Was für a Gfrett!

Als ich diese Zeilen schreib, war’s bereits Sonntagabend, also hab ich schon die berühmte Nacht über das Schwabenderby geschlafen. Verdauen musste ich definitiv die Niederlage gegen den VfB Stuttgart. Hierbei nicht nur die Niederlage an sich, sondern vielmehr das “wie”. Das Sechs-Punkte-Spiel war schnell auserkoren und es war sich jedermann und jederfrau auch bewusst: Das wird nicht einfach! Und wie wichtig dieses Spiel demnach auch war, hat sich im Vorfeld schon mit dem Blick auf die Bundesligatabelle beantworten lassen. Doch nach dem Spiel stehen ganz viele Fragezeichen und ein ärgerlicher Nachgeschmack. Lest selbst:

Im Vorfeld der Partie

Für die Schlagzeilen sorgten mal wieder andere: Hertha BSC hat Trainer Korkut entlassen, für ihn steht ab sofort Felix Magath an der Seitenlinie. Wobei sofort nicht wörtlich zu nehmen ist, immerhin befindet sich der Quälix derzeit in Corona-Quarantäne. Gute Besserung an dieser Stelle. Zudem wurde Anfang März bereits bekannt, dass Sportdirektor Arne Friedrich mit sofortiger Wirkung von seinem Posten zurücktritt. Beim gebürtigen Bad Oeynhausner sei “das Gefühl entstanden, dass mein Einfluss bei wichtigen sportlichen Entscheidungen nicht mehr ausreichend gegeben ist, um meinen Aufgaben als Sportdirektor gerecht zu werden”, so Friedrich. Zuletzt liest man diesertags vermehrt von Investor Lars Windhorst und dessen Wunsch, einen zeitnahen Wechsel an der Vereinsspitze des Vereins zu vollziehen. Der Hauptstadtclub oder auch der Club, der (offensichtlich) niemals schläft.

Aus Augsburger Gefilden hörte man – auch aufgrund der der Verschiebung der Partie gegen Mainz 05 – zuletzt medial einiges. Zudem schien Innenverteidiger Felix Uduokhai nach seiner Verletzung, die er im Spiel gegen die Arminia erlitten hatte, früher fit zu werden als gedacht. Noah Sarenren Bazee, umjubelter Ausgleichstorschütze gegen den BVB, zog sich hingegen im Training einen Kreuzbandriss zu. Ärgerlich, war der dynamische Mittelfeldspieler doch grad im Kommen. Wir wünschen ihm gute Besserung und einen optimalen Heilungsverlauf!

Alles Gute und komm bald zurück, Noah! (Photo by Martin Rose/Getty Images)

Zuletzt wurde berichtet, dass Jungspund und Flügelflitzer Lasse Günther Corona-erkrankt ist. Auch Lasse wünschen wir an dieser Stelle eine rasche Genesung! Weiterhin gab der FCA auf seiner Website bekannt, dass er aufgrund hoher Inzidenzzahlen in Augsburg eine Impfaktion des Impfzentrums Augsburg mit (je zwei) Freikarten für die Heimspiele gegen den Mainz 05 und den VfL Wolfsburg unterstützt. Coole Sache!

Rund um den VfB wurde medial bekannt, dass Thomas Hitzlsperger schon früher aus dem Verein ausscheidet als ursprünglich kommuniziert. Dass dieser seinen bis Oktober 2022 geltenden Vertrag nicht erfüllen wird, war schon bekannt. Bereits Ende März übergibt er nun das Amt des Vorstandsvorsitzenden an seinen Nachfolger Alexander Wehrle. Wir wünschen “Hitz the Hammer” viel Erfolg auf seinem weiteren beruflichen Werdegang. Er wurde vor dem Anpfiff der Partie übrigens offiziell verabschiedet und dies vor – per Sondergenehmigung gestatteten – knapp 60.000 Fans.

Halbzeit eins – Effektivität ist kein Problem

Eine Schweigeminute gab es zu Beginn für den am 16.03.2022 in Aachen verstorbenen Egidius Braun. Der ehemalige DFB-Präsident (1992-2001) und Ehrenpräsident verstarb im Alter von 97 Jahren. Beide Mannschaften spielten mit Trauerflor.

Nach dieser kurzen Minute des Innehaltens ging es nach Anpfiff auf dem Rasen jedoch heiß her. Schiedsrichter Patrick Ittrich hatte jedenfalls beide Hände voll zu tun. In Minute zwei direkt die erste brandgefährliche Situation der Hausherren: Führich scheiterte an Gikiewicz und den Abpraller klärte Ex-Stuttgarter Carlos Gruezo in letzter Sekunde. Doch das erste Tor der Partie erzielten die Gäste: Der erste Angriff der bayerischen Schwaben mündete direkt in einem Treffer. Iago auf Hahn und dieser schloss eiskalt ab. 0:1 – der FCA überraschte mit einer frühen Führung.

Stuttgart dominierte das Spiel, der FCA zeigte sich effektiv – so könnte man eigentlich auch den gesamten Spielverlauf beschreiben mit wenig Worten. Stuttgart präsentierte sich griffiger und dynamischer, der FCA stand hinten stabil und setzte Nadelstiche. Insbesondere Jungspund Tiago Tomas bereitete der Augsburger Hintermannschaft Probleme und war kaum zu bändigen, während Torjäger Kalajdzic weitestgehend abgemeldet war. Wenn man dem VfB hier einen Vorwurf machen konnte, dann die mangelhafte Chancenverwertung!

Offensive Szenen des FCA suchte man vergeblich, mehr als ein frei vor Torhüter Müller verpassender Caligiuri und eine harmlose Freistoßszene von ebenjenem Mittelfeldspieler sprangen jedoch nicht heraus. Stattdessen schlug in Minute 44 der VfB zu, Abwehrspieler Anton köpfte die Gastgeber zum Ausgleich -nach, Überraschung, Flanke von Borna Sosa. Und während die ersten Fans auf die Toilette schlichen oder zum Ausschank pilgerten, erzielte Gregerl noch vor dem Halbzeitpfiff die erneute Augsburger Führung. Mit dem besten Angriff des Tages (bis dato) markierte der Österreicher das 1:2 für den Gast. Schön anzusehen, wie Arne Maier “Gregerl” in Szene setzen konnte und wie eiskalt der Stürmer den Ball versenkte. Gerne mehr davon!

Mittelfeldstratege Arne Maier war wieder an beiden Toren der Augsburger beteiligt. (Photo by Matthias Hangst/Getty Images)

Halbzeit zwei – Eiskalte Dusche

Nachdem die Augsburger mit der bis dato etwas schmeichelhaften Führung in die Kabine gingen, kamen diese im Anschluss unverändert zurück auf den Platz. Die Hausherren übernahmen wie schon in Halbzeit eins das Zepter des Handelns. Die ersten fünfzehn Minuten der zweiten Hälfte waren jedoch kaum von spielerischen Highlights geprägt. Vielmehr schnürten die Gastgeber die Augsburger Mannen in die eigene Hälfte. In Minute 65 wechselten beide Mannschaften erstmalig und positionsgetreu. Beim FCA kamen Pedersen für Vargas sowie Uduokhai für den angeschlagenen Kapitän Gouweleeuw.

Herauszuheben hier insbesondere der Udo-Ersatz Winther: Wie dieser zum Beispiel in Minute 66 Tiago Tomas ablief, war einfach großartig. In Minute 73 nahm Coach Weinzierl dann zwei weitere Wechsel vor, die im Augsburger Fanlager auf Unmut stießen. Niederlechner für Gregoritsch war als Wechsel durchaus nachzuvollziehen, aber die Auswechslung von Maier und für ihn dann Zeqiri zu bringen – dies warf große Fragezeichen auf. Man kann hier nur vermuten, dass Arne Maier konditionell schon an sein Limit gestoßen war.

In der hektischen Schlussviertelstunde kassierten sowohl Pedersen als auch Oxford eine gelbe Karte. Wie beim 1:1 ging dem nun nachfolgenden 2:2 ein Foul an der Strafraumgrenze voraus. Diesmal verwandelte Marmoush den Freistoß direkt und sehenswert, nachdem ein früherer Versuch aus ähnlicher Position vorher in der Mauer gelandet war. Keine Chance für “Giki” im Kasten. In den darauffolgenden Minuten hatten die Stuttgarter diverse Chancen zur Führung, jedoch scheiterten sie entweder am Augsburger Keeper oder vergaben kläglich. Die beiden Youngster Tomas und Winther holten sich noch beide den gelben Karton ab.

André Hahn scheiterte in der 82. Minute am Stuttgarter Querbalken und – zum Leidwesen des FCA – war Fortuna an diesem Tage der falsche Schwabe. Die beiden Hauptprotagonisten Tomas und Marmoush besorgten in Co-Produktion das Siegtor zum 3:2. Wieder ein Freistoß, den konnte diesmal Gikiewicz klären. Die Klärungsaktion mündete jedoch ausgerechnet bei Marmoush, der den Ball nach innen gab und Tomas vollstreckte abgeklärt. Markus Weizierl brachte dann noch Dorsch für Gruezo (86. Minute), doch viele Aktionen konnte der FCA nicht mehr für sich verbuchen. Vielmehr konnte der VfB seine Führung nicht ausbauen, die Chance hätte sich in Minute 90+3 eigentlich noch ergeben, doch Führich bekam den Ball nicht im leeren Augsburger Tor unter – auch, weil Dorsch akrobatisch retten konnte. Was eine furiose Partie, was für eine intensive Schlussviertelstunde.

An den mitgereisten FCA-Fans lag die Niederlage sicherlich nicht! (Photo by Matthias Hangst/Getty Images)

Erkenntnisse

Es war für alle Beteiligten ein seltsames Gefühl: Fast 56000 Zuschauer*innen, obwohl Inzidenzwerte allerorts hoch sind. Im Abstiegskampf sicher ein Vorteil vor solch großer Kulisse kicken zu dürfen. Für den Zuschauenden vor dem TV war die Stimmung aber großartig. Lang genug hatte man halbherzige Schlachtrufe oder Fake-Publikum bestaunen dürfen. Für die Mannschaften war es sicherlich Ansporn pur. Für die Fans beider Kurven wieder mal das Erlebnis, das Fußballfans lieben, zuletzt sehnlichst vermissten und weswegen man Wochenende für Wochenende ins Stadion pilgert. Seltsam nur, weil es – wie in Corona-Zeiten eigentlich in allen Angelegenheiten – wieder unterschiedliche Handhabe in Sachen Zuschauerzahlen gibt und dies durchaus ein Faktor im Abstiegskampf sein kann.

24:10 Torschüsse pro VfB, dazu die deutlich bessere Passquote (84% – 67%), 8:0 Ecken und 63% Ballbesitz – vieles sprach statistisch für einen Stuttgarter Sieg. Die Zweikampfquote (46% – 54%) und die Laufleistung sprachen jedoch wiederum deutlich für den FCA. Stuttgart investierte mehr und es sah lange danach aus, als würden sie dafür nicht belohnt werden. Eiskalte Augsburger stellten den Spielverlauf auf den Kopf und erzielten aus gefühlt vier Chancen zwei Tore. Möglicherweise trug auch die Auswechslung von Arne Maier, dem strukturierenden Element im FCA Spiel, hier einen großen Anteil an der schlussendlichen Niederlage. Für mich auch eher eine Fehlentscheidung, Carlos Gruezo – trotz ordentlicher Partie gegen Bielefeld – neben Maier starten zu lassen und nicht den mit Maier eingespielten Niklas Dorsch. Dieser kam dann erst nach dem Lucky Punch der Stuttgarter in Minute 86. Also für die letzten fünf Spielminuten.

War die erste Halbzeit noch etwas ausgeglichener, gab man das Heft des Handelns in der zweiten Hälfte fast komplett aus der Hand. Flügelspieler und Routinier Daniel Caligiuri sagte bezeichnenderweise nach dem Spiel: “Aufgrund der zweiten Halbzeit hatten wir nicht verdient, dieses Spiel zu gewinnen. Es kam einem so vor, als ob wir Angst haben, Fehler zu machen. In der ersten Halbzeit waren wir noch effektiv, aber in der zweiten Halbzeit war das einfach zu wenig.” Auch Reece Oxford bemängelte medial die Passivität in Halbzeit zwei. Unerklärlich insbesondere diese Passivität gegen einen direkten Abstiegskonkurrenten, der vor der Partie tabellarisch noch hinter dem FCA stand.

Stefan Reuter exemplarisch hierzu im Kicker: “Wenn du in Führung liegst, hast du im Grunde etwas zu verlieren. Dadurch gehst du eher einen Schritt zurück, musst aber eigentlich einen Schritt nach vorne machen. (..) Das führt dann dazu, dass du zu wenig machst, zu passiv wirst und keinen Druck mehr auf den Ball bekommst.” Ich meine, erkannt haben sie das Problem in Augsburg ja offensichtlich – nach dem Spiel ist man halt immer schlauer.

Statt dem positionsgetreuen Wechsel Gruezo <> Dorsch in der 86. Minute, also einer Minute nach der Stuttgarter Führung, hätte ich mir zum Beispiel einen offensiven Mann wie Pepi gewünscht, also Mut und Risiko statt ziemliches Zaudern. Die Offensive zu stärken und zumindest einen Punkt mit nach Hause zu nehmen. Doch diese Bemühungen blieben leider aus. Übrigens überaus bemerkenswert, dass der 19jährige Tiago Tomas das Siegtor gegen den FCA erzielte und der gleichaltrige Pepi auf der Augsburger Bank verschmort. Ich sag ja nur…

Am Ende verliert der FCA also das Sechs-Punkte-Spiel gegen Stuttgart und muss den VfB tabellarisch passieren lassen. Somit rutscht der FCA auf Platz 15. Die Hertha überholt die Arminia dank des 3:0 – Erfolgs gegen Hoffenheim. Die Arminia aus Bielefeld verliert gegen Mainz (dank dreier Elfmeter) mit 4:0 und rutscht auf Platz 17 ab. Was für ein undankbarer Spieltag. Und jetzt ist dann erstmal Länderspielpause…

Not amused über die Niederlage: Trainer Markus Weinzierl an alter Wirkungsstätte. (Photo by Matthias Hangst/Getty Images)

Länderspielreisen

Folgende Spieler sind übrigens für Ihre Heimatländer unterwegs:

  • Michael Gregoritsch (Österreich) trifft auf Wales (Donnerstag, 24. März) 
  • Carlos Gruezo (Ecuador) trifft im Auswärtsspiel auf Paraguay (Donnerstag, 24. März), anschließend spielt Ecuador zuhause gegen Argentinien (Dienstag, 29. März)
  • Ricardo Pepi (USA) hat gleich drei Spiele vor der Brust: Auswärts gegen Mexiko (Donnerstag, 24. März), zuhause gegen Panama (Sonntag, 27. März) sowie in Costa Rica (Mittwoch, 30. März)
  • Ruben Vargas und Andi Zeqiri (Schweiz): Auswärts gegen England (Samstag, 26. März), in Zürich zuhause gegen den Kosovo (Dienstag, 29. März)
  • Frederik Winter (dänische U21-Nationalmannschaft): Heimspiel gegen Belgien (Dienstag, 29. März)
  • Lasse Günther wurde für die deutsche U19-Nationalmannschaft berufen, wird jedoch aufgrund seiner Corona-Infektion nicht dorthin reisen können

Fazit

Für mich auch mit ein wenig Abstand unverständlich, wie man zweimal eine Führung verschenkt respektive wie man die Führung in der zweiten Hälfte nicht über die Zeit retten kann. Zumindest das Remis hätte der FCA halten müssen, denn dann wäre Stuttgart tabellarisch hinter dem FCA geblieben. Markus Weinzierl erläuterte nach dem Spiel: “Das ist eine ganz bittere Niederlage, weil wir zweimal in Führung waren und dann muss man mindestens einen Punkt mitnehmen. Aber wir haben drei Standard-Gegentore bekommen, weil wir zu tief verteidigt haben. Man hatte nach den Führungen das Gefühl, dass wir zu großen Respekt hatten, das Spiel zu gewinnen. Wir hatten viel zu wenig eigenen Ballbesitz und konnten dadurch nicht für Entlastung sorgen. Wir haben zu risikolos gespielt und hatten keine gute Präsenz in der gegnerischen Hälfte.”

