach der 4:0-Pleite in der Vorwoche gegen den FV Illertissen hatte unsere „Zwote“ diese Woche einiges wieder gut zu machen. Tja, aber die Aufgabe hätte eindeutig leichter sein können. Denn auch wenn in dieser Woche zwei Heimspiele in der Rosenau auf dem Programm standen, war am Dienstag kein Geringerer als der Tabellenzweite SpVgg Bayreuth zu Gast, die mit dem derzeitigen Tabellenführer FC Bayern München II punktmäßig gleichauf liegen.

Trotz einiger namhafter Spieler wie Noah Sarenren Bazee und Michael Gregoritsch, ließen sich die jungen Augsburger leider gegen die Wand spielen. So leid es mir tut, das sagen zu müssen, aber ein 2:6 lässt sich einfach nicht mehr schön reden. Unter den Augen von Bundesliga-Schiedsrichter Florian Badstübner, lag unsere „Zwote“ bereits nach 39 Minuten mit 0:3 zurück. Die Tore für Bayreuth schossen Stefan Maderer, Edwin Schwarz per Elfmeter und Tim Danhof. Mit hängenden Köpfen ging es in die Halbzeit. Trotzdem legte man gleich zu Beginn von Hälfte 2 einen furiosen Auftritt hin. Zwei Minuten nach Wiederanpfiff konnte Noah Sarenren Bazee auf 1:3 verkürzen und man dachte schon, dass die Jungs noch einmal angreifen würden.

Pustekuchen… Bis zur 87. Spielminute konnte die Spielvereinigung aus Bayreuth die Kugel noch drei Mal im Kasten von Felix Schäfer versenken. In der 89. Minute traf Marcus Müller zwar noch zum 2:6 – Endstand, doch man konnte alles in allem dennoch von einem gebrauchten Abend sprechen.

Ausgleich in letzter Sekunde

Das zweite Heimspiel fand am Samstagnachmittag statt. Die Rot-Grün-Weißen durften um 13:00 Uhr gegen den Neunten der Tabelle – den SV Heimstetten – ran. Dort steht im Übrigen der Sohn unseres Sportdirektor Stefan Reuter (Junior) unter Vertrag. Aus dem Profikader stand Trainer Josef Steinberger nur Tim Civeja zur Verfügung. Alle anderen wie Lasse Günther oder Noah Sarenren Bazee wurden in Dortmund gebraucht.

Die Partie Elfter gegen Neunter schien für unsere „Zwote“ ähnlich schlecht zu starten, wie das vorherige Spiel gegen Bayreuth. Innerhalb von zwei Minuten (38. und 40.) konnte Stürmer Lukas Riglewski die Gäste noch vor der Halbzeit mit 0:2 in Führung bringen. Die anwesenden Fans zitterten ob der erneut drohenden Niederlage, vor allem weil Trainer Steinberger mit Christian Köppel und Fabian Wessig doch eher zwei defensiv ausgerichtete Spieler in der Halbzeitpause brachte. Es sah auch alles zunächst danach aus, doch kurz vor Schluss passierte schließlich doch noch das rettende Wunder. In der 89. Spielminute konnte Dorian Cevis den Anschluss erzielen, was den Fuggerstädtern neuen Auftrieb gab. Und wieder nur zwei Minuten später, zappelte der Ball noch einmal im Heimstetter Netz. Stürmer Marco Nickel machte seinen dritten Saisontreffer und rettete der U23 somit einen Punkt.

In der Tabelle der Regionalliga bleibt unsere „Zwote“ somit auf dem elften Rang mit 19 Punkten und einem Torverhältnis von 25:29 Toren. Die nächste Partie steht bereits am kommenden Freitag an. Um 19:00 Uhr trifft der FCA hier auf SC Eltersdorf, die derzeit mit 17 Punkten auf Tabellenplatz 15 liegen.

Pokalspiel der Augsburger Damen

Am Sonntag, den 03.10.2021, stand für die Augsburger Damenmannschaft die 2. Runde im Bezirkspokal Schwaben an. Anpfiff der Partie gegen den höherklassigen FC Loppenhausen war um 17:00 Uhr in der heimischen Karl-Mögele-Sportanlage.

Vor den Augen zahlreicher Zuschauer und der Jugendabteilung legten die Augsburger Mädels einen Auftritt hin, der sich gewaschen hatte. Loppenhausen versuchte zu Beginn mit aggressivem Pressing die FCA-Damen zu frühen Ballverlusten zu zwingen, doch die Fuggerstädterinnen konnten sich mit spielerischen Mitteln sehr gut lösen und spielten anschließend mit viel Zug nach vorne. Das wurde bereits in der 7. Minute belohnt, als Carmen Drescher nach Vorarbeit von Felicitas Mayr zum 1:0 einnetzte. Nur 6 Minuten später traf Franziska Kohlberger nach einer präzise getretenen Ecke von Amelie Rottländer per Kopf zum 2:0.

Die Zwei-Tore-Führung brachte natürlich Sicherheit ins Augsburger Spiel und so konnten die Mädels ruhig aus der Defensive heraus agieren. Die einzige Chance für den Bezirksoberligist war ein Freistoß, der aber nicht platziert genug geschossen wurde. Noch vor dem Halbzeitpfiff konnte Amelie Rottländer sogar noch einen Distanzschuss im gegnerischen Kasten versenken, sodass es mit 3:0 in die Pause ging.

Die 2. Hälfte ging mit einer Druckphase der Gäste los, doch davon ließen sich die Rot-Grün-Weißen nicht beeindrucken. Im Gegenteil, ab der 63. Minute legten sie erst so richtig los. Zuerst verwandelte Tanja Keller eine Vorlage von Ivana Zeba, ehe nur 4 Minuten später erneut Amelie Rottländer per Distanzschuss traf. Noch immer hungrig erarbeiteten sich die Mädels Chance um Chance, die auch noch weitere Früchte trugen. Erst erhöhte Drescher in der 81. Minute auf 6:0, bevor Anja Bürger in der 86. und noch einmal Carmen Drescher selbst in der 90. Minute schließlich den finalen Punkt setzten.

Über ein 8:0 gegen einen Bezirksoberligisten kann man nur jubeln (Foto: Ralph Reuchlein via FC Augsburg – Frauen-und Mädchenfußball)

Die Partie endete mit einem glorreichen 8:0!!! Damit ziehen unsere Mädels hochverdient in das Viertelfinale des Bezirkspokals ein. Das nächste Ligaspiel der Damenmannschaft steht am 10.10.2021 um 11:00 Uhr beim TSV Peiting an.

Das Highlight der Woche: Augsburg trifft auf die Borussia aus Dortmund

Eigentlich ging ich mit einer recht entspannten Einstellung in die Partie gegen Dortmung. Jeder rechnete mit einer Niederlage und ganz ehrlich: etwas Schlimmeres konnte ja auch nicht passieren. Borussia Dortmund ist schließlich nicht irgendwer, sondern eine der besten Mannschaften der Bundesliga. Das einzige, was ich mir von dem Spiel erwartete, war eine deutliche Leistungssteigerung im Vergleich zur Partie gegen Freiburg. Und da wurde ich absolut nicht enttäuscht! Ganz im Gegenteil sogar. Unsere Jungs haben die Herausforderung angenommen und mit viel Leidenschaft und Mut gegen den klar favorisierten Gegner mitgehalten.

Gleich 7 Ausfälle hatte unser FCA zu verkraften. Neben den Langzeitverletzten Alfred Finnbogason, Felix Uduokhai und Jan Morávek fehlten in Dortmund der immer noch verletzte Iago (Schulterverletzung) sowie die krankheitsbedingt zu Hause Gebliebenen Rubén Vargas (reiste vom Mannschaftshotel ab), Niklas Dorsch und André Hahn. Morávek nahm diese Woche zwar schon am Mannschaftstraining teil, doch ein Einsatz im Kader kam für ihn nach einer schwerwiegenden Adduktorenverletzung noch zu früh. Gleiches gilt für Innenverteidiger Felix Uduokhai, der sich aber schon im Aufbautraining befindet. Wir wünschen den angeschlagenen Spielern auf diese Weise gute Besserung und eine schnelle Genesung!

Aufgrund der vielen fehlenden Stammkräfte bekamen die Augsburger Fans daher eine recht überraschende Startaufstellung gegen Dortmund zu sehen, die so noch nie zusammen gespielt hat.

Gikiewicz – Pedersen, Oxford, Gouweleeuw, Gumny – Strobl, Gruezo – Córdova, Maier, Caligiuri – Zeqiri

Es las sich nach einem klassischen 4231. Allerdings überraschte die Taktik dann doch, denn gerade im Spielaufbau bekam man häufiger die zuvor gut funktionierende 3er-Kette zu sehen, sodass man eigentlich von einem 343 sprechen konnte. Die Innenverteidigung bildeten hierbei Oxford, Gumny und unser Abwehr-Jeff. Die Außenverteigerpositionen übernahmen Pedersen und Caligiuri, während Gruezo und Strobl das Mittelfeld dicht machen sollten. Vorne sollten die 3 Youngster um Neuzugang Arne Maier ordentlich Dampf machen.

Nichts für schwache Nerven

Um 15:30 Uhr pfiff Schiedsrichter Tobias Welz die Partie im Signal Iduna Park in Dortmund an. Vor ca. 41.000 Fans bekam man von Beginn an ein spritziges Spiel aber auch eine kämpferische Leistung der Fuggerstädter zu sehen. Der erste Abschluss gehörte nach drei Minuten unseren Rot-Grün-Weißen, als Caligiuri vom rechten Strafraumeck abzog und Ex-Augsburger Gregor Kobel prüfte. Zwar kann man hier nicht unbedingt von einer zwingenden Chance sprechen, doch man setzte schon mal ein Zeichen, dass man keineswegs gewillt war, sich einfach nur hinten rein zu stellen und die eigene Bude dicht zu machen.

Dies allerdings rüttelte Borussia Dortmund wach, die in der Folge den Spielbetrieb übernahmen. In der 6. Minute schaffte es Dortmund-Kapitän Marco Reus die Augsburger Abwehr zu durchbrechen, doch unser Abwehr-Jeff konnte im letzten Moment zur Ecke klären. Genau jener Jeff, der nur 3 Minuten später erneut im Fokus stand. Bei einem fast schon harmlosen Zweikampf trat Gouweleeuw Dortmund-Stürmer Malen, der den Ball mit seinem Körper abschirmte, hinten in die Hacke. Eine unglückliche aber auch unnötige Aktion, deren Folge ein Strafstoß für Dortmund war, den Raphael Guerreiro lässig und eiskalt verwandelte.

Nun hieß es also wieder einmal einem frühen Rückstand hinterher zu laufen. Zudem musste man auch noch zwei gelbe Karten von Gruezo und Oxford hinnehmen. Da es sich hierbei aber um klare taktische Fouls handelte, um einen gegnerischen Konter zu unterbinden, gehen diese für mich vollkommen in Ordnung. Doch unser FCA kämpfte weiter und gab sich nicht auf. So kam Daniel Caligiuri nach 17 Minuten erneut zum Abschluss, der aber von Keeper Kobel mit der Faust pariert werden konnte. Kurz zuvor hatte Andi Zeqiri im Zentrum eine tolle Flanke von Córdova knapp verpasst.

In der 35. Minute gab es dann schließlich großen Anlass zur Freude auf Augsburger Seiten. Nachdem man schon die ganze Zeit über im Mittelfeld hervorragend dagegen gehalten hatte, konnte sich Carlos Gruezo gegen Axel Witsel durchsetzen. Der Ball landete bei Tobias Strobl, der an Sergio Córdova abgab. Unser Panther ließ den Ball einfach nur abtropfen, sodass 10er Arne Maier ihn sich schnappen und aufs Tor zuhalten konnte. Aus 25 Metern zog er ab, doch da Mats Hummels seinen Fuß noch dazwischen brachte, prallte die Kugel mit einem lauten Knall an die Latte. Allerdings stand unser Schweizer Sturmtalent Andi Zeqiri in jenem Augenblick genau da, wo ein Mittelstürmer zu stehen hat. Mit einem kräftigen Schuss versenkte er den Abpraller im Dortmunder Tor.

Andi Zeqiri macht sein erstes Tor für Rot-Grün-Weiß (Foto: Lars Baron via imago)

Der Halbzeitstand: 1:1. Es war also noch alles offen, auch wenn die Verwarnungen von Reece Oxford und Carlos Gruezo, die auch nach ihren Karten nicht unauffällig blieben, doch einen kleinen Anlass zur Sorge gaben. Aber Borussia Dortmund schien nicht die Leistung abzurufen, die man von ihnen kennt. Ihr Topscorer Erling Haaland fehlte und das merkte man deutlich.

Aufgeben ist keine Option!

Auch die zweite Halbzeit der spannenden Partie begann sehr ereignisreich. In der 50. Spielminute kam Gruezo, der eine durchaus ansehnliche Leistung zeigte, frei zum Abschluss. Zwar wäre ein Tor aufgrund einer Abseitsposition zurück genommen worden, aber ich für meinen Teil hatte in jeder einzelnen Sekunde das Gefühl, dass die Mannschaft hier ein Wunder vollbringen WOLLTE. Auch noch nach dem Treffer von Julian Brandt, der ihm direkten Gegenzug fiel. Der Dortmunder kam aus 18 Metern frei zum Abschluss und konnte per Flachschluss unseren Beton Rafal Gikiewicz überwinden, der mit den Fingerspitzen jedoch noch dran war. Allerdings war die Kugel zu straff geschossen, sodass er ihn nicht mehr ablenken konnte.

Und nun kommt wohl die Szene, die am meisten für Diskussionsstoff gesorgt haben dürfte. Recht schnell nach dem Wiederanpfiff zappelte der Ball plötzlich im Netz von Dortmund-Torhüter Kobel. Erneut war es Andi Zeqiri, der zum vermeintlichen Ausgleich traf. Allerdings erwischte dieser Dortmund-Innenverteidiger Manuel Akanji vorab bei einem Zweikampf im Gesicht, woraufhin der VAR Schiedsrichter Tobias Welz unterrichtete. Die Folge: Kein Tor und Gelb für Zeqiri! Ich habe mir diese Szene mehrfach angeschaut. Der Schiedsrichter hat hier keine Fehlentscheidung getroffen, denn die Hand hat da oben bzw. hinten nichts zu suchen.

