Wer war der beste Newcomer 2017/18?

Nachdem wir nun schon den wichtigsten Spieler der Saison gewählt haben, kommen wir zur zweiten Kategorie: dem besten Newcomer des FCA. In dieser Kategorie werden nur Spieler berücksichtigt, die vor dieser Saison noch keine einzige Minute für das Profiteam des FCA im Einsatz waren. Bei Jugendspielern ist daher wichtig zu beachten, dass sie sehr wohl in einer früheren Saison im Kader gestanden haben dürfen. Als Newcomer-Saison zählt allerdings das Jahr, in dem sie zu ihrem ersten Einsatz gekommen sind. Manchmal kann es sich dabei nur um wenige Minuten am letzten Spieltag handeln (und viele kennen nun einen der diesjährigen Kandidaten schon). Zudem ist dies die Kategorie, in der Neuzugänge beurteilt werden. Neuzugänge werden hier allerdings auch nur dann berücksichtigt, wenn sie vorher nicht für den FCA gespielt haben. Wenn ein Leihspieler fest verpflichtet wird, findet er hier keine Berücksichtigung. Diesen Fall gab es allerdings in diesem Jahr nicht und wird es auch in der nächsten Saison nicht geben. Der FCA hat sich von einem Verein, der Spieler leiht, zu einem Verein, der Spieler verleiht, entwickelt.

Alles in allem gab es trotzdem einen Pool aus Spielern zur Auswahl und ich kann mir vorstellen, dass die Wahl zwischen zwei der Kandidaten eng werden könnte. Folgende fünf Kandidaten konnte ich über die ganze Saison hinweg identifizieren:

Simon Asta

Wenige Minuten am letzten Spieltag machten Simon Asta zum derzeit jüngsten Bundesligaspieler. Asta trainierte schon länger mit den Profis und war als Kandidat im Gespräch als sowohl Daniel Opare als auch Raphael Framberger für die rechte Abwehrseite ausfielen. Am Ende hat Manuel Baum auf dieser Position (zum vorerst letzten Mal?) einen Routinier in Johnny Schmid vorgezogen. Ansonsten hätte Simon Asta schon in dieser Saison den großen Durchbruch feiern können. So bleibt uns nun abzuwarten, ob diesem vielversprechenden Debüt vermehrte Spielzeit in der neuen Saison folgen wird, nachdem Asta nach Saisonende seinen ersten Profivertrag unterschrieben hat. Wieder ein Talent aus der eigenen Jugend, das in Augsburg selbst sein Profidebüt feiern konnte. Es scheint zur Regel zu werden, und ich feiere es trotzdem hart.

Sergio Cordóva

Der Panther, der momentan durch seine blonde Frisur sehr auffällt, kam mit dem Label “großes Talent” aus Südamerika zum FCA. Spätestens als sich Alfred Finnbogason verletzte, bekam er seine Chance auch von Beginn an. Gerade mal 20 Jahre ist Cordóva alt und absolvierte in der abgelaufenen Saison 26 Spiele in der Bundesliga für den FCA, in denen er 2 Tore erzielte und 2 weitere vorbereitete. Hätte er sich zwischenzeitlich nicht selbst das Außenband im Knöchel gerissen, wären es wohl noch mehr geworden. Ich hatte vor der Saison erwartet, dass die Saison für ihn schwierig werden würde und er Zeit braucht, um sich einzugewöhnen. Seine Leistungen sind eine große positive Überraschung. Sein Potential macht zusätzlich Hoffnung für die Zukunft.

Michael Gregoritsch

Gregerl war schon ein Kandidat für den Titel des wichtigsten Spielers der Saison. Nach seinem Wechsel vom HSV zu uns, hat er mehrmals ordentlich eingeschlagen mit seinem linken Schlegel.  Mit 13 Toren hält er nun den Rekord für die meisten Tore in einer Bundesligasaison für den FCA, den er spitzbübisch André Hahn abknöpfte. Es stellt sich die Frage, wie dieser Kerl nicht der Newcomer der Saison sein könnte.

