TGIF: Der Angstgegner geht um!

Aktuell sind wir Augsburger wieder sehr ernüchtert. Von den Leistungen unserer Mannschaft in der Rückrunde. Und auch speziell von der (Nicht-)Leistung gegen Freiburg. Ich bin ganz ehrlich, habe das Spiel gar nicht erst gesehen. Von allen Seiten wurde mir gesagt, ich hätte nichts verpasst und meine Zeit wahrscheinlich besser genutzt.

Wenn ich mir die Fakten zum Spiel zu Gemüte führe, fühle ich mich darin bestätigt. Klar, Statistiken sagen nicht alles aus und vermögen es auch nicht, ein ganzes Spiel zu beschreiben. Dennoch liegt in diesen Zahlen viel Wahrheit. Und darüber hinaus noch viel mehr Aussagekraft. Statistisch interessiert auch das Endergebnis und da steht nun mal ein 1:1 nach 90 + X Minuten. Doch war dieses Ergebnis wahrscheinlich noch das Beste am ganzen Spiel. Jetzt steht Bayer Leverkusen vor der Tür und das stimmt mich nicht gerade positiv!

Zahlen lügen nicht…

Vergegenwärtigen wir uns doch die ganze Ansammlung an Statistiken einmal:

[FCA-SCF]

9 – Torschüsse – 20
112,54 km – Laufleistung – 112,67
234 – gespielte Pässe – 658
89 – Fehlpässe – 103
62% – Passquote – 84%
27% – Ballbesitz – 73%
41% – Zweikampfquote – 59%
22 – Foul gespielt – 5
1 – Abseits – 2
0 – Ecken – 3

Spielerisch durchschaubar und limitiert agieren wir schon mindestens seit dem Anbeginn der Rückrunde. Doch das, was der FCA am vergangenen Samstag gegen Freiburg gezeigt hat, erinnert an längst vergangene Tage. Auch war dies sicherlich nicht der geforderte „Extrameter“, den Trainer Martin Schmidt in der Pressekonferenz vor dem Spiel von einem jeden Profi verlangt hat. Auch ging keiner voran auf dem Platz, man warf sich zwar massenweise in Zweikämpfe. Aber zog meistens den Kürzeren und konnte sich nur mit Fouls behelfen. Dies ist auch gut an der Zweikampfquote und der Anzahl der Fouls erkennbar. Die Passquote und der Ballbesitz in Prozentwerten sind weiterhin erschreckend.

Der einzige Spieler des FC Augsburg mit einer Passquote unter den TOP100 der Bundesliga -Spieler: Felix Uduokhai mit momentan 81 Prozent auf Platz 77 (Photo by Jörg Halisch/Bongarts/Getty Images)

Man könnte nicht meinen, dass unser FC Augsburg am 15.2. ein Heimspiel in der WWK-Arena hatte. Aber das Gute ist eigentlich, man kann an solchen „Einstellungen“ arbeiten und wir haben das auch insbesondere zum Ende der Hinrunde schon viel besser gemacht. Erinnert irgendwie alles an den schwachen Hinrundenauftakt der aktuellen Saison. 5 Spiele, 4 magere Punkte von 15 möglichen, 6 Tore geschossen und 14 kassiert. Sehr ernüchternde Bilanz zu diesem Zeitpunkt. Noch ist nichts verloren, doch ausgerechnet jetzt müssen wir am Sonntag gegen Bayer Leverkusen ran. Ein Team, bei dem es bisher für uns nix zu holen gab und gegen das wir bisher immer sehr, sehr alt aussahen.

Auch das weitere Programm wird hart für das Team rund um Kapitän Daniel Baier, denn nach Leverkusen ist vor Gladbach und nach Gladbach ist vor Bayern München! Die kommenden 3 Spieltage geht’s also gegen drei Top-5-Teams und in allen drei Spielen leer ausgehen ist schlicht und ergreifend nicht drin!

UNSER GEGNER: Bayer Vizekusen– Der ewige Zweite

Nun zu unserem Gegner und Gastgeber am Sonntag, dem 23.02.2020 (möge dieser Tag uns Glück bringen und als erster FCA-Sieg gegen Leverkusen in die Geschichte eingehen). Leverkusen ist auch bekannt als Werkself, da erste und einzige Gesellschafterin der GmbH die in Leverkusen beheimatete Bayer AG ist. In den letzten 20 Jahren erarbeitete sich die Leverkusener Mannschaft den heimlichen Kosenamen „Bayer Vizekusen“, da Leverkusen insgesamt fünf Mal Zweiter in der Endtabelle der Bundesliga wurde und somit „Vizemeister“.