ABER: Wie auch Markus Weinzierl auf der PK anmerkte, gibt es auch hier unterschiedliche Regelauslegungen der Schiedsrichter. Einige pfeifen so eine Situation ab, andere lassen sie laufen, da Akanji von hinten kommt und Zeqiri ihn so nicht richtig sehen kann. So geschehen auch in der Partie Mainz vs. Union Berlin. Auch da gab es vor dem Ausgleich durch Awoniyi einen deutlichen Schubser, aber das Tor zählte trotzdem.

… haben dann den Ausgleichstreffer erzielt. Ich glaube nicht, dass jeder Schiedsrichter den abpfeift. Aber so ist es.

Markus Weinzierl in der Pressekonferenz nach dem Spiel

Na ja, zurück zur Partie gegen Dortmund. Nach dem nicht gegebenen Ausgleich, hatten unsere Augsburger in der 57. Minute gleich doppelt Glück. Erst lenkte Gikie einen präzisen Schuss von Wolf zur Seite ab, ehe Dortmund-Kapitän Marco Reus die Kugel ans Gebälk knallte. So blieb es beim 2:1 und der FCA war weiterhin im Spiel. Die Mannschaft hielt dem starken Gegenpressing der Dortmunder stand und konnte sich so noch ein paar kleinere Chancen erarbeiten. Allerdings hielt uns Dortmund recht gut vom letzten Drittel fern, weswegen man den „lucky punch“ leider nicht mehr schaffte.

Alles in allem kann man jedoch sagen, dass man in Dortmund einen leidenschaftlichen Kampf unserer Jungs sehen durfte, der definitiv Mut und auch Lust auf mehr macht. Eine Niederlage bleibt zwar eine Niederlage und es ist schade, dass wir uns für die doch recht ansehnliche Leistung nicht belohnen konnten. Allerdings habe ich die große Hoffnung, dass wir in der Partie gegen Bielefeld, die nach der Länderspielpause stattfindet, die Punkte in Augsburg behalten können, wenn die Jungs ähnlich kämpferisch an die Sache ran gehen.

Woran in der Zwischenzeit allerdings noch dringend gearbeitet werden sollte, ist die mangelnde Präzision bei Pässen. Die Passquote lag laut Kicker bei ungenügenden 59 % und war daher nicht erstligareif. Es sollte doch zu schaffen sein, den Ball über 10 Meter hinweg zum eigenen Mann zu bringen. Das lief gegen Gladbach eindeutig besser. Sollte man aber dieses Defizit endlich beheben, dann sehe ich das Team in einer aussichtsreichen Position. Vor allem wenn dann eventuell 30.660 Augsburger Fans die Jungs lautstark nach vorne brüllen, denn die bayerische Landesregierung machte am Montag den Weg zur Vollauslastung von Fußballstadien frei.

Glückwünsche

An dieser Stelle möchte ich im Namen des RoGaz-Teams ein paar Glückwünsche aussprechen, die während der Partie gegen Dortmund vielleicht untergegangen sein könnten.

Herzlichen Glückwunsch an Arne Maier zu seinem Startelf-Debüt für die Fuggerstädter. Alles in allem zeigte er eine sehr ansprechende Leistung und ich könnte mir durchaus vorstellen, dass man ihn von nun an öfter auf der 10 sehen wird. Hier konnte er mich vollkommen überzeugen, denn er zeigte nicht nur Spielverständnis, sondern konnte auch mehr als einmal einen präzisen Pass nach vorne weiterleiten. Seine Pass-Effizienz von +1,6 war im Übrigen Augsburger Bestwert an jenem Spieltag. Und auch seinen Strahl, der schließlich das 1:1 einläutete, darf man natürlich nicht vergessen. Wäre dieser nicht abgefälscht worden, wäre er vielleicht sogar direkt rein gegangen. Genau diese Spritzigkeit, die er an den Tag legte, hat unser FCA in letzter Zeit ein wenig vermissen lassen. Von daher: Gerne mehr davon!

Ein Hoch auch auf Andi Zeqiri, der nicht nur Dortmund-Abwehrchef Hummels mit seinem ausgeprägten Elan ärgerte, sondern auch noch sein erstes Tor (fast zwei) für Rot-Grün-Weiß feiern durfte. Félicitations, Andi! Nous, les fans d’Augsbourg, voulons en voir beaucoup plus. (Herzlichen Glückwunsch, Andi! Wir, die Augsburg Fans, wollen davon noch viel mehr sehen!)

Weitere Glückwünsche gehen an Lasse Günther, der gegen Borussia Dortmund sein Bundesligadebüt geben durfte. In der 86. Spielminute brachte Trainer Markus Weinzierl den 18jährigen für Mads Pedersen und nahm dessen Position als Linksverteidiger ein. In den wenigen Aktionen, die er noch beisteuern konnte, sah man aber schon einiges Ansprechendes, was darauf hoffen lässt, dass er auch in Zukunft noch mehr Spielpraxis in unserer ersten Garde bekommen wird.

Ich freue mich endlich auf dem Platz zu stehen mit dem Team und auch in so einem Stadion ist es, denke ich, etwas ganz besonderes.

Lasse Günther nach seinem Debüt im FCA TV

Kritik

Mal unseren FCA außer Acht gelassen, der mich mit seiner mutigen Spielweise durchaus mit Stolz erfüllte, gab es doch einige Situationen, die mich am Samstag etwas aufgeregt haben. Dabei geht es nicht um die zwei gelben Karten von Oxford und Gruezo, die vollkommen in Ordnung gehen. Auch nicht um den zurück genommen Ausgleich von Andi Zeqiri.

Was mir aber nicht in den Kopf will, ist, dass mit Marco Reus gerade einmal ein Dortmund-Spieler mit Gelb bestraft wurde. Ich bin jemand, der nur sehr selten Kritik am Schiri vornimmt, weil ich der Meinung bin, dass sie keinen leichten Job haben. Im Endeffekt ist der Referee immer der A…, der es nie allen recht machen kann. Das verlangt auch keiner, aber trotzdem hätten für mich mindestens zwei weitere Männer von Borussia Dortmund einen Karton bekommen müssen. Einmal beispielsweise Matts Hummels, der Daniel Caligiuri gleich mal nach drei Minuten den Fuß weg zieht und auch noch drauf tritt. Dafür wurde er auch von Tobias Welz mündlich verwarnt, doch danach konnte er schalten und walten, wie er will. Mehr als einmal foulte er einen Augsburger Spieler, doch sah dafür nicht die zwingende Gelbe.

Auch diese vollkommen unverschämte Geste von Jude Bellingham, der nach einem an ihm begangenen Foul in der 13. Spielminute, der Augsburger Bank die Zunge raus streckte, ist für mich durchaus mit Gelb vertretbar. Vor allem da auch er durch einige Fouls negativ im Spiel auffiel. Insgesamt gab es für mich doch einige Szenen, die man kritisch bewerten kann. Schiedsrichter Welz zeigte alles in allem eine eher lockere Führung, gegen die ich prinzipiell nichts einzuwenden habe, wenn das richtige Maß vorhanden ist. Aber es darf nicht sein, dass ich auf der einen Seite mehr pfeife als auf der anderen. Zumindest kam es mir und auch anderen Fans, die das Spiel sahen, so vor. Die Niederlage allerdings geht nicht auf seine Kappe. Das möchte ich der Vollständigkeit halber noch anmerken.

Da die Szene nirgendwo auftaucht, habe ich es kurzerhand vom Laptop abfotografiert

Eine weitere Sache ging mir noch ziemlich gegen den Strich. Woche für Woche leisten die Reporter, Kommentatoren und Sportjournalisten des Medienkonzerns Sky mehr oder weniger gute Arbeit. Sie stellen das Bindeglied zwischen den Vereinen und der Fans dar, die nicht mal auf die schnelle 600 Kilometer zu einem Auswärtsspiel fahren können. Doch gerade die Kommentatoren sollten dabei einen Hauch Neutralität an den Tag legen, was gerade im Falle der Partie Borussia Dortmund gegen den FC Augsburg gewaltig in die Hose gegangen ist. Natürlich hat jeder Moderator ebenfalls seine sportlichen Vorlieben, doch Aussagen wie „Gott sei Dank zählt der Treffer nicht“ sind alles, nur nicht objektiv.

Genau das wünschen sich aber die Zuschauer von den Männern am Mikrophon. Sky sollte doch mal bedenken, dass es auch noch andere Vereine wie Borussia Dortmund oder Bayern München gibt. Gerade die kleinen Vereine freuen sich über das eine oder andere Lob. Ein großes Kompliment daher an Didi Hamann, der nach dem Spiel genau eine solche Aussage getätigt hat, auch wenn der BVB natürlich überlegen war. Er sagte in etwa: „Das ist der FCA, den wir kennen und sehen wollen – kämpferisch und aggressiv.“

Für mich und auch einige andere Zuschauer ging der Kommentator am Samstagnachmittag überhaupt nicht. Ständig lobte er Dortmund in den Himmel und seine Recherche-Hausaufgaben hatte er auch nicht wirklich gemacht. Ich meine, bei allem Respekt, aber Tobias Strobl einen der wichtigsten Spieler im Mittelfeld zu nennen, der dort sehr für Ruhe sorgt, kann man beinahe als Sarkasmus bezeichnen. Da haben wir, so leid es mir tut, das sagen zu müssen, andere Spieler, die eine stabilere Leistung an den Tag legen. Wobei es Tobias Strobl nach seinen zahlreichen und teils schweren Verletzungen auch nicht leicht hat, sich zurück zu kämpfen.

So, das musste jetzt einfach mal raus, auch wenn einige meine Meinung diesbezüglich nicht teilen mögen. Aber das ist ja das Schöne an der freien Meinungsäußerung. Man kann sie auch einfach mal raus hauen.

Puppngschwätz: Auf und ab

Es war eine relativ ruhige Woche aus Sicht des FC Augsburg. Abgerundet wird diese Woche von dem wenig glorreichen Sonntagabend-Spiel im Breisgau gegen den SC Freiburg. Dies war zeitgleich die letzte Partie im altehrwürdigen Dreisamstadion. Warum der FCA einen Schritt nach vorne macht, aber dann wieder zwei Schritte zurück und warum Flo Niederlechner unter die Polizisten gegangen ist, lest ihr im Nachfolgenden.

Niederlechner unterstützt Verkehrspolizei

Zu Wochenbeginn postete der FCA ein seltsam anmutendes Bild: Flo Niederlechner – umgeben von lauter Grundschülern und Polizisten – kontrollierte stilecht mit Kelle passierende Autos in Haunstetten. Grund ist eine Kontrollaktion der Augsburger Verkehrspolizei zur Einhaltung des Tempolimits. Dies unternahm er gemeinsam mit Viertklässlern einer Haunstetter Grundschule. Autofahrer, die hierbei mit zu hohem Tempo in der 30er Zone erwischt wurden, mussten in eine Zitronenscheibe beißen. Familienvater Niederlechner weiß: “Mit 40, 50 kann man nicht mehr so leicht bremsen wie mit 25. Es ist wichtig, dass man die Autofahrer da sensibilisiert.” Sein Fazit war jedoch, dass sich die meisten vorbildlich verhalten haben und auch die Kinder hatten ihren Spaß.

U23 geht in Illertissen baden

Nach fünf Spielen ohne eigene Niederlage musste sich die U23 vergangenen Freitag dem FV Illertissen mit 0:4 (0:2) ergeben. Zurück im Kader war hierbei Dominic “Dodo” Schmidt, der sich zuletzt von einer Gehirnerschütterung erholen musste. Personelle Verstärkung aus den Reihen der Profis – zuletzt wirkten oftmals Tim Civeja, Lasse Günther oder Noah Sarenren Bazee mit – gab es diesmal keine.

Im Vorfeld der Partie hatte es gemäß Augsburger Allgemeine eine Nachfrage seitens des FCA gegeben, das Spiel zu verlegen, da in den Reihen der “Zwoten” zuvor ein Spieler positiv auf Covid-19 getestet wurde. Die Illertisser lehnten dies ab, mit der Begründung, dass sie selbst alle Amateure (keine Profis) sind und englische Wochen daher mit Extra-Aufwänden verbunden wären – beispielsweise müssten sich die berufstätigen Spieler hierfür frei nehmen. Illtertissens Sportvorstand Bachthaler wurde hierbei folgendermaßen zitiert: “Für mich sind das Gesundheitsamt und der Verband entscheidend. Nur weil ein Spieler fehlt, können wir kein Spiel verlegen.”

Das Spiel an sich war eine klare Angelegenheit, Trainer Josef Steinberger erachtete die Niederlage als verdient. In der Anfangsphase war der FCA II die spielbestimmende Mannschaft, die besseren Chancen hatte jedoch der FVI. Mit einem 0:2 ging man in die Halbzeitpause. Dominic Schmidt musste verletzungsbedingt ausgewechselt werden, für ihn spielte in Halbzeit zwei Adrien Koudelka.

Eine Serie reißt

Illertissen setzte wiederum da fort, wo sie Ende der ersten Halbzeit aufgehört hatten: Sie kamen ein uns andere Mal vor das Augsburger Gehäuse, aber erst in der 72. Minute konnte der Gast einen Konter zum 0:3 aus Augsburger Sicht vollenden. Nur wenige Minuten später erzielte Max Zeller den 0:4 Endstand (78. Minute). Der FCA konnte seine anschließenden Chancen in Form von mehreren Eckbällen nicht nutzen und so blieb es beim 0:4 – die Serie der Augsburger Reserve riss somit an diesem Abend.

Am kommenden Dienstagabend gehts schon weiter aus Sicht des FCA: Der aktuelle Tabellenführer SpVgg Bayreuth ist zu Gast. Jedoch scheint es bis dato noch unklar zu sein, ob die Partie überhaupt stattfindet wegen des Covid-19-Falles innerhalb der Mannschaft der Augsburger. Alle weiteren Tests seien aber negativ gewesen.

Abschied des Dreisamstadions

Eine Ära geht zu Ende: Der FCA hatte die Ehre, das letzte Heimspiel in der langen Geschichte des Freiburger Dreisamstadions zu bestreiten. Der SC wird demnächst aus dem altehrwürdigen Stadion ausziehen, um Mitte Oktober (zum 8. Spieltag) im modernen Europa-Park-Stadion eine neue (sportliche) Heimat zu finden. Die zweite Mannschaft der Freiburger wird dem Dreisamstadion aber voraussichtlich erhalten bleiben und seine Drittligaspiele dort austragen.

