Weinzierl unter Druck?

Der FC Augsburg hat vor Kurzem seine Jahreshauptversammlung abgehalten. Auf die finanziellen wie vereinspolitischen Aspekte der Veranstaltung soll in diesem Blog noch genauer eingegangen werden. Nun soll es aber um die Äußerungen von Klaus Hofmann gehen.

Der Vorstandschef des FCA nutzt derartige Veranstaltungen gerne, um deutlich Partei zu ergreifen. Hofmann spricht dabei das aus, was die Fanseele hören will. Die Aussagen haben nicht selten einen populistischen Touch – kommen in der Regel aber gut bei den Mitglieder an. So ätzte er etwa gegen den bei der Mehrheit unbeliebten Videobeweis und stichelte gegen “den einen oder anderen Schlaumeierkollegen aus der Bundesliga”, der den FCA als Investorenklub bezeichnet hatte. Namen nannte Hofmann keine, meinte aber wohl Union Berlins Präsident Dirk Zingler, der den FCA als “das kleine RB” kritisiert hat. Hofmann räumte mit diesem Irrglauben auf und sprach außerdem über die aktuelle Spielweise.

“Haben uns das Fußballspielen abgewöhnt”

Dabei zeigte Hofmann Verständnis für Kritik an der spielerischen Entwicklung der Schwaben. “Ich verstehe die Stimmen, die uns vorwerfen, dass die Entwicklung stagniert”, sagte Hofmann, nachdem er die nunmehr elf Jahre andauernde Ligazugehörigkeit als “unglaublichen Erfolg” lobte. “Ich kann beide Seiten der Medaille erkennen. So richtig schön ist unser Fußball in den letzten zweieinhalb bis drei Jahren nicht mehr.” Daran Schuld haben laut Hofmann auch die beiden Trainer Martin Schmidt und Heiko Herrlich.

“Wir haben uns systematisch das Fußballspielen abgewöhnt in den letzten zwei, drei Jahren. Es gab eine Phase, da haben wir nur auf Konter gespielt, und eine Phase, da waren wir nur defensiv und haben versucht, mit Glück ein Tor zu schießen.” Erstere Phase ist auf Umschalttrainer Schmidt zuzuschreiben, zweitere auf die destruktive Zeit unter Herrlich. Beide Coaches verpassten es, die spielerische Entwicklung voranzubringen. Die Kritik an beiden Trainern ist angebracht und berechtigt. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Hofmann als Klubboss die Installation des Duos direkt mitgetragen und damit auch zu verantworten hat.

Klaus Hofmann hatte auf der vergangenen JHV einiges zu bemängeln. (Photo by Stefan Puchner – Pool/Getty Images)

Vertrauen in Weinzierl: “passt zum FCA”

Nun stellt sich die Frage, ob unter dem neuen, alten Coach Markus Weinzierl alles besser ist. Der Saisonstart lässt diese Frage zumindest offen. Sechs Punkte nach neun Spielen sind deutlich zu wenig. Zur Wahrheit gehört zwar auch, dass der FCA ein schwieriges Auftaktprogramm mit Europapokalteilnehmern und -anwärtern hatte. Aber selbst gegen vermeintliche Teams auf Augenhöhe überzeugten die Schwaben nicht. Gegen Bielefeld (1:1) spielte man nur eine Halbzeit ansehnlichen Fußball, gegen Freiburg (0:3) und Mainz (1:4) war die Partie bereits nach einer halben Stunde entschieden.

Nachdem ein Viertel der Saison gespielt ist, wächst der Druck auf Mannschaft und Trainer. An anderen Bundesligastandorten wäre es bereits deutlich unruhiger. In Augsburg, wo es in den letzten fünf Jahren fünf unterschiedliche Trainer gegeben hatte, will man Personaldiskussionen offenbar vermeiden. Hofmann stellte sich demonstrativ hinter Weinzierl: “Ich halte ihn für einen erstklassigen Trainer und einen Menschen, der zum FCA passt.” Mit Weinzierl hatte man bereits Erfolg, das “wird man auch jetzt schaffen”. Gleichzeitig nahm Hofmann die Mannschaft in die Pflicht und sagte er sei “auch schon mal mit größerer Vorfreude zu Heimspielen gefahren”. Wer den 54-Jährigen schon einmal live im Stadion erlebt hat, weiß, dass da auch einmal deutlich schärfere Worte fallen.

Weinzierl muss liefern

Wie ist das Bekenntnis zu Weinzierl nun zu verstehen? Zunächst einmal spricht es nicht für die Leistung des FC Augsburg, dass ein solches Bekenntnis überhaupt notwendig ist. Den Saisonstart hatte man sich anders vorgestellt. Dass die sportliche Führung an Weinzierl festhalten will, ist nachvollziehbar. Den in Augsburg noch immer sehr beliebten Straubinger nach wenigen Monaten wieder zu schassen, wäre manchem Fan wohl schwer vermittelbar. Zumal es auf dem Trainermarkt derzeit nicht wirklich viele Alternativen gibt. Ein Domenico Tedesco zum Beispiel wäre allerdings interessant.

Bis Weihnachten trifft der FC Augsburg noch auf Stuttgart, Hertha, Bochum, Köln und Fürth. Spiele, in denen ein anderes Gesicht gezeigt werden muss, als am Freitag in Mainz. Der Auftritt der Mannschaft war schlicht bodenlos. Die Mainzer Fans sangen den FCA während der Partie sogar in die 2. Bundesliga.

Am Boden: Daniel Caligiuri und der FCA haben in Mainz sang- und klanglos verloren. (Photo by Matthias Hangst/Getty Images)

Die Situation ist ernst, keine Frage. Dass nun aber von einigen Fans bereits erste Forderungen nach einem Trainerwechsel laut werden, ist keineswegs hilfreich. Markus Weinzierl hat eine ernsthafte Chance verdient. Dass ihm Hofmann den Rücken stärkt, ist daher richtig. Klar ist aber auch: Weinzierl und die Mannschaft sollten dieses Vertrauen allmählich zurückzahlen und wieder zurück in die Spur kommen. Auch ein Einzug ins Pokalachtelfinale kann auf diesem Weg helfen.

Zeit, die eigenen Stärken zu erkennen

Mir brummt immer noch etwas der Kopf. Ich war am Freitagabend in Mainz und habe die Katastrophe hautnah erlebt. 1:4 verlor der FC Augsburg zu Beginn des Spieltags in Mainz, war über die gesamte Partie die schlechtere Mannschaft und verlor zu Recht in dieser Höhe und Deutlichkeit. Die Niederlage kommt, nachdem schon in anderen Partien zu Beginn der Saison (z.B. gegen Freiburg) wenig zusammenpasste, und gerade unter der Woche Klaus Hofmann öffentlich Markus Weinzierl den Rücken gestärkt hatte.

Hofmann kritisiert zwei Ex-Trainer: “Wir haben uns das Fußballspielen abgewöhnt” – Das kommt nicht von mir, sondern war kurz nach der Jahreshauptversammlung eine Überschrift beim kicker. Und nach dem Spiel in Mainz fragt sich wahrscheinlich auch Klaus Hofmann, welche Trainer er mit dieser Aussage genau gemeint hat. Ich war damals unter Martin Schmidt in Gladbach vor Ort, als es in der ersten Halbzeit 4 Gegentore gab. Auch Gumnys Slapstick ist mit dem von Koubek damals vergleichbar. So lange habe ich diese Mannschaft schon nicht mehr so schlecht spielen sehen. Die Entwicklung ist besorgniserregend.

Nach dem Spiel in Mainz wies Manager Reuter darauf hin, dass es auch beim ersten Mal unter Markus Weinzierl eine Weile gedauert habe, bis sich die Mannschaft gefunden hatte. Eine ganze Hinrunde des Grauens war das damals gewesen, bevor die Truppe ihre Identität fand und sich ab diesem Moment für nichts mehr zu schade war. Und was ab diesem Moment möglich ist, das haben wir damals und das hat Mainz letzte Saison gezeigt. Jetzt kommt es schlicht darauf an, diesen Wendepunkt zu finden. Auf die Suche geht der FCA mal wieder intern geschlossen. Eine Trainerdebatte gibt es nicht. Es kommt jetzt darauf an, dass es in der bestehenden Konstellation vorwärts geht. Raus aus dem sportlichen Loch.

Unsere sportliche Identität

Und nachdem mein Brummschädel nun lange genug darüber gegrübelt hat, wie der Weg zur Besserung aussehen könnte, möchte ich hier an dieser Stelle auch als Eigentherapie meine Gedanken einmal festhalten. Ich glaube, wir sollten alle gemeinsam einmal in den Spiegel schauen. Was ist unsere sportliche Identität? Was ist die Basis? In der Rückschau scheint mir das etwas verklärt zu sein. Der Fußball in der ersten Phase unter Markus Weinzierl war nicht immer attraktiv. Und die Attraktivität entstand mit Sicherheit nicht dadurch, dass wir Gegner im Ballbesitz dominieren konnten.

Ich möchte denn auch einmal Klaus Hofmann korrigieren. Wir haben uns nicht das Fußball spielen abgewöhnt. Wir haben uns abgewöhnt, dahin zu gehen, wo es weh tut und uns unbeliebt zu machen. Wir sind auch deshalb die graue Maus der Liga geworden, weil wir den Gegnern gleichgültig sind. Vor ein paar Jahren, wurden wir respektiert und man begegnete dem Team mit Antipathie, weil wir so unangenehm zu spielen waren, wie kein Team außer uns. Diesen Ruf haben uns andere Teams wie die Frankfurter Eintracht oder auch Union Berlin in der Zwischenzeit abgenommen.

System hin, System her wird es in den nächsten Spielen darum gehen, zu diesen Grundtugenden zurückzukehren. Defensiv stabil zu stehen, die Räume eng zu machen und den Gegner in die Zweikämpfe zu zwingen. Und in den Zweikämpfen zu tun, was nötig ist. Fast als Fußnote möchte ich anmerken, dass wir ohne Felix Uduokhai vielleicht nicht das geeignete Personal haben, um dies erfolgreich mit 3er Kette umzusetzen. Robert Gumny wackelt mir persönlich zu sehr und ist vielleicht als klassischer Rechtsverteidiger besser aufgehoben (und kann sich dann auch offensiv einschalten). Ich könnte mir vorstellen, dass auch eine klassische Doppelsechs vor einer Viererkette in dieser Phase helfen könnte, stabiler zu werden und den Gegner ab dem Mittelfeld weniger Raum zu geben. Der Kern meiner Gedanken ist allerdings, dass wir uns wieder bereit sein müssen, uns unbeliebt zu machen. Nicht mit dem Gedanken zu verletzen, sondern um uns Respekt zu verschaffen.

Bereitschaft zum Notwendigen

Insgesamt ist es mir dabei vollkommen egal, welche 11 auf dem Platz stehen, so lange sie bereit sind, ihre Defensivaufgaben zu erledigen und sich in die Zweikämpfe zu werfen. Es ist dies vielleicht auch der Moment, an Tobi Werner zu erinnern. Tobi Werner, der Tore und Assists sammelte, allerdings mir nicht nur dafür im Gedächtnis blieb. Denn zu Zeiten von Tobi Werner sahen die Linksverteidiger regelmäßig alle gut aus. Er war so gut in der Rückwärtsbewegung und im Spiel gegen den Ball. Wir brauchen wieder diese Bereitschaft bei den Spielern, das Notwendige zu tun und sich für die Mannschaft aufzuopfern.

Für mehr Reinwerfen (Photo by Matthias Hangst/Getty Images)

Nebenbei braucht es dann einen besser ausgeführten offensiven Plan. Und auch hier sollten wir ehrlich in den Spiegel blicken. Lange Bälle nach vorne, werden immer ein Teil davon sein. Wir brauchen gerade deshalb offensive Zielspieler, die die Bälle festmachen und weiterleiten können und ich bin mir persönlich nicht sicher, ob diese Position mit Sergio Cordova optimal besetzt ist. Caiuby blühte hier früher auf. Alfred Finnbogason ist fit und wäre für mich ein geeigneter Kandidat. Genauso wie Gregerl Luftduelle kann. Aber auch an der Stelle ist mir scheißegal, wer es denn nun macht. Nur wir sollten diesen festgemachten langen Ball wieder als den Erfolg sehen, den wir brauchen, um dann auf die Außen zu spielen und mit Vargas und Hahn mit Wucht nach vorne zu stoßen.

Wo ist der Zusammenhalt?

Ein Teil dieses Plans sollte es auch sein, mit Fehlern umgehen zu lernen. Momentan ist es so, dass wir einknicken, sobald wir uns ein Gegentor fangen. Fehler sind notwendiger Teil des Fußballs. Sie werden immer wieder passieren. Es gilt sich auf diese Momente vorzubereiten und dann die Ruhe zu behalten. Mir ist es unbegreiflich, wie man sich selbst so aus dem Konzept bringen lassen kann. Warum man sich nicht gegenseitig bestärkt und am Plan festhält. Genügend Zeit gegen Mainz wäre allemal gewesen.

MAINZ, GERMANY – OCTOBER 22: Reece Oxford of FC Augsburg looks dejected after the Bundesliga match between 1. FSV Mainz 05 and FC Augsburg at Opel Arena on October 22, 2021 in Mainz, Germany. (Photo by Matthias Hangst/Getty Images)

Hierfür braucht es wieder mehr positive Unterstützung von Spieler zu Spieler als auch von den Rängen. Weniger Schuldzuweisungen und Zurechtweisungen. Mehr wir als ich. Und dafür braucht es die richtigen Charaktäre und die richtige Mischung auf dem Platz. Und den Support von den Rängen, jetzt wo es wieder möglich ist. “Augsburg hält zusammen” war das Mantra und sollte es wieder sein. Es braucht wieder eine Wagenburgmentalität, in der wir uns gegenseitig den Rücken stärken. Und an uns glauben, alle gegenseitig aneinander und jeder an sich selbst. Natürlich ohne sofort den Trainer oder die sportliche Leitung zu hinterfragen.

Rückbesinnung auf die Stärken

Das elfte Jahr spielen wir nun in der Bundesliga. Am Anfang war uns allen bewusst, dass wir mit einfachen Mitteln zum Klassenerhalt kommen müssen. Mittlerweile wurde von uns allen angenommen, es müsste eine sportliche Entwicklung geben. Bei den Renovierungsarbeiten am sportlichen System haben wir im übertragenden Sinne eine Leitung angebohrt und die Sicherung ist geflogen. Unser Spiel ist weniger körperlich geworden und hat seine Klarheit verloren. Der Zusammenhalt ist etwas verloren gegangen. In dieser sportlich schwierigen Phase kommt es nun darauf an, sich auf die eigenen Stärken zu besinnen. Wir sollten uns daran erinnern, was wir sportlich gut können und wie wir uns gegenseitig so unterstützen können, damit wir dieses Potential abgerufen bekommen.

Und mit Fokus auf diese sportlichen Stärken, und unsere Grundtugenden sollte der Trainer für Mittwoch eine Mannschaft identifizieren, die das vornehmliche Ziel hat, dem VfL Bochum einen möglichst unangenehmen Abend zu bereiten. Zu kratzen, zu beißen, zu kämpfen. Auf die eigenen Möglichkeiten zu lauern und diese zu nutzen. Denn als erstes sollten wir erkennen, wer wir sind. Wir sind der großartige FC Augsburg, der reihenweise Ziele erreicht hat, von denen keiner zu träumen wagte. Der das Anfield auf dem Lechfeld erschuf, nach Anfield fuhr und im Gegensatz zu Teams wie Mainz 05 noch nie aus der ersten Liga abgestiegen ist. Widerstände sind unsere DNA. Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Denn wir sind Augsburger und ihr nicht.

Spielerisch nicht in Topform

Dieser Text erschien zuerst in der Kolumne „Einwurf aus der Rosenau Gazette“ bei presse-augsburg.de.

Es ist doch misslich. Nach der Niederlage in Dortmund ist man auf der einen Seite nicht überaus frustriert. 2:1 gegen ein Team verloren, das einen Kader mit dem vielfachen Wert unseres Teams hat. Das abliefern muss, um oben dran zu bleiben. Wir haben uns verbessert gezeigt im Vergleich zur Partie gegen Freiburg. Weniger unkonzentriert. Spielerisch mit besseren Ansätzen auch in Richtung gegnerisches Tor. Mit Gelegenheiten für mehr als einen Treffer.

Zur zweiten Länderspielpause fällt das Urteil über den FC Augsburg in der Saison 2021/22 dennoch bisher ernüchternd aus. 5 Punkte stehen zu Buche. In sieben Partien schlug es 13 mal hinter Rafal Gikiewicz ein. 3 mal konnte der FCA selbst treffen. Während ersteres zumindest nicht komplett desaströs ist, bedeutet zweiteres das Tabellenende. Kein Club hat bisher weniger Tore erzielen können als der FCA. Mit Platz 15 ist man dann zu diesem Zeitpunkt noch gut bedient.

Nicht zu 100% da

Auch am Samstag nahm das Unheil in der Verteidigung des FC Augsburg seinen Lauf. Gerade Kapitän Jeffrey Gouweleeuw verursachte den Elfmeter, der zum frühen Rückstand führte. Der FCA kam dann zwar wieder in die Partie und konnte ausgleichen. Nicht lang nach der Halbzeit war es dann Rafal Gikiewicz, der den Brandtschen Fernschuss nicht parieren konnte. Muss er vielleicht nicht. Der Gike der letzten Saison hätte uns an der Stelle den Punkt vielleicht länger festgehalten. Am Samstag eben nicht.

Im Strafraum volles Risiko und auch ein bisschen mehr (Photo by Lars Baron/Getty Images)

Neben den Momentaufnahmen von Samstag fällt schnell auf, dass das Team manchmal geschlossen neben sich steht. Gegen Freiburg hat man sich in der ersten Halbzeit schlicht auseinandernehmen lassen. In den ersten Heimspielen ließ man in der Endphase der Partien noch Gegentore zu.