Der Verein spielt seit 1979 durchgehend in der höchsten deutschen Spielklasse und konnte 1993 den DFB Pokal sowie 1988 den UEFA Pokal gewinnen. Bayer Leverkusen gehört für mich zu den Top Teams der Bundesliga und hat auch in dieser Saison wieder ein schlagkräftiges Team zusammengestellt. Eine Mischung aus erfahrenen Stammkräften wie Kevin Volland und den Bender-Zwillingen sowie jungen Spielern, wie bspw. Jonathan Tah, Nadiem Amiri, Kai Havertz und Leon Bailey.

Gerade noch gegen Porto gewonnen. Am Wochenende geht es dann schon wieder gegen den FC Augsburg. Hilft uns die Doppelbelastung der Werkself? (Photo by Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images)

Gegen Union Berlin stand folgende Elf auf dem Platz – mit einem Marktwert von sage und schreibe 292 Mio. Euro (das ist mehr als doppelt so viel wie der mit 33 Spielern bestückte Kader des FCA!). Schätzungsweise läuft die selbe Elf auch gegen uns auf:

Hradecky – Tapsoba, S. Bender, Tah – Wendell, Amiri, L. Bender ©, Weiser – Bailey, Volland, Havertz

Gut für uns ist, dass am Donnerstagabend Bayer Leverkusen den FC Porto zum Hinspiel des Europa League Sechzehntelfinale erwartet. Vielleicht sind die Leverkusener dann gegen uns recht müde. Verlassen sollten wir uns drauf allerdings nicht.

WAS MACHT EIGENTLICH… – Jens Hegeler?

Jens Hegeler, mittlerweile 32 Jahre alt, schloss sich als 18jähriger Bayer Leverkusen an. Zwischen 2008 und 2014 absolvierte der Mittelfeldspieler 48 Spiele und erzielte dabei 3 Tore. In der Rückrunde der Saison 2008/2009 wechselte er zum damaligen Zweitligistem FC Augsburg. Auch in der Saison 2009/2010 schnürte er die Fußballschuhe für den FCA auf Leihbasis. In Augsburg war er vor allem in der Saison 09/10 Stammspieler im defensiven Mittelfeld. Der groß gewachsene Fußballer entschied sich jedoch nach der Spielzeit für einen Wechsel – wiederum auf Leihbasis – zum Ligakonkurrenten 1. FC Nürnberg.

Jens Hegeler damals im Trikot von Bristol City. An dieser Stelle könnte eine Debatte über außergewöhnliche Trikotfarben beginnen. (Photo by Alex Pantling/Getty Images)

Nach zwei Spielzeiten beim „Club“ kehrte der gebürtige Kölner zu seinem Jugendclub Bayer Leverkusen zurück. Dort konnte er sich jedoch nie wirklich durchsetzen. Seine letzte deutsche Station war Hertha BSC Berlin, dort absolvierte er insgesamt 46 Bundesligaspiele. 2017 wagte er den Sprung auf die Insel und verbrachte eine Spielzeit bei Bristol City.[1] Mittlerweile ist er dem Fußball abtrünnig geworden und gründete 2018 mit seinem ehemaligen Kollegen Stefan Reinartz die Fa. „Impect GmbH“. Die Firma widmet sich der Analyse von Fußballspielen nach der sog. Packing-Methode[2]

Ausblick auf’s Spiel gegen Leverkusen

Die Quoten stehen jetzt nicht unbedingt gut für einen FCA Sieg. Zurecht. Man muss fast ein wenig bangen, dass uns Leverkusen überrollt und wir uns wieder 5 Tore einfangen. Martin Schmidt wird auf jeden Fall eine Menge Fragen zu klären haben, die das Freiburg-Spiel aufgeworfen hat. Der einzige Lichtblick: Die Kombo Iago und Max auf der linken Seite wusste im Ansatz zu gefallen. Kein einziger Spieler hat nur ansatzweise Normalform erreicht, so viel steht fest. Doch dass es auch anders geht, haben wir am Ende der Hinrunde gesehen – was wir da so gespielt haben und wie effektiv wir teilweise waren, Wahnsinn. Man reibt sich diesertags einfach nur die Augen und versucht diese – mit Verlaub gesprochen – Gurkentruppe in Einklang zu bringen mit der Mannschaft, die Hoffenheim eiskalt besiegt und gegen Bayern ein Remis geschafft hat.