Der FCA ging mit Rückenwind in die Partie, konnte man doch zuletzt den ersten Dreier der Saison einfahren und gegen Gladbach punkten. Trainer Markus Weinzierl brachte mit Niederlechner und Pedersen (anstelle von Zeqiri und Iago) zwei neue Kräfte. Während Iago weiterhin an einer Schulterverletzung laboriert, nahm Zeqiri vorerst auf der Bank Platz. Uduokhai, Finnbogason und Moravek fehlten weiterhin aufgrund ihrer Verletzungen, Strobl kehrte hingegen in den Kader zurück.

Servus, machs gut, Dreisamstadion! (Foto via Imago)

Früher Rückstand des FCA

Von Beginn an agierte der SC Freiburg forsch und lies dem FCA wenig Raum zur Entfaltung. Direkt in der zweiten Minute prüfte Höfler den Augsburger Keeper mit einem Kopfball. In Minute sechs dann der frühe Rückstand aus Augsburger Sicht: Einen Torschuss von Günter konnte Gikiewicz noch zur Seite klären, doch beim Nachschuss vom ideal postierten Kübler war er machtlos. Bei diesem frühen Gegentor war insbesondere ersichtlich, dass die Abseitsfalle des FCA nicht geklappt hat, denn Gumny hob etwas dilettantisch das Abseits auf.

Insgesamt war der FCA in Halbzeit eins offensiv kaum präsent – offensive Momente waren Mangelware. Freiburg übernahm nach der Führung die Spielkontrolle und zog sein Spiel über die Außen auf, was den FCA vor immense Probleme stellte. Nach 45 Minuten hatten beide Außenverteidiger eine Zweikampfquote von null Prozent (!). Das gesamte Team hatte in Halbzeit eins eine Zweikampfquote von rund 30 Prozent vorzuweisen. Beste Zweikämpfer waren zu diesem Zeitpunkt die beiden Innenverteidiger Reece Oxford und Jeffrey Gouweleeuw mit 100% gewonnener Zweikämpfe.

An Reece Oxford lags an diesem Tag nicht, ganz im Gegenteil (Foto: xBEAUTIFULxSPORTS G.xHubbsx)

In Minute 25 dann das 2:0 durch Höler: Hier war insbesondere deutlich, wie ein Spiel aufgezogen werden kann, wenn man einen präsenten zentralen Mittelfeldspieler auf dem Platz hat. Der Ex-Bremer Eggestein, in der Sommerpause für fünf Mio. Euro Ablöse von der Weser an die Dreisam gewechselt, setzte stark seinen Vordermann Höler in Szene, der Gikiewicz überlupfen konnte. Ein Treffer zur Unzeit – kam der FCA doch gerade etwas besser in diese Partie.

Halbzeitpause dringend benötigt

Der FCA benötigte diese Halbzeitpause dringend, eine Klatsche drohte und das gegen einen vermeintlichen “Mitkonkurrenten”. Dieser Mitkonkurrent zeigte sich in allen Belangen stärker und vor dem Tor auch effizienter. Sie hatten über das gesamte Spiel rund 60 Prozent Ballbesitz, liefen den entscheidenden Kilometer mehr als der FCA, hatten eine bessere Pass- und Zweikampfquote. Trainer Streich wusste seine Mannen exzellent einzustellen auf den Gegner FCA.

Die Halbzeit des Schreckens komplett machte dann ein Handelfmeter pro Freiburg: Framberger setzte im Strafraum zur Grätsche an, der Ball touchierte den leicht ausgestreckten Arm – Schiedsrichter Daniel Schlager (Hügelsheim) entschied postwendend auf Elfmeter. Vincenzo Grifo verwandelte souverän – und erzielte den 999. Treffer der SC-Geschichte im Dreisamstadion. Die letzte Szene der ersten Halbzeit gehörte dann dem FCA: Niederlechner, ärmster Spieler auf dem Platz, setzte sich gut durch, schloss dann aus spitzem Winkel ab und bekam den Ball sogar noch aufs Tor – SC-Keeper Flekken hielt jedoch seinen Kasten sauber.

Gern gesehene Gäste

Weinzierl, Streichs Pendant auf der Gegenseite, reagierte personell und brachte Gruezo für den überforderten Framberger und Zeqiri für den blassen Hahn. Man hätte hier aber gut und gerne ein paar Spieler mehr noch auswechseln können. Bis auf Gikiewicz, dem der ein oder andere Abschlag misslang sowie das Innenverteidigerduo Jeff/Ox hätte man quasi jeden vom Platz nehmen können. Der FCA kam dennoch besser in die Partie als noch in der Halbzeit zuvor und in Person von Vargas zum Abschluss: Nach einem feinen Dribbling setzte der Schweizer seinen Torschuss aber deutlich drüber. Danach spielte 20 Minuten fast nur der SC Freiburg: Zuerst schoss Jeong knapp vorbei, danach hatte Grifo zweimal die Chance, jedoch kratzte Pedersen den Nachschuss von der Linie und zuletzt setzte Günter wiederum einen Schuss knapp neben den Pfosten.

Weinzierl wechselte in der 72. Minute Jensen für Niederlechner und Maier für Dorsch ein. Gikiewicz musste sodann zweimal eingreifen: Beim ersten Schuss von Demirovic bekam der Keeper den Ball schmerzhaft ins Gesicht, konnte jedoch weiterspielen. Beim zweiten Angriff der Freiburger konnte er den Ball klären, bevor ein Freiburger an das Spielgerät kam. Vargas wagte in Minute 84 dann nochmal einen Distanzschuss, verzog jedoch.

Zum Spielende ersetzte Cordova dann noch Vargas, erstgenannter foulte direkt mit seiner ersten Aktion Schlotterbeck und danach wurde pünktlich ohne Nachspielzeit die Partie beendet. Der FCA konnte jedoch erfolgreich das 1000. Bundesligator im Dreisamstadion der Freiburger verhindern – immerhin! Sonst gab es wenig bis gar nix erfolgreiches zu vermelden.

Ein Schritt vor, zwei zurück

“Ohne Nachspielzeit endet das letzte Spiel im Dreisamstadion. Freiburg verabschiedet es mit einem souveränen 3:0 gegen Augsburger, die einfach eine klasse schwächer waren. In der zweiten Hälfte investierte der Sportclub nicht mehr so viel wie in Durchgang eins und fuhr den Sieg ohne große Probleme ein.”

Liveticker des Kicker zur Partie SCF-FCA

Nun zum Fazit. Das Spiel war mal wieder ein Rückschritt. Ein Rückschritt zur Performance des FCA gegen Gladbach. Natürlich ist Gladbach Gladbach und nicht Freiburg, aber dennoch erklärt dies nicht, warum Einstellungen und Abläufe – die noch gegen Gladbach exzellent saßen – wie weggeblasen schienen. Ein Schritt vor, zwei zurück – die Marschroute des FCA?

Rafal Gikiewicz brachte es nach dem Spiel wieder mal auf den Punkt:

“Es war wieder ein Scheiß-Spiel. Wir müssen wieder eine Reaktion zeigen. Warum müssen wir immer nach drei Gegentoren eine Reaktion zeigen? Wir müssen ab der ersten Minute Fußball spielen.”

Torhüter Rafal Gikiewicz nach dem Freiburg Spiel (Quelle: DAZN)

Die Spieldaten untermauerten die Aussage von Rafal Gikiewicz: 18:9 Torschüsse aus Sicht der Freiburger, 6:3 Ecken, 61:39 Prozent Ballbesitz, 59:41 Prozent Zweikampfquote sowie 82:71 Prozent Passquote. Auch die Laufleistung der Freiburger war besser als die des FCA: 109,32 zu 107,79 km. Wieder wurde augenscheinlich, dass man zu Spielbeginn noch gepennt hat (was Giki monierte) und der vielgelobte Defensivverbund lies sich heute zu oft “herspielen” von patenten Freiburgern.

Schlecht, schlechter, Zweikampfquote

Exemplarisch für das schlechte Abwehrverhalten – insbesondere auf den Flügeln, auf denen wir praktisch jedes Mal überlaufen wurden – stehen die suboptimalen Zweikampfquoten von Gumny (20%) und Pedersen (33%). Der früh ausgewechselte André Hahn war komplett neben der Spur (Zweikampfquote zur Halbzeit 0 Prozent) und auch Caligiuri trat kaum in Erscheinung, hatte zum Spielende immerhin 50% Zweikampf- sowie 87% Passquote und war mit 10,61 zurückgelegten Kilometern laufstärkster Augsburger. Aber offensiv gelang ihm kaum etwas.

Ruben Vargas war stets bemüht und suchte mehrmals den Torabschluss. (Foto: xBEAUTIFULxSPORTS G.xHubbsx)

Florian Niederlechner hingegen war der ärmste Mann auf dem Platz, hing dauerhaft in der Luft und erarbeitete sich seine Chancen (die wenigen, die er hatte) selbst. Ruben Vargas und Florian Niederlechner war anzumerken, dass sie etwas reißen wollten offensiv und trauten sich was zu. Natürlich schwer, wenn kein Pass ordentlich an den Mann gebracht wird von den eigenen Mitspielern.

Die beste Passquote hatte Reece Oxford mit starken 88 Prozent, gefolgt von Caligiuri mit 87 Prozent. Im defensiven Mittelfeld hatte Dorsch nur eine Zweikampfquote von 33 Prozent aufzuweisen – zu wenig eigentlich für diese Position. Der zur zweiten Halbzeit eingewechselte Gruezo kommt immerhin auf 50 Prozent. Beide definitiv noch ausbaufähig, so viel steht fest. Und das war in Anführungszeichen “nur” der SC Freiburg. Wie sieht das dann erst gegen die Bayern aus oder gegen RB Leipzig?

Was nu’?

Wir haben nun viele Daten und Fakten gesehen. Wir haben auch alle das Spiel gesehen – ob vor Ort (Danke für euer Engagement, der FCA hat’s euch heute nicht gedankt) oder am TV gesehen. Und waren wohl alle ziemlich ernüchtert. Auch in dieser Saison gehts nur um das nackte Überleben, um den Abstiegskampf und die berühmten drei anderen hinter sich zu lassen in der Endtabelle. Nach sechs Spieltagen konnte man nur zwei eigene Tore erzielen, kassierte aber jedoch elf gegnerische – das erscheint nicht nur auf den ersten Blick zu viel (Gegentore) und zu wenig (eigene Tore). Ist das der oft zitierte Augsburger Anspruch in der elften Bundesligasaison?

Markus Weinzierl sagte nach dem Spiel: „Wir haben die Anfangsphase komplett verschlafen, waren zu passiv, waren laufschwach und sind dadurch überhaupt nicht in die Zweikämpfe gekommen. Die zweite Halbzeit war durch die Umstellung etwas besser, aber da war es zu spät. In den vorherigen Spielen waren wir kompakt und aggressiv, heute überhaupt nicht. Weil Freiburg es mit seinem Positionsspiel auch richtig gut gemacht hat, war es ein verdienter Sieg. In Dortmund gilt es, sich wieder von der anderen Seite zu zeigen.“ (Quelle: FCA) Stefan Reuter wurde ebenfalls deutlich gegenüber dem Kicker: „Die erste Halbzeit war sicher das Schwächste, was ich bisher von unserer Mannschaft gesehen habe. Wir müssen an die Grenzen gehen. Was Sprints angeht, das war nicht unser Gesicht. Das hatte mit dem Spiel vom FC Augsburg gar nichts zu tun.“ Erkannt hat man diese Missstände in Augsburg jedenfalls schon. Nur, war das ggf. nicht schon in den letzten Wochen spür- und greifbar, etwas verzerrt wegen dem Sieg gegen Gladbach?

Reuter sagt “Sorry”

Hatte man sich auf den letzten Drücker noch mit einem Spieler wie Ritsu Doan beschäftigt, weiß man spätestens seit dem Freiburgspiel, wieso nochmal. Weil wir keinen Spielgestalter haben, der das Heft des Handelns in die eigene Hand nimmt. So beispielsweise beim 0:2 der Freiburger in Person von M. Eggestein gesehen. Der für “läppische” fünf Millionen Euro Ablöse ein echtes Schnäppchen war – der FCA hatte Bedarf auf der Position, war aber wohl nicht an Eggestein dran. Obwohl unser Gazetten-Andy ihn durchaus gerne am Lech gesehen hätte (“Ist auch im Vergleich zu Arne Meier einfach deutlich weiter”). Zurecht, muss man nach der Partie sagen.

Was bleibt, ist Frustration. Weil irgendwie immer ein Schritt nach vorne gewagt wird (Sieg gegen Gladbach, tolle Abwehrleistung) und dann zwei zurück (miserable Leistung im Defensivverbund, mögliche Klatsche gegen Freiburg drohte lange Zeit). Denn man muss konsterniert feststellen, dass uns Freiburg hätte abschießen können, wenn sie nicht nach 45 Minuten auf Energiesparmodus gedrosselt hätten.

Offensive dringend gesucht

Und der FCA? War (wieder mal) harmlos hoch zehn in der Offensive. Und mir fällt echt keiner ein, der hier für lichte Momente sorgen könnte, wenn nicht die, die eh schon auf dem Platz standen. Die nächsten zwei Partien führen uns erst auswärts nach Dortmund (heilige Maria, ich bin jetzt schon ganz nervös!) und anschließend kommt Bielefeld nach Augsburg. Der SC Freiburg hat uns die Grenzen am Sonntag jedenfalls aufgezeigt. Gerade gegen die Arminia muss es dann was zählbares geben, denn dies ist definitiv ein Mitkonkurrent. Der DSC steht derzeit mit vier Punkten (vier Remis, zwei Niederlagen) und einer Tordifferenz von -3 (3:6 Tore) auf dem Relegationsplatz. Der FCA steht auf Platz 15 mit fünf Punkten und der zweitschlechtesten Tordifferenz der Liga (-9, 2:11 Tore, mit Bochum). Nur Schlusslicht Fürth ist schlechter.

