Hoch lebe Augsburg

Klassenerhalt gesichert. Nach dem 33. Spieltag ist es nun auch rechnerisch fix: Der FC Augsburg wird auch in der kommenden Saison in der Bundesliga spielen. Das verdient Anerkennung.

In diesem Text soll es gar nicht um die freilich klar vorhandenen Negativaspekte der Saison gehen. Braucht es doch ohnehin nur zwei Worte, um diese Spielzeit zu beschreiben: konstant inkonstant. Dieser Text soll die positive Seite der Saison in den Fokus rücken. Denn auch die hat es schließlich gegeben.

Der Trainer

Als Markus Weinzierl gegen Ende der vergangenen Saison das Ruder übernahm, war der FCA mal wieder abstiegsgefährdet. Dank des 2:0 gegen Bremen hielten die Schwaben die Klasse – und Weinzierl durfte sich auch in der neuen Saison als Chefcoach beweisen. Die Verantwortlichen betonen gerne, wie sehr man sich doch Konstanz auf der Trainerposition wünscht. Tatsächlich wird der FCA erstmals seit der Spielzeit 2018/19 (Manuel Baum) vom ersten bis zum 34. Spieltag den gleichen Trainer haben.

Die Anzeichen verdichten sich: Weinzierl scheint auch nächste Saison Chefcoach zu sein. Er hat damit die Chance, etwas langfristiges am Lech aufzubauen. Die richtige Lösung? Weinzierl bewegt sich punktetechnisch auf einer Ebene mit seinen Vorgängern. Eine Vertragsverlängerung rechtfertigt seine Quote eigentlich nicht. In dieser Saison gab es mit Weinzierl 1,06 Punkte pro Spiel. In seiner ersten Amtszeit von 2012 bis 2016 kam Weinzierl auf 1,3 – dem besten Wert seit Aufstiegstrainer Jos Luhukay (1,61).

FCA-Punkteschnitt in der Bundesliga

  • Heiko Herrlich: 1,05
  • Martin Schmidt: 1,1
  • Manuel Baum: 1,1
  • Dirk Schuster: 1,0

Ja, die aktuelle Punkteausbeute sollte besser sein. Dennoch hat man das Gefühl, dass Weinzierl wieder mehr Leben in diese Mannschaft bringen konnte – was womöglich auch mit der Rückkehr der Fans zusammenhängt. Sie sehen den FCA wieder öfter in der Form, in der man ihn gewohnt war. Nicht immer glanzvoll, aber engagiert. Ligaweit sprintet nur der FC Bayern mehr. Das Offensivspiel ist zwar ausbaufähig, aber schon nach 31 Spieltagen hatte der FCA so viele Tore erzielt wie vergangene Spielzeit (36). Außerdem konnte Weinzierl die Defensive stärken, teils mit variablen Systemwechseln auf Dreier- beziehungsweise Fünferkette. Schade, dass diese Formation verletzungsbedingt (Uduokhai) nur selten zum Tragen kam. In den letzten drei Jahren gab es 71, 63 und 56 Gegentreffer. Eigentlich schien der FCA diese Marke klar zu unterbieten. Nach zwei Viererpackungen gegen Köln (1:4) und Leipzig (0:4) steht der FCA nun bei 55 Gegentreffern.

Jubelnder Trainer: Markus Weinzierl führt den FCA zum Klassenerhalt. (Photo by Sebastian Widmann/Getty Images)

Wie ist die Saison nun zu bewerten? Eine kritische Auseinandersetzung ist Pflicht. Und, keine Sorge, sie wird auch auf diesem Blog kommen. Aber, liebe FCA-Fans: Seht auch die positiven Dinge. Das Gezeigte auf dem Rasen stimmte in dieser Saison öfter als im Vorjahr. Während es unter Heiko Herrlich offen gesagt eine Zumutung war, Augsburger Spiele über 90 Minuten zu sehen, machte das Augsburger Spiel nun zumindest in Phasen wieder Freude. In dieser Saison gab es starke Auftritte gegen Topteams wie Bayern (2:1) Union Berlin (2:0) oder Dortmund (1:1) sowie gegen direkte Konkurrenten wie Stuttgart (4:1) oder Wolfsburg (3:0). Stark: sechs Zu-Null-Siege bei insgesamt neun Spielen ohne Gegentreffer (3x 0:0). Und das noch vor dem letzten Spieltag.

Auch wenn das Spielglück diese Saison öfter auf Augsburger Seite war (z. B. gegen Mainz), konnte die Mannschaft einige verdiente Siege feiern. Das war unter Herrlich anders – als man sich oft fragte, wie der FCA zu drei Punkten kommen konnte. Warum dennoch auf viele berauschende Siege, ernüchternde Rückfälle folgten, gilt es an anderer Stelle aufzuarbeiten.

Die Mannschaft

Spätestens seit dem immer noch unglücklichen, wenn nicht undankbaren Abschied Daniel Baiers klaffte ein Loch im Augsburger Teamgefüge. Führungsspieler schienen rar. Auch, weil potenzielle Leader wie Philipp Max, Rani Khedira oder Andreas Luthe den Verein verlassen haben. Fehlende Führungsspieler haben auch wir immer wieder bemängelt. Nach dem Klassenerhalt steht aber fest, dass es sie in dieser Spielzeit gegeben hat. Niklas Dorsch und André Hahn interpretierten die Augsburger Spielweise am stärksten. Laufstark, giftig in den Zweikämpfen, Einsatz bis zum Schluss. Man denke an Dorschs Rettungstat in der Nachspielzeit gegen Stuttgart.

Voll eingeschlagen: Sommerneuzugang Niklas Dorsch, U21-Europameister. (Photo by Joosep Martinson/Getty Images)

Hinzu kommt mit 1,93-Meter-Mann Reece Oxford ein zweikampfstarker Leuchturm in der Verteidigung mit ernstzunehmenden Ambitionen auf den internen RoGaz-Titel “FCA-Spieler der Saison”. Oxford ging vor allem wegen seiner Leistung voran. Lautsprecher in der Abwehr ist nach wie vor Kapitän Jeffrey Gouweleeuw. Er war in dieser Saison auffällig oft mit Meckern beschäftigt – übernahm aber vor allem gegen Ende der Saison Verantwortung. Ebenso wie die Routiniers Rafal Gikiewicz oder Daniel Caligiuri, den Weinzierl nach einer erschreckend schwachen Hinserie wieder zum Führungsspieler machte. Ob sie auch nächstes Jahr zum Stammgefüge gehören, ist aber fraglich. Des Trainers größte Leistung ist das Wieder-Hinbiegen von Michael Gregoritsch. Der beste Torjäger in dieser Saison erlebt fast schon seinen zweiten Frühling in Augsburg. Nach zwischenzeitlichen Wechselgerüchten ist eine Augsburger Saison ohne den Österreicher kaum vorstellbar.

Zurück in alter Form: Bis zum 32. Spieltag erzielte Michael Gregoritsch acht Treffer – sechs davon in der Rückrunde. (Photo by Alexandra Beier/Getty Images)

Insgesamt bildete sich unter Weinzierl ein Kern an Stammspielern, zu denen auch Iago, Arne Maier, (der schwächere) Ruben Vargas sowie in Phasen Florian Niederlechner und Mads Pedersen zählen. Klar besteht im Sommer Handlungsbedarf auf dem Transfermarkt. Aber dieser Kader ist dennoch absolut bundesligatauglich. Ein Lob für Manager Stefan Reuter und Chefscout Timon Pauls.

Die Fans

Nach zwei Jahren Pandemie schien die Identifikation der Anhänger mit Mannschaft und Verein schwächer zu werden. In Zeiten der Geisterspiele verlor der FCA an Nahbarkeit. Dass immer noch recht undurchsichtige Kommunizieren des Blitzer-Einstiegs hat da mit Sicherheit nicht geholfen. Nun gilt es, die Beziehung von Fans und Verein wieder zu stärken. Erste Anfänge durch offene Dialoge etwa rund um mögliche Investoren sind ein Anfang. Die aktuelle Besetzung im Aufsichtsrat ohne Fanvertreter zeigt aber auch, dass hier noch Verbesserungsbedarf besteht.

Die aktive Fanszene wird die Entwicklungen rund um den Verein nach wie vor kritisch betrachten. Mit der Ulrich-Biesinger-Tribüne e.V. haben mittlerweile auch längst nicht nur die Ultras eine Stimme. Gut so. Die kritische Auseinandersetzung mit dem Klub ist bedeutend für die Entwicklung des gesamten FC Augsburg.

Wieder voll: die Ulrich-Biesinger-Tribüne, wie hier im Heimspiel gegen Wolfsburg (Photo by Sebastian Widmann/Getty Images)

Der FCA-Fußball lebt durch seine Fans. Was im Millionen-Business Bundesliga pathetisch klingen mag, ist in Augsburg dann doch stärker zu spüren als etwa in München. Das zeigte die lange erwartete Rückkehr der aktiven Fanszene nach Aufhebung der Zuschauereinschränkungen. Wer gegen Ende der Saison bei den Spielen im Stadion war, erlebte die Identifikation der eigenen Anhänger mit dem Verein. Umso bitterer die Auftritte gegen Hertha und Köln. Den Klassenerhalt nach dem Köln-Spiel zu feiern, wäre deutlich angenehmer gewesen als kurz vor Anpfiff des Leipzig-Spiels.