Ich würde mir personelle Konsequenzen wünschen, vor allem im Mittelfeld. Die Umstellungen gegen Freiburg waren meines Erachtens frucht- und brotlos. Um mehr Durchschlagskraft zu erfahren und nicht gegen Leverkusen in Unterzahl im Mittelfeld zu stehen, wünsche ich mir die Rückkehr zum System mit nur einer Spitze. Gerne darf Eduard Löwen endlich mal von Beginn agieren. Rani Khedira kann auch gerne mal ein Spiel Pause bekommen, es wartet ein heißer Carlos Gruezo. Vielleicht bringt er ein wenig mehr Dynamik und Aggressivität ins Spiel. Etwas, das uns derzeit wirklich fehlt.

Personelle Konsequenzen – aber pronto!

Gegen die Offensive Extraklasse aus Leverkusen müssen wir defensiv wirklich gut stehen. Koubek darf auch endlich mal wieder einen Sahnetag erwischen. Wenn Martin nicht den Mann zwischen den Pfosten wechselt, wer weiß. Jeffrey, Felix und Tin – wer letztendlich auch spielen mag in der Innenverteidigung – müssen sich endlich am Riemen reißen. Alle drei hatten einen rabenschwarzen Tag erwischt gegen Freiburg und auch gegen Frankfurt. Auf rechts gehen uns die Mittel aus, Frambo wird’s wahrscheinlich in die Startelf schaffen und steht dort Leon Bailey gegenüber, eine unangenehme Sache. Gegen einen schnellen Kai Havertz und ebenfalls nicht langsamen Mitchell Weiser müssen wir auch auf den Außen richtig sattelfest stehen. Links können dies Iago und Max nur gemeinsam in den Griff kriegen. Auf rechts außen fehlen die Alternativen, von dem her stellt sich Richter von allein auf, obwohl er sehr müde und wenig spritzig wirkt. Bazee ist für mich leider (noch) keine Option.

Viel gespielt gegen Leverkusen und rechts hinten der schnellste Mann. Wie soll Martin Schmidt gegen Leverkusen am Frambo vorbeikommen? (Photo by Sebastian Widmann/Bongarts/Getty Images)

Ich prognostiziere und hoffe daher auf folgende Elf, ohne die PK schon gesehen zu haben – die kommt auch erst am Freitag:

Koubek – Iago, Jeff, Udo, Frambo – Gruezo, Baier – Max, Löwen, Richter – Niederlechner.

Eminent wichtig wird es gegen Leverkusen sein, defensiv nicht zu hoch zu stehen, sich nicht 60 Minuten die Sporen heiß zu laufen und dann in sich zusammen zu fallen (so gesehen gegen Dortmund). Es geht darum hinten sattelfest zu stehen und wieder ein gepflegtes Umschaltspiel auf den Platz zu bekommen. Das fehlte mir komplett gegen Freiburg – ich sah wie gesagt nur einzelne Ausschnitte des Spiels, man mag mich daher auch gerne korrigieren, wenn ich falsch liege.

Tugend, Ausstrahlung auf dem Platz, unbändigen Wille – all das fordere ich für den kommenden Sonntag. Noch wird’s uns beim Blick über die Schulter (tabellarisch) nicht heiß, aber dies kann spätestens nach dem Spiel gegen die Bayern ganz anders aussehen, wenn wir nicht anfangen zu punkten und uns nicht regelmäßig die Tordifferenz verhageln lassen. Die Mitkonkurrenten schlafen nicht, Paderborn und Mainz punkten genauso unregelmäßig wie wir; Köln, Union und Düsseldorf sind für Überraschungen (und Siege) gut. Nur in Bremen sieht’s nicht ganz so rosig aus. Wir müssen aber mindestens zwei, besser drei hinter uns lassen.

Also Jungs und Martin/Stefan (u.v.m.), fasst euch an die eigene Nase und zieht den Kopf ausm Sumpf. Noch ist nicht aller Tage Abend – und ich bin mir sicher, der FCA kommt wieder, keine Frage.