So oder so, den handelnden Personen sollte schleunigst was einfallen – noch läuten die Alarmglocken nicht, aber es gibt definitiv Warnsignale. Ignoriert sie nicht! Denn selbst Stefan Reuter bemängelte publikumswirksam im Kicker, der FCA “sei ins Spiel gegangen wie bei einem Sommerkick. Das hat dazu geführt, dass Freiburg die Räume hatte, um uns deutlich zu schlagen. Das war extrem schlecht von uns. Sorry für die Leistung.” Nehmen wir die Entschuldigung an?

Puppngschwätz: Weinzierl, der Wahrsager

Mit Prognosen ist es ja immer so eine Sache im Fußball. Oft kommt es so, wie es Statistiker und Expertinnen vorausgesagt haben. Oft aber auch nicht. Denn der Fußball bleibt ein Spiel, das an vielen Stellen unvorhersehbar ist. An diesem Samstag aber hat FCA-Trainer Markus Weinzierl echte Wahrsager-Qualitäten bewiesen. Wie er das gemacht hat, wollen wir uns im „Puppngschwätz“ von dieser Woche genauer anschauen. Gekrönt wurde sie am Ende vom ersten Dreier des FC Augsburg in dieser Saison. Wie wichtig der war, lässt sich fast nur so ausdrücken: Hallerluja! Was die „Zwote“ und die FCA-Frauen diese Woche getrieben haben, wollen wir euch aber natürlich auch nicht vorenthalten.

Passend zum Wetter: Personalsorgen lichten sich

Das dritte Heimspiel unserer Jungs gegen die Gladbacher Borussia fand am Samstag erstmals in dieser Saison vor ausverkaufter Hütte statt. Leider nicht „ausverkauft“ wie noch vor Corona, sondern nach wie vor unter Pandemiebedingungen mit beschränkter Zuschauerzahl und 3G-Regel. Aber 12.500 Fans in der WWK-Arena, die fußballhungrig sind und heiß auf einen tollen Nachmittag bei schönstem, spätsommerlichem Wetter, sind doch auch schon was! Wie elementar der Rückhalt durch uns Zuschauer für das Spiel der Mannschaft ist, hat Trainer Markus Weinzierl am Donnerstag auf der Pressekonferenz nochmal bekräftigt.

Schönstes Spätsommerwetter war am Samstag in der Arena, wo unsere Birgit die Jungs angefeuert hat. (Foto: Birgit Kaiser)

Dass Jeff Gouweleeuw dort neben ihm platznahm, räumte sofort auch alle Sorgen aus, die Weinzierl letzte Woche zur selben Zeit noch geplagt hatten: Seine Adduktorenprobleme schien unser Abwehr-Jeff vorerst ausgestanden zu haben und stand für diesen Samstag, das war spätestens jetzt klar, uneingeschränkt zur Verfügung. Dagegen musste Weinzierl die Mitteilung machen, dass Felix Uduokhais muskuläre Probleme noch andauern und er für seine Genesung noch eine gewisse Zeit braucht. Auch Gregerl musste wegen muskulärer Probleme pausieren. Immerhin waren Carlos Gruezo, der das Spiel gegen Union wegen seines Länderspieleinsatzes für Ecuador verpasst hatte, und Tobi Strobl nach Sprungsgelenksverletzung zum Team zurückgekehrt. Dauerverletzt sind nach wie vor Alfred Finnbogason und Jan Moravek.

Die Aufstellung

Entsprechend den verfügbaren und fitten Kräften schickte Weinzierl folgende Startelf aufs Feld:

Gikiewicz – Gumny, Gouweleeuw, Oxford – Framberger, Dorsch, Iago – Hahn, Caligiuri – Zeqiri, Vargas

Auf der Bank Platz nahmen Koubek, Winther, Gruezo, Strobl, Pedersen, Maier, Jensen, Niederlechner und Cordova. Wie schon gegen Union und im Testspiel gegen Heidenheim, wo Weinzierl das System erstmals ausprobierte, lief der FCA mit Dreierkette in der Innenverteidigung und vorgezogenen Außenverteidigern auf. Außerdem feierte Neuzugang Andi Zeqiri sein Startelfdebüt. Die ebenfalls leicht ersatzgeschwächten Gladbacher begannen mit einer 4231-Formation. Nach nur vier Punkten aus den letzten vier Spielen standen die Fohlen ungemein unter Zugzwang.

„Bollwerk“ in der Abwehr

Um es schon vorwegzunehmen: Der FCA gewinnt das Spiel in der Abwehr, so die Augsburger Allgemeine am Sonntag. Das kann man durchaus so stehen lassen. Zwar waren die Gäste aus Gladbach von Anfang an mehr in Ballbesitz (je nach Quelle insgesamt 71% bzw. 63%) und versuchten über kontrollierten Spielaufbau und viele Pässe (BMG: 586 vs. FCA: 231) an der in die Mitte gezogenen Augsburger Abwehrkette vorbeizukommen. Die hielt aber mit konsequenter Zweikampfführung dagegen. Auch hier variieren die Zahlen wieder. Laut Kicker hat der FCA ‚nur‘ 45% seiner Zweikämpfe gewonnen (Gladbach demnach 55%), während der Ligaverband 110 vs. 96 gewonnene Zweikämpfe gezählt hat. D.h. hier hatte Augsburg die Nase vorn.

Reece Oxford verteidigte weg, was das Zeug hielt. (Foto via Imago)

Im Grunde ist es aber unerheblich, welche Zahlen nun ‚stimmen‘. Denn wichtig war letztlich, dass die Abwehr das eigene, letzte Drittel einfach toll abgesichert hat. So gab es vor allem in der ersten Hälfte kaum ernsthafte Chancen für die Gäste. Ein Schuss von Mittelfeldmann Denis Zakaria landete auf dem Tordach, nachdem er von Niklas Dorsch noch abgefälscht worden war (11.). In der 50. Minute war dann kurz Luftanhalten angesagt, als die Fohlen doch einmal unsere Innenverteidigung durchbrachen und Stürmer Alassane Plea den Ball an Gikie vorbei ins Tor schob. Doch der Pfiff von Schiri Badstübner folgte auf den Fuß und sorgte für die Erleichterung. Plea hatte knapp im Abseits gestanden.

Der Gladbacher Torwart, Yann Sommer, gab nach dem Spiel dann auch anerkennend zu Protokoll:

„Wir wussten, dass wir gegen eine Mannschaft spielen, die defensiv sehr gut stehen wird und die uns das Leben schwer machen wird. […] Wir hatten keine Idee, wie wir dieses Bollwerk durchspielen können.“

Yann Sommer nach dem Spiel (Quelle: gladbachlive.de)

Ein unverzichtbarer Bestandteil dieses „Bollwerks“ ist mittlerweile Reece Oxford, der am Samstag auf eine überragende Zweikampfquote (86%) kam. Mit 15 gewonnenen Zweikämpfen stach er auch sein Gegenstück in der Innenverteidigung der Borussia, Nico Elvedi, aus (13). Wenn Reece, der erst für Jeff und jetzt für Felix in die Startelf gerückt ist, weiter so Gas gibt, wird’s auch spannend zu sehen, wie der Trainer in Zukunft die (Innen-)Verteidigung besetzt.

Auf der linken Abwehrseite wird ihm Iago jedenfalls erstmal fehlen. Der ist in der 41. Minute von Verteidiger Louis Beyer gefoult worden und dabei unsanft auf der Schulter gelandet. Dass es dafür zumindest Gelb gab, war nur ein schwacher Trost. Denn Iago musste noch vor der Pause durch Mads Pedersen ersetzt werden und noch weiß man auch nicht, wie schlimm seine Schulterverletzung ist.

Mutiger in der Vorwärtsbewegung

Neben der stabilisierten Abwehr hat man am Samstag aber noch etwas gesehen: Die Versuche des FC Augsburg, nach Balleroberung schnell vors gegnerische Tor zu kommen, waren mutiger, irgendwie frecher. So luchste Ruben Vargas Nationalspieler Florian Neuhaus in der eigenen Hälfte den Ball ab und wäre durch gewesen, hätte der Schiri nicht auf (für mich unverständliches) Foul von Vargas zuvor entschieden (30.). Oder die Aktion von Debütant Andi Zequiri in der 64. Minute. Da warf unser Gikie den Ball schnell und weit auf Vargas ab, der an seinen Schweizer Kollegen weiterleitete, der sich dann aber im Duell mit seinem herangeeilten Gegenspieler festlief. Auch den Fernschuss von Dorsch, der aber nach rechts abdrehte (56.), oder den artistischen Fallrückzieher von Vargas (45.) fand ich nicht schlecht.

Auch wenn sie nicht von Erfolg gekrönt waren, zeugen sie doch vom Mut, einfach mal was zu wagen, anstatt sich gegen einen (sonst) starken Gegner wie Gladbach ehrfürchtig zurückzuhalten.

Einen Hauch von Torluft durften wir kurz vor der Pause schon mit Daniel Caliguiris Freistoße(flanke) schnuppern (43.). Die flog von links diagonal durch den Gladbacher Strafraum an den Pfosten, ohne dass sie vorher geklärt wurde. In der 66. Minute folgte dann die offensive, „mutige Doppeleinwechslung“ unseres Trainers, die nicht hätte erfolgen müssen, hätte man das 0:0 einfach verteidigen wollen. So aber kamen Flo Niederlechner für Zeqiri und Dauer-Joker Sergio Cordova für Frami. Und mit ihnen in der 80. Minute die Erlösung! Holy s**t und dreimal Hallerluja! Ich kann euch gar nicht sagen, welch riesiger Stein mir da vom Herzen gefallen ist!

Ja, und wie! (Quelle: Twitter)

Neben zentnerschweren Gesteinsbrocken, die landein, landaus bei uns Fans da gekullert sind, war die Entstehung natürlich auch nicht von schlechten Eltern. Da passte erst Gouweleeuw weit in die gegnerische Hälfte rechts auf Vargas, der im Rückraum Niederlechner herannahen sieht und ihn dort mustergültig mit einem Pass bedient, den unsere Nummer 7 eiskalt verwandelt. Jaaaaaaaaaaaaaaaaaa!

Symptomatisch für die Torentstehung ist auch, dass an ihr letztlich die Hauptakteure des FCA in dieser Partie beteiligt waren. (Ausgenommen einmal Oxford, der aber ja schon erwähnt wurde.) Gouweleeuw, der mit seiner Übersicht den tiefen, genauen Pass schlägt, und Vargas, dessen Zuspiel diesmal goldrichtig ankommt. Das ist dem 23-Jährigen sonst nicht immer geglückt. Trotzdem hat er auf beiden Außenbahnen durchwegs für viel Wirbel gesorgt.

Und dann war da ja noch die Sache mit Markus Weinzierl und Flo Niederlechner. Der hatte Anfang der Woche wieder Probleme mit den Adduktoren und Bauchmuskeln und sein Einsatz von Beginn an war ungewiss. Welch hellseherische Fähigkeiten Weinzierl in dieser Angelegenheit hat aufblitzen lassen, schilderte Flo nach dem Spiel so:

„Der Trainer hat gestern zu mir gesagt, dass ich erst einmal nicht spiele und er Andi von Beginn an bringt, ich dann aber reinkomme und das Spiel entscheide. Das ist schon Wahnsinn, dass es dann genauso kommt.“

Flo Niederlechner über Weinzierls Entscheidung (Quelle: Augsburger Allgemeine)

So konnte der FCA vor heimischem Publikum eeeeeendlich den ersten Saisonsieg einfahren, während er der Borussia die dritte Auswärtspleite in Folge und Adi Hütter den schwächsten Bundesligastart eines Gladbach-Trainers seit 17 Jahren beibrachte. Zudem verdrängten die Augsburger die Fohlen von Platz 11, die nun nur noch auf dem 16. Rang stehen.

Hahnscher Hackentrick

Das Wichtigste zum Spiel der Profis am Samstag haben wir jetzt, glaube ich. Eine Szene will ich aber noch gesondert herausgreifen. Sie und auch die Reaktion der Spieler darauf sind einfach zu köstlich! Es geht um den „Hackentrick“ von André Hahn aus der 28. Minute. Da ergatterte der Flügelflitzer den Ball nach einer Ecke von Cali und wollte ihn an Gegenspieler Ginter vorbei von links in den Strafraum bringen. Damit er ihn mit seinem starken rechten Fuß trifft, kreuzte er die Beine, erwischte den Ball aber nicht richtig und drehte mit Schwung noch ein, zwei Pirouetten.  

Nach dem Spiel stand André dem FCA TV im Interview Rede und Antwort. Für diejenigen, die die Bezahlschranke nicht passieren können, beschreibe ich die Szene gleich kurz. Für alle anderen: Schaut ab Minute 3:10 selber rein! Einfach nur empfehlenswert!

Gerade noch erläutert Hahn ganz seriös, wie wichtig die Punkte gegen Gladbach gewesen seien, auch wenn er dessen Partien als Ex-Spieler immer noch verfolgt. Dann crasht Felix Uduokhai das Interview. Schon jetzt lachen sich beide fast kaputt. Uduokhai: „Hahno, ich hab eine Frage. Erste Halbzeit. Vor meinen Augen. Weltklasse-Hackentrick“. Vor Lachen kann er sich dabei kaum halten. „Was haste dir dabei gedacht?“ Hahn dann mit gespielter ernster Miene: „Ich wollt einfach ne Finte machen mit doppeltem Purzelbaum, um den Gegner zu irritieren.“ Am Ende lachen beide wieder herzhaft. Das ging auch mir beim Anschauen so. Die Stimmung im Team scheint jedenfalls blendend zu sein! Und das offenbar sogar beim verletzten Felix Uduokhai.

Frauen feiern ersten Sieg im zweiten Spiel

Jetzt aber noch kurz zu den FCA-Frauen, die in der Bezirksliga Süd am Sonntag ihr zweites Saisonspiel hinter sich gebracht haben. Ran ging es auswärts gegen die Oberallgäuerinnen vom FC Sonthofen, die bisher noch keine Punkte sammeln konnten. Dagegen stand bei den Augsburger Damen bereits ein Zähler auf dem Konto, eingefahren beim 2:2-Unentschieden zu Hause gegen den SV Freihalden. In Sonthofen dominierte der FCA die Partie von Anfang an. Folgerichtig erzielte Elandra Basha nach 38 Minuten per Traumtor den ersten Treffer für ihre Mannschaft. Sie war erst drei Minuten zuvor für Lisa-Marie Maier eingewechselt worden. Kurz vor Schluss, in der 85. Minute, schnürte die 33-Jährige Angreiferin schließlich den Doppelpack zum 2:0-Endstand. Zusammen mit den drei Punkten, die sie aus dem Allgäu entführen konnten, stehen die FCA-Frauen mit ihren vier Zählern jetzt auf Platz 3.