Ein guter Punkt, die Standard-Gegentore. Dreimal dumm gegrätscht an der Strafraumkante, drei Freistoßvarianten, drei Gegentore. Bei Ittrichs lockererer Linie war der erste Freistoß eigentlich zu kleinlich, beim zweiten und dritten Freistoß habe ich mich schon gefragt, wieso man sich denn wieder in solch einer Position fürs Grätschen entscheidet. Zudem hat den FCA ein direkter Abstiegskonkurrent hergespielt, das kann auch nicht das Ziel und die Vorstellung der Augsburger Verantwortlichen sein. Keine gute Präsenz sagt Herr Weinzierl – fast keine Abschlüsse in Halbzeit zwei ist die bittere Wahrheit. Bis auf Hahnos Lattenkopfball war da nichts nennenswertes mehr dabei. Und das Risiko ist Markus Weizierl selbst nicht eingegangen, da er bis auf Zeqiri für Maier nur positionsgetreu gewechselt hat. Und ebenjener Wechsel hat dem FCA offensichtlich Zugriff aufs Spiel und Struktur geraubt.

Jetzt steht erstmal die Länderspielpause an, dann am 03.04.2022 um 15:30 das Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg. Eine englische Woche ergibt sich durch das verlegte Spiel gegen Mainz, das am 06.04. (18:30) in der WWK-Arena ansteht. Danach führt der 29. Spieltag den FCA am 09.04.2022 (15:30 Uhr) in die Allianz Arena nach München. Alles in allem, ein hartes Programm. Man vermag nur zu hoffen, dass der FCA die Länderspielpause zum Nachdenken und Handeln nutzen kann. Denn es ist nicht mehr alles rosarot in der Fuggerstadt. Aufgrund dieser Niederlage und der Art und Weise ist es vorprogrammiert, dass die Trainerfrage – bei Blick auf die Tabelle – nun (zumindest öffentlich) gestellt werden muss. Wie diese T-Frage dann ausfällt, bleibt abzuwarten.

Episode 10: #Pausengschwätz

Wir drei Mädels, das sind Birgit, Franzi und Irina, haben uns über die Rosenau-Gazette kennengelernt und pflegen seit jeher eine rege Diskussionkultur in und um Spieltagen zum sportlichen Geschehen des FCA. Irgendwann, so kurz vor Weihnachten des zurückliegenden Jahres, kam dann die Idee auf, warum nicht dieses #Gschwätz vertonen? Die Puppn, das sind wir drei und steht zudem für unsere altehrwürdige Augsburger Puppenkiste. Und Gschwätz? Das bedeutet dann doch einfach nur Klatsch und Tratsch im schwäbischen Sprachgebrauch. Zusammen ergibt es das Puppngschwätz, den FCA Podcast von drei Augsburger Mädels – zum Reinhören, für alle die es mit dem geilsten Club der Welt halten oder einfach nur Lust auf einen Plausch unter Sportskameradinnen haben.

In der zehnten Folge unseres Podcasts “Puppngschwätz” – unter der Woche feierte der Podcast übrigens sein einmonatiges Bestehen (HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!) – berichten wir von den Ereignissen rund um den FCA in der Länderspielpause. Birgit war zuletzt bei der Presserunde mit Trainer Weinzierl zugegen und weiß daher aus erster Hand zu schildern, was dort alles kundgetan wurde. Unter anderem wurden zwei Problemkinder ermittelt, denen aktuell der Mut und – wie der gesamten Mannschaft generell – die Mentalität fehlt. Am Spielsystem lag das (defensive) Desaster gegen Bayer 04 Leverkusen laut Markus Weinzierl übrigens nicht. Ahja!

Weiterhin testeten die Augsburger am heutigen Donnerstag um 14:00 Uhr gegen den Zweitligisten Jahn Regensburg. Bis auf die (süd-)amerikanischen Länderspielreisenden Gruezo und Pepi sowie die angeschlagenen Iago, Pedersen, Jensen und Cordova standen alle Mann zur Verfügung. Zu erwähnen ist sicherlich die Corona-Erkrankung von “Giki”, dies verkündete die Augsburger Allgemeine kurz vor der Partie. Daher spielten die beiden Ersatzkeeper Klein und Koubek je 45 Minuten.

Interessant vor allem die ungewohnte Rolle von Jensen und Pedersen: Die beiden standen abwechselnd als Co-Kommentatoren im Fan TV zur Seite. Das Endergebnis (3:3) spiegelt eine muntere Partie wieder, die beide Parteien offen gestalteten. Der FCA zeigte dabei alte Schwächen in der Defensive, spielte aber offensiv mutig auf – das kam den Augsburger Jungs zuletzt etwas abhanden. Es wirkte schon etwas, als würde hier der Druck fehlen und man könne daher alles Können auf den Platz bringen. Wollen wir viel mehr in den Bundesligapartien so sehen – das war phasenweise schon sehr gefällig.

Die beiden Länderspielreisenden Gruezo und Pepi sind jedenfalls heute Nacht erstmals im Einsatz und dann nochmals Mitte der kommenden Woche in der WM-Qualifikation. Sie werden dann vermutlich erst spät in der Woche zurück in Augsburg sein. Der Deadline Day steht kurz bevor, am Montag, den 31.01., schließt abends der Transfermarkt in Deutschland. Ob sich in Sachen personelle Zugänge beim FCA noch was tut? Hört doch mal in die aktuelle Folge rein, um unsere Einschätzung zu erfahren.

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Episode 8: #Bayergschwätz

Wir drei Mädels, das sind Birgit, Franzi und Irina, haben uns über die Rosenau-Gazette kennengelernt und pflegen seit jeher eine rege Diskussionkultur in und um Spieltagen zum sportlichen Geschehen des FCA. Irgendwann, so kurz vor Weihnachten des zurückliegenden Jahres, kam dann die Idee auf, warum nicht dieses #Gschwätz vertonen? Die Puppn, das sind wir drei und steht zudem für unsere altehrwürdige Augsburger Puppenkiste. Und Gschwätz? Das bedeutet dann doch einfach nur Klatsch und Tratsch im schwäbischen Sprachgebrauch. Zusammen ergibt es das Puppngschwätz, den FCA Podcast von drei Augsburger Mädels – zum Reinhören, für alle die es mit dem geilsten Club der Welt halten oder einfach nur Lust auf einen Plausch unter Sportskameradinnen haben.

In der mittlerweile achten Episode berichten Irina und Birgit von der personellen Lage des FCA. Aktuell stehen – außer dem langzeitverletzten Strobl – alle Mannen zur Verfügung. Die Qual der Wahl für Coach Weinzierl. Weiterhin beleuchten wir die Stärken und Schwächen von unserem Gegner Bayer Leverkusen und resümieren: Die stehen schon zu recht derzeit auf dem dritten Tabellenplatz. Goalgetter Patrick Schick müssen unsere Augsburger sicher besonders im Auge haben. Die Statistiken sprechen hierbei allerdings deutlich gegen den FCA: In 24 Partien konnte der FCA noch keinen Sieg gegen Leverkusen verbuchen, vielmehr haben wir ganze 16 Mal verloren. Wir beide versuchen, trotz dieser horrenden Zahlen optimistisch zu sein, aber gerade die Hinrundenperformance bei der 1:4 Niederlage des FCA am 3. Spieltag dämpft die Euphorie doch etwas! (zugegebenermaßen)

Im Rahmen des Vorberichts begrüßen wir Mädels zudem den gegnerischen Fan Timo, 22, wohnhaft in Wien. Er ist unter anderem wegen dem weißen Brasilianer (na, wer kommt drauf?!) Fan von Bayer Leverkusen und bloggt ab und an zu der Thematik. Er gibt eine Einschätzung ab, wer personell zur Verfügung steht (Spoiler: es fallen wohl einige aus…) und erzählt, was er vom FCA hält. Wir fragen auch: Warum ist Leverkusen eigentlich Angstgegner des FCA? Gibt es hierfür eigentlich wirkliche Gründe? Zudem wagt Timo final auch eine Prognose, wie das Spiel denn ausgehen mag. Wir sagen: Da haben wir aber gewaltig was dagegen!

Zum Schluss blicken wir noch auf aktuelle Geschehnisse in und um Augsburg: Zuletzt ist unser Rekordtransfer Pepi in die Schlagzeilen geraten, denn der junge Mann hat offensichtlich schon Champions-League-Ambitionen. Zu viel für Augsburger Granteltum! Zurück auf den Boden der Tatsachen mit dem Jungen!1! Nach der Partie gegen Leverkusen ist übrigens Länderspielpause und möglichweise dürfen im darauffolgenden Heimspiel gegen Union Berlin schon wieder Fans ins Stadion (oh, wie wär das schöööön!). Wir freuen uns, wenn ihr reinhören würdet, zu finden sind wir unter Anchor und Spotify. Gerne anhören, Feedback geben, weitersagen! Und: Nur der FCA.

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2022 wird unser Jahr!?

2022 wird alles besser. Neues Jahr, neues Glück. 365 Tage, 365 neue Chancen. So oder so ähnlich klingen viele Motto-Sprüche, die man sich des guten Vorsatz Willens zu Herzen nimmt. Beziehen wir dies mal auf den FCA: 2022 wird alles besser, neue Rückrunde, neues Glück, 17 Spiele, 17 neue Chancen. Und damit 51 mögliche Punkte.

Von 51 möglichen Punkten in der Hinrunde haben wir magere 18 Pünktchen geholt. Dies bedeutet tabellarisch Platz 15 mit einer Tordifferenz von -9. Umgerechnet sind dies vier Siege, sechs Remis und sieben Niederlagen. Vier Siege, darunter ein überraschender und unkalkulierbarer wie der 2:1 Sieg gegen den FC Bayern und ein knappes 1:0 gegen Gladbach. Aber auch deftige Klatschen wie das 0:4 gegen Hoffenheim direkt zu Saisonauftakt. Oder das 0:3 aus Sicht des FCA gegen den SC Freiburg.

Was aus 2021 bleibt, haben Birgit und ich zuletzt schon in einem Zweiteiler erörtert. Heute stelle ich mir die Frage, was 2022 auf uns zukommt. Lest selbst fünf Punkte, die 2022 so (oder so ähnlich) passieren könnten:

#1: Defensive wird Trumpf sein!

Im Januar wird Felix Uduokhai zurückkehren und Markus Weinzierl die Qual der Wahl haben. Mit dem zuletzt brillanten Reece Oxford und Kapitän Jeffrey Gouweleeuw hatte sich zuletzt ein Duo eingespielt. Auch Frederik Winther konnte positive Argumente für sich selbst sammeln. Gegen Hoffenheim zum Rückrundenauftakt fehlt Reece Oxford jedoch gelb-gesperrt. Hier sind wir schon ganz aufgeregt, weil “Udo” nach (viel zu) langer Zeit möglicherweise in die Startformation zurückkehrt.

Es wird generell in der Rückrunde spannenden sein, zu sehen, auf wen Weinzierl setzt. Und was er mit dem Rest anfängt.

Diese beiden machten es zuletzt im Abwehrverbund ganz hervorragend: Reece Oxford und Jeffrey Gouweleeuw. (Photo by Sebastian Widmann/Getty Images)

Unser defensives Mittelfeld mit Niklas “Dorschi” Dorsch und Arne Maier wird sich weiter einspielen. Um diese beiden Jungspunde wird uns die ganze Liga – mit Ausnahme der Bayern vielleicht – beneiden. Während Niklas Dorsch vertraglich noch langfristig an den FCA gebunden ist, wurde Maier nur geliehen. Sein Vertrag wird sich aber definitiv verlängern, davon gehen wir persönlich aus. Wenn jetzt noch auf der rechten Außenverteidiger-Position personell nachgelegt wird (Hallooo, Danny da Costa!?), dann sehen wir uns in diesem Mannschaftsteil sehr gut aufgestellt.

#2: Offensiv wird nachgelegt werden

Offensiv sieht’s hingegen ein wenig mau aus. Finnbogason und Niederlechner häufig verletzt, Gregoritsch wenig konstant, Cordova nicht nachweislich bundesligatauglich. Und ein Zeqiri alleine kann es dann auch nicht richten.

Unterstützung bekommt der Jungspund von Oldie André Hahn, der sich da vorne im Offensivbereich noch am meisten aufreibt. Caligiuri fehlte zuletzt die Spritzigkeit, wird zudem auch nicht jünger. Vargas ist in einem Formtief und Jensen, Bazee sowie Lasse Günther sind schlichtweg bis dato nur passable Ergänzungsspieler. Haben sie das Zeug zu mehr? Man weiß es nicht. Man sollte hier die ein oder andere Leihe in Betracht ziehen. Und einen Hochkaräter verpflichten, der die Flaute in der Offensive schleunigst beheben kann.

Im Sommer laufen dann einige Verträge aus, es wird sich also schon bald zeigen, mit wem der FCA in die nächste Saison geht. Ob Andi Zeqiri länger in der Fuggerstadt verweilen wird? Unwahrscheinlich, da er nur einen einjährigen Leihvertrag hat. Und sein englischer Stammclub ggf. einiges verlangen wird für den Neu-Nationalspieler der Schweiz.

