Das Duell der Trainer

In der letzten Episode unserer kleinen Weinzierl-Reihe haben wir uns bereits die Stationen Regensburg, Schalke und Stuttgart angeschaut, bei denen unser Trainer als Cheftrainer tätig gewesen ist. Seine Anstellung bei unserem FC Augsburg haben wir dort ganz bewusst nicht betrachtet, denn dafür haben wir uns etwas Besonderes ausgedacht: Ein kleines Trainerduell. Wie genau könnt ihr euch das vorstellen? Ganz einfach: Wir haben uns Markus Weinzierl und und die nachfolgenden Trainer geschnappt und uns ihre Bilanz über die jeweiligen Bundesligapartien hinweg genauer angeschaut. Dabei haben wir uns jedes einzelne Spiel angesehen und die Daten hierzu ausgewertet. Viele Fans haben eine große Hoffnung, dass Markus Weinzierl uns zu alter Stärke zurück führen kann. Doch bekamen wir unter ihm wirklich den besten FCA aller Zeiten zu sehen? Wir verraten es euch. Ring frei!

Die favorisierten Spielsysteme im Vergleich

Jeder Trainer hat seine eigenen Vorlieben, inwiefern er eine Mannschaft auflaufen lässt. Dieses System muss natürlich auf das Team und die Stärken der einzelnen Spieler abgestimmt sein und auch zu den Werten des jeweiligen Vereins passen. Ich denke, Markus Weinzierl hat diese in seiner zweiten Vorstellung am 27.04.2021 perfekt beschrieben:

Da müssen wir wieder hinkommen, die eigenen Stärken heraus zu kehren, die eigene Identität wieder zu finden. Eben aggressiv, mutig zu sein, Spaß am Zweikampf zu entwickeln und eklig zu sein. Ein ekliger Gegner zu sein, wo man unangenehm dem Partner gegenüber tritt – dem Gegenspieler. Und das hab ich vermisst und da will ich die Jungs von der Einstellung und der Mentalität her wieder hinbringen.

Markus Weinzierl bei seiner Vorstellung am 27.04.2021

Natürlich hat jeder Trainer seinen Favoriten. Wobei auch hierzu zu sagen ist, dass es auch innerhalb einer Saison verschiedene Varianten im Spielsystem geben wird, denn man muss sich auch auf die Spielart des Gegners einstellen. Zudem hängt auch alles davon ab, ob man das Spiel eher offensiv oder defensiv gestalten möchte. Offiziell gibt es 14 verschiedene Arten, wie ein Trainer seine Mannschaft zu Beginn aufstellen kann. Da wäre einmal das klassische 4231 oder 4222. Aber auch ein 352 oder 532 wird in der Liga gerne praktiziert. Auch ein 442 oder 4141 sieht man durchaus des Öfteren.

Doch ich gehe davon aus, dass die Fußballexperten unter uns die Systeme kennen, weswegen ich nun gleich mal einen Blick auf die einzelnen Varianten der zur Wahl stehenden Trainer es werfen möchte:

Markus Weinzierl: Unter unserem heutigen Trainer fand während seiner ersten Amtszeit beim FCA eine Systemänderung statt, denn in den ersten beiden Jahren ließ Weinzierl noch gerne ein 4141 auflaufen. In 39 von 68 möglichen Partien brachte er dies zur Anwendung. Doch ab der Saison 2014/15 setzte er eher auf ein 4231 – allerdings nicht auf das klassische mit einer Doppelsechs, sondern eher offensiv ausgelegt mit einem defensiven und einem zentralen Mittelfeldspieler. Diese Ausrichtung haben wir auch in der Vorbereitung und auch beim ersten Spieltag gegen Hoffenheim sehen dürfen.

Dirk Schuster: Auch der gebürtige Karl-Marx-Städter setzte bei uns auf ein 4231. Doch aufgrund einer eher defensiven Ausrichtung des Spiels, stellte er zwei Sechser auf den Platz. In 12 von 14 Bundesligapartien unter Schuster kam dieses System zur Anwendung.

Manuel Baum: Bei unserem ehemaligen Leiter des NLZ lässt sich eines feststellen. Er hatte kein bevorzugtes System und änderte immer wieder den Spielaufbau. Zwar sah man des Öfteren auch das klassische 4231 oder auch ein 4231 mit zentralem Mittelfeld, allerdings passte er seine Ausrichtung immer auf den Gegner an. So ließ er auch gerne mal mit 3er- oder 5er-Kette spielen.

Martin Schmidt: Der Schweizer ließ die Mannschaft eigentlich immer mit einer 4er-Abwehrkette auflaufen. Doch davor findet man auch bei ihm verschiedene Ausrichtungen. So spielte auch er gerne mal in einem klassischen 4231, aber auch in einem 4141, 4222 oder 42211 (also mit hängender Spitze).

Heiko Herrlich: Auch unser Trainer der letzten Saison stellte das Team oftmals in dem Klassiker 4231 oder auch in einem 4222 auf. Allerdings probierte er es zwischenzeitlich auch mal mit einer 3er-Kette. Um genau zu sein mit einem 3421, das die Fans aber nicht so wirklich überzeugen konnte, da die Spielausrichtung doch sehr defensiv und zäh wirkte.

Die Punkteausbeute

In diesem Fall haben wir uns die genaue Statistik angeschaut, wie oft das Team gewonnen, verloren oder unentschieden gespielt hat. Die Punkteausbeute geteilt durch die Anzahl der bestrittenen Spiele ergibt den Punkteschnitt. Um fair zu bleiben, haben wir hierbei nicht nur jede einzelne Saison getrennt voneinander betrachtet, sondern auch den Gesamtschnitt aller bestrittenen Partien gezogen.

TrainerSaisonS-U-NPunkteschnitt
Markus Weinzierl2012/138 – 9 – 170,97 (33 Punkte)
2013/1415 – 7 – 121,53 (52 Punkte)

2014/1515 – 4 – 151,44 (49 Punkte)

2015/169 – 11 – 141,12 (38 Punkte)

2020/211 – 0 – 21,00 (3 Punkte)


Schnitt gesamt:1,26




Dirk Schuster2016/173 – 5 – 61,00 (14 Punkte)



Manuel Baum2016/176 – 6 – 81,20 (24 Punkte)
2017/1810 – 11 – 131,21 (41 Punkte)

2018/196 – 7 – 150,89 (25 Punkte)


Schnitt gesamt:1,10




Martin Schmidt2018/192 – 1 – 31,17 (7 Punkte)
2019/207 – 6 – 121,08 (27 Punkte)


Schnitt gesamt1,10




Heiko Herrlich2019/202 – 3 – 41,00 (9 Punkte)
2020/219 – 6 – 161,06 (33 Punkte)


Schnitt gesamt1,05
Auswertung Punkteausbeute

Das Ergebnis dürfte wenige von uns überraschen, denn es ist allgemein bekannt, dass wir unter Markus Weinzierl die beiden erfolgreichsten Spielzeiten unserer Bundesligahistorie gespielt haben. So holte er sich saisonal betrachtet nicht nur Rang 1 sondern räumte auch gleich noch den zweiten Platz mit ab. Die Bronzemedaille schnappt sich Manuel Baum, der in der Saison 2017/18 ebenfalls die magischen 40 Punkte, die sicher zum Klassenerhalt reichen, knacken konnte. Das schafften wir nur unter diesen beiden Trainer. Bei allen anderen hieß es jedoch “zittern bis zum Ende”.

Das Ranking bezüglich des Gesamtschnitts sieht in dieser Kategorie wie folgt aus:

  1. Markus Weinzierl: 1,26 Punkte je Spiel
  2. Manuel Baum und Martin Schmidt: 1,10 Punkte je Spiel
  3. Heiko Herrlich: 1,05 Punkte je Spiel
  4. Dirk Schuster: 1,00 Punkte je Spiel

Tore und Torschüsse

Um ordentlich Punkte zu sammeln bzw. Spiele zu gewinnen, muss man natürlich auch viele Tore schießen. Fußballregel Nummer 1! Ich habe bewusst die Tore und Gegentore getrennt voneinander betrachtet, da man sonst schnell den Überblick verlieren könnte. Was ich aber in meine Betrachtung mit habe einfließen lasse, sind die durchschnittlich abgegebenen Torschüsse pro Spiel innerhalb einer Saison. Natürlich kommt es hierbei auf die Ausrichtung des Spiels an. Unter Markus Weinzierl spielten wir beispielsweise offensiver ausgerichtet als unter Dirk Schuster oder Heiko Herrlich.

Um eines vorne weg zu nehmen: Die Analyse der einzelnen Spiele hat mir persönlich wirklich die Hoffnung gemacht, dass wir in der kommenden Saison mehr von beidem zu sehen bekommen als in der abgelaufenen Spielzeit 2020/21. Denn sieht man sich Weinzierls Ausbeute mit unserem FCA an, so kommt er in seiner ersten Amtszeit auf sage und schreibe 165 Bundesliga-, 12 Europa League – und 9 DFB-Pokal-Tore. In der Bundesliga knackten wir sogar in 3 Spielzeiten die 40-Tor-Marke. Doch sehen wir es uns erneut tabellarisch an, da das für mich immer ein gutes Mittel ist, den Überblick deutlicher heraus zu kristallisieren.

Eine kleine Info noch am Rande: Die genauen Spieldaten standen mir leider erst ab der Saison 2013/14 zur Verfügung, sodass ihr euch nicht wundern dürft, wenn diese noch nicht in Weinzierls erster Saison bei uns auftauchen.