Elandra Basha erzielte beide Tore beim 2:0-Sieg der FCA-Frauen in Sonthofen. (Foto: https://www.fupa.net/player/elandra-basha-963992)

Die Youngsters am Zug

Gleich zwei Siege in einer Woche durfte die U23 der Augsburger Männer in der Regionalliga Bayern bejubeln. Erst war am Dienstag Wacker Burghausen in der Rosenau zu Gast. Die Burghausener gingen zwar in der 22. Minute mit 1:0 in Führung. Doch nach der Pause drehte der FCA nicht nur auf, sondern auch die Partie. Sie ging schließlich mit einem hart erkämpften 3:1 an die Augsburger Youngsters.

Wie schon im Heimspiel standen auch am Samstag beim „kleinen“ FC Nürnberg Tim Civeja und Lasse Günther in der Startelf, im zentralen Mittelfeld bzw. auf dem rechten Flügel beides heiße Aspiranten auf Einsätze bei den Profis. Seine Klasse konnte Civeja etwa bei einem gekonnten Freistoßtor unter Beweis stellen (14.), das 1:0 für den FCA. Noah Sarenren Bazee, ebenfalls von Beginn an dabei, machte dagegen mit einem Lattenkracher (28.) auf sich aufmerksam. Im weiteren Verlauf erhöhten die Augsburger auf 3:0 und machen es sich mit diesem Sieg nun auf Platz 9 in der Tabellenmitte gemütlich. Zumindest bis Freitag, wenn es nach Illertissen zum Tabellennachbarn geht.

Fazit

Abschließend festhalten lässt sich also: Sowohl die FCA-Profis als auch die Frauen konnten ihre jeweils ersten Saisonsiege einfahren. Die „Zwote“ ging diese Woche gleich zwei Mal als Sieger vom Platz. So eine erfolgreiche Woche darf es von mir aus ruhig öfter geben. Vielleicht macht Weinzierl am Sonntag im Breisgau ja wieder den Wahrsager…

Puppngschwätz: “Eiserner” Kampf

Endlich wieder Bundesliga! Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich persönlich bin kein Fan der Länderspielpause. Mir fehlt da immer irgendetwas. Natürlich kann man auch in dieser Zeit einiges an Fußball sehen, aber dennoch vermisse in jener Zeit meinen heiß geliebten FCA, um den es dann doch immer eher ruhig ist. Doch einige Highlights haben wir auch in den vergangenen beiden Wochen für euch gefunden. Wir haben einen Blick auf die Augsburger U17 sowie unsere Damen geworfen und zudem auch unsere Nationalmannschaftsfahrer genau beobachtet. Den Höhepunkt dieser Woche bildet natürlich das Spiel gegen Union Berlin, einem unserer Lieblingsgegner, kann man behaupten. Also los geht’s!

Let’s go, girls!

Am Sonntag, den 12.09.2021, starteten unsere Augsburger Mädels mit dem Spiel gegen SV Freihalden in die Saison 2021/22. Die Länderspielpause wurde dazu genutzt, noch ein letztes Testspiel zu bestreiten, damit man auch perfekt auf die kommenden Partien vorbereitet ist. Es ging gegen den Bezirksoberligisten TSV Eching.

Bei sommerlichen Temperaturen taten sich die Rot-Grün-Weißen zunächst einmal etwas schwer. Eching unterband den Spielaufbau recht frühzeitig und provozierte so einige Fehlpässe der Augsburger Mädels, konnte aber ihre spielerische Überlegenheit nicht in Torchancen ummünzen. Die beste Möglichkeit für Augsburg hatte Lisa Maier, deren Abschluss aber leider noch abgeblockt werden konnte. Doch in der 47. Minute der Partie klingelte es schließlich. Carmen Drescher setzte sich auf der rechten Außenbahn durch und spielte eine zielgerichtete Flanke auf Elandra Basha, die per Flugkopfball zum 0:1 für den FCA einnetzte.

In der Folge versuchten die Mädels, auf das 0:2 zu gehen, verpassten dies jedoch. Das verlieh den Echinger Damen Mut, die natürlich auf den Ausgleich drängten. Doch durch eine konsequente Verteidigungsleisten hielt unsere Damenmannschaft das Ergebnis bis zum Schluss und konnte damit die Generalprobe erfolgreich abschließen.

Und das erste Spiel in der Bezirksliga gegen SV Freihalden? Da hatten unsere Mädels gewaltiges Glück, dass am Ende noch ein 2:2 Unentschieden auf dem Tableau zu finden war. Nach einem frühen Wechsel in der 17. Minute (Amelie Rottländer für Elandra Basha) gingen unsere Damen ebenfalls in der 17. Spielminute mit 1:0 durch Svenja Hermann in Führung. Doch nur wenige Augenblicke später konnte Freihalden durch Lara Jaskolka ausgleichen.

Nun drückten die Rot-Grün-Weißen auf die Führung, die schließlich in der 28.Minute durch Kapitänin Felicitas Mayr fallen sollte. Mit diesem Ergebnis ging es in die Pause, in der Trainer Sebastian Twardoch zwei Wechsel vornahm. Tanja Keller kam für Stefanie Mittermeier und Franziska Kohlberger ersetzte Antonia Nöth. Weiter ging es in Hälfte zwei, doch keine der beiden Mannschaften konnte noch einmal in den gegnerischen Kasten treffen. In der 63. Minute kam Linda Gerstmayer für Lisa-Marie Maier, bevor die Partie schließlich richtig kurios wurde.

Innerhalb von 13 Spielminuten flogen drei Augsburger Mädels mit Gelb-Rot vom Platz. Svenja Hermann, Alisa Büschel und Felicitas Mayr mussten letztendlich hilflos mit ansehen, wie sich die verbliebenen Spielerinnen abmühten. Doch mit drei Damen weniger ließ sich der späte Ausgleich durch Sina Nachtigall in der 85. Minute nicht mehr verhindern. Und so endete das Spiel mit viel Glück 2:2. Das bedeutet Platz 4 in der Tabelle hinter TSV Peiting, dem FC Blonhofen und der Spielgemeinschaft TSV Buchenberg / SV 29 Kempten, die alle ihre Spiele gewinnen konnten.

Hoffen wir, dass es am 2. Spieltag besser für unsere Damenmannschaft läuft, denn das Ziel der Mädels für diese Spielzeit ist eindeutig der Titel in der Bezirksliga. Trainer Sebastian Twardoch ist auf jeden Fall optimistisch, dass das klappen könnte.

„Wir haben einen Kader, der aus jungen und erfahrenen Spielerinnen besteht und definitiv die Qualität hat, die Meisterschaft zu holen.“

Sebastian Twardoch über das Ziel unserer Mädels

Wir drücken den Augsburger Damen ganz fest die Daumen, dass sie ihr Ziel erreichen.

Gelungener Test in Heidenheim

Auch unsere Jungs nutzten die Pause für einen kleinen Test. Am Mittwoch, den 01.09.2021, spielte der FCA in der Voith-Arena gegen Zweitligist 1. FC Heidenheim. Dort traf man sogleich auf ein bekanntes Gesicht, denn unser ausgeliehener Flitzer Maurice Malone stand bei den Heidenheimern in der Startelf.

Da doch einige Jungs bei ihren Nationalmannschaften und ein paar weitere aufgrund von Verletzungen angeschlagen waren, schickte Trainer Markus Weinzierl folgende Elf auf den Platz.

Koubek – Gumny, Schmidt, Oxford – Framberger, Dorsch, Iago – Pedersen, Caligiuri – Niederlechner, Finnbogason

In der ersten Hälfte bekamen die Augsburger Fan sein für sie doch eher ungewohntes System zu sehen. Der FCA lief nämlich mit einer 3er-Abwehrkette auf. Rechtsverteidiger Raphael Framberger hatte man kurzerhand ins defensive Mittelfeld gezogen und das Geburtstagskind Mads Pedersen lief auf dem linken Flügel auf. Eine sehr interessante Variante dieses 3322, wie ich fand, und sie sollte auch fruchten.

In der ersten Halbzeit sah man ein spritziges und vor allem auch offensiv ausgerichtetes Spiel unserer Mannschaft. In der 12. Minute zog Iago aus kurzer Distanz ab. Der zweite Ball landete bei Pedersen, doch ein Heidenheimer Fuß konnte den Schuss leider noch ins Toraus lenken. In der Folge gab es mehrere Eckbälle, bevor Alfred Finnbogason, der nach einigen Wochen Verletzungspause endlich wieder auf dem Platz stand, die Kugel im gegnerischen Kasten versenken konnte. Die Vorlage kam von U23-Verteidiger Dominic „Dodo“ Schmidt, der die von Pedersen getretene Ecke perfekt verlängern konnte.

Das Duell zweier Eigengewächse – Dominic Schmidt und Maurice Malone (Foto via imago)

Der FCA ließ den Heidenheimern nicht viele Chancen, sondern drängte stattdessen auf den Ausbau der Führung, was ihnen in der 33. Minute schließlich gelingen sollte. Flo Niederlechner sah in einer Kontersituation den mitgelaufenen Frammi, gab den Ball im richtigen Augenblick ab, sodass unsere Nummer 32 die Kugel schließlich eiskalt versenken konnte. Der Halbzeitstand: 0:2 für die Fuggerstädter.

In der Halbzeit brachte Markus Weinzierl Mittelfeldtalent Tim Civeja, der einen sehr motivierten Eindruck hinterließ. Vor allem sein fast erzieltes Tor zeigte, wie hungrig unser Nachwuchs doch ist. Leider verhinderte der Pfosten, dass Tim über sein erstes Tor für die Profis jubeln durfte. Natürlich gab es in den zweiten 45. Minuten viele Wechsel. So kam in der 60. Minute nicht nur Noah Sarenren Bazee für Alfred Finnbogason, sondern auch noch auch der 22jährige Henri Koudossou durfte das erste Mal Profiluft schnuppern. In der 66. Spielminute musste Reece Oxford humpelnd den Platz verlassen, was mir einen riesigen Schreck verpasste, denn die Innenverteidigung ist derzeit wahrlich vom Pech verfolgt. Für ihn kam Fabio Gruber aus der U23 in die Partie. Und auch Fabian Wessig durfte sich noch über Einsatzzeit freuen, als in der 84. Minute Robert Gumny ebenfalls angeschlagen runter musste.

Alles in allem war die zweite Halbzeit jedoch eher ausgeglichen und die Heidenheimer kamen immer mehr ins Spiel. In der 70. Minute schafften sie noch den Anschluss durch Jonas Föhrenbach. Nun drängte der Gastgeber natürlich auf den Ausgleich, doch sowohl die Abwehr als auch Schlussmann Tomas Koubek hatte einen sehr guten Tag erwischt. Der Test endete somit 1:2 für unsere Jungs und ich denke, dass man aus diesem Spiel sehr viel positives und auch Mut für die Partie gegen Union Berlin mitnehmen konnte.

FCA-Jugend international

Bevor wir einen Blick auf die Nationalmannschaftsfahrer der Profis werfen, möchte ich euch noch zeigen, wie denn die Ausbeute der Nachwuchsspieler war, die ebenfalls internationale Luft schnuppern durften. Mit Dzenan Pejcinovic, Davide Dell’Erba, Aaron Zehnter und Lasse Günther waren gleich 4 Augsburger Jungs für die deutsche Jungendauswahl nominiert.

Die deutsche U17, in der Dzenan Pejcinovic im Kader stand, hatte drei Freundschaftsspiele gegen Belgien, Israel und Italien auf dem Programm stehen. Alle Partien konnten die Deutschen für sich entscheiden. So gewann man gegen Belgien mit 5:0, gegen Israel mit 2:0 und gegen Italien mit 2:1. Und was soll ich sagen: Der Kapitän unserer U17 machte seine Sache richtig gut. In der Partie gegen Israel konnte er in der 31. Spielminute den Treffer zum 1:0 erzielen. Auch gegen Italien traf er zum 2:1 Endstand. Das lässt doch hoffen, dass die Augsburger Fans auch mal in der WWK-Arena ganz laut seinen Namen rufen dürfen.

Für Aaron Zehnter und Davide Dell’Erba standen ebenfalls Freundschaftsspiele mit der U18 an, die das deutsche Team alle 3 für sich entscheiden konnte. So gewann man gegen die Slowakei mit 2:0, gegen Österreich 3:1 und gegen Tschechien mit 2:3.

Die deutsche U19 vor dem Spiel gegen die Schweiz (Foto via imago)

Auch Lasse Günther und die U19 traten zu Freundschaftsspielen gegen die Schweiz und England an, bevor im November die EM-Qualifikation auf dem Plan steht. Die Partie gegen die Eidgenossen konnte der deutsche Nachwuchs mit 1:0 für sich entscheiden. Gegen England schaffte man immerhin ein 1:1. Unser neu verpflichtetes Talent stand hierbei insgesamt 105 Spielminuten auf dem Platz. Gegen die Schweiz wurde er in der Halbzeit ausgewechselt, gegen England spielte er immerhin 60 Minuten. Dazu sei aber gesagt, dass Trainer Hannes Wolf insgesamt sehr viele Auswechslungen vornahm. Im ersten Spiel wechselte er 11 und im zweiten 7 Mal. Doch auch so hat es Günther sicher auch gut getan, internationale Luft zu schnuppern.

Die Ausbeute der „Großen“

Mit Carlos Gruezo, Fredrik Jensen, Frederik Winther, Ruben Vargas und Andi Zeqiri waren weitere 5 Spieler aus dem Profikader für ihre Nationalmannschaften unterwegst. Für sie ging es in wichtigen Qualifikationsspielen gegen namenhafte Gegner.

Winther spielte mit der U21-Auswahl Dänemarks ein Freundschaftsspiel gegen Griechenland, das in einem 1:1 Unentschieden endete. Am 07.09.2021 ging es in der EM-Qualifikation gegen Kasachstan, dass die Dänen mit 0:1 für sich entscheiden konnten. In der Partie gegen die Griechen stand unser junger Innenverteidiger für eine Halbzeit auf dem Platz. Gegen Kasachstan spielte er durch.