Andi Zeqiri konnte nur zu Beginn der Saison überzeugen, dann tauchte er mehr und mehr ab. (Photo by Alexander Hassenstein/Getty Images)

#3: Weinzierl wird verlängern

Der Kontrakt von Übungsleiter Markus Weinzierl läuft nur noch bis 30.06.2022. Sollte der FCA – und das hoffen wir doch alle – den Klassenerhalt frühzeitig sichern, steht einer Vertragsverlängerung des Augsburger “Urgesteins” nichts mehr im Wege. Der nun mittlerweile 47 Jahre alte gebürtige Straubinger konnte Heiko Herrlichs Trümmertruppe neues Leben einhauchen und hatte eine schon lang nicht mehr dagewesene Euphorie am Lech ausgelöst. Wir sagen: Bitte verlängern!

#4: Nachwuchsspieler wird debütieren

Mit Salifou und Pejcinovic sind zwei Jugendspieler aus dem FCA-Nachwuchsleistungszentrum nah dran am Profikader. Salifou gab zuletzt den Lückenfüller und stand sogar gegen Ende der Hinrunde mehrfach im Spieltagskader.

An Dzenan Pejcinovic, Kapitän der Augsburger U17, sollen Serie A Clubs dran sein. Diesen potenziellen Abgang würden wir gerne verhindern. Auch Salifou, Kapitän der U19, gilt als vielversprechendes Talent. Ich plädiere für ein baldiges Profidebüt und die ersten Profiverträge. Ich meine, was sollen die beiden noch kaputt machen, in einem Spiel wie gegen Fürth? Da wünsche ich mir doch mehr Mut und Jugendwahn wie bei den Freiburgern. Dort zahlt sich dieser Weg mehr und mehr aus.

#5: Fans werden wieder ins Stadion dürfen

So, nun kommen wir zum schmerzlichsten und sehnlichsten Punkt zugleich. Heute wünsche ich mir das und ich glaube, vielen anderen geht es auch so. Dass wir bald einen Haken hinter das leidige Thema Corona machen dürfen. Wir bald wieder ins Stadion und ohne große Bedenken die Stadionwurst verspeisen dürfen. Jubeln, dem Gegenüber ohne Scham in die Arme fallen und endlich wieder genießen dürfen. Das wäre schön.

Ich wünsche mir das wirklich ganz gewaltig für 2022, ob es nun schon in der Rückrunde möglich ist oder erst in der neuen Hinrunde. Hauptsache, wir müssen nicht noch ein weiteres Jahr auf den Stadiongang und unser zweites Wohnzimmer verzichten. Wichtig für mich jedoch, dass das alles erst möglich ist, wenn wir für die Gesundheit aller sorgen können. Das ist das oberste Gebot.

So einen Anblick wünschen wir uns baldigst wieder! (Photo by Sebastian Widmann/Getty Images)

Frohes neues Jahr und guten Rutsch!

Was uns bleibt, ist nun, euch einen guten Rutsch zu wünschen. Viel Gesundheit und viele gute Vorsätze fürs neue Jahr 2022. Bedanken möchten wir uns für eure Likes, eure Kommentare und die Unterstützung über das komplette Jahr 2021 hinweg.

Wir haben sehr viel Spaß und Freude daran, euch die neuesten Entwicklungen rund um den geilsten Club der Welt näherzubringen. Wir hoffen daher, dass dieser “Aufwärtstrend” auch im neuen Jahr anhält und der FCA zudem sportlich frühzeitig die Klasse hält. Das wäre doch was! Und eines hoffe ich ganz arg: 2022 wird unser aller Jahr!?

Jahresrückblick 2021 – erste Jahreshälfte

2021 war für den FCA kein besonders erfolgreiches Jahr. Bis zum letzten Spieltag gefühlt mit dem Abstieg konfrontiert, gelang es dem FCA dennoch, spät den Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Aber man hat es schon wieder – zumindest nach meinem Geschmack – zu spannend gemacht am Ende. Zeit, dem turbulenten Sportjahr aus Augsburger Sicht Revue passieren lassen. Denn: Viele Dinge sind passiert in der Fuggerstadt, neue Gesichter kamen, einige Personen verließen den Club. Ein alter Bekannter gab sich am Lech die Ehre. Was ein Trubel! Teil eins lest ihr heute. Hierbei widmen wir uns der Rückrunde 20/21:

Hinrunden-Talfahrt

Unter anderem aufgrund der angespannten Corona-Lage wurden die Spieltage 14-17 erst nach der Winterpause ausgetragen. Mit einem 1:0 Sieg gegen Köln startete man direkt am 2.1.2021 ins neue Jahr, das goldene Tor erzielte Iago. Auf den knappen Sieg folgte ein herbe Niederlage, an die man sich in Augsburg sicher nicht gerne erinnern dürfte. Gegen den VfB Stuttgart setzte es eine deftige 1:4 – Niederlage. Ernüchterung schon so früh im Jahr machte sich breit. Den Ehrentreffer schoss damals übrigens Marco Richter.

Die Ernüchterung mündete dann schon fast in Resignation, als der FCA mit 2:0 gegen Werder Bremen verlor. Bemerkenswert hierbei, dass die beiden Bremer Tore erst in den letzten Spielminuten fielen (84. und 87. Minute). Unglücksrabe war in diesem Spiel definitiv Reece Oxford, er vergab vorne eine Großchance und lies hinten das 1:0 für Werder zu. Die Augsburger Mannen zeigten aber umgehend Charakter und verteidigten leidenschaftlich im Derby gegen den Rekordmeister. Nur durch ein Quäntchen Glück und Goalgetter Lewandowski gewann der FC Bayern fast schon schmeichelhaft mit 1:0. Highlight aus Augsburger Sicht war sicherlich der verschossene Elfmeter von Alfred Finnbogason.

Er war plötzlich nicht mehr “cold as ice”: Unser Isländer Alfred Finnbogason scheiterte zweimal vom Punkt. (Photo by Sebastian Widmann/Getty Images)

Rückrundenauftakt

Am 23.01.2021 startete der FCA gegen Union sodann in die Rückrunde. Es gelang ein knapper 2:1 Sieg, beide Tore erzielte hierbei nach einer längeren Flaute Stürmer Florian Niederlechner. Die zwei Assists lieferte André Hahn. Ex-Union-Keeper Gikiewicz hielt den Sieg am Ende fest, indem er unter anderem einen Elfmeter parierte. Mit 19 Punkten zu Ende der Hinrunde stand man hierbei ein wenig besser da als diesertags und die Tordifferenz von -9 ist exakt gleich. Die Hinrunde beendete man damals allerdings als Tabellenzwölfter.

Das kurze Hochgefühl hielt allerdings nicht lange an, denn direkt am nächsten Spieltag schossen die Dortmunder den FCA mit 3:1 ab. Es sah lange gar nicht unbedingt danach aus, denn die Augsburger führten früh mit 1:0 durch Hahn. Das Spiel war vor allem in der ersten Halbzeit sehr unterhaltsam, Haaland verschoss einen Foulelfmeter und keine fünf Minuten später köpfte Delaney zum Ausgleich. Bitter: Das 3:1 für die Borussia war ein Eigentor von Felix Uduokhai. Trotz der Pleite stand der FCA “nur” auf Platz 13 der Bundesligatabelle.

Und dort blieb der FCA auch nach der 0:2 Niederlage gegen den VfL Wolfsburg. In diesem Spiel hatte der FCA keine Chance gegen gut aufgelegte Wölfe. Interessanter Fakt am Rande: Der FCA spielte erstmals in diesem Jahr mit einer Viererkette in der Abwehr. Die Talfahrt des FCA ging durch die 2:1 Niederlage gegen RB Leipzig leider weiter. Daniel Caligiuri erzielte per Elfmeter in der 77. Minute immerhin noch den Anschlusstreffer.

Auf und ab

Am 21.02.2021 gab der FCA ein sportliches Ausrufezeichen ab, indem er ein 1:1 beim Angstgegner Leverkusen erkämpfte. Der FCA führte früh mit 1:0 durch Niederlechner, kassierte aber auf bitterste Art und Weise in letzter Sekunde noch den Ausgleich durch Tapsoba. Am darauffolgenden Spieltag schlugen die Augsburger dann den direkten Konkurrenten aus Mainz mit 1:0 – wir erinnern uns wohl alle an den rabenschwarzen Tag von Zentner. Der Mainzer Keeper spielte Niederlechner den Ball quasi vor die Füße, dieser bediente wiederum André Hahn. Der Mittelfeldspieler erzielte dann das Tor des Tages. Bei dem Ergebnis blieb es – auch, weil Gikiewicz wieder einen Sahnetag erwischt hatte.

Auf den knappen Sieg folgte eine knappe Niederlage gegen den Tabellen-15. aus Berlin. Die Hertha gewann nach einer hochbrisanten Partie mit 2:1, nachdem der FCA wieder sehr früh in Führung ging. Laszlo Benes traf schon in der zweiten Spielminute zum 1:0. Besonders ärgerlich: Der Herthaner Siegtreffer fiel durch einen Foulelfmeter. Doch der Frust hielt nicht lange an, denn im Flutlichtspiel am Freitagabend gegen Gladbach setzte sich der FCA mit 3:1 durch. Kurios: Alle vier Tore fielen erst in Halbzeit zwei. Glück für den FCA, dass die Gladbacher in der ersten Halbzeit vom Elfmeterpunkt vergaben.

Nach diesem starken Auftritt fiel der FCA wieder in alte Muster zurück und ging mit 0:2 gegen Freiburg baden. Chancenlos waren die Augsburger zwar nicht, aber scheiterten hier ein ums andere Mal an Sportclub-Keeper Müller. Die Freiburger zeigten sich einfach kaltschnäuziger vor dem Tor. Aber diesen FCA sollte niemand abschreiben: Auf die Niederlage folgte – wieder mal – ein Sieg. Dieses Mal gegen die TSG Hoffenheim. Mit 2:1 schlug man den direkten Tabellennachbarn und überholte diesen. Vargas und Hahn erzielten die Treffer. Es war übrigens der 100. Bundesliga-Sieg des FCA. Die drei Punkte konnte man jedoch nicht vergolden, man verlor am darauffolgenden Spieltag peinlichst gegen Schalke mit 1:0 und kam gegen die Arminia nicht über ein 0:0 hinaus. Beides ärgerlicherweise direkte Tabellennachbarn!

Entlassung von Heiko Herrlich

Am 30. Spieltag mündete diese Tiefphase des FCA in einer 2:0 Niederlage gegen Frankfurt. Dieses Spiel erhitzte so einige Fan-Gemüter – denn erst sah Hinteregger nach einem rotwürdigen Foul an der Seitenlinie gegen Marco Richter nur gelb, dann traf ebenjener Ex-Augsburger auch noch zur Frankfurter Führung. Uncool! Und leider verschoss Alfred Finnbogason am Ende der Partie erneut einen Strafstoß.

Am 31. Spieltag wurde es nicht besser für den FCA. Gegen akut abstiegsgefährdete Kölner verlor man unglücklich 2:3. Jedoch lag der FCA in der ersten Halbzeit schon mit 0:3 hinten, man hatte die erste Halbzeit komplett verpennt. Durch Gumny und Vargas kam der FCA noch in der zweiten Hälfte mit 2:3 ran (beide Vorlagen kamen von Freddy Jensen), aber die Kölner Abwehrreihe hielt die Führung tapfer bis zum Spielende. Man konnte schon ahnen, dass dies die letzte Partie von Heiko Herrlich sein könnte. Und so kam es auch – der Übungsleiter konnte dem Abwärtstrend nicht entgegenwirken und musste zusammen mit seinem Co-Trainer Metaxas den Platz räumen.

Wusste sich und der Truppe am Ende nicht mehr zu helfen und nahm folgerichtig seinen Hut: Heiko Herrlich war nicht mehr länger Trainer des FCA. (Photo by Maja Hitij/Getty Images)

Comeback-Time

Mit Markus Weinzierl wurde ein alter Bekannter in Augsburg als Nachfolger von Heiko Herrlich vorgestellt. Der 46jährige Übungsleiter war schon von 2012 bis 2016 in der Fuggerstadt beschäftigt und führte seinerzeit die Augsburger bis in die Europa League. Und ein hochrangiger Co-Trainer kam noch dazu an den Lech: Reiner Maurer, 61 Jahre alt, war zuvor bei Türkgücü München Trainer und wurde in Augsburg Nachfolger von Iraklis Metaxas.

Sportlich kam es – trotz großer Euphorie nach Weinzierl-Rückkehr – noch härter: Man verlor gegen Stuttgart mit 2:1. Die Augsburger zeigten definitiv eine ansprechende Leistung, aber konnten sich offensiv nicht belohnen. Weinzierl setzte bei seiner Rückkehr auf eine erfahrene und für ihn zum Teil altbekannte “Achse”: Khedira, Moravek und Niederlechner starteten für Strobl, Gruezo und Finnbogason. So kam es zum Showdown gegen Werder: Augsburg, Tabellenvierzehnter mit 33 Punkten (Tordifferenz -17) gegen Bremen, Tabellenfünfzehnter mit 31 Punkten (Tordifferenz ebenfalls -17). Brenzliger konnte es gar nicht sein! Und die Partie begann aus Augsburger Sicht denkbar schlecht. Ruben Vargas sah nach einer versuchten Tätlichkeit früh die rote Karte. So spielte man über 75 Minuten lang nur mit zehn Mannen und das im alles entscheidenden Spiel!

Es ging mit einem gerechten 0:0 in die Pause. Gerade aus den Kabinen gekommen, beging nun auch Bremens Groß eine “Dummheit” und foulte gelbvorbelastet Niederlechner. Folgerichtig spielte Bremen nun ebenfalls mit nur zehn Spielern. Ausgerechnet Rani Khedira erzielte aus sieben Metern das wichtige 1:0 für den FCA. Der Ball prallte noch vom Innenpfosten ab ins Tor! Bremen konterte wütend und Bittencourt setze in Minute 72 einen Schuss an den Augsburger Pfosten! Puh, durchatmen. Iago scheiterte noch an Werder-Schlussmann Pavlenka. Dann foulte Rashica Hahn im Sechzehner – Caligiuri verwandelte sicher. Mit 2:0 gewann der FCA die eminent wichtige Partie und dufte damit den Klassenerhalt feiern. Das war knapp!

Augsburgs verlorener Sohn war wieder zurück. Und führte den FCA direkt zum Klassenerhalt: Markus Weinzierl! (Photo by Alexander Hassenstein/Getty Images)

Schlusspunkt in München

Das letzte Spiel der Saison durften die Augsburger auswärts in der Allianz Arena bestreiten. Zum Glück war der Klassenerhalt zu diesem Zeitpunkt schon gesichert. Schon in der neunten Minute gingen die Bayern in Führung, allerdings mithilfe eines Augsburgers. Gnabry erhöhte wenig später auf 2:0. Ausgerechnet der sonst sichere Caligiuri vergab den Augsburger Anschlusstreffer vom Punkt. Stattdessen machten die Bayern bis zur Halbzeit alles klar: Erst Kimmich, dann Coman schraubten das Ergebnis auf 4:0.