Offensiv harmlos

Dazu kommt offensive Harmlosigkeit. Selbst, wenn man defensiv ordentlich steht, geht nach vorne zu wenig. Statistischer Tabellenführer in Bezug auf Torschüsse ist zu diesem Zeitpunkt der Saison der FC Bayern München mit 128 Torschüssen. Schon auf Platz 3 folgt der FC Köln mit 108 Torschüssen. Wir hängen am Tabellenende mit 58 Versuchen. Wer nicht schießt, der nicht trifft, oder so. Einzig in einer torrelevanten Kategorie führen wir im momentan das Feld an: bei den Eigentoren (2).

Und so saß ich am Samstag vor dem Fernseher und habe in der Endphase der Partie auf den späten Ausgleich gehofft. Die Hoffnung hatte wenig Begründung außerhalb meiner fußballfan-begründeten Naivität und dem Glauben an den Lucky Punch. In der Realität auf dem Rasen gab es reihenweise Verstolperer und schlecht gespielte Pässe anstatt gefährlich vorgetragener Angriffe. Selbst bei nicht aussichtsloser Lage reichte das am Ende zu keinem Punkt mehr.

Wenig intensiv

Dabei ist die Spielweise des Teams manchmal nicht intensiv genug. Es werden die notwendigen Wege nicht gemacht. Der FCA sticht mit niedriger Passquote und geringen Ballbesitzwerten heraus. Dennoch rangiert man bei der Laufleistung nur im unteren Mittelfeld der Tabelle. Der FCA absolvierte laut kicker 788,82 km. Bielefeld lief im gleichen Zeitraum 831,65km, der FC Köln 823,32 km. Der FCA läuft eben hinterher, oder eben noch nicht mal.

An die eigenen Grenzen gestoßen. Jetzt dann mal so richtig durchstarten? (Photo by Andreas Schaad/Getty Images)

Dies zeigt auch die Anzahl der gewonnenen Zweikämpfe. Hier liegen wir mit 644 auf dem vorletzten Platz. Man darf an dieser Stelle einmal feststellen, dass das Team von Markus Weinzierl deutlich mehr Defensiv- als Offensivzweikämpfe führen muss. Und hier kommen wir im Ablaufen der langen Liste von Problemen vielleicht zur Ursache des meisten Übels.

Wohin mit dem Ball?

Über die Intensität heraus, besticht die Mannschaft damit, dass sie – genau wie unter Heiko Herrlich auch – mit dem Ball zu wenig anzufangen weiß. Die Ballbesitzquote von 41 % bedeutet -genau – den letzten Platz.

Das Problem liegt aus meiner Sicht am meisten im Spiel mit dem Ball. Die Entlastungsperioden sind zu kurz. Die Pässe nicht genau genug. Gerade einmal 74,7 % der Pässe erreichen ihr Ziel. Auch das ist statistisch schon wieder der letzte Platz.

Gerade im Spiel mit dem Ball sollte Weinzierl für Besserung sorgen. Auch schon unter Martin Schmidt lag das Problem in einem zu großen Fokus auf dem schnellen Gegenstoß ohne längere Ballbesitzphasen kreieren zu können. Heiko Herrlich schaffte keine Abhilfe. Unter Weinzierl sind es die Schmidtschen Probleme, die wieder auftauchen.

Noch gibt es Hoffnung

Und wie schon unter seinen Vorgängern bin ich auch jetzt wieder unter Markus Weinzierl als Fan etwas ratlos. Erneut fällt die Mannschaft immer wieder auseinander. Erneut gewinnt sie zu wenig Zweikämpfe und läuft ungewohnterweise zu wenig.

Weinzierls Kommandos müssen jetzt dann auch zu den richtigen Aktionen führen. (Photo by Christian Kaspar-Bartke/Getty Images)

Was macht Hoffnung? Weinzierl hat es in seiner ersten Amtszeit geschafft, über einstudierte offensive Abläufe zu Sicherheit zu kommen. Kernpunkt sind aus meiner Sicht die Umschaltmomente ins Ballbesitzspiel und das Gegenpressing der Gegner. Hier gilt es kühlen Kopf und den Ball auch mal in den eigenen Reihen zu bewahren. Auch zur Hoffnung beitragen kann an dieser Stelle, dass sich der Kern der Mannschaft – das zentrale Mittelfeld – noch nicht gefunden hat. Am Samstag konnte Dorsch nicht spielen. Dafür zeigte Arne Maier, warum in der FCA geholt hat. In diesem wichtigen Mannschaftsteil wäre zeitnah Stabilität gefragt.

Und so warten wir eine weitere Länderspielpause darauf, dass die Puzzlesteine an ihren Platz fallen und sich diese Mannschaft findet. Der abklingenden Weinzierlschen Honeymoon-Phase täte dies nur allzu gut. Meinem Fanherz dazu.

Zeit, Gänge hochzuschalten

Dieser Text erschien zuerst in der Kolumne “Einwurf aus der Rosenau Gazette” bei presse-augsburg.de. 

Mitten in der Saison könnte man sagen. Mehr als 10 Prozent der Spiele sind gespielt. Der FCA ist immer noch sieglos. Wenn man es positiv sehen will: die Mannschaft hat nur zweimal verloren (aber dabei 8 Gegentore kassiert). Nun ist es ja schon fast traditionell so, dass wir schlecht starten und zu Beginn der Saison keine Euphorie aufkommen mag. Reicht Geduld, oder hätte es andere Impulse während der Transferperiode bedurft?

Stefan Reuter ist erneut derjenige, der in der Pflicht steht. Seine Entscheidungen haben das Saisonende und den Beginn der Saison geprägt. Genau wie das letzte Jahrzehnt des FCA. Sein Handeln ist dabei keineswegs von blindem Aktionismus geprägt, sondern von Geduld und Nachhaltigkeit. In dieser Saison geht er erneut eine Risiken ein. Mir wird etwas mulmig, wenn ich über diese nachdenke. Der ein oder andere Dreier wären nötig, damit ich nicht weiter über die folgende Liste grübele:

Der Trainer

Ja, Markus Weinzierl hatte eine tolle erste Phase in Augsburg. Ja, er ist nicht nur im Vergleich zu Heiko Herrlich ein Sympathieträger. Derweil dürfen Zweifel angebracht werden, ob Weinzierls Arbeit einige Jahre später zu ähnlich erfolgreichen Ergebnissen führen kann. Zu Denken geben sollte, dass sich die Bundesliga laufend weiterentwickelt. Taktische Herangehensweisen, die noch vor einigen Jahren äußerst erfolgreich waren, sind durchschaut und entsprechend taktische Gegenmaßnahmen entwickelt. In seinen Amtszeiten auf Schalke und in Stuttgart konnte Weinzierl nicht beweisen, dass er Mannschaften auf die Erfolgsspur bringen kann. Zumindest nicht in der Zeit, die ihm gegeben wurde. Stefan Reuter setzt nun darauf, dass dies in Augsburg anders sein wird. Warum sollte dies so sein?

Nachgedacht wird intensiv. Ob die Pläne aufgehen? Wir werden sehen. (Foto: nordphoto GmbH / Engler nph00076 via Imago)

Verletzungsanfällige und Formschwache

Manche Spieler im Augsburger Kader sind – bei voller Gesundheit – absolute Leistungsträger. Leider sind sie zu selten im Vollbesitz ihrer Kräfte. Jan Moravek, ist hier zuallererst zu nennen, der sich direkt an einem der ersten Spieltage eine schwere Muskelverletzung zugezogen hat. Alfred Finnbogason fällt auch in diese Kategorie. Auch Raphael Framberger und Freddy Jensen sind in der Vergangenheit durch vielfältige Verletzungen aufgefallen.

Die Leistung anderer Spieler ist sehr formabhängig. Gregerl hatte eine Saison lang Tor um Tor geschossen. Auch Florian Niederlechner hatte eine Traum-Saison und danach ist die Tor-Quote deutlich abgeflacht. Sogar bei Rafal Gikiewicz zeigt sich momentan eine deutliche Formkurve.

Die Liste der Spieler ist recht lang und wie sich zeigt, werden nicht alle ihre Verletzungsanfälligkeit oder Formschwäche überwinden. Ich hoffe, wir sind darauf nicht angewiesen.

Manche müssen den Sprung schaffen

Bei einer weiteren Gruppe aus Spielern sind wir darauf angewiesen, dass sie dauerhaft auf Bundesliganiveau spielen können. Sie haben es bisher nicht unter Beweis gestellt. Und während es gerade bei Reece Oxford gut aussieht (ich hoffe, die Aussetzer sind Historie) benötigen wir eine ähnliche Entwicklung von Iago, Niklas Dorsch, Mads Pedersen, Sergio Cordova, Robert Gumny, Andi Zeqiri oder Lasse Günther.

Alle werden es nicht schaffen. Wenn sich allerdings keiner dieser Spieler sportlich weiterentwickeln würde, dann bekommen wir diese Saison ein Problem. Das Zauberwort heißt an dieser Stelle Konstanz. Konstanz auf hohem Niveau ist, was diese Spieler liefern müssen.

Führungsspieler

Jeffrey Gouweleeuw ist nun die zweite Saison der Kapitän der Mannschaft. Darum herum gibt es wohl immer noch einen Mannschaftsrat. Auf dem Platz ist manchmal keine eindeutige Führungsstruktur zu erkennen. Wer gibt Signale und wer nimmt auch in schwierigen Situationen das Heft des Handelns in die Hand? In den ersten beiden Heimspielen – gerade nach langer Abwesenheit der Fans – ist man in der Endphase der Spiele erstmal auseinander gebrochen. Das hier – außer Gike – auch intern dann mal die Fetzen fliegen, ist nicht erkennbar.

Zu viel Beschweren, zu wenig Verantwortung übernehmen. Zeit für die Wende. (Foto via Imago)

Daniel Caligiuri kam letzte Saison als erfahrene Kraft. Tobias Strobl auch. Insgesamt ist es mir zu ruhig, auch was das Commitment der Spielergemeinschaft zu den eigenen Ansprüchen und die emotionale Komponente angeht. Heiko Herrlich konnte nach Martin Schmidts Wirken die Einbrüche etwas eindämmen. Auf weitere sportliche Einbrüche habe ich ehrlich gesagt keinen Bock. Und mir ist nicht klar, wer außer den Führungsspielern auf dem Platz ansonsten in diesen Situationen die notwendigen Impulse geben sollte.

Die offensive Harmlosigkeit

Gegen Ende des Spiels nicht vollständig einzubrechen ist ja schon die absolute und armselige Mindestanforderung. Während über viele Jahre hinweg, die defensive Kompaktheit in Augsburg das wichtigste Augenmerk war, hat sich der Fokus in der letzten Zeit etwas gedreht. Heiko Herrlich hat uns offensive Harmlosigkeit eingetrichtert. Diese ist eine schwierige Marotte. Und während gegen Union Berlin zumindest Torabschlüsse und Gelegenheiten da waren (und auch Andreas Luthe seinen Teil dazu beitrug, dass wir kein Tor erzielten), war dies gegen die Frankfurter Eintracht noch nicht der Fall.

Offensiv bleiben wir noch zu oft harmlos und ohne Durchschlagskraft. Und hier muss sich etwas ändern. Dies ist auch genau der Bereich, bei dem auf dem Transfermarkt – vergleichbar mit der Verpflichtung von Max Kruse durch Union Berlin im letzten Sommer – auch von außen der Spirit geändert hätte werden können. Stefan Reuter verlässt sich darauf, dass es auch so klappt. Wie ich hoffe, dass er Recht hat.

Eine notwendige Kraftanstrengung

Wenn man die Verantwortlichen des Vereins fragt, dann lief in den letzten Jahren vielleicht nicht alles optimal, aber man war ja doch immer zufrieden. Das ist ein gefährlicher Pfad. Die letzten Jahre waren aus sportlicher Sicht nicht nur verlorene Jahre. Die Entwicklung war sogar rückläufig. Und wenn man sich die Tabelle in den letzten Jahren anschaute, dann war klar, dass es nicht an unserem sportlichen Können lag, dass wir die Klasse gehalten haben. Andere Vereine haben sich schlicht noch viel depperter angestellt. Unsere Entwicklung ist dabei doch recht vergleichbar mit der von Werder Bremen und anderen. Muss das irgendwann zum Abstieg führen? Nein, vielleicht auch nicht. Andere Clubs können uns immer wieder unterbieten. Ist das allerdings die Frage, die wir uns stellen wollen?

Ich wäre dann angefressen genug für eine Trotzreaktion und ein Aufbäumen. Und das schon nach vier Spieltagen. (Foto: nordphoto GmbH / Engler nph00076 via Imago)

Sportlich fehlt schon lange, dass wir nicht mehr der bissige und eklige Gegner sind, der den anderen Bundesligisten den Würgereiz vor den Partien gegen uns hervorruft. Frankfurt hat deutlich unangenehmer gespielt als wir. Wir lassen uns schlicht zu oft den Schneid abkaufen. Es fehlt auch die absolute Geschlossenheit. Die heutige Mannschaft mag deutlich höher veranlagt sein, als das frührere Teams waren. Die Konsequenz, mit der Ragnar Klavan, Raul Bobadilla, Sascha Mölders, HardKohr und andere Dinge geschlossen auf dem Platz auch mal erzwungen haben, ist weg. Über Marwin Hitz Ausgleich gegen Bayer 04 Leverkusen oder seine Manipulation des Elfmeterpunkts mal ganz zu schweigen.

Die Erkenntnis, dass wir als Club dauerhaft unsere Komfortzone verlassen müssen, um sportlich in dieser Liga eine Rolle spielen zu können, ist verloren gegangen. Mittlerweile sind wir die graue Maus. Noch nicht einmal Kampf und Einsatz heben uns noch hervor. Stefan Reuters größte Aufgabe ist daher wohl, diese wieder zu beleben. Daran wird diese Saison vieles, wenn nicht alles, hängen. Wenn ich daran denke, dass wir gegen Gladbach nächste Woche schon wieder vier Buden kassieren könnten, dann könnte ich kotzen. Es ist Zeit, die Ernsthaftigkeit der Lage in dieser Saison schon früh anzuerkennen. Und es ist Zeit, das Augsburger Biest wieder von der Leine zu lassen. ROOOAAAARRRR!

Das Duell der Trainer

In der letzten Episode unserer kleinen Weinzierl-Reihe haben wir uns bereits die Stationen Regensburg, Schalke und Stuttgart angeschaut, bei denen unser Trainer als Cheftrainer tätig gewesen ist. Seine Anstellung bei unserem FC Augsburg haben wir dort ganz bewusst nicht betrachtet, denn dafür haben wir uns etwas Besonderes ausgedacht: Ein kleines Trainerduell. Wie genau könnt ihr euch das vorstellen? Ganz einfach: Wir haben uns Markus Weinzierl und und die nachfolgenden Trainer geschnappt und uns ihre Bilanz über die jeweiligen Bundesligapartien hinweg genauer angeschaut. Dabei haben wir uns jedes einzelne Spiel angesehen und die Daten hierzu ausgewertet. Viele Fans haben eine große Hoffnung, dass Markus Weinzierl uns zu alter Stärke zurück führen kann. Doch bekamen wir unter ihm wirklich den besten FCA aller Zeiten zu sehen? Wir verraten es euch. Ring frei!

Die favorisierten Spielsysteme im Vergleich

Jeder Trainer hat seine eigenen Vorlieben, inwiefern er eine Mannschaft auflaufen lässt. Dieses System muss natürlich auf das Team und die Stärken der einzelnen Spieler abgestimmt sein und auch zu den Werten des jeweiligen Vereins passen. Ich denke, Markus Weinzierl hat diese in seiner zweiten Vorstellung am 27.04.2021 perfekt beschrieben:

Da müssen wir wieder hinkommen, die eigenen Stärken heraus zu kehren, die eigene Identität wieder zu finden. Eben aggressiv, mutig zu sein, Spaß am Zweikampf zu entwickeln und eklig zu sein. Ein ekliger Gegner zu sein, wo man unangenehm dem Partner gegenüber tritt – dem Gegenspieler. Und das hab ich vermisst und da will ich die Jungs von der Einstellung und der Mentalität her wieder hinbringen.

Markus Weinzierl bei seiner Vorstellung am 27.04.2021

Natürlich hat jeder Trainer seinen Favoriten. Wobei auch hierzu zu sagen ist, dass es auch innerhalb einer Saison verschiedene Varianten im Spielsystem geben wird, denn man muss sich auch auf die Spielart des Gegners einstellen. Zudem hängt auch alles davon ab, ob man das Spiel eher offensiv oder defensiv gestalten möchte. Offiziell gibt es 14 verschiedene Arten, wie ein Trainer seine Mannschaft zu Beginn aufstellen kann. Da wäre einmal das klassische 4231 oder 4222. Aber auch ein 352 oder 532 wird in der Liga gerne praktiziert. Auch ein 442 oder 4141 sieht man durchaus des Öfteren.

Doch ich gehe davon aus, dass die Fußballexperten unter uns die Systeme kennen, weswegen ich nun gleich mal einen Blick auf die einzelnen Varianten der zur Wahl stehenden Trainer es werfen möchte:

Markus Weinzierl: Unter unserem heutigen Trainer fand während seiner ersten Amtszeit beim FCA eine Systemänderung statt, denn in den ersten beiden Jahren ließ Weinzierl noch gerne ein 4141 auflaufen. In 39 von 68 möglichen Partien brachte er dies zur Anwendung. Doch ab der Saison 2014/15 setzte er eher auf ein 4231 – allerdings nicht auf das klassische mit einer Doppelsechs, sondern eher offensiv ausgelegt mit einem defensiven und einem zentralen Mittelfeldspieler. Diese Ausrichtung haben wir auch in der Vorbereitung und auch beim ersten Spieltag gegen Hoffenheim sehen dürfen.

Dirk Schuster: Auch der gebürtige Karl-Marx-Städter setzte bei uns auf ein 4231. Doch aufgrund einer eher defensiven Ausrichtung des Spiels, stellte er zwei Sechser auf den Platz. In 12 von 14 Bundesligapartien unter Schuster kam dieses System zur Anwendung.