Für Freddy Jensen standen insgesamt drei Partien auf dem Spielplan. Eine Freundschaftsbegegnung gegen Wales sowie die WM-Qualifikationsspiele gegen Kasachstan und Weltmeister Frankreich. Von Wales trennte man sich torlos, bevor man gegen Kasachstan mit 1:0 gewinnen konnte. Die Franzosen konnten die Finnen aber leider nicht bezwingen, denn man unterlag in Lyon mit 2:0. Einen Antoine Griezmann, welcher beide Tore schoss, bekommt man einfach nicht so leicht in den Griff. Jensen bekam in allen Partien seine Einsatzzeiten. Gegen Wales stand er sogar in der Startelf, wurde allerdings in der 63. Minute ausgewechselt. In den Qualifikationspartien kam er nach 80 bzw. 73 Minuten zum Einsatz.

Michael Gregoritsch kam für Österreich in zwei WM-Quali-Partien zum Einsatz. Gegen die Republik Moldau, welches die Österreicher 0:2 gewannen, wurde er nach 62 Minuten ausgewechselt. Bei der Blamage in Israel (5:2) saß Gregerl nur auf der Bank und musste von außen zusehen, wie seine Teamkollegen sich abschießen ließen. Das war für ihn sicher auch nicht gerade leicht. Und auch in der 3. Partie mussten die Männer von Trainer Franco Foda eine Niederlage hinnehmen. In Wien unterlag man Schottland mit 0:1. Gregoritsch wurde in der 56. Minute für Ilsanker eingewechselt, konnte aber auch nicht mehr dazu beitragen, den Rückstand aufzuholen.

Besser lief es für unsere beiden Schweizer Jungs. Das Freundschaftsspiel gegen Griechenland am 01.09.2021 konnten die Eidgenossen mit 2:1 für sich entscheiden, bevor sie in den beiden WM-Qualifikationsspielen gegen Europameister Italien und Nordirland ein torloses Unentschieden erreichten. Den Siegtreffer gegen die Griechen schoss kein Geringerer als unser Ruben! In der Partie gegen Italien wurde unser flinker Flügelflitzer in der 63. Spielminute eingewechselt. Gegen Nordirland stand er sogar in der Startelf. Und auch unser Neuzugang Andi Zeqiri durfte sich über sein Profidebüt freuen. Er kam gegen den Europameister nach 86 und gegen die Nordiren nach 77 Minuten zum Einsatz. Und wie auch gegen Union Berlin zeigte er hier volle Einsatzbereitschaft und eine tolle Körpersprache. Aber dazu später noch mehr.

Rot-Grün-Weiß steht ihm besser. ;-)(Foto Manuel Geisser via imago)

Auch Carlos Gruezo trat mit der ecuadorianischen Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation an. In allen drei Partien stand er jeweils über die vollen 90 Minuten auf dem Feld. Ecuador musste gegen Paraguay, Chile und Uruguay ran. Am Ende standen ein Sieg (2:1), ein Unentschieden (0:0) und eine Niederlage (1:0) auf dem Papier.

Verlängerung der Abstellungspflicht

Da die Fifa die Abstellungspflicht um zwei auf insgesamt 11 Tage verlängert hatte, verpasste Gruezo die Partie gegen Union, da er sich zu dieser Zeit noch auf dem Rückflug aus Südamerika befand. Sportdirektor Stefan Reuter kritisierte dies zutiefst und nannte das ganze ein Unding.

Wir sind extrem unglücklich, dass die FIFA die Abstellungsperiode um zwei Tage verlängert hat. Die Spieler kehren dann so spät zurück, dass sie am folgenden Spieltag überhaupt nicht zur Verfügung stehen. Ein absolutes Unding…

Stefan Reuter über die Verlängerung der Abstellungspflicht

Die Kritik kann man aus Vereinssicht absolut nachvollziehen, denn auch die DFL äußerte sich nicht gerade positiv zu dieser Entscheidung. Die Entscheidungen sollten „den Interessen der Klubs als Arbeitgeber der Spieler und den Interessen der nationalen Ligen Rechnung tragen.“

U17 gewinnt gegen FC Bayern München

Doch kommen wir nun zu einer freudigen Nachricht. Während sich unsere A-Mannschaft für die Partie bei Union Berlin bereit machte, spielte unsere U17 gegen Ligakonkurrent FC Bayern München. Um 13:00 Uhr wurde die Partie in der heimischen Paul-Renz-Sportanlage am Nachwuchsleistungszentrum angepfiffen.

Die B-Junioren legten einen Start hin, der sich wahrlich gewaschen hatte. Sie ließen den Jungs von Trainer und Ex-FCA-Profi Halil Altintop keine Chance. Bereits in der 14. Minute traf Dzenan Pejcinovic zur 1:0-Führung für die Fuggerstädter. Eben jener Pejcinovic, der auch für die deutsche U17 zwei Treffer beisteuern konnte. In der 19. Minute erhöhte Romeo Ivelj zum 2:0, ehe Mert Kömür in der 25. und 27. Minute quasi schon den Deckel drauf machte. 13 Minuten vor dem Halbzeitpfiff (zur Info: eine Halbnzeit in der B-Jugend dauert 40 Minuten) stand es also schon 4:0 für unsere Jungs. Zwar konnte der FC Bayern München durch Kenen Yildiz noch zum 4:1 verkürzen, doch mit diesem Stand zur Pause konnte man sicherlich zufrieden sein.

Im Sommer durfte neben Dzenan Pejcinovic auch Aaron Zehnter an der Vorbereitung am Walchsee teilnehmen (Foto via imago)

In Hälfte 2 ließen unsere Jungs noch einen Treffer durch Samuel Unsöld zu, doch dank einer souveränen Defensivleistung hielten sie das 4:2 und sicherten sich somit drei hochverdiente Punkte. In der Tabelle der B-Junioren-Bundesliga Süd/Südwest bedeutet das für die Jungs nun 6 Punkte und Platz 8 nach 4 Spieltagen. Darauf lässt sich definitiv aufbauen. Die nächste Partie der U17 findet am 18.09.2021 um 14:00 Uhr gegen die U17 der Stuttgarter Kickers statt.

Abwehrsorgen

Doch kommen wir nun endlich zu unserem Highlight der Woche: Die Partie gegen Union Berlin. Ich gebe hiermit offiziell zu, dass ich vor dem Spiel doch ziemliche Bauchschmerzen hatte. Die Ausgangssituation sah nämlich nicht unbedingt rosig aus. Nicht nur, dass Union seit 18 Heimspielen ungeschlagen war und zudem in einem internationalen Wettbewerb spielt, sondern auch die Personalsituation unserer Innenverteidigung gab Anlass zur Sorge.

Auf der Innenverteidigerposition haben wir mit Jeff und mit Felix Uduokhai zwei große Fragezeichen, wo wir nicht wissen, ob einer der beiden oder auch beide spielen können. Das werden wir in den nächsten Stunden und morgen eben dann auch wissen und testen. Leider ist Frederik Winther gestern mit Fieber gelandet. Das kommt dann auch erschwerend mit dazu, dass dann eben eine Position zur Problemzone wird, weil Tobi Strobl eben auch noch ausfällt und immer noch auch Trainingsrückstand hat und wahrscheinlich nicht zur Verfügung steht wird.

Trainer Markus Weinzierl in der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Union Berlin

Kurz: Stand vor der Partie war also, dass man mit Reece Oxford und U23-Verteidiger Dominic Schmidt gerade einmal zwei Innenverteidiger zur Verfügung haben würde. Vorausgesetzt keiner der Verletzten würde fit werden. Hinzu kam, dass auch Alfred Finnbogason mit Achillessehnenproblemen ausfallen würde. Dafür aber meldete sich Neuverpflichtung Arne Maier nach muskulären Problemen zurück auf dem Trainingsplatz. Ebenso wieder fit für das Spiel gegen Union „La Pantera“ Sergio Córdova.

Ein Kampf sondergleichen

Ein Seufzer der Erleichterung entfuhr mir, als ich schließlich am Samstag um 14:21 Uhr einen Blick auf die Augsburger Aufstellung warf. Unser „Capitano“ war zurück an Bord und stabilisierte somit die etwas wackeligen Augsburger Defensivaussichten. Folgende Elf schickte Coach Markus Weinzierl raus auf das „Schlachtfeld“ Rasen der Alten Försterei:

Gikiewicz – Oxford, Gouweleeuw, Gumny – Iago, Dorsch, Framberger – Caligiuri – Vargas, Hahn – Niederlechner

Für mich eine gute Aufstellung, auch wenn mich das System 3er-Abwehrkette doch überraschte. Doch es funktionierte tadellos, wie auch schon im Testspiel gegen Heidenheim, wo allerdings Dodo Schmidt die Position Gouweleeuws eingenommen hatte.

Um 15:30 Uhr pfiff Schiedsrichter Martin Petersen die Partie an und schon von Beginn an machte diese großen Spaß. Es ging hin und her und Chancen waren auf beiden Seiten keine Seltenheit. Die erste Gelegenheit gehörte allerdings den Fuggerstädtern, als Flo Niederlechner in der 5. Minute am Strafraumrand mit links zum Schuss kam. Allerdings konnte Torhüter Andreas Luthe parieren. Die folgenden Minuten dominierte im Anschluss Union Berlin – vor allem Linksverteidiger Nico Gießelmann, der gleich drei Mal die Führung für Union auf dem Fuß hatte. Einmal zielte er aus kurzer Distanz nicht genau genug, dann lenkte unser “Beton” einen Schuss an den Pfosten und kurz darauf schoss Gießelmann auch noch per Kopf knapp über unseren Kasten. Glück pur, kann man sagen, vor allem weil unser Schlussmann hier zweimal doch etwas unsicher wirkte. Aber es ist ja noch einmal gut ausgegangen.

In der Folge kamen unsere Augsburger immer besser ins Spiel und somit auch zu immer gefährlicheren Torchancen. Ein Schlenzer von Iago wurde von Union-Torhüter Andreas Luthe gerade noch abgelenkt, ehe dieser auch noch einen Kopfball von Reece Oxford parieren konnte. Apropos Oxford: Dieser lieferte erneut eine sehr gute Partie ab und könnte 10 der insgesamt 97 gewonnenen Zweikämpfe für sich entscheiden. Besser waren nur Daniel Caligiuri und Niklas Dorsch mit 18 bzw. 12 gewonnenen Duellen.

In der zweiten Halbzeit ging das Chancenfestival auf beiden Seiten weiter. Erst köpfte Niederlechner nur ganz knapp am Tor vorbei, ehe auf der anderen Seite Friedrich per Schulter die Querlatte traf und dann auch noch unser Joker Córdova aus kurzer Distanz an Andi Luthe scheiterte. In der 74. Minute rettete uns Gikiewicz schließlich mit zwei aufeinander folgenden Glanztaten den Punkt. Und da alle guten Dinge Drei sind, traf Union Berlin noch einmal Aluminium, als der ehemalige Bielefelder Voglsammer nur den Außenpfosten traf.

Willkommen (zurück) bei Rot-Grün-Weiß, Sergio und Andi! (Foto: Matthias Koch via imago)

Eine Sache möchte ich neben dem Comeback von La Pantera und Arne Maier, der in der Schlussphase eingewechselt wurde, noch hervorheben. Neuzugang und Mittelstürmer Andi Zeqiri durfte in der 63. Minute sein Debüt für Rot-Grün-Weiß feiern, als er für Ruben Vargas eingewechselt wurde. Dazu sei gesagt, dass der Schweizer erst eine Trainingseinheit zusammen mit der Mannschaft absolviert hatte, denn er kam erst am Donnerstag mit Ruben Vargas von der Nationalmannschaft zurück. Trotzdem sah das schon sehr ordentlich aus, auch wenn er in der 83. Minute nach Vorlage von Sergio Córdova knapp am Tor vorbei gezogen hat. Doch ich habe die große Hoffnung, dass er uns mit seiner Schnelligkeit, der offensiven Körpersprache und seinem starken Abschluss – vorzugsweise mit dem linken Fuß – helfen wird, sodass wir Fans schon bald über viele Tore jubeln dürfen.

Die Daten zum Spiel gegen Union

Anzahl der Torschüsse: 14

Laufleistung: 114,61 km

Gespielte Pässe: 324

Angekommene Pässe: 24

Passquote: 74 %

Ballbesitz: 40 %

Zweikampfquote: 52 %

Alles in allem eine recht ordentliche Partie, die sich durchaus sehen lassen konnte. Nur Tore fehlten, doch ich bin davon überzeugt, dass das in Kürze anders aussehen wird. Gerade die Zweikampfquote ist doch sehr erfreulich. In der ersten Halbzeit lag die Passquote im Übrigen zwischenzeitlich sogar bei starken 89 %. Das macht wirklich große Hoffnung, dass es bald mit dem ersten Sieg klappen könnte. Und bei Union Berlin nicht zu gewinnen ist keine Schande. Da haben schon ganz andere Mannschaften Punkte liegen lassen. Immerhin waren wir die Letzten, die in der Alten Försterei gewonnen haben. Das war am ersten Spieltag der Saison 2020/21,

Fazit

Am Ende steht ein gerechtes Unentschieden und ein Punkt auf dem Zettel. Es hätte gut und gerne auch 2:2 oder 3:3 ausgehen können, doch das Ergebnis ist fair. Ich bin genau der Meinung wie Florian Niederlechner, der im Anschluss an die Partie folgendes im Interview mit dem FCA TV sagte:

Ich glaube, wir hatten große Chancen, gute Chancen. Union hatte gute Chancen. Ein geiles Spiel für die Zuschauer. Klar hätten wir uns gewünscht, dass wir gewonnen hätten, aber man muss schon sagen, dass wir gegen einen guten Gegner gespielt haben. Ein absolut gerechtes Unentschieden, aber ich glaube schon ein recht gutes Spiel für die Zuschauer… Union hatte schon auch ihre Möglichkeiten, aber ich glaube wir auch. Ich, Sergio, Iago sein Schuss hält Luthe sensationell. Wie gesagt: Ein geiles 0:0. Ich hätte mir gewünscht natürlich, dass wir das Spiel gewonnen hätten, aber ich glaube, wenn wir so auftreten nächste Woche daheim vor heimischer Kulisse, bin ich absolut davon überzeugt, dass wir da den erster 3er holen.