TrainerSaisonTore / Tore pro SpielTorschüsse (Schnitt)
Markus Weinzierl2012/1333 / 0,97

2013/1447 / 1,3815,26

2014/1543 / 1,2613,47

2015/1642 / 1,2413,00

2020/215 / 1,6714,33

Gesamt:170 / 1,2214,02




Dirk Schuster2016/1711 / 0,7911,79




Manuel Baum2016/1724 / 1,2010,25

2017/1843 / 1,2612,47

2018/1937 / 1,3213,71

Gesamt104 / 1,2712,14




Martin Schmidt2018/1914 / 2,3311,83

2019/2036 / 1,4411,00

Gesamt50 / 1,6111,42




Heiko Herrlich2019/2010 / 1,1110,00

2020/2131 / 1,009,48

Gesamt41 / 1,039,74
Auswertung Tore und Torschüsse

Auch hier kann man erneut die Spielzeiten getrennt und im Gesamten betrachten. Die meisten Tore schoss man in den letzten 6 Partien der Spielzeit 2018/19 unter Martin Schmidt. Ganze 14 Mal traf man dabei in den gegnerischen Kasten, was somit einen Schnitt von 2,33 Toren pro Partie ergibt. Auch den zweiten Platz schnappt sich der sympathische Schweizer, denn in den 25 Spielen, die der FCA in der Saison 2019/20 unter ihm bestritt, schoss man durchschnittlich 1,44 Tore je Spiel. Rang 3 geht an Markus Weinzierl. 2013/14 schossen seine Jungs 47 Tore. Das bedeutet 1,38 Tore in einem Spiel.

Bei den Torschüssen holt sich der Straubinger erneut die Krone, denn in der Spielzeit 2013/14 schoss man durchschnittlich 15,26 Mal auf das gegnerische Tor. Platz 2 geht an Manuel Baum für 13,71 Torschüsse in der Spielzeit 2018/19.

Aber auch hier das Gesamtranking für die durchschnittlich erbrachte Leistung über den kompletten Anstellungszeitraum hinweg.

Kategorie erzielte Tore:

  1. Martin Schmidt: 50 Tore in 31 Bundesligapartien → 1,61 Tore pro Spiel
  2. Manuel Baum: 104 Tore in 82 Bundesligapartien → 1,27 Tore pro Spiel
  3. Markus Weinzierl: 170 Tore in 139 Bundesligapartien → 1,22 Tore pro Spiel
  4. Heiko Herrlich: 41 Tore in 40 Bundesligapartien → 1,03 Tore pro Spiel
  5. Dirk Schuster: 11 Tore in 14 Bundesligapartien → 0,79 Tore pro Spiel

Kategorie Torschüsse:

  1. Markus Weinzierl: 14,02 Torschüsse pro Partie
  2. Manuel Baum: 12,14 Torschüsse pro Partie
  3. Dirk Schuster: 11,79 Torschüsse pro Partie
  4. Martin Schmidt: 11,42 Torschüsse pro Partie
  5. Heiko Herrlich: 9,74 Torschüsse pro Partie

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wir unter Martin Schmidt nahezu brutal effizient waren, wenn man die abgegebenen Torschüsse mit den erzielten Treffern vergleicht. Dennoch kann man hoffen, dass wir unter Markus Weinzierl die Kurve kriegen und bald wieder einen offensiver ausgelegten Fußball zu sehen bekommen.

Gegentore

Natürlich gehören zu einem Fußballspiel auch Gegentore. Auch hier gibt es natürlich mehrere Faktoren, die eine große Rolle spielen. Allen voran das Abwehrverhalten und die Leistung des Keepers. Allerdings ist es der Trainer, der die Mannschaft aufstellt, sodass auch er hier immer mit in der Verantwortung steht. Denn wie man unter Martin Schmidt sehr gut sehen konnte, kann es sehr viel ausmachen, wenn man auf den falschen Mann im Tor setzt.

Doch schauen wir uns jetzt mal genauer an, wie sich unser FCA unter den verschiedenen Trainern geschlagen hat, bevor wir auch hier ein Ranking erstellen.

TrainerSaisonGegentore gesamtGegentore pro Partie
Markus Weinzierl2012/13511,5

2013/14471,38

2014/15431,26

2015/16521,53

2020/2172,33

Gesamt:2001,44




Dirk Schuster2016/17161,14




Manuel Baum2016/17331,65

2017/18461,35

2018/19541,92

Gesamt1331,62




Martin Schmidt2018/19172,83

2019/20522,08

Gesamt692,23




Heiko Herrlich2019/20111,22

2020/21471,51

Gesamt581,45
Auswertung Gegentore

Natürlich ist es vollkommen klar, dass auch das Spielsystem großen Einfluss auf die Anzahl der kassierten Treffer hat. Stellt sich eine Mannschaft über 90 Minuten mit 11 Mann hinten in die eigene Box, ist die Wahrscheinlichkeit ein Gegentor zu kassieren in der Regel deutlich geringer. Macht man aber auf, läuft man schnell einmal in einen Konter und schon klingelt es.

Dirk Schuster, der sich hier den ersten Platz holt, ließ einen sehr defensiv ausgerichteten Fußball spielen, der zwar nicht schön anzusehen war, aber dafür erhielten wir in 14 Bundesligapartien nur 16 Gegentreffer. Während wir unter Martin Schmidt zwar viele Tore schossen, wie wir eben schon gesehen haben, aber dafür auch überdurchschnittlich viele einstecken mussten.

Hier ist es also – unser Ranking für die am wenigsten kassierten Gegentreffer.

  1. Dirk Schuster: 1,14 pro Spiel
  2. Markus Weinzierl: 1,44 pro Partie
  3. Heiko Herrlich: 1,45 pro Spiel
  4. Manuel Baum: 1,62 pro Partie
  5. Martin Schmidt: 2,23 pro Spiel

Passspielchen

Natürlich haben wir auch einen genauen Blick auf die Pässe geworfen. Sprich, wie viele Pässe wurden insgesamt gespielt, wie viele kamen beim eigenen Mann an und wie hoch waren dadurch die durchschnittliche Passquote. Auch hier hängt alles erneut vom System und der Spielausrichtung ab. Der FCA ist kein Verein, der wie Bayern oder Dortmund auf das berühmte Kurzpassspiel setzt, weswegen unsere Anzahl an Pässen immer geringer sein wird als die anderer Vereine.

Auf die Fehlpässe werfen wir in der nächsten Kategorie einen genauen Blick, sodass man nicht so schnell den Überblick verlieren kann. Deswegen sehen wir uns nun an, wie die Passquote in den einzelnen Partien sowie im Gesamten war. Hier bitte ich euch nochmal zu beachten, dass mir die genauen Spieldaten erst ab der Saison 2013/14 zur Verfügung standen, sodass die erste Saison unter Markus Weinzierl leider fehlt. Dennoch hat die Auswertung eine gute Aussagekraft, da ich immer die genaue Anzahl der Spiele in der Betrachtung beachtet habe.

TrainerSaisonAnzahl der PässeAngekommene PässePassquote
Markus Weinzierl2013/14409,9731776,44

2014/15438,53329,5374,14

2015/16399,85304,5975,18

Gesamt:412,36313,2574,79





Dirk Schuster2016/17395,14292,5773,09





Manuel Baum2016/17351,30248,4069,28

2017/18371,21272,3572,25

2018/19395,18292,1472,97

Gesamt374,95273,2771,77





Martin Schmidt2018/19403,83311,5076,37

2019/20308213,9268,46

Gesamt326,55233,0069,99





Heiko Herrlich2019/20344,67244,1169,76

2020/21382,03283,0373,05

Gesamt373,63274,4872,31
Auswertung Passspiel

Wie man hier sehr schön sehen kann, spielten wir unter Markus Weinzierl die höchste Anzahl an abgegebenen Pässen, was sehr dafür spricht, dass seine Art des Fußballs offensiver ausgerichtet ist als beispielsweise unter einem Dirk Schuster. Ebenfalls kann sich unter ihm die Passquote durchaus sehen lassen.

Hier die Rankings in diesen beiden Kategorien.

Kategorie gespielte Pässe:

  1. Markus Weinzierl: 412,36 Pässe
  2. Dirk Schuster: 395,14 Pässe
  3. Manuel Baum: 374,95 Pässe
  4. Heiko Herrlich: 373,63 Pässe
  5. Martin Schmidt: 326,55 Pässe

Kategorie Passquote:

  1. Markus Weinzierl: 74,79%
  2. Dirk Schuster: 73,09%
  3. Heiko Herrlich: 72,31%
  4. Manuel Baum: 71,77%
  5. Martin Schmidt: 69,99%

Fehlpässe

Selbstverständlich ist es klar, dass ein Ball auch mal nicht beim eigenen Mann ankommt. Schließlich spielt der Gegner ja auch noch mit und grätscht öfter mal dazwischen. Diese Kategorie können wir ein wenig abkürzen, denn sie hängt natürlich unmittelbar mit den gespielten und abgegebenen Pässen zusammen. Und da ich euch nicht zu sehr mit Zahlen und Tabellen überfordern möchte, präsentiere ich euch hier nun das Ranking bezüglich der Fehlpassquote. Platz 1 geht natürlich an den Trainer, der die geringste Anzahl an Fehlpässen vorzuweisen hat. Und das ist…

  1. Markus Weinzierl: 25,21%
  2. Dirk Schuster: 26,91%
  3. Heiko Herrlich: 27,69%
  4. Manuel Baum: 28,23%
  5. Martin Schmidt: 30,01%

Es ist schon heftig, dass unter Martin Schmidt fast ein Drittel der gespielten Bälle nicht beim eigenen Mann angekommen sind, während es bei Markus Weinzierl in etwa ein Viertel gewesen sind. Bei 100 Pässen sind das dann doch 5 Schüsse mehr, die beim Gegner landeten. Und wenn man bedenkt, dass ein einziger gezielter Pass dazu ausreichen kann, ein Spiel in die eine oder andere Richtung zu verlagern, dann sollte man hieran wirklich arbeiten.