Manuel Baum: Bei unserem ehemaligen Leiter des NLZ lässt sich eines feststellen. Er hatte kein bevorzugtes System und änderte immer wieder den Spielaufbau. Zwar sah man des Öfteren auch das klassische 4231 oder auch ein 4231 mit zentralem Mittelfeld, allerdings passte er seine Ausrichtung immer auf den Gegner an. So ließ er auch gerne mal mit 3er- oder 5er-Kette spielen.

Martin Schmidt: Der Schweizer ließ die Mannschaft eigentlich immer mit einer 4er-Abwehrkette auflaufen. Doch davor findet man auch bei ihm verschiedene Ausrichtungen. So spielte auch er gerne mal in einem klassischen 4231, aber auch in einem 4141, 4222 oder 42211 (also mit hängender Spitze).

Heiko Herrlich: Auch unser Trainer der letzten Saison stellte das Team oftmals in dem Klassiker 4231 oder auch in einem 4222 auf. Allerdings probierte er es zwischenzeitlich auch mal mit einer 3er-Kette. Um genau zu sein mit einem 3421, das die Fans aber nicht so wirklich überzeugen konnte, da die Spielausrichtung doch sehr defensiv und zäh wirkte.

Die Punkteausbeute

In diesem Fall haben wir uns die genaue Statistik angeschaut, wie oft das Team gewonnen, verloren oder unentschieden gespielt hat. Die Punkteausbeute geteilt durch die Anzahl der bestrittenen Spiele ergibt den Punkteschnitt. Um fair zu bleiben, haben wir hierbei nicht nur jede einzelne Saison getrennt voneinander betrachtet, sondern auch den Gesamtschnitt aller bestrittenen Partien gezogen.

TrainerSaisonS-U-NPunkteschnitt
Markus Weinzierl2012/138 – 9 – 170,97 (33 Punkte)
2013/1415 – 7 – 121,53 (52 Punkte)

2014/1515 – 4 – 151,44 (49 Punkte)

2015/169 – 11 – 141,12 (38 Punkte)

2020/211 – 0 – 21,00 (3 Punkte)


Schnitt gesamt:1,26




Dirk Schuster2016/173 – 5 – 61,00 (14 Punkte)



Manuel Baum2016/176 – 6 – 81,20 (24 Punkte)
2017/1810 – 11 – 131,21 (41 Punkte)

2018/196 – 7 – 150,89 (25 Punkte)


Schnitt gesamt:1,10




Martin Schmidt2018/192 – 1 – 31,17 (7 Punkte)
2019/207 – 6 – 121,08 (27 Punkte)


Schnitt gesamt1,10




Heiko Herrlich2019/202 – 3 – 41,00 (9 Punkte)
2020/219 – 6 – 161,06 (33 Punkte)


Schnitt gesamt1,05
Auswertung Punkteausbeute

Das Ergebnis dürfte wenige von uns überraschen, denn es ist allgemein bekannt, dass wir unter Markus Weinzierl die beiden erfolgreichsten Spielzeiten unserer Bundesligahistorie gespielt haben. So holte er sich saisonal betrachtet nicht nur Rang 1 sondern räumte auch gleich noch den zweiten Platz mit ab. Die Bronzemedaille schnappt sich Manuel Baum, der in der Saison 2017/18 ebenfalls die magischen 40 Punkte, die sicher zum Klassenerhalt reichen, knacken konnte. Das schafften wir nur unter diesen beiden Trainer. Bei allen anderen hieß es jedoch “zittern bis zum Ende”.

Das Ranking bezüglich des Gesamtschnitts sieht in dieser Kategorie wie folgt aus:

  1. Markus Weinzierl: 1,26 Punkte je Spiel
  2. Manuel Baum und Martin Schmidt: 1,10 Punkte je Spiel
  3. Heiko Herrlich: 1,05 Punkte je Spiel
  4. Dirk Schuster: 1,00 Punkte je Spiel

Tore und Torschüsse

Um ordentlich Punkte zu sammeln bzw. Spiele zu gewinnen, muss man natürlich auch viele Tore schießen. Fußballregel Nummer 1! Ich habe bewusst die Tore und Gegentore getrennt voneinander betrachtet, da man sonst schnell den Überblick verlieren könnte. Was ich aber in meine Betrachtung mit habe einfließen lasse, sind die durchschnittlich abgegebenen Torschüsse pro Spiel innerhalb einer Saison. Natürlich kommt es hierbei auf die Ausrichtung des Spiels an. Unter Markus Weinzierl spielten wir beispielsweise offensiver ausgerichtet als unter Dirk Schuster oder Heiko Herrlich.

Um eines vorne weg zu nehmen: Die Analyse der einzelnen Spiele hat mir persönlich wirklich die Hoffnung gemacht, dass wir in der kommenden Saison mehr von beidem zu sehen bekommen als in der abgelaufenen Spielzeit 2020/21. Denn sieht man sich Weinzierls Ausbeute mit unserem FCA an, so kommt er in seiner ersten Amtszeit auf sage und schreibe 165 Bundesliga-, 12 Europa League – und 9 DFB-Pokal-Tore. In der Bundesliga knackten wir sogar in 3 Spielzeiten die 40-Tor-Marke. Doch sehen wir es uns erneut tabellarisch an, da das für mich immer ein gutes Mittel ist, den Überblick deutlicher heraus zu kristallisieren.

Eine kleine Info noch am Rande: Die genauen Spieldaten standen mir leider erst ab der Saison 2013/14 zur Verfügung, sodass ihr euch nicht wundern dürft, wenn diese noch nicht in Weinzierls erster Saison bei uns auftauchen.

TrainerSaisonTore / Tore pro SpielTorschüsse (Schnitt)
Markus Weinzierl2012/1333 / 0,97

2013/1447 / 1,3815,26

2014/1543 / 1,2613,47

2015/1642 / 1,2413,00

2020/215 / 1,6714,33

Gesamt:170 / 1,2214,02




Dirk Schuster2016/1711 / 0,7911,79




Manuel Baum2016/1724 / 1,2010,25

2017/1843 / 1,2612,47

2018/1937 / 1,3213,71

Gesamt104 / 1,2712,14




Martin Schmidt2018/1914 / 2,3311,83

2019/2036 / 1,4411,00

Gesamt50 / 1,6111,42




Heiko Herrlich2019/2010 / 1,1110,00

2020/2131 / 1,009,48

Gesamt41 / 1,039,74
Auswertung Tore und Torschüsse

Auch hier kann man erneut die Spielzeiten getrennt und im Gesamten betrachten. Die meisten Tore schoss man in den letzten 6 Partien der Spielzeit 2018/19 unter Martin Schmidt. Ganze 14 Mal traf man dabei in den gegnerischen Kasten, was somit einen Schnitt von 2,33 Toren pro Partie ergibt. Auch den zweiten Platz schnappt sich der sympathische Schweizer, denn in den 25 Spielen, die der FCA in der Saison 2019/20 unter ihm bestritt, schoss man durchschnittlich 1,44 Tore je Spiel. Rang 3 geht an Markus Weinzierl. 2013/14 schossen seine Jungs 47 Tore. Das bedeutet 1,38 Tore in einem Spiel.

Bei den Torschüssen holt sich der Straubinger erneut die Krone, denn in der Spielzeit 2013/14 schoss man durchschnittlich 15,26 Mal auf das gegnerische Tor. Platz 2 geht an Manuel Baum für 13,71 Torschüsse in der Spielzeit 2018/19.

Aber auch hier das Gesamtranking für die durchschnittlich erbrachte Leistung über den kompletten Anstellungszeitraum hinweg.

Kategorie erzielte Tore:

  1. Martin Schmidt: 50 Tore in 31 Bundesligapartien → 1,61 Tore pro Spiel
  2. Manuel Baum: 104 Tore in 82 Bundesligapartien → 1,27 Tore pro Spiel
  3. Markus Weinzierl: 170 Tore in 139 Bundesligapartien → 1,22 Tore pro Spiel
  4. Heiko Herrlich: 41 Tore in 40 Bundesligapartien → 1,03 Tore pro Spiel
  5. Dirk Schuster: 11 Tore in 14 Bundesligapartien → 0,79 Tore pro Spiel

Kategorie Torschüsse:

  1. Markus Weinzierl: 14,02 Torschüsse pro Partie
  2. Manuel Baum: 12,14 Torschüsse pro Partie
  3. Dirk Schuster: 11,79 Torschüsse pro Partie
  4. Martin Schmidt: 11,42 Torschüsse pro Partie
  5. Heiko Herrlich: 9,74 Torschüsse pro Partie

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wir unter Martin Schmidt nahezu brutal effizient waren, wenn man die abgegebenen Torschüsse mit den erzielten Treffern vergleicht. Dennoch kann man hoffen, dass wir unter Markus Weinzierl die Kurve kriegen und bald wieder einen offensiver ausgelegten Fußball zu sehen bekommen.

Gegentore

Natürlich gehören zu einem Fußballspiel auch Gegentore. Auch hier gibt es natürlich mehrere Faktoren, die eine große Rolle spielen. Allen voran das Abwehrverhalten und die Leistung des Keepers. Allerdings ist es der Trainer, der die Mannschaft aufstellt, sodass auch er hier immer mit in der Verantwortung steht. Denn wie man unter Martin Schmidt sehr gut sehen konnte, kann es sehr viel ausmachen, wenn man auf den falschen Mann im Tor setzt.

Doch schauen wir uns jetzt mal genauer an, wie sich unser FCA unter den verschiedenen Trainern geschlagen hat, bevor wir auch hier ein Ranking erstellen.

TrainerSaisonGegentore gesamtGegentore pro Partie
Markus Weinzierl2012/13511,5

2013/14471,38

2014/15431,26

2015/16521,53

2020/2172,33

Gesamt:2001,44




Dirk Schuster2016/17161,14




Manuel Baum2016/17331,65

2017/18461,35

2018/19541,92

Gesamt1331,62




Martin Schmidt2018/19172,83

2019/20522,08

Gesamt692,23




Heiko Herrlich2019/20111,22

2020/21471,51

Gesamt581,45
Auswertung Gegentore

Natürlich ist es vollkommen klar, dass auch das Spielsystem großen Einfluss auf die Anzahl der kassierten Treffer hat. Stellt sich eine Mannschaft über 90 Minuten mit 11 Mann hinten in die eigene Box, ist die Wahrscheinlichkeit ein Gegentor zu kassieren in der Regel deutlich geringer. Macht man aber auf, läuft man schnell einmal in einen Konter und schon klingelt es.

Dirk Schuster, der sich hier den ersten Platz holt, ließ einen sehr defensiv ausgerichteten Fußball spielen, der zwar nicht schön anzusehen war, aber dafür erhielten wir in 14 Bundesligapartien nur 16 Gegentreffer. Während wir unter Martin Schmidt zwar viele Tore schossen, wie wir eben schon gesehen haben, aber dafür auch überdurchschnittlich viele einstecken mussten.

Hier ist es also – unser Ranking für die am wenigsten kassierten Gegentreffer.

  1. Dirk Schuster: 1,14 pro Spiel
  2. Markus Weinzierl: 1,44 pro Partie
  3. Heiko Herrlich: 1,45 pro Spiel
  4. Manuel Baum: 1,62 pro Partie
  5. Martin Schmidt: 2,23 pro Spiel

Passspielchen

Natürlich haben wir auch einen genauen Blick auf die Pässe geworfen. Sprich, wie viele Pässe wurden insgesamt gespielt, wie viele kamen beim eigenen Mann an und wie hoch waren dadurch die durchschnittliche Passquote. Auch hier hängt alles erneut vom System und der Spielausrichtung ab. Der FCA ist kein Verein, der wie Bayern oder Dortmund auf das berühmte Kurzpassspiel setzt, weswegen unsere Anzahl an Pässen immer geringer sein wird als die anderer Vereine.

Auf die Fehlpässe werfen wir in der nächsten Kategorie einen genauen Blick, sodass man nicht so schnell den Überblick verlieren kann. Deswegen sehen wir uns nun an, wie die Passquote in den einzelnen Partien sowie im Gesamten war. Hier bitte ich euch nochmal zu beachten, dass mir die genauen Spieldaten erst ab der Saison 2013/14 zur Verfügung standen, sodass die erste Saison unter Markus Weinzierl leider fehlt. Dennoch hat die Auswertung eine gute Aussagekraft, da ich immer die genaue Anzahl der Spiele in der Betrachtung beachtet habe.

TrainerSaisonAnzahl der PässeAngekommene PässePassquote
Markus Weinzierl2013/14409,9731776,44

2014/15438,53329,5374,14

2015/16399,85304,5975,18

Gesamt:412,36313,2574,79





Dirk Schuster2016/17395,14292,5773,09





Manuel Baum2016/17351,30248,4069,28

2017/18371,21272,3572,25

2018/19395,18292,1472,97

Gesamt374,95273,2771,77





Martin Schmidt2018/19403,83311,5076,37

2019/20308213,9268,46

Gesamt326,55233,0069,99





Heiko Herrlich2019/20344,67244,1169,76

2020/21382,03283,0373,05

Gesamt373,63274,4872,31
Auswertung Passspiel

Wie man hier sehr schön sehen kann, spielten wir unter Markus Weinzierl die höchste Anzahl an abgegebenen Pässen, was sehr dafür spricht, dass seine Art des Fußballs offensiver ausgerichtet ist als beispielsweise unter einem Dirk Schuster. Ebenfalls kann sich unter ihm die Passquote durchaus sehen lassen.

Hier die Rankings in diesen beiden Kategorien.

Kategorie gespielte Pässe:

  1. Markus Weinzierl: 412,36 Pässe
  2. Dirk Schuster: 395,14 Pässe
  3. Manuel Baum: 374,95 Pässe
  4. Heiko Herrlich: 373,63 Pässe
  5. Martin Schmidt: 326,55 Pässe

Kategorie Passquote:

  1. Markus Weinzierl: 74,79%
  2. Dirk Schuster: 73,09%
  3. Heiko Herrlich: 72,31%
  4. Manuel Baum: 71,77%
  5. Martin Schmidt: 69,99%

Fehlpässe

Selbstverständlich ist es klar, dass ein Ball auch mal nicht beim eigenen Mann ankommt. Schließlich spielt der Gegner ja auch noch mit und grätscht öfter mal dazwischen. Diese Kategorie können wir ein wenig abkürzen, denn sie hängt natürlich unmittelbar mit den gespielten und abgegebenen Pässen zusammen. Und da ich euch nicht zu sehr mit Zahlen und Tabellen überfordern möchte, präsentiere ich euch hier nun das Ranking bezüglich der Fehlpassquote. Platz 1 geht natürlich an den Trainer, der die geringste Anzahl an Fehlpässen vorzuweisen hat. Und das ist…

  1. Markus Weinzierl: 25,21%
  2. Dirk Schuster: 26,91%
  3. Heiko Herrlich: 27,69%
  4. Manuel Baum: 28,23%
  5. Martin Schmidt: 30,01%

Es ist schon heftig, dass unter Martin Schmidt fast ein Drittel der gespielten Bälle nicht beim eigenen Mann angekommen sind, während es bei Markus Weinzierl in etwa ein Viertel gewesen sind. Bei 100 Pässen sind das dann doch 5 Schüsse mehr, die beim Gegner landeten. Und wenn man bedenkt, dass ein einziger gezielter Pass dazu ausreichen kann, ein Spiel in die eine oder andere Richtung zu verlagern, dann sollte man hieran wirklich arbeiten.

Wobei die Fehlpassquote beim Spiel gegen Hoffenheim gar nicht so schlecht war, wie das Ergebnis es vermuten lässt. Von 359 Pässen kamen 82 nicht beim eigenen Mitspieler an. Das entspricht einer Fehlpassquote von 23% und ist daher eines unserer besseren Ergebnisse, wie man oben sehen kann. Der Spieler mit der besten Passquote war im Übrigen Niklas Dorsch mit 90,3% angekommen Bällen. Aber das nur so nebenbei bemerkt.

Ballbesitz

Wie wir unseren FCA kennen, ist bei uns Ballbesitz eher eine zweitrangige Tugend. Die Jungs gehen eher dahin, wo es weh tut – aggressiv und eklig. Zumindest will Markus Weinzierl diese Stärken, die in der letzten Saison unter die Räder gekommen ist, wieder heraus kristallisieren. Ich wage sogar zu behaupten, dass sich die Fuggerstädter manchmal schwerer tun, wenn sie das Spiel selbst machen müssen. Und Ballbesitz ist nicht alles, denn wie man in der letzten Spielzeit am zweiten Spieltag gegen Borussia Dortmund gesehen hat, reichen sogar 20% aus, um eine Partie gewinnen zu können. Trotzdem möchte ich euch der Vollständigkeit halber die Daten präsentieren, die ich für euch ausgewertet habe.

TrainerSaisonBallbesitz im SchnittHöchster Ballbesitz
Markus Weinzierl2013/1449,06%60% (2.Spieltag gegen Werder Bremen → Niederlage)

2014/1552,29%67% (33. Spieltag gegen Hannover 96 → Niederlage)

2015/1646,79%71% (9. Spieltag gegen Darmstadt → Niederlage)

2020/2134,67%43% (32. Spieltag gegen VfB Stuttgart → Niederlage)

Gesamtschnitt:48,96%




Dirk Schuster2016/1745,29%66% (5. Spieltag gegen Darmstadt → Sieg)




Manuel Baum2016/1739,30%57% (31. Spieltag gegen HSV → Sieg)

2017/1845,35%65% (33. Spieltag gegen Schalke 04 → Niederlage)

2018/1946,68%64% (13. Spieltag gegen VfB Stuttgart → Niederlage)

Gesamtschnitt:44,33%




Martin Schmidt2018/1944,50%56% (29. Spieltag gegen Frankfurt → Sieg)

2019/2036,60%54% (2. und 19. Spieltag gegen Union Berlin → Unentschieden + Niederlage)

Gesamtschnitt:38,13%




Heiko Herrlich2019/2042,11%55% (28. Spieltag gegen Paderborn → Unentschieden)

2020/2141,84%59% (9. Spieltag gegen Freiburg → Unentschieden)

Gesamtschnitt:41,90%
Auswertung Ballbesitz

Wie man anhand der Daten recht gut sehen kann, hat man das Spiel bei hohem Ballbesitz oftmals nicht gewonnen sondern tendenziell eher verloren oder Unentschieden gespielt. Woran das liegt, darüber kann man nur spekulieren. Vielleicht ist es der Druck, der den Spielern zu Kopf steigt und das kann gerne mal zum Problem werden. Denn wie wir selbst alle aus unserem Leben wissen, funktioniert mit Druck oftmals gar nichts.