Florian Niederlechner nach dem Spiel bei FCA TV

Davon bin ich auch überzeugt. Viele mögen mich jetzt für verrückt halten, aber man konnte in den letzten Wochen in jedem Spiel eine Entwicklung sehen, auch wenn das Ergebnis zweimal nicht gepasst hat. Das erste Spiel gegen Hoffenheim vergessen wir mal. In der zweiten Partie gegen Eintracht Frankfurt bekamen wir eine hervorragende Defensivleistung zu sehen. Das 1:4 gegen Leverkusen war vieles, aber in dieser Höhe nicht verdient. Über 75 Spielminuten sahen wir sowohl defensiv als auch offensiv sehr gute Ansätze. In diesem Spiel hatten wir wirklich das Pech auf dem Fuß bzw. hauen uns die Dinger selber rein, was natürlich nicht passieren darf. Aber allein was Wille und Kampfgeist angeht, war dieses Spiel besser als jedes einzelne der vergangenen Saison. Und nun dieser harte Kampf gegen Union Berlin, in dem man sehen konnte, das in dieser Mannschaft sehr viel Potenzial steckt.

Man darf hierbei mehrere Dinge nicht vergessen:

1. Union ist seit nunmehr 19 Spielen zuhause ungeschlagen und sind zudem Teilnehmer an der Conference League.

2. Mit Vargas, Jensen, Córdova und Zeqiri kamen mehrere Spieler gerade erst von der Nationalmannschaft zurück bzw. konnten aufgrund einer Verletzung erst seit Kurzem wieder am Mannschaftstraining teilnehmen. Gleiches gilt für Daniel Caligiuri, der aufgrund seiner Corona-Infektion auch länger nicht auf dem Platz stand.

3. Auch die Vorbereitung war durch die EM und Olympia größten Teils auseinander gerissen und die Mannschaft war nie wirklich vollzählig.

4. Die zahlreichen Ausfälle in der Defensivabteilung machen die ganze Situation auch nicht gerade einfach.

Geben wir den Jungs noch ein klein wenig Zeit sich einzuspielen. Wie man bei allen Stationen von Markus Weinzierl sehen kann, braucht sein System ein wenig, um zu zünden. Gerade am Anfang einer Saison. Doch wenn es zündet, dann ist alles möglich. Ich bin mir sicher, dass das bei uns schon bald der Fall sein wird und dann sollte sich der Rest der Liga mal besser warm anziehen. Rückschläge gehören selbstverständlich im Fußball dazu, doch ich glaube fest daran, dass wir am Ende der Spielzeit 2021/22 über dem Strich stehen werden. Vertraut auf die Mannschaft, sie will es genauso sehr wie wir Fans! Und sie werden es schaffen und alles dafür tun, dass sie ihr Ziel erreicht. Von daher: Forza FCA! Holt euch nächste Woche den ersten Sieg gegen Borussia Mönchengladbach!

Puppngschwätz: Mehr als nur eine Niederlage?

Auf geht’s in eine neue Woche mit unserem geliebten FCA. Nach dem Unentschieden gegen Frankfurt konnte man ein wenig entspannter ran gehen. Auch wenn natürlich noch viel Arbeit vor der Mannschaft liegt, wie alle Beteiligten immer wieder betonen. Doch auch neben dem Platz hat sich in den vergangenen Tagen einiges abgespielt, was wir euch natürlich nicht vorenthalten wollen. Das Highlight der Woche war selbstverständlich die Partie gegen Angstgegner Bayer 04 Leverkusen. Doch dazu später gleich mehr.

Ein Blick auf den Nachwuchs

Die U19 unserer Augsburger machten am vergangenen Wochenende ihren Saisonstart perfekt. Bereits am 1. Spieltag konnten die Jungs ihr Heimspiel gegen die Kickers Offenbach mit 3:1 gewinnen, nur um jetzt den Deckel drauf zu machen und Ligakonkurrent SC Freiburg mit 2:3 zu bezwingen. Zur Halbzeit führten die Rot-Grün-Weißen mit 0:2 durch Tore von Noa-Gabriel Simic und Nathan Mouly. Kurz nach Wiederanpfiff gelang den Freiburgern jedoch der Anschluss, doch Franjo Ivanovic konnte in der 79. Minute durch einen berechtigen Elfmeter die 2-Tore-Führung wiederherstellen. Auch der erneute Anschluss für den SCF fiel durch einen Elfmeter, allerdings erst in der zweiten Minute der Nachspielzeit. Mit zwei Siegen aus zwei Spielen dürfen sich die Jungs nun als über Platz 3 in der Tabelle freuen.

Bei unserer U17 sieht es leider noch nicht so gut aus. Zum ersten Heimspiel der Saison 2021/22 gastierte der FSV Frankfurt am NLZ. In der Woche zuvor hatten die jungen Fuggerstädter in Unterhaching 4:2 verloren. Das wollten sie nun zuhause wieder gut machen. Das sollte ihnen allerdings leider nicht gelingen, denn am Ende unterlag man Frankfurt mit 0:2. Und das obwohl man unter der Woche ein Testspiel gegen eine Westbayernauswahl mit 1:2 gewinnen konnte.

Aber unsere U23 war an diesem Wochenende erfolgreich. In der Regionalliga Bayern ging es auswärts gegen den TSV Rain. Schon zur Halbzeit stand es für unsere „Zwote“ 0:2 durch Tore von Marcus Müller und Fabian Wessig. In der 63. Spielminute konnte Dominic Schmidt auf 0:3 erhöhen, bevor Rain in der 67. Minute auf 1:3 verkürzte. Aber das war noch nicht alles, denn 14 Minuten später traf Dion Berisha zum 1:4.

Der Torschütze zum 0:1 – Marcus Müller (Foto: Julien Christ via imago)

Doch der TSV konnte ebenfalls noch einmal einnetzen, sodass das Spiel schließlich 2:4 für die jungen Fuggerstädter endete. In der Tabelle bedeutet das nun für unsere U23 einen soliden 12. Platz mit derzeit 11 Punkten nach 9 Spielen. Bereits am Dienstag geht es in der heimischen Rosenau gegen die zweite Delegation von Greuther Fürth. Schaut doch vorbei und feuert unsere Jungs kräftig an.

Die Augsburger Damen im Bezirkspokal

Gerade als das Match unserer Herrenmannschaft gegen Leverkusen in die Schlussphase ging, wurde ca. 37 Kilometer entfernt das Bezirkspokal-Spiel unserer Augsburger Damen angepfiffen. Es ging gegen den Bezirksligisten TSV Sielenbach.

Bereits nach 10 Minuten gingen die Rot-Grün-Weißen durch Elandra Basha mit 0:1 in Führung. Allerdings schafften es die Sielenbacher noch vor der Halbzeit auszugleichen. Doch unsere Mädels kamen sehr gut aus der Halbzeit und so traf Lisa-Marie Maier in der 62. Minute zum 1:2 Endstand.

Am 05.09.2021 steht für die Augsburger noch ein Testspiel gegen die Damenmannschaft des TSV Eching an, bevor am 12.09.2021 schließlich die Liga startet. Wir dürfen gespannt sein, wie sich die Mädels hier schlagen werden.

Hilfe für die Flutkatastrophe in Dernau

Eine ganz tolle Aktion hat der Ulrich-Biesinger-Tribüne e.V. ins Leben gerufen. Wer diesen nicht kennt: Der UBT e.V. wurde im Januar 2020 gegründet und ist eine Vereinigung für alle FCA Fans, die ihren Verein nicht nur im Stadion sondern auch darüber hinaus unterstützen wollen. Hierbei geht es nicht nur um Support sondern vor allem auch um soziales Engagement in Augsburg und Schwaben.

Doch nun haben fünf Mitglieder die Grenzen des Schwabenlandes verlassen, um den Opfern der Flutkatastrophe zu helfen. Sie machten sich bereits Anfang Juli auf den Weg und landeten schließlich in Dernau, einer kleinen Gemeinde in Rheinland-Pfalz. Die 1.700 Einwohner hatte die Flut besonders schwer getroffen. Der ortsansässige Fluss Ahr war ganze 9 Meter über die Ufer getreten und hatte Brücken, Container und Menschen mit sich gerissen. Wo vorher Häuser standen, herrscht nun blankes Chaos.

Für uns als Fanszene ist es selbstverständlich, Menschen in großer Not zu helfen. Deswegen haben wir nicht gezögert.

Initiator Dominik “Dome” Hoffmann begründet das Engagement

Seit ca. fünf Wochen packen die Helfer nun unermüdlich an. Rund zwei Dutzend Fans waren in den vergangenen Wochen immer wieder vor Ort – einige durchgehend, andere abwechselnd. Man entfernte Schlamm und zerstörte Möbel und ist nun dabei sämtliche Häuser zu entkernen, sodass man im Frühjahr mit dem Wiederaufbau und der Renovierung beginnen kann. Zudem unterstützt der UBT e.V. die Menschen unter anderem mit Gutscheinen für Möbelhäuser.

Und auch der FCA selbst unterstützt diese Aktion tatkräftig. Gemeinsam mit Sponsor Riegele organisierte man eine LKW-Ladung mit Getränken und tätigte zudem auch großzügige Geldspenden. Auch Geschäftsführer Michael Ströll machte sich vor der Partie in Frankfurt ein Bild von der Situation. Mit im Gepäck hatte er zudem 150 FCA-Trikots für die Anwohner.

Über diese Aktion könnte man noch so viel schreiben und doch gibt es nicht genug Worte um auszudrücken, wie toll sie ist. Sie zeigt wieder einmal wie sehr der FCA und seine Fans auch in schwierigen Zeiten zueinander stehen und hilft, wo man nur kann. Deswegen möchte das Team der RoGaz den Helfern ein riesengroßes Dankeschön aussprechen. Danke für euren Einsatz und eure Hilfsbereitschaft!!!

Wechsel von Kilian Jakob

Am 24.04.2021 wurde bekannt, dass der Linksverteidiger nach 4 Jahren bei unserem FCA eine neue Herausforderung sucht. Die Vorbereitung hatte der in Bad Neuenahr-Ahrweiler geborene Jakob noch mit den Profis bestritten und konnte hierbei durchaus überzeugen. Gerade in der Partie gegen Paris Saint Germain legte er eine sehr gute Leistung ab. Doch nachdem unsere Stammkräfte Iago und Mads Pedersen ihre Verletzungen überwunden hatten, konnte er sich beim FC Augsburg leider nicht mehr durchsetzen. Somit rutschte er zurück in den Kader der U23. Für unsere „Zwote“ bestritt er noch zwei Partien über 135 Minuten und traf dabei gegen Pipinsried zum zwischenzeitlichen 2:1. Die Partie in Pipinsried endete 3:1 für den Gastgeber.

Nach 4 Jahren in der Fuggerstadt ist Schluss! (Foto via imago)

Insgesamt kommt Jakob auf 47 Einsätze und 6 Pflichtspieltore für die U23. Auch einen Einsatz in der 1. Bundesliga steht in seiner Vita. Dieser fand in der Saison 2017/18 am 03.03.2018 statt, als man in der heimischen WWK Arena 0:2 gegen TSG Hoffenheim verlor. 51 Spielminuten lang durfte der gelernte Linksverteidiger im linken Mittelfeld Erstligaluft schnuppern.

Doch jetzt zieht es den 23jährigen, der am 30.08.2017 von 59+1 zu uns wechselte, zum Zweitligisten Karlsruher SC. Dort hofft er natürlich auf viele Einsätze von Beginn an.

Kilian Jakob ist mit einem Wechselwunsch auf uns zugekommen, dem wir in seinem Sinne entsprochen haben. Für ihn ist es wichtig, in seinen noch jungen Jahren Spielpraxis zu sammeln, die wir ihm nicht regelmäßig zusichern konnten. Wir wünschen ihm viel Erfolg in seiner weiteren fußballerischen Laufbahn.

Geschäftsführer Sport Stefan Reuter über Jakobs Wechsel

Dem können wir uns nur anschließen. Alles Gute in Karlsruhe, Kilian! Rock’ das Haifischbecken „2. Liga“!

Berufung in die Nationalmannschaft

In der nächsten beiden Wochen finden wieder einmal diverse Länderspiele statt und auch einige Augsburger Spieler haben es geschafft, in ihre Nationalmannschaften berufen zu werden. So darf beispielsweise Sergio Córdova für Venezuela in den WM-Qualifikationsspielen teilnehmen. Auch Michael Gregoritsch darf erneut für Österreich und Fredrik Jensen für Finnland an den Start gehen. Ebenfalls nominiert wurde Frederik Winther, der für die dänische U21-Nationalmannschaft in der EM-Qualifikation gegen Kasachstan im Kader stehen wird. Zudem wurde natürlich auch unser Schweizer-Flügelflitzer Ruben Vargas in die Nati berufen.

Grund zum Groll hat allerdings unsere Nummer 1 im Kasten Rafal Gikiewicz. Er wurde vom polnischen Nationaltrainer Paulo Sousa wieder einmal nicht berücksichtigt. Stattdessen soll er erneut als TV-Experte für das polnische Fernsehen agieren. Wozu der FCA aber erst zustimmen muss, denn immerhin gibt es die Abstellungspflicht nur für Kadereinsätze in den Nationalmannschaften.

Ich bin aber brutal sauer, dass ich wieder keine Nominierung für Polen bekommen habe. Mein Ziel ist immer gleich, ich will nach Warschau fliegen und mit Lewandowski und den besten Spielern in Polen trainieren. Und nicht auf der Couch sitzen und die Spiele von dort anschauen.

Rafal Gikiewicz über seine Nicht-Nominierung

Wir können Gikis Wut nachvollziehen. Er hat in der vergangenen Saison eine Topleistung erbracht und hat in allen Spielen über 90 Minuten auf dem Platz gestanden. Und auch gegen Frankfurt hat er uns das Unentschieden ein ums andere Mal festgehalten. Allerdings sei auch erwähnt, dass er in drei Bundesligapartien 8 Gegentreffer kassiert hat. Und das ein Coach da ins Zweifeln gerät, ist verständlich.

Auch die Jugend fährt zur Nationalmannschaft

Außerdem dürfen sich noch einige Spieler aus unserer Jugend über die Einberufung in ihre Nationalmannschaften freuen. In die deutschen Jugendkader haben es geschafft:

  • Dzenan Pejcinovic (U17)
  • Mert Kömür (U17 – auf Abruf)
  • Davide Dell’Erba (U18)
  • Aaron Zehnter (U18)
  • Lasse Günther (U19)

Für Kristijan Taseski aus der FCA-U19 geht es mit der nordmazedonischen U19 zu einem Turnier nach Slowenien.