Der FCA wechselte, dadurch kam noch etwas Leben in die Partie und die Augsburger wurden wacher. Erst erzielte Hahn nach einer Benes-Vorbereitung per Kopf das 1:4, dann erzielte Niederlechner nach Hahn-Vorarbeit das 2:4. Die Bayern wären aber nicht die Bayern, wenn sie nicht noch was gegenzusetzen hätten. Den Schlusspunkt setzte Lewandowski in Minute 90 mit einem historischen Treffer. Damit brach der polnische Nationalspieler den Uralt-Rekord vom “Bomber der Nation” Gerd Müller: Er erzielte sage und schreibe 41 Saisontore!

Das gab es bis dato noch nie zuvor. Und bis zu diesem rekordträchtigen Treffer hatten sich die beiden Landsmänner Lewandowski und Gikiewicz auf Augsburger Seite quasi ein Privatduell geliefert! Was für ein Saisonfinale mit einem spannenden bayerischen Derby. Das Ergebnis war dann doch nur noch Nebensache.

Statistiken zur Rückrunde 20/21

Wieder eine Saison mit Höhen und Tiefen aus Augsburger Sicht, wieder eine Saison mit einem Last-Minute-Klassenerhalt. Und wieder musste man sich von einem Coach trennen. Das Fazit fällt daher ein wenig ernüchternd aus. Und die Hoffnungen, die man sich vor dem Saisonbeginn machte, wurden schon früh zerstört. Konstanz? In Augsburg ein Fremdwort. Eine Saison, geprägt von einigen Höhen und ganz viel Tiefen. Das Beste an dieser Saison war tatsächlich der Klassenerhalt.

André Hahn, gewissermaßen fast schon ein Oldie und sportlich abgeschrieben in der Fuggerstadt, war mit acht Treffern bester Torschütze. Ein weiterer Oldie stand diesem in fast nichts nach: Daniel Caligiuri erzielte sechs Saisontore, Ruben Vargas kam auf ebenfalls sechs Treffer. Stürmer Florian Niederlechner (fünf Tore) hatte viele Saisontiefs, genauso wie Marco Richter (drei Tore) und Unglücksrabe Alfred Finnbogason (0 Tore, zwei verschossene Elfer). Die beiden besten Torschützen waren auch die besten Scorer: Hahn legte fünf Treffer auf, Caligiuri ebenfalls. Die Ü30-Fraktion rockt(e)!

Den Rücken frei hielt den Augsburgern allzeit Rafal Gikiewicz: Dieser schaffte es auch in die Top-Ten-Torhüter der Bundesliga mit einer stolzen Paradenquote von 70,5% und sieben Zu-Null-Spielen. Mit einem Kicker-Notendurchschnitt von 2,85 war er nicht nur bester FCA-Spieler, sondern auch in der Top-10 der besten Bundesligaspieler der Saison aufgelistet. Was den FCA 2020/21 auszeichnete, war definitiv die starke Laufleistung des Teams. Mit 4027,67 gelaufenen Kilometern lag man in puncto Laufleistung ganz weit vorne. Die drei laufstärksten Spieler waren Daniel Caligiuri, Jeffrey Gouweleeuw und Felix Uduokhai. In puncto Sprints lag der FCA im Bundesligavergleich auf Platz fünf mit über 4000 absolvierten Sprints!

Was der FCA gar nicht konnte? Definitiv Elfmeter schießen. Nur zwei von fünf Elfmetern konnte der FCA verwandeln. Krass dabei: Daniel Caligiuri verwandelte 2 von 3 möglichen, die restlichen vergab Alfred Finnbogason. Auch holte sich der FCA ziemlich schnell und ziemlich viele Karten: Mit 65 gelben, 3 gelb-roten und einer roten Karte zählt man zu den drei größten “Sünder-Teams” der Liga. Alleine Kapitän Gouweleeuw sah neun mal den gelben Karton.

André Hahn, Rafal Gikiewicz, Felix Uduokhai und Jeffrey Gouweleeuw waren die drei besten Spieler im FCA-Trikot. Auch Reece Oxford steigerte sich im Laufe der Saison. (Photo by Sebastian Widmann/Getty Images)

Fazit zur Rückrunde

Der FCA lies die ganze Saison über Konstanz vermissen. Viele Statistiken sprechen eher gegen den FCA, wie zum Beispiel die Zweikampfquote. Man gewann im Ligaranking am viertwenigsten Zweikämpfe. Man hatte die zweitwenigsten Ballbesitzphasen. Die viertwenigsten Tore. Die drittwenigsten Torschüsse. Und die drittschlechteste Passquote aller Bundesligisten. Das alles ist schon sehr ernüchternd und deutet auf eine wirklich suboptimale Saison hin. Klingt fast ein wenig nach Abstieg oder Relegation – aber glücklicherweise gab es Teams wie Schalke und Werder, die noch schlechter performten.

Ein großartiger Rafal Gikiewicz war der Erfolgsgarant für den Klassenerhalt. Ein fast schon über-performende André Hahn, der nach seiner überstandenen Corona-Erkrankung noch viele Tore erzielte, hielt den FCA in einigen Spielen am Leben. Felix Uduokhai und Robert Gumny waren die Shootingstars der Saison. Ruben Vargas und Marco Richter fielen leicht ab im Vergleich zur Vorsaison. Sportlich keine großen Faktoren waren Alfred Finnbogason (0 Tore, 1 Assist) und Michael Gregoritsch (1 Tor, 2 Assists). Rani Khedira trat in die großen Fußstapfen von Daniel Baier, um nach dem Klassenerhalt den Verein zu verlassen. Das wog und wiegt schwer.

Man möchte sagen, der FCA hatte nach dieser Saison und insbesondere nach dieser Rückrunde viel Arbeit vor der Brust. Den schmerzlichen Abgang von Khedira aufzufangen, einen Innenverteidiger-Backup für den scheidenden Marek Suchy zu finden, die Lücke von Laszlo Benes zu füllen (mit einem deutlichen Upgrade!) und natürlich die Trainerposition zu stärken. Spielerisch konnte Markus Weinzierl der biederen Ex-Herrlich-Elf noch kein Leben einhauchen, jedoch muss man sagen, in drei Spielen – in denen es sportlich um alles ging – war dies schlicht und ergreifend auch (noch) nicht möglich. In der Kritik stand daher auch Sportdirektor Stefan Reuter, dem es auch in der Saison nicht gelang, den Umbruch zu vollziehen und die Mannschaft in sicheres Fahrwasser zu geleiten.

War in Augsburg nicht mehr unumstritten: Sportdirektor Stefan Reuter durchlebte unruhige Zeiten! (Photo by Pool/Kai Pfaffenbach/Pool via Getty Images)

Ausblick aus die neue Saison

Direkt zu Beginn des Trainingsauftakts im Sommer kam es zum Eklat: Kevin Danso wollte weg, war mit seiner Backup-Rolle in der Fuggerstadt nicht zufrieden. Ein Schock für die Augsburger, war das Eigengewächs doch eine wertvolle Kaderergänzung! Es wurde – als Investition für die Zukunft- der aus der FCA-Nachwuchsakademie stammende Lasse Günther vom FC Bayern aus deren U19 verpflichtet. Als absoluter Top-Transfer des Sommers wurde die Verpflichtung von Niklas Dorsch – er kam von KAA Gent für sieben Mio. Euro – gehandelt. Der Hoffenheimer Daniel Klein komplettierte das Torwart-Trio rund um Gikiewicz und Koubek. Der Herthaner Arne Maier und Marco Richter tauschten die Leibchen.

Mit Götze, Malone, Stanic, Petkov und Leneis wurden einige Perspektivspieler an Zweit- und Drittligaclubs verliehen. Julian Schieber gab zu Saisonende sein Karriereende bekannt. Es wurde ein warmer Sommer und auf dem Transfermarkt ging es heiß her. Der Saisonauftakt stand an, zuvor einige hochkarätige Testspiele und dann ging es schon in die erste Runde des DFB-Pokals in das weit entfernte Greifswald. Es war mal wieder ein kleiner Umbruch, mittendrin in der Sommerzeit fand noch Olympia statt – mit Uduokhai und Richter nahmen hier auch zwei Augsburger teil. Niklas Dorsch sagte seine Teilnahme wegen seinem Wechsel ab. Bei Olympia war aber für die dezimierte deutsche Auswahl schon nach der Vorrunde Schluss.

Dies war nun der erste Teil des Jahresrückblicks, in dem die erste Jahreshälfte begutachtet wurden. Lest morgen, was Birgit von der Hinrunde 21/22 zu berichten weiß. Stay tuned!

Advent, Advent – Das fünfte Türchen

Heute ist Heiligabend! Somit ist die Spitze der Besinnlichkeit und des allgemeinen Frohmuts erreicht. Zeit, die letzten Wünsche im Rahmen unserer Adventsserie loszuwerden. Meine Kolleginnen und Kollegen der Rosenau Gazette haben an den letzten vier Sonntagen schon so großartige und vielfältige Wünsche geäußert. Und mir dadurch einiges vorweggenommen. Aber heute bin ich, Irina, die letzte im Bunde – und möchte die süße Weihnachtszeit mit einem echten Herzenswunsch, der noch nicht genannt wurde, abschließen. Ich hoffe, ihr habt unsere kleine Serie genauso genossen, wie wir. Danke erneut für ein tolles Jahr aus sportlich-redaktioneller Sicht. “Mit den wunderbarsten Fans, die nicht ein jeder hat!”

#backtotheroots

Mit Markus Weinzierl ist nun in diesem Jahr wieder DER Augsburger Erfolgstrainer zurückgekehrt. Und für viele ist hiermit schon ein Wunsch in Erfüllung gegangen. Für mich ist Weinzierl ein Charakterkopf à la Christian Streich, eine echte “Type”, wie man so schön sagt. Er ist direkt, er hat einen eigenen Kopf und äußerst charmant isser – das muss frau schon zugeben. Nicht umsonst hat er von “Joyclub” den (sehr fragwürdigen, aber verdienten) Titel des “Sexiesten Trainers der Bundesliga” vor Saisonbeginn erhalten.

Nicht nur, weil er in Jeans einfach optisch gut aussieht, sondern vielmehr das sportliche Fazit gestaltet sich positiv: Markus Weinzierl hat der Truppe wieder Leben eingehaucht, eine Einheit auf dem Platz geformt und eine Mentalität zurückgebracht, die viele Augsburger*innen forderten, aber längst als verschollen galt. Diese Giftigkeit, Griffigkeit und Spritzigkeit hat uns unerwartete Punkte wie gegen Bayern und Leipzig beschert. Raus aus der herrlichen Lethargie – rein in die weinzierlsche Kampftaktik. Gefällt! Mit dieser Galligkeit und diesem unbändigen Kampfeswillen war der FCA einst der unbeliebteste Bundesligaclub – und zwar, wenn es um den unbequemsten Gegner der Liga galt, da lag der FCA in den Umfragen immer ganz weit vorne. Ein Titel ist ja bekanntlich besser als gar kein Titel. Gell, Markus?

Graue Maus, again

Wie gerne wäre ich diesertags einfach wieder die graue Maus von Augsburg, im sportlichen Niemandsland der Bundesligatabelle. Ohne größere Aufreger (ok, die Trommler lasse ich durchgehen, als positive “Aufreger”) und sportliche Talfahrten. Ohne größeres Aufsehen, wie Possen um Hinti, Kai-Uwe und Co. und viel mannschaftliche Geschlossenheit. Es ist noch gar nicht allzu lange her, da kämpfte eine Augsburger Mannschaft in der Europa League und das war auch das einzige, was man aus der Fuggerstadt zu berichten wusste.

Das heißt nicht, dass ich mir wünsche, dass der Blick gen erstes Tabellendrittel geht. Im Gegenteil. Ich wünsche mir sehnlichst, dass wir wieder Platz 11-13 fest ins Visier nehmen und massig Punkte hamstern, ohne großes Aufheben und Tamtam. Berichtenswert sollte ausschließlich die Leistung der Mannschaft sein. Oder die tollen FCA-Fans, die hoffentlich baldigst wieder in ihr zweites Wohnzimmer dürfen. So ein wenig kann man hier sicherlich in Richtung AEV schauen, ein Eishockey-Traditionsclub aus der Fuggerstadt, der sich jede Saison wacker schlägt und dies ohne größere Unruhe(n). Lieben wir!

Verstärkung gesucht

Die pandemische Lage sorgt auch dafür, dass der FCA nicht wahl- und ziellos Geld ausgeben kann – im Sinne von personellen Verstärkungen. Hier sollte der Club auch nicht in die Fußstapfen von Verpflichtungs- und Paniktransferweltmeister Schalke 04 treten. Sinnvoll wäre der ein oder andere Transfer in der Winterpause jedoch schon, wenn man mal ganz ehrlich ist. So drückt vor allem rechts hinten der Schuh. Bei Jungspund Robert Gumny wechseln sich auch in seiner zweiten Saison in der Fuggerstadt Genie und Wahnsinn ab. Wahnsinn gewann hierbei mehr und mehr die Oberhand. Zuletzt durfte (oder besser: musste) er sich auf der Innenverteidiger-Position zwecks Spielermangel beweisen. Nicht seine Paradeposition, um es mal gnädig auszudrücken.

Sein Backup und Eigengewächs “Frami” ist äußerst verletzungsanfällig und daher keine verlässliche Konstante im Augsburger Kader. Aushilfsweise kann auch Oldie Daniel Caligiuri diese Position bekleiden. Es bleibt wohl bei dem Aushilfsjob. Hand auf’s Herz: Befriedigend sind all die genannten Optionen nicht! So gut wir in der Innenverteidigung aufgestellt sind, wenn alle Mann fit und an Bord sind, so mangelhaft ist die Kaderqualität auf der Rechtsverteidiger-Position. Ein Da Costa, der in der Gerüchteküche schon hochgehandelt wird, stünde dem FCA sicher sportlich gesehen recht gut zu Gesicht. Mit seiner Erfahrung kann er der jungen Verteidigung sicher schnell weiterhelfen.

Problempositionen

Eine weitere Problemposition ist aktuell das defensive/zentrale Mittelfeld. Dort sind derzeit Niklas Dorsch und Arne Maier gesetzt. Letztgenannter kränkelte zuletzt mehrfach. Auch sein Nebenmann “Dorschi” war schon länger abwesend im Laufe der Hinrunde. Die Backups Moravek, Strobl und Gruezo sind allesamt entweder sehr verletzungsanfällig und/oder gerade im Krankenstand verweilend. In der Sommerpause fiel in Verbindung mit dem FCA oftmals der Name des Ex-Augsburgers Kevin Vogt, dessen Vertrag in Hoffenheim nur noch bis Sommer 2022 läuft. Der Innenverteidiger kann auch im defensiven Mittelfeld spielen, davon können wir in Augsburg aus eigener Erfahrung berichten. Back to the ex, Kevin? Ich finde, das hätte was.