Wobei die Fehlpassquote beim Spiel gegen Hoffenheim gar nicht so schlecht war, wie das Ergebnis es vermuten lässt. Von 359 Pässen kamen 82 nicht beim eigenen Mitspieler an. Das entspricht einer Fehlpassquote von 23% und ist daher eines unserer besseren Ergebnisse, wie man oben sehen kann. Der Spieler mit der besten Passquote war im Übrigen Niklas Dorsch mit 90,3% angekommen Bällen. Aber das nur so nebenbei bemerkt.

Ballbesitz

Wie wir unseren FCA kennen, ist bei uns Ballbesitz eher eine zweitrangige Tugend. Die Jungs gehen eher dahin, wo es weh tut – aggressiv und eklig. Zumindest will Markus Weinzierl diese Stärken, die in der letzten Saison unter die Räder gekommen ist, wieder heraus kristallisieren. Ich wage sogar zu behaupten, dass sich die Fuggerstädter manchmal schwerer tun, wenn sie das Spiel selbst machen müssen. Und Ballbesitz ist nicht alles, denn wie man in der letzten Spielzeit am zweiten Spieltag gegen Borussia Dortmund gesehen hat, reichen sogar 20% aus, um eine Partie gewinnen zu können. Trotzdem möchte ich euch der Vollständigkeit halber die Daten präsentieren, die ich für euch ausgewertet habe.

TrainerSaisonBallbesitz im SchnittHöchster Ballbesitz
Markus Weinzierl2013/1449,06%60% (2.Spieltag gegen Werder Bremen → Niederlage)

2014/1552,29%67% (33. Spieltag gegen Hannover 96 → Niederlage)

2015/1646,79%71% (9. Spieltag gegen Darmstadt → Niederlage)

2020/2134,67%43% (32. Spieltag gegen VfB Stuttgart → Niederlage)

Gesamtschnitt:48,96%




Dirk Schuster2016/1745,29%66% (5. Spieltag gegen Darmstadt → Sieg)




Manuel Baum2016/1739,30%57% (31. Spieltag gegen HSV → Sieg)

2017/1845,35%65% (33. Spieltag gegen Schalke 04 → Niederlage)

2018/1946,68%64% (13. Spieltag gegen VfB Stuttgart → Niederlage)

Gesamtschnitt:44,33%




Martin Schmidt2018/1944,50%56% (29. Spieltag gegen Frankfurt → Sieg)

2019/2036,60%54% (2. und 19. Spieltag gegen Union Berlin → Unentschieden + Niederlage)

Gesamtschnitt:38,13%




Heiko Herrlich2019/2042,11%55% (28. Spieltag gegen Paderborn → Unentschieden)

2020/2141,84%59% (9. Spieltag gegen Freiburg → Unentschieden)

Gesamtschnitt:41,90%
Auswertung Ballbesitz

Wie man anhand der Daten recht gut sehen kann, hat man das Spiel bei hohem Ballbesitz oftmals nicht gewonnen sondern tendenziell eher verloren oder Unentschieden gespielt. Woran das liegt, darüber kann man nur spekulieren. Vielleicht ist es der Druck, der den Spielern zu Kopf steigt und das kann gerne mal zum Problem werden. Denn wie wir selbst alle aus unserem Leben wissen, funktioniert mit Druck oftmals gar nichts.

Den meisten Ballbesitz hatten wir, wie schon vermutet, in der Saison 2014/15 unter Markus Weinzierl mit 52,29% der Spielanteile. Auch Rang 2 schnappt sich der gebürtige Straubinger mit 49,06%. Natürlich hängt auch das wieder alles mit dem System und der Spieltaktik zusammen. Doch da er auch mit Stuttgart und Schalke recht ähnliche Werte erreichen konnte, lässt mich das doch hoffen, dass wir unter unserem jetzigen Trainer einen anderen Fußball sehen werden. Einen Fußball, bei dem wir uns nicht nur hinten rein stellen, sondern auch mal mutig nach vorne gehen und den Gegner unter Druck setzen.

Doch wer hat sich nun letztendlich in der Kategorie „Durchschnittlicher Ballbesitz“ die Krone geholt? Ich verrate es euch:

  1. Markus Weinzierl: 48,96%
  2. Dirk Schuster: 45,29%
  3. Manuel Baum: 44,33%
  4. Heiko Herrlich: 41,90%
  5. Martin Schmidt: 38,13%

Zweikampfquote

Aggressiv, mutig, Spaß am Zweikampf zu entwickeln und ein ekliger Gegner zu sein… Ich weiß, dass ich mich wiederhole, aber genau das sind die Tugenden, die unseren FCA ausmachen. Viele Bundesligavereine sind laut eigener Aussage in der Vergangenheit ungern gegen die Rot-Grün-Weißen aufgelaufen, eben weil der FC Augsburg dafür bekannt ist, hart in die Zweikämpfe zu gehen. Vor allem wenn die WWK-Arena voll war, hat man oft gesehen, wie die Jungs alles rein werfen und um jeden Ball fighten, als wäre es der Letzte.

Gerade in der abgelaufenen Saison hatte man jedoch den Eindruck, dass diese Eigenschaft unter Heiko Herrlich ein wenig verloren gegangen ist. Mir persönlich fehlte dieser Mut und die Aggressivität, durch die die Identität unseres Lieblingsvereins ziemlich gelitten hat. Doch war es wirklich so schlimm? Ich habe auch hier ein Ranking erstellt und mir die Zweikampfquoten eines jeden Spiels angeschaut und daraus den Durchschnitt der jeweiligen Amtszeit errechnet. Unter wem waren wir nun wirklich am stärksten?

  1. Markus Weinzierl: 50,33%
  2. Dirk Schuster: 49,50%
  3. Heiko Herrlich: 48,98%
  4. Manuel Baum: 48,88%
  5. Martin Schmidt: 46,52%

Wie man sieht sind die Ergebnisse denkbar knapp, doch auch hier erzielten wir unter Markus Weinzierl die wohl besten Leistungen. Doch ein kleiner Funfact am Rande: Das Spiel, in dem wir die meisten Zweikämpfe für uns gewinnen konnten, spielten wir unter dem Trainer, der in dieser Kategorie am schlechtesten abschneidet. Martin Schmidt… Am 20. Spieltag der Saison 2019/20 gewann der FCA im eigenen Stadion 2:1 gegen Werder Bremen. Hier konnte man stolze 67% aller Spielduelle für sich entscheiden.

Laufleistung

Fußball ist ein Laufsport. Klare Sache! Doch hättet ihr gewusst, dass die Augsburger Jungs von der Saison 2013/14 bist zum letzten Spieltag der Saison 2020/21 ganze 31.231,93 Kilometer gelaufen sind? Fehlen nur knapp 9.000 Kilometer und man hätte einmal die Erde umrundet, deren Umfang 40.008 Kilometer beträgt. Bei 8 Spielzeiten bedeutet das eine durchschnittliche Laufleistung von 3.903,99 Kilometer pro Saison und 114,82 Kilometer pro Partie.

Doch welcher Trainer hat die imaginäre Peitsche ausgepackt und seine Schützlinge am meisten laufen lassen? Auf die einzelne Spielzeit gesehen war das Heiko Herrlich. In den 31 Partien, die er den FC Augsburg in der Saison 2020/21 trainierte, liefen die Spieler durchschnittlich 118,87 Kilometer pro Partie. Danach folgt schon Markus Weinzierl, unter dem man 117,49 Kilometer in einem Spiel zurücklegte. Das war in unserer punktreichsten Spielzeit 2013/14. Relativ wenig wurde unter Dirk Schuster gelaufen, denn hier kommen die Augsburger Jungs gerade mal auf 109,58 Kilometer.

Die höchste Distanz legten die Augsburger Jungs ebenfalls unter Heiko Herrlich zurück. In der Partie gegen Bayer 04 Leverkusen am 26.10.2020, die man mit 3:1 verlor, lief die Mannschaft sage und schreibe 128,52 Kilometer.

An wen geht also diese Kategorie?

  1. Heiko Herrlich: 118,36 Kilometer pro Partie
  2. Martin Schmidt: 114,88 Kilometer pro Partie
  3. Markus Weinzierl: 114,54 Kilometer pro Partie
  4. Manuel Baum: 114,34 Kilometer pro Partie
  5. Dirk Schuster: 109,58 Kilometer pro Partie

Wie unschwer zu erkennen ist, legten die Augsburger unter Heiko Herrlich deutlich mehr Kilometer zurück als unter den anderen Trainern. In etwa 4 Kilometer pro Spiel. Rechnet man das auf die Saison hoch, dann sprechen wir hier von ca. 136 Kilometer und somit über eine Spiellaufleistung mehr. Ich war nicht unbedingt ein Fan von Heiko Herrlich, aber in diesem Punkt hat er die Mannschaft wirklich gepusht.