Rani Khedira

Ablösefrei wechselte Khedira aus Leipzig zum FCA, um hier seine Chance in der Bundesliga zu nutzen und seine Tauglichkeit unter Beweis zu stellen. Khedira gehört mit 24 Jahren auch noch zu den jüngeren Spielern im Kader und konnte Dominik Kohr nach seinem Wechsel zu Bayer 04 Leverkusen meist sehr gut ersetzen. Er ist ein fleißiger Arbeiter im Mittelfeld, dem kein Weg zu weit ist. Ich glaube, dass er sich bei seinen Vorstößen noch verbessern könnte, denn 1 Tor und 1 Vorlage spiegeln nicht seine Präsenz rund um den gegnerischen 16er wieder. Dabei scheint Khedira eher ein ruhigerer Charakter zu sein, der nie laut aufspricht. Khedira war wahrlich ein Neuzugang, der schon im ersten Jahr für den FCA einen wichtigen Beitrag geleistet hat.

Marco Richter

Ein Mann darf auf dieser Liste natürlich nicht fehlen. Nachdem er in der Hinrunde nur einmal kurz zum Zuge kam, war die Rückrunde geprägt vom Durchbruch Marco Richters. Er hatte in der U23 sein großes Potential gezeigt und dieses direkt gegen Eintracht Frankfurt bei seinem einzigen Tor auch in der Bundesliga aufblitzen lassen. Danach hatte er noch viele weitere gefährliche Aktionen, denn am Ende der Saison war Marco Richter aus der Startelf des FCA quasi nicht mehr wegzudenken. Wenn diese Entwicklung so weiter geht und Marco Richter den Platz auf der rechten Außenbahn weiter behält, dann erwarte ich nächste Saison wahrlich große Dinge. Technisch äußerst beschlagen, mit dem nötigen Spielwitz ausgestattet, wird er vielen Gegnern noch Kopfschmerzen bereiten.

Im Vergleich zum Vorjahr deutlich mehr Neuzugänge auf der Liste. Die Transfers vor Saisonbeginn saßen. Zudem haben wieder zwei eigene Jugendspieler ihr Debüt feiern können. Es hat mich über jede positive Leistung gefreut, die Spieler auf diese Liste katapultierten.

Wer war der beste Newcomer 2017/18?

View Results

Loading ... Loading ...

Jetzt liegt es an euch abzustimmen, wer der beste Newcomer der abgelaufenen Saison war. Stimmt ab und diskutiert! Habe ich evtl. jemanden vergessen? Die Abstimmung läuft nun bis zum 24.06.2017.

Hat die Tiefstapelei ein Ende?

Dieser Text erschien zuerst in der Kolumne „Einwurf aus der Rosenau Gazette“ bei presse-augsburg.de.

Größer hätte der Unterschied zwischen Erwartungen und Realität nicht sein können. Die meisten Experten hatten den FC Augsburg vor der letzten Saison auf Platz 18 der Tabelle getippt. Mit dem Abstiegskampf hatte die Mannschaft in der letzten Saison dann nichts zu tun. Am Ende war Platz 12 das Resultat. Mehr als der Tabellenplatz bleibt mir in Erinnerung, dass es am Ende der Saison um nichts mehr ging. Wir hatten schon festgestellt, dass der FCA mit dieser Saison im Mittelmaß angekommen ist. Zumindest ist das unser Eindruck.

Viel hängt nun allerdings in der Sommerpause davon ab, wie der FC Augsburg auch außerhalb des Clubs wahrgenommen wird. Welche Möglichkeiten hält ein Spieler für realistisch, der sich überlegt zu wechseln? Während vor der letzten Saison auch außerhalb Augsburgs die Zweifel an der sportlichen Leitung in Person von Trainer Manuel Baum noch erheblich waren und selbst in Augsburg das System Reuter auf den Prüfstand gestellt werden sollte, so hat mittlerweile die breite Öffentlichkeit einen deutlich bessere  Meinung über die Beteiligten. Baum ist immer noch der sympathische, bodenständige Typ, der sich auch nicht scheut, über Druck und Belastung zu sprechen. In der letzten Saison hat er vor allem gezeigt, dass er Spieler verbessern und eine Mannschaft optimal auf unterschiedliche Gegebenheiten einstellen kann. Reuter steht über allem und hat in der letzten Sommerpause eine großartige Trefferquote bzgl. seiner Transfers bewiesen. Insgesamt sorgen die Verantwortlichen so dafür, dass aus den bestehenden wirtschaftlichen Möglichkeiten mehr gemacht wird als bei genügend Konkurrenten.