Kommen wir zum offensiven Mittelfeld und Sturm: Hier merken wir den Spielermangel am meisten. Im Sturm sind Finnbogason und Niederlechner als Platzhirsche schon seit einiger Zeit mehr verletzt als auf dem Platz zugegen. Gregerl und Cordova hinken den sportlichen Erwartungen eher hinterher, wobei Gregerl immerhin eine leicht aufsteigende Form verzeichnet. Und Andi Zeqiri zeigte zu Beginn der Saison starke Ansätze, hat zuletzt aber deutlich nachgelassen. Ob man nun im Sturm nachlegt und eine “billige” Modeste-Kopie findet? Fraglich. Ob man sich vielleicht nochmals nach Doan, der in der Offensive polyvalent einsetzbar ist, erkundigt? Denkbar. Wünschenswert wäre jedenfalls mindestens eine starke Verstärkung für die Offensive. Jemand, der das Spiel machen kann und einer, der für ein paar Tore gut ist. Hach, das wäre schön.

Würdigung

Dies führt mich zu meinem vorletzten Punkt. Ich wünsche mir, dass Vereine wie der FCA “Fanblogs” wie die Rosenau Gazette ernster nehmen. Zumindest diejenigen, die nachhaltig und unter Wahrung gewisser Standards sowie Werte tätig sind. Die Reichweite dieser Kanäle ist nicht zu unterschätzen, die Aufruf- und Leserzahlen bestätigen das Woche für Woche. Dennoch ist die Pressearbeit der Vereine weiterhin mehr ausgelegt auf die klassischen Medien, die online oder Fußball eher nebenbei machen. Wir als Rosenau Gazette haben es beispielsweise schwer, akkreditiert zu werden, um aus der WWK-Arena oder aus anderen Stadien der Nation als Teil der Presse berichten zu dürfen und sind meist angewiesen auf die Kulanz der Vereine. In der Onlinewelt werden Formate geschaffen, die nicht in die klassischen Schubladen fallen. Aus unserer Sicht verkennt man den Stellenwert der Fanmedien, denn diese kommen von Fans und sind für Fans. Kritisch und unabhängig. Nicht getrieben davon, die größten Sensationen aufzudecken und die besten Klickzahlen (Stichwort Clickbait!) zu erreichen. Es wird Zeit, dass nachhaltige und qualitativ hochwertige Arbeit als solche anerkannt und den Fanblogs mehr Aufmerksamkeit (und damit Würdigung!) geschenkt wird.

Denn es geht, wie auf dem Platz nur miteinander und zwar im fairen Diskurs. Auch die Kritik, die adressiert wird an den Club, muss nicht im Sande verlaufen. Viel mehr freut man sich, wenn man Fans eine Stimme gibt, Schmerzpunkte aufgreift und sich auch manchmal den “Fan-Frust” von der Seele schreibt. So gehts mir zum Beispiel von Zeit zu Zeit. Und wir lieben den Austausch mit euch Leserinnen und Lesern, die die Rosenau Gazette zu dem machen, was sie heute ist: Ein wichtiges Medium, im digitalen Zeitalter, das die Fans erreicht. Und es ist immer noch der bis dato einzige FCA-Fanblog. Das soll was heißen. Zu Weihnachten wird ein wenig Lobhudelei und Selbstbeweihräucherung doch erlaubt sein, oder? 🙂

Nachwuchsdebüt

Mein großer Herzenswunsch, neben Dingen wie Zusammenhalt und der Rückkehr alter FCA-Tugenden, die jedoch meine Kolleg*innen schon genannt hatten, ist der Debüt eines oder mehrerer Nachwuchsspieler in der Rückrunde. Zuletzt war U19-Kapitän Salifou mehrfach im Kader gestanden, kam jedoch (noch) nicht zum Zug. Oder Nachwuchshoffnung und U17-Kapitän Dzenan Pejcinovic, der zuletzt mehrfach mit einem Wechsel in die Serie A in Verbindung gebracht wurde. Der erst 16jährige Stürmer erzielte in der laufenden B-Junioren-Bundesligasaison in 10 Spielen bereits 10 satte Tore.

Ich würde mir nicht nur das bloße Debüt wünschen, sondern die feste Etablierung eines Nachwuchsspielers in der ersten Elf. Wäre Tim Civeja nicht so verletzungsanfällig, hätte er sich vielleicht schon durchgesetzt im Kader der ersten Mannschaft. Gute Ansätze hatte er jedenfalls schon oft zeigen können. So eine neue Augsburger Identifikationsfigur, die nach dem Weggang von Marco Richter ein wenig fehlt, wäre für mich tatsächlich ein Herzenswunsch! Und eigentlich sollte es bei der Auswahl nicht schwer sein, einen jungen Burschen mal ins kalte Wasser zu schmeißen und ein paar Spielminuten in der Bundesliga zu gönnen, oder?

Frohe Weihnachten!

Für mich persönlich, die seit vielen Jahren im Exil in Ostwestfalen lebt, bedeutet Weihnachten immer “heimkommen” bzw. “ankommen”. Der Christmas-Klassiker von Chris Rea “Driving home for christmas” beschreibt dies eigentlich ziemlich gut und zählt daher auch zu meinen musikalischen Favoriten in der Weihnachtszeit. Die knapp 600 Kilometer Anfahrt habe ich schon erfolgreich hinter mich gebracht, um an den schönsten und besinnlichsten Tagen des Jahres bei meinen Liebsten zu sein! Das ist für mich auch der Spirit des Weihnachtsfestes.

Am 23. wird die Tanne geschmückt, Plätzchen en masse genascht und am Punsch genippt. Am 24.12. gehts dann eigentlich – wenn nicht gerade die pandemische Lage eskaliert – in die örtliche Christmette. Abends gibt’s dann jedes Jahr aufs neue die Bescherung und ein tolles Weihnachtsmenü von der besten Köchin der Welt, meiner Mutter! Die beiden Feiertage werden mit der Verwandtschaft in trauter Runde verbracht, wenn nicht Social Distancing betrieben werden muss. Aktuell behelfen wir uns aus bekannten Gründen digital.

…und dass mal ein paar Tage spiel- und fußballfrei ist, tut der Stimmung keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil. Das wünsche ich auch unseren Mannen und dem Team hinter dem Team. Ausspannen, besinnliche Festtagsstimmung und Zeit mit den Liebsten zu verbringen. Um Kraft zu tanken für die beschwerliche Rückrunde, die unweigerlich auf den FCA zukommt. Aufgrund der kurzen Winterpause ist der Trainingsauftakt schon auf den 28.12. datiert und die Zeit zur Regeneration ziemlich kurz. Dem FCA hätte sicher eine längere Winterpause gut getan, denn dann könnte sich das noch gut gefüllte Lazarett mehr und mehr leeren.

Zum Schluss möchte ich euch – stellvertretend für die ganze RoGaz-Crew – ein frohes Weihnachtsfest und besinnliche Feiertage wünschen. Lasst euch gescheit beschenken und bleibt gesund! Wir sehen uns in alter Frische nach den Feiertagen wieder auf dem Blog. Merry Christmas, Sportsfreund*innen!

“To Reece with love”

Wir, die drei „RoGaz“-Mädels, wie uns der Maxe Krapf vom FCA-Podcast „Feuer und Flamme“ einst so nett und bezeichnend getauft hat, haben heute ein besonderes Anliegen. Wir, das sind Birgit, Franzi und Irina. Und besagtes Anliegen reifte schon seit Längerem in uns. Konkret geht es hierbei um den – und ich denke das darf man ruhig so sagen – Augsburger Shootingstar der Hinrunde 21/22, der einst schon als Flop abgetan wurde. Heute feiert dieser junge Mann seinen erst 23. (!) Geburtstag. (Happy Birthday, lieber Reece!) Und er spielt mittlerweile schon wie ein alter Hase, der er in diesem Metier unweigerlich auch ist. Aber lasst uns mal der Reihe nach beginnen und lüften, um wen es eigentlich geht:

Wer ist Reece Oxford überhaupt?

Reece Joel Oxford wurde heute vor 23 Jahren im englischen Enfield geboren. Über seine Kindheit und Jugendjahre ist wenig bekannt, mit zwölf Jahren wechselte er in den Nachwuchs von West Ham United. Für diesen Club debütierte er im Jahre 2015 mit gerade erst 16 Jahren (und 198 Tagen). Seine Mannschaft gewann hierbei mit 2:0 gegen Arsenal. Seit 2013 durchläuft er zudem alle U-Auswahlen der englischen Nationalmannschaft.

2017 wurde er an den englischen Zweitligisten FC Reading ausgeliehen. Diese Liaison war aber nicht von Glück geprägt, denn Reece verletzte sich am Knöchel und konnte kaum spielen. Zur darauffolgenden Saison betrat Oxford die Bühne der Bundesliga. Er wurde zu Borussia Mönchengladbach verliehen, dort absolvierte er in der Hinserie vier Pflichtspieleinsätze. Gladbach hätte ihn gerne fest verpflichtet, doch sein Stammverein holte ihn per Klausel im Leihvertrag frühzeitig zurück. Er machte drei Spiele für West Ham, danach wurde er erneut zu den Gladbachern per Leihe transferiert. Dort konnte er aber nur unzufriedenstellende vier Mal auf dem Feld stehen, sodass eine weitere Tätigkeit am Niederrhein als keine Option erschien.

Für West Ham absolvierte er insgesamt 17 Profieinsätze, bevor zur Rückrunde der Saison 2018/19 der FC Augsburg anklopfte. Zuerst als Leihspieler angedacht, wurde Reece Oxford in der Sommerpause fest vom FCA verpflichtet und mit einem Vierjahresvertrag ausgestattet. Nicht jede*r in Augsburg war darüber zu diesem Zeitpunkt glücklich – dazu wird euch Franzi nun gleich mehr erzählen.

Warum Reece einst fast ein Flop wurde

Reece Oxford hatte man Ende Januar 2019 leihweise nach Augsburg geholt, um die Lücke zu kompensieren, die mit Hintereggers Verleihung nach Frankfurt entstanden war. Nach Jeff Gouweleeuw und Kevin Danso sollte Ox die Innenverteidigung stärken. Da Jeff zu der Zeit verletzt ausfiel, rückte der Neuankömmling rasch ins Team vor. Nicht mal eine Woche nach Vertragsunterschrift startete er von Beginn an. Bei Kiel (0:1), in Bremen (4:0), gegen die Bayern (2:3) und beim SC Freiburg (5:1). Doch gerade im Breisgau agierte Ox extrem unglücklich, als er seinem Gegenspieler in der Nachspielzeit von hinten auf die Hacke stieg. Dafür kassierte er die glattrote Karte sowie drei Spiele Sperre.

Spätestens dieses „Frustfoul“ in Freiburg rief die ersten Kritiker auf den Plan. Zudem wurde Oxford angelastet, die acht Spiele, die er in jener Saison absolvierte, seien die schlimmsten gewesen. Neben Bremen und Freiburg kam noch das 0:4 gegen Hoffenheim hinzu. Da wurde er – wenn auch taktisch bedingt – schon nach einer halben Stunde ausgewechselt. Bei der knappen 3:4-Heimniederlage gegen die Hertha am vorletzten Spieltag war Ox es, der in der Nachspielzeit ungeschickt einen Elfer zum Siegtreffer für die Gäste verschuldete. Und gar nicht reden brauchen wir vom fatalen 8:1 in Wolfsburg. Das stellte den „krönenden“ Abschluss jener durchwachsenen Saison dar, in der am Ende Manuel Baum durch Martin Schmidt ersetzt wurde.

Noch während Reece Leihspieler beim FCA war, kamen immer wieder (im Nachhinein unbestätigte) Meldungen auf, der Verteidiger stehe kurz vor einer festen Verpflichtung. Einmal war von 9,25 Mio. Euro die Rede, später von 3 Mio. Pfund. Der Grundtenor von Fanseite war dazu: Bevor man ihn fest verpflichtet, muss er erstmal beweisen, dass er das Geld wert ist. Zur Saison 2019/2020, am 2. August 2019, wurde dieser Schritt dann vollzogen (für 2 Mio. Euro wohlgemerkt). Das stieß bei vielen Fans auf Unverständnis. „Oh no“ war noch eine der nettesten Reaktionen auf den Ox-Wechsel. Allerdings gab es auch damals schon leise Stimmen, die Reece als tolles Talent sahen, das sich im Schatten der „Altgedienten“ entwickeln könne. Wie Recht sie behalten sollten!

„Oh no“ war noch eine der nettesten Reaktionen auf die feste Verpflichtung von Reece beim FCA im Sommer vor zwei Jahren. (Quelle: Twitter)

Da kurz darauf Tin Jedvaj von Leverkusen und Felix Uduokhai von Wolfsburg ausgeliehen wurden, war im Grunde klar, dass Ox in der Innenverteidigung (vorerst) keine Chance hatte. Stattdessen zogen ihn Schmidt und später auch Herrlich vor ins defensive Mittelfeld. Wenn er denn überhaupt im Kader stand. Denn u.a. verletzungsbedingt war er zwölf Mal gar nicht dabei. Von den restlichen 22 Spielen in 19/20 kam er lediglich zwölf Mal zum Einsatz. Und nur ein einziges Mal spielte er durch.

Trotz dieser mageren Einsatzzeiten blieb es Ox dann auch nicht erspart, z.B. gegen Schalke erneut zum Unglücksraben zu werden. Denn nach seiner Einwechslung im letzten Spieldrittel fiel nicht nur umgehend der 2:2-Ausgleich. In der 82. Minute leistete sich Ox auch einen üblen Fehlpass und lieferte dem Schalker Amine Harit eine Bilderbuch-Vorlage zum 2:3-Endstand.

Rotsperre, spät verschuldeter Elfmeter, grobe Fehler zugunsten des Gegners – all das kam für Reece Oxford in den ersten Monaten seiner Beschäftigung beim FCA zusammen. Klar, dass da gerade mit Blick auf das damalige Überangebot in der (Innen-)Verteidigung schnell Worte wie „Transfer-Flop“ oder „Fehlinvestition“ aufploppten. Vergessen durfte man dabei aber nie: Ox war damals gerade einmal 20 Jahre alt und wurde sofort, ohne große Eingewöhnungszeit, ins kalte Bundesligawasser geworfen! Zudem nahm er sich als sensibler Bursche seine Schnitzer immer am allermeisten zu Herzen, sodass ihm eine schnelle Besserung einfach nur zu wünschen war! Die trat für Ox zur Saison 2020/2021 zwar noch nicht gleich ein. Mit dem Support seiner Fans aber allmählich, wie Birgit euch jetzt berichtet.

Warum Reece Comeback-Qualitäten hat(te)

Ich glaube, Irina und Franzi gehen mit mir d’accord, wenn ich uns als absolute Ox-Fans oute. Und das nicht erst seit er in dieser Saison von Spiel zu Spiel immer besser wird, sondern schon davor, als er von vielen Fans noch als der Buhmann angesehen wurde. Doch bevor ich meine eigene Ansicht teile, möchte ich noch einen kleinen Blick auf die Saison 2020/21 werfen, in der der junge Innenverteidiger schon ein ums andere Mal zeigen konnte, was wirklich in ihm steckt. 