Bilanz am ersten Spieltag

Bevor ich nun den Sieger küre, möchte ich aus gegebenem Anlass noch einen kleinen Blick auf die Bilanz des ersten Spieltages werfen. Auch mich hat der Auftritt unserer Mannschaft am 14.08.2021 gegen Hoffenheim etwas beunruhigt. Ein 0:4 ist immerhin eine ziemliche Packung, die man erst einmal weg stecken muss. Doch dann habe ich mir meine Auswertungen nochmal genauer angeschaut und es ist nicht das erste Mal, dass wir in so eine Saison starten. Aber alles der Reihe nach.

Es ist kein Geheimnis, dass Markus Weinzierl einfach kein Händchen für den ersten Spieltag hat. Eine Strategie vielleicht? Markus verrät es uns selbst mit einem Schmunzeln auf den Lippen.

Wenn ich euch jetzt erzähle, dass es Strategie ist, dann glaubt ihr es nicht. Das erste Spiel zu verlieren, um die Erwartungen nach unten zu senken und dann wollen wir überraschen.

Markus Weinzierl im Interview mit BR24

Aber es stimmt tatsächlich: Markus Weinzierl konnte noch nie in der Bundesliga ein Saisonauftaktspiel gewinnen. Auch bei uns nicht. 2012/13 verlor man mit 0:2 gegen Fortuna Düsseldorf, 2013/14 0:4 gegen Borussia Dortmund, 2014/15 2:0 gegen TSG Hoffenheim und 2015/16 0:1 gegen Hertha BSC. Doch immer wieder schaffte man es in Laufe der Saison das Feld von hinten aufzurollen. 2013/14 schafften wir es sogar die meisten Punkte überhaupt in unserer Bundesligahistorie einzufahren. Ganze 52 Zähler standen am Ende auf der Habenseite. Von daher sehe ich die erneute Niederlage zu Beginn der Saison noch ziemlich entspannt und hoffe auf den bekannten „Hallo-wach“-Effekt.

Auch die anderen Trainer machten es nicht unbedingt besser: Unter Dirk Schuster verlor man am ersten Spieltag der Saison 2016/17 mit 0:2 gegen den VfL Wolfsburg. Mit Manuel Baum gab es 2017/18 eine 1:0-Niederlage gegen den HSV. 2018/09 gewann man zwar mit 1:2 bei Fortuna Düsseldorf, allerdings rettete das den ehemaligen Leiter unseres NLZ auch nicht davor, nach dem 28. Spieltag entlassen zu werden, da er bis dato nur 25 Punkte gesammelt hatte. Mit Martin Schmidt setzte es sogar eine 5:1-Klatsche in Dortmund zu Beginn der Spielzeit 2019/20. Und Heiko Herrlich? Man gewann zwar den ersten Spieltag mit 1:3 bei Union Berlin und sammelte an den ersten 3 Spieltagen sogar 7 Punkte, doch danach ging es steil bergab und es wurde am Ende sehr knapp in puncto Klassenerhalt.

Man sieht also, dass wir uns in den vorangegangenen 9 Spielzeiten immer schwer getan haben, was das Auftaktspiel angeht. 7 von 9 haben wir verloren, weswegen mir die 8. Niederlage zwar weh tut, aber mich nicht sämtlicher Hoffnungen beraubt. Wir haben es immer geschafft, die Klasse zu halten und wir werden es auch in diesem Jahr packen. Wir haben guten Kader, mit dem einiges möglich ist. Also vertrauen wir doch auf die Jungs, die sicherlich auch gerne mit einem Sieg gestartet wären. Ich für meinen Teil glaube fest an unseren FCA, dass wir im Mai 2022 sagen dürfen „Auf geht’s ins 12. Jahr Bundesliga!“

Auswertung

Aber nach diesem kleinen Exkurs zurück zum eigentlichen Thema. Dem Trainerduell… Insgesamt habe ich 10 Rankings erstellt. Für Platz 1 in einem Ranking habe ich jeweils 10 Punkte gegeben. Für Platz 2 gab es 8, für Rang 3 6, für Rang 4 4 und für Rang 5 immerhin noch 2 Zähler. Somit konnten insgesamt 100 Punkte erreicht werden. Wer bekam die meisten und konnte das Trainerduell für sich entscheiden? Ich glaube, ihr wisst es schon.

  1. Markus Weinzierl: 90 Punkte
  2. Dirk Schuster: 62 Punkte
  3. Manuel Baum: 56 Punkte
  4. Heiko Herrlich: 52 Punkte
  5. Martin Schmidt: 38 Punkte

Von 10 Rankings konnte Markus Weinzierl 7 für sich entscheiden und einen zweiten sowie zwei dritte Plätze für sich verbuchen. Dass unserer heutiger Trainer das Rennen machen würde, hat mich nicht wirklich überrascht, denn unter ihm spielte der FCA einen sehr ansehnlichen und vor allem auch erfolgreichen Fußball. Immerhin sind wir nicht umsonst in die Europa League eingezogen, wo wir sogar unter die besten 32 Teams kommen konnten. Die Hoffnung, dass es unter Weinzierl also wieder besser funktioniert als unter seinen Vorgängern, ist durchaus gegeben. Auch wenn man die erste Partie verloren hat. Es kann nur besser werden. Das Feld von hinten aufzurollen können wir sogar besser als uns oben zu halten, wie die letzte Saison eindeutig zeigt.

Wenn jetzt ein lauter Aufschrei durch die Menge gehen sollte, dass Martin Schmidt definitiv besser war als Heiko Herrlich oder Dirk Schuster, so mag das bezogen auf die Torausbeute sicher stimmen. Doch in den Kategorien Passspiel, Zweikampf, Ballbesitz etc. konnte er leider nicht überzeugen. Das heißt jetzt nicht, dass der sympathische Schweizer ein schlechter Trainer ist, sondern sein System hat bei uns halt einfach nicht funktioniert.

Sehr überraschend war für mich aber, dass Dirk Schuster ein so gutes Ergebnis erzielt hat, denn rein vom Spielerischen her, hat er mich nie wirklich überzeugt. Aber daran sieht man, dass es im Fußball eben auf mehrere Faktoren ankommt, die am Ende ein erfolgreiches Konzept ergeben.

Da hat er wirklich allen Grund zu lachen – der unangefochtene Sieger Markus Weinzierl (Foto via imago)

Das Team der RoGaz gratuliert Markus Weinzierl hiermit ganz herzlich zum Sieg des Trainerduells! Wir sind uns sicher, dass er unseren FCA zu alter Größe zurückführen kann. Die Daten und Erfolge geben uns immerhin recht, dass es unter ihm besser lief als unter seinen Nachfolgern bzw. jetzt Vorgängern. Herzlichen Glückwunsch, Markus! Lass es bei uns wieder krachen!

Trainer wechsel’ dich

Trainerwechsel, Freistellungen und Vertragsauflösungen gehören zum alltäglichen Geschäft des Profifußballs wie der morgendliche Kaffee auf den Frühstückstisch. Die einen wechseln öfter, die anderen weniger. Wieder andere schmeißen einfach ohne Vorwarnung hin, obwohl der Vorstand das so überhaupt nicht akzeptieren möchte. Auch bei unserem FC Augsburg stand in dieser Woche ein erneuter Trainerwechsel an, denn nach dem Spiel gegen den 1. FC Köln sah Sportdirektor Stefan Reuter eine Reaktion als “zwingend notwendig” an. Eben jener Reuter, der im Februar noch davon überzeugt war, die Saison zusammen mit Heiko Herrlich als Cheftrainer zu beenden. Solche Versprechungen hat man schon des Öfteren aus dem Mund des ehemaligen Dortmundspielers gehört. Und genau aus diesem Anlass, haben wir mal einen Blick auf die Trainer geworfen, die unter Reuters Führung beim FC Augsburg tätig waren. Welche Erfolge konnten sie denn bei uns verbuchen und warum ging man am Ende getrennte Wege?

Schwieriger Start

Markus Weinzierl ist der erste von fünf Trainern, die seit 2012 bei uns an der Seitenlinie standen und unter Reuters Führung den Verein verließen bzw. verlassen mussten. Das ergibt in 9 Spielzeiten eine durchschnittliche Amtszeit von 1,8 Saisons pro Coach unter unserem Geschäftsführer Sport. Klingt erst einmal nicht schlecht, doch wir werden später noch sehen, dass der Schein trügt.

Der gebürtige Straubinger kam im Juli 2012 von Jahn Regensburg in unser schönes Augsburg. Wie wir aber alle wissen, ist das jedoch nicht Reuters Verdienst, sondern der von Andreas Rettig. Es war quasi dessen letzte „Großtat“, denn Rettig verließ den Verein mit Ablauf des 30.06.2012.

Zu Beginn seiner Amtszeit sah es jedoch gewaltig nach Abstieg aus, denn am Ende der Hinrunde stand unser FCA mit lediglich 9 Punkten auf Platz 17 der Tabelle. Allerdings starteten wir eine fast schon furiose Aufholjagd und sicherten uns am letzten Spieltag gegen Greuther Fürth den Verbleib im Oberhaus.

Insgesamt blieb Markus Weinzierl 4 Jahre bei unserem FCA, wobei der größte Erfolg seiner Karriere wohl sein dürfte, dass er uns in seinem dritten Jahr bei uns in die Europa League führte. Dort sorgten wir natürlich für eine große Überraschung, als wir uns im „Wunder von Belgrad“ das Bestehen der Vorrunde sicherten. Und auch wenn wir im Sechszehntelfinale gegen den späteren Finalisten FC Liverpool ausschieden, so haben wir ihnen doch einen Kampf geliefert, der sich sehen lassen konnte.