Den meisten Ballbesitz hatten wir, wie schon vermutet, in der Saison 2014/15 unter Markus Weinzierl mit 52,29% der Spielanteile. Auch Rang 2 schnappt sich der gebürtige Straubinger mit 49,06%. Natürlich hängt auch das wieder alles mit dem System und der Spieltaktik zusammen. Doch da er auch mit Stuttgart und Schalke recht ähnliche Werte erreichen konnte, lässt mich das doch hoffen, dass wir unter unserem jetzigen Trainer einen anderen Fußball sehen werden. Einen Fußball, bei dem wir uns nicht nur hinten rein stellen, sondern auch mal mutig nach vorne gehen und den Gegner unter Druck setzen.

Doch wer hat sich nun letztendlich in der Kategorie „Durchschnittlicher Ballbesitz“ die Krone geholt? Ich verrate es euch:

  1. Markus Weinzierl: 48,96%
  2. Dirk Schuster: 45,29%
  3. Manuel Baum: 44,33%
  4. Heiko Herrlich: 41,90%
  5. Martin Schmidt: 38,13%

Zweikampfquote

Aggressiv, mutig, Spaß am Zweikampf zu entwickeln und ein ekliger Gegner zu sein… Ich weiß, dass ich mich wiederhole, aber genau das sind die Tugenden, die unseren FCA ausmachen. Viele Bundesligavereine sind laut eigener Aussage in der Vergangenheit ungern gegen die Rot-Grün-Weißen aufgelaufen, eben weil der FC Augsburg dafür bekannt ist, hart in die Zweikämpfe zu gehen. Vor allem wenn die WWK-Arena voll war, hat man oft gesehen, wie die Jungs alles rein werfen und um jeden Ball fighten, als wäre es der Letzte.

Gerade in der abgelaufenen Saison hatte man jedoch den Eindruck, dass diese Eigenschaft unter Heiko Herrlich ein wenig verloren gegangen ist. Mir persönlich fehlte dieser Mut und die Aggressivität, durch die die Identität unseres Lieblingsvereins ziemlich gelitten hat. Doch war es wirklich so schlimm? Ich habe auch hier ein Ranking erstellt und mir die Zweikampfquoten eines jeden Spiels angeschaut und daraus den Durchschnitt der jeweiligen Amtszeit errechnet. Unter wem waren wir nun wirklich am stärksten?

  1. Markus Weinzierl: 50,33%
  2. Dirk Schuster: 49,50%
  3. Heiko Herrlich: 48,98%
  4. Manuel Baum: 48,88%
  5. Martin Schmidt: 46,52%

Wie man sieht sind die Ergebnisse denkbar knapp, doch auch hier erzielten wir unter Markus Weinzierl die wohl besten Leistungen. Doch ein kleiner Funfact am Rande: Das Spiel, in dem wir die meisten Zweikämpfe für uns gewinnen konnten, spielten wir unter dem Trainer, der in dieser Kategorie am schlechtesten abschneidet. Martin Schmidt… Am 20. Spieltag der Saison 2019/20 gewann der FCA im eigenen Stadion 2:1 gegen Werder Bremen. Hier konnte man stolze 67% aller Spielduelle für sich entscheiden.

Laufleistung

Fußball ist ein Laufsport. Klare Sache! Doch hättet ihr gewusst, dass die Augsburger Jungs von der Saison 2013/14 bist zum letzten Spieltag der Saison 2020/21 ganze 31.231,93 Kilometer gelaufen sind? Fehlen nur knapp 9.000 Kilometer und man hätte einmal die Erde umrundet, deren Umfang 40.008 Kilometer beträgt. Bei 8 Spielzeiten bedeutet das eine durchschnittliche Laufleistung von 3.903,99 Kilometer pro Saison und 114,82 Kilometer pro Partie.

Doch welcher Trainer hat die imaginäre Peitsche ausgepackt und seine Schützlinge am meisten laufen lassen? Auf die einzelne Spielzeit gesehen war das Heiko Herrlich. In den 31 Partien, die er den FC Augsburg in der Saison 2020/21 trainierte, liefen die Spieler durchschnittlich 118,87 Kilometer pro Partie. Danach folgt schon Markus Weinzierl, unter dem man 117,49 Kilometer in einem Spiel zurücklegte. Das war in unserer punktreichsten Spielzeit 2013/14. Relativ wenig wurde unter Dirk Schuster gelaufen, denn hier kommen die Augsburger Jungs gerade mal auf 109,58 Kilometer.

Die höchste Distanz legten die Augsburger Jungs ebenfalls unter Heiko Herrlich zurück. In der Partie gegen Bayer 04 Leverkusen am 26.10.2020, die man mit 3:1 verlor, lief die Mannschaft sage und schreibe 128,52 Kilometer.

An wen geht also diese Kategorie?

  1. Heiko Herrlich: 118,36 Kilometer pro Partie
  2. Martin Schmidt: 114,88 Kilometer pro Partie
  3. Markus Weinzierl: 114,54 Kilometer pro Partie
  4. Manuel Baum: 114,34 Kilometer pro Partie
  5. Dirk Schuster: 109,58 Kilometer pro Partie

Wie unschwer zu erkennen ist, legten die Augsburger unter Heiko Herrlich deutlich mehr Kilometer zurück als unter den anderen Trainern. In etwa 4 Kilometer pro Spiel. Rechnet man das auf die Saison hoch, dann sprechen wir hier von ca. 136 Kilometer und somit über eine Spiellaufleistung mehr. Ich war nicht unbedingt ein Fan von Heiko Herrlich, aber in diesem Punkt hat er die Mannschaft wirklich gepusht.

Bilanz am ersten Spieltag

Bevor ich nun den Sieger küre, möchte ich aus gegebenem Anlass noch einen kleinen Blick auf die Bilanz des ersten Spieltages werfen. Auch mich hat der Auftritt unserer Mannschaft am 14.08.2021 gegen Hoffenheim etwas beunruhigt. Ein 0:4 ist immerhin eine ziemliche Packung, die man erst einmal weg stecken muss. Doch dann habe ich mir meine Auswertungen nochmal genauer angeschaut und es ist nicht das erste Mal, dass wir in so eine Saison starten. Aber alles der Reihe nach.

Es ist kein Geheimnis, dass Markus Weinzierl einfach kein Händchen für den ersten Spieltag hat. Eine Strategie vielleicht? Markus verrät es uns selbst mit einem Schmunzeln auf den Lippen.

Wenn ich euch jetzt erzähle, dass es Strategie ist, dann glaubt ihr es nicht. Das erste Spiel zu verlieren, um die Erwartungen nach unten zu senken und dann wollen wir überraschen.

Markus Weinzierl im Interview mit BR24

Aber es stimmt tatsächlich: Markus Weinzierl konnte noch nie in der Bundesliga ein Saisonauftaktspiel gewinnen. Auch bei uns nicht. 2012/13 verlor man mit 0:2 gegen Fortuna Düsseldorf, 2013/14 0:4 gegen Borussia Dortmund, 2014/15 2:0 gegen TSG Hoffenheim und 2015/16 0:1 gegen Hertha BSC. Doch immer wieder schaffte man es in Laufe der Saison das Feld von hinten aufzurollen. 2013/14 schafften wir es sogar die meisten Punkte überhaupt in unserer Bundesligahistorie einzufahren. Ganze 52 Zähler standen am Ende auf der Habenseite. Von daher sehe ich die erneute Niederlage zu Beginn der Saison noch ziemlich entspannt und hoffe auf den bekannten „Hallo-wach“-Effekt.

Auch die anderen Trainer machten es nicht unbedingt besser: Unter Dirk Schuster verlor man am ersten Spieltag der Saison 2016/17 mit 0:2 gegen den VfL Wolfsburg. Mit Manuel Baum gab es 2017/18 eine 1:0-Niederlage gegen den HSV. 2018/09 gewann man zwar mit 1:2 bei Fortuna Düsseldorf, allerdings rettete das den ehemaligen Leiter unseres NLZ auch nicht davor, nach dem 28. Spieltag entlassen zu werden, da er bis dato nur 25 Punkte gesammelt hatte. Mit Martin Schmidt setzte es sogar eine 5:1-Klatsche in Dortmund zu Beginn der Spielzeit 2019/20. Und Heiko Herrlich? Man gewann zwar den ersten Spieltag mit 1:3 bei Union Berlin und sammelte an den ersten 3 Spieltagen sogar 7 Punkte, doch danach ging es steil bergab und es wurde am Ende sehr knapp in puncto Klassenerhalt.

Man sieht also, dass wir uns in den vorangegangenen 9 Spielzeiten immer schwer getan haben, was das Auftaktspiel angeht. 7 von 9 haben wir verloren, weswegen mir die 8. Niederlage zwar weh tut, aber mich nicht sämtlicher Hoffnungen beraubt. Wir haben es immer geschafft, die Klasse zu halten und wir werden es auch in diesem Jahr packen. Wir haben guten Kader, mit dem einiges möglich ist. Also vertrauen wir doch auf die Jungs, die sicherlich auch gerne mit einem Sieg gestartet wären. Ich für meinen Teil glaube fest an unseren FCA, dass wir im Mai 2022 sagen dürfen „Auf geht’s ins 12. Jahr Bundesliga!“

Auswertung

Aber nach diesem kleinen Exkurs zurück zum eigentlichen Thema. Dem Trainerduell… Insgesamt habe ich 10 Rankings erstellt. Für Platz 1 in einem Ranking habe ich jeweils 10 Punkte gegeben. Für Platz 2 gab es 8, für Rang 3 6, für Rang 4 4 und für Rang 5 immerhin noch 2 Zähler. Somit konnten insgesamt 100 Punkte erreicht werden. Wer bekam die meisten und konnte das Trainerduell für sich entscheiden? Ich glaube, ihr wisst es schon.

  1. Markus Weinzierl: 90 Punkte
  2. Dirk Schuster: 62 Punkte
  3. Manuel Baum: 56 Punkte
  4. Heiko Herrlich: 52 Punkte
  5. Martin Schmidt: 38 Punkte

Von 10 Rankings konnte Markus Weinzierl 7 für sich entscheiden und einen zweiten sowie zwei dritte Plätze für sich verbuchen. Dass unserer heutiger Trainer das Rennen machen würde, hat mich nicht wirklich überrascht, denn unter ihm spielte der FCA einen sehr ansehnlichen und vor allem auch erfolgreichen Fußball. Immerhin sind wir nicht umsonst in die Europa League eingezogen, wo wir sogar unter die besten 32 Teams kommen konnten. Die Hoffnung, dass es unter Weinzierl also wieder besser funktioniert als unter seinen Vorgängern, ist durchaus gegeben. Auch wenn man die erste Partie verloren hat. Es kann nur besser werden. Das Feld von hinten aufzurollen können wir sogar besser als uns oben zu halten, wie die letzte Saison eindeutig zeigt.

Wenn jetzt ein lauter Aufschrei durch die Menge gehen sollte, dass Martin Schmidt definitiv besser war als Heiko Herrlich oder Dirk Schuster, so mag das bezogen auf die Torausbeute sicher stimmen. Doch in den Kategorien Passspiel, Zweikampf, Ballbesitz etc. konnte er leider nicht überzeugen. Das heißt jetzt nicht, dass der sympathische Schweizer ein schlechter Trainer ist, sondern sein System hat bei uns halt einfach nicht funktioniert.

Sehr überraschend war für mich aber, dass Dirk Schuster ein so gutes Ergebnis erzielt hat, denn rein vom Spielerischen her, hat er mich nie wirklich überzeugt. Aber daran sieht man, dass es im Fußball eben auf mehrere Faktoren ankommt, die am Ende ein erfolgreiches Konzept ergeben.

Da hat er wirklich allen Grund zu lachen – der unangefochtene Sieger Markus Weinzierl (Foto via imago)

Das Team der RoGaz gratuliert Markus Weinzierl hiermit ganz herzlich zum Sieg des Trainerduells! Wir sind uns sicher, dass er unseren FCA zu alter Größe zurückführen kann. Die Daten und Erfolge geben uns immerhin recht, dass es unter ihm besser lief als unter seinen Nachfolgern bzw. jetzt Vorgängern. Herzlichen Glückwunsch, Markus! Lass es bei uns wieder krachen!

Die Stationen des Markus Weinzierl

Nach der Entlassung von Heiko Herrlich freuten sich viele Fans darüber, mit Markus Weinzierl unseren erfolgreichsten Trainer der Bundesligahistorie zurück zu bekommen. Doch leider gab es auch kritische Stimmen, die immer wiederholten, dass er ja bei anderen Vereinen nichts „gerissen“ hat. Das mag insoweit stimmen, dass er es mit keiner anderen Mannschaft geschafft hat, erneut in internationale Wettbewerbe einzuziehen. Doch meiner Meinung nach kommt es im Fußball auf so viel mehr an, als rein auf sportlichen Erfolg und Pokale. Man kann auch auf eine andere Art und Weise erfolgreich sein. Beispielsweise aufgrund von Kontinuität, Stabilität und Zweikampfstärke, um nur ein paar wenige Beispiele zu nennen. Aufgrund dessen haben wir von der RoGaz uns einmal alle Stationen angeschaut, bei denen Markus Weinzierl als Cheftrainer angestellt war. Dies ist Teil 1 unserer kleinen Trainerserie. Im zweiten Teil werden wir uns Weinzierls Zeit bei unserem FCA etwas genauer betrachten auch im Vergleich mit seinen Nachfolgern.

Der Mann an seiner Seite

Bevor wir etwas genauer auf die einzelnen Stationen werfen, möchten wir euch kurz den Mann vorstellen, mit dem unser Trainer bei sämtlichen Stationen zusammen gearbeitet hat. Dieser Mann ist Wolfgang Beller, der seit dem 01.07.2020 als Gegneranalyst erneut Teil der FCA-Familie ist.

Bellers Trainerkarriere startete bereits im Jahr am 01.07.1994 in Straubing, als dieser gerade einmal 30 Jahre alt war. Bis zum 30.06.2009 stand er selbst als Chefcoach bei kleineren Vereinen an der Seitenlinie. Seine Stationen waren neben dem TSV Straubing ASV Cham, Freier TuS Regensburg, die U19 von Jahn Regensburg, der FC Dingolfing und der 1. FC Bad Kötzing.

Bis 2019 ein unzertrennliches Team (Foto via imago)

Doch zum 01.07.2009 winkte ein neues Arrangement in Form eines Co-Trainer-Jobs beim SSV Jahn Regensburg unter Markus Weinzierl, der mit seinem Team gerade erfolgreich die 3. Liga gehalten hatte. Und seit jenem Tag waren Beller und Weinzierl eigentlich unzertrennlich. Neben ihrer gemeinsamen Tätigkeit bei den Oberpfälzern, arbeiteten sie auch beim FC Augsburg, bei Schalke 04 und beim VfB Stuttgart mal mehr und mal weniger erfolgreich zusammen.

SSV Jahn Regensburg

Nachdem Markus Weinzierl seine Karriere als aktiver Spieler aufgrund einer Verletzung zum 01.07.2005 beenden musste, trat er genau 2 Jahre später seine Stelle als Co-Trainer beim Jahn an. Als solcher fungierte er ein Jahr und knapp 5 Monate, bevor man ihn quasi ins eiskalte Wasser schmiss. Nach 16. Spieltagen standen die Regensburger mit gerade einmal 12 Punkten auf dem 18. Tabellenplatz und waren somit vom Abstieg mehr als nur bedroht. Da es auch finanziell nicht rosig aussah, entschied man sich kurzerhand dafür, auf einen Mann aus dem eigenen Stall zu setzen.

Und eines muss man Markus Weinzierl wirklich lassen: Er machte trotz der stark eingeschränkten finanziellen Mitteln einen tollen Job. Dazu muss man wissen, dass Jahn Regensburg zu jener Zeit eine Insolvenz drohte, die sie nur mit Mühe und Not abwenden konnten.

Doch zurück zur sportlichen Leistung. In seiner ersten Saison als Cheftrainer kommt Markus mit den Oberpfälzern auf 9 Siege, 6 Unentschieden und 7 Niederlagen. Dies bedeutete eine Ausbeute von 32 Punkten in 22 Spielen und somit einen Punkteschnitt von 1,45 pro Partie. Tore schoss man insgesamt 22, kassieren tat man 21. Die Regensburger durften am Ende jener Saison auch kräftig jubeln, denn zusammen mit Weinzierl hielten sie die 3. Liga, obwohl es ihnen nach dem schlechten Saisonstart keiner zugetraut hätte.

Auch in den folgenden zwei Jahren schafften die Pfälzer den Klassenerhalt. In der Saison 2009/10 erreichten sie den 16. und in der Saison 2010/11 sogar schon den 8. Platz in der Tabelle. In diesen Spielzeiten ist besonders eines sehr auffällig: Der Jahn legte jeweils einen tollen Saisonstart hin, brach dann aber ein, was auch der Unruhe innerhalb des Vereins geschuldet war. 2009 hatte man nach dem 7. Spieltag beispielsweise schon 17 Punkte, was einem Schnitt von 2,43 Punkten pro Partie entspricht. Am Ende standen 46 Zähler auf dem Konto, inklusive einem Torverhältnis von 43:48. 2010/11 waren es 52 Punkte, was wiederum zeigt wie stark die Liga im Vorjahr gewesen sein muss.