Die Hinrunde der vergangenen Spielzeit war für Ox eigentlich zum Vergessen. Gerade einmal 498 Einsatzminuten ließ Ex-Trainer Heiko Herrlich ihn ran. Verteilt auf neun Partien. Viel ist was anderes und das hat er sich sicherlich anders vorgestellt. Doch um den Jahreswechsel herum profitierte er von der Systemumstellung, die der Trainer zwischenzeitlich vornahm, sodass er zwischen Spieltag 14 und 19 zu fünf Startelfeinsätzen kam. 

Wirklich zufrieden konnte er mit seinem Einstieg nicht sein (Photo by Sebastian Widmann/Getty Images)

Aber als Herrlich erneut auf die altbewährte Viererkette setzte, flog der junge Engländer erneut aus der Stammformation und musste vorerst auf der Bank Platz nehmen. Trotzdem hat er sich nie aufgegeben und in den Spielen, in denen er eingewechselt wurde, immer Vollgas gegeben – auch wenn mir seine Kritiker da sicher widersprechen werden. Fakt ist jedoch, dass Ox in der Rückrunde seine Einsatzzeit beinahe verdoppeln konnte. Natürlich konnte er aufgrund Uduokhais Verletzung ein Stück weit seinen Nutzen daraus ziehen, dennoch spielte er die letzten fünf Spieltage durch und wusste zu überzeugen. 

Auch wenn man einen Blick auf seine Leistungsdaten wirft, können sich da einige Spieler eine Scheibe abschneiden. Vor allem wenn man bedenkt, dass Reece diese Leistungen in gerade einmal 1.355 Einsatzminuten erbrachte. Die Bundesliga-Kader umfassten in der letzten Saison etwas mehr 600 Spieler, die regelmäßig oder teilweise für die Mannschaften aufliefen. Nur ein einziges Mal landete der Innenverteidiger hierbei nicht unter den besten 75 Spielern und das war in der Kategorie “Begangene Fouls”. Das ist allerdings sehr gut, denn es zeigt, dass Ox trotz eines starken Zweikampfverhalten ein sehr fairer Spieler ist. Auch seine Pass- (82,1 %) und Zweikampfquote (58,9%) können sich sehen lassen. Unschlagbar ist Reece aber in puncto “Geklärte Bälle” und “Geblockte Bälle”. Hier erreichte er einmal Platz drei und einmal sogar den ersten Platz von allen betrachteten Spielern gemäß Ligainsider. 

Alles in allem kann man sagen, dass sich in der Rückrunde 20/21 bereits abzeichnete, was für ein großes Talent in dem Jungen steckt. Und genau aus diesem Grund konnte ich die vielen Kritiker*innen nicht verstehen, die sich in den sozialen Netzwerken beinahe überschlugen, kaum dass sie seinen Namen lasen. Mir ging es da komplett anders: Um ehrlich zu sein, tat Reece mir unglaublich leid, wenn er einen Fehler machte und die Wut einiger „Fans“ auf sich zog.

Aus diesem Grund hatte ich mir etwas besonderes ausgedacht: Zusammen mit dem Fanbeauftragten plante ich zwei Plakataktionen in der WWK-Arena – eine vor dem Spiel gegen Stuttgart und eine während der Partie gegen Werder Bremen. Dabei setzte ich Reece ein Zeichen. Vor allem, nachdem er nach der Begegnung in Stuttgart wieder einiges an Kritik einstecken musste. Zweimal geriet er in den Fokus, obwohl ich immer noch der Meinung bin, dass er nicht die alleinige Schuld an den Gegentreffern trug. Und so kreierte ich ihm sein ganz eigenes Plakat (das bekam kein anderer Spieler), um ihm zu zeigen, dass es auch noch Fans gibt, die hinter ihm stehen und an sein Können glauben. Denn ich war und bin immer noch davon überzeugt, dass in dem jungen Engländer mehr steckt.

Auf einem rund acht Meter langem Stück Tapete schrieb ich in großen Lettern “We believe in you, Reece” und übergab es an den Fanbeauftragten, der dafür sorgte, dass das gute Stück seinen Weg in unser Wohnzimmer fand. Ich weiß nicht, ob Ox es gesehen hat, aber er zeigte eine hervorragende Leistung in diesem so wichtigen Spiel. Und genau so eine Leistung zeigt er auch heute in nahezu jeder Partie, wenn er auf dem Platz steht und ich bin stolz darauf, sagen zu können, dass ich immer an ihn geglaubt habe. Warum genau dieser junge Mann der nächste Superstar im Profifussball wird, erklärt euch nachfolgend Irina.

Toll, dass du es ihnen gezeigt hast, Reece! Mach weiter so! We will always believe in you!!! (Photo by Markus Wiesmeier)

Warum Reece der nächste Superstar wird

Seit dem Sommer 2021 ist der junge Engländer nicht mehr aus der ersten Elf der Augsburger wegzudenken. Er absolvierte bis zu seiner – aus FCA-Sicht – schmerzvollen Verletzung elf Spiele und erzielte hierbei zwei Tore. Ja, man kann ihn durchaus als Stammspieler bezeichnen, mit rund 79 Prozent Startelfquote in der aktuellen Spielrunde! Auch wenn er wiederum von den Verletzungssorgen der Augsburger auf der Innenverteidiger-Position durchaus profitieren konnte – so eine rasante Entwicklung war nicht vorher zu sehen. Denn, wie wir wissen, einst galt er schon fast als Flop hier am Lech.

Sein erstes Bundesligator gelang ihm ausgerechnet im Spiel gegen Arminia Bielefeld – es war der Führungstreffer für den FCA, dem er somit einen Punkt gegen einen direkten Tabellennachbarn und „Mitabstiegskonkurrenten“ rettete. Fehlte er noch im Erstrundenspiel des DFB Pokals gegen Greifswald aufgrund einer Meniskusverletzung, startete er in der zweiten Runde gegen Bochum von Beginn an und sicherte uns mit seinem Tor den Anschluss an eine längst verloren geglaubte Partie. Mal wieder mit dem Kopf, wuchtig und platziert in die Maschen – das ist „Air Ox“-Style.

Uncool war, dass er jetzt ein paar Wochen – genauer gesagt seit dem 19.11.21 – verletzungsbedingt gefehlt hat. Großartig war seine Performance gegen den FC Bayern, das intensiv geführte Derby durfte der FCA mit 2:1 für sich entscheiden. Schmerzlich vermisst wurde er nicht nur wegen dem fehlenden sportlichen Ersatz, sondern weil er sich binnen kürzester Zeit unabkömmlich auf dieser wichtigen Position gemacht hat. Mit seinen bisher zwei erzielten Treffern liegt er zusammen mit Gregerl und Zeqiri auf dem zweiten Platz der FCA-internen Torschützenliste. Und das als Abwehrspieler!

Er ist in puncto Laufleistung in der bisherigen Saison am drittmeisten gelaufen, trotz „nur“ elf absolvierter Spiele (114,93 km). Nur Gumny und Caligiuri marschieren mehr, diese haben aber auch bisher alle 14 möglichen Spiele absolvieren können. Wie wir sehen, seine Stats sprechen für ihn und mittlerweile ist auch der letzte Kritiker und die letzte Kritikerin verstummt. Das Fehlen von Ox wiegt in dieser Saison sportlich mehr als die Corona-bedingte Abwesenheit von Kapitän Jeffrey Gouweleeuw. Und er konnte den Stammeshalter auf seiner Position, Felix Uduokhai, mehr als nur adäquat vertreten. Hand auf’s Herz: Wer hätte das noch vor einem Jahr gedacht?

Das führt irgendwann, ja irgendwann, wenn alle wieder zur Verfügung stehen, zu der Frage: Wo packen wir diese drei tollen Innenverteidiger hin? Sowohl Ox als auch Jeff könnte man auch ins defensive Mittelfeld stellen und ich bin mir sicher, auch das würde Reece gut hinbekommen. Aber, darf man hier zum Glück sagen, wir haben diese Qual der Wahl derzeit noch nicht.

Stefan Reuter sagte vor gar nicht allzu langer Zeit in einer Pressemitteilung Folgendes über den jungen Defensivspieler:

„Er ist nicht nur in der Defensive sehr wichtig für unser Spiel, sondern ist auch offensiv bei Standards enorm gefährlich. Wir waren schon bei seiner Verpflichtung 2019 absolut von seinem Potential überzeugt. Aufgrund dieser Überzeugung haben wir auch bereits nach Abschluss der letzten Saison die Gespräche über eine Vertragsverlängerung mit ihm begonnen und freuen uns sehr, dass Reece sich klar zum FCA bekannt hat.“

Stefan Reuter in der Pressemitteilung zur Vertragsverlängerung von Oxford am 04.11.2021

Und ich stimme ihm völlig zu. Der Weg? Ist längst nicht zu Ende. Schön, dass Stefan Reuter der Coup gelungen ist und man seinen Vertrag bis 2025 frühzeitig verlängern konnte. Reece sagte anlässlich der Vertragsverlängerung selbst: Er fühlt sich wohl in Augsburg und das freut uns, seine sportlich-begeisterten „Fangirls“, wirklich sehr. Denn nur so kann er diese Top-Leistungen auch Spieltag für Spieltag erbringen. Mit dem Wohlwollen der Fans und dem Zuspruch stärkt ihr ihm den Rücken und hebt ihn in die zweite Etage – und wozu er hier in der Lage ist, habt ihr ja gegen Bochum und Bielefeld gesehen. Air Ox – der Herr der Lüfte – und noch ganz lange in der Fuggerstadt, hoffen wir.


And now, here is a poem to Reece from us „Ox Girls“: 

Once he was a flop, 

Yes, that’s true 

Today he’s our top

Central defender, out of the blue!

Ox is in the air

That’s what you feel in Augsburg now 

The Englishman always stays fair 

When he plays we say: Wow!

He jumps higher than  the crowd

and head it in the net

And the fans shout loud:

Reece, you are the lad!

That’s what happened against Arminia

and against Bochum in the cup

Air Ox the next superstar 

and this was just the warm-up, yup

Reece-pect

How you play, how you act

You always stay humble

and your fighting spirit does never crumble

A new contract with salary increase would be nice

Maybe as a birthday present?

Reuter should give you an endless extension as a prize.

We all deserve a second chance 

And Reece took it. 

It was love at the second glance

You’ve clipped the wings of the critic! 

One thing is clear:

Ox is a superstar.

And he should hear:

Ox, we love you, dear.

“To Reece with love”
We love you too, Reece! (Photo by Sebastian Widmann/Getty Images)

“FCA-Wishlist”

Es ist mittlerweile Dezember, der letzte Monat dieses kuriosen Jahres 2021. Das Weihnachtsfest steht vor der Tür, shoppen bei geltenden Abstandsregeln vor Ort ist irgendwie unattraktiv und viele führen dies nun online durch. Potenzielle Weihnachtsgeschenke sind dieses Jahr schon zum Teil gar nicht mehr verfügbar.

Zudem rätselt jede*r Jahr ein, Jahr aus, was man seinen Liebsten nun schenken könnte. Wer kennt diesen inneren Struggle nicht? Hier daher die besten Geschenktipps für Freunde, Lebensgefährten und Kinder. Have fun beim Lesen und Stöbern!

(*Achja, wir kriegen für diese Tipps nix, werden nicht gesponsert und die Weiterleitungen sind auch keine Affliate-Links*)

Für den Freundeskreis

Um euren Freundinnen und Freunden eine kleine FCA-Überraschung zukommen zu lassen und hierbei auch zielsicher einen Treffer zu landen, sind im Nachfolgenden drei “Einkaufstipps” aufgelistet.

DAS Buch für waschechte FCA-Fans “111 Gründe, den FCA zu lieben” (Link via Amazon)

Zu aller erst die Buchempfehlung Nummer eins, wenn’s um das Thema FCA geht. Die Rosenau Gazette erachtete dieses Werk sogar als Pflichtlektüre, wenn man ein eingefleischter Augsburg-Anhänger/eine eingefleischte Augsburg-Anhängerin ist. Für 14,99 Euro erhaltet ihr auf 256 Buchseiten echte Augsburger Weisheiten und viele Informationen, die ihr vielleicht noch nicht kanntet.

Hier eine kurze Buchbeschreibung:

Es ist wahrlich kein Geheimnis, dass der FCA seit jeher die Treue seiner Fans gerne auf die Probe stellt. Immer in dem festen Wissen, dass die Jagd nun mal schöner ist als der Fang, hat der Augsburger Klub nämlich satte hundert Jahre verstreichen lassen, bis das Licht der Bundesliga-Sonne endlich über der Stadt am Lech aufging. So viel Leidensfähigkeit ist selten und das zu allem Übel auch noch im übermächtigen Schatten der Dusel-Bayern, die gnadenlos alles an sich reißen, was im Freistaat eine Fahne tragen kann. Die Augsburger Väter und Söhne – nicht zu vergessen die Mütter und Töchter – haben also reichlich Herzblut, Tränen und unterklassiges Bier vergossen und fahren nun endlich die Ernte ganzer Generationen ein. Das Schöne daran: Wir haben den Boden, auf dem wir bleiben, quasi selbst verlegt, und die langen, langen Jahre des ausbleibenden Erfolgs haben die Fans zusammengeschweißt wie seinerzeit der Wein die Römer und das Geld die Fugger. Die vielen denkwürdigen Episoden mit allerlei schillernden Protagonisten – von Helmut Haller bis Ernst Middendorp – sind hierbei keine aufpolierten Marketinganekdoten, sondern tatsächlich noch mündliche Überlieferung. EINIGE GRÜNDE Weil man sich in Augsburg drei Vereinsfarben leistet. Weil der FCA das erste Derby in der Allianz Arena gewann. Weil Nottingham Forest über den Umweg Augsburg den Landesmeisterpokal gewann. (…) Weil Augsburg einen Feiertag mehr hat als Restdeutschland. Weil die SGL Arena die deutsche Anfield Road ist. Weil beim FCA sogar Kevin Kurányi beim Probetraining durchfiel. Weil Waldi Hartmann in Augsburg eine Kneipe hatte. Weil der FCA auf der ewigen Bundesligatabelle immer höher klettert.