Der größte Styler mit den meisten Punkten (Foto: nordphoto/Kokenge via Imago)

Natürlich haben wir auch einen Blick auf die einzelnen Spielzeiten geworfen, um die Trainer untereinander vergleichen und die Trennungen nachvollziehen zu können. Hier ist die Ausbeute, die Markus Weinzierl mit unseren Jungs vorweisen kann.

SaisonSpieleS – U – NPunkte pro SpielTabellensituation in der Bundesliga
2012/133710-9-181,05Platz 15, 33 P., TV: 33:51
2013/143717- 7-131,57Platz 8, 52 P., TV: 47:47
2014/153515-4-161,4Platz 5, 49 P., TV: 43:43
2015/164514-12-191,2Platz 12, 38 P., TV: 42:52

Time to say goodbye

Wie man später noch sehen kann, hat Markus Weinzierl von allen Trainern der letzten Jahre die besten Werte vorzuweisen. Doch leider lief die Trennung von ihm alles andere als harmonisch ab. Denn obwohl er seinen Kontrakt im April 2015 noch bis 2019 verlängert hatte, kam der gebürtige Straubinger kein Jahr später mit dem Wunsch, etwas anderes machen zu wollen, auf den Verein zu. Mit dem FC Augsburg habe er alles erreicht und man soll ja immer aufhören, wenn es am schönsten ist.

Wenngleich unser damaliger Kapitän Paul Verhaegh sich für den ehemaligen Cheftrainer aussprach, bekam dieser jedoch keine ordentliche Verabschiedung.

Wir hätten uns alle einen anderen Abschied gewünscht, denn wir hatten vier grandiose Jahre. Das Kapitel ist nun vorbei, wenn er mit Schalke nach Augsburg kommt, ist es nicht geplant, dass es Blumen oder eine große Verabschiedung gibt.

Sportvorstand Stefan Reuter über eine Verabschiedung von Markus Weinzierl (https://www.fotmob.com/news/1q0kgf3nn07561rdstknlusc9w/fca-kein-abschied-f%C3%BCr-markus-weinzierl)

Diese gab es leider auch nicht. Nach dem 1:1 war das Kapitel Weinzierl erledigt. Zumindest vorerst, denn am 26.04.2021 verpflichtete man Markus Weinzierl erneut, damit er unseren FCA zu alter Stärke zurückführt.

Vom Umschaltfußball zur Mauertaktik

Am 15.06.2016 wurde Dirk Schuster als Nachfolger von Markus Weinzierl vorgestellt. Der damals 48-Jährige war vom Ligakonkurrent SV Darmstadt 98 an den Lech gekommen und sah beim FC Augsburg eine sehr gute Perspektive, auch wenn es eine große Herausforderung für ihn war, das Erbe seines erfolgreichen Vorgängers anzutreten. Als primäres Ziel setzte er sich dabei natürlich den Klassenerhalt, aber auch eine sportliche Weiterentwicklung der Mannschaft.

Nur ein halbes Jahr im Amt – Dirk Schuster (Foto via Imago)

Das klappte allerdings nicht wirklich so wie geplant. In insgesamt 16 Spielen, die man unter Schuster bestritt, erreichte man nur folgendes:

SaisonSpieleS – U – NPunkte pro SpielTabellensituation in der Bundesliga
2016/17164-5-71,06Platz 13, 14 P., TV: 11:16

Wirklich ansehnlich war der Fußball unter dem ehemaligen Innenverteidiger nicht, denn die Jungs um Daniel Baier spielten plötzlich einen sehr defensiv ausgerichteten Fußball, was so gar nicht zu den Werten des FC Augsburg passte. Aggressivität, Mut, Kampfgeist gingen unter Schuster komplett verloren. “Mauern bis zum Umfallen” lautete hierbei die Devise.

Ein Veilchen zum Abschied

So trennte man sich am 14.12.2016 von Trainer Dirk Schuster, nachdem man am 14. Spieltag 1:0 beim Hamburger SV verloren hatte.

Die letzten Wochen hat sich das angedeutet und es war eine Tendenz zu erkennen, die uns nicht gefallen hat. Und nach dem HSV-Spiel haben wir die Dinge nochmal intern besprochen und sind zu dem Schluss gekommen, jetzt auch kurzfristig zu handeln. Weil wir eben auch die Gefahr sehen, dass unsere Ziele in Gefahr geraten. Und das war der Grund, warum wir jetzt auch zwei Spieltage vor der Winterpause so eine Entscheidung treffen. Die entscheidenden Gründe sind einfach, dass man – wie ich es gesagt habe – dass man der festen Überzeugung ist, dass man gemeinsam die Zukunft nicht erfolgreich gestalten kann. Das Gefühl war einfach da, dass auch ein Stück weit die Überzeugung innerhalb der Mannschaft fehlt.

Stefan Reuter zur Trennung von Dirk Schuster am 15.12.2016 (https://www.welt.de/sport/video160317878/So-begruendet-Reuter-die-Entlassung-von-Dirk-Schuster.html)

Der offizielle Trennungsgrund waren laut Reuter also sportliche Gründe. Seltsam ist dabei allerdings, dass Dirk Schuster zuvor mit einem Veilchen beim Training aufgetaucht war. Angeblich kam er zwar von Hamburg mit einer Magen-Darm-Grippe zurück und stürzte nachts in seinem Badezimmer. Ob das jedoch so stimmt, bleibt fraglich, denn es gibt durchaus Gerüchte, dass etwas ganz anderes dahinter steckte.

Vereinsinterne Lösung

Daraufhin setzte man Manuel Baum, der zum damaligen Zeitpunkt Cheftrainer im Nachwuchsbereich war, als Interimslösung ein. Nachdem dieser in den zwei Spielen vor der Winterpause einen Sieg gegen Gladbach und ein Unentschieden in Dortmund einfahren konnte, beförderte man ihn kurzerhand zum Cheftrainer der Profis.

Daher wollen wir langfristig mit Manuel Baum zusammenarbeiten. Für das Amt des Cheftrainers benötigt er keine Eingewöhnungszeit, weil er bereits seit zweieinhalb Jahren für den FCA arbeitet und die FCA-Philosophie im Nachwuchs erfolgreich implementiert hat.

Stefan Reuter über die Einsetzung von Manuel Baum als Cheftrainer (https://www.bundesliga.com/de/bundesliga/news/manuel-baum-wird-cheftrainer-fc-augsburg-noblmd.jsp)

Auch wenn es nicht ganz so erfolgreich wie unter einem Weinzierl lief, war Manuel Baum doch immer mit Feuer und Leidenschaft an der Seitenlinie dabei und schrie lauthals seine Anweisungen quer über den Platz.

Leidenschaft, viele gute sportliche Ideen und das ein oder andere Fashion Highlight: Manuel Baum (Foto: Tim Rehbein/RHR-FOTO/Pool via Imago)

Bis 09.04.2021 und somit über zwei Jahre war Manuel Baum Trainer unseres FCA und seine Werte sind die zweitbesten nach Markus Weinzierl.

SaisonSpieleS – U – NPunkte pro SpielTabellensituation in der Bundesliga
2016/17206-6-81,2Platz 13, 38 P., TV: 35:51 (24:35)
2017/183510-11-141,17Platz 12, 41 P., TV: 43:46
2018/19329-7-161,06Platz 15, 25 P., TV: 37:54

Lehmann sollte es richten…

Den Anfang von Manuel Baums Ende könnte man wohl in den Januar 2019 datieren, als Innenverteidiger Martin Hinteregger seinen Trainer in einem öffentlichen Interview kritisierte, nachdem man 2:0 gegen Borussia Mönchengladbach verloren hatte. Das war das bis dato 10. Spiel in Folge, in dem man keinen Sieg einfahren konnte.

Der Verein reagierte daraufhin in zweierlei Form, indem man zuerst am 28.01.2019 Jens Lehmann als weiteren Co-Trainer einstellte und am 31.01.2019 wurde Hinteregger an Eintracht Frankfurt verlieh. Dadurch sollte der Mannschaft ein neuer Impuls – vor allem in der Defensive – verliehen werden.

Ich denke, dass es schon ein Riesenvorteil ist, ich sag jetzt, von Jens oder von mir, dass wir nahezu alle Situationen, die die Jungs auf dem Platz oder neben dem Platz erleben – wie sie mit einer Verletzung umgehen – dass wir das im Grunde in unserer Karriere selbst erlebt haben. Das erhöht dann natürlich ein Stück weit dann nochmal weit die Glaubwürdigkeit, wenn der Jens hin geht.

Stefan Reuter bei der Vorstellung von Jens Lehmann als neuen Co-Trainer (https://www.youtube.com/watch?v=bIDy1v1jK9s)

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber für meinen Geschmack hat alleine diese Aussage sehr stark an Baums Autorität gesägt. Große Veränderungen sah man nämlich auch mit Jens Lehmann als Co-Trainer nicht. Man schaffte zwar drei Siege in neun gemeinsamen Spielen, doch man kassierte auch ganze 21 Gegentore. Das macht somit einen Schnitt von 2,33 Toren pro Spiel.

Baum fällt

Somit blieb Sportdirektor Stefan Reuter gar nichts anderes übrig, als am 09.04.2019 die Reißleine zu ziehen, nachdem man am vorherigen Spieltag mit 0:4 von der TSG Hoffenheim aus dem eigenen Stadion geschossen wurde. Gefeuert wurden dabei nicht nur Trainer Manuel Baum und Co-Trainer Jens Lehmann, sondern auch der technische Direktor Stefan Schwarz.