Was eine Besonderheit von Markus Weinzierl war, ist, dass er sich auf kein genaues Spielsystem festlegte. Immer wieder wechselte er die Aufstellung, um eventuell den Gegner zu verwirren. Er hatte seine Favoriten, aber trotzdem variierte er immer wieder. Beim Jahn ließ er in den ersten drei Jahren am liebsten ein 4222 spielen, aber auch ein 442 taucht des Öfteren auf.

Erfolg auf ganzer Linie

In der Saison 2011/12 hingegen stellte er die taktische Ausrichtung auf ein 4231 um. Dies schlug auch voll ein, denn am Ende der Spielzeit stand man souverän auf dem Relegationsplatz zur 2. Liga. Noch immer hing Regensburg tief in den roten Zahlen und Weinzierl musste seinen Kader überwiegend aus Regionalligaspielern und Jungs aus der eigenen Jugend zusammen basteln.

Ich glaube, wir alle wissen, dass es diese Saison ganz ganz schwer wird.

Markus Weinzierl zu Beginn der Saison 2011/12

Es gab zu Beginn jener Spielzeit also kaum Hoffnung und alle sahen den Jahn schon in der Regionalliga. Doch Weinzierl schaffte es, aus einem potentiellen Abstiegskandidaten eine Mannschaft zu formen. Er setzte seine Fähigkeiten als Teamplayer ein und kitzelte das Bestmögliche aus seinen Spielern heraus. Er gab jedem Spieler das Gefühl gebraucht zu werden. In 38 Ligapartien fuhr Jahn Regensburg 16 Siege und 13 Unentschieden ein. 61 Punkte bedeuteten am Ende einen Punkteschnitt von 1,61 Punkten pro Spiel. Und auch an Toren ließ man es nicht mangeln. 55 Mal landete die Kugel im gegnerischen Netz, das heißt man schoss pro Spiel 1,45 Tore. Natürlich muss man auch immer mal einen gegnerischen Treffer hinnehmen. In jener Saison waren es 41 Gegentore, also 1,08 pro Partie.

Am Ende durfte Markus Weinzierl mit Jahn Regensburg kräftig jubeln (Foto: Stockhoff SPORT via imago)

Am Ende schaffte unser heutiger Coach mit den Oberpfälzern auch noch das große Wunder „Aufstieg“. In den beiden Relegationspartien trennte man sich jeweils Unentschieden gegen Zweitligist Karlsruher SC (1:1, 2:2). Doch da am Ende Auswärtstore mehr zählten, stieg Regensburg in die höhere Klasse auf. Und da man immer aufhören soll, wenn es am schönsten ist, nahm Markus Weinzierl das Angebot unseres FC Augsburg an und wechselte somit ins Oberhaus. Doch wie es dort genau lief, sehen wir uns in der nächsten Episode genauer an.

(Kein) Glück auf, Schalke?!

Die Trennung von Markus Weinzierl und dem FC Augsburg im Jahr 2016 lief leider alles andere als harmonisch ab. Zu gerne hätte man mit dem gebürtigen Straubinger, der eigentlich einen gültigen Vertrag bis 2019 besaß, weiterhin zusammen gearbeitet. Doch leider wollten ihn die königsblauen Knappen unbedingt in ihren Reihen haben, sodass man einem Wechsel am Ende zähneknirschender Weise zustimmte. Die Ablösesumme, die bei etwa 5 Millionen Euro lag, konnte die Fans jedoch nicht über den Verlust hinweg trösten.

Wir haben alles erreicht, was wir zusammen erreichen konnten. Jetzt muss einer mit neuen Ideen und neuen Visionen übernehmen.

Markus Weinzierl erklärt die Auflösung seines Vertrages

Am 01.07.2016 trat Weinzierl seine Arbeit bei Schalke an, wo er auch erneut die internationale Bühne der Europa League betreten durfte. Auch hier arbeitete er mit seinem langjährigen Gefährten Wolfgang Beller zusammen. Wie auch schon bei Jahn Regensburg wechselten die Beiden immer wieder das Spielsystem. Favorisiert haben sie dabei das klassische 4231-System, das in 15 von 34 Ligapartien und auch in den EL-Spielen des Öfteren zum Einsatz kam. Doch auch mit einer 3er-Kette experimentierte Weinzierl, denn bei den Startaufstellungen findet sich des Öfteren auch ein 3322 oder 3142, weswegen ich mir vorstellen könnte, das dies auch bei unserem FCA einmal ausprobiert werden könnte.

Ob er selbst mit seiner Zeit auf Schalke so zufrieden war? (Foto via imago)

Insgesamt bestritt der FC Schalke 04 50 Spiele unter unserem erfolgreichsten Trainer. 34 Partien fanden im Oberhaus, 12 in der Europa League und 4 im DFB-Pokal statt. Im Pokal schaffte es Weinzierl mit seinen Jungs bis ins Viertelfinale, wo man mit 3:0 gegen den FC Bayern München ausschied. Auch in der Europa League stand Schalke im Viertelfinale. Hier schaffte man es gegen den späteren Finalisten Ajax Amsterdam leider nicht weiter. Ein 3:2 im Rückspiel machte die 2:0-Niederlage aus dem Hinspiel leider nicht mehr wett. Wobei hierzu zu sagen ist, dass man es im Rückspiel in die Verlängerung schaffte und den entscheidenden Treffer erst in der allerletzten Minute kassierte.

Insgesamt kann Weinzierl in diesen 50 Partien 21 Siege vorweisen. Hinzu kommen 13 Unentschieden und 16 Niederlagen. Die Liga schloss man auf Rang 10 der Tabelle mit 43 Punkten und einem Torverhältnis von 45:39 ab. Zu wenig für die ambitionierten Knappen, die Weinzierl daraufhin am Ende der Saison entließen.

Daten über Daten

Wie bereits erwähnt, beendete Schalke die Saison mit 43 Punkten. Das bedeutet eine Punkteausbeute von 1,27 Punkten pro Spiel, was für die Westfalen nicht zufriedenstellend war. Sieht man sich jedoch das Torverhältnis genauer an, so stellt man fest, dass Schalke mehr Tore schoss als sie selbst hinnehmen mussten. Auf ein einzelnes Spiel betrachtet kommen die Königsblauen hier auf 1,32 geschossene und 1,15 kassierte Tore pro Spiel. In der Europa League sah das sogar noch besser aus. Hier schossen die Schalker in 12 Spielen 19 Tore und erhielten nur 9 Gegentreffer.

Die Schalker waren unter Markus Weinzierl ein Team, dessen Laufbereitschaft im Durchschnitt lag. Auf die komplette Saison betrachtet, legten die Spieler durchschnittlich 114,94 km pro Partie zurück. Am meisten liefen sie in dem Spiel gegen den SC Freiburg am 15. Spieltag. Auf dem Zettel stehen 124,64 km. Doch das half ihnen leider auch nicht dabei, das Spiel zu gewinnen, denn die Partie endete in einem 1:1.

Um Tore zu schießen, muss man natürlich auch Torschüsse abgeben. In einer Partie geschah das durchschnittlich 13,03 Mal. Ein wahres Torschuss-Festival zeigte Schalke am 29. Spieltag gegen SV Darmstadt 98. 26 Mal versuchte der Club aus Nordrhein-Westfalen ein Tor zu erzielen. Sie schossen zwar eins, doch am Ende stand eine 2:1-Niederlage auf dem Papier. Dies wiederum zeigt, dass Torschüsse nicht alles sind und es auch auf die Effektivität ankommt.

Natürlich haben wir auch einen genauen Blick auf das Passspiel geworfen. Unser FCA ist dafür bekannt, dass wir im Gegensatz zu den großen Vereinen recht wenige Pässe spielen, da wir in der Regel auf schnelles Umschaltspiel setzen. Bei Schalke sah das etwas anders aus. So spielten sie pro Partie 464,50 Pässe, von denen für gewöhnlich 78,24 Prozent beim eigenen Mann ankamen. Das bedeutet zugleich eine Fehlpassquote von 21,76 Prozent. Sprich von 464,50 gespielten Bällen landeten ca. 96 beim Gegner.

Zwei weitere wichtige Faktoren sind natürlich auch der eigene Ballbesitz sowie die Zweikampfquote. Hierbei kommt Schalke unter Weinzierls Führung auf einen durchschnittlichen Ballbesitz von 51,06 Prozent und gewann 49,27 Prozent aller Zweikämpfe. Nur mal so kurz zum Vergleich (und als kleiner Ausblick auf die nächste Folge): In unserer zweikampfstärksten Saison (2014/15) erreichten wir mit dem gebürtigen Straubinger eine Quote von 52,09 Prozent.

Ein Pfälzer in Schwaben

Nach seiner Entlassung bei den Königsblauen am 09.06.2017 war Markus Weinziel über ein Jahr lang ohne Beschäftigung. Doch am 09.10.2018 wurde er vom abstiegsbedrohten VfB Stuttgart unter Vertrag genommen. Die Schwaben standen zu jener Zeit auf dem letzten Tabellenplatz. Bis dato hatten sie unter Trainer Tayfun Korkut in 7 Partien nur 5 Punkte gesammelt und auch das Torverhältnis sah mit 6:13 nicht gerade rosig aus.

Das Team Weinzierl und Beller sollten es also richten, doch auch ihr Einstand misslang. In den ersten drei Partien setzte es saftige Niederlagen gegen Dortmund, Hoffenheim und Frankfurt. Man schoss nicht ein einziges Tor und kassierte selbst ganze 11 Stück. Allgemein würde ich Weinzierls Episode in Stuttgart als die schwierigste überhaupt bezeichnen. In 23 Spielen in der Bundesliga verlor man ganze 15 Mal. Nur 4 Siege konnte der VfB einfahren und ebenfalls 4 Mal trennte man sich unentschieden.

Begeisterung sieht anders aus… (Foto: DeFodi501 via imago)

Die Punkteausbeute ist also insgesamt ziemlich mangelhaft. Nur 16 Punkte bedeuten einen Schnitt von 0,70 Punkten pro Partie. Auch das Torverhältnis kann man nicht als gut bezeichnen. In den 23 Ligaspielen schoss Stuttgart gerade einmal 21 Tore, also 0,91 je Spiel. Gegentreffer musste man ganze 54 hinnehmen, was wiederum einen Schnitt von 2,35 Gegentoren bedeutet. Das einzig positive aus jener Zeit ist, dass Weinzierl es schaffte, den VfB Stuttgart von Rang 18 auf den Relegationsplatz zu bringen. Das ist aber auch schon alles.

Datenspielchen

Die Daten, die Markus Weinzierl mit dem VfB Stuttgart erreichte, sind denen von Schalke jedoch gar nicht so unähnlich. So schossen die Württemberger im Durchschnitt 12,04 Mal auf den gegnerischen Kasten. Das ist gerade einmal ein Torschuss weniger als Schalke in der Saison 2016/17 erreichte. Und nur mal zum Vergleich: Der Kader der Königsblauen im Jahr 2016/17 war ganze 217,25 Millionen Euro wert. Der von Stuttgart zwei Jahre später nur 143,75 Millionen Euro. Das mag vielleicht etwas weit hergeholt sein, doch Qualität hat auch ihren Preis.

Was das Laufen angeht, so sind die Werte von Schalke und Stuttgart wieder sehr ähnlich. Die Stuttgarter liefen pro Partie 114,80 km. Die höchste Laufstrecke legten sie in der Partie gegen Werder Bremen am 23. Spieltag zurück. Nach 123,36 km stand immerhin ein 1:1 auf dem Papier.

Bei den gespielten und angekommenen Pässen kann Stuttgart allerdings nicht ganz mithalten. In den 34 Partien in der ersten Liga kommt der VfB unter Weinzierl auf durchschnittlich 394,09 Pässe pro Spiel, von denen 295,74 beim eigenen Mann ankamen. Das ergibt somit eine Passquote von 73,95 Prozent. Das wiederum bedeutet, dass 26,05 Prozent der abgespielten Bälle beim Konkurrenten landeten. Was jedoch auffallend ist, ist, dass die Stuttgarter unter Weinzierls Führung in puncto Zweikampf stärker waren als Schalke. Hier kommen sie auf eine Zweikampfquote von 51,61 Prozent. Zudem gehörten ihnen 45,04 Prozent der Spielanteile während einer Partie.

Ex-Klub sorgt für Entlassung

Weinzierls Zeit bei den Schwaben endete am 20.04.2019 nach nur 193 Tagen im Amt. Nach der peinlichen 6:0 Pleite gegen niemand anderen als unseren FCA, zogen die Stuttgarter schließlich die Reißleine.

Nach dem überaus enttäuschenden Spiel in Augsburg sind wir aber zu der Überzeugung gekommen, dass wir die Situation neu bewerten müssen und ein klarer Schnitt zwingend notwendig ist.

Sportvorstand Thomas Hitzlsperger über Weinzierls Entlassung

Ich war an jenem Tag im Stadion und habe den höchsten Sieg der Bundesligahistorie unserer Jungs gefeiert. Dennoch tat mir Markus Weinzierl in diesem Moment unglaublich leid. Egal wie abstrus die Trennung mit ihm damals ablief, aber das hatte er nicht verdient, denn er hat als Trainer immer sein Bestes gegeben.

Der VfB Stuttgart landete am Ende der Saison auf dem Relegationsplatz, wo sie nach einem 2:2 und einem 0:0 gegen Union Berlin den Kürzeren zogen.

Ausblick

Nun wisst ihr also, wo Markus Weinzierl neben dem FCA noch als Trainer fungierte. Mittlerweile läuft die Bundesliga wieder und es wird sich zeigen, ob bei unseren Jungs der “Weinzierl – Effekt” einschlagen wird. Sprich, ob sie mutig, giftig und eklig aufspielen wie zu unseren besten Zeiten. Ich persönlich hoffe es sehr und möchte hierbei anmerken, dass man genau diese Ansätze bereits in dem Testspiel gegen PSG sehen konnte. In der Defensive standen wir sehr stabil, gingen mutig in die Zweikämpfe und spielten unsere Umschaltmomente sehr präzise und wohl durchdacht aus.

In der nächsten Folge unserer zweiteiligen Serie werden wir uns natürlich Weinzierls Zeit beim FCA genauer anschauen. Und hierbei haben wir uns etwas besonderes ausgedacht. In einem kleinen Trainerduell werden wir betrachten, wie erfolgreich unser Coach wirklich bei uns war. Dazu haben wir alle Spiele seiner sämtlichen Nachfolger genauer unter die Lupe genommen. Hierbei werden wir vielleicht auch sehen, was uns in dieser Saison erwarten könnte, wenn unsere Jungs den Plan des Trainers perfekt umsetzen. Ihr dürft also gespannt sein.

Eure Elf des Jahrzehnts

10 Jahre erste Bundesliga liegen hinter uns. Wir haben mit unserem Herzensverein gelacht, geweint, gelitten und uns über Erfolge gefreut. Ein Anlass für uns, die Besten der Besten heraus zu suchen und sie in eine gemeinsame Startaufstellung zu packen. In den vergangenen Wochen haben wir euch auf jeder Position mehrere Spieler zur Wahl gestellt, um zusammen mit euch die “La Décima-Elf” zu küren. Liebe Leser, ein riesengroßes Dankeschön für eure zahlreiche Unterstützung und eure Stimmen. Ohne eure tatkräftige Unterstützung wäre das alles nicht möglich gewesen. Und hier ist sie nun: Eure ELF DES JAHRZEHNTS!

Der Trainer: Markus Weinzierl

Ein Team braucht natürlich auch einen Trainer. Ihr habt euch entschieden für den Mann, der den FCA Stand heute in 158 Pflichtlinie an der Seitenlinie begleitet hat und der am 26.04.2021 nach fast 5 Jahren Abstinenz endlich nach Hause zurück gekehrt ist. Euer Coach des Jahrzehnts ist kein Geringerer als unser Markus WEINZIIIIERL!

4 Jahre lang trainierte der gebürtige Straubinger unseren Herzensverein und bescherte den Fans die wohl erfolgreichste Zeit des letzten Jahrzehnts. Mit ihm erlebten wir sämtliche Höhen und Tiefen, die der Fußball zu bieten hat. Vom Abstiegskampf bis zum Wunder Europa League war alles vertreten. Auch wenn sein Abschied damals alles andere als glücklich war, ist die Mehrheit der Anhängerschaft sehr glücklich darüber, dass er nun wieder bei uns ist. Zu viel möchte ich über Weinzierls Leistungen hier nun nicht verraten, denn in Kürze werden wir hier bei der Rosenau Gazette eine kleine Serie über Markus Weinzierls Stationen und Erfolge bringen. Ihr dürft also gespannt sein.

Der Coach des Jahrzehnts – Markus Weinzierl (Foto via imago)

Bei der Wahl zum “La Décima”-Trainer nahmen insgesamt 157 Leser teil. 120 davon sahen Mr. Euro League als den Coach an, der es am meisten verdient hat, besonders hervorgehoben zu werden. Und das tun wir hiermit und ziehen unseren Hut vor seinem Erfolg.

Das genaue Ranking in dieser Kategorie sieht folgendermaßen aus:

  1. Markus Weinzierl: 76%, 120 Stimmen
  2. Jos Luhukay: 22%, 34 Stimmen
  3. Manuel Baum: 2%, 3 Stimmen

Im Tor

Ihr habt gewählt, unseren Keeper mit der Nummer 35: Marwin HIIIIITZ!

Wirklich überrascht hat uns diese Entscheidung nicht, denn immerhin haben wir mit dem sympathischen Schweizer unsere erfolgreichste Zeit bestritten. In sage und schreibe 157 Partien stand Hitz im Augsburger Trikot zwischen den Pfosten. Hierbei hielt er 47 Mal seinen Kasten komplett sauber und kassierte in 5 Spielzeiten lediglich 212 Gegentore. Durchschnittlich gesehen sind das 1,35 Gegentreffer pro Spiel.