Nach zwei aus Zuschauersicht sehr bescheidenden Jahren verdienen sich auch die Fans diesen Klassenerhalt. Vor allem, weil auch in schwierigen Zeiten Solidarität und Zusammenhalt vorgelebt wurden. Während die Flutkatastrophe vom Sommer in Medien und Gesellschaft längst Randthema ist, bleibt die Fanszene präsent. Gegen Köln wurde erneut fürs Ahrtal gesammelt. Hinzu kommen die jährliche Weihnachtsaktion für Bedürftige in Augsburg und mehr als 30.000 Spendengelder für ukrainische Kriegsflüchtende. Auf euch, Prost.

Die Konkurrenz

Der FCA schaffte es auch in dieser Saison, drei Konkurrenten hinter sich lassen. Mit dem frühen Abschied der Fürther war zu rechnen. Ebenso mit Bielefelder Abstiegssorgen. Diese Saison zeigt aber auch, dass vermeintlich größere Klubs wie Hertha oder Stuttgart Probleme haben. Der FCA muss sich hier nicht verstecken – und kann nächste Saison wieder auf neue Suche nach jenen schlechterplatzierten Teams gehen. Natürlich hätten auch wir nichts gegen eine entspanntere Saison, aber man darf sich dennoch über die Bundesligazugehörigkeit freuen. Herzlichen Glückwunsch zum Klassenerhalt an alle Augsburgerinnen und Augsburger! Hoch lebe der FCA.

Gruselbericht aus Leverkusen

24-mal probiert, 24-mal ist nichts passiert. Die Horror-Serie geht weiter. Der FC Augsburg kann gegen Bayer Leverkusen einfach nicht gewinnen. In der Bundesliga gab es – das Katastrophen-5:1 am Samstag mit eingerechnet – bei sieben Unentschieden 17 Siege für die Werkself. Außerdem mussten sich die Schwaben zweimal im DFB-Pokal geschlagen geben.

Im Vergleich zum 1:1 gegen Frankfurt nahm FCA-Coach Markus Weinzierl zwei Wechsel vor. Uduokhai und Pedersen für Iago (angeschlagen) und Zeqiri (Bank). Die Folge: Eine Mannschaft, die taktisch so noch nicht zusammengespielt hat. Uduokhai mit Oxford im Zentrum, Kapitän Gouweleuuw dafür als Sechser vor der Viererkette. In Alkmaar hat der Niederländer diese Position öfter gespielt, beim FCA bislang äußerst selten. Maier rückte zudem auf die linke Außenbahn. In der Spitze begannen erneut Pepi und Gregoritsch.

Dominante Leverkusener verdient in Führung

Auch mit neuer Aufstellung gab es für den FCA alte Probleme. Wie so oft in dieser Saison setzte es für die Augsburger ein frühes Gegentor. Bei Bellarabis Führungstreffer in der 9. Minute waren die Abstände in der Viererkette deutlich zu groß. Die Folge: Das neunte Gegentor in der Anfangsviertelstunde.

Die Weinzierl-Elf kam auch in der Folge zu kaum gefährlichen Offensivaktionen. Maier scheiterte aus 14 Metern an Hradecky, das war’s. Leverkusen blieb die klar aktivere Mannschaft – und erspielte sich die sowohl quantitativ als auch qualitativ besseren Chancen. Eine der vielen Offensivaktionen im Leverkusener Dauerstress der ersten 25 Minuten (72 Prozent Ballbesitz) brachte schließlich das 2:0 durch Diaby.

Zu wenig Gegenwehr: Diaby vollstreckt zum 2:0 in der 24. Minute (INA FASSBENDER/AFP via Getty Images)

Auch nach dem zweiten Gegentreffer rappelte sich der FCA kurz auf und kam durch Gregoritsch und Pedersen zu Abschlüssen. Die kurze Drangphase – wenn man sie denn so nennen möchte – verflachte allerdings zeitnah. Leverkusen behielt die Kontrolle, auch wenn die Abschlüsse weniger wurden. Das lag auch daran, dass Weinzierl reagierte und Gouweleuuw zurück in die Innenverteidigung zog. 5-3-2 mit Maier zentral statt 4-4-2. Das 2:0 zur Pause ging insgesamt völlig in Ordnung.

Augsburg fällt auseinander

Den zweiten Abschnitt begann der FCA mit Zeqiri und Günther für den blassen Vargas und den überforderten Pedersen. Der FCA kam engagiert aus der Pause: drei Abschlüsse in den ersten acht Minuten durch Günther, Pepi und Zeqiri. Die besseren Chancen hatte zunächst aber weiterhin die Werkself. Adli verzog knapp, Gikiewicz parierte nach zuvor eigenem Grusel-Fehlpass gut gegen Bellarabi.

Insgesamt schafft es der FCA aber, das Spiel ausgeglichen zu gestalten – und wurde nach etwas mehr als einer Stunde mit dem Anschlusstreffer belohnt. Nach Gregoritschs wuchtigem Freistoß aus 30 Metern konnte Hradecky nur nach vorne abprallen. Maier schob freistehend ein und brachte mit seinem ersten Bundesligator die Hoffnung auf Zählbares zurück. In der mit 750 Zuschauern “ausverkauften” BayArena kam zu diesem Zeitpunkt tatsächlich für einen kurzen Moment das Gefühl auf, der FCA könnte die Leverkusener noch ärgern. Dieses Gefühl sollte allerdings schnell umschlagen.

Der Tabellendritte erhöhte die Schlagzahl und stellte binnen vier Minuten auf 4:1. Dreierpack für Diaby und freilich die Entscheidung. Der FCA war bei beiden Gegentreffern wie so oft an diesem Nachmittag schlicht überfordert. In der Schlussphase erhöhte Alario per Hacken-Beinschuss dann sogar noch auf 5:1.

Wie ein Abstiegskandidat

Die Leverkusener Fans skandierten “Einer geht noch, einer geht noch rein”. Der Sprechgesang “Zweite Liga, Augsburg ist dabei” blieb zwar aus, wäre aber durchaus angebracht gewesen. Mit dieser Leistung muss man sich große Sorgen um die Augsburger Bundesligazugehörigkeit machen. Nach dem Bielefelder Sieg gegen Frankfurt ist Rot-Grün-Weiß Tabellen-16. Bezeichnend, dass das Beste aus FCA-Sicht an diesem Wochenende der Sieg der Freiburger gegen Kellerkonkurrent Stuttgart war. Liebe Grüße in den Breisgau, merci!

Markus Weinzierl sagte zuletzt, er sei vom Kader überzeugt. Aber: das Transferfenster ist noch bis 31. Januar geöffnet. Stefan Reuter wird zu telefonieren haben. Die nächsten Wochen werden ungemütlich. Und wir schließen hier mit den Worten von Arne Maier nach dem Spiel: “(…) Man kann Spiele verlieren, aber nicht so wie wir heute! (…)” Amen.

Die Noten zum Spiel

Gikiewicz 4 – Gumny 5 (74. Framberger), Oxford 4,5, Uduokhai 5, Pedersen 5 (46. Günther 4)- Vargas 5,5 (46. Zeqiri 5), Gouweleeuw 5, Dorsch 4, Maier 5 – Pepi 4,5 (57. Niederlechner 4), Gregoritsch 3,5 (74. Hahn)

Zweimal 2 und zweimal 5: Die FCA-Noten zur Hinrunde

Eine aus Augsburger Sicht nicht immer einfache Hinrunde ist vorbei. Nach 17 Spielen steht der FCA mit 18 Punkten auf dem 15. Tabellenplatz. Der Abstand auf die hinteren Ränge ist dünn, der ins sichere Mittelfeld allerdings auch. Klar scheint nach der Hinrunde dennoch, dass die Schwaben auch in dieser Saison um den Klassenerhalt kämpfen müssen. Bislang ist diese Aufgabe nicht allen Spielern zufriedenstellend gelungen. Wir stellen dem Team von Markus Weinzierl nun das Halbjahreszeugnis aus. Für zwei Profis gilt dabei: Versetzung gefährdet. Benotet werden alle FCA-Spieler, die in dieser Saison mindestens fünf Einsätze vorzuweisen haben.

Gumny und Gruezo enttäuschen, Oxford überragt

Rafal Gikiewicz: Wenige gravierende Fehler, aber nicht mehr der überragende Rückhalt wie in der Vorsaison. Nach wie vor Probleme im Spielaufbau. Wichtig für die Mannschaft, spricht Fehler offen an. Note 3.

Robert Gumny: In jedem Spiel dieser Saison in der Startelf, teils aber auch aus Mangel an Alternativen. Als Rechts- und vor allem als Innenverteidiger überfordert. Nicht immer mit Bundesliganiveau. Der bemühte, weil lauffreudigste FCA-Profi, muss sich deutlich steigern, um langfristig in Augsburg Fuß zu fassen. Note 5.

Raphael Framberger: Einer der engagiertesten Augsburger im Kader. Ihm gelingt es aber nicht immer, seine unübersehbaren spielerischen Defizite mit Einsatz zu kaschieren. Note 4.

Reece Oxford: Zweikampf- und kopfballstark, körperlich präsent sowie neuerdings auch torgefährlich. Der immer noch erst 23-jährige Engländer hat sich deutlich gesteigert und ist der FCA-Spieler der bisherigen Saison. Note 2.