Tipps der Redaktion

  • Sebastian: “Trainer und Mannschaft zeigen die richtige Reaktion auf meinen Brandbrief und fertigen Leverkusen mit 3-0 ab. Luthe hält vor allem in der spannenden Schlussphase mit aberwitzigen Paraden den Sieg fest. Volland erklärt kurz nach Spielende seinen Abschied vom Profifussball. Er habe jetzt alles gesehen, heißt es.”
  • Irina: “Schwierige Angelegenheit. Nachdem ich mit meinem Tipp ja gegen Freiburg goldrichtig lag, hoffe ich nun dieses Mal, dass ich daneben liege. Denn ich prognostiziere aufgrund düsterer Faktenlage eine 3 zu 1 – Niederlage. Sorry, Jungs – vielleicht nehmt ihr es als Extramotivation 😉 “
  • Andy: “Ich habe in diesem Jahr schon viel Tragik erlebt auswärts und befürchte, dass Martin Schmidt die Probleme weiterhin nicht in den Griff bekommen hat. Warum sollte man daran denn auch glauben in der momentanen Situation. Es könnte uns einzig helfen, dass Bayer uns nicht für voll nimmt. Ich glaube wir verlieren recht bemüht 0:2”

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Jens_Hegeler

[2] https://www.n-tv.de/sport/fussball-em/Welcher-Pass-ist-effizient-welcher-nicht-article17927801.html

Mitgehalten

FC Augsburg – Bayer 04 Leverkusen
(11. Spieltag, 1:1)

Samstag 15:30 Uhr, noch nicht eisig kalt und trotzdem sahen nur 26133 Zuschauer das Bundesligaspiel gegen Bayer 04 Leverkusen live im Augsburger Stadion. Nach der Vermarktung des Abstiegskampfs in der Vorsaison ist das Zuschauerinteresse an einer fußballerisch überzeugend auftretenden Augsburger Mannschaft im ersten Saisondrittel nicht so groß, wie man das sich aus Sicht des Clubs erhoffen hätte können. Dabei verpassten die Zuhausegebliebenen erneut eine anspruchsvolle Fußballpartie, die für ausreichend Unterhaltung und Diskussionsstoff an diesem Herbsttag sorgte.

Die Ausgangslage

Gegen desolate Bremer hatte der FCA in der Vorwoche zurück in die Erfolgsspur gefunden und auswärts souverän drei Punkte eingefahren. 15 Punkte wies das Augsburger Punktekonto zu diesem Zeitpunkt einer Bundesligasaison noch nie auf und der FCA spielte weiterhin die beste Saison seiner Bundesligahistorie. Zu Hause gegen Bayer 04 Leverkusen wollte die Baum-Elf vor der Länderspielpause nachlegen und den positiven Trend mitnehmen.

Gegen Leverkusen hätte ich gerne schon früher gespielt. Nach dem Trainerwechsel im Sommer brauchte Heiko Herrlich eine Weile, bis seine Mannschaft seine Vorstellungen auf dem Platz umsetzen konnte. Nach einem etwas schwächeren Start in die Saison hatte Bayer 04 gerade in den letzten Spielen seinen Rhythmus gefunden und vor allem offensiv zu überzeugen gewusst. Zwei Siege am Stück waren das Ergebnis vor dem Aufeinandertreffen mit dem FCA.

Das Ergebnis

Am Ende trennten sich beide Mannschaften 1:1 Unentschieden. Punkt 16 hamstern wir gerne auf dem Weg zum Klassenerhalt in einer Saison, in dem uns jeder schon vorher abgeschrieben hatte. Dennoch bleibt ein gewisser Wehmut in Gedanken an das Spiel. Das Matchglück war nicht auf unserer Seite. Retsos fiel, schon gelb-verwarnt, in der ersten Hälfte der Ball im Sechzehner unglücklich auf den Arm. Ein Elfmeter blieb dem FCA verwehrt. Später setzte Caiuby einen Kopfball aus aussichtsreicher Position nur an den Pfosten. Uns gelang es nie, Leverkusen durch eine eigene Führung in Zugzwang zu bringen.

Nach Dansos wortwörtlichem Ausrutscher zu Beginn der zweiten Halbzeit, der Kevin Volland viel Platz bescherte, den dieser nutze, um das 1:0 zu erzielen, war es dann großes Glück, dass ebendieser Kevin Danso beim Eckball direkt danach den Ball zum Ausgleich über die Linie drücken konnte. Insgesamt geht das Unentschieden somit in Ordnung. Teams wie Leverkusen zu ärgern, sollte uns weiterhin ein Lächeln auf die Lippen zaubern.

Was war gut?