Bei dieser Wahl wurde insgesamt 118 Stimmen abgegeben. Hiervon erhielt Marwin Hitz 67, was einen prozentualen Anteil von 57 Prozent ergibt. Wir präsentieren euch euer ganz persönliches Ranking auf der Torhüterposition und gratulieren Marwin herzlich zum Einzug in die Startaufstellung des Jahrzehnts.

  1. Marwin Hitz: 57%, 67 Stimmen
  2. Rafal Gikiewicz: 18%, 21 Stimmen
  3. Alexander Manninger: 13%, 15 Stimmen
  4. Simon Jentzsch: 12%, 14 Stimmen
  5. Andreas Luthe: 1%, 1 Stimme

Linksverteidiger

Das Rennen macht der Spieler mit der Nummer 31: Philipp MAAAAX!

Diese Wahl kam für uns nicht sonderlich überraschend, denn auch wir sehen den gebürtigen Viersener als den besten Linksverteidiger an, der in den letzten Jahren beim FCA auflief. Max lief in 156 Spielen für unsere Fuggerstädter auf und avancierte dabei zum Topvorbereiter des Vereins. Sage und schreibe 29 Torvorlagen stehen auf seinen Hausaufgabenzettel. Hinzu kommen 15 Tore. Das macht Philipp Max zum drittbesten Scorer, der in der Bundesliga für den FCA auflief.

Bei der Wahl zum Linksverteidiger für die “La Décima-Elf” wurden insgesamt 119 Stimmen abgegeben. Hiervon drückten 105 Teilnehmer das Vote-Knöpfchen für Philipp Max. Das entspricht starken 88%.

Hier nun das Ranking für die linke Verteidigerposition:

  1. Philipp Max: 88%, 105 Stimmen
  2. Abdul Rahman Baba: 6%, 7 Stimmen
  3. Marcel de Jong: 3%, 4 Stimmen
  4. Konstantinos Stafylidis: 2%, 2 Stimmen
  5. Matthias Ostrzolek: 1%, 1 Stimme

Rechtsverteidiger

Einen riesigen Applaus für den Mann mit der Nummer 2: Paul VERHAEGH!!!

Auch die Wahl unseres ehemaligen Kapitäns überrascht nicht wirklich, nachdem er ganze 7 Jahre lang beim FC Augsburg unter Vertrag stand. 6 Spielzeiten lang lief er zudem mit der Binde am Arm auf und sein Abschied im Jahr 2017 tut uns heute noch unglaublich weh. Paul Verhaegh knackte die magische Marke von 200 Pflichtspielen im rot-grün-weißen Trikot. Insgesamt lief er in 207 Pflichtspielen auf, in denen er 22 Tore schoss und 14 auflegte.

Seine Wahl gewann er mit einem prozentualen Stimmanteil von starken 89%. Von 128 abgegebenen Stimmen erhielt er 114 und deklassierte somit seine Konkurrenz.

Das Ranking auf dieser Position sieht wie folgt aus:

  1. Paul Verhaegh: 89%, 114 Stimmen
  2. Raphael Framberger: 5%, 6 Stimmen
  3. Johnny Schmid: 4%, 5 Stimmen
  4. Dominik Reinhard: 2%, 3 Stimmen

Rechter Innenverteidiger

Euer Mann für die rechte Innenverteidigerposition ist unser aktueller Capitano mit der Nummer 6: Jeffreyyy GOUWELEEUW!

Auf dieser Position fiel die Wahl zum ersten Mal ziemlich knapp auf, doch die Mehrheit hat sich für unseren Abwehr-Jeff entschieden, mit dem wir derzeit ziemlich mitfiebern, ob er für das erste Spiel in der Bundesliga auch rechtzeitig fit wird. Seit 09.01.2016 steht der gebürtige Niederländer bei uns unter Vertrag und hat noch ein gültiges Arbeitspapier bis 30.06.2024. Seinen Marktwert konnte er von 2,5 Mio. Euro in der Zwischenzeit auf 7 Mio. Euro steigern. Seit er bei uns in Augsburg ist, hat Jeff bereits 141 Spiele absolviert, in denen er 3 Tore und 7 Torvorlagen beisteuern konnte. Auch in diesem Jahr trägt Gouweleeuw die Kapitänsbinde am Arm und ist somit natürlich auch Teil des Mannschaftsrats.

Seine Konkurrenz konnte er allerdings nicht ganz so deutlich schlagen, aber dazu sei gesagt, dass diese mit Jan-Ingwer Callsen-Bracker auch ziemlich groß war. Von 140 Votes erhielt Jeff 66, also 47%. Doch der zweite Platz lag mit 42% nicht weit zurück.

Hier also die Ergebnisse zur Wahl des rechten Verteidigers:

  1. Jeffrey Gouweleeuw: 47%, 66 Stimmen
  2. Jan-Ingwer Callsen-Bracker: 42%, 59 Stimmen
  3. Uwe Möhrle: 8%, 11 Stimmen
  4. Gibril Sankoh: 3%, 4 Stimmen

Linker Innenverteidiger

Der zweite Innenverteidiger ist der Spieler mit der Nummer 5: Ragnar KLAAAVAAAN!

Für uns war es keine wirkliche Überraschung, dass der gebürtige Este die Wahl für sich entscheiden konnte. Immerhin stand Klavan in 4 Jahren in ganzen 140 Partien in der Innenverteidigung auf dem Platz und lieferte sich mehr als ein starkes Gefecht mit seinen Gegnern. In seiner Zeit für die Fuggerstädter traf Ragnar, der vor Kurzem von Cagliari Calcio zurück nach Estland wechselte, 4 Mal in den gegnerischen Kasten und legte ein Tor für einen Mitspieler auf. Dennoch sehe ich ihn ebenfalls als einen der stärksten Innenverteidiger, der beim FCA unter Vertrag stand. Doch die Konkurrenz schläft nicht, denn Felix Uduokhai hat definitiv das Potential, genauso stark (wenn nicht sogar noch stärker) zu werden.

Bei der Wahl zum linken Innenverteidiger wurde insgesamt 136 Mal der Vote-Knopf gedrückt. Hiervon erhielt Ragnar Klavan 113 Stimmen. Das Ranking sieht wie folgt aus:

  1. Ragnar Klavan: 83%, 113 Stimmen
  2. Felix Uduokhai: 8%, 11 Stimmen
  3. Martin Hinteregger: 7%, 10 Stimmen
  4. Jeong-Ho Hong: 1%, 2 Stimmen

Defensives Mittelfeld

Der unangefochtene Sieger trägt die Nummer 10: Daniii BAIEEER!

Wer auch sonst? Kein anderer Spieler hat so viele Spiele für den FC Augsburg gemacht, wie unser ehemaliger Capitano. 355 Pflichtspiele lieferte er in 12 Spielzeiten ab. Aufgeteilt sieht das ganze so aus: 50 Spiele in Liga 2, 274 Partien im Oberhaus, 23 DFB-Pokal-Spiele, 2 Relegationspartien und 6 Matches in der Europa League. Eine beeindruckende Bilanz, wenn ihr mich fragt. In allen Spielen sammelte Daniel Baier 33 Scorerpunkte, das heißt er legte seinen Mitspielern insgesamt 25 Tore auf und netzte selbst immerhin auch 8 Mal ein.

Über Baiers Karriere beim FCA könnte man wahrlich einen Roman schreiben, doch das würde leider unseren Rahmen für diesen Artikel sprengen. Deswegen komme ich nun auf die Wahl zurück, die der gebürtige Kölner überragend und mit dem besten Ergebnis überhaupt gewann. Seine Konkurrenz war chancenlos, denn von 178 abgegebenen Stimmen erhielt Daniel Baier glorreiche 175!

So sieht die Reihenfolge eurer Wahl aus:

  1. Daniel Baier: 98%, 175 Stimmen
  2. Daniel Brinkmann: 1%, 2 Stimmen
  3. Andrew Sinkala: 1%, 1 Stimme
  4. Kevin Vogt: 0%, 0 Stimmen
  5. Gojko Kacar: 0%, 0 Stimmen

Zentrales Mittelfeld

Ihr habt gewählt den Spieler mit der Nummer 21: Dominik KOOOHR!

Dieses Abstimmungsergebnis hat uns zugegebenermaßen ein klein wenig überrascht, aber genau ist ja das Tolle an einer Wahl. Dass es eben nicht immer so kommt, wie man vielleicht erwartet. Natürlich hat sich Kohr seinen Platz in der “Elf des Jahrzehnts” genauso verdient wie alle anderen Spieler auch. Immerhin hat der gebürtige Trierer 102 Partien für Rot-Grün-Weiß bestritten. Vor allem in der Saison 2015/16 war er unter Markus Weinzierl stets gesetzt, denn er kam in jenem Jahr auf 31 Bundesligaspiele, 2 Partien im DFB-Pokal und lief 6 Mal in der Europa League auf. Insgesamt sammelte auch Dominik Kohr recht fleißig seine Scorerpunkte. Er kommt auf 3 Tore und 9 Torvorlagen.

Bei der Wahl stimmten insgesamt 126 Leser ab. 42 davon – also 33% – sahen Kohr als den Mann, der unbedingt in die Aufstellung der letzten 10 Jahre Bundesliga gehört. Allgemein lässt sich zu dieser Abstimmung sagen, dass hierbei alle 5 zur Wahl gestellten Spieler ihre Stimmen bekamen. Es war also nicht so eindeutig wie Beispielsweise das Ergebnis von Daniel Baier.

Folgendermaßen sieht eure Wahl aus:

  1. Dominik Kohr: 33%, 42 Stimmen
  2. Jan Morávek: 26%, 33 Stimmen
  3. Rani Khedira: 18%, 23 Stimmen
  4. Hajime Hosogai: 13%, 17 Stimmen
  5. Pierre-Emile Hojbjerg: 9%, 11 Stimmen

Offensives Mittelfeld

Euer Mann im offensiven Mittelfeld trägt die Nummer 7: Halil ALTINTOOOP!

Ihr habt abgestimmt und seht den gebürtigen Gelsenkirchener in eurer Wunschaufstellung des letzten Jahrzehnts. 4 Spielzeiten lang trug Altintop das Augsburger Trikot und sorgte in der Offensive für mächtig Wirbel. In 128 Pflichtspielen sammelte Halil 22 Tore und 14 Torvorlagen. Das bedeutet gleichzeitig Rang 4 in der vereinsinternen Torschützenliste und auch bei den Torvorbereitet. In der gesamten Scorerliste belegt er Rang 5 hinter André Hahn, Alfred Finnbogason, Philipp Max und Raúl Bobadilla.

Bei dieser Wahl lieferte sich der Mann mit der Nummer 7 lange ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Ja-Cheol Koo. Doch am Ende erreichte der ehemalige türkische Nationalspieler 58% der 156 abgegebenen Votes. Das bedeutet eine Gesamtanzahl von 90 Stimmen.

Hier nun das Ranking für die Wahl im offensiven Mittelfeld:

  1. Halil Altintop: 58%, 90 Stimmen
  2. Ja-Cheol Koo: 33%, 51 Stimmen
  3. Michael Gregoritsch: 5%, 8 Stimmen
  4. Dong-Won Ji: 4%, 6 Stimmen
  5. Piotr Trochowski: 1%, 1 Stimme

Rechtes Mittelfeld: André Hahn

Ihr habt gewählt: Unsere Nummer 28 – André HAAAAAHN!

Der gebürtige Otterndorfer ist nun schon das zweite Mal in unserem schönen Schwabenländle. Bereits von Januar 2013 bis Juli 2014 stand er beim FCA unter Vertrag. Nach kurzen Episoden in Mönchengladbach und Hamburg, kehrte 2018 zu uns zurück. 129 Spiele absolvierte euer gewählter Rechtsaußen schon für Rot-Grün-Weiß – 9 Partien im Pokal und 120 in der ersten Bundesliga. Auf seinem Hausaufgabenzettel stehen 28 Tore und 27 Torvorbereitungen. Das bedeutet 55 Scorerpunkte und somit Rang 1 auf der vereinsinternen Scorerliste in der ersten Bundesliga. Kein anderer Spieler ist offensiv dermaßen gefährlich wie André Hahn, was ihn somit zu einem der wichtigsten Spieler im Augsburger Kader macht. Hoffen wir, dass er seine Werte in der kommenden Saison noch weiter ausbauen kann.

Der Hahn muss laufen und macht das Rennen. Und das sogar relativ deutlich mit 115 von 142 Stimmen. Das bedeutet, dass ganze 81% André Hahn in der “Elf des Jahrzehnts” sehen wollten.

Hier die Ergebnisse eurer Wahl:

  1. André Hahn: 81%, 115 Stimmen
  2. Marcel Ndjeng: 13%, 18 Stimmen
  3. Marco Richter: 4%, 6 Stimmen
  4. Alexander Esswein: 1%, 2 Stimmen
  5. Daniel Caligiuri: 1%, 1 Stimme

Linkes Mittelfeld: Tobi Werner

Euer Gewinner: Die Nummer 13 – TOBIIII WERNEEER!

Mit 8 Jahren Vertragsdauer gehört der in Gera geborene Werner definitiv zu den Augsburger Urgesteinen. Er durchlebte sämtliche Highlights, die der FCA in den letzten 15 Jahren durchmachte. Relegation, Aufstieg, Abstiegskampf und natürlich die Europa League. 208 Pflichtspiele absolvierte Tobi für unsere Fuggerstädter, in denen er 38 Tore schoss und stolze 39 auflegte. Auch hier könnten wir ganze Romane schreiben und jede einzelne seiner herausragenden Leistungen hervor heben. Doch selbst dann würden wir ihm noch nicht gerecht werden.

Wir gratulieren ihm daher sehr herzlich zur Wahl in die “La Décima”-Startaufstellung. Auch hier fiel das Ergebnis recht eindeutig aus. Insgesamt nahmen 168 Wähler an der Abstimmung teil. Davon klickten 84% – also 141 Leute – das “Vote-Knöpfchen” für Tobi Werner.

Das Ranking sieht also wie folgt aus:

  1. Tobi Werner: 81%, 141 Stimmen
  2. Axel Bellinghausen: 8%, 13 Stimmen
  3. Ruben Vargas: 5%, 8 Stimmen
  4. Caiuby: 3%, 5 Stimmen
  5. Erik Thommy: 1%, 1 Stimme

Sturm: Raúl Bobadilla

Die Wahl zum Stürmer des Jahrzehnts war für uns die absolut Schwerste. In den letzten 10 Jahren standen bei unserem FC Augsburg so viele gute Mittelstürmer unter Vertrag, dass wir sie euch am liebsten alle präsentiert hätten. Das ging leider nicht und so haben wir die für uns Besten ausgewählt. Doch es ist die UBT, die den Sieger viel besser präsentieren kann. Also hören wir doch mal rein:

Raúl Bobadilla – Oh oh oh oh

Eurer Gewinner ist also der Spieler mit der Nummer 25: Raúl BOBADILLAAA!

4 Jahre lang trug der gebürtige Argentinier das FCA-Trikot und erfüllte uns alle mit Stolz. In der Europa League schoss er uns in das Sechszehntelfinale und auch in der Liga zählt er mit zu den Torschützen mit den meisten Toren. In 105 Pflichtspielen traf Boba 29 Mal in den gegnerischen Kasten und steuerte zudem noch 10 Torvorlagen bei. Eine hervorragende Leistung, die uns nach seinem Abgang schon ein wenig gefehlt hat.

Bei der Wahl zum Stürmer des Jahrzehnts wurden 179 Stimmen abgegeben. Hierbei drückten 80 Teilnehmer “Vote” für den argentinischen Bullen. Das entspricht einer Quote von 45%, was wiederum zeigt, dass auch hier das Ergebnis etwas knapper ausfiel als bei anderen Abstimmungen.

Die Tabelle für die Position des Mittelstürmers sieht wie folgt aus:

  1. Raúl Bobadilla: 45%, 80 Stimmen
  2. Sascha Mölders: 28%, 50 Stimmen
  3. Alfred Finnbogason: 20%, 35 Stimmen
  4. Stephan Hain und Florian Niederlechner: je 4%, 7 Stimmen

Eure Wahl im Überblick

Hierzu möchte ich gar nicht viel sagen. Nur so viel: Die meisten Spieler haben wir erwartet und hätten sie auch selbst in die “La Décima”-Elf gesteckt. Andere haben uns überrascht. Und nun seht sie euch an, die Besten der Besten, die ihr zu eurer Wunschaufstellung gewählt habt. Seid ihr zufrieden mit dem Ergebnis? Wir sind es und wir sind zudem sehr stolz auf jeden einzelnen Spieler, der das rot-grün-weiße Trikot trägt. Egal, ob er hier gewonnen hat oder nicht.

Eure Elf des Jahrzehnts! (Fotos via imago)

Was meint ihr? Das wäre doch die perfekte Startelf für das Abschiedsspiel von Daniel Baier, das uns Fans bei dessen Abgang versprochen wurde. Schauen wir mal, ob es vielleicht nicht so kommt.

Der Trainer des Jahrzehnts

Den ganzen Sommer über haben wir uns damit beschäftigt, die Elf des ersten Bundesligajahrzehnts zu wählen. Vom Torhüter bis zur Sturmspitze. Teilweise war es eine schwere Wahl und man konnte sich kaum entscheiden. Manchmal war es glasklar und die Wahl war eine Formalie. Nun braucht unsere Elf des Jahrzehnts wohl auch einen Trainer. Und so geht es nun heute darum, den Trainer des ersten Bundesligajahrzehnts zu wählen. Hier sind unsere Kandidaten:

Jos Luhukay: Jos, we can!

Der sympathische Niederländer wurde von Andreas Rettig als Trainer verpflichtet, mit dem ihm eine freundschaftliche Beziehung verband. Luhukay hatte nach Stationen in seinem Heimatland in Deutschland vor allem im Westen der Republik für erste positive Eindrücke gesorgt. In Gladbach wurde er im Januar 2007 vom Co- zum Chef-Trainer befördert und erst nach 60 Spielen im Herbst 2008 von seinen Aufgaben entbunden.