Für uns der Spieler der Hinrunde: Reece Oxford (Photo by Sebastian Widmann/Getty Images)

Jeffrey Gouweleeuw: Einer der stabileren Augsburger, wenngleich der Kapitän auch schon bessere Halbserien gespielt hat. Teils ausbaufähiges Stellungsspiel, dazu immer wieder auf dem Platz mit Meckern beschäftigt. Seine langen Flugbälle bleiben aber eine Waffe. Note 3.

Iago: Kann eminent wichtig für den FCA sein. Seine Tiefenläufe und Flanken aus dem Halbfeld beleben das Augsburger Spiel. Aber nach wie vor deutlich zu inkonstant. In Zweikämpfen gegen robustere Spieler bekommt der Unter-70-Kilo-Mann bisweilen Probleme. Note 3.

Mads Pedersen: Entwickelt sich immer mehr zur ernsthaften Iago-Alternative. Kann zudem Außen offensiv sowie in der Zentrale agieren. Jedoch zu sehr von seinen Mitspielern abhängig. Keiner der eine Partie an sich reißt. Note 3.

Niklas Dorsch: Reuters Königstransfer. Brauchte etwas Anlaufzeit, um sich im Augsburger Spiel zu akklimatisieren, mittlerweile aber nicht mehr aus der Startelf wegzudenken. Der FCA-Profi mit der besten Passquote ist maßgeblich für Weinzierls Kreativspiel verantwortlich. Note 2.

Ein Neuzugang, der voll einschlägt: Niklas Dorsch (Photo by Joosep Martinson/Getty Images)

Arne Maier: Dorschs U21-Kompagnon. Noch nicht der unumstrittene Stammspieler, für denen ihn einige FCA-Fans vor der Saison gehalten haben. Kleinere Wehwehchen werfen den Mittelfeldspieler immer wieder zurück. Ist er fit, belebt seine spielerische Klasse das Augsburger Offensivspiel. Note 3.

Tobias Strobl: Verpasste den Saisonbeginn aufgrund einer Sprunggelenksverletzung. Als sich der Routinier peu à peu in die Mannschaft spielte, beendete ein Kreuzbandriss seine Saison vorzeitig. Note 4.

Carlos Gruezo: Die FCA-Verantwortlichen trauten dem Ecuadorianer nicht zu, den Abgang von Rani Khedira auszufüllen. Spielte in dieser Saison nie wirklich eine ernsthafte Rolle. Entweder verletzt oder schlicht leistungsbedingt. Note 5.

Jan Moravek: Gehört im Augsburger Kader zu den technisch besten, gleichzeitig aber auch langsamsten Spielern. Nur selten ein Kandidat für die erste Elf. Note 4.

Fredrik Jensen: Wartet immer noch auf den wirklichen Durchbruch. Viele in Augsburg sehen den Finnen bei entsprechender Entwicklung in der ersten Elf. Steigerte sich im Vergleich zu seinen ersten Jahren in Augsburg, hat in einigen Bereichen wie der Defensivarbeit aber noch deutlichen Verbesserungsbedarf. Note 4.

Daniel Caligiuri: Als offensiver Außenspieler mittlerweile zu langsam, dazu in einigen Situationen zu verspielt. Half auch als Rechtsverteidiger aus und machte seinen Job solide, hat im Vergleich zur Vorsaison aber insgesamt abgebaut. Seine Zwei Treffer erzielte er vom Elfmeterpunkt. Note 4.

Noah Joel Sarenren Bazee: Mit seiner Geschwindigkeit ein idealer Joker. Für mehr reicht es auch wegen technischer Schludrigkeiten nicht. Note 4.

Ruben Vargas: Wartet immer noch auf seinen ersten Treffer in dieser Saison. Kann in jeder Aktion für Gefahr sorgen, trifft aber nicht immer die richtigen Entscheidung. Sein Potential ist deutlich besser als seine bisherigen Leistungen. Seine Notenvergabe tut am meisten weh. Note 4.

Luft nach oben: Ruben Vargas blickt auf eine eher enttäuschende Hinserie. (Photo by Getty)

André Hahn: Immer engagiert, stets leidenschaftlich. Der 31-Jährige ist jeden Spieltag ein ernstzunehmender Kandidat für die Startelf. Zwei Saisontore sind dennoch zu wenig, wenn man bedenkt, welch aussichtsreiche Chancen er mitunter vergeben hat. Note 3.

Michael Gregoritsch: Anfangs gänzlich außen vor, phasenweise nicht einmal im Kader. Kämpfte sich in die Mannschaft zurück und nutzte seine Chance. Zwei Treffer in den letzten fünf Spielen. Note 4.

Sergio Córdova: Nach seiner Leihrückkehr aus Bielefeld noch immer kein Faktor für die erste Elf. Äußerst bemüht, in einigen Situationen im Pech, insgesamt aber schlicht mit weniger Qualität als seine Konkurrenten. In 13 Spielen ohne Torbeteiligung. Ob er sich noch in Augsburg etablieren kann, bleibt fraglich. Note 4.

Der Einsatz stimmt bei Sergio Córdova, der Ertrag nicht. (Photo by Sebastian Widmann/Getty Images)

Florian Niederlechner: Mit drei Treffern Toptorschütze des FC Augsburg. Der von Weinzierl sehr geschätzte Angreifer strahlte mit die größte Gefahr in der Augsburger Offensivreihe aus. Eine Leisten-OP, eine Sprunggelenksverletzung sowie eine Mittelfußprellung warfen den Oberbayern immer wieder zurück. Note 3.

Andi Zeqiri: Technisch versiert und einer der kämpferisch besten Augsburger. Zwei Tore und zwei Vorlagen belohnen seine überwiegend überzeugenden Leistungen. Der Leihspieler aus Brighton nimmt nicht immer aktiv am Spielgeschehen teil, empfiehlt sich aber insgesamt durchaus für ein längerfristiges Engagement am Lech. Note 3.

0:0 in Fürth: Der Blick bleibt unten

Es gibt wenige Spiele, in denen der FC Augsburg als Favorit antritt. Die Partie in Fürth gehörte dazu – obwohl hier rein tabellarisch der 18. auf den 16. traf und Coach Markus Weinzierl die Favoritenrolle im Vorfeld beiseite schob. Er sollte Recht behalten. Wie ein Favorit, traten die Augsburger wahrlich nicht auf.

Weinzierl veränderte seine Startelf auf vier Positionen. Der gegen Leipzig gelbgesperrte Jeffrey Gouweleeuw kehrte in die Innenverteidigung zurück, sodass Robert Gumny (für Raphael Framberger) hinten rechts begann. Außerdem belohnte Weinzierl die gegen RB belebend wirkenden Arne Maier und Mads Pedersen sowie Torschütze Daniel Caligiuri mit einem Startelfeinsatz (für Jan Moravek, Fredrik Jensen und Ruben Vargas). Im Sturm begann der wieder genesehne Andi Zeqiri anstelle von Michael Gregoritsch.

Spielerische Magerkost

Das Tabellenschlusslicht aus Fürth bemühte sich früh darum, das Spiel an sich zu reißen. Die Partie spielte sich in der Anfangsviertelstunde hauptsächlich in der Augsburger Hälfte ab. 70 Prozent Ballbesitz für das Kleeblatt in den ersten 15 Minuten. Echte Torchancen waren jedoch Mangelware. Den ersten nennenswerten Abschluss hatte der FCA, als Oxford nach einer Maier-Ecke knapp über den Kasten köpfte (17.). Fürth blieb die aktivere Mannschaft, verpasste es aber, ihre Offensivaktionen sauber auszuspielen. Wie etwa in der 22. Minute als Dorsch im Sechzehner vor dem einschussbereiten Tillman klären konnte.

Es entwickelte sich eine intensive Partie, in der der FCA mehr und mehr die Initiative übernahm. Letztlich brachte es die Weinzierl-Elf aber nur zu zwei Schüssen aufs Tor. Hahn scheiterte mit seinem zu zentralen Abschluss an Fürth-Keeper Burchert (30.), Pedersen brachte nicht mehr ausreichend Wucht hinter seinen Seitfallzieher-Versuch (37.). Der erste Durchgang endete torlos. Spielerisch bemüht, aber insgesamt zu fahrig. Eine Partie auf mäßigem Niveau. Kellerduell eben. Dass Gikiewicz in der Halbzeit das Tornetz reparieren musste, war tatsächlich einer der aufregendsten Momente im ersten Durchgang.

Gikiewicz half mit Tape, das Tornetz zu flicken. (Photo by Alexander Hassenstein/Getty Images)

Augsburg Favorit?

Zur Halbzeit brachte Weinzierl Vargas für Pedersen und damit mehr Offensive – und der Schweizer war direkt an der besten Chance des Spiels beteiligt. Vargas gab auf links zu Iago, der Hahn im Fünfer fand. Burchert verhinderte die Augsburger Führung mit einer starken Fußbabwehr (47.). Aber auch Fürth tauchte immer wieder in der Nähe von Gikiewicz auf, wenngleich die Augsburger Abwehrarbeit oder die Fürther Schludrigkeit im letzten Drittel Gefährlicheres verhinderten. Insgesamt kam der FCA nur punktuell zu Torchancen. Nach Hahns Abschluss dauerte es 20 Minuten bis zum nächsten gefährlichen Schuss, doch Vargas verzog aus aussichtsreicher Position im Sechzehner (67.).

In der Schlussphase erhöht der FCA etwas das Tempo, auch aufgrund der personellen Wechsel. Doch dass die Schwaben in diesem Duell der Favorit sein sollen, merkte man nur selten. Der FCA verpasste es, spielerische Akzente zu setzen und hatte mit der griffigen Fürther Gangart so seine Probleme.

Intensive Partie: Der Tabellenletzte nahm jeden Zweikampf an. (Photo by Alexander Hassenstein/Getty Images)

Der Blick in der Tabelle bleibt unten

Gegen Ende der Partie gingen beide Teams auf den Führungstreffer. Vargas scheiterte am blockenden Meyerhofer (86.), auf der Gegenseite entschärfte Gikiewicz gegen Abiami (88.). Weil Cordova und Bazee die letzten (Halb-)Chancen für den FCA liegen ließen, blieb es beim aus Augsburger Sicht enttäuschendem 0:0.

Fazit: Der FCA hätte heute die Punkte 18,19 und 20 holen können und sich damit vergleichsweise ruhige Weihnachten bescheren können. Am Ende trat die Weinzierl-Elf jedoch viel zu uninspiriert auf. Nach diesem Spiel dürfte jedem FCA-Fan klar sein: Der Blick geht auch in der Saison 2021/22 klar nach unten. Weil Bielefeld überraschend in Leipzig gewonnen hat, beträgt der Vorsprung auf einen Abstiegsplatz gerade mal einen Punkt. Frohe Weihnachten.

Die Noten zum Spiel

Gikiewicz 3 – Gumny 4,5, Gouweleeuw 3, Oxford 3,5, Iago 4– Maier 4, Dorsch 3 – Caligiuri 4 (73. Sarenren Bazee), Pedersen 4 (46. Vargas 3) – Hahn 3,5 (59. Gregoritsch 4), Zeqiri 4,5 (59. Cordova 3,5)

Weinzierls Wechsel bringen Punkt gegen Leipzig

Torschütze gegen Leipzig: Daniel Caligiuri sichert dem FCA einen Punkt gegen den Vizemeister. (Photo by Alexander Hassenstein/Getty Images)

“Wer daheim gegen Bayern gewinnt, kann auch gegen Leipzig punkten”, hatte Weinzierl vor der Partie gegen den Vizemeister gesagt. Die Vorzeichen waren allerdings gänzlich andere. Geisterspiel statt ausverkauftes Haus. Die Coronaverordnung in Bayern (die ähnlich übrigens auch in Sachsen gilt) ließ keine Zuschauer zu. Lediglich die jetzt schon Kult gewordenen Mülltonnentrommler sorgten für ein bisschen Support.

Harmlos-FCA verdient in Rückstand

Ohne die Unterstützung von den Rängen tat sich der FCA zu Beginn der Partie schwer. Wie so oft in dieser Saison war die Mannschaft in den Anfangsminuten zu passiv. Der FCA hatte Glück, dass Forsberg (5.) und Silva (10.) die frühe Chance zur Führung liegen ließen. Schon in diesen beiden Aktionen zeigte sich die mangelnde Abstimmung in der neu formierten Viererkette. Framberger auf Rechts, Gumny neben Oxford in der Zentrale anstelle des gelb-gesperrten Gouweleeuw. Wirklich sattelfest stand die Abwehrreihe nicht, auch bei Silvas Führungstreffer (18.) waren die Abstände deutlich zu groß.

Nach dem Gegentreffer kam der FCA besser ins Spiel. Auch, weil sich RB weiter zurückzog. Im ersten Durchgang strahlte Augsburg aber nur einmal Torgefahr aus. Moraveks abgefälschter Distanzsschuss landete knapp über dem Tor (28.). Auf der Gegenseite verpasste Silva das 0:2 (24.).

Der Pausenstand ging völlig in Ordnung. Das Fazit zur ersten Halbzeit: Hinten nicht immer sicher, vorne harmlos. Gumny agierte in vielen Aktionen deutlich überfordert. Bezeichnend: Der Pole gewann in den ersten 45 Minuten keinen einzigen Zweikampf. Oxford hingegen sorgte durch sein gutes Stellungsspiel zumindest für ein bisschen Stabilität. In der Zentrale versuchte Kreativspieler Dorsch die Partie zu lenken, traf allerdings wie Nebenmann Moravek nicht immer die richtige Entscheidung. Gregoritsch und Hahn wurden somit nur selten in Szene gesetzt. Auch, weil die Flanken aus dem Halbfeld diesmal äußerst schlampig geschlagen wurden.

Kaum Torgefahr: Der FCA verpasste es, offensive Akzente zu setzen. (Photo by Alexander Hassenstein/Getty Images)

Augsburg wie ausgewechselt

Weinzierl wechselte zur Pause doppelt und brachte Maier und Pedersen für Vargas und Moravek. Taktisch blieb es beim 4-4-2 beziehungsweise 4-1-3-2, weil sich Dorsch im Spielaufbau nach wie vor nach hinten fallen ließ. In der Folge agierte der FCA mutiger und tauchte dementsprechend häufiger in der Leipziger Hälfte auf. Ein Oxford-Kopfball nach Ecke von Maier ging jedoch knapp über das Tor (50.). Maiers Distanzschuss mit links rauschte knapp (60.), Iagos Abschluss nach starker Pedersen-Vorarbeit hingegen recht deutlich über den Kasten (62.). Die Partie war im zweiten Durchgang aber insgesamt deutlich ausgeglichener. Leipzig blieb zwar ebenfalls gefährlich und kam zu Abschlüssen, doch der FCA hatte teilweise mehr von der Partie. Die Gäste agierten nicht mehr so dominant. Auch, weil sie vom FCA früher gestresst wurden. Es war die Phase im Spiel, da hatte man das Gefühl, der FCA könnte punkten.

Im zweiten Durchgang deutlich verbessert: Niklas Dorsch und der FC Augsburg. (Photo by Alexander Hassenstein/Getty Images)

Ausgleichstor nach Doppel-Glück

Ab der 70. Minute wurde Leipzig wieder stärker. Gikiewicz parierte stark gegen Szoboszlai (72.) und Angelino (78.), Mukiele setzte einen Kopfball aus kürzester Distanz nur an den Pfosten (72.) Der FCA, der in der Schlussphase mit Caligiuri, Cordova und Sarenren Bazee agierte, blieb im Spiel – und hatte ebenfalls Alupech. Cordova scheiterte nach feiner Framberger-Flanke mit dem Kopf am Querbalken (80.). Der Beginn einer packenden Schlussphase! Nach Gulacsis Glanzparade forderte die FCA-Bank bereits Elfmeter, weil zuvor ein Leipziger mit der Hand am Ball gewesen sein soll. Schiri Badstübner entschied auf Weiterspielen – und zeigte in der nächsten Aktion auf den Punkt. Caliguiri übernahm wie schon gegen Bochum Verantwortung und verwandelte sicher – 1:1 (86.). In den Schlussminuten ging der FCA sogar noch auf den Führungstreffer, kam allerdings – wie Leipzig – zu keinen nennenswerten Chancen mehr.

Fazit: Der FCA nimmt einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf mit ins kommende Auswärtsspiel in Fürth. Der Punkt geht in Ordnung, weil sich die Schwaben im Vergleich zu einer erschreckend harmlosen ersten Hälfte deutlich steigerten. Das lag auch an Weinzierls personellen Wechseln. Pedersen, Maier und Cordova belebten das Offensivspiel, Caligiuri behielt die Nerven vom Punkt. Spielentscheidend: Die 72. Minute als es Leipzig binnen weniger Augenblicke gleich doppelt verpasste, das 0:2 erzielen. Dann wäre der FCA wohl nicht mehr zurückgekommen.

Die Noten zum Spiel:
Gikiewicz 2,5 – Framberger 4 , Gumny 5 , Oxford 2,5 , Iago 3,5 – Dorsch 3 – Jensen 5 (66. Cordova 3), Moravek 4 (46. Maier 3), Vargas 4 (46. Pedersen 3) – Hahn 4 (80. Sarenren Bazee o. B.), Gregoritsch 4,5 (66. Caligiuri 3)

Advent, Advent: das dritte Türchen

Einen schönen dritten Advent an alle Leserinnen und Leser. In unserer vorweihnachtlichen Reihe “Was ich mir vom FC Augsburg zu Weihnachten wünsche” gibt die Rosenau Gazette Einblicke in die persönlichen Wunschzettel. Nach Birgit und Franzi stehen heute meine Wünsche auf dem Programm.

Zusammenhalt und Transferwünsche

Ich kann mich den Wünschen meiner geschätzten Kolleginnen nur anschließen. Birgit und Franzi haben den Zusammenhalt im Team herausgestellt. Wie wichtig der für kleine Vereine wie Augsburg ist, zeigte sich beim herausragenden Sieg gegen die Bayern oder zuletzt in Köln. Ich wünsche mir, dass der Teamgedanke auch im neuen Jahr oberste Priorität hat. Auf und neben dem Platz. Ansonsten möchte ich heute Weihnachtswünsche äußern, die noch nicht genannt wurden. Es geht um Alfred Finnbogason und David Blitzer.

Vielleicht zuvor noch ein Gedanke zu möglichen Transfers: Ich vertraue auf die aktuelle sportliche Führung und bin eigentlich auch mit dem Kader zufrieden, sofern er denn fit wäre. Im Großen und Ganzen ist die Mannschaft absolut bundesligatauglich. Nachjustieren könnte man eventuell auf der Rechtsverteidigerposition. Ein Danny Da Costa soll in Frankfurt unzufrieden sein. Außerdem sollte sich der FCA darum bemühen, die Leihspieler Arne Maier und Andi Zeqiri langfristig an sich zu binden. Beide gefallen immer mehr und sind zudem noch nicht am Ende ihrer Entwicklungsstufe angelangt. Gerade ein Doppelmittelfeld aus Maier und Dorsch könnte den Fans mittel- bis langfristig große Freude bereiten.

Die Schaltzentrale der U21 vereint beim FC Augsburg: Niklas Dorsch und Arne Maier (Photo via Getty Images)

Vertragsverlängerung von Finnbogason

Alfred Finnbogason und seine Verletzungen sind für den FCA Fluch und Segen zugleich. Fluch, weil er seit Jahren keine komplette Spielzeit mehr geschafft hat. Segen, weil ein fitter Finnbogason längst nicht mehr in Augsburg spielen würde. Im Sommer läuft sein Vertrag in Augsburg aus und ich kann FCA-Fans verstehen, die einer Verlängerung kritisch gegenüber stehen. Auch, weil der Isländer zu den Besserverdienern im Kader gehört.

Ich wünsche mir dennoch eine Vertragsverlängerung – aus mehreren Gründen. Wie wichtig ein fitter Finnbogason für den FCA sein kann, zeigte sich beim 4:1 gegen Stuttgart. Nach abermaliger Verletzungspause stand der Stürmer wieder in der Startelf und steuerte prompt einen Treffer sowie eine Vorlage bei. Ich stand bei dem Spiel auf der Ulrich-Biesinger-Tribüne und die Fans haben sich extrem für Alfred gefreut. Das zeigt, wie sehr der Isländer nach wie vor in Augsburg geschätzt wird. (Wer einen weiteren Beweis für die Liebe der Augsburger Fans braucht, kann ja mal auf die Trikotflocks schauen: Die Nummer 27 ist omnipräsent).

In Augsburg sehr geschätzt: Vizekapitän Alfred Finnbogason (Photo by Kolbert-Press via Getty Images)

Finnbogason spielt seit 2016 beim FCA, nachdem er zuvor ein echter Weltenbummler war. Nach Stationen in Island, Belgien, Schweden, Niederlande, Spanien und Griechenland scheint er in Augsburg nun endlich heimisch geworden zu sein. Seine Kinder Viktoria und Emil sind in Augsburg geboren und wachsen gerade in der Fuggerstadt auf. Augsburg und Finnbogason das passt einfach – und sollte weiter fortgeführt werden. Schließlich ist der 32-Jährige Bundesligarekordschütze des FCA. Also, Stefan Reuter, Sie wissen, was zu tun ist: Vertragsverlängerung und Karriereende in Augsburg.

Mehr Klarheit bei David Blitzer

Mit der Personalie David Blitzer hat der FC Augsburg für große Verwirrung in der FCA-Familie gesorgt. Werden wir jetzt zum Investorenklub, dürften sich viele Fans – ich eingeschlossen – gefragt haben. Was natürlich auch an der äußerst unglücklichen Kommunikation des FCA lag. Zur Erinnerung: Die Legio Augusta war es, die zu Beginn maßgeblich dazu beigetragen hat, dass die Öffentlichkeit vom Gesellschafterwechsel erfährt. Auch wir haben in der Vergangenheit versucht, den Einstieg des US-Unternehmers genauer zu erklären. Zudem stand Präsident Klaus Hofmann auf der Mitgliederversammlung Rede und Antwort. Was mir allerdings fehlt, ist eine Erklärung von David Blitzer selbst. Und damit meine ich nicht eine vorgefertigte Pressemitteilung im Unternehmenssprech.

Ich erwarte, dass sich Blitzer dem Austausch mit den Fans stellt und auch Stellung zu kritischen Positionen bezieht. Sollte ihm der FC Augsburg tatsächlich am Herzen liegen, stünde dieser Idee ja eigentlich nichts im Wege. Deshalb wünsche ich mir, dass es im kommenden Jahr ein Treffen von Blitzer mit interessierten Fans gibt. Vorstellbar wäre zum Beispiel eine Mitgliederveranstaltung, auf der anschließend (kritische) Fragen gestellt werden können. Das ist meiner Meinung nach eine Selbstverständlichkeit, denn jeder FCA-Fan hat ein Recht auf Antworten.

Hilfe fürs Ahrtal

Persönliche Wünsche habe ich dieses Weihnachten tatsächlich wenige, weil es mir persönlich sehr gut geht. FCA-Fans, denen es ähnlich gehen sollte und die ein paar Euro übrig haben, möchte ich die Hilfsaktion der Ulrich-Biesinger-Tribüne ans Herz legen. Die UBT setzt sich seit Monaten für die Flutopfer im Ahrtal ein. Die Menschen vor Ort brauchen nach wie vor jede Hilfe. Das hat mir zuletzt erst mein Cousin bestätigt, der vor wenigen Wochen vor Ort war und beim Wiederaufbau geholfen hat.

Unterstützen könnt ihr durch eine Spende auf folgendes Konto. Jeder Betrag, ob groß oder klein, hilft den Menschen in Not in den betroffenen Gebieten:

UBT e.V.
DE94 7205 0000 0251 9148 67
Betreff: Spende Hochwasser

Allen FCA-Fans einen schönen dritten Advent. Bleibt gesund!

Mehr Demut

Der FC Augsburg besiegt den FC Bayern. Rot-Grün-Weiß kann stolz auf sich sein. © as

„Das ist etwas Besonderes und mit das Highlight im Jahr”, sagte Markus Weinzierl vor dem Heimspiel des FC Augsburg gegen den FC Bayern. FCA-Präsident Klaus Hofmann betont unterdessen gerne, wie beeindruckend es aus Augsburger Sicht sei, jede Saison zwei Mal gegen den Rekordmeister spielen zu dürfen. Auch Manager Stefan Reuter stellt die Wichtigkeit der Erstligazugehörigkeit allzu gerne in den Vordergrund. “Jedes Jahr länger in der 1. Liga macht uns stabiler und gibt uns mehr Kraft.” Nur wohlklingende Worte, um vielleicht auch die sportliche Erwartungshaltung herunterzuschrauben? Keineswegs. Jeder FCA-Fan sollte tatsächlich dankbar sein, dass der eigene Verein seit nunmehr elf Jahren ununterbrochen gegen den FC Bayern spielt. Das habe ich persönlich erst am Wochenende gemerkt.

Nie mehr 2. Liga: das können nur wenige Teams von sich behaupten

Ich war am Freitagabend im Stadion. Was für ein Spiel! Viele Beobachter fühlten sich im Nachgang der Partie zurückerinnert an die wahre DNA des FC Augsburg. Leidenschaft und Kampfgeist statt spielerischer Finesse. Effizientes Umschaltspiel statt minutenlangem Ballbesitzgeschiebe. Der Auftritt der Schwaben kaschiert die bisher überwiegend mauen Auftritte dieser Saison zwar, macht gleichzeitig allerdings auch Mut. Mut, dass es auch diesmal mit dem Klassenerhalt klappt. Zwar würde auch ich mir wünschen, dass der Blick nach zuletzt eher schwachen Spielzeiten mal wieder in obere Tabellengefilden geht. Man sollte allerdings verstehen, dass die Erstligazugehörigkeit keine Selbstverständlichkeit ist. Seit dem Aufstieg 2011 ist der FC Augsburg ununterbrochen im Oberhaus vertreten. Nur sechs weitere Klubs sind noch nie aus der Bundesliga abgestiegen (Bayern, Leverkusen, Wolfsburg, Hoffenheim, Leipzig und Union Berlin).

Nach dem Freitagabendspiel ging es für mich nach Norddeutschland zu Teams, die gerne mit dem FCA tauschen würden. Ich war bei den Spielen Hamburger SV gegen Jahn Regensburg (4:1) und Werder Bremen gegen Schalke 04 (1:1) im Stadion. Viel Tradition, aber eben auch Liga zwei statt Beletage.

Zu Gast im Weserstadion. Bremen und Schalke liegen aktuell ebenso wenig auf einem Aufstiegsplatz wie der HSV. © as

Abstieg in Liga zwei – und dann?

Hamburg, Bremen und Schalke gehören zu den Aufstiegsfavoriten. Dass alle drei in die Bundesliga zurückkehren, gilt jedoch zumindest als fraglich. Dass Vereine nach dem Abstieg direkt wieder in die Bundesliga aufsteigen, ist ein nahezu utopisches Wunschdenken. Das zeigt der Blick auf die aktuellen Teams im Unterhaus. 13 der 18 Klubs spielten bereits in der Bundesliga. Am längsten wartet Dynamo Dresden auf die Rückkehr.

Verein(Letzter) Abstieg in die 2. Bundesliga
Werder Bremen2021
Schalke 042021
SC Paderborn2020
Fortuna Düsseldorf2020
1. FC Nürnberg2019
Hannover 962019
Hamburger SV2018
FC Ingolstadt2017
SV Darmstadt 982017
FC St. Pauli2011
Karlsruher SC2009
FC Hansa Rostock2008
Dynamo Dresden1995

Wir wollen so schnell wie möglich wieder in die Bundesliga zurück. So oder so ähnlich äußerten sich in der Vergangenheit nahezu alle Absteiger. Bremen und Schalke etwa, die jüngsten Betroffenen. Aber auch der HSV, der seit nunmehr vier Jahren gegen Sandhausen und Aue statt Bayern und Dortmund spielt. Für dieses Trio ist der Druck in puncto Wiederaufstieg gewiss am größten. Sie werden schlicht in der Bundesliga erwartet. Aber auch Klubs wie Hannover, Düsseldorf oder Nürnberg wollen wieder zurück. Einfach ist das jedoch nicht. Die aktuellen Aufsteiger Fürth und Bochum mussten acht beziehungsweise elf Jahre warten.

FCA kontert Seinsch-Prognose

“Mir kommen immer die Worte von Walther Seinsch in den Kopf”, sagte Reuter nach dem Klassenerhalt 2020 und zitierte aus einem Gespräch mit dem früheren Präsidenten. “Er sagte mir: Herr Reuter, so groß ist der Druck nicht. Wir werden in den nächsten fünf Jahren definitiv zweimal absteigen. Das ist gar nicht zu verhindern, wenn man sich die Budgets in der Liga anschaut.” Der FCA konnte es verhindern. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Klassenerhalt auch in Zukunft gelingt. Die Bundesliga gibt es nicht im Dauer-Abo. Erst recht nicht für kleine Vereine wie dem FC Augsburg.

Sollte Rot-Grün-Weiß in die 2. Bundesliga absteigen, stünde der Verein gewiss nicht vor dem sportlichen Ruin. Aus dem Corona-Jahr ging der FCA finanziell deutlich gefestigter als andere Klubs hervor. Trotz Einbußen habe der FCA weiterhin ein positives Eigenkapital von 53 Millionen Euro, sagte Hofmann auf der Mitgliederversammlung. “Unsere Eigenkapitalbasis hat nicht nachgegeben. Außer Bayern und Freiburg kann das kein anderer Verein behaupten.”

Darf der FC Augsburg auch in Zukunft in der Bundesliga jubeln? © Sebastian Widmann/Getty Images)

Die Bundesliga ist noch immer etwas Besonderes

Zudem gelten nach unserem Kenntnisstand nahezu alle Verträge auch für die 2. Bundesliga. Viele, gerade junge Spieler würden den Verein im Abstiegsfall zwar verlassen. Ein Ausverkauf zum Spottpreis ist jedoch nicht zu erwarten.

Dennoch wäre ein Abstieg freilich ein Rückschritt. In der 2. Liga gibt es viele Teams mit Aufstiegsambitionen. Mit der unmittelbaren Bundesligarückkehr kann Augsburg daher nicht planen. Nun wollen wir keine Schreckensszenarien verbreiten. Noch spielt der FC Augsburg schließlich in Liga eins. Die Mannschaft hat die Qualität, auch in der nächsten Saison zu den besten 18 Teams in Deutschland zu gehören. Das würde bedeuten, dass auch in Zukunft regelmäßige Spiele gegen den FC Bayern auf dem Programm stehen. Das ist in der Tat noch immer etwas Besonderes. Es lohnt sich, sich die Bedeutung der Erstligazugehörigkeit immer wieder ins Gedächtnis zu rufen. Andere Klubs wären froh, wenn sie an der Stelle des FCA wären – und in der Bundesliga spielen würden.

Weinzierl unter Druck?

Der FC Augsburg hat vor Kurzem seine Jahreshauptversammlung abgehalten. Auf die finanziellen wie vereinspolitischen Aspekte der Veranstaltung soll in diesem Blog noch genauer eingegangen werden. Nun soll es aber um die Äußerungen von Klaus Hofmann gehen.

Der Vorstandschef des FCA nutzt derartige Veranstaltungen gerne, um deutlich Partei zu ergreifen. Hofmann spricht dabei das aus, was die Fanseele hören will. Die Aussagen haben nicht selten einen populistischen Touch – kommen in der Regel aber gut bei den Mitglieder an. So ätzte er etwa gegen den bei der Mehrheit unbeliebten Videobeweis und stichelte gegen “den einen oder anderen Schlaumeierkollegen aus der Bundesliga”, der den FCA als Investorenklub bezeichnet hatte. Namen nannte Hofmann keine, meinte aber wohl Union Berlins Präsident Dirk Zingler, der den FCA als “das kleine RB” kritisiert hat. Hofmann räumte mit diesem Irrglauben auf und sprach außerdem über die aktuelle Spielweise.

“Haben uns das Fußballspielen abgewöhnt”

Dabei zeigte Hofmann Verständnis für Kritik an der spielerischen Entwicklung der Schwaben. “Ich verstehe die Stimmen, die uns vorwerfen, dass die Entwicklung stagniert”, sagte Hofmann, nachdem er die nunmehr elf Jahre andauernde Ligazugehörigkeit als “unglaublichen Erfolg” lobte. “Ich kann beide Seiten der Medaille erkennen. So richtig schön ist unser Fußball in den letzten zweieinhalb bis drei Jahren nicht mehr.” Daran Schuld haben laut Hofmann auch die beiden Trainer Martin Schmidt und Heiko Herrlich.

“Wir haben uns systematisch das Fußballspielen abgewöhnt in den letzten zwei, drei Jahren. Es gab eine Phase, da haben wir nur auf Konter gespielt, und eine Phase, da waren wir nur defensiv und haben versucht, mit Glück ein Tor zu schießen.” Erstere Phase ist auf Umschalttrainer Schmidt zuzuschreiben, zweitere auf die destruktive Zeit unter Herrlich. Beide Coaches verpassten es, die spielerische Entwicklung voranzubringen. Die Kritik an beiden Trainern ist angebracht und berechtigt. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Hofmann als Klubboss die Installation des Duos direkt mitgetragen und damit auch zu verantworten hat.

Klaus Hofmann hatte auf der vergangenen JHV einiges zu bemängeln. (Photo by Stefan Puchner – Pool/Getty Images)

Vertrauen in Weinzierl: “passt zum FCA”

Nun stellt sich die Frage, ob unter dem neuen, alten Coach Markus Weinzierl alles besser ist. Der Saisonstart lässt diese Frage zumindest offen. Sechs Punkte nach neun Spielen sind deutlich zu wenig. Zur Wahrheit gehört zwar auch, dass der FCA ein schwieriges Auftaktprogramm mit Europapokalteilnehmern und -anwärtern hatte. Aber selbst gegen vermeintliche Teams auf Augenhöhe überzeugten die Schwaben nicht. Gegen Bielefeld (1:1) spielte man nur eine Halbzeit ansehnlichen Fußball, gegen Freiburg (0:3) und Mainz (1:4) war die Partie bereits nach einer halben Stunde entschieden.

Nachdem ein Viertel der Saison gespielt ist, wächst der Druck auf Mannschaft und Trainer. An anderen Bundesligastandorten wäre es bereits deutlich unruhiger. In Augsburg, wo es in den letzten fünf Jahren fünf unterschiedliche Trainer gegeben hatte, will man Personaldiskussionen offenbar vermeiden. Hofmann stellte sich demonstrativ hinter Weinzierl: “Ich halte ihn für einen erstklassigen Trainer und einen Menschen, der zum FCA passt.” Mit Weinzierl hatte man bereits Erfolg, das “wird man auch jetzt schaffen”. Gleichzeitig nahm Hofmann die Mannschaft in die Pflicht und sagte er sei “auch schon mal mit größerer Vorfreude zu Heimspielen gefahren”. Wer den 54-Jährigen schon einmal live im Stadion erlebt hat, weiß, dass da auch einmal deutlich schärfere Worte fallen.

Weinzierl muss liefern

Wie ist das Bekenntnis zu Weinzierl nun zu verstehen? Zunächst einmal spricht es nicht für die Leistung des FC Augsburg, dass ein solches Bekenntnis überhaupt notwendig ist. Den Saisonstart hatte man sich anders vorgestellt. Dass die sportliche Führung an Weinzierl festhalten will, ist nachvollziehbar. Den in Augsburg noch immer sehr beliebten Straubinger nach wenigen Monaten wieder zu schassen, wäre manchem Fan wohl schwer vermittelbar. Zumal es auf dem Trainermarkt derzeit nicht wirklich viele Alternativen gibt. Ein Domenico Tedesco zum Beispiel wäre allerdings interessant.

Bis Weihnachten trifft der FC Augsburg noch auf Stuttgart, Hertha, Bochum, Köln und Fürth. Spiele, in denen ein anderes Gesicht gezeigt werden muss, als am Freitag in Mainz. Der Auftritt der Mannschaft war schlicht bodenlos. Die Mainzer Fans sangen den FCA während der Partie sogar in die 2. Bundesliga.

Am Boden: Daniel Caligiuri und der FCA haben in Mainz sang- und klanglos verloren. (Photo by Matthias Hangst/Getty Images)

Die Situation ist ernst, keine Frage. Dass nun aber von einigen Fans bereits erste Forderungen nach einem Trainerwechsel laut werden, ist keineswegs hilfreich. Markus Weinzierl hat eine ernsthafte Chance verdient. Dass ihm Hofmann den Rücken stärkt, ist daher richtig. Klar ist aber auch: Weinzierl und die Mannschaft sollten dieses Vertrauen allmählich zurückzahlen und wieder zurück in die Spur kommen. Auch ein Einzug ins Pokalachtelfinale kann auf diesem Weg helfen.

Kaderanalyse: Mittelfeld

Der FC Augsburg hat den nächsten Transfer vollzogen. Arne Maier wechselt zunächst auf Leihbasis von Hertha BSC nach Schwaben, im Gegensatz schließt sich FCA-Eigengewächs Marco Richter den Berlinern an. Der FC Augsburg kann Maier langfristig an sich binden, wenn er eine gewisse Anzahl an Einsätzen macht. Davon, dass der Achter auf ausreichend Spielzeit kommt, ist auszugehen. Wie sieht die Lage im Mittelfeld darüber hinaus aus? Der Kadercheck.