Bis auf in der Endphase, in der den Augsburgern die Luft etwas ausging, kam nie das Gefühl auf, dass Leverkusen wirklich gefährlich wäre. Das Gegentor entstand dann auch, nachdem einem unserer Spieler ein Missgeschick passierte und nicht alleine durch die spielerische Klasse des Gegners. Dabei hat Leverkusen eine der gefährlicheren Offensivabteilungen der Liga mit einem Berg an individuellem Talent. Es ist für mich doch äußerst beeindruckend, wie wir einen solchen Gegner mittlerweile durch Kompaktheit in der Formation, Aggresivität und Pressing auf unterschiedlichen Ebenen zermürben können.

Nach 11 Spielen kann daher leicht konstatiert werden, dass Manuel Baum die defensive Stabilität, die uns in der Vergangenheit schon stark machte, wiedergefunden hat. Die Mannschaft kann diese Eigenschaft mittlerweile auch dauerhaft abrufen. Dabei bilden Spieler wie Daniel Opare oder Rhani Khedira wichtige Eckpfeiler, die nicht nur mitlaufen sondern vorangehen. Hut ab vor dieser Entwicklung.

Was war schlecht?

Baum wählte mit Koo die etwas defensivere Anfangsformation und in der Sturmspitze kam der formstarke Michael Gregoritsch erneut von Anfang an zum Einsatz, wodurch Alfred Finnbogason auf die Bank musste. Zusammen mit Marcel Heller und Caiuby machten die offensiven Spieler des FCA zu wenig aus mehreren guten Umschaltgelegenheiten. Die Außenverteidiger Max und Opare schalteten sich immer wieder mit guten Impulsen in das Offensivspiel mit ein, was allerdings immer wieder verpuffte. Koo wurde offensiv durch den Gegner meist komplett aus dem Spiel genommen, während Heller und Caiuby zumeist glücklos agierten. An einem solchen Tag gelang es dann auch Gregoritsch nicht z.B. durch eine Einzelaktion ein Tor zu erzielen.

Gegen qualitativ hochwertige Gegner wie Bayer 04 Leverkusen kann man zwar mittlerweile auch die spielerischen Ansätze erkennen, die zum Erfolg führen könnten. In der Ausführung führen diese Ansätze dennoch nicht zu zwingenden Torchancen. Wenn man an diesem Tag etwas kritisieren will, dann wohl, dass die offensiven Bemühungen noch konsequenter zu Ende gespielt gehören, um Mannschaften wie Bayer 04 Leverkusen wirklich zum Wackeln bringen zu können.

Der Aufreger des Spiels

Natürlich geht es um die Szene in der 42. Minute als Referee Christian Dingert  zunächst auf Abstoß entschied. Er hatte danach Kontakt zu den Kollegen in Köln, die den Videobeweis bemühten und blieb schlussendlich bei seiner Entscheidung. Kein Elfmeter für den FCA, nach einem Handspiel von Retsos im Strafraum, dass Gregoritsch einen aussichtsreichen Abschluss versaute.

Es wäre jetzt einfach über den Videobeweis an sich zu lamentieren. Man könnte auch über die seit Jahren wenig eindeutige Handspielauslegung debattieren. Gestern lag das Problem allerdings beim Schiedsrichter vor Ort, der fachlich alles richtig gemacht hatte. Wenn allerdings das halbe Stadion inkl. der Bank der Augsburger nicht weiß, dass Abstoß gepfiffen war, dann ist das auf die ungenügende Kommunikation von Christian Dingert und seinem Team zurückzuführen. Dabei gehören die Schiedsrichter sicherlich von den offiziellen Stellen unterstützt und gecoacht, wenn diese nicht mit ihren ganz eigenen Skandalen beschäftigt sind.

Was kommt als nächstes?

Ausruhen und durchatmen. Erst in 2 Wochen geht es weiter, wenn der FCA zu den Bayern muss. Ob die bis dahin schon Meister sind und dies dadurch ein einfacheres Spiel wird, steht noch nicht zu 100% fest. Bis dahin bleibt zu hoffen, dass sich bei den Reisen zu den Nationalmannschaften niemand verletzt. Wer Philipp Max in diesen Tagen auf dem Rasen sieht, fragt sich, worauf Jogi Löw noch wartet. Wenn dieser Max nicht sehr schnell in den Fokus von größeren Clubs rutscht, dann wäre dies rätselhaft. Die Vertragsverlängerungen von ihm und Jeffrey Gouweleeuw, die Reuter noch im Sommer unter Dach und Fach gebracht hatte, sind dabei schon jetzt Gold wert. Vielleicht bietet sich ja auch schon bald die Gelegenheit ähnliche Gespräche mit Daniel Opare und Marwin Hitz zum Abschluss zu bringen.