Im April 2009 schlug der FCA zu und ebnete mit dieser Entscheidung ganz erheblich den Weg in die erste Liga. In seiner ersten Saison in Augsburg führte Luhukay das Team in die Relegation. Im zweiten Jahr folgte der Aufstieg. Ganz Augsburg ging in diese erste Bundesligasaison mit der realistischen Einschätzung, dass der Klassenerhalt eine riesige Herausforderung werden würde. Die Luhukay mit der Truppe mit Bravour meisterte.

War der Fußball auch noch so schwer genießbar an manchen Tagen, so war es doch überaus erfolgreich. 122 Spiele begleitete Luhukay den FC Augsburg an der Seitenlinie und holte im Schnitt über 1,6 Punkte pro Spiel. Mit Luhukay ging es in die Bundesliga und er bleibt unvergessen. In 2012 verließ Luhukay aus freien Stücken den FCA in Richtung Hertha BSC Berlin, weil er selbst in Augsburg seinen Weg zu Ende sah. Er sollte keinen Verein danach mehr jemals wieder so lange oder erfolgreich betreuen.

Markus Weinzierl: Mr. Euro League

Auf Luhukay folgte Markus Weinzierl und eine sportliche Talfahrt. Weinzierl übernahm im Sommer 2012 als er vom Jahn wechselte und legte erstmal eine sportliche Talfahrt hin. 9 Punkte standen nach seiner ersten Hinrunde auf dem Tableau. In der Rückrunde kam die Wunderrettung und der erneute Klassenerhalt.

In den Jahren danach vollbrachte der FCA unter seiner sportlichen Führung Wunderdinge. Punkterekord, Einzug in die Euro League, Liverpool. Als Fan des FC Augsburg ist es relativ leicht, die geilste Zeit des Fantums zu benennen. Markus Weinzierl war der Trainer. Unter ihm spielte Daniel Baier auf der sechs mit internationaler Klasse, traf Sascha Mölders in der ersten Bundesliga zweistellig. wurde André Hahn zum Nationalspieler und wirkte auf der anderen Seite Tobi Werner wie der beste Flügelspieler des Landes. Es hätte für immer so weiter gehen können.

Markus Weinzierl ist zurück in Augsburg und versucht an die Erfolge der Vergangenheit anzuknüpfen (Foto: Passion2Press/Markus Fischer via Imago)

Einzig: Weinzierl zeigte Schwächen und bildete sich ein, er könnte Schalke 04 sportlich auf den rechten Weg führen. Schalke 04 bewies, dass dies vorerst niemandem vergönnt sein soll und auch der VfB Stuttgart war nur eine Episode. Sein Erfolg lag wohl auch in der Gesamtkonstellation in Augsburg begründet. In der abgelaufenen Saison feierte er reumütig seine Rückkehr. Vielleicht folgt nun doch ein zweite Erfolgswelle, auf der wir gemeinsam surfen können? Während der ersten Welle reichte es insgesamt für 154 Spiele bei einem Punkteschnitt von 1,3. Im Gegensatz zu Luhukay waren allerdings alle Spiele erstklassig.

Manuel Baum: der Fußballlehrer

Ein weiterer Trainer hat es neben den beiden erstgenannten auf über 50 Spiele für den FC Augsburg gebracht,. Zwischen Dezember 2016 und April 2019 hat Manuel Baum das Team über 87 Spiele geführt und geformt. Dabei hat er für sichtbar neuen Schwung gesorgt. Taktisch konnte er immer wieder überraschen und so schon in seinen ersten Partien wichtige Punkte holen. Die Spieler schwärmten, weil sie die Videoclips aufs Handy gesendet bekamen und diese als hilfreich erachteten.

Der Mann mit dem Trenchcoat: Manuel Baum machte manches anders und manches besser (Foto: kolbert-press/Christian Kolbert via Imago)

Manuel Baum ist auf dieser Liste evtl. der taktisch versierteste und analytisch beste Trainer. Seine Analysen in den Pressekonferenzen waren auf den Punkt und er konnte seine Inhalte präzise vermitteln (was weder seinem Vorgänger noch Nachfolger sehr gut gelangen). Er bleibt ein Fußballlehrer im besten Sinne. Und wenn man jeden Klassenerhalt an sich als Mini-Wunder betrachtet, so konnte er von derer 10 Stück, 2 selbst feiern und ein wichtiges Wegstück zum dritten zurücklegen. Beachtlich. Aus dem Nachwuchsleistungszentrum kommend, hat er dabei oft eigenen Jugendspielern eine Chance gegeben und ist mit diesen Risiken eingegangen. Es hat oft Freude gemacht.

Die Abstimmung

Und so stehen am Ende des Tages diese drei Kandidaten auf dem Zettel, auch wenn der FCA in der Bundesliga von drei weiteren Trainern an der Seitenlinie repräsentiert wurde. Dirk Schuster, Martin Schmidt und Heiko Herrlich haben es nicht in die Auswahl geschafft. Zu kurz und uninspiriert waren die Gastspiele. Eine Nominierung wäre für mich nicht nachvollziehbar gewesen. Und so ist es nun an euch eure Stimme für einen der oberen Kandidaten da zu lassen und dem Team des Jahrzehnts den richtigen Trainer an die Seite zu stellen:

Wer war der Trainer des Jahrzehnts?

  • Markus Weinzierl (76%, 122 Votes)
  • Jos Luhukay (21%, 34 Votes)
  • Manuel Baum (3%, 4 Votes)

Total Voters: 160

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The Good, the Bad and the Funny

Am vergangenen Samstag (10.07.2021) ging für die Jungs des FCA gemeinsam mit dem kompletten Staff ins Trainingslager an den Walchsee in Österreich. Ein gutes Omen, könnte man sagen, denn in Markus Weinzierls erster Amtszeit bezog die Mannschaft das Aktivotel „Seehof“ in Kössen bereits in den Jahren 2013 bis 2015. Daraufhin legte man zwei der besten Spielzeiten der Vereinsgeschichte hin. Nun könnte man meinen, dass es gerade in dieser heißen Phase der Saisonvorbereitung eher ruhiger zugehen sollte. Weit gefehlt! Wir haben wohl eine der medial aktivsten Wochen des Jahres hinter uns. Gerüchte, Vertragsverlängerungen und ein Testspiel standen neben zahlreichen Highlights unserer Medienabteilung auf dem Programm. Aus diesem Grund möchten wir euch gerne eine kleine Zusammenfassung davon geben, was in den letzten Tagen beim FCA alles passiert ist, da man bei dieser Vielzahl an Themen doch leicht den Überblick verlieren kann.

Unser Beton bleibt!

Kollektives Aufatmen ging durch die Augsburger Fangemeinschaft, als unsere Wand Rafal Gikiewicz am Dienstag, den 13.07.2021, seinen Vertrag bei den Fuggerstädtern um ein weiteres Jahr bis 2023 verlängerte. Ich kann nur für mich selbst sprechen, aber ich war mindestens genauso sehr erleichtert wie nach der Bekanntgabe des Dorsch-Transfers in der Woche zuvor. Wochenlang hat man bereits auf diese Nachricht gewartet, denn es hätte durchaus passieren können, dass Rafal den FCA bereits in diesem Sommer verlassen hätte. Nach einer wirklich herausragenden Saison hätte er laut eigener Aussage auch andere Optionen gehabt. Doch der gebürtige Pole entschied sich dafür, in unserem schönen Schwabenländle zu bleiben.

Ich fühle mich mit meiner Familie richtig wohl in Augsburg und im Verein, sodass der FCA immer der erste Ansprechpartner für mich war. Ich freue mich sehr auf die weitere Zeit in Augsburg, denn es ist immer noch mein großer Traum, einmal vor unseren fantastischen Fans in der ausverkauften WWK Arena zu spielen.

Rafal Gikiewicz über seine Vertragsverlängerung

Laut einem Interview im Kicker ist es sogar das erste Mal, dass Giki überhaupt einen Vertrag bei einem Verein verlängert, denn bisher suchte er nach zwei Jahren immer eine neue Herausforderung. Doch dass er sich nun dafür entschieden hat, bei uns zu bleiben, lässt nicht nur eine große Erleichterung sondern auch große Sicherheit zurück.

Beton bleibt!!!

Gefühlt war Rafal in der gerade abgelaufenen Saison die große Konstante in der Augsburger Mannschaft. Seine Präsenz auf dem Platz, seine Art die Mitspieler immer wieder zu motivieren und auch seine sehr guten Leistungen im Tor können wir gar nicht genug würdigen. In allen 34 Ligaspielen stand er über die vollen 90 Minuten auf dem Platz. Mit 129 Paraden lag er sogar auf Rang 1 unter allen Bundesliga-Torhütern.

Nach dem Transfer von Niklas Dorsch war das die zweite große Glanztat des Stefan Reuter in diesem Sommer. Wir von der Rosenau Gazette sind überglücklich, dass Rafal sich so wohl bei uns fühlt und weiterhin bei uns bleibt. Für ihn wünschen wir uns, dass er an seine Topleistungen der letzten Saison anknüpfen kann und dass sich sein Traum, vor einem ausverkauften Stadion zu spielen, sobald wie möglich erfüllt. Und wir werden natürlich dabei sein!

Ein Österreicher will die Welt zerschießen

Am Sonntagabend stieß Michael Gregoritsch nach nur 14 Tagen Urlaub zu der Mannschaft im Trainingslager. Der Österreicher war am späten Abend des 26.06.2021 mit seinem Nationalteam im Achtelfinale der Europameisterschaft gegen den späteren Meister Italien ausgeschieden. Zwar hätte ihm der FCA sicher noch länger frei gegeben, doch Gregerl hatte keine Lust alleine in Graz laufen zu gehen. Stattdessen kam er lieber an den Walchsee, um gemeinsam mit der Mannschaft zu trainieren. Etwas, was man ihm sehr hoch anrechnen muss.

Nun berichtete der Kicker am Mittwochabend, dass sich aufgrund einer gewissen Einsatzzeit der Vertrag des Österreichers automatisch bis 2023 verlängert hat. Das sah die Fangemeinde teilweise leider sehr kritisch, denn noch immer haben sie ihm seinen Fehltritt aus dem Jahre 2019 nicht verziehen, als er in einem öffentlichen Interview seinen Arbeitgeber schwer kritisierte.

Für mich ist klar, dass ich im Winter unbedingt von Augsburg weg will, damit ich die Möglichkeit habe, regelmäßig zu spielen und mich fürs Nationalteam zu empfehlen… Hauptsache weg!

Michael Gregoritsch am 14.11.2019

Das war ein Fehler, wie der Grazer mittlerweile eingesehen hat. In einem Gespräch mit dem Kicker offenbarte er, dass er „mal einen großen Scheiß gebaut habe“, der ihm immer noch nachhängt. Doch genau das möchte er jetzt wieder gut machen, indem er mit Mut, Selbstvertrauen und Power in die Vorbereitung startet und sich komplett einordnen möchte. Markus Weinzierl gibt ihm „ein unglaubliches Gefühl. Der Umgang war schon in der letzten Saison super, obwohl ich nicht viel gespielt habe. Er glaubt an mich, fordert etwas. Damit ist das für mich die beste Möglichkeit, wieder durchzustarten.“ Mit Ex-Coach Heiko Herrlich sei er auf keinen grünen Zweig gekommen.

Die letzten zwei Spielzeiten waren für Gregerl sicher nicht einfach. Nachdem er in der Saison 13 Tore schoss und damit der Bundesliga-Rekordtorschütze des FC Augsburg wurde, konnte er danach nicht mehr mit solchen Leistungen aufwarten. Das sieht er auch selbst und ist sich durchaus bewusst, dass er an sich arbeiten und mehr Gas geben muss. Auch dass er an seiner Körpersprache etwas ändern sollte, ist dem Österreicher klar.

Das erste Mal auf dem Platz im Trainingslager

Ich kann nur für mich selbst sprechen, doch für Gregerl wünsche ich mir, dass er genau das schafft und seine Ziele erreicht. Jeder hat eine zweite Chance verdient und wir sollten in diesem Punkt dem Trainer und seinem Team vertrauen. Vielleicht schafft es Markus Weinzierl, Michael Gregoritsch zu alter Stärke zu verhelfen. Er selbst hat seine Fehler erkannt und ist bereit, alles für den Verein zu geben. Das sieht man auch ganz deutlich in den vielen Videos und Posts, die wir von der Medienabteilung zu sehen bekommen. Gregerl wirkt viel gelöster und motivierter, als man in den letzten beiden Jahren gesehen hat. Drücken wir ihm die Daumen, dass er sich bei uns durchbeißen kann und einige Tore für unseren FCA wandelt, damit er „die Welt zerschießen“ kann.

Noch ein Eigengewächs erobert Hessen

Am Dienstag war anscheinend der „Tag der Vertragsverlängerungen“ beim FCA. Auch unser Eigengewächs Jozo Stanić unterzeichnete ein weiteres Arbeitspapier bis 2024, bevor er an den Drittligisten SV Wehen Wiesbaden verliehen wurde. Dort spielte in der letzten Saison bereits unser Offensivtalent Maurice Malone.

Auch der gebürtige Augsburger mit kroatischen Wurzeln durfte 2020/21 bereits Drittligaluft schnuppern. Vom 22.08.2020 bis 30.06.2021 war er an den FSV Zwickau ausgeliehen. Bei den Sachsen war er stets gesetzt. Zwickau setzte den gelernten Innenverteidiger gerne in der Rechtsverteidigung ein. Insgesamt sammelte Jozo hier sehr viel Spielzeit, denn er durfte in 38 Partien – 36 in der 3. Liga, 2 im Sachsenpokal – aufspielen. Hierbei traf er sogar einmal in den gegnerischen Kasten.

Viel Glück in Wiesbaden, Jozo!

Spielpraxis ist es auch jetzt, was man dem jungen Kroaten gewähren möchte. Bei uns hat er mit Robert Gumny und Raphael Framberger eine zu große Konkurrenz auf der rechten Seite. Und auch in der Innenverteidigung könnte er sich mit größter Wahrscheinlichkeit noch nicht durchsetzen.

Jozo hat durch die Spielzeit in Zwickau einen großen Schritt gemacht. Daher ist es unser gemeinsames Ziel, dass er diese Entwicklung durch die erneute Ausleihe fortsetzt, um dann seinen Traum zu verwirklichen, für seinen Heimatverein in der Bundesliga aufzulaufen.

Sportdirektor Stefan Reuter über die erneute Ausleihe von Jozo Stanić

Diese Leihe kann man nur als absolut vernünftig ansehen, denn beim FCA hätte unser Eigengewächs noch nicht die größten Chancen. Doch in der 3. Liga konnte er bereits zeigen, was in ihm steckt. Wir wünschen ihm daher viel Erfolg und hoffen, dass er gesund und vor allem auch weiterentwickelt zu uns zurück kommt.

Die Causa Danso

Mit im Trainingslager des FCA war bis Donnerstag auch Kevin Danso, der seit dem 01.07.2021 wieder zurück in der Fuggerstadt war. Im Gepäck hatte er herausragende Leistungen während seiner Leihe zu Fortuna Düsseldorf. In der Kicker-Rangliste landete er sogar auf Rang 4 aller betrachteten Innenverteidiger in der Kategorie „Herausragend“.

Kein Wunder also, dass die Fortuna ihn gerne behalten hätte. Auch Neu-Erstligist Greuther Fürth hatte seine Fühler nach dem gebürtigen Voitsberger ausgestreckt. Doch Coach Markus Weinzierl erteilte dem Ganzen eine Absage nach der anderen, da er selbst mit Danso plante.

Er ist ein Eigengewächs, das super in unsere Mannschaft passt.

Markus Weinzierl über Kevin Danso

Zudem stellte er klar, dass ein Abschied definitiv kein Thema sei, da der FCA jetzt keinen Innenverteidiger abgeben könnte. Immerhin darf man nicht vergessen, dass sein „Konkurrent“ Felix Uduokhai derzeit bei den olympischen Spielen weilt und wir alle nicht wissen, ob bei ihm nicht ein großer Verein anklopfen wird. Sollte das der Fall sein, bräuchte man den Österreicher ganz dringend selbst, denn er kennt nicht nur den Verein sondern hat auch schon selbst neben Kapitän Jeffrey Gouweleeuw in der Innenverteidigung gespielt. Und durch seine wirklich sehr guten Entwicklungsschritte könnte er Udo im Falle seines Abgangs bestimmt ersetzen.

Am Mittwoch ging jedoch ein Gerücht durch die italienischen Medien, dass auch der AC Florenz Kevin Danso gerne verpflichten würde. Die Lila-Weißen, bei denen Franck Ribéry bis zum Sommer noch gespielt haben, müssen in der Abwehr dringend etwas tun. Dabei sind sie auf Danso aufmerksam geworden. Doch so einfach wird es Stefan Reuter keinem Bieter machen. Sollten die Gerüchte stimmen, fordert unser Geschäftsführer Sport satte 8 Millionen für Kevin Danso. Das wären 3 Millionen Euro über Marktwert, denn der Vertrag des Innenverteidigers läuft auch noch bis 2024.

Am Donnerstag kam jedoch der absolute Hammer: Kevin Danso verließ das Trainingslager am Walchsee. Anscheinend gab es ein weiteres Angebot – neben einer potentiellen Leihe nach Fürth bzw. der Anfrage von Florenz. Der RC Lens, der die letzte Saison auf Rang 7 der Ligue 1 landete, möchte den gebürtigen Österreich gerne verpflichten. Und Kevin möchte gerne wechseln. Nachdem er um seine Freigabe gebeten hatte, schickten die Verantwortlichen ihn nach Hause. Wir sind uns sicher, dass da mehr vorgefallen muss. Doch allein die Aussage, dass er weder für den FCA auflaufen oder gar mit ihm trainieren möchte, hat uns doch sehr schockiert.

Ob sie da wohl schon über einen Wechsel diskutiert haben? (Foto via imago)

Natürlich kann man verstehen, dass jeder Spieler gerne Stammspieler sein möchte. Etwas, was der FCA Kevin Danso jetzt noch nicht zusichern kann, da man noch nicht weiß, was mit Felix Uduokhai passieren wird. Doch die Art und Weise, wie dieser Wechsel erzwungen werden soll, ist keinesfalls akzeptabel. Gerade von einem Eigengewächs hätte man etwas anderes erwartet. Vor allem auch, weil er durch die Verletzung Oxfords und der Olympiateilnahme Uduokhais sehr gute Chancen gehabt hätte, sich in Szene zu setzen. Wobei dazu auch zu sagen ist, dass wir alle nicht bei diesem Gespräch dabei waren.

In einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen zeigte sich Geschäftsführer sichtlich schockiert über den Vorfall. Er bestätigte auch das Angebot des RC Lens, das aber nicht marktgerecht sei, weswegen man es ablehnte. Die Verantwortlichen seien sich bereits darüber einig, wie man vorgehen wolle. Ein Fall wie der von Martin Hinteregger oder Michael Gregoritsch solle sich in keinem Fall wiederholen. Dennoch wird man sich in der kommenden Woche noch einmal mit Kevin Danso und seinem Berater – Dansos Bruder Emmanuel – zusammen setzen und noch einmal über die Sache sprechen.

Wie die Causa Danso enden wird, ist noch vollkommen offen. Wir werden zu gegebener Zeit berichten.

Ein Comeback in Sicht?

Mit der Verpflichtung von Niklas Dorsch wurde eine große Baustelle im Augsburger Kader geschlossen. Doch kaum ist das eine Problem gelöst, taucht gerne mal das nächste auf. Und das scheint bei uns seit dem Abgang von Philipp Max ständig die linke Abwehrseite zu sein. Auch in diesem Jahr deuten sich bereits die ersten Probleme an. Iago ist zwar im Trainingslager mit dabei, trainiert aber individuell, da er immer noch über Knieschmerzen klagt. Der Däne Mads Pedersen ist aufgrund einer Leistenverletzung und körperlicher Defizite gar nicht erst mitgefahren.

Nun stellt sich die Frage, ob nicht auch auf dieser Position noch einmal Handlungsbedarf besteht. Trainer Markus Weinzierl sieht unseren FCA gut aufgestellt, wenn Iago und Pedersen zu einhundert Prozent fit sind. Wenn nicht, dann sollte man doch noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv werden.

Der Kicker bringt hier einen alten Bekannten ins Spiel, der bei den Augsburger Fans in guter Erinnerung geblieben sein dürfte. Dieser Jemand ist kein Geringerer als Abdul Rahman Baba, der bereits in der Saison 2014/15 für die Rot-Grün-Weißen aufgelaufen ist. Trainer damals: Markus Weinzierl.

Bei uns zeigte der Ghanaer damals Topleistungen. Er wirbelte auf der linken Seite, war spiel- und zweikampfstark und brachte alles mit, was ein guter Verteidiger mitbringen muss. Doch nach seiner Augsburger Zeit wurde er wahrlich vom Pech verfolgt. So zog er sich in der Saison 2017/18 einen Kreuzbandriss samt Meniskusschaden und in der Saison 2019/20 eine weitere Knieverletzung zu. Bei seinem Arbeitgeber Chelsea kommt er daher nicht zum Zug und ist dadurch zum Leihobjekt geworden.

Genau das könnte für den FC Augsburg interessant sein – eine Leihe mit möglicher Kaufoption. Baba bringt einige Vorteile mit. Er kennt nicht nur den Verein, die Abläufe und den Trainer, sondern könnte uns theoretisch mit seinem Können auch weiterhelfen. Vorausgesetzt er bleibt fit. Er ist erst 27 Jahre alt, weswegen er voraussichtlich noch mindestens 8 Jahre Karriere vor sich hat. Zudem blieb er in der abgelaufenen Spielperiode verletzungsfrei und legte eine sehr gute Rückrunde bei PAOK Saloniki hin. Für die Griechen stand Baba 17 Mal auf dem Platz, schoss ein Tor, bereitete eines vor und verhalf ihnen zum Gewinn des griechischen Pokals.

Natürlich handelt es sich hierbei erst einmal um einen Gerücht, doch ich könnte mir gut vorstellen, dass dieses Wagnis aufgehen könnte. Natürlich wäre das ganze aber aufgrund der Verletzungshistorie mit einem gewissen Risiko behaftet. Geschäftsführer Sport Stefan Reuter sagte hierzu folgendes:

Baba ist ein toller Spieler, wir haben mit ihm gigantische Erfahrungen gemacht. Aber er hatte viele Verletzungen und ist gehaltsmäßig in einer anderen Liga angekommen. Ob das dann funktioniert, ist immer die Frage.

Stefan Reuter über einen möglichen Transfer von Baba

Es klingt zwar erst einmal so, als würde Reuter einen Transfer von Baba ablehnen. Doch wir alle wissen auch, dass sich unser Sportdirektor nicht gerne in die Karten schauen lässt. Zu einem Transfer äußert er sich immer erst, wenn die Tinte schon trocken ist. Wir werden uns also gedulden müssen, was die Transferphase auf der Linksverteidigerposition noch so mit sich bringen wird.

Testspiel gegen Qarabag FK

Am Donnerstagabend traf unser FCA in Kufstein auf den aserbaidschanischen Erstligisten, der in der Saison 2020/21 nur knapp die Meisterschaft verpasste. Folgende Startelf schickte Coach Markus Weinzierl ins Rennen.

Gikiewicz - Framberger, Gouweleeuw, Strobl, Jakob - Morávek, Dorsch - Hahn, Caligiuri - Finnbogason, Niederlechner

Um 18 Uhr pfiff der Schiedsrichter die Partie in der Kufstein Arena an, bei der Neuzugang Niklas Dorsch sein Debüt feiern durfte. Leider fand die Mannschaft nicht so gut ins Spiel, wie man es sich gewünscht hätte. Dabei ist aber zu beachten, dass sich die Jungs erst seit zwei Wochen im Training befinden und zudem noch einige Leistungsträger wie Felix Uduokhai, Marko Richter oder Ruben Vargas fehlen.

Einige Zuschauer sahen zu Beginn ein recht ausgeglichenes Spiel, bevor Qarabag zwei Abwehrfehler eiskalt bestrafte. In der 26. Spielminute kam Patrick Andrade frei zum Abschluss und traf per Flachschuss zum 0:1. Und nur zwei Minuten später erhöhten die Aserbaidschaner sogar. Romeros abgefälschter Schuss schlug zum 0:2 im langen Eck ein. Giki war bei beiden Gegentreffern chancenlos.

Doch der FCA ließ sich nicht hängen und nahm den Kampf trotzdem weiter auf. Durch die lauthalsen Anfeuerungen von der Seitenlinie beflügelt, gaben unsere Jungs nun ordentlich Gas. Und das sollte belohnt werden. In der 36. Spielminute blockte ein aserbaidschanischer Spieler Caligiuris Freistoß mit dem Ellenbogen, woraufhin der Schiri auf Elfmeter für den FCA entschied. Kein geringerer als unser Abwehr-Jeff trat an und verwandelte mit einem platzierten Schuss ins (von ihm aus gesehen) linke untere Toreck.

Die Fuggerstädter drängten noch vor der Halbzeit auf den Ausgleich, der ihnen auch gelingen sollte. Nach zwei brandgefährlichen Chancen von Cali, flankte André Hahn nach einer tollen Kombination über Morávek und Finnbogason in den 16er. Dort stand Flo Niederlechner vollkommen frei und brauchte den Ball nur noch einnicken. Der Halbzeitstand war wie auch schon gegen den HSV 2:2.

Zu Beginn der 2. Hälfte standen fünf neue Gesichter auf dem Platz. Auch Neu-Torhüter Daniel klein durfte seinen ersten Auftritt für die Fuggerstädter feiern. Zudem kamen Robert Gumny für Frami, Maurice Malone vor Jan Morávek, Noah Sarenren Bazee für André Hahn und Michael Gregoritsch für Florian Niederlechner in die Partie.

Halbzeit 2 startete recht flott, flaute aber aufgrund mehrerer Wechsel immer wieder ab. Für den FCA durften noch Frederik Winther, Franjo Ivanović, Aaron Zehnter und Davide Dell’Erba Spielminuten sammeln. Die Augsburger Jungs standen sehr kompakt und baten Qarabag somit wenige Gelegenheiten. Doch der FCA hatte den Siegtreffer mehr als einmal auf dem Fuß. So scheiterte Gregerl in der 67. Minute am gegnerischen Keeper und auch die beiden Eigengewächse Malone und Ivanović konnten ihre Chancen in den letzten Spielminuten nicht nutzen.

Noah Sarenren Bazee sorgte in Hälfte 2 für ordentlich Dampf auf der rechten Seite (Foto: Markus Fischer via imago)

Insgesamt kann man mit dem Test aber dennoch sehr zufrieden sein. Man sah bereits deutlich die Handschrift von Markus Weinzierl an der Augsburger Spielweise. Gerade die Umschaltmomente haben mir persönlich sehr gut gefallen.

Am Mittwoch, den 21.07.2021, steht das nächste Testspiel unserer Jungs an. Es geht gegen niemand geringeren als die französische Topmannschaft Paris Saint Germain. Ob Neymar und Co auflaufen werden ist noch sehr fraglich, denn Paris hat doch sehr viele Nationalspieler in ihren Reihen. Dennoch bin ich mir sicher, dass wir von Thomas Tuchels Spielweise einiges lernen und mitnehmen können. Und gegen große Mannschaften sorgt der FCA ja auch gerne mal für eine Überraschung.

Ein Gruß an die Social-Media-Abteilung

Ein großes Lob und auch ein großer Dank geht an die Verantwortlichen in der Medienabteilung des FC Augsburg. Seit Wochen denken sie sich die tollsten Dinge aus und übertreffen sich bei jedem Video beinahe selbst. Bestimmt habt ihr in der letzten Woche die Vorstellung von Niklas Dorsch gesehen oder auch die Präsentation des Spielplans am 25.06.2021. Mit diesem kleinen Filmchen im Retro Style landete der FCA im Übrigen einen viralen Hit, denn der Clip wurde über 2 Millionen Mal angeklickt.

Auch in dieser Woche werden wir gerade via Twitter und Instagram mit Posts, Bildern und Filmchen überschüttet. Sei es nun, um uns bezüglich des Trainingslagers auf dem Laufenden zu halten oder auch um den Fans kleine Einblicke in den Alltag zu geben. Besonders amüsiert haben uns bereits die Zimmer-Challenge oder auch das Quiz zwischen André Hahn und Alfred Finnbogason. Eine kleine Anmerkung hierzu: Lieber Gregerl, solltest du mal deine Karriere beenden, kannst du auch gerne Armin Assingers Job bei der „Millionenshow“ übernehmen. Du hast das wirklich toll gemacht! Auch das FIFA-Duell zwischen Gregoritsch und Dorsch war wirklich sehr sehenswert.

Hier haben wir einmal die tollsten Videos und Bilder der letzten Woche für euch heraus gesucht. Wir wünschen euch viel Spaß beim Anschauen!

Quizduell
Fifa Challenge zwischen Dorschi und Gregerl
Die Zimmer-Challenge
Weinzierl vs. Schäfer
Torwarttraining mal anders….

Liebe Social-Media-Abteilung, bitte macht weiter so! Ihr macht das wirklich spitze! Liebe Grüße von eurem RoGaz-Team

Der Markus und die Jugend

Dieser Text erschien zuerst in der Kolumne „Einwurf aus der Rosenau Gazette“ bei presse-augsburg.de.

Offensichtliche Erleichterung. Auch darüber, in der letzten Woche nicht wie der FC aus Köln in der Relegation zittern zu müssen. Nach einer sehr desillusionierenden Saison unter Heiko Herrlich Hoffnung zu haben, dass sich etwas verbessert. Etwas ist vor allem das Sportliche. Mit Markus Weinzierl ist der Trainer zurück, unter dem der FC Augsburg am konstantesten guten Fußball zeigen konnte. Weinzierl kennt das Augsburger Umfeld und die beteiligten Akteure. Aber auch unter Weinzierl war nicht alles Gold, was glänzte.

Unpopuläre Entscheidungen werden bleiben

Gerade im letzten Sommer haben wir auch darüber gesprochen, wie manche Entscheidungen in Bezug auf verdiente Spieler wie Daniel Baier, auch zu Kritik geführt hatten. Dies wird sich auch in Zukunft nicht ändern. Beispielhaft möchte ich an eine der schlimmsten Personalentscheidungen aus der ersten Weinzierl-Amtszeit erinnern. Der Spieler, der heute nur noch als “die Wampe von Giesing” bekannt ist, hatte noch am letzten Spieltag gegen Gladbach getroffen und den FCA endgültig nach Europa befördert. In einer Zeit als der Titel “der Augsburger Neuer-Killer” keine Übertreibung war, fand sich in der Folgespielzeit noch nicht mal mehr ein Platz im Kader (!) für die Europa League. Das Ende der Zeit von Sascha Mölders beim FCA war eingeläutet und die Entscheidung hat mich damals ähnlich getroffen, wie die Vorgänge im letzten Sommer.

(Sascha: Es braucht farblich Motive, die man als Augsburg Fan auch tragen kann. Dein Umsatz würde sich schlagartig verbessern. Details können wir gerne bei einem Kaltgetränk diskutieren).

Was kann die Jugend mittlerweile

Der Umgang mit Sascha Mölders war umso verwunderlicher, weil Markus Weinzierl immer sehr gut mit erfahrenen Spielern konnte. Dies war grundsätzlich während seiner ersten Amtszeit nie ein Kritikpunkt. Der lag damals eher in der Integration von Jugendspielern aus dem eigenen Nachwuchs. Weinzierl hatte das damals – anders als seine Nachfolger später – am Entwicklungsstand der Jugendspieler festgemacht. Während Weinzierl noch feststellte, dass die Spieler (u.a. Raphael Framberger und Ioannis Gelios) mindestens 2-3 Schritte von der Bundesligamannschaft weg wären, während seine Nachfolger Dirk Schuster und Manuel Baum die gleichen Spieler recht schnell ins Bundesligawasser warfen.

Maurice Malone kommt mit viel Rückenwind von seiner Leihe zurück (Foto via Imago)

Ein Vorteil für Weinzierl wird sein, dass die Arbeit des Nachwuchsleistungszentrums in der Zwischenzeit weiter professionalisiert wurde. Der FC Augsburg ist auch nach Ansicht von Experten im Umfeld anderer Vereine auf dem Weg in der Region hinter dem FC Bayern die Nummer 2 im Jugendbereich zu werden. Spieler wie Kevin Danso spielen Stamm in der zweiten Liga. Jozo Stanic und Maurice Malone sammeln schon viel Erfahrung in der dritten Liga. Insgesamt lässt sich so schnell feststellen, dass der Nachwuchsbereich und die Jungprofis weiter sind, als noch während Weinzierls erster Amtszeit.

Es braucht die Überzeugung

Das gilt zumindest in der Breite. In der Spitze hatte der FC Augsburg schon unter Weinzierl Talente, die weit genug für die Bundesliga waren. Zu nennen ist hier zuallererst Erik Thommy. Thommy wurde einige Mal verliehen, um Spielpraxis zu sammeln und durfte dann in Augsburg in die Bundesligamannschaft reinschnuppern. Seine Perspektive sah er dann trotzdem nicht mehr hier sondern beim VfB Stuttgart. Seine Leistungen waren dann durchaus durch Formschwankungen geprägt, wobei Erik Thommy fit und in Form einer der aufregenderen Offensivspieler in der Liga ist.

Erik Thommy fehlte am Ende die Überzeugung an eine Entwicklung in Augsburg. Zuletzt gewann er mit dem VfB gegen seinen alten Verein (Foto via Imago)

Der fehlende Glaube an die Perspektive in Augsburg hat dabei aus meiner Sicht zwei Komponenten. Einerseits wurde mit Christoph Janker jemand installiert, der als Bindeglied zwischen Jugend- und Profibereich fungiert und den Kontakt auch zu Leihspielern hält. Hier hat man aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Andererseits braucht es dennoch einen Trainer, der hier die nötige Überzeugung und das Vertrauen vermittelt, die Geduld für Jugendspieler mitzubringen. Dies hat Weinzierl bisher nicht unter Beweis gestellt.

Episode oder langfristige Lösung?

Dies führt am Ende dazu, dass sich bei Markus Weinzierl die Frage stellt, ob er mit Blick auf die langfristige Vision des FC Augsburg der richtige Trainer ist. Klaus Hofmann hatte betont, wie wichtig es ihm ist, dass sich in der Zukunft eine Reihe von Augsburger Eigengewächsen in der Startelf des FCA wiederfindet. Der Nachwuchsbereich ist soweit auf einem guten Weg, um immer wieder Kandidaten hervorzubringen. Nun braucht es einen Trainer, der an die Jungs glaubt und ihnen bei diesem Schritt hilft.

Derweil es natürlich ein verdammtes Luxusproblem ist, sich hierüber vor der elften Saison in der Bundesliga Gedanken zu machen. Michael Ströll hatte unlängst kommuniziert, dass aus wirtschaftlichen Gründen kein Spieler verkauft werden müsse (und Felix Uduokhai somit bei einem Abgang mindestens 20 Mio. EUR kosten sollte). Dazu traut wohl das gesamte Umfeld Weinzierl zu, den FCA sportlich wieder hinzubekommen. Der Fußballromantiker in mir träumt nun davon, dass wir mit Markus Weinzierl unseren Christian Streich gefunden haben. Und da wird einer der entscheidenden Punkte bei der Integration der Jugendspieler liegen. Es bleibt zu hoffen, dass Markus an den richtigen Stellen während seiner freien Zeit hospitiert hat. Ich deute das Petkov-Debüt am letzten Spieltag zumindest schon mal so.