Zentrales Mittelfeld

Das zentrale Mittelfeld ist das Herzstück einer jeden Mannschaft. Umso schwerwiegender ist es, dass der FCA auf dieser Position zuletzt eher schwach besetzt war. Im Mittelfeld herrschte vor der Saison der größte Handlungsbedarf, auch weil Sechser Rani Khedira den Verein nach vier Jahren verlassen hat. Manager Stefan Reuter war also gefordert – und scheint seine Hausaufgaben mehr als ordentlich gemacht zu haben.

Dorsch und Maier – U21-Duo als Schaltzentrale

In der Zentrale scheint Neuzugang Niklas Dorsch gesetzt. Der 23-Jährige deutete im Pokal gegen Greifswald bereits an, wie sehr er dem FCA mit seiner Spielintelligenz weiterhelfen kann. Das 4:2 war mustergültig per Chipball vorbereitet. An ihm werden die Fans noch viel Freude haben.

Da hat Stefan Reuter schon einen großen Fisch an Land gezogen (Foto via imago)

Neben ihm könnte Arne Maier auflaufen. Der Olympia-Fahrer gewann vor wenigen Wochen die U21-Europameisterschaft – zusammen mit Niklas Dorsch. Das Duo bildete das zentrale Mittelfeld mit Dorsch als defensiveren Part sowie Maier als Achter und harmonierte perfekt. Beide waren ein Garant für den Titel. Hier könnte der FCA einen echten Transfercoup hingelegt haben.

Gegen Greifswald startete Jan Moravek neben Dorsch im Mittelfeld. Der Tscheche, mittlerweile seit neun Jahren im Verein, spielte eine gute Vorbereitung und genießt das Vertrauen von Markus Weinzierl. Schon zu Europa-League-Zeiten arbeiteten die beiden zusammen. Ist Moravek fit, ist er fast gegen jeden Gegner eine Option für die Startelf. Seine Ballsicherheit kann dem FCA-Spiel nur guttun.

Moravek scheint derzeit der erste Kandidat zum Durchrotieren zu sein. Carlos Gruezo ist in der Vorbereitung hingegen etwas aus dem Blickfeld geraten. Das liegt auch an seiner Corona-Infektion bei der Copa America. Vergangene Saison schien er den Sprung zum Stammspieler zu packen. Jetzt, samt neuer Konkurrenz, werden die Karten neu gemischt.

Eine weitere Optionen auf der Sechs ist Tobias Strobl. Der Routinier konnte vergangene Saison nicht in die Fußstapfen von Daniel Baier treten und laboriert derzeit an einer Sprunggelenksverletzung. Wenn der frühere Gladbacher zum Team zurückkehrt, wird es schwierig, auf Einsatzzeiten zu kommen.

Das gilt auch für Tim Civeja. Das Eigengewächs feierte vergangene Saison seine ersten Einsätze im Profibereich. Dem 19-Jährigen wird in Augsburg viel zugetraut, aber ob er diese Saison sonderlich viele Einsatzminuten sammelt, ist fraglich.

Für Tim Civeja wünschen wir uns auch einiges an Einsatzzeit (Foto via imago)

Insgesamt ist der FC Augsburg im zentralen Mittelfeld mehr als gut aufgestellt. Von den Namen brauchen sich die Schwaben hier auch nicht vor der Bundesligakonkurrenz verstecken. Sollten Spieler verletzt oder gesperrt sein, gebe es mit den Innenverteidigern Reece Oxford und Jeffrey Gouweleeuw weitere Optionen für die Sechs. Der FCA-Kapitän bekleidete die Position bereits in Alkmaar und kann im Mittelfeld seine Spielstärke und Übersicht ideal ausspielen. Wäre Gouweleeuw nicht so wichtig für die Defensive, würden ihn die FCA-Fans bestimmt öfter weiter vorne sehen.

Rechtes Mittelfeld

Auf der rechten Außenbahn scheint Daniel Caligiuri gesetzt. Es ist zwar auch vorstellbar, dass der 33-Jährige unter Markus Weinzierl defensiver agiert, doch wir sehen ihn aktuell (noch) in der Offensive. Der Deutsch-Italiener, der sich derzeit von einer Coronainfektion erholt, will an die gute vergangene Spielzeit anknüpfen.

Gegen Greifswald spielte André Hahn auf rechts. Der gebürtige Niedersache spielte sich vergangene Saison in den Fokus, zeigte seine besten Leistungen allerdings in zentralerer Rolle. Es bleibt spannend, wie Weinzierl mit ihm plant.

Der derzeitige Topscorer (Foto: Eibner-Pressefoto via imago)

Konkurrenz erhält das Duo unter anderem von Neuzugang Lasse Günther. Der 18-Jährige, der bereits in der Jugend beim FCA kickte und nun vom FC Bayern an den Lech zurückgekehrt ist, soll allerdings behutsam an die Profis herangeführt werden. Stammspieler ist Günther nicht, eine vielversprechende Alternative jedoch allemal.

Linkes Mittelfeld

Im linken Mittelfeld deutet alles auf den im Pokal gesperrten Ruben Vargas hin. Der Schweizer EM-Fahrer hat seinen Vertrag in Augsburg erst verlängert und könnte unter Weinzierl eine tragende Rolle einnehmen. Der flinke 23-Jährige hat schon einige hervorragende Ansätze gezeigt. Sein Potential scheint allerdings noch nicht vollends ausgeschöpft. Dem FCA kann dies nur recht sein.

Konkurrenz auf links hat Vargas derzeit eher wenig. Gegen Greifswald setzte Weinzierl auf einen starken Fredrik Jensen. Wir sehen den Finnen aber eher in der Zentrale. Das offensive Mittelfeld haben wir bereits in unserem Offensiv-Check unter die Lupe genommen.

Eine positive Überraschung in dieser Saison könnte Maurice Malone sein. Das FCA-Eigengewächs ist frisch von seiner Leihe aus Wiesbaden zurückgekehrt und soll eine Chance im Profikader bekommen. Zwölf Tore und neun Vorlagen für den SV Wehen lesen sich stark. Nun muss der 20-Jährige jedoch zeigen, dass er auch in der Bundesliga mithalten kann. Die Veranlagungen dazu hat der gebürtige Augsburger.

Wir gratulieren herzlich zum ersten Pflichtspieleinsatz für die Profis! (Foto via imago)

Wie Weinzierl mit Noah Joel Sarenren Bazee plant, ist noch unklar. Der Deutsch-Nigerianer kann beide Außenbahnen bekleiden, gilt allerdings als extrem verletzungsanfällig. Bleibt der frühere Hannoveraner und Wunschtransfer von Martin Schmidt fit, kann er zu einem wichtigen Puzzleteil im Augsburger Spiel werden. Wenn auch nur als Joker.

Fazit: Der FC Augsburg ist auf den Außenbahnen im Prinzip ordentlich aufgestellt. Gerade die Startelfkandidaten versprechen einiges. In der Tiefe wird es allerdings dünn, zumal Sarenren Bazee sehr verletzungsanfällig ist und sich Günther wie auch Malone erst noch beweisen müssen. Nach dem Abgang Marco Richters könnte der FCA daher noch einmal nachjustieren. Hier gilt allerdings das Credo: Nur etwas machen, wenn es die Mannschaft wirklich weiter bringt.

Augsburg angelt Dorsch – Chapeau, FCA!

Herzlich willkommen in Augsburg, Niklas Dorsch. Der FC Augsburg hat mit dem U21-Europameister seinen dritten Neuzugang für die neue Saison bekanntgegeben – und dabei einen richtig dicken Fisch an Land gezogen. Dem gesamten FCA ist zu diesem Transfer nur zu gratulieren.

Dorsch hat in Augsburg einen Vertrag bis 2026 unterschrieben und kommt aus Belgien in die Fuggerstadt. Nachdem er sich beim FC Bayern nicht durchsetzen konnte, wechselte der gebürtige Oberfranke 2018 zum FC Heidenheim. Nach zwei starken Zweitligasaisons entschied er sich im Sommer zu einem Wechsel zum belgischen Erstligisten KAA Gent. Die Dienste des Mittelfeldspielers waren dem Meister von 2015 rund 3,5 Millionen Euro wert. Wie Felix Uduokhai und Marco Richter wurde er für die Olympischen Spiele nominiert.

Dorsch löst DIE Problemstelle im Augsburger Team

Die Ablösesumme soll sich auf sieben bis acht Millionen Euro belaufen. Viel Geld für den in puncto Marktwert und TV-Erlösen immer noch als Abstiegskandidat deklarierten, “kleinen” FC Augsburg – gerade in Zeiten von Corona. Hier sei zunächst erwähnt, dass sich der FCA finanziell deutlich sattelfester durch die Krise manövrieren konnte als andere Klubs. Zudem sei an die Verpflichtung Felix Uduokhais erinnert, dessen kolportierte sieben Millionen Euro Ablöse mancher Fan als zu hoch ansah. Nach einer starken Saison des Innenverteidigers sollte allen klar sein, dass sich diese Investition gelohnt hat. Nun ist freilich nicht gesagt, dass Dorsch ähnlich stark performen wird. Es spricht jedoch eine Palette an Argumenten für einen Transfer.

Dorsch ist zentraler Mittelfeldspieler und löst damit die Baustelle im Augsburger Kader. Dass auf der Sechs beim FCA etwas passieren muss, ist spätestens seit dem Abgang Rani Khediras klar. Im Grunde genommen herrschte schon seit der – für die Rosenau Gazette immer noch unfairen – Degradierung Daniel Baiers Handlungsbedarf. Tobias Strobl konnte den langjährigen Capitano leider nicht adäquat ersetzen. Das zentrale Mittelfeld, eigentlich das Herzstück einer jeden Mannschaft, verpasste es in der abgelaufenen Bundesligasaison, das Spiel zu lenken. Die vor der Abwehr positionierte Kette wurde oft und viel zu leicht überspielt. Der defensive Zugriff fehlte ebenso wie die Ausgewogenheit zwischen Rückwärtsbewegung und Angriffsspiel.

Zweikampfstark, ballsicher, Führungsspieler – das ist Niklas Dorsch

Dorschs Stärke ist, dem Spiel Stabilität zu geben. Er ist zudem ein Spielertyp, der proaktiv Zweikämpfe sucht. In der abgelaufenen Saison kommt er auf die ligaweit vierthäufigsten erfolgreichen Tacklings. Dass sich Dorsch in jeden Zweikampf schmeißt, war zuletzt bei der U21-Europameisterschaft zu sehen. Als Stammspieler hatte er entscheidenden Anteil am Titel und bekam daraufhin viele Lobeshymnen. Sogar Vergleiche mit Bastian Schweinsteiger oder Joshua Kimmich wurden gezogen. Das liegt auch an Dorschs Auftreten auf dem Platz. Der 23-Jährige ist ein Leader und übernimmt Verantwortung. In der U21 ist zwar Mittelfeldkompagnon Arne Maier Kapitän, doch die Kommandos kommen von Dorsch. Der 1,78-Meter-Mann übernahm auf dem Rasen seit jeher Verantwortung. In der Jugend des FC Bayern trug er die Kapitänsbinde, in der U17 übrigens unter einem gewissen Heiko Herrlich. Zudem scheint der Oberfranke äußerst sympatisch und bodenständig zu sein. Das zeigen etwa seine bedachten Wechsel nach Heidenheim und Gent sowie sein Interview nach dem gewonnen EM-Titel.

Darüber hinaus punktet Dorsch außerdem mit seinen Passwerten. Eine Passquote von 88,2 ist hervorragend – erst recht, wenn man bedenkt, dass der FCA in dieser Kategorie mit durchschnittlich 78,1 Prozent einen Abstiegsplatz belegt. Um es drastisch auszudrücken, Ballsicherheit erzeugte im Augsburger Mittelfeld in der abgelaufenen Saison lediglich Jan Moravek. Er stand in fünf Partien auf dem Platz.

Mit seiner leidenschaftlichen Spielweise sollte Niklas Dorsch gut nach Augsburg passen. (Foto via imago).

Erste Liga Belgien – unter dem Radar, aber deswegen schlecht?

Der Schritt in die in der öffentlichen Wahrnehmung eher schwächere Jupiler Pro League schien für einige Beobachter etwas ungewöhnlich, zahlte sich jedoch vollends aus. Dorsch war in Gent absoluter Stammspieler und kam in 43 Spielen zum Einsatz. Dabei gelangem dem Rechtsfuß je vier Tore und Assists. Dorsch blickt auf eine persönlich starke, gleichzeitig aber auch turbulente, unbefriedigende Spielzeit zurück. Der Vorjahreszweite Gent schied sang- und klanglos aus der Europa League aus (0 Punkte, 4:15 Tore) und wurde am Ende der Saison – unter der Regie von insgesamt vier verschiedenen Trainern – nur Siebter. Dorsch zog im Interview mit Transfermarkt.de daher auch ein etwas gespaltenes Fazit. “Es war ein Wechselbad der Gefühle. Sportlich war es nicht das beste Jahr, aber für meine persönliche Entwicklung sehr wichtig.”

Dorsch kam in fünf der sechs Europa-League-Spiele Gents zum Einsatz. Das krachende Aus der KAA in einer Gruppe mit Hoffenheim, Belgrad und Liberec konnte aber auch der deutsche U21-Nationalspieler nicht verhindern. (Foto via imago)

“Liga steht absolut im Fokus”

Die belgische Liga als schwach abzustempeln, zeigt nur, dass man sich nicht wirklich mit ihr auseinandersetzt. Die Division 1A hat sich in den letzten Jahren zu einer Anlaufstelle für junge Talente entwickelt. Dorsch: “Wenn man die Transfers aus der belgischen Liga heraus in den letzten Jahren betrachtet, steht sie aus meiner Sicht absolut im Fokus der großen Fußballnationen.” Gent etwa hat vor einem Jahr den kanadischen Mittelstürmer Jonathan David für 27 Millionen nach Lille transferiert – nun wurde er französischer Meister mit dem LOSC. Leverkusens Leon Bailey lernte das Fußballspielem beim KRC Genk. Die Liste der Profis, die in jüngster Vergangenheit aus der Jupiler Pro League zu europöischen Spitzenklubs gewechselt sind, ist lang. Gemein haben viele Transfers die enorme Marktsteigerung der Profis. Belgiens Erstligisten sind zwar regelmäßig in den europäischen Pokalwettbewerben vertreten, spielen im Konzert der Großen jedoch keine große Rolle. Das wissen die Klubs. Sie positionieren sich bewusst als Ausbildungsvereine und sind dahingehend mit der niederländischen Eredivisie vergleichbar. Genk etwa verpflichtete Mittelfelmann Sergej Milinković-Savić für rund 400.000 Euro. Nach einer guten Saison war der serbische Nationalspieler Lazio Rom 18 Millionen Euro wert.

Jugend forscht

Dass man mit Dorsch nun auf einen 23-Jährigen setzt statt einen Ü30-Mann ablösefrei an den Lech zu lotsen, ist nur zu begrüßen. Ja, Erfahrung ist viel Wert und es ist nach wie vor wichtig, Spieler wie Strobl im Kader zu haben. Der FC Augsburg ist aber nunmal ein Ausbildungsverein und muss auch die Zukunft im Blick haben. Die Investition in junge Talente ist die vollkommen richtige Strategie, um langfristig in der Bundesliga mithalten zu können. Spieler wie Felix Uduokhai oder Ruben Vargas zeigen den allmählichen Kurswechsel in der Augsburger Transferphilosophie, auch wenn die Mannschaft immer noch zu den ältesten in der Bundesliga zählt Den FCA-Fans muss bewusst sein, dass beide nicht mehr allzu lange in Augsburg unter Vertrag stehen werden. Was sportlich wie aus Gründen der Verbundenheit schmerzt, ist finanziell lukrativ. Beide Spieler werden den Verein mit einem Transferplus verlassen.

Pauls und Reuter als Pluspunkt

Die Installation von Timon Pauls als Kaderplaner vor zwei Jahren scheint sich allmählich auszuzahlen. Der 29-Jährige war zuvor Chefscout im Nachwuchsleistungszentrum des FC Bayern und begleitete dort Spieler wie Alphonso Davies oder Jamal Musiala – und eben auch Niklas Dorsch. Pauls war von 2015 bis 2019 “Head of Academy Recruitment” beim FCB. Dorsch spielte bis 2018 im Münchner Nachwuchs. Dass der Mittelfeldspieler nun nach Augsburg wechselt, dürfte zwangsläufig auch am für seine kommunikativen Fähigkeiten und sein starkes Netzwerk geschätzten Kaderplaner liegen.

Lobend erwähnt werden muss hier allerdings auch Stefan Reuter. Dem Manager, der zuletzt wegen der erneuten Entlassung eines von ihm installierten Trainers wieder in die Kritik geraten war, gelang der nächste Transfer-Coup. Dabei scheint sich der langfristige Kontakt zu den Spielern auszuzahlen. Schon zu Dorschs Heidenheimer Zeiten war der FC Augsburg interessiert. Ein Wechsel kam nicht zustande, die Drähte zu Dorschs Beraterfirma blieben aber bestehen. Ähnlich agierte der FCA bei Alfred Finnbogason, den Reuter und Weinzierl schon 2013 statt erst 2016 verpflichtet hätten sowie bei Florian Niederlechner. Dorschs Management berät übrigens auch Felix Uduokhai und Tobias Strobl. Christian Nerlinger ist zudem Gründer der CN Sports GmbH. Nerlinger hat engen Kontakt zu Reuter, beide spielten zusammen bei Borussia Dortmund. Man kennt sich also. Dass Dorsch trotz anderer, nahmhafter und finanziell besser aufgestellten Interessenten nach Augsburg wechselt, ist dem Führungsduo hoch anzurechnen.

2019 lotste Reuter Pauls nach Augsburg – auch um die Kaderausrichtung jünger zu gestalten. (Foto via imago)

Unterhält man sich mit Augsburg-Fans, so löst die Verplfichtung Niklas Dorschs eine regelrechte Euphorie aus. Auch die Rosenau-Gazette ist begeistert von diesem Transfer und möchte diese Freude nicht trüben. Aber man sollte sich einerseits klar sein, dass Dorsch den Verein nach womöglich zwei guten Saisons wieder verlassen könnte und andererseits die Erwartungen an einen jungen Spieler nicht zu hoch ansetzen. Wir freuen uns dennoch sehr über diesen Wechsel und sehnen den Tag herbei, an dem Rolf Störmann Augsburgs neue Nummer 30 das erste mal in einem vollen Stadion ausruft. Herzlich willkommen bei Rot-Grün-Weiß, Niklas!

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