Wir haben in den letzten Wochen und Monaten wirklich alles probiert, dass wir in der Konstellation mit Manuel Baum als Cheftrainer die Wende schaffen, die Weichen auf Erfolg stellen. Das ist uns leider nicht hinreichend gelungen. Und jetzt nach der klaren Niederlage gegen Hoffenheim und eben auch der Niederlage gegen Nürnberg hat uns die Überzeugung gefehlt, dass wir das nochmal dauerhaft hinkriegen. Die Leistungen waren einfach auch zu schwankend und das hat uns dazu bewogen, einen klaren Schnitt zu machen, um mit der Neuausrichtung in die nächsten Wochen zu gehen, den Saisonendspurt optimistisch anzugehen und die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft des FC Augsburgs zu stellen.

Stefan Reuter über die Entlassung von Manuel Baum, Jens Lehmann und Stefan Schwarz (https://www.youtube.com/watch?v=ikGyFsqW5q4)

Bei jener Pressekonferenz, an der auch Präsident Klaus Hofmann teilnahm, fiel auch gleich der Name des neuen Trainer.

Schweizer Zeiten in Augsburg

Die Erwartungen an Martin Schmidt waren groß. Stefan Reuter erklärte die Einstellung Schmidts damit, dass er ein sehr erfahrener Bundesligatrainer sei, der die Werte, die wir bei uns in Augsburg schätzen, verkörpert und hoch hält. Diese beschrieb er als athletisch und leidenschaftlich.

Am 10.04.2019 trat unser schweizerischer Trainer also seinen Job beim FC Augsburg an. Unter ihm spielte man schönen Umschaltfußball wie einst unter Weinzierl und dass wir teilweise sehr hohe Niederlagen einstecken mussten, lag vor allem an dem Sommerzugang zwischen den Pfosten und der damit einhergehenden Unsicherheit in der Abwehr.

SaisonAnzahl SpieleS – U – NPunkte pro SpielTabellensituation in der Bundesliga
2018/1962-1-31,17Platz 15, 32 P., TV: 51:71 (14:17)
2019/20267-6-131,04Platz 14, 27 P., TV: 36:52

Trotz Kampf zum Adieu

Die Entlassung Schmidts am 09.03.2020 traf viele von uns doch überraschend. Zwar war man nicht gerade positiv in die Rückrunde gestartet und konnte in den letzten 5 Spielen lediglich einen Punkt einfahren, doch gerade der kämpferische Auftritt gegen Bayern München hatte sämtlichen Fans große Hoffnungen gemacht, dass man nun die Wende schaffen könnte.

Der beste Hoodie-Träger aller Trainer bisher. Sportlich ging es irgendwann nicht mehr voran. (Foto via Imago)

Doch am nächsten Tag die Meldung „Martin Schmidt freigestellt“. Nach nicht einmal einem Jahr wurde der Schweizer aus den gleichen Gründen entlassen wie einst Manuel Baum oder Dirk Schuster.

Die natürlich enttäuscht waren, weil sie es gerne selbst gedreht hätten, aber auch gesagt haben, aufgrund der Statistiken, die deutlich gegen uns sprechen, die deutlich in die falsche Richtung zeigen, was Passquote, was Zweikampfquote usw. angeht, haben sie volles Verständnis gehabt. Und wünschen dem FC Augsburg – uns allen – viel Erfolg, dass wir unser Ziel erreichen, die Klasse zu halten.

Stefan Reuter am 10.03.2020 über die Entlassung von Martin Schmidt (https://www.youtube.com/watch?v=oyGHVgPm5Vg)

Nicht wirklich HERRLICH

Neben Stefan Reuter saß bei jenem Mediengespräch sogleich der neue Trainer, Heiko Herrlich. Viel wurde von ihm erwartet, da er doch einst der Aufstiegsheld von Jahn Regensburg gewesen war. Auch führte er Bayer Leverkusen in die Europa League. Seine Vita versprach offensiv ausgerichteten Powerfußball, denn immerhin konnte er bei seinen vorherigen Stationen Unterhaching, Regensburg und Leverkusen einen Tordurchschnitt von 61,25 Toren pro Saison vorweisen.

Tja, aber bei uns sah das leider ganz anders aus und somit war die Kritik, die in den letzten Monaten von Tag zu Tag zunahm, durchaus berechtigt. Die Auftritte unserer Jungs wurden mit jedem Spiel passiver und unansehnlicher. Einige Werte von Heiko Herrlich haben wir in unserem Bericht „Besser, Herr Reuter“ bereits näher untersucht. Doch auch hier eine Aufstellung seiner Ausbeute mit dem FC Augsburg:

SaisonSpieleS – U – NPunkte pro SpielTabellensituation in der Bundesliga
2019/2092-3-41Platz 15, 36 Punkte TV: 45:63 (9:11)
2020/213310-6-171,07Platz 13, 33 Punkte TV: 31:47

Nach der desaströsen Vorstellung unserer Jungs in dem 6-Punkte- Spiel gegen den 1. FC Köln, hatte der Verein allerdings gar keine andere Wahl, als zu handeln, denn auch Heiko Herrlich selbst konnte sich diesen katastrophalen Auftritt seiner Mannschaft nicht erklären.

Wir haben eine unglaublich, unfassbar desaströse erste Halbzeit gespielt. Ich kann gar nicht glauben, dass man in so ein wichtiges Spiel so rein gehen kann.

Heiko Herrlich in der PK nach dem Spiel gegen Köln (https://www.youtube.com/watch?v=w5tI4u3G9Do)

Ein alter Bekannter

Selbst Stefan Reuter wandte sich von seinem Freund ab, obwohl er monatelang dessen Rücken gestärkt hatte. Er bat die Öffentlichkeit darum, dass man den Verantwortlichen das Wochenende über Zeit geben möge, die aktuelle Situationen zu analysieren und eine Lösung zu finden. Und das tat man auch, indem man am Montagnachmittag offiziell die Trennung von Heiko Herrlich und seinem Co-Trainer Iraklis Metaxas bekannt gab.

Die Pressekonferenz zur Vorstellung des neuen Trainers fand am Dienstagmittag um 13:00 Uhr statt. In dieser bedankte sich Sportdirektor Stefan Reuter noch einmal bei den beiden freigestellten Trainern, erklärte aber auch, dass diese Handlung mehr oder weniger unausweichlich gewesen war.

Weil wir natürlich in den letzten vier Spielen gegen direkte Konkurrenten – mit Ausnahme von Frankfurt, aber Schalke, Bielefeld und Köln – nur einen Punkt geholt haben. Und die Art und Weise wie die Mannschaft dann gespielt hat. Ich glaube, wir machen das hier nicht immer vom Ergebnis abhängig, sondern wir müssen spüren, dass die Überzeugung da ist. Und auch die Überzeugung innerhalb der Kabine da ist, dass wir das aus eigener Kraft schaffen. Das hat uns gefehlt und darum sind wir zu dem Entschluss gekommen, jetzt noch in dieser Saison auch zu reagieren.

Stefan Reuter über die Entlassung von Herrlich und Metaxas (https://www.youtube.com/watch?v=ng3LuigRCXA)

Wie auch schon Sportdirektor Stefan Reuter, möchte sich das Team von der Rosenau Gazette bei Heiko Herrlich und Iraklis Metaxas für deren Einsatz bedanken und wünscht ihnen auf diesem Weg alles Gute für ihre private und sportliche Zukunft.

Da wusste Heiko Herrlich wohl schon, was auf ihn zukommt… (Foto: Peter Schatz / Pool via Imago)

Unser Fazit zum Schluss

9 Jahre, 5 Trainer… Das klingt ganz in Ordnung, vor allem auch, wenn man sich die Trainerwechseln bei unseren derzeitigen Konkurrenten genauer ansieht. So hatte Schalke 04 im gleichen Zeitraum 12, der 1. FC Köln 9, Hertha BSC 7, Mainz 05 9, Werder Bremen 6 und Arminia Bielefeld ebenfalls 9 Trainer.

Was uns allerdings Sorgen bereitet, ist der mit 2 Jahren doch recht kurze Zeitraum, in dem wir drei Trainerwechsel hatten. Auch die kurzen Einsatzzeiten von Schuster, Schmidt und Herrlich sprechen nicht gerade dafür, dass man bei der Einstellung dieser Trainer den richtigen Durchblick gehabt hat. Natürlich war man von jedem einzelnen zu Beginn sehr überzeugt, aber diese Begeisterung war dann auch recht schnell abgenutzt. Gerade Dirk Schuster und Martin Schmidt waren nicht einmal ein Jahr im Amt.

Auffallend ist zudem auch, dass Stefan Reuter bei allen Wechseln – mit Ausnahme von Markus Weinzierl, da dieser von sich aus ging – immer die gleichen Argumente angab. “Wir waren nicht mehr überzeugt”, “Unser Ziel die Klasse zu halten war in Gefahr”, “In den letzten Wochen und Monaten sah man einen deutlich negativen Trend”, “Wir müssen die Wende schaffen” usw. kommt bei jeder einzelnen Freistellung vor.

Man sollte bedenken, dass es ein Sportdirektor nicht leicht hat, denn er trägt eine gewaltige Verantwortungen bei den Entscheidungen, die er zum Wohle des Vereins treffen muss. Trotzdem sind auch Stefan Reuters Beschlüsse nicht immer nachzuvollziehen. An einem Trainer hält er fest, obwohl seit wirklich langer Zeit ein Negativtrend – auch für Außenstehende – deutlich zu erkennen war. Andere Cheftrainer entließ er recht schnell, obwohl die Zahlen und Werte lange nicht so schlimm aussahen.

Natürlich spielt hier auch der Druck von außen und vielleicht auch Sympathie eine Rolle. Dennoch kann man schon die Meinung vertreten, dass Reuters Leistungen ebenfalls schwankend sind, wie er Manuel Baum einst vorgeworfen hat. Und so ist es kein Wunder, dass die Kritik an unserem Geschäftsführer Sport selbst ebenfalls immer lauter wird. Auch, weil es von außen nicht möglich ist, in die Kabine zu blicken. Die Außenperspektive wird sich deswegen immer von der Innenperspektive unterscheiden.

Lasst uns wieder jubeln! (Foto via Imago)

Nun hat Stefan Reuter also unseren Erfolgstrainer zurück ins Boot geholt, diesen aber auf dessen eigenen Wunsch nur mit einem Vertrag bis 2022 ausgestattet. Ob aus Sicherheit oder um zuerst einmal zu sehen, wie es gemeinsam läuft, bleibt die Frage und abzuwarten. Für Markus Weinzierl wünschen wir uns jedoch, dass er an seinen Erfolg bei uns anknüpfen kann und dass man doch längerfristig mit ihm plant. Denn sonst stehen wir im nächsten Jahr wieder genau da, wo wir jetzt stehen und dass wäre dann Trainerwechsel Nummer 4 in drei Jahren. Zu viel für unseren Geschmack…

Wer rastet, der rostet? Von Rast kann keine Rede sein!

Dieser Text erschien zuerst in der Kolumne Einwurf aus der Rosenau Gazette“ bei presse-augsburg.de.

So ruhig war es während einer Sommerpause in Augsburg schon lange nicht mehr. Vor zwei Jahren kam Dirk Schuster nach Augsburg und mit ihm ein negativer Bruch nach der Zeit unter Markus Weinzierl. Diese Episode war schnell wieder beendet. Im letzten Sommer musste man sich fragen, ob Manuel Baum das Zeug zum Bundesligatrainer hat, der eine Mannschaft formen und langfristig in dieser Liga arbeiten kann. Das hat er mittlerweile bewiesen. Daneben wurden einige gestandene Spieler letzten Sommer abgegeben, als u.a. Paul Verhaegh und Raul Bobadilla den Verein verlassen haben. Auch bei Marwin Hitz hatte man letztes Jahr schon andauernd gerätselt, ob er geht oder bleibt. Ruhe in der Sommerpause hatten wir jetzt schon eine Weile nicht mehr. 

In diesem Sommer ist alles anders. Der FCA hat letzte Saison sportlich überraschend gut gespielt und souverän den Klassenerhalt eingefahren. Bei einigen Leistungsträgern hatte zumindest ich gedacht, dass es sehr schwierig werden würde, diese zu halten. Marwin Hitz musste man ablösefrei ziehen lassen, wusste dies aber noch vor Saisonende. Sowohl Philipp Max, Jeffrey Gouweleeuw, Michael Gregoritsch als auch Alfred Finnbogason trainieren immer noch in Augsburg auf die neue Saison hin. Daneben rückt zumindest der Transferschluss in England in immer greifbarere Nähe und Stefan Reuter hat in einem Interview geäußert, dass er sich im Moment nicht mit offenen Anfragen beschäftigen würde. Es kommt das Gefühl auf, dass wir mit diesem Kader (abgesehen von einigen Abgängen von Ergänzungsspielern wie Usami zuletzt) in die neue Saison gehen. Nach einem umtriebigen Start in die Transfeperiode ist danach nicht mehr viel passiert. Es ist sehr ruhig und konzentriert in Augsburg gearbeitet worden. Ich beginne Ruhe und Untätigkeit durcheinander zu bringen. 

Momentan fällt es schwer im Kader eine Weiterentwicklung gegenüber der letzten Saison zu sehen. Einzig bei André Hahn erwarte ich, dass er uns sportlich direkt verbessert. Nach einem verkorksten Jahr in Hamburg muss allerdings auch André Hahn sich wieder beweisen. Julian Schieber, Fredrik Jensen und Felix Götze sehe ich eher als Verstärkungen für die Tiefe des Kaders. Wie groß ihr sportlicher Beitrag sein wird, ist deutlich weniger absehbar. Sie werden ihre Zeit brauchen, um sich an die Liga zu gewöhnen (Götze und Jensen) und müssen fit bleiben (Schieber!). Nach dem Abgang von Marwin Hitz und einer fehlenden Verstärkung auf der Position des Rechtsverteidigers stellt sich mir daher die Frage, ob die Mannschaft, die beim Pokalspiel gegen Steinbach auf dem Platz stehen wird, besser ist, als die Elf, mit der wir in die letzte Saison gestartet sind. Ich zweifle.

Etwas Unruhe erfasst mich auch, wenn ich sehe, wie sich die Konkurrenz teilweise verstärkt hat. Mainz 05 hat sich von Diallo, Serdar und Muto getrennt und im Gegenzug über 20 Mio. EUR für Kunde, Mateta und Niakhaté ausgegeben. Keiner der drei ist älter als 22. Mit Caricol, einem 21jährigen spanischen U21-Nationalspieler, soll für 10 Mio. EUR das nächste Talent nach Mainz gelotst werden. Große Investitionen in die sportliche Zukunft der Mannschaft. Investitionen, die wir in Augsburg bisher in diesem Sommer nicht gesehen haben. Dies liegt auch daran, dass wir keine großen Transfererlöse erzielt haben, die wir reinvestieren könnten. Vielleicht liegt es auch daran, dass wir keine geeigneten Kandidaten identifiziert haben, von denen die sportliche Führung überzeugt wäre. Wie dem auch sei, einer wie Michael Gregoritsch ist in diesem Jahr bisher nicht verpflichtet worden. Bräuchten wir nicht noch einen rechten Schlegel zum linken Schlegel dazu? 

Naja, der Gregerl ist ja auch immer noch da, genau wie die anderen Granaten. Wahrscheinlich haben wir uns als Fans mittlerweile einfach an eine gewisse Drehgeschwindigkeit des Karussells gewöhnt, so dass wir selbst verwundert sind, wenn sich mal nicht so viel bewegt. Zumindest mir geht es im Moment so. Und wenn ich länger darüber nachdenke, dann freue ich mich. Meine Hoffnung liegt darin begründet, dass Manuel Baum die Spieler stetig weiterentwickelt und auch die Leistungsträger von heute noch einen Sprung machen können in der kommenden Saison. Wenn alle fit sind, dann ist das wohl immer noch mit die beste FCA-Mannschaft, die wir je hatten. Zudem waren wir letzte Saison nur dann schwächer, wenn Leistungsträger ausgefallen sind und nicht adäquat ersetzt werden konnten. Die Investitionen in die Kadertiefe könnten sehr lohnend sein und uns einige zusätzliche Punkte bescheren. Dazu kennt sich dieses Team gut, ist eingespielt und kann von Anfang an in den Wettbewerben durchstarten. Wie viel Energie geht jedes Jahr verloren, bis sich alle kennen, das System erlernt haben und wissen, wie sie in welchen Situationen zu reagieren haben? Diese Eingewöhnung ist bei uns in diesem Jahr nicht nötig. Es ist nie alles perfekt, aber insgesamt sind wir wohl gut vorbereitet auf das, was kommt. Lassen wir uns nicht kirre machen, bis es endlich wieder losgeht. Zeit wird es, dass es endlich wieder losgeht. Es ist ja kaum auszuhalten. 

Ein Schritt nach vorne im Vergleich zur letzten Saison?

Dieser Text erschien zuerst in der Kolumne „Einwurf aus der Rosenau Gazette“ bei presse-augsburg.de.

Kurz nachgeschaut auf welchem Tabellenplatz der FCA nach dem 12. Spieltag in der letzten Saison stand und herausgefunden: Letzter mit gerade einmal 6 Punkten. In dieser Saison stehen wir auf einem komfortablen 12. Platz mit 13 Punkten. Bevor nun das Argument kommt, dass wir letztes Jahr aber auch die Dreifachbelastung bis zur Winterpause hatten, können wir auch gerne darauf eingehen, dass Markus Weinzierl vorher 3 Jahre hatte, um sein Team zusammenzustellen und zu entwickeln, während wir uns immer noch in Dirk Schusters erster Halbserie befinden. Ist das nun also die sportliche Weiterentwicklung im Vergleich zur letzten Saison, die wir uns alle erhofft hatten? Haben wir einen Schritt nach vorne gemacht?

Die Ergebnisse in den letzten Wochen sind dabei kein Zufall. Hertha BSC und der Effzeh Köln sind keine Teams die zu unrecht oben in der Tabelle stehen. Defensiv sehr kompakt ist es schwierig gegen diese Teams zum Torerfolg zu kommen. Trotzdem sind beide Mannschaften eigentlich offensiv gefährlich. Davon hat man in den Spielen gegen uns weniger gesehen als in anderen Partien. Unsere Defensive hat sich in den letzten Wochen stark verbessert gezeigt und kann auch gute Teams in der Liga kalt stellen. Wer nur an die offensive Seite des Spiels in der letzten Saison denkt, vergisst, dass wir zum gleichen Zeitpunkt in der letzten Saison 25 Tore kassiert hatten. Wir waren nicht annähernd so defensiv kompakt wie momentan und das mit Spielern wie Klavan, Hong oder Gouweleeuw. Momentan spielt Christoph Janker in der Innenverteidigung und ich bekomme mittlerweile nicht mehr bei jedem Ball in seiner Nähe einen halben Ohnmachtsanfall.

Dennoch hat es in keinem der letzten beiden Spiele zu einem Sieg gereicht. Gegen Köln waren wir über einen Großteil des Spiels nach vorne ungefährlich. Erst zum Ende der Partie hin konnten wir 1-2 Gelegenheiten herausspielen. 13 Tore hatten wir in der letzten Saison zum jetzigen Zeitpunkt erzielt, in dieser Saison sind es nur 10. Mit den Angriffsbemühungen werden wir selbst bei gleichbleibenden Defensivleistungen Probleme bekommen. Der Verbesserungsbedarf ist offensichtlich.

Lange kann man über die Gründe der Offensivschwäche nachdenken: Sind es die vielen Verletzungsprobleme, die dazu geführt haben, dass mit Finnbogason und Bobadilla, die zwei klassischen Sturmspitzen im Kader fehlen? Die Caiuby Verletzung trägt ihr zusätzliches bei, da er mit den Spielern im Kader nicht adäquat ersetzt werden kann. Zu allem Überfluss, ist vor kurzem zusätzlich mit Koo der offensiv gefährlichste Mittelfeldspieler verletzt von einer Länderspielreise zurück gekommen. Diese Verletzungssorgen würden auch andere Mannschaften beeinflussen.

Andererseits ist Dirk Schuster als defensiv-orientierter Trainer verschrien. Böse Zungen würden es Maurerfußball mit absoluter Ergebnisorientierung nennen. Umso verwunderlicher ist in diesem Zusammenhang, dass Schusters Darmstädter letztes Jahr zu diesem Zeitpunkt genauso viele Tore geschossen hatten wie unser FCA. Am Ende der Saison waren es nur vier Tore weniger. Klar, der Ball kreist nicht wie bei anderen Teams, aber Tore sind genügend gefallen. Wenn man nun noch die spielerische Qualität im Darmstädter Kader berücksichtigt, erscheint dies doch sehr beeindruckend. Schuster wurde mit gutem Grund zum Trainer des Jahres gewählt.

Ich glaube daher, dass offensiv Grund zur Hoffnung besteht. Die Verletzungssorgen werden zumindest mittelfristig weniger werden. Dazu ist von manchen Neuzugängen ein Leistungssprung zu erwarten. Auch in der Vergangenheit haben Spieler schon mal eine gewisse Zeit gebraucht, bis sie so richtig in Augsburg angekommen sind. Jonathan Schmid, Georg Teigl und Takashi Usami haben zumindest das Potential um noch mehr Impulse zu liefern. Ob diese von allen kommen werden, wage ich zu bezweifeln. Es würde ja aber schon reichen, wenn bei einem aus der Gruppe der Knoten platzt. Dirk Schuster sollte auch dafür der richtige Trainer sein, wenn man beachtet, was er aus so manchem Zweitligaspieler in Darmstadt gemacht hat.

Am meisten Hoffnung macht mir allerdings, dass schon eine kleine Steigerung in der Offensive große Auswirkungen auf die Ergebnisse haben könnte. So ein kleines Törchen in der Schlussphase gegen Köln hätte zum Beispiel großes bewirkt. Wir waren jetzt schon nah dran an sehr guten Ergebnissen. Gegen Frankfurt zu Hause und dann gegen den HSV bieten sich beste Gelegenheiten diese Hinrunde positiv zu Ende zu bringen und eine gute Ausgangsbasis für die Rückrunde zu schaffen. Dann werden auch die Zweifler ruhiger werden. Und wenn es nicht klappt, dann heißt es zusammenzustehen. Ich glaube, Schuster kann mit einer Winterpause viel anfangen.

Was erwarten wir von Dirk Schuster?

Dieser Text erschien zuerst in der Kolumne „Einwurf aus der Rosenau Gazette“ bei presse-augsburg.de.

Die Zeit rast und schon wieder ist ein Monat vergangen. Wie gerne würde ich jetzt zusammen mit euch auf die letzten Wochen zurückschauen und mich über eine positive sportliche Entwicklung des FCA freuen. Das wird leider schwierig. Der FCA hat aus den letzten 4 Spielen einen Punkt geholt. Er hat gegen RB Leipzig, in Freiburg und gegen Bayern München verloren. Der Punkt gegen Schalke zu Hause war leistungsgerecht. Mit 8 Punkten findet man sich momentan auf Platz 13 der Tabelle wieder. Dadurch das dem HSV und Ingolstadt nichts gelingen will, sind zumindest die Abstände bis ganz unten ordentlich. Ab Platz 16 wird es dann eng.

Nun bin ich grundsätzlich jemand, der bzgl. des Trainers zu Geduld aufruft. Dirk Schuster hat es nun wirklich nicht leicht. Vor allem in der Offensive fehlen mit Raul Bobadilla, Alfred Finnbogason und Caiuby wichtige Spieler. Nach der Verletzung von Jeffrey Gouweleeuw und mit der zwischenzeitlichen Verletzung von Dominik Kohr war und ist auch der Abwehrverbund geschwächt. Trotzdem ist nun immer wieder Kritik von den Rängen aufgekommen. Die Kritik bezieht sich bisher allerdings größtenteils nicht auf Ergebnisse. Gegen Leipzig und Bayern kann man verlieren. Freiburg ist auf Augenhöhe. Wir standen zu ähnlichen Zeitpunkten schon viel schlechter da. Nach dem neunten Spieltag der letzten Saison waren wir mit 5 Punkten Letzter. Große Sorgen habe zumindest ich mir nicht gemacht.

Das lag in den letzten Jahren, zumindest nach der ersten Hinrunde unter Weinzierl, an der taktischen Entwicklung und Ausrichtung der Mannschaft. Bevorzugte Weinzierl während seiner ersten Zeit noch eine reaktivere Spielweise, so versuchte er später das Spiel offensiv aktiver zu gestalten. Raphael Honigstein hat in einer seiner letzten Kolumnen herausgearbeitet, dass es einen grundsätzlichen Zusammenhang zwischen einer aktiven Spielweise und Erfolg gibt. Vereinfacht formuliert hat er zusammengefasst: “Fußball bleibt ein Sport, der die belohnt, die das Spielgerät beherrschen”. Bei Weinzierl hat man das am Ende gesehen.

Dirk Schusters Spielphilosophie in Darmstadt und nun auch in diesem Jahr in Augsburg weicht hiervon deutlich ab. Laut Honigstein holte er in der letzten Saison mit nur 37 Prozent Ballbesitz 1,12 Punkte pro Spiel. Seine Verpflichtung sollte auch zeigen, dass defensive Stabilität weiterhin höchste Priorität genießt. Weinzierl hatte sich hiervon in seinen letzten beiden Jahren etwas entfernt. In Augsburg scheint es nun gerade so, als ob das hochgelobte und geduldige Publikum diesen Schritt nicht nachvollziehen will. Ich gestehe, dass auch ich manchmal neidvoll nach Freiburg oder Mainz blicke. Auch wenn man in Freiburg gerade erst wieder aus der zweiten Liga aufgestiegen ist, so hat man doch eine klare Fußballphilosophie, die sich nicht nur aufs Verteidigen beschränkt.

Und während sich im Spiel der Mannschaft auch unter Schuster noch deutliches Verbesserungspotential verbirgt, stellt sich doch die Frage, ob das diesen Ansprüchen jemals genügen wird. Auch wenn wir irgendwann besser und schneller Umschalten und mehr Tore durch Konter erzielen werden, so bin ich mir nicht sicher, ob diese Taktik nicht zu durchschaubar ist. Wolfsburg und Schalke haben in dieser Saison schon sehr passiv gegen uns gespielt, in der Hoffnung, dass wir mit Ballbesitz nicht so viel anfangen können. Damit hatten sie leider größtenteils recht. Wenn wie im Spiel gegen Schalke Daniel Baier die gefährlichsten Abschlüsse hat, dann zeigt das, wie wenig die Angriffe im Enddrittel ausgespielt waren. Zudem bereitet die Betrachtung nicht gerade großes visuelles Vergnügen. Ich will sagen: Es ist nicht schön anzusehen.

Und wenn es nun noch kälter wird und wieder Fragen aufkommen, ob das Interesse am FCA abnimmt, dann kann würde ich dies immer noch verneinen. Eine mutige, vorwärtsgewandte Entscheidung in der Trainerfrage im Sommer hätte aber vielleicht dazu geführt, dass man mit der sportlichen Grundausrichtung mehr Menschen erreicht, die nun vielleicht nicht kommen, um sich eine weitere Abwehrschlacht anzuschauen. Dabei hoffe ich immer noch, dass ich mich irre. Wenn ein paar der offensiven Stützen zurückkehren, wird Dirk Schuster vielleicht eine bessere Balance finden. Wenn dann noch Julian Günther-Schmidt als Joker ein paar Tore schießt, könnte man über den Rest ein wenig länger hinwegsehen. Ob wir nach der Weinzierlschen Einführung von mehr aktiver Spielgestaltung als Zuschauer davon je wieder ablassen können? Ich weiß es nicht. Unsere Geduld wird in dieser Hinsicht strapaziert werden und das war abzusehen. Ich werde über die Frage nach unserer sportlichen Identität wohl noch weiter grübeln.