Und anscheinend sind nicht nur die Verantwortlichen selbst überzeugt, dass die Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist. Stefan Reuter hat mit seiner Arbeit in der Sommerpause gerade erst begonnen und schon weitere wichtige Bausteine für die Mannschaften der nächsten Jahre gesichert und verpflichtet. Ein wichtiges Zeichen waren zuerst der Vertragsabschluss von Simon Asta und die Vertragsverlängerung von Marco Richter. Nachdem Erik Thommy im Winter mitgeteilt hatte, dass er seine Zukunft nicht mehr in Augsburg sieht, konnte der FCA mit Asta und Richter zwei hochveranlagte Talente langfristig binden. Der eigene Nachwuchs ist dann doch meist von seinen Entwicklungschancen überzeugt und erkennt die positiven Entwicklungen.

Daneben konnte Reuter zwei weitere große Namen an den Lech locken. Nachdem sich André Hahn in der letzten Sommerpause noch für den HSV entschieden hatte und damit falsch gelegen war, kommt er nun doch nach Augsburg zurück. Hahn hatte nach seinem Wechsel von Augsburg nach Gladbach immer wieder sein großes Potential aufzeigen können, war aber auch immer wieder von Verletzungen geplagt. Der HSV war nun sportlich für kaum einen Spieler ein erfüllendes sportliches Umfeld in den letzten Jahren. Hahn hat in seinem Begrüßungsvideo angedeutet, dass er zurückkehrt und der Blick nach oben gerichtet ist. Anscheinend hat er den FCA in den letzten Jahren beobachtet und glaubt nun wieder daran, dass er gemeinsam mit dem Verein wieder erfolgreich sein kann.

In diesem Glauben ist er nicht alleine. Denn auch mit Julian Schieber kommt ein Spieler aus Berlin, der schon für deutliche größere Vereine aktiv war. 156 Bundesligaspiele und auch einige Treffer gegen den FCA zeugen von einem erfahrenen Spieler. Nun hatte auch Schieber mit Verletzungen zu kämpfen und wäre sonst wohl für den FCA nicht verfügbar, aber dennoch werte ich es als ein positives Zeichen, wenn sich ein solch ein positiver Typ für uns entscheidet.

Das heißt nun nicht, dass sowohl Hahn als auch Schieber in Augsburg einschlagen werden. Die Verpflichtungen waren allerdings günstig. Hahn ist erst 27 und kostete gerade einmal 3 Millionen EUR Ablöse. Schieber kommt ablösefrei. Beide füllen offensichtliche Lücken im Kader. In der letzten Saison fehlte eine adäquate Alternative hinter Alfred Finnbogason. Rechts vorne konnten weder Jonathan Schmid noch Marcel Heller überzeugen und Marco Richter kann seine Stärken im Zentrum besser ausspielen. Alles in allem hat sich der FCA in dieser Transferperiode bisher ausschließlich verbessert.

Neben dem Zutrauen von außen wird es allerdings in dieser Sommerpause darauf ankommen, wohin der Weg unserer aktuellen Leistungsträger führt. Wenn sich die Gruppe um Alfred Finnbogason, Michael Gregoritsch, Philipp Max und Jeffrey Gouweleeuw mehrheitlich entscheidet, dem FCA die Treue zu halten, dann müssen selbst geborene Tiefstapler eingestehen, dass das Ziel wohl eher erneutes  Mittelmaß statt Abstiegskampf sein wird. Es wäre ein schöner Gedanke. Bis dahin bleibt zumindest der Eindruck, dass uns außerhalb von Augsburg zumindest in der nächsten Saison weniger Konkurrenten unterschätzen werden. Auch wenn einige von Ihren Spieler den Weg bis dahin zu uns finden werden, wird es nicht leichter werden. Aber leicht war es noch nie und auch damit kennen wir uns aus.

Welcher Spieler war am wertvollsten für den FCA in 2017/18?

Los geht’s mit den Abstimmungen für die Auszeichnungen der Rosenau Gazette für die Saison 2017/18. Letztes Jahr haben wir zum ersten Mal über Spieler abgestimmt und es hat mir damals wie heute Spaß gemacht, auf die Spieler und ihre Entwicklung zurückzublicken. Also machen wir das Ganze dieses Jahr erneut. Die Kategorien bleiben unverändert. Wieder geht es um den wertvollsten Spieler, den besten Newcomer und den meistverbesserten Spieler. Heiße Abstimmungen sind zumindest in manchen Kategorien vorprogrammiert, wenn ich so schaue, wer es bei mir auf den Abstimmungszettel geschafft hat. Den Start macht mal wieder direkt die Königskategorie. Gewählt wird der wervollste Spieler der Saison. „Wertvollster“ ist dabei nicht gleichzusetzen mit „bester“. Es geht mir darum, den Spieler zu küren, der die Ergebnisse des FC Augsburg in der letzten Saison am positivsten beeinflusst hat. Dies muss nicht zwangsweise der beste Fußballer sein. Es kann auch jemand sein, der die Mannschaft mit seiner Moral immer wieder aufgerichtet hat und dafür gesorgt hat, dass das Kollektiv gute Leistungen bringt. Halil Altintop hat an dieser Stelle im letzten Jahr (verdient) gewonnen. Prinzipiell kommt jeder Spieler, der in der letzten Saison mindestens eine Minute für den FCA in der Bundesliga auf dem Platz stand für diesen Preis in Frage. Ich habe aus unseren Spielern fünf ausgesucht, die für mich in diesem Zusammenhang die Nase vorn haben.

Daniel Baier

“Über Daniel Baier muss man nicht mehr viele Worte verlieren. Baier lenkt seit Jahren das Spiel des FCA und ist wohl bisher der prägendste Spieler der Bundesligajahre. Auch in dieser Saison hat sich wieder gezeigt, welche Bedeutung Baier für das Spiel des FCA hat.” Das stand schon letzte Saison genauso hier. Zwischenzeitlich hat er mehrere Spiele nach einer Kopfverletzung verpasst und auch wenn die defensive Stabilität nicht mehr sofort leidet, so fehlt seine Präsenz im Aufbauspiel. Baier kann ein Spiel steuern, den Rhythmus vorgeben und ist immer noch der Leuchtturm in der Mitte des Spiels unseres FCA. Auch wenn er etwas älter wird und nicht mehr ganz so belastbar ist, so ist Daniel Baier immer noch schwer zu ersetzen.

Alfred Finnbogason

Kaum von einem anderen Spieler war der FCA in dieser Saison so abhängig wie von Alfred Finnbogason. Wenn er fit ist, dann ist er ein kompletter Stürmer, der Spiele übernehmen und entscheiden kann. 22 Einsätze insgesamt in denen er 12 Tore schoss und 3 weitere vorbereitete waren ein Erfolgsgarant für den FCA. Michael Gregortisch hatte seine besten Partien, wenn Finnbogason auch auf dem Platz stand und ihm die Räume frei zog, in die er dann gezielt stoßen konnte. Finnbogasons Passspiel ist zudem für einen Stürmer seines Kalibers bemerkenswert, genauso wie seine Arbeit in der Defensive. Aber war er nur so wertvoll, weil hinter ihm mit Sergio Cordóva die Nummer zwei in der Stürmerrangliste einfach noch nicht bereit genug war?

Jeffrey Gouweleeuw

Gouweleeuw war in der Innenverteidigung ein Leistungsträger und war nur in der Rückrunde 6 Wochen verletzt. Wo er während der letzten Saison noch von Martin Hinteregger überstrahlt wurde, konnte er  in dieser Saison vollends überzeugen. Gouweleeuw besticht durch seine Konstanz. Ihm unterlaufen so gut wie keine groben Schnitzer und im Aufbauspiel beeindruckt er durch seine Pressingresistenz. Mit Hinteregger/Gouweleeuw hat die Innenverteidigung in dieser Saison zu unseren Stärken gezählt. Dies war vor allem auf Gouweleeuws Leistungen zurückzuführen, der ein leiser Anführer beim FCA geworden ist.

Michael Gregoritsch

Ich freue mich, wenn Spieler nach Augsburg wechseln, über die man gedacht hätte, dass sie uns schlicht nicht für einen sportlich attraktiven Verein halten. Der Gregoritsch-Wechsel fiel in diese Kategorie. Nach seinem Wechsel vom HSV zeigte er schnell, wie hoch seine sportliche Qualität ist, indem er immer wieder spielentscheidende Momente beisteuerte. Es zeigte sich, dass Gregoritsch ein Zentrumsspieler ist, dem der Anlauf aus der zweiten Reihe gut tut.  Mit 13 Toren hält er nun den Rekord für die meisten Tore in einer Bundesligasaison, den er spitzbübisch Andre Hahn abknöpfte. Sein Lausbub-Lachen und seine sympathische Art lassen mich über den Sport hinaus hoffen, dass er uns noch lange erhalten bleibt. Gregerl ist ein guter Typ und sein Schlegel enorm wichtig für uns.

Philipp Max

Bei Philipp Max war ich nach der letzten Saison schon gespannt, wie hoch er die Latte wohl in dieser Saison legen könnte. Er hatte schon in der letzten Saison gezeigt, welche Qualitäten er in der Vorwärtsbewegung hat. