Reicht das für den Klassenerhalt?

Der FC Augsburg hat es wieder einmal verpasst, einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt zu gehen. Wie so oft in dieser Spielzeit folgte auf ein Erfolgserlebnis der direkte Rückschlag. Nach fünf der sieben Saisonsiege wurde verloren – so nun auch bei Hertha BSC. Der wichtige Dreier in Mainz konnte nicht vergoldet werden.

Dabei hätte die Partie eigentlich kaum besser beginnnen können. Nach schönem Spielzug über Tobias Strobl und André Hahn erzielte Winterleihgabe Laszlo Benes seinen Premierentreffer für Rot-Grün-Weiß (2.). Weil sich in der Folgezeit aber (mal wieder) vermehrt auf das Toreverhindern als -erzielen konzentriert wurde, kamen die Berliner zurück in die Partie.

Hängende Köpfe: Am Ende setzte es in Berlin für Rafal Gikiewicz & Co. die zwölfte Saisonniederlage. (Foto via imago)

Will der FCA Spiele gewinnen?

Die ersten 45 Minuten überstand der FCA dabei auch dank eines starken Keepers noch unbeschadet und hätte sogar beinahe das 0:2 erzielt (Florian Niederlechner stand bei seinem Pfostenkopfball aber ohnehin im Abseits, 39.). Im zweiten Durchgang erhöhten die Gastgeber dann etwas den Druck und der FCA fand sich vermehrt im eigenen Verteidigungsdrittel wieder. Eine Flanke, bei der die Zuordnung nicht stimmte, und ein vermeidbarer Elfmeter bedeuteten letztlich eine 2:1-Niederlage. Aufgrund der Spieldaten geht das Ergebnis in Ordnung – die Hertha investierte weitaus mehr als der FCA, hatte mehr Ballbesitz und auch die zwingenderen Abschlüsse. Dennoch zauberten die Berliner keineswegs Königsklassenfußball auf den holprigen Rasen des Olmypiastadions, weswegen der vor diesem Spieltag Tabellen-16. durchaus zu schlagen gewesen wäre. Und so bleibt leider nach wie vor die Frage nach dem Trainer: Will Heiko Herrlich überhaupt Spiele gewinnen oder vielmehr Niederlagen vermeiden? Denn eins steht fest: Ein funktionierendes Offensivkonzept, das nicht nur auf Konter fußt, suchte man auch in Berlin über weite Strecken der Partie vergeblich. Eine Führung kann nicht über 88 Minuten verteidigt werden. Es braucht Angriffsszenen und Entlastung – und zwar nicht erst wieder, wenn der Gegner getroffen hat (Niederlechner, 65./78.).

Genießt weiterhin das Vertrauen: Trainer Heiko Herrlich (l) kann sich auf die Rückendeckung Stefan Reuters verlassen. (Foto via imago)

26 Punkte nach 24 Spielen – reicht das?

Nach der Niederlage in Berlin steckt der FCA mit 26 Punkten weiter im Abstiegskampf fest. Tabellenplatz 13 und acht Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsrang wirken auf den ersten Blick entspannt, könnten allerdings auch trügerisch sein. Das zeigt der Blick in die Historie.

Seit Einführung der Drei-Punkte-Regel in der Saison 1995/96 sind 17 Mannschaften abgestiegen, die nach 24 Runden 26 Punkte oder mehr auf dem Konto hatten:

  • Eintracht Frankfurt (03/04): 26 Punkte nach 24 Spielen (13.) -> 32 am Saisonende (16.)
  • TSV 1860 München (03/04): 26 Punkte nach 24 Spielen (14.) – > 32 am Saisonende (17.)
  • Karlsruher SC (97/98): 26 Punkte nach 24 Spielen (14.) -> 38 am Saisonende (16.)
  • FC St. Pauli (96/97): 26 Punkte nach 24 Spielen (15.) -> 27 am Saisonende (18.)
  • Eintracht Frankfurt (95/96): 26 Punkte nach 24 Spielen (14.) -> 32 am Saisonende (17.)

  • VfL Bochum (09/10): 27 Punkte nach 24 Spielen (13.) -> 28 am Saisonende (17.)
  • FSV Mainz 05 (06/07): 27 Punkte nach 24 Spielen (14.)-> 34 am Saisonende (16.)
  • Alemannia Aachen (06/07): 27 Punkte nach 24 Spielen (13.) -> 34 am Saisonende (17.)
  • Arminia Bielefeld (02/03): 27 Punkte nach 24 Spielen (13.) -> 36 am Saisonende (16.)
  • SpVgg Unterhaching (00/01): 27 Punkte nach 24 Spielen (14.) -> 35 am Saisonende (16.)
  • Eintracht Frankfurt (00/01): 27 Punkte nach 24 Spielen (15.) -> 35 am Saisonende (17.)
  • FC Köln (97/98): 27 Punkte nach 24 Spielen (13.) – 36 am Saisonende (17.)

  • VfB Stuttgart (15/16): 28 Punkte nach 24 Spielen (12.) -> 33 am Saisonende (17.)
  • Fortuna Düsseldorf 12/13: 28 Punkte nach 24 Spielen (12.) -> 30 am Saisonende (17.)
  • Eintracht Frankfurt (10/11): -28 Punkte nach 24 Spielen (13.) > 34 am Saisonende (17.)
  • FC St. Pauli (10/11): 28 Punkte nach 24 Spielen (12.) -> 29 am Saisonende (18.)
Abstieg nach Talfahrt: Der VfB Stuttgart holte 2016 nach dem 24. Spieltag nur noch einen Sieg und verlor die letzten sechs Partien. Am Ende stand der Gang in die Zweitklassigkeit (Foto via imago).
  • SSV Ulm (99/00): 30 Punkte nach 24 Spielen (12.) -> 35 am Saisonende (16.)

Der VfL Wolfsburg hatte in der Saison 2016/17 ebenfalls 26 Punkte nach 24 Spielen vorzuweisen und rutschte am Ende mit 37 Zählern noch in die Relegation – wo sich die Wölfe gegen Eintrach Braunschweig durchsetzen konnten. Mainz, Frankfurt, Bielefeld und Unterhaching stiegen als 16. ab, weil es keine Relegationsspiele gab.

35 Punkte nach 34 Spieltagen?

Der FC Augsburg holte aus den verbleibenen zehn Partien in der Hinrunde neun Punkte (zwei Siege, drei Remis). Können die Schwaben diese Ausbeute wiederholen, stünden am Ende 35 Zähler auf der Habenseite. Nimmt man Herrlichs Punkteschnitt von 1,09 wären es 37. Da vermehrt Gegner auf Augenhöhe auf dem Programm stehen, sollte das gelingen. Aber würde sich der FCA dadurch das elfte Bundesligajahr überhaupt sichern? Voraussichtlich, denn es muss nicht per se die ominöse 40er-Marke sein. In der Saison 2008/09 rettete sich Borussia Mönchengladbach gar nur mit 31 Punkten. Gleichzeitig bedeuteten aber auch schon 38 Punkte den Weg ins Unterhaus. (Karslruhe 1997/98).

Mut macht derweil, dass der FCA die Klasse auch schon mit geringerer Ausbeute nach 24 Spielen halten konnte. Bereits viermal gelang den Fuggerstädtern dieses Kunststück.

  • 18/19: 21 Punkte nach 24 Spielen (15.) -> 32 zu Saisonende (15.)
  • 15/16: 25 Punkte nach 24 Spielen (13.) -> 38 zu Saisonende (12.)
  • 12/13: 21 Punkte nach 24 Spielen (16.) -> 33 zu Saisonende (15.)
  • 11/12: 22 Punkte nach 24 Spielen (16.) -> 38 zu Saisonende (14.)
Erstklassig: Der FC Augsburg bejubelt 2013 den Klassenerhalt. Nach 24 Spielen hatten die Schwaben 21 Punkte auf dem Konto (Foto via imago).

Der schwachen Konkurrenz sei Dank – Augsburg gelingt der Klassenerhalt

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass der FCA zweifelsohne nicht die beste Saison spielt und dafür in anderen Spielzeiten wohl bestraft worden wäre. Da aber mit Schalke ein Absteiger schon so gut wie fest steht und die anderen Kellerkinder ebenfalls nicht richtig in die Spur kommen, wird der FCA wohl den Klassenerhalt schaffen. Dafür, dass schon jetzt fürs elfte Bundesligajahr geplant werden kann, ist die Lage allerdings noch zu prekär. Der FC Augsburg ist in den nächsten Spielen gefordert, denn in der Vergangenheit gibt es ausreichend mahnende Beispiele, in denen Vereine trotz ordentlicher Punkteausbeute noch abgestiegen sind. In der Vorsaison hatte der FCA übrigens 27 Zähler nach 24 Punkten auf dem Konto. Am Ende wurden es 36 und Platz 15.

Welchen Trainer braucht der FCA?

“Die Luft für Heiko Herrlich wird immer dünner”, titelte der Kicker nach der 0:2-Niederlage des FC Augsburg gegen Wolfsburg. Manager Stefan Reuter stellte sich nach dem nächsten verlorenen Spiel derweil demonstrativ hinter den Coach, eine Trainerdiskussion in Augsburg gebe es nicht. Punkt. Geht die sportliche Talfahrt jedoch so weiter, werden Herrlich wie Reuter irgendwann die Argumente ausgehen. Nur drei der letzten 14 Ligaspiele konnten gewonnen werden, der Abstand zum Relegationsplatz beträgt nur noch fünf Punkte und die sportliche Entwicklung im letzten Jahr wird schmerzlich vermisst. Die Parallelen zu Martin Schmidt werden leider immer deutlicher. Auch der Schweizer rutschte trotz ordentlichem Polster noch in den Abstiegsstrudel. Die Entlassung begründete die Chefetage unter anderem mit der fehlenden sportlichen Entwicklung.

Wie lange hält Stefan Reuter noch an Heiko Herrlich fest? (Foto via imago)

Herrlichs leeres Versprechen

Für was steht Heiko Herrlich eigentlich? Wir haben uns mit dieser Frage schon einige Male beschäftigt und kommen – auch wenn nicht alles schlecht ist – zu dem Ergebnis, dass Wunsch und Realität doch sehr weit auseinander liegen. Immer wieder betont Herrlich, er stehe für offensiv ausgerichteten Fußball. Alle seine bisher trainierten Mannschaften hätten dies gezeigt. Dass der Trainer trotz der bitteren Fakten nicht müde wird, dies zu betonen, verwundert dabei immer mehr. Ligaweit gibt nur Arminia Bielefeld weniger Torschüsse ab als der FCA. Gegen Wolfsburg hatten die Schwaben in der zweiten Halbzeit eine einzige Abschlusssituation – einen Weitschuss von André Hahn.

In den vergangenen Monaten konnte der FC Augsburg seine offensive Harmlosigkeit oft durch gnadenlose Effizienz sowie defensive Kompaktheit kaschieren. Die mit dem Label Angsthasenfußball etikettierte Spielphilosophie wird nun aber immer mehr zum Problem: Vier eigene Treffer in den letzten sechs Spielen und gleichzeitig 13 Gegentore sprechen für sich. Herrlich selbst weiß um die aktuelle Situation und könne die Kritik daher verstehen, wie er vor dem Wolfsburg-Spiel erklärte. Man werde daran arbeiten, sich weiter zu verbessern. Wer regelmäßig die Pressekonferenzen des FC Augsburg verfolgt, hat dieses Versprechen nicht das erste Mal gehört.

Wie lange sitzt Heiko Herrlich noch auf der Augsburger Bank? (Foto via imago)

Herrlich raus?

Und so bleibt die Frage, ob Herrlich noch der richtige Trainer ist. Vielleicht ist er das nicht, doch das soll nicht heißen, dass der FC Augsburg den Coach nun ruckartig entlassen soll. Denn ein Installieren eines Feuerwehrmannes an der Seitenlinie würde die Probleme des FC Augsburg nur verschieben. Die Schwaben werden aller Voraussicht nach in der Bundesliga bleiben – was weniger dem eigenen Leistungsvermögen, sondern vielmehr der schwachen Konkurrenz geschuldet ist.

Der FC Augsburg braucht generell keinen Trainer, der für den kurzfristigen Erfolg steht. Das wurde am Beispiel Martin Schmidt eindrucksvoll deutlich. Vielmehr ist der FC Augsburg ein Verein, der durch Kontinuität auf der Trainerbank punkten kann. Man benötigt einen Trainer, dem man langfristig zutraut, die Mannschaft voranzubringen.

Nun liegt es an Reuter, im Sinne des Vereins zu entscheiden, ob Heiko Herrlich dieser Trainer ist beziehungsweise noch sein kann. Der Manager wird sich diese Frage gut überlegen müssen und daher wohl keine voreiligen Schlüsse ziehen. Denn klar ist ferner, dass mit einer Entlassung Herrlichs auch die Kritik an Reuter wieder an Fahrt aufnimmt. Denn in puncto Trainer – so ehrlich muss man trotz einiger kluger Spielertransfers sein – hat Reuter in den letzten Jahren keine gute Figur abgegeben. Der nächste Schuss muss definitiv sitzen. Reuter kann es sich kaum leisten, 2022 das nächste Trainerexperiment vorzeitig zu beenden. Daher wird Herrlich auch nur entlassen werden, wenn der Geschäftsführer Sport einen passenden Nachfolger in der Hinterhand hat.

Geht die sportliche Entwicklung des FC Augsburg so weiter, muss sich Stefan Reuter eingestehen, auf der Trainerposition (erneut) daneben gegriffen zu haben. Bei all der (berechtigten) Kritik darf gleichzeitig nicht vergessen werden, dass Reuter Markus Weinzierl und Manuel Baum überhaupt erst zum Bundesligatrainer gemacht hat. Es lief also nicht alles falsch. (Foto via imago)

Baum und Weinzierl als Alternativen?

Der Kicker brachte in seiner Montagsausgabe die beiden Ex-Trainer Markus Weinzierl und Manuel Baum ins Spiel. Beide würden im Umfeld des Vereins gehandelt werden. In Fankreisen wurde diese Meldung durchaus positiv zur Kenntnis genommen, doch es stellt sich die Frage, ob eine Rückkehr zum Ex wirklich die klügste Entscheidung ist.

Baum genießt bei den Klubbossen nach wie vor einen hohen Kredit. Bereits auf der Pressekonferenz seines Abschieds schloss die Chefetage nicht aus, dass es in Zukunft zu einer erneuten Zusammenarbeit kommen könnte. Der frühere NLZ-Chef war in Augsburg beliebt, wird von Beobachtern als taktisches Genie beschrieben und würde gewiss auf den ein oder anderen Jugendspieler setzen. Gegen Baum spricht allerdings, dass seine Zeit in Augsburg am Ende wenig erfolgreich war und der 41-Jährige nicht gerade unverbrannt nach Augsburg zurückkehren würde – auch wegen seiner missratenen Arbeit auf Schalke.

Markus Weinzierl indes war für die sportlich erfolgreichste Zeit des FC Augsburg verantwortlich. Erst rettete der gebürtige Straubinger den FCA nach schwachem Start sensationell vor dem Abstieg, dann führte er ihn 2015 in die Europa League und schrieb so Augsburger Fußballgeschichte. Der Name Markus Weinzierl wird also immer mit glorreichen FCA-Zeiten in Verbindung gebracht. Dabei entsteht jedoch die Gefahr, dass man Weinzierls Leistungsvermögen überschätzt. Denn zur Wahrheit gehört auch, dass der 46-Jährige bei seinen weiteren Stationen auf Schalke und in Stuttgart krachend gescheitert ist.

Seit ihrem Abschied aus der Fuggerstadt ging bei beiden Trainern die Leistungskurve nach unten. Folgt das Comeback am Lech? (Foto via imago)

Das Spiel des FCA muss wieder Spaß machen

Beide Trainer wären durchaus charmante Lösungen und kämen bei den Fans gewiss gut an. Ob sie jedoch den FC Augsburg langfristig prägen können, ist unklar. Daher möchte ich nun einen Blick auf weitere Trainer werfen, die für den FC Augsburg infrage kommen könnten. Hauptkriterium für die Aufnahme in diese Liste ist eine offensive Spielweise. Denn eines sollte an dieser Stelle noch kurz erwähnt werden. Wenige FCA-Fans haben ein Problem damit, Tabellen-13. zu sein, viele allerdings mit der Art und Weise, wie Woche für Woche Fußball gespielt wird. Klar, Fußball ist ein Ergebnissport, er sollte am Ende aber immer auch schön anzusehen sein. Das nur am Rande, nun zu den möglichen Trainerkandidaten. Die Auswahl ist hier rein subjektiv.

Tim Walter

Tim Walter ist seit Ende 2019 vereinslos. Zuletzt trainierte der 45-Jährige den VfB Stuttgart in der 2. Bundesliga, nachdem er sich bei der U23 des FC Bayern sowie bei Holstein Kiel einen Namen gemacht hatte. Die Saison 2018/19 beendete Walter in Kiel auf einem ordentlichen sechsten Platz. Dass die Zeit an der Förde anschließend vorbei war, lag vielmehr am Interesse des VfB, als am mangelnden Vertrauen der Kieler Verantwortlichen. In Stuttgart scheiterte Walter dann allerdings an der hohen Erwartungshaltung innerhalb des Traditionsvereins. Trotz Rang drei zur Winterpause war für den Kraichgauer Schluss.

Das soll jedoch keineswegs bedeuten, dass die Arbeit Walters schlecht war. Sein offensiver Pressing-Ansatz könnte dem FC Augsburg gut zu Gesicht stehen. Da der FCA ligaweit zu den stärksten Teams in puncto Laufbereitschaft zählt, könnte die Zusammenarbeit funktionieren – wenngleich sie mit Risiken verbunden wäre. Walter, der in Stuttgart mit einer Viererkette samt offensiven Außenverteidigern agierte, müsste eine Balance zwischen Angriff und Verteidigung finden. Gelingt dies nicht, fliegt ihm sein offensives Konzept alsbald um die Ohren.

Tim Walter sagte einst in einem Interview mit der Welt, er würde selbst in Abstiegsangst nach vorne spielen: “Die Mannschaften, die weiter hinter in der Bundesliga stehen, spielen einen defensiven, zurückhaltenden Fußball, sie igeln sich hauptsächlich ein. Das wäre nicht meine Idee. Gerade dann würde ich offensiver rangehen.” Sein Ansatz sei es, “die Freude am Spiel zurückzubringen.”

“Ich bin ein offensiv-kreativ denkender Trainer”

Zudem müsste der Kader etwas angepasst werden. Schnelle Außenverteidiger wären zwar vorhanden, aber für Walters Spiel ist ein ballsischerer Mittelfeldspieler elementar. Walter sei “ein Fußballgestalter, kein Zerstörer”, wie er selbst betont. In Stuttgart nahm die zentrale Rolle in der Regel Daniel Didavi ein, in Augsburg fehlt ein derartiger Spieler im Kader – abgesehen von Leihspieler Benes. Nur mal so am Rande: Didavis Vertrag am Neckar läuft wohl im Sommer aus.

Alles in allem scheint Walter zum FC Augsburg passen zu können – jedoch nur, wenn der FCA langfristig mit dem als kantigen wie impulsiven Typen geltenden Fußballlehrer plant. Denn Walters Spielkonzept benötigt Zeit, um perfekt in sich greifen zu können. Gelingt dies, könnten die FCA-Fans viel Freude an ihrer Mannschaft haben: “Ich versuche, ein defensiv gut organisierter, offensiv-kreativ denkender Trainer zu sein.”

Walters Versprechen klingt schon einmal ordentlich. Eine Zusammenarbeit ab der neuen Saison ist hier definitiv klüger, als ein kurzfristiges Installieren in der aktuellen Situation. Mit Holstein Kiel stellte Walter dem FC Augsburg übrigens beinahe ein Bein. Im Pokalachtelfinale stand Anfang 2019 ein glückliches 1:0 für den FCA. (Foto via imago)

Steffen Baumgart

Eine ähnlich offensive Herangehensweise wählt Steffen Baumgart, aktuell Trainer beim SC Paderborn. Der 49-Jährige steht seit 2017 bei den Ostwestfalen unter Vertrag und führte den Klub erst zurück in die 2. Liga und dann ein Jahr später direkt in die 1. Bundesliga. Letztlich stieg der SCP mit deutlichem Abstand ab, überzeugte in seinen Spielen allerdings mit ansehnlichem Offensivdrang. Würde man Baumgart nun einen Kader an die Hand geben, der qualitativ besser ist als der von Paderborn, scheint also durchaus etwas möglich zu sein.

Inwiefern sich der 49-Jährige, der sich sehr wohl bei seinem Klub fühlt, jedoch neu orientieren möchte, ist fraglich. Ein Engagement in Augsburg käme ohnehin erst im Sommer infrage, da Baumgart diese Saison kaum wechseln würde. Mit dem SC Paderborn ist der gebürtige Rostocker derzeit Tabellenneunter. Der Aufstieg, übrigens nicht als Ziel ausgesprochen, scheint noch nicht gänzlich abgeschrieben.

Steffen Baumgart und Heiko Herrlich beim 0:0 im Mai 2020. Letztlich scheint Baumgart zu Höherem berufen als dem SC Paderborn. Ihn wird man langfristig gewiss wieder in der Bundesliga sehen – vielleicht ja beim FC Augsburg. (Foto via imago)

Frank Schmidt

Frank Schmidt leistet seit Jahren konstant gute Arbeit beim FC Heidenheim. Unter seiner Regie gelang dem FCH der Wandel vom Oberligateam zum ambitionierten Zweitligisten. Der gebürtige Heidenheimer steht seit 2007 an der Brenz unter Vertrag und kann gewissermaßen als Christian Streich der 2. Liga bezeichnet werden. Dem dienstältesten Coach des Unterhauses wurde schon oft der Schritt in die Beletage zugetraut, letztlich blieb Schmidt aber immer beim FC Heidenheim – wo er nun sein 500. Pflichtspiel an der Seitenlinie feierte.

Und vermutlich wird er das auch noch länger tun. Angebote von höherklassigeren Vereinen gab es bis dato einige, “aber ich fühle mich hier wertgeschätzt”, wie Schmidt einst in einem Interview mit der Zeit erklärte. Deshalb habe er seinen Vertrag auch bis 2023 verlängert. Außerdem habe der Klub “immer Ziele und ist nie zufrieden, was gut zu mir passt.” Ein Wechsel nach Augsburg scheint daher unwahrscheinlich, hätte jedoch gewiss seinen Reiz. Auch Schmidt überzeugt mit einer offensiv ausgerichteten Spielphilosophie, agiert in der Regel mit Viererkette und zwei Spitzen.

Eine Institution beim FC Heidenheim. Ein Abschied Frank Schmidts scheint undenkbar – auch wenn der 47-Jährige gewiss zum FC Augsburg passen würde. (Foto via imago)

Domenico Tedesco

Domenico Tedescos Aufstieg ins Profigeschäft verlief äußerst rasant. Nach Anfängen im Jugendbereich rettete der Deutsch-Italiener Erzegbirge Aue vor dem Abstieg. Nach einem halben Jahr bei den Veilchen zog es Tedesco dann zum FC Schalke, wo er Markus Weinzierl beerbte und in seiner ersten Saison Vizemeister wurde. Dann folgte in der nächsten Spielzeit der Absturz auf Rang 14 und Tedesco musste gehen. Seit Oktober 2019 trainiert er Spartak Moskau, mit denen er aktuell Tabellendritter ist.

Tedesco wird immer wieder mit einer Rückkehr in die Bundesliga in Verbindung gebracht. Dass er erfolgreichen Fußball spielen lassen kann, hat er bereits bewiesen. Die Vizemeisterschaft sollte man wohl nicht zu hoch hängen, die sportliche Misere gleichzeitig aber auch nicht zu kritisch sehen. Tedesco gilt als Taktik-Experte, der gerne auch mit einer offensiven Dreierkette spielt. Sein Vertrag in Moskau läuft Ende Mai aus. Im Sommer werden sich wohl einige Klubs mit dem immer noch erst 35-Jährigen beschäftigen – auch der FC Augsburg?

Domenico Tedesco im Jahr 2018 zusammen mit Stefan Reuter. Spielt der Jungtrainer in den Überlegungen des Managers eine Rolle? (Foto via imago)

Lucien Favre

Lucien Favre ist zweifellos der klangvollste Name in dieser Auflistung. Seit seiner Entlassung bei Borussia Dortmund ist der Schweizer vereinslos. Letztlich schaffte er es nicht, mit dem BVB um Titel mitzuspielen. Mit Favre spielst du zwar schönen Fußball, gewinnst aber keine Trophäen, lautet ein Vorwurf, mit dem sich der 63-Jährige immer wieder konfrontiert sieht. In Augsburg sollte der Druck nach Tafelsilber allerdings nicht allzu hoch sein.

Favre hat grundsätzlich bei all seinen Stationen überzeugt, egal ob bei Hertha, Gladbach, Zürich oder Nizza. Der Mann mit dem besten Punkteschnitt aller BVB-Trainer gilt als Perfektionist und Verfechter von attraktivem Offensivspiel inklusive barcaesker Passstaffeten. Es wäre höchst interessant, zu sehen, was Favre aus dem Potential des Augsburger Kaders machen könnte. Natürlich bräuchte es im Sommer zusätzlich spielstarke Verstärkungen. Ob Reuter einen derartigen Spitzentrainer an den Lech lotsen kann, scheint jedoch fraglich. Vor kurzem hatte Olympique Marseille Interesse an Favre. Der Schweizer sagte offenbar ab, da er keinen Verein mitten in der Saison übernehmen möchte.

Ist Lucien Favre als FCA-Coach denkbar? Kann der Schweizer mit einer spielerisch limitierteren Mannschaft umgehen? Es wäre höchst interessant, zu erfahren, wie Favre den FC Augsburg spielen lassen würde. (Foto via imago)

Über diese Trainer könnte man zumindest nachdenken

Des Weiteren gibt es freilich weitere interessante Trainerkandidaten. Immer wieder mit einer Rückkehr in die Bundesliga in Verbindung gebracht wird etwa Alexander Zorniger, den es nach seiner Entlassung aus Stuttgart nach Kopenhagen zu Bröndby IF zog. Dort wurde der Ex-Leipziger dänischer Pokalsieger. Zuletzt auf Schalke gehandelt wurde unter anderem Dimitrios Grammozis. Der ehemalige Darmstadt-Coach belegte mit den Lilien Rang Zwei in der Rückrundentabelle. Aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen bezüglich der Vertragslaufzeit, wurde die Zusammenarbeit im Sommer beendet.

Ebenso spannend wären Peter Zeidler, der den FC St. Gallen vergangene Saison zur Vizemeisterschaft in der Schweiz geführt hat, Berns Meistertrainer Gerardo Seoane oder Daniel Farke, der mit Norwich City vor dem Aufstieg in die Premier League steht. Schwebt dem FCA eine interne Lösung vor, rücken auch Alexander Frankenberger (U19) und Josef Steinberger (U23) in den Fokus. Dass Reuter ein derartiges Experiment eingeht, scheint allerdings unwahrscheinlich.

Alexander Frankenberger (l) und Josef “Sepp” Steinberger sind aktuell in der zweiten Reihe des FC Augsburg aktiv. Beide machen einen ordentlichen Job, aber sind sie schon bereit für die 1. Liga? (Foto via imago)

Fazit

Der FC Augsburg sollte sich gut überlegen, wie die sportliche Zukunft aussehen soll. Da es für einen neuen Trainer immer angenehmer ist, zur neuen Saison zu übernehmen, scheint ein kurzfristiges und hektisches Agieren auf dem Trainermarkt die falsche Wahl. Bis dahin hat Heiko Herrlich die Chance verdient, positiv auf sich aufmerksam zu machen. Das Messen am tabellarischen Abschneiden sollte hier nicht das einzige Kriterium sein. Vielmehr muss die spielerische Entwicklung in den Vordergrund gerückt werden. Der FC Augsburg wird den Klassenerhalt vermutlich schaffen. Laufen die restlichen Spiele jedoch spielerisch so überschaubar wie aktuell, kann es ein “Weiter so” nicht geben.

Sollten nächste Saison wieder Fans in die Stadien gelassen werden, dürfte ein derartig mutloses Auftreten wie aktuell übrigens selbst von den eigentlich treuen Augsburger Fans mit Pfiffen quittiert werden. Eine Rückkehr zu mutigerem Offensivfußball scheint unabdingbar. Der Vorteil: Destruktiver als jetzt kann es eigentlich kaum noch werden. Wir sind gespannt, wer nächste Saison den FCA trainieren wird. Überrascht Herrrlich mit einer enormen Weiterentwicklung, ist auch eine Zusammenarbeit über den Sommer hinaus nicht ausgeschlossen. Aktuell sieht es allerdings so aus, dass sich die Wege (spätestens) nach der Saison trennen.

Vertragsverlängerungen: Reuter ist gefordert

Der 2:1-Sieg gegen Union Berlin hat dem FC Augsburg etwas Luft im Abstiegskampf verschafft, die auch durch die Niederlage in Dortmund – der Konkurrenz sei Dank – nicht verpuffte. Nach dem 18. Spieltag waren es sieben Zähler auf den Relegations- und angenehme zehn auf den ersten Abstiegsplatz. Kann der FCA seinen Punkteschnitt halten, wird es auch im Jahr 2022 Bundesligafußball in der Fuggerstadt zu sehen geben. Bleibt die Frage: mit welchem Personal? Demnächst laufen nämlich einige Spielerverträge aus. Im Sommer enden zwar nur drei Kontrakte, ein Jahr später aber satte neun. Die Verantwortlichen um Manager Stefan Reuter müssen also bereits nach dieser Saison überlegen, mit wem man in die Zukunft gehen möchte und bei wem die womöglich letzte Chance auf eine Ablösesumme genutzt werden soll. Mit welchen Spielern soll der FCA verlängern? Wir machen den Check.

Julian Schieber (Vertrag bis 2021, Marktwert: 500 Tsd. Euro)*

Dass Julian Schieber keine sportliche Zukunft beim FC Augsburg hat, ist mehr als offensichtlich. Eine echte Verstärkung war der Stürmer nie, so ehrlich muss man sein. Das rechtfertigt jedoch nicht den Umgang mit seiner Person. Im Sommer beorderte ihn der FC Augsburg zur U23, ließ seinen Spint räumen und vergab seine Nummer neu an Daniel Caligiuri: “Der Trainer hat mir knallhart gesagt, dass er nicht auf mich bauen wird und er – auch auf meinen Körper bezogen – nicht glaubt, dass ich konstant auf Bundesliga-Niveau spielen kann”, resümierte Schieber gegenüber dem Kicker.

Ob dieser Offenheit habe der Ex-Dortmunder “erst mal schlucken müssen” und emotional eine “Mischung aus Entsetzen, Enttäuschung und Wut” erlebt. Die wenigen Angebote, die er in der Folgezeit erhalten habe, hätten ihn “emotional nicht gepackt”, weswegen Schieber weiterhin auf Vereinssuche ist.

RoGaz-Prognose: Eine Verlängerung ist ausgeschlossen. Schieber wird kein Spiel mehr für den FCA machen und bei einem passenden Angebot auch schon im Winter wechseln. Nach wie vor reizt ihn das Abenteuer Asien. Ein Wechsel nach Thailand, von dem der 31-Jährige im Oktober sprach, kommt vorerst aber nicht mehr infrage. Das Transferfenster in der Thai League ist seit dem 10. Januar geschlossen.

Auf dem Rasen hat man Julian Schieber schon lange nicht mehr gesehen. Sein letztes Pflichtspiel für den FC Augsburg ist mehr als 14 Monate her. Insgesamt kam der Stürmer zwölf Mal für Rot-Grün-Weiß zum Einsatz (ein Tor). Es werden keine weiteren Spiele hinzukommen. (Foto via imago)

* Die Angaben zum Marktwerkt entsprechen den Schätzungen von transfermarkt.de, die Verträge enden stets zum 30. Juni.

Marek Suchy (Vertrag bis 2021, Marktwert: 1 Mio. Euro)

Von Marek Suchy haben sich wohl einige FCA-Fans mehr erhofft. Der frühere Kapitän der tschechischen Nationalmannschaft blieb in Augsburg vieles schuldig und konnte sich nicht nachhaltig für eine Vertragsverlängerung empfehlen. In seinen insgesamt nur zehn Einsätzen war der Innenverteidiger vielmehr Unsicherheitsfaktor als Stabilisator. In der kommenden Saison bekommt der 32-Jährige zudem Konkurrenz von Neuzugang Frederik Winther und Leihrückkehrer Kevin Danso.

RoGaz-Prognose: Ein weiteres Engagement in Augsburg käme mehr als überraschend. Suchy wird den FC Augsburg daher ablösefrei verlassen und womöglich in seine tschechische Heimat zurückkehren.

Keine wirkliche Verstärkung: Dass Marek Suchy seine besten Zeiten offenbar hinter sich hat, wurde leider nicht nur beim Spiel in Sinsheim deutlich. Dem Tschechen mangelt es an Spritzigkeit. (Foto via imago)

Rani Khedira (Vertrag bis 2021, Marktwert: 8 Mio. Euro)

Die Personalie Rani Khedira ist zweifelsohne die schwierigste in dieser Auflistung. Der Vertrag des Mittelfeldspielers endet in wenigen Monaten. Sportlich wäre ein Abgang des 27-Jährigen (mittlerweile) wohl verschmerzbar. Unter Heiko Herrlich ist der gebürtige Stuttgarter keineswegs mehr so gesetzt wie etwa unter Martin Schmidt, wo Khedira quasi unumstrittener Stammspieler war. Es wirkt so, als habe ihm Carlos Gruezo etwas den Rang abgelaufen.

Hätte Khedira noch länger Vertrag und gebe es dann ein lukratives Angebot, würde ihn der FCA also vermutlich verkaufen. Immerhin wird sein Marktwert auf acht Millionen Euro geschätzt. In Corona-Zeiten würde freilich weniger für ihn bezahlt werden, aber mit vier bis fünf Millionen Euro könnte der FCA durchaus rechnen.

Khedira konnte 2017 ablösefrei an den Lech gelotst werden – und hat seinen Marktwert seitdem von 750.000 Euro auf zwischenzeitliche 10,5 Millionen Euro gesteigert. Ein ablösefreier Abgang aus Augsburg wäre daher vor allem finanziell betrachtet sehr schmerzlich. Wohl auch deshalb wollte der FCA in der Vergangenheit mit dem zentralen Mittelfeldspieler verlängern.

Obendrein ist Khedira natürlich weiterhin ein absolut solider Bundesligaspieler, für den man im Falle eines Wechsels Ersatz bräuchte, was grundsätzlich für eine Verlängerung spricht. Weil die Gespräche zuletzt allerdings zum Ruhen gekommen sein sollen und Khedira jüngst selbst offen über einen Wechsel ins Ausland sprach, scheint es insgesamt aber seine letzte Saison für Rot-Grün-Weiß zu sein.

RoGaz-Prognose: Khedira verlängert nicht und wechselt im Sommer ablösefrei den Verein. Wie sein Bruder ist der Mittelfeldspieler großer Fan der Premier League. Möglich scheint eine Backup-Rolle bei einem Mittelklasse-Team wie dem von Ex-Coach Ralph Hasenhüttl trainierten FC Southampton, realistischer ein Engagement bei einem weniger ambitioniertem Klub wie etwa Norwich City. Die Canaries stehen vor dem Aufstieg und sollen bekanntlich ein Fable für deutsche Spieler haben.

Musste sich in dieser Saison des Öfteren in ungewohnter Rolle wiederfinden: Rani Khedira ist zwar jeden Spieltag eine Option für die Startelf, aber längst nicht mehr gesetzt. (Foto via imago)

Rafal Gikiewicz (Vertrag bis 2022, Marktwert: 1,5 Mio. Euro)

Mit Rafal Gikiewicz hat der FC Augsburg endlich das Problem auf der Torhüterposition gelöst. Der Pole ist absoluter Führungsspieler und scheut nicht davor, auch einmal ungemütlichere Töne anzustimmen – auf und nebem dem Platz. Weil zudem die sportliche Leistung stimmt (Gikiewicz wehrt ligaweit die zweitmeisten Schüsse ab), spricht eigentlich nur wenig gegen eine Vertragsverlängerung.

RoGaz-Prognonse: Gikiewicz ist bereits 33 Jahre – ein für einen Torwart gehobenes, aber nicht zwingend leistungsabfallendes Alter. Dennoch wird der FCA Gikiewiczs Entwicklung aufmerksam beobachten und daher wohl nicht voreilig mit seinem ältesten Spieler im Kader verlängern. Bringt der Keeper aber auch in der Folgesaison gute Leistungen, steht einer Verlängerung nichts mehr im Weg.

Der konstanteste Profi in dieser FCA-Saison: Rafal Gikiewicz war von Anfang an ein sicherer Rückhalt einer oft von Leistungsschwankungen gezeichneten Augsburger Mannschaft. Wie lange bleibt der Pole in Schwaben? (Foto via imago)

Jan Moravek (Vertrag bis 2022, Marktwert: 600 Tsd. Euro)

Es ist sehr schwierig, die Leistungen von Jan Moravek fair zu bewerten. Blickt man auf die reinen Fakten, so kam der Tscheche seit 2013 nicht mehr über 16 Einsätze pro Saison hinaus. Viele davon als Joker. In dieser Spielzeit steht die Null in der Statistik. Keine Frage, Moravek ist im Augsburger Kader nur Ergänzungsspieler – und dementsprechend verzichtbar.

Man kann nur spekulieren, welche Rolle der frühere Nationalspieler in Augsburg eingenommen hätte, wenn er denn einmal konstant verletzungsfrei geblieben wäre. Wir sind uns sicher, dass Moravek sein Leistungspotential nie richtig ausschöpfen konnte – dieses aber nun auch mit 31 Jahren nicht mehr ausschöpfen wird.

RoGaz-Prognose: Eine Verlängerung hat für den FC Augsburg keine große Priorität. Weil Angebote für einen verletzungsanfälligen Ü30-Spieler rar sind, deutet derzeit vieles daraufhin, dass Moravek seinen Vertrag erfüllt und den Verein 2022 ablösefrei verlässt. Denkbar auch, dass es den Tschechen zurück in seine Heimat zieht, eventuell zu Ex-Klub Bohemians Prag.

Auch in dieser Saison vielmehr Rekonvaleszent als ernstzunehmende Alternative für den Kader. Jan Moravek erholt sich derzeit von einer Muskelverletzung. (Foto via imago)

Tim Civeja (Vertrag bis 2022, Marktwert: 300 Tsd. Euro)

Zur Vertragslaufzeit Tim Civejas machte der FC Augsburg im Sommer keine Angabe. Bei der Beförderung zum Profi hieß es lediglich, der 19-Jährige erhalte einen “langfristigen Vertrag”. Nach Informationen von transfermarkt.de soll das Arbeitspapier des gebürtigen Dachauers bis 2022 gelten. Bis dahin will der zentrale Mittelfeldspieler, der in Bremen sein Debüt feiern durfte, weiter näher an die erste Mannschaft heranrücken.

RoGaz-Prognose: Der FC Augsburg ist sich dem Potential Civejas bewusst und wird vorzeitig dafür sorgen, dass der Mittelfeldspieler langfristig am Lech bleibt.

Vom eigenen Nachwuchs in die Bundesliga: Tim Civeja steht sinnbildlich für den Weg, den der FCA einschlagen möchte – und genießt daher wohl noch länger das Vertrauen der Verantwortlichen. (Foto via imago)

Felix Götze (Vertrag bis 2022, Marktwert: 725 Tsd. Euro)

Felix Götze konnte bislang nicht nachhaltig auf sich aufmerksam machen. Immer wieder warfen den zentralen Mittelfeldspieler, der auch als Verteidiger agieren kann, Verletzungen zurück. Seit seinem Wechsel 2018 kam der 22-Jährige neun Mal für die Profis des FCA zum Einsatz. Zuletzt sollte der Ex-Münchner eigentlich verliehen werden, doch eine Corona-Infektion verhinderte den nächsten Karriereschritt.

RoGaz-Prognose: Entscheidend wird sein, was Götze selbst willl. Der FC Ausgburg würde ihm bei einem Wechselwunsch gewiss keine Steine in den Weg legen. Tendenz: Abschied im Sommer.

Eines der wenigen Highlights für Felix Götze im Augsburger Dress: Der Bruder von Weltmeister Mario trifft im September 2018 zum 1:1-Ausgleich gegen den FC Bayern. (Foto via imago)

André Hahn (Vertrag bis 2022, Marktwert: 1,8 Mio. Euro)

André Hahn schien in dieser Saison seinen zweiten Frühling zu erleben. Der 30-Jährige spielte sich mit starken Leistungen in die Startelf, wurde im Dezember dann aber durch eine Covid-Erkrankung ausgebremst. Wieder fit, knüpfte der einfache Nationalspieler nun direkt an seine guten Auftritte an und war zuletzt gegen Union an beiden Treffern beteiligt, bevor er gegen den BVB selbst traf.

Hahn steht insgesamt wenig für Spektakel, dafür aber umso mehr für Kampfgeist und Laufbereitsschaft. Der mannschaftsdienliche Außenspieler mag kein unumstrittener Stammspieler sein, ist aber gegen jeden Gegner eine Option für die Anfangsformation. Gerade solche Spieler braucht man.

RoGaz-Prognose: Der FC Augsburg verlängert noch einmal mit Hahn, wenn ihn die Verantwortlichen von der Rolle als Bindeglied zwischen Startelf und Joker überzeugen können.

André Hahn gehört zu den lauffreudigsten Spielern im Augsburger Kader und spult Spieltag für Spieltag mit die meisten Kilometer ab. Ein Prunkstück, das sich der FCA erhalten sollte. (Foto via imago)

Michael Gregoritsch (Vertrag bis 2022, Marktwert: 4,5 Mio. Euro)

Michael Gregoritsch erlebte nach seinem Wechsel aus Hamburg eine brillante Premierensaison in Rot-Grün-Weiß. 13 Tore und vier Vorlagen sorgten prompt für das Prädikat Königstransfer. In der Folgezeit ließ der zweifelsohne über fußballerisches Talent verfügende Offensivmann seine Klasse aber nur noch selten aufblitzen, bis jetzt kamen nur noch neun weitere Treffer hinzu.

2019 hatte Reuter die Chance, Gregoritsch zu verkaufen. Weil der als harter Verhandlungspartner bekannte Manager aber wohl zu viel Ablösesumme forderte, kam es nicht zu einem Wechsel nach Bremen. Anschließend haben der mehr oder minder erzwungene Leih-Wechsel zum FC Schalke sowie seine dürftige aktuelle Saison (ein Tor, zwei Vorlagen) Gregoritschs Standing in Augsburg nicht gerade verbessert.

RoGaz-Prognose: Den Moment der höchsten Ablösesumme hat der FC Augsburg verpasst. Weil Gregoritschs sportlicher Mehrwert (um den Klinsmann-Sprech zu verwenden) mittlerweile überschaubar ist, spricht wenig gegen einen Wechsel im Sommer – sofern denn die Ablösesumme stimmt.

Die Momente des Jubelns sind seltener geworden. Michael Gregoritsch erzielte in dieser Saison nur einen Treffer und ist immer seltener ein Kandidat für die Startelf. (Photo by Maja Hitij/Getty Images)

Maurice Malone (Vertrag bis 2022, Marktwert: 500 Tsd. Euro)

Derzeit ist Maurice Malone an Drittligist SV Wehen verliehen. Beim Zweitligaabsteiger sorgt der Stürmer dabei für ordentlich Furore und steuerte in 17 Spielen bereits acht Tore und sechs Vorlagen bei. Im Sommer kehrt der 20-Jährige wieder nach Ausgburg zurück und will sich in der Bundesliga beweisen. Ob eine gute Saison in Wiesbaden für die Beletage reicht, bleibt vorerst abzuwarten.

Das Vertrauen in das Eigengewächs (seit 2008 im Verein) ist definitiv gegeben. Nicht ausgeschlossen scheint eine weitere Leihe – vielleicht zu einem Bundesligaaufsteiger wie bei Sergio Cordova. Dann müsste der FCA Malones Vertrag aber verlängern, denn Spieler mit nur noch einem Jahr Restvertrag können nicht mehr verliehen werden.

RoGaz-Prognose: Die Sommervorbereitung sowie die generelle Situation im Augsburger Angriff werden darüber entscheiden, ob Malone Chancen auf Einsatzzeiten hat. Kommen die Verantwortlichen zu dem Entschluss, dass dies nicht der Fall ist, kommt es zur Vertragsverlängerung sowie einer Leihe zu einem mittelstarken Verein. Ein endgültiger Abschied aus Augsburg ist unwahrscheinlich.

Maurice Malone zeigt aktuell, dass er eine ernstzunehmende Option für die Zukunft sein kann. Der Linksfuß könnte der nächste Ausgburger Bundesligadebütant aus dem eigenen Nachwuchs sein. (Foto via imago)

Florian Niederlechner (Vertrag bis 2022, Marktwert: 10 Mio. Euro)

Florian Niederlechner wechselte im Sommer 2019 hauptsächich wegen zwei Gründen nach Ausgburg. Der Familienmensch wollte näher an seine oberbayerische Heimat heranrücken – und obendrein seine Einsatzzeiten in der Bundesliga erhöhen. Beides ist dem früheren Freiburger gelungen.

In Augsburg kommt Niederlechner regelmäßig zum Zug und ist gewissermaßen Stürmer Nummer Eins. Der gebürtige Ebersberger genießt auch in sportlich schlechteren Zeiten wie jüngst während seiner 997 Minuten andauernden Torflaute das Vertrauen und wird vom Team geschätzt. Aktuell gibt es wenige Gründe, die gegen eine Zusammearbeit über 2022 hinaus sprechen.

RoGaz-Prognose: Der FC Augsburg setzt auch in Zukunft die Dienste des Topstürmers der abgelaufenen Saison. Weil Niederlechner den FCA sehr schätzt, sollten die Verhandlungen nicht allzu schwierig werden.

Lang ersehnter Torschrei: Florian Niederlechner jubelt über das 1:0 gegen Union Berlin. Wie viele Treffer steuert der Angreifer in seiner Karriere noch für den FC Augsburg bei? (Foto via imago)

Alfred Finnbogason (Vertrag bis 2022, Marktwert: 2,5 Mio. Euro)

Alfred Finnbogason war vor seinem Engagement in Augsburg ein regelrechter Wandervogel. Der Isländer kickte bereits in Belgien, Schweden, den Niederlanden, Spanien und Griechenland. Seit Januar 2016 ist er in Augsburg zu Hause, wo auch seine beiden Kinder zur Welt kamen. In der Fuggerstadt fühlt sich der 31-Jährige pudelwohl, was etwa daran deutlich wird, dass er sich noch während der Weltmeisterschaft 2018 zum FCA bekannte.

Wie die Situation in einem Jahr aussieht, ist allerdings unklar. Finnbogason steht womöglich vor der letzten Möglichkeit auf einen großen Vertrag. Dass er diesen nicht längst schon unterschrieben hat, liegt paradoxerweise am gleichzeitig größten Vor- und Nachteil für den FC Augsburg: seiner Verletzungsanfälligkeit.

Denn wäre Finnbogason in der Vergangenheit längere Zeit verletzungsfrei geblieben, würde er jetzt wohl nicht mehr in Augsburg spielen. Der Isländer ist eigentlich ein Europa-League-Stürmer. Mindestens. Das ist aber nunmal nicht der Fall und somit ist Finnbogasons Wert für die Mannschaft in den letzten Monaten gesunken. Was also will der FC Augsburg? Ein letztes Mal eine Ablösesumme für den 31-Jährigen kassieren oder ihn weiter an den Verein binden? Finnbogasons Zukunft entscheidet sich wohl im Sommer.

RoGaz-Prognose: Eine Sturmspitze mit Niederlechner und Finnbogason kann sich eigentlich mehr als sehen lassen. In Anbetracht der Situation um Sergio Cordova und Maurice Malone könnte sich der FCA bei einem passenden Angebot aber wohl dennoch für einen Verkauf entscheiden. Wir finden allerdings, dass mit dem Publikumsliebling zwingend verlängert werden sollte, wenn sich die Chance dazu bietet und hoffen darauf, dass Finnbogason selbst in der Rückrunde Argumente für einen Verbleib liefert. Ausgang völlig offen.

Was hat Heiko Herrlich noch vor mit Alfred Finnbogason? Die Entscheidung über seine Zukunft hängt auch vom Wohlbefinden des Coaches ab. (Foto via imago)

Fazit

Stefan Reuter steht vor einem anstrengendem Transfer-Sommer. Aufgrund der Vielzahl an Spielern, deren Arbeitspapier im Jahr 2020 ausläuft, werden die Weichen für die Zukunft schon in wenigen Monaten gestellt. Im Einzelfall gilt es dann abzuwägen: letzte Chance auf einen Verkauf mit Ablösesumme oder langfristige Verängerung? Dass die Beantwortung dieser Frage elementar sein kann, zeigt derzeit das Beispiel Rani Khedira.

Die Wochen der Wahrheit

Beim Schreiben dieser Zeilen ist das Bundesligaspiel des FC Augsburg gegen den FC Bayern noch nicht einmal 24 Stunden alt. Beim Blick zurück auf die 0:1-Niederlage schwingt dabei nach wie vor das Gefühl mit, dass gegen den Triple-Sieger mehr drin gewesen wäre als die 15. Niederlage im 19. Bundesligaduell. Die von erschreckendem Angsthasen-Fußball geprägte erste Halbzeit darf und muss kritisiert werden, keine Frage. Gleichzeitig sollte der zweite Durchgang allerdings auch Mut machen. Mut, auch gegen stärkere Gegner bestehen zu können. Gegner, mit denen es der FC Augsburg in den kommenden Wochen zuhauf zu tun bekommt. In den nächsten fünf Spielen treffen die Schwaben ausnahmslos auf Teams aus der Top-6. So auch am Samstag (15.30 Uhr), wenn Union Berlin zu Gast am Lech ist.

Das Hinspiel in Berlin konnte der FCA positiv bestreiten. Ruben Vargas, Michael Gregoritsch und André Hahn sorgten für einen 3:1-Sieg an der Alten Försterei. (Photo by Maja Hitij/Getty Images)

Über den Gegner

Die Berliner sind zweifelsohne die Überraschungsmannschaft der Saison. Nach Abschluss der Hinrunde haben die Köpenicker stolze 28 Punkte auf dem Konto – einen weniger als Borussia Dortmund und neun mehr als der FC Augsburg. Vor der Saison wurden die Eisernen von vielen als Abstiegskandidat gehandelt, die Rede war vom viel zitierten “verflixten zweiten Bundesligajahr”.

Diesen kritischen Stimmen trotzt die Mannschaft von Urs Fischers allerdings Woche für Woche. Union hat gerade einmal drei Spiele verloren (unter anderem gegen den FCA) und bietet selbst Spitzenteams Paroli. Den Bayern konnte ein 1:1 abverlangt, gegen Leverkusen (1:0) und Dortmund (2:1) sogar gewonnen werden. Zudem blieb der FCU am Mittwoch in Leipzig das erste Mal in dieser Saison torlos – und das, obwohl Toptransfer Max Kruse immer noch verletzt ausfällt. Zum Vergleich: Der FC Augsburg brachte bereits in sechs Spielen keinen eigenen Treffer zusammen.

Die Eisernen durften in dieser Saison schon häufig jubeln. 28 Punkte bedeuten Tabellenplatz sechs. (Foto via imago)

Urs Fischer als Fußballlehrer – er macht seine Spieler besser

Der Vorjahreselfte stellt mit 32 Treffern die drittbeste Offensive der Liga, nur Dortmund (33) und Bayern (49) haben mehr. An dieser Zahl ist die enorme Weiterentwicklung des langjährigen Zweitligisten sehr gut abzulesen. In der vergangenen Saison erzielte die Fischer-Elf in der gesamten Saison gerade einmal 41 Treffer, also nur neun mehr als bisher. Der damalige Aufsteiger beschränkte sich in seinen Offensivaktionen auf lange Bälle und Standardsituation. Diese Elemente spielen auch heute noch eine entscheidende Rolle (die Ecken und Freistöße von Christopher Trimmel sind die gefährlichsten der Liga). Urs Fischer hat es allerdings geschafft, sein taktisches Repertoire zu erweitern. Union setzt mittlerweile auch auf spielerische Ansätze und variable Formationen. Das Spiel der Köpenicker ist unausrechenbarer als noch in der Vorsaison. Hinzu kommen ein aggressives Anlaufen (höchste Laufdistanz der Liga), ein körperbetontes, aber nicht unfaires Verteidigen sowie ein hervorragender Teamgeist.

All das wird gepaart mit einem Trainer, der es bei nahezu allen Spielern geschafft hat, sie auf ein neues Level zu bringen. Christopher Lenz oder Robert Andrich drohten in der 2. Bundesliga zu versumpfen – jetzt sind sie Bundesliga-Stammspieler. Gleiches gilt für die Ex-Augsburger Marvin Friedrich und Andreas Luthe, die nach düsteren Zeiten in der Fuggerstadt ebenfalls schon als abgeschrieben galten. Dass trotz der derzeitigen Erfolgswelle niemand an der Alten Försterei durchdreht und Fischer statt von Europa vom Klassenerhalt spricht, steht obendrein sinnbildlich für den positiven Weg, den der Verein eingeschlagen hat.

Konnten sich beide nicht in Augsburg etablieren: Andreas Luthe (r) machte 31 Spiele, Marvin Friedrich (2.v.l) kam sogar nur in der U23 zum Einsatz (26 Spiele). Bei Union sind beide unangefochtene Stammspieler. (Foto via imago)

Die Fakten zu #FCAFCU

Alupremiere: Gegen den FC Bayern traf der FC Augsburg in Person von Alfred Finnbogason das erste Mal in dieser Saison Pfosten oder Latte. Kein Team scheitert seltener am Aluminium. Spitzenreiter in dieser Kategorie ist der VfB Stuttgart (zehn).

Elfer-Bilanz: Alfred Finnbogason trat vor dem Bayern-Spiel zehn mal im Augsburger Trikot zu einem Elfmeter an – und war dabei stets erfolgreich. Gegen die Bayern scheiterte der Isländer erstmals. In seiner gesamten Karriere kommt er übrigens auf eine Quote von 28/31.

Kilometerfresser: Union Berlin stellt gleich drei Spieler der zehn laufstärksten Spieler der Bundesliga: Robin Knoche (187 Kilometer), Christopher Lenz (186) und Marvin Friedrich (185). Bielefelds Marcel Hartel spult die meisten Kilometer ab (205), bester Augsburger ist Daniel Caligiuri auf Rang 15 (180).

Passschwach: Der FC Augsburg trifft am Samstag mal wieder auf eine Mannschaft, die eine geringere Passquote vorzuweisen hat. Die 79,6 Prozent des FCA bedeuten ligaweit Rang 15, Union ist einen Platz dahinter mit 78,9 Prozent. Nur Köln (78,4) und Mainz (76,8) sind schlechter.

Zweikampfmoster: Daniel Caligiuri hat ligaweit die zweitmeisten Zweikämpfe für sich entschieden (239). Nur Stuttgarts Wataru Endo hat mehr (262), Dritter ist übrigens Ex-Augsburger Martin Hinteregger (228). Felix Uduokhai landet zusammen mit Unions Christopher Lenz auf einem starken zwölften Rang (187).

Daniel Caligiuri scheint trotz seiner 33 Jahre noch nicht müde zu sein. Man kann gar ncht oft genug betonen, wie wichtig dieser Transfer war. (Foto via imago)

Die letzten Begegnungen

19.09.2020: Union Berlin – FC Augsburg 1:3

25.01.2020: Union Berlin – FC Augsburg 2:0

24.08.2019: FC Augsburg – Union Berlin 1:1

12.03.2011: Union Berlin – FC Augsburg 0:0 (2. Liga)

22.10.2010: FC Augsburg – Union Berlin 2:1 (2. Liga)

Im Oktober 2010 egalisiert der FC Augsburg einen Benyamina-Treffer erst durch Uwe Möhrle, ehe Stephan Hain (Mitte) in der 93. Minute per Hinterkopf zum viel umjubelten 2:1 netzt. (Foto via imago)

Was macht eigentlich Caiuby?

Caiuby Francisco da Silva, der Lockenkopf aus Sao Paulo, sorgte in Augsburg immer wieder abseits des Rasens für Schlagzeilen: Party-Ärger, Schwarzfahrern, Verspätungen, verlängerter Urlaub. Die Liste der Verfehlungen ist lang und gipfelte 2019 in der Suspendierung des Publikumslieblings.

Nachdem der Brasilianer für ein halbes Jahr leihweise bei den Grasshoppers Zürich geparkt wurde, stand er im Sommer 2019 ohne Verein da – bis jetzt. Im Januar unterschrieb der 32-Jährige einen Vertrag bei Ex-Klub FC Ingolstadt, wo er bereits seit einigen Monaten mittrainieren durfte. Am Montag gegen 1860 München feierte der Stürmer sein Comeback für die Schanzer und wurde in der 80. Minute eingewechselt. Die Niederlage konnte allerdings auch Caiuby nicht verhindern. Dank eines gewissen Sascha Mölders besiegten die Löwen den FCI mit 1:0. Nach Abpfiff lagen sich die beiden Ex-Kollegen im Mittelkreis in den Armen. Drei Jahre hatten sie zusammen für den FCA gespielt.

(Bei Sascha Mölders ist übrigens gesichert, dass kein Friseur besucht wurde, obwohl die Haare wieder schön waren. Seine Frau hielt auf Instagram fest, wie der Sohn dem Vater mit dem Rasierer an den Pelz ging. Bestes Vorbild!)

Ein Hauch von Augsburg im Grünwalder Stadion. Caiuby und Sascha Mölders haben offenbar nach wie vor ein gutes Verhältnis. (Foto via imago)

Was sonst noch wichtig ist

Am 27. Januar jährt sich zum 76. Mal der Tag, an dem die Überlebenden im Konzentrationslager Auschwitz aus ihrer Gefangenschaft befreit wurden. Im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus unterstützt der FC Augsburg daher in diesem Jahr den “Erinnerungstag im deutschen Fußball“ von der Initiative „Nie wieder“.

Fokus des diesjährigen Erinnerungstages liegt dabei auf Menschen, die im Dritten Reich aufgrund ihres Geschlechts und ihrer sexuellen Orientierung verfolgt und ermordet wurden. “In der Homosexualität sind alle bösen Triebe der Judenseele vereint”, hieß es damals vonseiten der NSDAP.

Der FC Augsburg setzt daher “ein Zeichen gegen Diskriminierung, gegen das Vergessen der menschenverachtenden Gräueltaten der Nationalsozialisten und für eine weltoffene und tolerante Gesellschaft.”

Die Eckfahnen sowie Jeffrey Gouweleeuws Kapitänsbinde werden die Farben der Regenbogenfahne tragen, außerdem soll die WWK-Arena am Spieltag statt in grün in Regenbogenfarben leuchten. Auch wir lehnen jegliche Art der Diskriminierung ab, sind #ImmernochOriginal1907 und stellen eindringlich klar: Nie wieder!

Gerade in den Kommentaren der sozialen Medien scheint das nicht jedem zu gefallen. Wir freuen uns hier über die Klarheit unseres Clubs:

Doch äußerst verwundert mussten wir feststellen, wie sich manche „FCA-Fans“ in den Kommentaren äußern! Genau diese Kommentare zeigen uns aber, dass es wichtig ist, sich für diese Themen ohne Wenn und Aber einzusetzen! Wir zeigen klare Kante gegen Diskriminierung, Rassismus und Intoleranz und stehen entschieden für eine weltoffene Gesellschaft ein! Wem das nicht gefällt, ist bei Rot-Grün-Weiß an der falschen Adresse!

FC Augsburg in einem Instagram-Kommentar

Die vorraussichtliche Aufstellung

Im Hinspiel setzte Heiko Herrlich noch auf eine Viererkette und bekam die Eisernen damit gut in den Griff. Dennoch ist davon auszugehen, dass der Coach an der mittlerweile bewährten Dreierkette mit Reece Oxford, Jeffrey Gouweleeuw und Felix Uduokhai festhält. Tobias Strobl dürfte für Rani Khedira vor die Abwehrkette rücken.

In der Offensive muss der FCA auf den angeschlagenen Ruben Vargas verzichten, der, wie Herrlich betonte, aber nicht länger ausfallen sollte. Damit bleibt aller Voraussicht nach der lauf- und einsatzstarke André Hahn zusammen mit Marco Richter in der Startelf. Im Vergleich zum Mittwoch dürfte der FCA zudem wieder auf einen echten Stürmer setzen. Dass der FCA gegen die Berliner öfter in Ballbesitz sein wird, spricht in diesem Fall für den etwas spielstärkeren Alfred Finnbogason. Dann stünde Florian Niederlechner als Joker bereit.

Weitere Alternativen sind Noah Joel Sarenren Bazee und insbesondere der nach seiner Einwechslung stark aufspielende Fredrik Jensen. Michael Gregoritsch fehlte gegen die Münchner auf dem Spielberichtsbogen, dürfte aber wieder in den Kader zurückkehren. Raphael Framberger (Muskelfaserriss) ist noch keine Option.

Gikiewicz – Caligiuri, Oxford, Gouweleeuw, Uduokhai, Iago – Strobl, Gruezo – Hahn, Richter – Finnbogason

Dass Reece Oxford noch einmal mehrere Spiele in Folge für den FCA in der Startelf stehen wird, haben wohl nur wenige in Augsburg für möglich gehalten. Auch wir hatten den Engländer bereits abgeschrieben, müssen aber festhalten: Der Innenverteidiger macht derzeit einen guten Job! (Foto via imago)

Tipps

Andy: 2:0 – Ich lasse mir meinen Optimismus nicht nehmen. Union liegt uns und wir holen 3 Punkte. Gefeiert werden die Tore mit der Regenbogeneckfahne.

Irina: 1:1 – mehr als ein Punkt springt gegen starke Berliner nicht heraus.

Franzi: 2:1 – vor dem Hammerprogramm der nächsten Wochen müssen gegen den veremeintlich leichtesten Gegner unbedingt Punkte her. Die holen wir uns, weil genau das alle wissen, und dazu Giki gegen seinen alten Verein seine Bude verteidigen wird – als ginge es um Leben und Tod 🙂

Andi: 3:1 – Dieser Tipp ist maßgeblich mit dem Wunsch verbunden, die Mannschaft einmal offensiv nach vorne spielen zu sehen. Die Qualität zum Toreschießen ist ja eigentlich da. Dazu müsste Herrlich allerdings auch etwas risikofreudiger aufstellen. Dann wird der Mut auch belohnt.

“Unsere Defensive hat kein Bundesliganiveau”

Es waren drastische Worte, die Rafal Gikiewicz nach dem 1:4 gegen den VfB Stuttgart wählte. “Wir machen zu viele Fehler hinten. Ich bin froh, dass ich nur vier Gegentore bekommen habe”, konstatierte der Keeper nach der sechsten Saisonniederlage, um dann noch einmal in aller Deutlichkeit hinterher zu schieben: “Unsere defensive Leistung hat kein Bundesliganiveau.”

Dabei ist die Abwehrarbeit eigentlich Augsburgs Prunkstück in dieser Saison. Vor dem 15. Spieltag kassierten nur fünf Teams weniger Gegentreffer als der FCA. Das liegt einerseits daran, dass Trainer Heiko Herrlich enormen Wert auf defensive Kompaktheit legt und andererseits an einem starken Torwart, der ligaweit die zweitmeisten Schüsse abwehrt.

Gegen Stuttgart wählte Herrlich eine etwas angriffslustigere Taktik. Der FCA stand etwas höher und attackierte früher. Was in der Offensive für aussichtsreiche Abschlussgelegenheiten sorgte, ging jedoch zu Lasten der Sicherung des eigenen Tores. Das 2:0 fiel aus einem langen Ball von VfB-Innenverteidiger Kempf, nachdem der FCA weit aufgerückt war. Das ging viel zu einfach und hatte mit Bundesliganiveau in der Tat wenig zu tun. Aus Augsburger Sicht darf gehofft werden, dass Gikiewicz’ öffentlicher Rüffel die Mannschaft wachrüttelt und somit gegen Bremen (Samstag, 15.30 Uhr) ein anderes Gesicht gezeigt wird. Dass Abwehrchef Jeffrey Gouweleeuw wieder mit dabei ist, sollte für zusätzliche Stabilität sorgen. Dass der FCA mit den Werderanern nicht gerade auf die gefährlichste Offensive der Liga trifft, ebenso.

Der FCA kassierte gegen Stuttgart das erste Mal in dieser Saison vier Gegentore. Was Rafal Gikiewicz vom Auftreten seiner Vordermannschaft hielt, machte der Pole unverblümt klar. (Foto via imago)

Über den Gegner

Bremen hat nahezu das gleiche Torverhältnis wie der FC Augsburg. Beide Teams schossen magere 17 Tore, der SVW kassiert einen Treffer mehr. Dennoch trennen Augsburg und Bremen vier Punkte voneinander, was sich auch durch die etwas bessere Chancenverwertung der Schwaben begründet.

Die Hanseaten hecheln den eigenen Erwartungen aber nicht nur in puncto Offensive hinterher. Von den letzten zwölf Bundesligaspielen hat die Mannschaft von Florian Kohfeldt nur eines gewonnen (1:0 gegen Mainz durch ein Tor von Juniorenspieler Eren Dinkci in der 90. Minute). So langsam verdichten sich die Anzeichen, dass die vergangene Saison, in der sich der Traditionsverein erst in der Relegation retten konnte, eben nicht nur ein Ausrutscher war. Auch wenn das manch eine(r) in Bremen, wo man vor eineinhalb Jahren noch von Europa sprach, nicht wahrhaben will.

Emotionaler Coach an der Seitenlinie: Florian Kohfeldt ist seit November 2017 im Amt. Seitdem qualifizierte sich Werder fast für die Europa League, stieg allerdings auch fast ab. Die Rückendeckung im Klub ist auch jetzt da. (Foto via imago)

“Wir haben sehr, sehr schlecht Fußball gespielt”

Die Realität sieht bekanntlich anders aus. Drei Saisonsiege, Tabellenplatz 13. Dementsprechend wählte Kohfeldt vor zwei Wochen auch deutliche Worte und war nach der 0:2-Niederlage gegen Union Berlin sichtlich bedient: “Wir haben in allen Belangen eine sehr schlechte Leistung abgeliefert. Wir haben sehr, sehr schlecht Fußball gespielt. Mit dieser Leistung kann man kein Bundesligaspiel gewinnen. So wie heute geht es nicht.” Im nächsten Spiel zeigten seine Schützlinge dann allerdings eine Reaktion und sicherten sich ein verdientes 1:1 in Leverkusen.

Auch wenn die sympatischen Bremer gerne an ihren Vereinslegenden festhalten, dürfte so langsam aber sicher über Frank Baumann diskutiert werden. Als Manager ist er maßgeblich für die Kaderzusammenstellung verantwortlich und hat – so ehrlich muss man auch trotz Corona sein – zuletzt keinen guten Job gemacht. Das wurde beispielsweise an unüberlegten Leihdeals samt Kaufpflicht oder dem Verkauf Davy Klaassens (Ajax Amsterdam) deutlich. Natürlich hat der klamme SVW die kolportierten elf Millionen Euro Ablöse gerne genommen. Ein positionsgetreuer Ersatz wurde allerdings nicht verpflichtet.

In Bremen ist man sich der Wichtigkeit des Augsburg-Spiels bewusst. Während der Trainingswoche setzte Kohfeldt auf Geschlossenheit und will die Partie gegen den FCA als Chance sehen. Die Hanseaten haben am Samstag die Gelegenheit, sich etwas vom Abstiegskampf loszueisen – und den FCA gleichzeitg näher an ihn heran zu bringen. (Foto via imago)

Die Fakten zu #SVWFCA

Flankenblock: Kein Team stellt sich mehr Flanken erfolgreich in den Weg als der FC Augsburg (36). Neun Blocks davon gehen auf das Konto von Iago – ligaweit Platz zwei.

Harmlos: Nur Bielefeld und Köln (beide 8,7) geben weniger Schüsse pro Spiel ab als Augsburg (9,5) und Bremen (10,2).

Kopfballschwach: Der FCA ist die Mannschaft der Liga, die es bisher am wenigsten per Kopf versucht hat. Gerade einmal 16 Kopfbälle in Richtung Tor kamen in den bisherigen 15 Spielen zustande. Bremen ist 15. (29), Bayern und Gladbach Erster (43).

Sprints: Der FC Augsburg weist ligaweit die drittmeisten Sprints auf (3672), nur Bayern (3755) und Wolfsburg (3728) haben mehr. Bremen belegt in dieser Statistik den letzten Platz (3038). Der Kontrast zum FCA ist bemerkenswert, zumal es bei den intensiven Läufen ähnlich aussieht: Die Schwaben sind Vierter, Werder Vorletzter.

Torflaute: 1000 Mal probiert, 1000 Mal ist nichts passiert? Florian Niederlechner wartet seit sage und schreibe 929 Minuten auf ein Tor in der Bundesliga – schon jetzt die längste Durststrecke des Stürmers. Nun steht der Oberbayer in Bremen vor dem Erreichen der unrühmlichen Vierstelligkeit.

Trainerbilanz: In sechs Aufeinandertreffen mit Heiko Herrlich konnte Florian Kohfeldt nur einmal gewinnen. 2016 im Pokal gegen die von Herrlich trainierten Regensburger.

Nach 13 Treffern in der Vorsaison steht bisher noch die Null. Wann platzt bei Florian Niederlechner endlich der Torknoten? (Foto via imago)

Die letzten Begegnungen

01.02.2020: FC Augsburg – Werder Bremen 2:1

01.09.2019: Werder Bremen – FC Augsburg 3:2

10.02.2019: Werder Bremen – FC Augsburg 4:0

22.09.2018: FC Augsburg – Werder Bremen 2:3

17.03.2018: FC Augsburg – Werder Bremen 1:3

Ruben Vargas trifft zum 2:1-Endstand im letzten Duell gegen Bremen. Die jüngste Bilanz spricht dennoch klar für Werder, insgesamt hat jedoch der FCA die Nase vorn. Von bis dato 18 Bundesligaspielen konnten die Schwaben bei zwei Remis neun Siege einfahren. (Foto via imago)

Was macht eigentlich Matthias Ostrzolek?

Im Januar 2012 wechselte Matthias Ostrzolek vom VfL Bochum in die Fuggerstadt. Bis 2014 machte der Linksverteidiger 74 Spiele für Rot-Grün-Weiß (kein Tor, elf Vorlagen). Nach zweieinhalb starken Jahren in Augsburg wechselte der Deutsch-Pole zum Hamburger SV, wo seine Leistungskurve fortan nach unten gehen sollte. Nach drei Jahren und 89 Spielen für die Rothosen zog es Ostrzolek zu Hannover 96, mit denen der frühere U21-Nationalspieler in die 2. Liga absteigen sollte.

Im Sommer wurde sein auslaufender Vertrag am Maschsee dann nicht verlängert und Ostrzolek stand ohne Verein da – bis jetzt. Anfang Januar gab der FC Admira Wacker Mödling die Verpflichtung des 30-Jährigen bekannt. Beim von Damir Buric (früher Greuther Fürth) trainierten österreichischen Erstligisten unterschrieb Ostrzolek einen Vertrag bis 2022.

Spielte in seiner Augsburger-Zeit wie hier beim 1:0-Sieg gegen den FC Bayern durchaus eine wichtige Rolle. Matthias Ostrzolek war beim FCA Stammspieler. (Foto via imago)

An dieser Stelle wollen wir noch an einen weiteren Ex-Augsburger erinnern, der unter der Woche für bundesweite Schlagzeilen gesorgt hat. Gratulation zum Einzug ins Pokal-Achtelfinale, Ioannis Gelios!

Die voraussichtliche Aufstellung

Marco Richter fehlt aufgrund seiner mehr als überflüssigen gelb-roten Karten gesperrt. Jeffrey Gouweleeuw kehrt nach seiner fünften gelben Karte wieder in die Startelf zurück. Eine Dreierkette mit Reece Oxford scheint nicht ausgeschlossen, doch gegen die offensiv harmlosen Bremer könnte Herrlich auch wieder zur Viererkette zurückkehren. Ob in dieser Iago den Linksverteidiger gibt, ist mehr als fraglich. Der Brasilianer konnte nach seiner verletzungsbedingten Auswechslung gegen Stuttgart noch nicht wieder trainieren, sodass vermutlich Mads Pedersen zu seinen zweiten Startelfeinsatz kommen wird. Sein Pendant auf der rechten Seite gibt wohl Robert Gumny, da Raphael Framberger (Muskelfaserriss) noch nicht wieder einsatzbereit ist. Vieles deutet zudem daraufhin, dass sich der Coach für ein kompaktes Zentrum mit Rani Khedira, Carlos Gruezo und Tobias Strobl entscheidet. André Hahn, Michael Gregoritsch und Alfred Finnbogason sind Alternativen für den Angriff.

Gikiewicz – Gumny, Gouweleeuw, Uduokhai, Pedersen – Khedira, Gruezo – Caligiuri, Strobl, Vargas – Niederlechner

Rückkehr in die Startelf: Jeffrey Gouwelleuw wird gegen Bremen wieder ins Abwehrzentrum rücken – und damit hoffentlich für mehr Stabilität sorgen. (Foto via imago)

Tipps:

Andy: 0:3 – Bremen spielt keinen guten Fußball. Wir hatten gegen den VfB und auch Frankfurt spielerische Ansätze gezeigt. Ich höre nicht auf optimistisch zu sein und glaube, dass wir diesmal zu Toren kommen und damit an einen deutlichen Auswärtssieg. Von Stuttgart lernen, heißt auswärts siegen lernen.

Irina: 2:1 – wir verlieren auch gegen Bremen, aber nicht so deutlich wie gegen dem VfB.

Andi: 1:1 – In einem höhepunktarmen Spiel gibt es am Ende keinen Sieger. Werder spielt damit zum siebten Mal in dieser Saison 1:1 und der FC Augsburg kann den Abstand zu einem direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt wahren. Es wäre Flo Niederlechner zu wünschen, dass er seine Torflaute endlich beendet.

Von Oberbayern nach Schwaben

In unserer Serie #ImmernochOriginal1907 erzählt heute Andi, wie er zum FCA gekommen ist. Allgemeine Infos zur Serie und Aktion gibt es hier. Vorher hatten schon IrinaStefanStephan, Sebastian, Franzi und Andy berichtet. Ihr habt auch eine Augsburger Fangeschichte zu erzählen? Dann meldet euch gerne bei uns und haltet die Serie am Leben (kontakt@rosenau-gazette.de). Viel Spaß beim Lesen und ein gutes und vor allem gesundes neues Jahr!

Seinen Verein kann man sich nicht aussuchen heißt es oft. Doch genau das habe ich getan. Ich habe großen Respekt für Menschen, die von Geburt an ein und demselben Klub ihre Treue schwören. Augsburg-Fan seit Tag eins. Das trifft auf mich jedoch nicht wirklich zu. Den FCA fand ich über Umwege.

Seit meiner Geburt Ende der Neunziger spielt der Fußball in meinem Leben eine omnipräsente Rolle. Schuld daran ist mein Vater. Ein fußballverrückter Kerl, der selbst im Kreißsaal die Bundesliga-Konferenz verfolgte und als Trainer der D-Junioren seines Heimatortes im Spiel um die bayerische Meisterschaft mal nur 2:0 gegen die Auswahl des FC Bayern verlor. Bis heute ist er als Coach aktiv und lebt den Fußball. Dabei ist er vielmehr Fan des Sports als von einer bestimmten Mannschaft. Er hat sehr große Sympathien für die brasilianische Nationalmannschaft – ist selbst in Spielen gegen Deutschland für die Selecao -, aber ansonsten keinen Verein, für den sein Herz schlägt. Über meinen Vater bin ich also zum Fußball gekommen, allerdings nicht zum FCA.

Gemeinsam im Sport1-Doppelpass: Mein Vater trägt einen Brasilien-, ich einen FCA-Pulli. (Foto: privat)

FC Augsburg? In meiner Heimat kein Thema

Ich bin im Süden Oberbayerns aufgewachsen. Dort gibt es fast ausschließlich Bayern-Fans, abgesehen von den wenigen verrückten Sechzgern. (In den letzten Jahren hat sich dieses Bild etwas verändert. Immer mehr FCA-Fans kommen mittlerweile aus meiner Region.) Mein erstes Trikot war von Bastian Schweinsteiger, das erste Spiel im Stadion in München. Bayern gegen Sporting Lissabon. Champions League. Mein Nachbar, glühender FCB-Fan mit Dauerkarte, hatte mich mitgenommen. Über die Jahre kamen noch ein paar Spiele und Fan-Accessoires hinzu und die Beziehung zum FC Bayern wurde größer. Ich war damals noch ein kleines Kind und es war sicherlich sehr angenehm, Anhänger eines Vereins zu sein, der jede Woche gewinnt.

Je mehr ich mich allerdings mit Fußball beschäftigte, desto kritischer wurde ich. Ich hinterfragte mein Fan-Sein und kam irgendwann zu dem Entschluss, dass es doch sehr langweilig ist, wenn es stets quasi nur um die Höhe des Sieges geht. Parallel zu diesem Prozess stiegen die Sympathien für den FC Augsburg, der damals noch in der 2. Liga spielte. Wohl auch weil der Verein – auch wenn das einige Schwaben nicht gerne lesen – aus Bayern kam. Ich verfolgte den FC Augsburg schließlich immer intensiver und war am Boden zerstört, als er in der Relegation am 1. FC Nürnberg scheiterte. Aber es sollte ja ein Jahr später klappen.

Wie mich eine Niederlage zum Fan machte

Als Rot-Grün-Weiß in die Bundesliga aufstieg, war ich 13 und bezeichnete mich immer noch als Bayern-Fan. Der kleine FCA nahm jedoch einen immer größeren Platz in meinem Herzen ein und zwei Jahre später durfte ich dann endlich das erste Mal ins Stadion. Freitagabend. Flutlicht. Schalke. Dieses Spiel hat mich endgültig gepackt. Mit welcher Leidenschaft sich Tobi Werner, Dani Baier & Co. in die Zweikämpfe warfen und dafür vom Publikum in der ausverkauften Arena gefeiert wurden, imponierte mir sehr. Das kannte ich vom FC Bayern nicht. Auch wenn der FCA nach einem Doppelpack von Klaas-Jan Huntelaar mit 1:2 verlor, ging ich mit einem Lächeln aus dem Stadion. Das will ich wieder erleben, dachte ich mir.

Jubel dreier FCA-Größen: Tobias Werner brachte Augsburg mit 1:0 in Führung, ehe Schalke die Partie noch drehte. (Foto via imago)

Vielfalt statt Einfalt – der FCA verbindet

Und so setzte ich mich immer häufiger in den Zug, um die zwei Stunden von meinem Heimatort in die Fuggerstadt zu fahren. Oft mit Freunden oder Familienangehörigen, manchmal aber auch alleine. Das machte mir nichts aus, denn einsam war ich bei Spielen des FCA nie. Ich war anfangs überrascht, wie schnell man mit anderen Fans ins Gespräch kommt, liebte es aber immer mehr, mit eigentlich fremden Menschen zu jubeln. Diese verbindende Funktion des Fußballs das erste Mal zu spüren, war beeindruckend. Aus Fremden wurden irgendwann Freunde. Ich lernte immer mehr Menschen kennen, mit denen ich später gemeinsam ins Stadion gehen sollte. Bis heute.

Wie der Fußball allgemein verbindet auch der FC Augsburg. “Und in das Stadion dieses Vereins dürfen keine Nazis rein. Denn hier drinnen gibt es nur Fußballfieber pur. So was Großes gibts nur bei unserm FCA.” Für mich ging es damals also vom Triple-Sieger zum Bundesliga-Underdog. Das mag für manche unverständlich klingen, war für mich jedoch eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Auch wenn ich nicht mit allen Dingen rund um den Verein einverstanden bin, kann ich mir ein Leben ohne den FCA nicht mehr vorstellen.

Und so kamen im Laufe der Jahre etliche schöne FCA-Spiele hinzu. Am Tag des Ticketverkaufs für die Heimspiele in der Euro-League schwänzte ich die Schule, um an Karten zu gelangen. Ich hatte Fieber. FCA-Fieber. Leider war ich damals noch zu jung für die Auswärtsfahrten nach Bilbao, Alkmaar, Belgrad und Liverpool. Das hätte ich sehr gerne live im Block erlebt. Ohnehin sind es vor allem die Spiele in fremden Stadien, die mich begeistern. Je älter ich wurde, desto öfter verfolgte ich den FCA auch außerhalb Schwabens.

Zu Gast im Borussia-Park: Meiner Meinung nach eines der schönsten und stimmungsvollsten Stadien der Bundesliga. (Foto: privat)

Viele meiner Auswärtsfahrten endeten dabei ernüchternd. Nicht selten ging der FCA als Verlierer vom Platz: Pokalaus in Magdeburg, Last-Minute-Niederlagen in Mainz oder Dortmund, 5:1-Klatsche in Gladbach, 6:0-Packung in München. Nur um ein paar Beispiele zu nennen. Nichtsdestotrotz setzte ich mich immer wieder in Bus und Bahn, um den FCA zu unterstützen. Die enorm engagierten Jungs und Mädels von Fanfahrt.de begleiteten mich dabei regelmäßig. Gemeinsam mit anderen Augsburg-Fans durch die Bundesrepublik zu reisen, war und ist für mich das größte. Selbst die Berlin-Fahrt an einem nasskalten Dezember-Dienstag konnten die unermüdlichen Ray Hartung und Jens Schwarz zu einem Erfolg machen. Vielen Dank, dafür. Die schönste Auswärtsfahrt war gewiss der Sonderzug nach Dortmund. Jau, wurde da gefeiert.

Trotz Last-Minute-K.o. durch Paco Alcacer ein unglaublich schöner Tag. Das 4:3 im Dortmunder Westfalenstadion. (Foto: privat)

Zurück ins Stadion – die Sehnsucht wächst

Generell fehlt mir das Stadionerlebnis sehr. Das 1:1 gegen Freiburg war mein letztes Spiel, das ich vor Ort gesehen habe. Es war am 15. Februar. Auch wenn es eine eher maue, ereignisarme Bundesligapartie war und Tomas Koubek mal wieder schlecht bei einem Gegentor aussah, habe ich sehr schöne Erinnerungen an diesen Tag. Ich stand zusammen mit meinem Mitbewohner, dessen und meinem Bruder im M-Block und sorgte so dafür, dass sie den FCA hautnah erleben konnten. Es hat ihnen sehr gefallen und sie wollen wieder kommen. Mit meinem Bruder war ich zuvor schon öfter im Stadion. Auch er war in Kinderjahren Bayern-Fan, fand durch mich aber zum FC Augsburg. Seit etwa fünf Jahren schlägt sein Herz für Rot-Grün-Weiß. Er wird im Januar 16 Jahre alt, zu Weihnachten schenkte ich ihm eine Mitgliedschaft beim FC Augsburg. Ich bin stolz darauf, ihn auf den richtigen Pfad gebracht zu haben. Gemeinsam mit ihm dem FCA zu unterstützen, bedeutet mir sehr viel.

Vor etwa einem Jahr waren wir im Stadio Renato Dall’Ara in Bologna. Natürlich in FCA-Montur, was am Ende dann auch im Stadionkurier zu lesen war. (Fotos: privat)

Immer noch Original 1907

Ich habe den rasanten Aufstieg des FC Augsburg vom ambitionierten Zweitligisten bis hin zum etablierten Bundesligisten erlebt. Für die weniger ruhmreiche Vergangenheit in profifußballfernen Zeiten bin ich mit meinen 22 Jahren zu jung. Leider. Es muss bombastisch gewesen sein, im ausverkauften Rosenaustadion zu stehen. Für FCA-Fans, die den Klub schon damals unterstützten, habe ich übrigens größten Respekt. Ihr seid das Fundament dieses Vereins.

In den vergangenen Jahren ist der FCA sehr gewachsen. Mitgliedszahlen, finanzielle Möglichkeiten, Ausbau von Stadion, Geschäftsstelle und NLZ. Augsburg ist in der höchsten deutschen Spielklasse angekommen. Dennoch bedeutet es mir jedes Jahr enorm viel, wenn der Klassenerhalt endlich perfekt gemacht werden kann. Denn Augsburger Bundesligafußball ist nach wie vor nicht selbstverständlich. Trotz der positiven Entwicklung des Vereins. Das sollte man nicht vergessen.

Natürlich habe auch ich nichts dagegen, wenn der FCA sportlich auf der Erfolgswelle surft und der Blick vielmehr nach Europa als in den Tabellenkeller geht. Aber letztlich – und das ist doch das wunderschöne – bleiben wir alle auch nach den heftigsten Niederlagen, Patzern und Fehlentscheidungen der Chefetage Fan. Fan eines Vereins, der eine enorm integrative Funktion hat. Wir alle sind #ImmernochOriginal1907 – und werden es für immer bleiben. Nur der FCA!

Defensiv hui, offensiv pfui

Der FC Augsburg kann wieder gewinnen. Der 1:0-Sieg in Bielefeld war bei weitem nicht schön anzusehen und ehrlich gesagt auch nicht wirklich verdient. Dafür aber umso wichtiger. Der FCA konnte den Abstand auf die Abstiegsplätze weiter ausbauen und grüßt vor dem anstehenden Duell gegen Eintracht Frankfurt (Samstag, 15.30 Uhr) von Platz neun.

Rückblick #DSCFCA

Dass gegen die Arminia dreifach gepunktet werden konnte, lag größtenteils an der starken Defensive. Heiko Herrlich überraschte mit einer Dreierkette um Startelfdebütant Reece Oxford und setzte im Zentrum mit Rani Khedira, Carlos Gruezo und Tobias Strobl erneut auf Kompaktheit. Dieser Plan ging auf – wenn auch zu Lasten der offensiven Kreativität. Ligaweit gibt es nur vier Teams, die weniger Tore kassiert haben als Augsburg. Das (in der Vergangenheit oft löchrige) Abwehrverhalten der Schwaben entwickelt sich unter Herrlich immer mehr zum Prunkstück. In den letzten drei Spielen hatte der FCA stets die besseren Zweikampfwerte vorzuweisen.

Gleichzeitig sind die Bemühungen im letzten Drittel lange nicht so uninspiriert gewesen wie im Moment. Dass der Siegtreffer in Bielefeld von einem Innenverteidiger eingeleitet und abgeschlossen wurde, ist bezeichnend. Spiele des FC Augsburg sind derzeit nicht schön anzusehen. Der Erfolg gibt Herrlich jedoch recht. Kann der FCA auch gegen Frankfurt punkten, steht der Klub vor einem entspannten Weihnachtsfest. Fernab jeglicher Abstiegsängste. Doch die Aufgabe am Samstag wird nicht leicht. Auch wenn es beim Gegner aktuell nicht wirklich rund läuft.

Umjubelter Siegtreffer: Jeffrey Gouweleeuw (verdeckt) sorgte in Bielefeld für einen enorm wichtigen Auswärtserfolg. (Foto via imago)

Über den Gegner

Eintracht Frankfurt wartet seit neun Bundesligaspielen auf einen Sieg. Zuletzt konnte die SGE Anfang Oktober gegen Hoffenheim gewinnen (2:1). Danach avancierten die Hessen zum Remiskönig der Liga und teilten siebenmal die Punkte – auch gegen starke Gegner wie Leipzig (1:1), Dortmund (1:1) oder zuletzt Gladbach (3:3). Die Leistung auf dem Platz ist keineswegs schlecht. Die Mannschaft von Trainer Adi Hütter schafft es, auch spielerisch stärkeren Kontrahenten Paroli zu bieten. Nur gegen den FC Bayern (5:0) blieb der Vorjahresneunte ohne eigenes Tor.

Ohnehin ist die Offensive keine allzu große Problemstelle bei den Adlern. André Silva (neun) und Bas Dost (vier) haben nur zwei Tore weniger erzielt als der gesamte FC Augsburg. Hinzukommen die Kreativspieler Daichi Kamada und Aymen Barkok sowie Flügelmann Filip Kostic. Der tempostarke Serbe sucht zwar noch nach der Form der Vorsaison (kein Tor, erst eine Vorlage), ist jedoch jederzeit für einen Überraschungsmoment gut. Auf Augsburgs Rechtsverteidiger kommt also eine knifflige Aufgabe zu.

Ein Verschlafen der Anfangsphase, defensive Unzulänglichkeiten in Form vermeidbarer Fehler und unglückliche Wechsel standen einem Sieg zuletzt im Weg. Folglich gerät die zweifelsohne erkennbare spielerische Entwicklung in den letzten Partien in den Hintergrund. Und der Trainer? Ist Hütter noch unumstritten? Der Österreicher, der Frankfurt 2019 bis ins Halbfinale der Europa League geführt hat, genießt am Main nach wie vor hohen Kredit, muss so langsam allerdings liefern. Von einer Entlassung ist Hütter noch entfernt. Wenn der Abwärtsstrudel jedoch anhält, könnten kritische Stimmen lauter werden.

Hängende Köpfe: Bis zur 90. Minute führte Frankfurt mit 3:1 gegen Gladbach, doch für einen Sieg reichte es auch am Dienstag nicht – 3:3. (Foto via imago)

Die Fakten zu #FCASGE

Kopfballstark: Kein Team entscheidet mehr Kopfballduelle für sich als Frankfurt (299). Allein 72 davon gehen auf das Konto von 1,96-Meter-Mann Bas Dost – Ligaspitze. Der FCA rangiert in dieser Statistik auf Rang elf (236).

Lieblingsgegner: In fünf Spielen gegen die SGE gelangen Marco Richter vier Treffer – darunter auch sein erstes Bundesligator im Februar 2018.

Rückhalt: Rafal Gikiewicz wehrt ligaweit die meisten Torschüsse ab (45, wie Robin Zentner). Frankfurts Kevin Trapp lauert dicht dahinter mit 44.

Schussfreudig: Nur Robert Lewandowski feuert mehr Torschüsse ab als André Silva (43 zu 40). Die neun Ligatreffer des Portugiesen bedeuten in der Torschützenliste Rang drei.

Wiedersehen: Am Samstag kommen zwei alte Bekannte in die WWK Arena. Dominik Kohr und Martin Hinteregger standen beide mehrere Jahre in Augsburg unter Vertrag.

Mittlerweile gemeinsam für Frankfurt im Einsatz: Dominik Kohr (r.) und Martin Hinteregger machten 102 beziehungsweise 83 Spiele für den FC Augsburg. (Foto via imago)

Die letzten Begegnungen

07.02.2020: Frankfurt – Augsburg 5:0

14.09.2019: Augsburg – Frankfurt 2:1

14.04.2019: Frankfurt – Augsburg 1:3

24.11.2018: Augsburg – Frankfurt 1:3

04.02.2018: Augsburg – Frankfurt 3:0

Debüt geglückt: In seinem ersten Spiel als Cheftrainer des FC Augsburg war Martin Schmidt in Frankfurt gefordert. Zum Einstand gab es dank Michael Gregoritsch und einem doppelten Marco Richter einen 3:1-Sieg (Foto via imago).

Presseschau

Als der FC Augsburg im Sommer auf der Suche nach einem Rechtsverteidiger war, fiel auch der Name Kenny Lala. Der Franzose steht bei Racing Straßburg unter Vertrag und kokettiert seit längerem mit einem Wechsel. Während die Gerüchte um ein Engagement in Schwaben relativ schnell wieder leise wurden, könnte Lala nun doch noch den Weg in die Bundesliga finden. Wie das französische Portal le10sport berichtet, steht der 29-Jährige im Fokus von Eintracht Frankfurt.

Die Hessen hätten auf der Rechtsverteidgerposition durchaus Bedarf. Der frühere Dauerbrenner Danny da Costa scheint ebenso außen vor wie Timothy Chandler oder Almamy Toure. Linksfuß Erik Durm konnte in den letzten Spielen ebenfalls nicht nachhaltig auf sich aufmerksam machen.

Im Sommer 2019 war Lala in der Europa-League-Quali gegen Frankfurt im Einsatz. Spielt er bald gemeinsam mit Filip Kostic & Co.? (Foto via imago)

Was macht eigentlich Marcel Heller?

Wirklich glücklich in Augsburg wurde Marcel Heller nicht. 2017 wechselte der Flügelspieler vom SV Darmstadt in die Fuggerstadt und unterschrieb einen Zweijahresvertrag. Nach einer überschaubaren Saison (25 Spiele, kein Tor, zwei Vorlagen) zog es den früheren U21-Nationalspieler wieder zurück zu den Lilien, wo er bis Juli 2020 aktiv war.

Weil Darmstadt in Person von Neutrainer Markus Anfang nicht mehr auf ihn setzte, war Heller, der von 2007 bis 2009 36 Einsätze für Eintracht Frankfurt machte, vereinslos. Im Oktober sicherte sich nun Bundesligabsteiger Paderborn Hellers Dienste, um in der Offensive für zusätzliche Alternativen zu sorgen. Der mittlerweile 34-Jährige kam seitdem in drei Spielen zum Zug (jeweils als Joker).

Temporeich, aber ineffektiv: Marcel Heller, hier beim 3:0 gegen Frankfurt im Jahr 2018, konnte sich beim FC Augsburg nicht nachhaltig etablieren. Jetzt kickt er in Paderborn. (Foto via imago).

Voraussichtliche Aufstellung

Die Linksverteidiger Iago und Mads Pedersen sind am Freitag wieder ins Training eingestiegen und daher eine Option fürs Frankfurt-Spiel. Somit spricht vieles dafür, dass Herrlich zur gewohnten Viererkette zurückkehrt. Oxford hat gegen die Arminia zwar Argumente für eine erneute Startelfberufung geliefert, werde vom Coach aber eher als Sechser gesehen, wie auf der Spieltags-PK deutlich wurde. Dort haben andere momentan jedoch die Nase vorn.

Darüber hinaus wird Herrlich gewiss den ein oder anderen Wechsel vornehmen. Gumny könnte Framberger ersetzen, Vargas in der Offensive starten. Für mehr Durchschlagskraft im letzten Drittel bietet sich eine Änderung auf der Zehn an. Florian Niederlechner steht nach abgesessener gelb-rot-Sperre wieder zur Verfügung, aber auch Alfred Finnbogason scheint eine ernstzunehmende Option zu sein.

Gikiewicz – Gumny, Gouweleeuw, Uduokhai, Iago – Khedira, Gruezo – Caligiuri, Strobl, Vargas – Finnbogason

Torloses Duo: Alfred Finnbogason und Florian Niederlechner warten beide noch auf ihren ersten Saisontreffer. Bei wem platzt der Torknoten zuerst?

Tipps:

Andy: 3:1 – Für mich als Wahl-Frankfurter sind die Spiele des FCA gegen die SGE immer am wichtigsten. Ruhe am Arbeitsplatz ist das oberste Gut (naja, die Frankfurter Kollegen dürfen sich schon was anhören). Mein Tipp ist daher mehr Wunsch als realistische Einschätzung. Mein FCA schlägt die Eintracht deutlich.

Irina: 1:2 – Der Augsburger Dusel lässt nach – wir verlieren verdient gegen starke Frankfurter.

Franzi: 1:1 – Optimistisch und hart erkämpft, obwohl Frankfurt nach seinen vielen Unentschieden in letzter Zeit alles für einen Sieg tun wird.

Andi: 2:0 – der dreckige Sieg in Bielefeld gibt der Mannschaft endlich den Mut, den man zuletzt so sehr vermisst hatte. Augsburg setzt ein Ausrufezeichen und grüßt an Weihnachten von der oberen Tabellenhälfte.

Zum Siegen verdammt

Die Augsburger Gemütslage vor der richtungsweisenden Partie gegen Schalke (Sonntag, 15.30 Uhr) ist von vielen Sorgenfalten geprägt. Nicht wenige FCA-Fans haben ein schlechtes Gefühl vor dem auf dem Papier leichtesten Duell des Jahres. Gegen einen Klub, der seit 26 Spielen auf einen Sieg wartet, werden die Schwaben doch wohl gewinnen?! So klar ist die Ausgangslage allerdings nicht. Treten die Schwaben ähnlich schlafmützig auf wie nach dem Seitenwechsel in Hoffenheim, werden diese Fehler auch von Schalke bestraft. Es braucht also eine gewaltige Leistungssteigerung. Dass Heiko Herrlich auf der Pressekonferenz jüngst auf die Basics aufmerksam machen musste, ist ein schlechtes Zeichen. In der Bundesliga sollten Laufbereitschaft und Kampfgeist eigentlich selbstverständlich sein – auch und insbesondere gegen Schalke 04. In einem der wichtigsten Spiele der Saison ist der FCA nun gefordert. Es braucht ein anderes Gesicht. Wenn er diese Herausforderung annimmt, ist definitiv etwas möglich gegen die kriselnden Knappen.

Über den Gegner

Zur Schalker Horror-Phase ist alles gesagt und geschrieben. Ist das lustig oder peinlich? Ist es wirklich noch angebracht, sich über den FC Schalke 04 zu amüsieren? Nein, mittlerweile kann einem dieser Klub nur noch leid tun. Es schmerzt das Fußballherz, mit ansehen zu müssen, wie ein so großer Verein führungslos auf den kompletten Ruin zusteuert und sich selbst zerfleischt. S04 kämpft um seine Existenz. Nun sind die Gelsenkirchener nicht gerade unschuldig an ihrer katastrophalen Lage, um es vorsichtig auszudrücken. Missmanagement und wirre Entscheidungen prägen das Image des Chaos-Klubs seit langem. Dennoch wäre es aus neutraler Sicht ein großer Verlust für die Liga, wenn dem so polarisierenden Kultklub bald ähnlich die Lichter ausgeschossen werden wie dem Hamburger SV.

In den nächsten drei Spielen trifft Schalke auf Augsburg, Freiburg und Bielefeld. Wenn die Knappen an Weihnachten immer noch ohne Sieg da stehen, scheint ihr Schicksal fast schon besiegelt. Der FC Augsburg sollte trotz aller Sympathien für S04 und Ex-Coach Manuel Baum jedoch vermeiden, in alte Zeiten zurückzufallen, in denen man nicht selten als Aufbaugegner gedient hat.

Auf der Suche nach dem ersten Sieg. Schalke und Manuel Baum wollen endlich wieder drei Punkte. (Foto via imago)

Die Fakten zu #FCAS04

Abseits: Kein Team in der Bundesliga steht häufiger in der verbotenen Zone als Augsburg und Schalke – beide durchschnittlich 2,7-Mal pro Spiel.

Favoritenrolle: Der FCA verlor noch nie ein Heimspiel gegen einen Tabellen-18. Bei zwei Remis gab es bisher drei Siege – so auch am 6. Spieltag gegen Mainz.

Harmlos: Vor dem gegnerischen Kasten sorgen beide Teams nicht gerade für Dauerbeschuss. Nur die Offensive von Arminia Bielefeld (2,7) gibt ligaweit weniger Torschüsse pro Spiel ab als die von Schalke (2,8) und Augsburg (3,1).

Kein Durchkommen: Gelsenkirchen blockt ligaweit die meisten Schüsse und Pässe, Augsburg die meisten Flanken.

Lieblingsgegner: Florian Niederlechner erzielte gegen keinen anderen aktuellen Bundesligisten mehr Ligatore als gegen Schalke. In fünf Partien traf der 30-Jährige viermal.

Vergangenheit: Die beiden Trainer arbeiteten einst bei der SpVgg Unterhaching zusammen. 2011 holte sich Herrlich Baum als Assistenten mit ins Boot, 2014 stieg dieser dann zum Chefcoach auf.

Wiedersehen: Der Ex-Schalker Daniel Caligiuri hat nach seinem Freistoßtreffer im Revierduell gegen Borussia Dortmund Kultstatus bei Königsblau. Neben dem Derby-Helden trifft auch Michael Gregoritsch auf seinen Ex-Klub. Ebenso war der verletzte Jan Moravek einst für S04 aktiv.

Daniel Caligiuri erzielte in seiner Karriere bereits sechs Tore gegen Borussia Dortmund. Sein wichtigstes war zweifelsohne der Freistoßtreffer zum zwischenzeitlichen 3:4, ehe wenig später Naldo zum historischen 4:4 köpfte. (Foto via imago)

Die letzten Begegnungen

24.05.2020: Schalke – Augsburg 0:3

03.11.2019: Augsburg – Schalke 2:3

05.05.2019: Schalke – Augsburg 0:0

15.12.2018: Augsburg – Schalke 1:1

05.05.2018: Augsburg – Schalke 1:2

Souveräner Auswärtssieg. Im Mai gewann der FCA im Premierenspiel von Heiko Herrlich auf Schalke mit 3:0. Die Tore erzielten Eduard Löwen, Noah Joel Sarenren Bazee und Sergio Cordova. (Foto via imago).

Presseschau

Am Donnerstag ist im Kicker ein sehr lesenswertes Interview mit Raul Bobadilla erschienen. Anlässlich des 5. Jubiläums des Wunder von Belgrad sprach der bullige Sturmer über seine Zeit beim FC Augsburg und sein besonderes Tor in der Europa League: “Manchmal schießen mir noch Tränen in die Augen, wenn ich daran denke. Es war einer der schönsten Momente meiner Karriere. Wir haben etwas geschafft, das für den FC Augsburg nur schwer zu wiederholen ist.”

Mittlerweile spielt Bobadilla, der von 2013 bis 2017 in Augsburg kickte, in seiner paraquayischen Heimat. Die Bundesliga und den FC Augsburg verfolge der 33-Jährige jedoch noch immer intensiv. Der 166-fache Bundesligaspieler träumt sogar von einer Rückkehr nach Deutschland: “Vielleicht ist es möglich, noch einmal ein oder zwei Jahre in Deutschland zu spielen. 2. Liga oder 3. Liga – das ist mir egal.”

Wir finden: Boba wäre auch in Augsburg ein gern gesehener Rückkehrer. Auch wenn diese Vorstellung wohl nur vorweihnachtliche Träumerei ist, romantisch ist sie allemal.

Was macht eigentlich Georg Teigl?

Georg Teigl ist ein feiner Kerl. Vermutlich hat er auch Stefan Reuter im Sommer 2019 mit seiner sympatischen Wiener Art überzeugt. Anders ist seine damalige Vertragsverlängerung nicht zu erklären. Der Rechtsverteidiger spielte in seiner dann tatsächlich doch vierjährigen Zeit in Augsburg nämlich nie eine Rolle (30 Spiele, davon acht in der Startelf).

Vor einigen Monaten wechselte Teigl in seine Heimatstadt zu Austria Wien. Beim kriselnden Traditionsklub steht der Österreicher regelmäßig in der Startformation, machte zehn von 13 Pflichtspielen. Wirklich rund läuft es für die Austria jedoch nicht. Nach zehn Punkten aus zehn Spielen ist die von Peter Stöger trainierte Viola nur Achter. Immerhin hat Teigl nun endlich einen Stammplatz gefunden. Es sei ihm vergönnt.

Glück gefunden? Georg Teigl darf nach langer Reservistenrolle in Augsburg endlich wieder regelmäßig Fußball spielen. (Foto via imago)

Voraussichtliche Aufstellung

Iago konnte am Freitag noch nicht trainieren und wird deshalb definitiv nicht in der Startelf stehen. Herrlich muss erneut ein Puzzle lösen. Ersetzt er Iago erneut mit Felix Uduokhai? Oder sollte das Innenverteidger-Duo Gouweleeuw /Uduokhai zentral für Stabilität sorgen? Kann Robert Gumny Linksverteidiger? Und was ist eigentlich mit Rani Khedira? Wir gehen davon aus, dass Khedira den Part des auf links rückenden Uduokhai übernimmt. Marek Suchy bleibt nach seinem bescheidenen Auftritt gegen die TSG ein Platz auf der Bank.

In der Offensive sollte es damit nicht allzu viele Veränderungen im Vergleich zum letzten Spieltag geben. Eine immer ernstzunehmendere Option ist allerdings Marco Richter. Zumindest im Kader stehen könnte derweil auch Alfred Finnbogason.

Gikiewicz – Framberger, Gouweleeuw, Khedira, Uduokhai – Strobl, Gruezo – Caligiuri, Vargas – Gregoritsch, Niederlechner

Werden auch gegen Schalke in der Startelf stehen: Carlos Gruezo und Felix Uduokhai. (Foto via imago)

Tipps:

Andy: 3:1 – der FCA gerät früh unglücklich in Rückstand, doch dann beginnen die systematischen Baumfällarbeiten und Schalke wird letztlich deutlich geschlagen.

Irina: 2:1 – der FCA macht’s zum Ende hin unnötig spannend. Aber drei Punkte sind drei Punkte – und die gehen nach Augsburg! PS: nach meinen zuletzt versemmelten Kicktipp-Tipps wäre ich sehr froh, wenn der FCA auch ein bisserl für mich spielen würde.

Franzi: 2:1 -Augsburg dreht nach Rückstand die Partie. Niederlechner schnürt einen Doppelpack und der Niederlechner-Effekt nimmt fortan seinen Lauf.

Andi: 2:0 – der FCA konzentriert sich auf seine Stärken, gewinnt verdient und wird somit nicht zum Aufbaugegner. Erfreuliche Randnotiz: Bei Florian Niederlechner platzt der Torknoten.

Zeit für Optimismus

Dieser Beitrag ist einer von zwei Teilen einer getrennten Betrachtung der sportlichen Aussichten des FC Augsburg zu diesem Zeitpunkt der Saison. Nach zwölf Punkten in den ersten neun Spielen konnte der FCA in der Vergangenheit sowohl einmal europäisch spielen, war aber auch schon bis auf Platz 15 abgerutscht. Was wird es diesmal? Heute geht der Blick Richtung obere Tabellenhälfte.

Zugegeben, die letzten Auftritte des FC Augsburg bescherten vielen Fans Sorgenfalten. Nach dem furiosen Sieben-Punkte-Start kam nicht mehr sonderlich viel von den Schwaben. Es ist daher nachvollziehbar, dass sich der Klub mit Kritik konfrontiert sieht. Es gibt allerdings nach wie vor gute Argumente dafür, dass der FCA in dieser Saison eine ordentliche Rolle spielen kann.

1. Die Laufleistung

Der FC Augsburg gehört zum Bundesligatrio, das die meisten Kilometer abspult. Ein Saisonwert von 1205 gelaufenen Kilometern bedeutet mit Bayer Leverkusen Rang zwei, Bielefeld bringt gut einen Kilometer mehr auf die Kette. Man kann hier argumentieren, dass sich diese hohen Werte auch dadurch ergeben, dass der FCA dem Gegner häufig hinterherläuft. In puncto Ballbesitz rangieren die Fuggerstädter auf einem Abstiegsplatz. Doch das würde der Herrlich-Elf nicht gerecht werden. Denn auch bei den Sprints (ligaweit 6.) sowie den intensiven Läufen (4.) steht der FCA auf einem Europapokalplatz.

Trotz seiner 32 Jahre ist Daniel Caligiuri der Spieler im Kader des FCA, der die beste Laufleistung vorzuweisen hat. Ligaweit rangiert der Neuzugang in dieser Kategorie auf Rang zehn. (Foto via imago)

2. Die Mentalität

Sechs der zwölf Saisontore erzielte Augsburg ab der 80. Minute – und sicherte sich so stets wichtige Punkte. Die je zwei Tore gegen Union Berlin und Mainz bedeuteten einen Sieg, die späten Ausgleichstreffer in Gladbach und gegen Freiburg zumindest ein Remis. Nach Rückstand steckt 1907 in dieser Saison nicht auf und bemüht sich, etwas Zählbares mitzunehmen. Auch wenn dies in Leverkusen oder Hoffenheim nicht geklappt hat, scheint der Glaube im Team vorhanden zu sein. Dass die Mannschaft nach Rückschlägen nicht einbricht, ist zudem ein positiver Schritt in die richtige Richtung. Bisher blieb Rot-Grün-Weiß von krachenden Pleiten verschont. Vergangene Saison setzte es gleich viermal fünf Gegentore (2x Dortmund, Gladbach, Frankfurt).

Eines von vielen späten Toren des FC Augsburg in dieser Saison. André Hahn trifft zum wichtigen 2:1 gegen Mainz 05. (Foto via imago)

3. Die Defensive

Mit 15 Gegentoren aus zwölf Spielen hat der FCA weniger Treffer kassiert als der FC Bayern. Überhaupt gibt es nur fünf Klubs, die defensiv besser stehen als Augsburg. Zum selben Zeitpunkt in der vergangenen Saison mussten die Schwaben schon 24 Gegentreffer hinnehmen – bei gleich vielen erzielten Toren. Dass Heiko Herrlich großen Wert auf die Defensive legt, zahlt sich bisher aus. Ligaweit fangen nur Mainz und Bielefeld mehr Bälle pro Spiel ab als der FC Augsburg. Das Stellungsspiel der Sechserreihe mit den beiden Mittelfeldspielern scheint also zu funktionieren. Außerdem hat kein Spieler mehr erfolgreiche Klärungsaktionen vorzuweisen als Felix Uduokhai. Es empfiehlt sich hier, das Abwehrverhalten des FCA vom Hoffenheim-Spiel loszueisen. Die besorgniserregende Defensivarbeit gegen die TSG war insbesondere auf die Umstellungen in der Viererkette zurückzuführen. Im Nachhinein betrachtet war es ein Fehler, Marek Suchy neben Jeffrey Gouweleeuw zu stellen, da so das bewährte Duo gesprengt wurde.

4. Die Neuzugänge

Respekt, Herr Reuter! Auch wenn weniger als ein Drittel der Saison gespielt ist, lässt sich konstatieren, dass der Manager im Sommer ein glückliches Händchen hatte. Rafal Gikiewicz scheint das Torwart-Dilemma gelöst zu haben. Seit dem Abgang von Marwin Hitz wurde die Konstanz auf dieser so wichtigen Position schmerzlich vermisst. Der 32-Jährige ist ein sicherer Rückhalt, wehrt ligaweit die meisten Schüsse ab. Auch seine Paradenquote kann sich mit 71,7 Prozent mehr als sehen lassen. Nur Frederik Rönnow (72,4) und Koen Casteels (72,3) übertrumpfen den Polen in dieser Statistik.

Sicherer Rückhalt im Augsburger Kasten: Rafal Gikiewicz spielt bisher eine tolle Saison. (Foto via imago)

Königstransfer ist mit Daniel Caligiuri dennoch ein anderer. Der frühere Schalker hat schon jetzt vier Tore erzielt, lässt mit seinen gefährlichen Standards Philipp Max oder Jonathan Schmid vergessen und gewinnt ligaweit die drittmeisten Zweikämpfe. Der Deutsch-Italiener ist ein echtes Mentalitätsmonster, das dem FCA sportlich wie menschlich enorm weiterhilft.

Auch Strobl und Gumny werden performen

Während Gikiewicz und Caligiuri schon jetzt unangefochtene Stammspieler sind, muss sich Tobias Strobl erst noch beweisen. Seit dem 5. Spieltag stand der defensive Mittelfeldspieler zwar in der Startelf, doch sein Platz im Kader scheint nicht in Stein gemeißelt. Nichtsdestotrotz überzeugt der Neuzugang aus Gladbach bisher. Strobl mag in der Außenwahrnehmung etwas unter dem Radar fliegen, sein Spiel ist ruhig, bedacht und wenig spektakulär. Der gebürtige Münchner überzeugt jedoch mit einem Fußballverständnis, an das in Augsburg bisher nicht viele Spieler auf seiner Position heran kamen. Bleibt Strobl länger verletzungsfrei, wird sich auch dieser Transfer auszahlen.

Überzeugt in dieser Saison weniger mit Offensivdrang oder Geschwindigkeit, dafür aber mit viel Übersicht und einer enormen Fußballintelligenz. Neuzugang Tobias Strobl muss sich zwar noch finden, kann sich aber ebenso als Königstransfer herausstellen. (Foto via imago)

Neben diesem Trio, das ablösefrei an den Lech gewechselt war, zog der FCA im Sommer die Kaufoption für Felix Uduokhai. Die kolportierten sieben Millionen Euro wirkten in Corona-Zeiten stattlich, doch auch diese Entscheidung war die richtige. Uduokhai überzeugt in der aktuellen Spielzeit und könnte zusammen mit Jeffrey Gouweleeuw eine Ära in der Innenverteidigung der Schwaben prägen.

Robert Gumny hat bisher leider gezeigt, dass er noch Zeit braucht. Den 22-Jährigen schon jetzt abzuschreiben, wäre jedoch verfrüht. Wenn der polnische Nationalspieler an Selbstvertrauen gewinnt und sein Zweikampfverhalten intelligenter gestaltet, kann allerdings auch er eine gute Rolle im Kader spielen. Auch vor Framberger. Die Anlagen dazu hat er. Obendrein kann nach seiner langen Verletzung auch Carlos Gruezo als Neuzugang tituliert werden. Der dynamische Ecuadorianer zeigt in dieser Saison, warum ihn Reuter geholt hat.

Spielen bisher eine ordentliche Saison: Felix Uduokhai in der Innenverteidigung und Carlos Gruezo auf der Sechs. (Foto via imago)

5. Heiko Herrlich

Herrlich übernahm den Cheftrainerposten am Lech zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Nur wenige Tage nach seiner Vorstellung als Nachfolger von Martin Schmidt wurde der Spielbetrieb coronabedingt eingestellt. Im Kleingruppentraining war es dann schwierig, an Spiel und Taktik zu feilen, also konzentrierte sich der 49-Jährige auf die Basics – und sicherte auf diese Weise den Klassenerhalt. Wenn auch mit einem schlechteren Punkteschnitt als sein Vorgänger.

Zugegeben, wirkliche Verbesserungen nach dem Corona-Neustart waren nicht zu erkennen. Mittlerweile sieht dies jedoch anders aus. Herrlich schaffte es, in der Vorbereitung die wirklich unterirdischen Ballbesitz- und Passwerte zumindest etwas zu verbessern: Statt 36 Prozent Ballbesitz kommt der FCA jetzt auf 41, statt 295 Pässe pro Partie spielt Augsburg nun 382 und nach zuvor gruseligen 2,1 Sequenzen mit mindestens 10 Pässen pro Spiel sind es momentan akzeptable 7,4.

6. Der Niederlechner-Effekt

Florian Niederlechner hat exakt null Bundesligatore in dieser Saison. Vom Niederlechner-Effekt zu sprechen, mag daher seltsam klingen. Doch genau zu diesem wird es kommen. Der Angreifer wird seine Torflaute demnächst beenden. Und wenn der Torknoten erstmal geplatzt ist – Niederlechner selbst sprach vom Ketchup-Effekt -, dann werden noch viele Treffer hinzukommen. Dass der 30-Jährige schon jetzt als “One-Season-Wonder” abgestempelt wird, ist vollkommen überzogen. Niederlechner arbeitet enorm viel fürs Team und übernimmt momentan gewissermaßen die Rolle eines Olivier Giroud, der die WM 2018 ohne Torschuss, aber mit dem Titel beendet hat. Ein physisch starker Angreifer, der sich in den Dienst der Mannschaft stellt und die Defensive unterstützt. Das mag nicht in den klassischen Kompetenzbereich eines Stürmers fallen, ist im Augsburger Spiel mit zuweilen fehlendem Zehner jedoch unabdingbar. Gerade gegen stärkere Gegner. In den kommenden Spielen werden sich Niederlechner wieder mehr Chancen bieten – und dann wird der gebürtige Oberbayer gewiss auch wieder treffen.

Gegen Hoffenheim wie so oft in dieser Saison glücklos. Florian Niederlechner wartet noch auf seinen ersten Ligatreffer. Wann beendet der Stürmer seine Torkrise?

7 . Die nächsten Spiele

Nach dem grandiosen Start bekam der FCA einige Dämpfer verpasst. Nun gilt es, sich aus dem negativen Abwärtstrend – der zweifelsohne erkennbar ist – zu befreien. In der Hinrunde spielt Augsburg quasi nur noch gegen Teams auf Augenhöhe: Schalke, Bielefeld, Frankfurt, Köln, Stuttgart, Bremen und Bayern. Mit Ausnahme der letzten Partie kann der FCA gegen jede Mannschaft gewinnen. Und was mit dieser Mannschaft möglich ist, wenn sie in einen Flow kommt, hat die vergangene Hinrunde gezeigt.

Im Jahresendspurt 2019 holte das damals noch von Martin Schmidt trainierte Team beeindruckende 16 von 18 Punkten. Die Gegner damals hießen Paderborn, Hertha, Köln, Mainz, Hoffenheim und Düsseldorf. Das soll nicht heißen, dass der FCA wieder 16 Punkte holt. Es sollten allerdings genug werden, um die Hinrunde in entspannten Tabellengefilden zu beenden.

Eins steht auch fest. Die Abwärtsspirale beendet man am leichtesten mit Ergebnissen. Es braucht Taten statt Worte. (Foto via imago)

Keine Sau 2.0?

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der FCA in dieser Saison durchaus eine gute Rolle spielen kann. Die Mannschaft ist – gerade mit den Neuzugängen – eigentlich zu stark für den Abstiegskampf. Damit Europa eine ernsthafte Option wird, muss sich die Herrlich-Elf in vielen Bereichen jedoch noch gewaltig steigern. Bis jetzt ist das nämlich nichts anderes als Wunschdenken. Ballbesitz, Zweikampfquote, herausgespielte Chancen. In all diesen Kategorien belegt der FCA einen Abstiegsplatz. Das ist, so klar muss man es formulieren, nicht erstligatauglich. Es gibt aber eben auch positive Dinge, die für eine entspannte Saison der Schwaben sprechen. Insofern sollten manche FCA-Fans etwas positiver durch die aktuelle Situation gehen. Denn es ist bei weitem nicht alles schlecht.

P.S.: Man kann sich auch über den DFB-Pokal für Europa qualifizieren 😉

Auf der Suche nach Kreativität

Der FC Augsburg steht vor der Partie bei der TSG Hoffenheim (Montag, 20.30 Uhr) mit zwölf Punkten aus neun Spielen weiterhin mehr als ordentlich da. Platz acht in der Liga hätten wohl viele vor der Saison unterschrieben. Nichtsdestotrotz musste man sich in den jüngsten Spielen etwas Sorgen machen um die Mannschaft von Heiko Herrlich. Es fehlten die klaren Chancen.

Ligaweit gibt nur Arminia Bielefeld weniger Torschüsse ab als der FC Augsburg (74 zu 81). Beim höhepunktarmen 1:1 gegen Freiburg waren es offiziell zehn. Wirklich gefährlich waren allerdings nur zwei Versuche – ein von Felix Uduokhai abgefälschter Gregoritsch-Volley und der Schuss zum Ausgleich von Ruben Vargas. Obwohl der FCA gegen die Breisgauer mit 59 Prozent Ballbesitz auf seinen höchsten Saisonwert kam, war der daraus resultierende Ertrag überschaubar. Das Offensivspiel der Schwaben wirkte weitestgehend ideenlos. Kreative Überraschungsmomente? Fehlanzeige.

Am Ende sicherte Ruben Vargas einen Punkt gegen den SC. Dass ein abgefälschter Distanzschuss die beste Chance der Herrlich-Elf war, spricht Bände. (Photo by Adam Pretty/Getty Images)

Es braucht mehr Initiative im Zentrum

Von den zentralen Mittelfeldspielern kommt im letzten Drittel zu wenig Offensivgeist. Rani Khedira und Tobias Strobl entschieden sich gegen den SC zu oft für den Rückpass als den Weg in die Spitze. Folglich wurde Stürmer Florian Niederlechner überhaupt nicht in Szene gesetzt und wartet damit weiter auf sein erstes Saisontor. Gegen den SC gab der 30-Jährige keinen einzigen Torschuss ab.

In den kommenden Partien gegen tabellarisch schwächere Teams wird der FCA gefordert sein, Lösungen zu entwickeln. Ballbesitz allein schießt keine Tore. Während die spielerischen Elemente im Spiel der Fuggerstädter bislang also eher vermisst werden, überzeugt der FCA mit anderen Attributen. Die ligaweit beste Laufleistung steht ebenso für den Kampfgeist der Mannschaft wie die Torausbeute in den Schlussminuten. Sechs der elf Saisontore wurden nach der 80. Minute erzielt. Die Mentalität im Team scheint also zu stimmen. Sich allein darauf zu verlassen, wäre jedoch fahrlässig. Der kommende Gegner aus Hoffenheim sollte nicht unterschätzt werden – auch wenn es bei den Kraichgauern momentan überhaupt nicht läuft.

Auch von Michael Gregoritsch kann man etwas mehr Überraschungsmomente im letzten Drittel erwarten. Die Qualität dazu hat der Österreicher allemal. (Photo by CHRISTOF STACHE / AFP)

Über den Gegner

Nach dem so furiosen Saisonauftakt samt 4:1-Sieg gegen den FC Bayern schlittert Hoffenheim in der Bundesliga immer weiter in die Krise. Weil vergangene Woche auch gegen Mainz (1:1) kein Sieg heraus sprang, wartet die TSG seit nunmehr sieben Spielen auf einen Dreier. In der Europa League dagegen surft die Mannschaft von Neu-Coach Sebastian Hoeneß regelrecht auf der Erfolgswelle. Am Donnerstag sicherte sich der Vorjahressechste mit einem 0:0 in Belgrad das vorzeitige Weiterkommen und den Gruppensieg.

Auch wenn die Gegner mit einem völlig harmlosen Roter Stern Belgrad (0 Schüsse aufs Tor), einem überforderten KAA Gent (33 zugelassene Schüsse) sowie coronageplagten Tschechen aus Liberec (15 Spieler nicht dabei) dankbar waren, sind 13 Punkte aus fünf Spielen eine beachtliche Leistung. Warum die gute Form aus der Europa League aber nicht für die Liga konserviert werden kann, ist fraglich.

Hoffenheim hatte zwar viel Pech mit Verletzungen und Corona-Fällen. Insbesondere der lange Ausfall von Toptorjäger Andrej Kramaric schmerzte sehr. Nichtsdestotrotz kann man mit den gezeigten Leistungen in der Bundesliga nicht zufrieden sein. Nur selten schaffte es die TSG in den vergangenen Partien, über 90 Minuten zu überzeugen. Mitreißender Offensivfußball und ein löchriges Abwehrverhalten hielten sich regelmäßig die Waage. Nach einem Transfersommer, in dem so gut wie alle Leistungsträger gehalten werden konnten, hatte man sich im Kraichgau eigentlich mehr ausgerechnet als Platz zwölf – auch wenn die Verantwortlichen gerne betonen, dass der neue Trainer Zeit brauche. Hoeneß kam im Sommer von den Amateuren des FC Bayern. Nun ist der 38-Jährige gefordert, die TSG wieder zurück in die Spur zu bringen.

Auf der Suche nach der Form der Vorsaison: Vor einem Jahr hatte die TSG nach neun Spielen bereits 14 Punkte. Nun wartet man seit Ende September auf einen Sieg. (Photo by Alex Grimm/Getty Images)

Die Fakten zu #TSGFCA

Augsburger Auswärtsschwäche: In neun Gastspielen in Sinsheim konnte der FCA nur einmal gewinnen – beim 2:4 in der vergangenen Saison.

Fair: Kein Team in der Bundesliga begeht weniger Fouls am Gegner als der FC Augsburg (88). “Unfairstes” Team ist Frankfurt (132), Hoffenheim rangiert auf Platz vier (119).

Kilometerfresser: Der FCA kommt ligaweit auf die größte Laufdistanz (1205,6 abgespulte Kilometer). Die TSG ist Ligaschlusslicht und läuft bislang 166 Kilometer weniger als Rot-Grün-Weiß (1039,2).

Klassenerhalt: Am 34. Spieltag der Saison 2016/17 feierte der FCA in Sinsheim den Klassenerhalt. Ein 0:0 reichte für das rettende Ufer, eine Niederlage hätte unter Umständen den Relegationsrang bedeutet. Der FCA wurde letztlich 13.

Profi-Debüt: Im Oktober 2017 kam FCA-Eigengewächs Marco Richter erstmals für die Schwaben zum Einsatz. Beim 2:2 in Sinsheim wurde der damals 19-Jährige in den Schlussminuten eingewechselt.

Unliebsame Anstoßzeit: Beide Teams warten noch auf ihren ersten Bundesligasieg an einem Montagabend. Augsburg war bislang zweimal zu Wochenbeginn gefordert (0/1/1), Hoffenheim dreimal (0/2/1).

Wiedersehen: Mit Konstantinos Stafylidis und Kevin Vogt befinden sich momentan zwei frühere Augsburger im Kader der TSG. Obendrein treffen auch Tobias Strobl und Michael Gregoritsch auf ihren Ex-Klub.

Stafylidis´ Zeit bei der TSG läuft bislang nicht wirklich optimal. Seit seinem Wechsel im Sommer 2019 lief der Grieche nur siebenmal für Hoffenheim auf. Aktuell muss er wegen einer Schulterverletzung kürzertreten. (Photo by Alexander Scheuber/Bongarts/Getty Images)

Die letzten Begegnungen

17.06.2020: Augsburg – Hoffenheim 1:3

13.12.2019: Hoffenheim – Augsburg 2:4

07.04.2019: Augsburg – Hoffenheim 0:4

10.11.2018: Hoffenheim – Augsburg 2:1

03.03.2018: Augsburg – Hoffenheim 0:2

Vor gut einem Jahr sicherte sich der FCA dank einer kaltschnäuzigen Leistung und eines überragenden Florian Niederlechner drei wichtige Punkte. Der Stürmer war an allen vier Treffern direkt beteiligt.(Photo by Christian Kaspar-Bartke/Bongarts/Getty Images)

Presseschau

Daniel Caligiuri ist bislang ein absoluter Garant für den Erfolg des FC Augsburg. Der 32-jährige Mittelfeldmann, der vor der Saison ablösefrei aus Gelsenkirchen an den Lech wechselte, hat sich sofort als Führungsspieler eingebracht. Weil die sportlichen Leistungen auf dem Platz aktuell stimmen, träumt Caligiuri sogar von der italienischen Nationalmannschaft. “Ich habe immer Ziele vor Augen und eine Nominierung ist sicherlich eines davon,” meinte der Routinier im Gespräch mit Spox. Die Erfüllung dieses Traumes sei zwar “schwer, weil ich in Fußballerjahren nicht mehr der Jüngste bin, aber ich versuche weiterhin, mich über meine Leistungen im Verein zu zeigen und dann schauen wir mal.”

2015 wurde der in Villingen-Schwenningen geborene Sohn eines Italieners bereits für die Squadra Azzurra berufen, kam jedoch nicht zu seinem Debüt. Dies sei damals “schade” gewesen, doch “vielleicht ergibt sich ja nochmal eine Gelegenheit.” Verdient hätte sie der 32-Jährige allemal.

Benvenuto ad Augusta: In den bisherigen zehn Pflichtspielen gelangen Caligiuri bereits vier Tore und ein Assist. (Photo by CHRISTOF STACHE/AFP via Getty Images)

Was macht eigentlich Ioannis Gelios?

Von 2001 bis 2018 stand Ioannis Gelios beim FC Augsburg unter Vertrag. Der Keeper durchlief sämtliche Jugendmannschaften der Schwaben und wurde 2010 in den Profikader befördert. Als Torwart Nummer drei reichte es jedoch nicht fürs Erstligadebüt, sodass der Grieche vornehmlich in der U23 eingesetzt wurde, wo er auf insgesamt 117 Einsätze zurückblickt.

2018 zog es den gebürtigen Augsburger in die 3. Liga zu Hansa Rostock, ehe ihn ein Jahr später Holstein Kiel an die Förde lotste. Nach kleinen Startproblemen stand Gelios beim ambitionierten Zweitligisten ab dem 7. Spieltag immer zwischen den Pfosten. Anfang der aktuellen Saison verlor der 28-Jährige seinen Stammplatz jedoch an den früheren Juniorennationalspieler Thomas Dähne. Weil dieser dann aber an Covid-19 erkrankte, rückte Gelios zurück in den Kasten.

Nun ist Dähne wieder fit, muss sich allerdings erstmal hinten anstellen. “Ioannis hat es in den vergangenen Spielen sehr gut gemacht, und wir müssen gute Leistung honorieren”, erklärte KSV-Coach Ole Werner jüngst. “Er hat es verdient, im Tor zu bleiben, und ich bin sicher, dass er eine gute Leistung bringen wird.” Bislang geht dieser Plan auf. In acht Spielen hielt 1,90-Meter-Mann Gelios dreimal die Null und hatte somit maßgeblichen Anteil daran, dass die Norddeutschen im Aufstiegsrennen mitmischen. Nach zehn Spielen ist Kiel Tabellenführer.

Weil die Chance auf Einsätze beim FCA gering war, wagte Gelios den Schritt in den Norden. Aufgrund seiner derzeit guten Form in Kiel lässt sich konstatieren: Diese Entscheidung war die richtige. (Photo by Oliver Hardt/Getty Images)

Voraussichtliche Aufstellung

Raphael Framberger wird nach abgesessener Gelb-Rot-Sperre wieder zurück in die Startelf rücken und Robert Gumny hinten rechts ersetzen. Im Defensivzentrum könnte auch Carlos Gruezo zum Zug kommen, in der Offensive der immer besser in Tritt kommende Marco Richter.

Nach wie vor hat Herrlich einige Ausfälle zu beklagen. Alfred Finnbogasons Sprunggelenksverletzung sei zwar “nicht so schlimm”, wie Manager Stefan Reuter vor einigen Tagen erklärte, für Montagabend reicht es allerdings nicht. Ebenso nicht zur Verfügung stehen der verletzte Jan Moravek sowie die Rekonvaleszenten Fredrik Jensen, Noah Joel Sarenren Bazee, Mads Pedersen und Felix Götze. André Hahn befindet sich aufgrund eines positiven Corona-Tests in häuslicher Quarantäne und wird die nächsten Spiele fehlen. Der in dieser Saison stark aufspielende Offensivmann zeige keine Symptome, hieß es am Sonntag vonseiten des FCA.

Gikiewicz – Framberger, Gouweleeuw, Uduokhai, Iago – Khedira, Strobl – Caligiuri, Gregoritsch, Vargas – Niederlechner

Im letzten Duell mit Hoffenheim erzielte Iago sein erstes Bundesligator. Am Montag wird der Brasilianer wieder in der Startelf stehen – und sich erneut in die Torschützenliste eintragen? (Photo by RONNY HARTMANN/AFP via Getty Images)

Tipps

Andy: 2:0 – nach frühem Rückstand schafft es der FCA diesmal nicht, den Ausgleich zu erzielen und kassiert spät das zweite Gegentor.

Irina: 1:1 – nach einem weiteren Unentschieden wird der FCA vielleicht doch noch Remis-Meister.

Andi: 1:1 – zähe Partie in Sinsheim. Nach einem Bundesligaspiel, das nicht allzu oft aus den Archiven gezogen werden wird, bleibt der FCA in der Tabelle vor Hoffenheim. Es gibt das dritte 1:1 in Serie.