111 Gründe, den FCA zu lieben via Amazon

Klassischer FCA-Hoodie

Eine weitere Kaufempfehlung ist – vorausgesetzt ihr kennt die Kleidergröße von euren Bekannten – ein FCA-Hoodie. Die Hoodies mit FCA-Branding empfinden wir als zeitlose Klassiker, die in keinem Augsburger Kleiderschrank fehlen dürfen. Folgende zwei Hoodies haben es mit ihrem schlichten Stil besonders angetan:

  • Hoodie “Fußballclub Augsburg” in Schwarz (z.B. hier erhältlich)
  • Hoodie mit FCA-Logo und Streifen in Grün (z.B. hier erhältlich)

Aktuell finden sich einige Stücke zu stark reduzierten Preisen – da könnt ihr als Schwaben sogar noch richtig sparen. Spässle, aber günstiger ist doch immer besser. Oder? 🙂

FCA Tasse oder Augsburg Tasse (z.B. hier oder hier erhältlich)

Tassen sind wichtig, denn hiermit nimmt man den lebensnotwendigen Kaffee zum Frühstück zu sich, der vielen den Weg in den Tag ebnet. Oder eben allen Teetrinkern die Kehle wärmt, wenn’s draußen stürmt und schneit. Auch cool. Noch cooler ist es allerdings, wenn die Tasse auch designtechnisch ansprechend ist. Hier sind bei Produktrecherchen zwei Tassen ins Auge gestochen. Die eine ist eher für FCA-Fans, die ihre Liebe gerne offensichtlich zur Schau stellen, denn es prangt markant das Logo auf der Tasse. Die zweite Empfehlung bezieht sich auch auf Personen, die sich als Augsburger/Augsburgerinnen fühlen und dies mit der Tasse unterstreichen wollen. Beide Tassen haben absoluten Kultfaktor und dürfen in keinem “FCA-Haushalt” fehlen!

Für den/die Liebste(n)

Für eure Schätze – eure/n Partner/in – haben wir noch drei ganz persönliche Empfehlungen, um diesen eine Freude zu machen. Wir garantieren: Mit diesen Items wird es euch und euren Liebsten garantiert warm (werden)! 😉

Ugly Christmas Sweater (über FCA-Fanshop)

Nicht jedermanns Sache, aber doch so süß und mittlerweile auch kultig: Der Ugly Christmas Sweater des FCA. Uns hat’s ja insbesondere der kleine Schneemann auf dem Pullover angetan, den ihr für rund 50 Euro über den FCA-Fanshop bekommt. Bequem, kuschlig und sehr stylisch – geht’s denn noch besser? Dorschi und Jeff fühlen sich jedenfalls sichtlich wohl in diesen trendy Teilen:

FCA-Bommelmütze (über FCA-Fanshop)

Eine Bommelmütze im Winter? Keine schlechte Idee. Wenn’s kalt und windig ist, wird diese garantiert Schutz bieten und wärmen. Warum dann nicht im auffälligen Weihnachtsdesign und FCA-Logo? Wenn ihr in Augsburger Gefilden unterwegs seid, sind euch große Augenblicke (Achtung, Wortwitz!) sicher. Eine beispielhafte Bommelmütze kriegt ihr für rund 20 Euro über den FCA Fanshop.

Weekender im FCA-Style (über FCA-Fanshop)

Diese schöne Reisetasche begleitet dich garantiert überallhin und bietet eine Menge Platz für die wichtigen Dinge, wenn es (mal wieder, irgendwann) auf Reisen geht. Ich persönlich reise vor Weihnachten zu meiner Familie nach Augsburg und eine geräumige Tasche ist daher Pflicht. Und dazu noch so eine stylische! Ich werde mir diese Tasche von meinen Liebsten wünschen – ob mir dieser Wunsch wohl erfüllt wird? Ihr könnt diesen Weekender, der euch sicher auch in den nächsten Urlaub begleitet, für ca. 40 Euro über den Fanshop erwerben.

Für den Nachwuchs

Für den Nachwuchs ist natürlich auch gesorgt, denn es ist nie zu früh, den Weg zum Herzensclub früh und nachhaltig zu ebnen (kleiner Scherz!). Für eure Kleinsten daher folgende Vorschläge, was unter den Weihnachtsbaum passt und das Herz der Kleinen erfreut:

FCA-Rucksack (über FCA-Fanshop und andere Alternative, via Fanshop)

Mit dem FCA-Rucksack zum Sport oder zur Schule? Coole Sache! Diesen Rucksack pfleglich zu behandeln, fällt einem dann sicherlich leichter. Zudem geht man garantiert viiiiiel lieber in die Schule, ich schwöre! Um also einen glanzvollen Auftritt hinzulegen, empfiehlt sich ein stylischer Rückenbegleiter. Für 20-30 € finden sich hier ein paar Varianten im FCA-Fanshop. Die beiden Favoriten sind verlinkt.

FCA-Trikot (über FCA-Fanshop)

Ein Trikot ist immer eine gute Idee! Entweder lässt man sich den eigenen (Spitz-)Namen aufdrucken oder den des Lieblingsspielers. Das kommt beim Nachwuchs sicher super an. Das aktuelle Leibchen der Augsburger in rot-grün-gestreift ist vor allem in der Vorweihnachtszeit stilsicher und kann auch beim alljährlichen Weihnachtsessen im Kreise der Familie ohne Fehl und Tadel getragen werden.

Wie wäre es zum Beispiel mit einem Trikot von Ruben Vargas? (Foto via Sebastian Widmann/Getty Images)
FCA-Cap (über FCA-Fanshop)

Zuletzt sei hier noch eine Cap erwähnt, die im Winter zwar nicht die Ohren wärmen kann, aber den Kopf sicherlich. Und zudem immer cool aussieht. Der FCA hat hier seine Kollektion zuletzt deutlich aufgebessert, sodass die Auswahl mittlerweile schwerfällt. Der originelle Favorit, der ca. 30 Euro im Fanshop kostet, ist auch hier verlinkt. Hier gefällt vor allem die dezenten Zirbelnussaufdrucke in Verbindung mit der schönen Farbe.

… immer noch nichts dabei?

Wenn hier noch nicht der heiße Tipp dabei war, sollen abschließend noch ein paar universelle Tipps folgen. Zum Beispiel ein Gutschein für den FCA-Fanshop oder eine Eintrittskarte zum FCA-Spiel. Gerade letztgenanntes sorgt für den “Erlebnisfaktor” und für die Zeit zu zweit. Eine FCA-Mitgliedschaft, die dann wiederum in den Augsburger Nachwuchs fließt, ist auch immer eine gute Idee. Zudem kriegt man dann im Shop Prozente und kann bei Ticketverkäufen früher zuschlagen. Eine feine Sache!

Aber Weihnachten muss nicht gleich “schenken” oder “konsumieren” bedeuten. Man kann sich auch einfach schon “beschenkt” fühlen, wenn man die letzten zwei Jahre gesund und lebendig überstanden hat. Und noch guter Dinge ist. Auch die familiäre Atmosphäre in der Weihnachtszeit ist für mich beispielsweise schon Geschenk genug, da braucht es darüber hinaus nichts materielles.

Solltet ihr dennoch (auch) karitative Zwecke unterstützen wollen, könntet ihr überlegen, bei der großen Weihnachtswunsch-Aktion des FCA in Kooperation mit der WWK-Kinderstiftung und spiel+freizeit mitzumachen (hier gelangt ihr zu weiteren Infos). Denn was ist schon schöner als strahlende Kinderaugen verbunden mit dem Gefühl, gutes getan zu haben?

Anstelle von individuellen Geschenken haben Fans bei den digitalen Weihnachtswünschen wieder die Möglichkeit, den Kindern, die über die Tafel Augsburg registriert sind, durch einen Gutschein einen Weihnachtswunsch zu erfüllen. Hier können Gutscheine im Wert von 30 Euro erworben werden, die die beschenkten Kinder für den Kauf von Spielwaren, Schulbedarf und Sportartikeln beim regionalen Spielwarengeschäft „Spiel + Freizeit“ einlösen können. Der FCA hat sichergestellt, dass die Gutscheine ausschließlich für Kinderwünsche eingelöst werden können.

FCA Website Beitrag vom 1.12.2021

Schöne Vorweihnachtszeit!

Egal, für was ihr euch entscheidet oder ob ihr es lieber sein lässt, wir wünschen euch alle eine tolle, besinnliche und vor allem gesunde Vorweihnachtszeit. Mit hoffentlich ganz vielen Punkten vom FCA, damit wir einen schönen Tabellenanblick zum Weihnachtsfest genießen dürfen. Für viele, die es mit dem FCA halten, wäre dies wohl schon Geschenk genug.

RoGaz versüßt euch die Adventszeit!

Die Adventszeit steht vor der Tür und wir möchten uns für eure Treue über das (nicht nur aus FCA-Sicht) turbulente Jahr 2021 hinweg bedanken. Vielen lieben Dank für eure Likes, eure Kommentare und auch für das (stille) “Mitlesen” in den vergangenen elf Monaten. Ein Blog ist doch kein Blog, wenn niemand da ist, den’s interessiert und die Texte liest. 🙂

Wir haben uns gefragt, was wir auf unserer Facebook Seite und hier auf dem Blog während der Weihnachtszeit veranstalten können, um euch diese besinnliche Zeit etwas zu versüßen. Und natürlich, um euch ein wenig zu unterhalten. Insbesondere, weil die Weihnachtsmärkte auch dieses Jahr ins Wasser fallen. Thema unserer Adventsreihe wird natürlich unser geliebter FC Augsburg sein. Logisch.

*TROMMELWIRBEL BITTE* Herausgekommen ist Folgendes:

Fünf Adventstürchen auf dem Blog

Ab dem ersten Adventssonntag (28.11) lest ihr bis zum 24.12. in insgesamt fünf Blogbeiträgen, was sich unsere RoGaz-Blogger*innen vom FCA zu Weihnachten wünschen. Neben vielen Siegen und Toren und dem Sichern des Klassenerhalts versteht sich. Vermutlich wird sich auch das ein oder andere Geheimnis lüften lassen, was sich die Autor*innen privat und abseits des Fußballfeldes unter den Christbaum legen lassen. Den Start macht schon am 28.11. unser neuestes Redaktionsmitglied Birgit. Wir sind schon ganz gespannt und aufgeregt! Kommentiert auch sehr gerne, was ihr euch zum Weihnachtsfest wünscht. Wir freuen uns auf den Austausch!

Adventsspecial auf Facebook

Um euch mal ganz doll “Danke” zu sagen, wird es in diesem Jahr ein Adventsspecial auf unserer Facebookseite geben. 24 Tage lang wird es jeden Tag ein nicht ganz so triviales Rätsel geben, das ihr anhand von einigen Indizien erraten dürft. Die drei besten Rätselrater*innen und Sherlocks unter euch können folgendes gewinnen:

  1. Platz: 1 Flasche Augusta Gin – FCA Edition
  2. und 3. Platz: FCA Shirt “Augsburg hält zusammen”

Ausgewertet wird dies nach den Weihnachtsfeiertagen. Wir hoffen auf eure rege Teilnahme und auf ein munteres Rätelraten! Habt Spaß und viel Erfolg schon im Voraus. Wir wünschen euch eine besinnliche Adventszeit und haben nix dagegen, wenn der FCA in der Zwischenzeit einige Punkte hamstert.

Denn es gilt wie eh und je: Nur der FCA!

Unbelohnt

Spontan packte mich vergangenes Wochenende die Lust, nach Bochum zu fahren und den FCA in der zweiten Runde des DFB-Pokals auswärts anzufeuern. Von meiner Wahlheimat aus sind es nur rund 1 1/2 Stunden Fahrt dorthin und im Vonovia Ruhrstadion war ich zuvor persönlich noch nicht.

Gesagt, getan: Tickets online bestellt. Vorab hatte ich wirklich ein gutes Gefühl. Man las von einer “Jetzt gilt’s” Mentalität, die die Verantwortlichen von der Mannschaft forderten. Von Finnbogason, der zurückkehren und voran gehen wollte. Die PK vor der Partie war wirklich sehenswert, offen wie nie und voll auf den Punkt gebracht. Dafür nachträglich noch ein großes Lob an die beiden Akteure!

Meinen beiden Mitstreitern sagte ich während der kurzen Anfahrt über die A2: “Ich bin heute zufrieden, wenn wir alles geben, Herzblut und Einsatz zeigen. Dann kann ich ein Ausscheiden verschmerzen.” Dabei bleibe ich bis heute. Für mich war es eine offene Partie bis zum Schluss und das ist auch das, was die Zuschauer*innen sehen wollen. Eine packende Schlussoffensive beider Teams, eine spannende Verlängerung und der Showdown, Elferkrimi! Was will das Fußballherz mehr?

Vor der Partie

Vor der Partie gab’s für Coach Markus Weinzierl einige personelle Fragezeichen. Uduokhai und Niederlechner weiterhin im Krankenstand, Pedersen, Jensen und Dorsch angeschlagen, auch Oxford war am Dienstag vor der Partie noch fraglich. Da fragte man sich heimlich schon, wer denn dann letzten Endes eigentlich auf dem Platz stehen würde? Glücklicherweise fanden sich noch genug fitte Mannen, die die Reise ins Ruhrgebiet antreten konnten.

Stefan Reuter durchlebt derzeit offensichtlich unruhige Zeiten. (Photo by Pool/Kai Pfaffenbach/Pool via Getty Images)

Ebenfalls las man vor der Partie von unruhigen Zeiten im sonst so beschaulichen Augsburg, das längst nicht mehr das Gallien der Bundesliga ist. Stefan Reuter, Sportdirektor des FCA, steht derzeit in der Kritik und sein Posten scheint nicht mehr ganz so sattelfest zu sein. So berichteten zumindest die hiesigen Medien.

Präsident Hofmann meldete sich zu Wort und gab zu, dass es in Augsburg hinter verschlossenen Türen wohl gekracht hat. Nun scheinen aber alle Beteiligten zu wissen, woran sie sind. Bekannte Namen, wie der des gebürtigen Augsburgers Armin Veh, geisterten tagelang durch die Gazetten – aber die vermeintlich heiße Spur war wohl (noch) nicht dabei!?

Anreise, Ansetzung, Ausfälle

Die Spieler wollten sich davon jedenfalls nicht beunruhigen lassen und bereiteten sich intensiv auf das Pokalspiel unter Flutlicht vor. Der Anpfiff an einem Mittwoch um 18:30 Uhr für die weit anreisenden Augsburger*innen höchst fanunfreundlich! Sechs Stunden Fahrt kann man hier – sowohl mit PKW als auch mit Zug – ruhig einplanen. Wenn man nicht gerade im Stau steht oder eine Panne hat – wie Fanvertreter*innen des FCA, die mit knapp halbstündiger Verspätung den Gästeblock des Ruhrstadions betraten.

Weinzierl schien sich nun auf die gute alte Viererkette besonnen zu haben und setzte auf einen defensiven Block rund um Kapitän Jeffrey Gouweleeuw und Reece Oxford. Der erfahrene Tobias Strobl erhielt den Vorzug vor Carlos Gruezo. Jan Moravek stand – aus unbekannten (?) Gründen – nicht im Kader. Zeqiri durfte starten, für Ex-Bochumer Gregoritsch und Cordova bedeutete dies einen Bankplatz. Hahn und Vargas bildeten die Flügelzange. Caligiuri und Maier verdichteten das Mittelfeldzentrum. Auf außen defensiv Iago und Gumny. So weit, so gut.

Markus Weinzierl: Auf der Suche nach dem geeigneten System… (Photo by Matthias Hangst/Getty Images)

HZ1- Wieder eiskalt getroffen

Vor den zuletzt erfolgreichen Bochumern, die sich in der Bundesligatabelle mittlerweile vor dem FCA befinden, hatte der FCA jedenfalls Respekt. Die Spieler schienen das umsetzen zu wollen, was die Clubverantwortlichen und auch der Trainer von ihnen sehen wollten. Bock auf das Spiel, gepflegten Fußball und Einsatzwillen. Dies konnte man den Jungs nicht absprechen an diesem Tage!

Dennoch tat man sich schwer mit griffigen und giftigen Bochumern, die insbesondere über die Flügel mit schnellen Außen die Augsburger ein ums andere mal vor Probleme stellten. So fiel exemplarisch auch das 1:0 für die Heimmannschaft. Ex-FCA-Spieler Stafylidis brachte in der zwölften Minute -nach einem Eckball – das Leder an den langen Pfosten, dort stand Pantovic mutterseelenallein und musste den Ball nur noch einschieben. Iago hatte den Stürmer enteilen lassen. Ein paar Minuten zuvor hatte André Hahn das Führungstor auf dem Fuß, doch VfL-Keeper Esser konnte abwehren. Mieses Karma!

Der FCA lies sich jedoch durch den (erneuten) Rückstand nicht entmutigen – auch wenn so ein wenig Mainz-Vibes aufkamen. Richtig gefährlich wurden die Augsburger Mannen in der Offensive jedoch nicht und somit ging man folgerichtig mit dem knappen Rückstand in die Halbzeitpause. Trainer Weinziel reagierte nun personell und nahm den schwachen Caligiuri vom Feld. Für ihn kam Stürmer Finnbogason, der Leben in die ideenlosen Augsburger Angriffsbemühungen bringen sollte. Systemtechnisch bedeutete dies nun eine Doppelspitze mit Jungspund Andi Zeqiri.

Caligiuri machte gegen Bochum keine glückliche Figur und wurde folgerichtig zur Halbzeit ausgewechselt. (Photo by Stuart Franklin/Getty Images)

HZ2 – Action, Tore, Drama

Der FCA fand sich offensiv gleich gut in die Partie ein und kam in Person vom frei stehenden Iago zum Abschluss – leider zielte dieser weit drüber. Dann kam es, wie es kommen musste. Bochum schlug ab und zündete den Turbo. Erneut Pantovic konnte per Schlenzer das 2:0 erzielen. Ein wirklich sehenswertes Tor. Aber: Keine zwei Spielminuten später köpfte Reece Oxford den Ball nach einem Freistoß von Arne Maier in die Maschen. Der schnelle Anschlusstreffer!

Doch wer nun einen Rückfall wie im Mainz-Spiel vermutete, sah sich getäuscht. Das 2:1 war kein “One Hit Wonder”, sondern diesmal wirklich Zeichen zur Aufholjagd. Wieder zwei Minuten später – in Minute 58 – schloss Zeqiri eine Ballstafette über Finnbogason und Gouweleeuw ab. Esser konnte den im Fallen geschossenen Ball nicht richtig greifen und Ruben Vargas versenkte eiskalt. 2:2 – die Partie nun offen wie nie.

Sowohl Bochum als auch Augsburg wechselten in Folge zweimal. Beim FCA wurden die beiden Flügelspieler Hahn und Vargas ausgewechselt, für sie nun Cordova und Bazee im Spiel. Das Spiel spielten beide Teams nun mit offenem Visier. Gregoritsch kam in der Schlussviertelstunde noch für Zeqiri. Chancen gab es dann noch hüben wie drüben, doch keine wurde so richtig gefährlich. Und so ging es verdientermaßen nach 90 Minuten plus Nachspielzeit in die Verlängerung. Puh, kurz durschnaufen. Was ein Spiel sich hier in den zweiten 45 Minuten entwickelt hat… Und der FCA zeigte unerwartete Comebackqualitäten.

Verlängerung – Vom Bibbern und Bangen

Beide Fanlager waren heiß. Die wenig mitgereisten Augsburger machten Lärm für eine ganze Gästekurve und die Bochumer Wall heizte sich auf. Riemann Rufe gingen ab der Verlängerung mehrfach durch die Heimkurve. Noah Sarenren Bazee verletzte sich mit der letzten Aktion der regulären Spielzeit und es kam für ihn Nachwuchstalent Lasse Günther in die Partie. Der Stadionsprecher der Bochumer kündigte fälschlicherweise Frederik Winther an und ich habe kurzzeitig echt gegrübelt, warum der FCA nun seine Defensive stärkt. Im Pokal gilt es nun schließlich nicht den einen Punkt zu sichern.

Die Mannschaft bildete einen Mittelkreis und ausgerechnet Gregerl machte mit seinen Worten ordentlich Dampf. Dampf, den der Österreicher mit in die Verlängerung nahm: Er hatte in Minute 96 die Führung auf den Schlappen. Nach schönem Doppelpass mit Günther kam die Nummer 11 des FCA aus spitzem Winkel zum Abschluss, verzog jedoch leider etwas. Bochum wechselte zweimal und Augsburg drückte. Je länger das Spiel dauerte, desto mehr Spielkontrolle übernahm der FCA.

Gregerl stürmte nach seine Einwechslung nach vorne und pushte seine Mitspieler. (Photo by Stuart Franklin/Getty Images)

Kurzes Durschnaufen, 15 Minuten überlebt und überstanden – schadlos und man war sogar am Drücker. Bochum war platt. Doch Totgesagte leben länger, gleich nach Wiederanpfiff verschusselten Polter und Pantovic in Kombination das vermeintliche 3:2 – großes Glück für den FCA an dieser Stelle. Das gab der Heimmannschaft sichtlich Selbstvertrauen und der VfL kam wieder besser in die Partie, ohne zwingend gefährlich zu werden.

Erneut hatte Gregerl die Möglichkeit, endgültig die Partie zugunsten des FCA zu drehen. Doch erneut konnte Esser klasse parieren. Der gut aufgelegte Schlussmann wurde dann in der 118. Spielminute gegen Elfmeterkiller Riemann ausgetauscht. Es wurde brennend heiß im Stadion, die Stimmung schwappte über. Riemann Rufe wurden immer lauter und hallten durch das Stadion. Die Sonne war schon längst untergegangen, die ersten Augsburger mussten zum Zug und der Himmel war tiefblau gefärbt.

Elfmeterschießen – Freud und Leid ist nah beinander

Und so kams letztendlich zum finalen Showdown. Elfmeterschießen. Neutrale Zuschauer*innen lieben es, die eingefleischten Fans hassen es umso mehr. Glück, vor allem das Glück entscheidet über den Ausgang dieser Praktik, um zu ermitteln, wer als Sieger aus der Partie hervorgeht. Manchmal wäre mir das Revival des Golden Goals lieber. Immerhin gibts in der zweiten Pokalrunde noch keinen VAR, der das Spielgeschehen von Außen beobachtet. Doch die VAR-Kritik spare ich mir an dieser Stelle und verweise auf die Aussagen von Klaus Hofmann, ohne zu erörtern, ob ich diese Ansichten teile. Jedenfalls gabs keine Situation während des Spiels, wo ich den VAR schmerzlich vermisst hätte.

Zurück zum Elferschießen: Natürlich musste der FCA unglücklicherweise auf das Tor vor der Fantribüne der Bochumer schießen. Auf Seiten der Bochumer und Augsburger traten sodann vier Schützen an, die alle verwandelten. Den Beginn für den FCA machte der Kapitän persönlich: Jeff schickte den bejubelten Keeper Riemann in die falsche Ecke und traf sicher. Bochum egalisierte souverän. Finnbogason traute sich als zweiter Augsburger an den Elfmeterpunkt und verlud Riemann ebenfalls. Bochum traf wieder zum Ausgleich.

Dann folgte der vielgescholtene Mittelfeldspieler Strobl, der eiskalt einschob. Am nachfolgenden Bochumer Elfer von Blum war Gikiewicz noch dran, aber konnte den Einschlag nicht verhindern. Gregerl und Polter egalisierten mit ihren Elfertreffern wiederum. Dann trat als fünfter Schütze der jüngste der Runde an: Neuzugang und Leihspieler Arne Maier. Die Bochumer heizten mit Pfiffen an, der Druck wuchs ins unermessliche. Und Maier, 22 Lenzen alt, lies sich davon beeindrucken. Sein Schuss ging drüber. Nun Matchball für Bochum, Ersatzkeeper Riemann trat – zur Verwunderung vieler an – und verwandelte. Die Bochumer jubelten und tobten, Riemann wurde zum Elfmeterheld. Augsburg war in Trauer – und Arne Maier untröstlich.

Arne Maier – der Unglücksrabe. Kopf hoch!  (Photo by Sebastian Widmann/Getty Images)

Was bleibt, sind Eindrücke

Es bleibt der Eindruck, dass der FCA ganz nah dran war am Achtelfinale. Die Bochumer Fans waren wohl nicht so heiß auf das Spiel, denn viele Plätze im Stadion blieben unbesetzt. Obwohl es ein Heimspiel war. Der Fanblock jedoch war brechend voll. Die wenigen mitgereisten Augsburger Fans, es waren vielleicht 100-150, feierten ihr Team auch nach dem Abpfiff des Elfmeterschießens. Während viele Bochumer schon das Stadion verlassen hatten.

Die Augsburger lagen auch in diesem Spiel durch relativ einfach vorgetragene Spielzüge und Unachtsamkeiten in der Hintermannschaft schnell hinten. Diese Rückstände können Warnschüsse sein und den Druck erhöhen, auf der einen Seite. Auf der anderen Seite kann es auch der Beginn eines Torspektakels sein, Querverweis an dieser Stelle auf die Partie Gladbach gegen Bayern. Der FCA ließ sich, im Gegensatz zur Partie gegen Mainz, nicht beeindrucken und steckte den Kopf diesmal nicht in den Sand. Ungeahnte Comeback-Qualitäten machten sich bemerkbar und wieder einmal Reece Oxford brachte per Kopfball den FCA zurück.

Während man gegen Mainz schnell wieder in alte Muster zurückfiel, blieb man dieses Mal sprichwörtlich am Ball und glich in Folge sogar aus. Ruben Vargas vollendete einen gut vorgetragenen Augsburger Angriff im Nachschuss. Natürlich war hüben wie drüben auch ein wenig Glück im Spiel. Beide Keeper konnten sich auszeichnen. Und beide Offensivmannschaften hatten noch mehr Tore auf dem Fuß.

Das Schweizer Duo machte ordentlich Betrieb in der Offensive. Ruben Vargas glich für den FCA sogar zwischenzeitlich aus… (Photo by Stuart Franklin/Getty Images)

Conclusio

Zum Abschluss möchte ich final noch einige Aspekte anbringen, die ich mitnehme aus dem Spiel: Ich nehme vorallem mit, dass die Viererkette dem Team mehr Stabilität verliehen hat. Die Mannschaft wirkte kompakter und die Statistiken sprechen dafür. Der Ballbesitz als Auswärtsmannschaft lag bei rund 40 Prozent. Das ist in Ordnung. Die Zweikampfquote der Gesamtmannschaft lag bei 48%. Hier könnte man ggf. noch ein wenig feinjustieren.

Ich nehme weiterhin mit, dass unsere Außenverteidiger phasenweise mit ihren Gegenspielern überfordert waren (Iago: Kickernote 5,0 – Gumny 4,0). Vor allem beim 1:0 hat man gesehen, wie einfach die Augsburger Defensive auszuhebeln ist. Für Iago stand am Ende des Spiels eine Zweikampfquote von 17 (!) Prozent zu Buche. Gumnys Werte sind da deutlich besser, aber auch über seine Seite kamen einige gute Angriffe der Bochumer.

Ich nehme mit, dass die Passquote bei 71% lag und weiterhin ausbaufähig ist. Insbesondere aber unsere Zentrale rund um Strobl und Maier hatte eine gute Passquote. Unsere offensiven Bemühungen machten sich auch in der Torschussstatistik bemerkbar. Je 20 Torschüsse auf beiden Seiten, 10 Ecken für den FCA, 7 für Bochum.

Ich will hervorheben, wie gut die Mentalität auf dem Platz endlich mal wieder zu sehen und zu spüren war. Man kam nach einem 2:0 zurück, erzielte zwei sauber herausgespielte Tore und stand danach lange Zeit hinten sattelfest. Die Wechsel waren sinnig: Finnbo, Gregerl, Cordova, Bazee und Lasse Günther haben alle eine gute Leistung gezeigt. Finnbogason belebte die Offensive direkt nach seiner Einwechslung, die Tore fielen und er war an der Entstehung beider beteiligt. Gregerl hatte mehrfach das Siegtor auf dem Fuß und bewies sich in der kurzen Pause vor der Verlängerung als Motivator. Cordova, Bazee und Günther arbeiteten viel und fielen durch viel Zweikampffreude (Cordova) und durch Zug zum Tor sowie Spielwitz (Bazee, Günther) auf.

Und jetzt stelle man sich vor, Uduokhai, Niederlechner, Dorsch und Jensen säßen als Optionen auf der Bank oder würden sogar in die Startelf drängen. All die genannten sind potenzielle Stammspieler und fehlen dem FCA schon sehr.

Der FCA am Boden – nach aufopferungsvollem Kampf über 120 Minuten. (Photo by Stuart Franklin/Getty Images)

Kopf hoch, Arne

Ich nehme zuletzt noch mit, dass fünf Spieler vorangegangen sind, um einen Elfmeter bei hitziger Atmosphäre zu verwandeln. Nur bei Arne Maier, dem jüngsten Augsburger Schützen, haben die Nerven versagt. Das hilft ihm bestimmt dabei, weiter an sich zu arbeiten und wird sicher ein Lerneffekt für ihn sein. Allerdings ist es zum jetzigen Zeitpunkt erst einmal bedauerlich und traurig für ihn, dass er derjenige ist oder als der dargestellt wird, der das Weiterkommen versemmelt hat. Dem ist nicht so: Man gewinnt im Team, man verliert auch als solches. Hut ab vor deinem Mut und Kopf hoch, Arne!

Stolz bin ich nach der Partie auf die gezeigte Leistung, auf die Tugenden, die man im Ansatz wieder gesehen hat und auf zwei blitzsaubere Tore. Darauf kann man gegen Stuttgart aufbauen und das muss man auch. Denn nach wie vor stehen wir in der Liga immens unter Druck und unsere Verantwortlichen unter Beobachtung. Sollten sie die oben genannten Punkte mitnehmen und an der ein oder anderen Stelle noch weiter feilen, bin ich optimistischer in der Liga als vor dem Pokalspiel.

Und eine geile Partie zum Zuschauen live vor Ort war es allemal. Glückwunsch dem VfL zum Weiterkommen. Mein Vorschlag: Dafür kriegen wir dann demnächst die drei Punkte in der Liga. Bitte, dankeschön.

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