Wir wünschen allen einberufenen Spielern viel Erfolg und hoffen, dass sie alle gesund zurück kommen.

Verletzte kommen zurück an Bord

Am Donnerstag nahmen sowohl Trainer Markus Weinzierl als auch Ruben Vargas auf dem Podium Platz, um sich vor der Partie gegen Bayer Leverkusen den Fragen der Journalisten zu stellen. Dabei kam man natürlich auch auf den Kader und die verletzten Spieler zu sprechen.

Defensiver Mittelfeldspieler Tobias Strobl, der unter einer Sprunggelenksverletzung leidet, befindet sich noch immer nicht im Training. Auch Kapitän Jeffrey Gouweleeuw fiel aufgrund von Problemen mit den Adduktoren für die Partie gegen Bayer Leverkusen aus. Jan Morávek zog sich gegen Frankfurt ebenfalls eine Verletzung an den Adduktoren zu. Allerdings ist diese so schwerwiegend, dass Markus Weinzierl von einer längeren Ausfalldauer ausgeht. Wir wünschen den Verletzten auf diesem Weg gute Besserung, schnelle Genesung und auch eine baldige Rückkehr.

Beide wieder zurück an Bord (Foto via imago)

Allerdings gab es auch gute Neuigkeiten zu vermelden. Unser Mittelstürmer Florian Niederlechner, der in Frankfurt mit Abwehrchef Martin Hinteregger zusammen prallte, konnte bereits ab Dienstag wieder voll mit trainieren und war somit in der Partie gegen Leverkusen am Start. Zurück beim Teamtraining waren ebenfalls Sergio Córdova und Alfred Finnbogason, die über mehrere Wochen ausgefallen waren.

Einen kleinen Schock gab es allerdings zu Beginn der Woche, da Reece Oxford am Dienstag nur individuell trainieren konnte und Felix Uduokhai gar nicht anwesend war. Doch letzterer litt nur unter muskulären Problemen nach der Partie gegen die Adler. Am Mittwoch stand er schon wieder auf dem Platz.

Die Bilanz gegen Leverkusen

Im Vorfeld der Partie dürfte allen Augsburgfans bekannt gewesen sein, dass Bayer 04 Leverkusen unser absoluter Angstgegner ist. Noch nie konnten wir gegen den Verein aus Nordrhein-Westfalen gewinnen. Und das obwohl man bereits 22 Mal aufeinander traf – 2 Mal im DFB-Pokal und 20 Mal in der Bundesliga. Hierbei fielen (Stand vor dem Spiel) 17 Tore für den FCA und 45 Tore für Leverkusen. Insgesamt konnte der Verein des heutigen Trainers Gerardo Seoane 15 Partien für sich entschieden. 7 Mal schafften unsere Fuggerstädter immerhin ein Unentschieden.

Wir können nur gewinnen. Wir waren zweimal sehr nah dran: In der vergangenen Saison haben ir in der Nachspielzeit den Ausgleich zum 1:1 bekommen. Ein anderes Mal haben wir 3:0 geführt und dann 3:3 gespielt. Es wird Zeit, den Bock umzustoßen.

Stefan Reuter vor der Partie im Interview mit dem Kicker

Zeit, dass wir endlich mal gegen Bayer Leverkusen gewinnen, wird es wirklich. Es kann doch nicht sein, dass wir es noch nie geschafft haben, gegen den Verein aus Westfalen zu gewinnen. Immerhin haben wir auch schon Rekordmeister Bayern sowie Borussia Dortmund geschlagen. Auch Markus Weinzierl ist sich der Bilanz bewusst, da Leverkusen „Qualität hat, aber wir wollen zuhause jetzt einen Dreier, zumindest einen Punkt.“

Im Fußball ist bekanntlich nichts unmöglich, denn schon mehr als einmal konnte man die Außenseiterrolle, in der sich der FCA am wohlsten fühlt, nutzen und auch große Mannschaften schlagen. Wer weiß, vielleicht passiert ja in dieser Saison das kleine Wunder, dass wir den Fluch endlich brechen. So zumindest meine Gedanken vor dem Spiel, das ich mir live im Stadion ansah.

Ein Spielbericht mal anders…

Ich habe lange überlegt, wie ich meinen Bericht zu der Partie gegen Leverkusen aufbauen soll. Normalerweise bin ich jemand, der sehr auf Einzelheiten bedacht ist und gerne auch tiefer in die Spielanalyse geht. Daten sind mein tägliches Brot, weswegen ich auch hier immer sehr darauf achte. Doch ich gehe davon aus, dass die meisten von euch das Spiel gesehen haben und so möchte ich nur einige Anmerkungen machen, die mir nahe bzw. teilweise wirklich gegen den Strich gegangen sind.

Natürlich könnte ich jetzt jede einzelne Situation wiedergeben und die Partie bis aufs Kleinste auseinander nehmen. Ich könnte sagen, dass die zwei Gegentore unglücklich und irgendwo auch unnötig waren. Gerade das erste von Iago darf so nicht passieren, denn er könnte den Ball auch einfach über die Seitenauslinie dreschen. Der Köpfer von Flo Niederlechner kann passieren, denn bei einem Kopfball reichen schon wenige Zentimeter aus, um den Ball in die entgegengesetzte Richtung abprallen zu lassen wie eigentlich beabsichtigt. Ich könnte mich auch tierisch darüber aufregen, dass der Strafstoß für das Foul an André Hahn nicht gegeben wird, denn einen klareren Elfmeter gibt es im Fußball kaum. Weswegen sich Schiedsrichter Benjamin Brand die Szene nicht noch einmal selbst am Bildschirm anschaut, verstehe ich bis heute nicht.

Zudem könnte ich mich lang und breit darüber auslassen, dass das 1:3 nach eigener Ecke quasi selbst eingeschenkt war und man nicht das Risiko eines taktischen Fouls auf sich genommen hat. Oder auch dass Giki den Ball haben muss, wenn er beim 1:4 schon aus dem Kasten läuft. Ich könnte auch darüber berichten, dass wir am Ende echt Schwein gehabt haben, nicht noch höher zu verlieren, denn immerhin gab es da noch einen Pfosten- und einen Lattenpraller kurz vor Schluss.

Entsetzen ist nach zwei Eigentoren gar kein Ausdruck… (Foto via imago)

Doch das will nicht. Ich möchte viel lieber sagen, was ich in dem Spiel gesehen habe. Ich habe über ca. 75 Minute eine kämpferische Leistung unserer Jungs gesehen. Auch nach zwei Eigentoren haben sie sich nicht aufgegeben, sondern haben so sehr gefightet um irgendwie wieder ran zu kommen. Das hat man alleine schon bei unserem ersten richtigen Saisontor gesehen, als Florian Niederlechner nicht aufgegeben und schließlich die Kugel zum 1:2 über die Linie gebracht hat. Zwischenzeitlich waren wir dem Ausgleich viel näher als die Leverkusener dem 1:3. Denn seien wir mal ehrlich: Gerade in den ersten 30 Minuten der zweiten Halbzeit hat man von Leverkusen nicht viel gesehen. Kurz: Ich habe all das gesehen, was man in der letzten Saison so schmerzlich vermisst hat. Kampfeswillen, Mut und Biss.

Gerade wenn man einen Blick auf die Spieldaten wirft, dann kann man doch von einer ordentlichen Partie sprechen. Laut Kicker kommen wir auf genauso viele Torschüsse wie Bayer 04 Leverkusen – 14 an der Zahl. In der Laufleistung konnten wir die Werkself sogar übertrumpfen. 114,14 Kilometer brachten die Fuggerstädter auf den Platz. Auch die Passquote ist mit 78 Prozent recht ordentlich. Auch die Zweikampfquote kann sich mit 49 Prozent eindeutig sehen lassen. Einen Mann des Spiels habe ich hier nicht, denn wir haben bis auf wenige Ausnahmen eine respektable Mannschaftsleistung gesehen. Müsste ich mich allerdings entscheiden, dann stachen für mich besonders Niklas Dorsch aufgrund tollem technischen Spiel im Mittelfeld sowie André Hahn und Daniel Caligiuri mit ihrem brutalen Kampfgeist heraus.

Mein persönliches Fazit

Alles in allem würde ich mich aber Markus Weinzierl anschließen, der in der PK nach dem Spiel Bayer 04 Leverkusen sagte, dass man gegenüber der vorherigen Partien gegen Hoffenheim und Frankfurt eine deutliche Steigerung gesehen hat. In beiden Spielen hat man kaum Offensivmomente gesehen. Das war gegen Leverkusen eindeutig anders, denn wir kamen mehr als einmal gefährlich vor das Tor von Lukáš Hrádecký. Allerdings fehlte uns das Glück und natürlich auch die Qualität beim Abschluss. Und genau das ist es, woran die Jungs unseres FC Augsburg noch arbeiten müssen und werden.

Zum Schluss möchte ich daher noch eines anmerken. Natürlich wünschen wir uns alle einen Sieg und mehr Punkte für unseren Herzensverein. Der Saisonstart hätte besser laufen können, das ist mir klar. Aber uns sollte allen bewusst sein, dass wir gegen einen Champions League – Aspiranten gespielt haben, gegen den wir seit 23 Spielen auf einen Sieg warten. Und dafür haben wir es zwischenzeitlich wirklich sehr gut gemacht. In dieser Partie gegen Leverkusen haben wir definitiv einen anderen Auftritt als unser Weinzierls Vorgänger gesehen und das macht mir persönlich Hoffnung, dass es schon bald anders laufen wird. Und dann sind die ganzen Pessimisten die ersten, die lauthals jubeln werden. Habt doch mal ein bisschen Vertrauen in unsere Jungs. Sie wünschen sich es auch anders und geben Woche für Woche ihr Bestes, um uns Fans glücklich zu sehen.

Ich für meinen Teil werde immer hinter ihnen stehen und gehe mit ihnen auch in jede Liga. Doch ich glaube fest daran, dass wir auch im nächsten Sommer lauthals über den Klassenerhalt jubeln werden. Die Mannschaft braucht einfach noch ein wenig Zeit, um sich perfekt einzuspielen. Und das werden sie schaffen, daran glaube ich fest.

Impressionen aus dem Stadion

Wie oben schon erwähnt, war ich live vor Ort und habe unsere Jungs gegen Leverkusen lauthals angefeuert. Zusammen mit Leuten aus meinem Fanclub und auch mit zwei meiner Kinder stand ich auf der UBT und gab alles, um das Team zu pushen. Meine Stimme habe ich sogar dort gelassen, damit sie beim nächsten Heimspiel gegen Gladbach auch wieder Gas geben kann.

Endlich wieder im Wohnzimmer (Foto: Birgit Kaiser)

Ich habe für all diejenigen, die nicht im Stadion waren, einige Impressionen gesammelt, um euch mitzunehmen und euch die Stimmung näher zu bringen. Diese war im Übrigen hervorragend. Jeder einzelne Fan hat sein Bestes gegeben und die Jungs zu unterstützen. Es ein ganz anderes Feeling ist, ein Spiel im Stadion anzusehen, als zuhause bequem auf dem Sofa zu sitzen. Ich habe heute noch eine Gänsehaut von dieser Atmosphäre.

Auch das Warm up muss genau begutachtet werden (Foto: Birgit Kaiser)

Für alle, die die Corona-Auflagen stören, lasst mich euch sagen, dass es gar nicht so schlimm ist. Natürlich muss man eine der 3 Gs nachweisen können und es gibt keinen Alkohol (woran der FCA aber arbeitet, um das zu ändern). Die Maske ist bis zum Platz zu tragen, doch danach darf man sie abnehmen. Der Stehbereich ist aufgestuhlt, aber es sitzt niemand. Ich selbst bin auch die vollen 90 Minuten gestanden wie sonst auch. Deswegen überlegt es euch. Ein Besuch im Stadion ist nach wie vor genial und von meiner Seite aus auch absolut empfehlenswert.

Trotz der Niederlage gebührt den Jungs Respekt (Video: Birgit Kaiser)

DFB Pokal Auslosung

Am Sonntag stand um 18:30 Uhr die Auslosung der 2. Pokalrunde an. Unser FCA bekommt es hierbei mit Ligakonkurrent und Aufsteiger VfL Bochum zu tun. Leider ist es erneut ein Auswärtsspiel, doch das kennen die hartgesottenen Fans ja bereits, denn gefühlt treten wir immer auswärts an.

Bisher trafen unsere Fuggerstädter erst zweimal auf den Traditionsverein aus Nordrhein-Westfalen. Diese Begegnungen liegen allerdings schon etwas länger zurück, denn sie fanden in unserer letzten Zweitligasaison 2010/11 statt. Die Partie in Bochum konnte der FCA am 12.09.2010 mit 0:2 für sich entscheiden. In Augsburg war leider Bochum der glückliche Sieger. Die Partie am 31.01.2011 endete damals 0:1 durch einen späten Gegentreffer in der 84. Minute.

Eines dürfte vorab klar sein: Einfach wird die Partie mit Sicherheit nicht, da Bochum ist relativ heimstark ist. In der abgelaufenen Saison 2020/21 waren die Westfalen auf dem ersten Rang der sogenannten Heimtablle zu finden. In 17 Partien konnten sie 38 von 51 möglichen Punkten für sich verbuchen. Das bedeutet einen Heimpunkteschnitt von 2,24 Punkten pro Spiel. Auch ihr bisher einziges Heimspiel konnten die Bochumer für sich entscheiden. Gegen Mainz 05, die am ersten Spieltag noch Vizemeister RB Leipzig geschlagen hatten, stand am Ende ein 2:0 auf dem Zettel.

Ein Selbstläufer wird das Spiel also keinesfalls, auch wenn ich persönlich sehr froh bin, dass wir in diesem Jahr von einem der „großen“ Gegner verschont geblieben sind. So bleibt die Hoffnung, dass wir es ins Achtelfinale schaffen. Doch trotz allem treten wir gegen einen Konkurrenten aus der Bundesliga an und man sollte vor jedem einzelnen Gegner Respekt haben. Die 2. Runde findet am 26.10. und 27.10. statt. Die genaue Spielansetzung ist allerdings noch nicht bekannt.

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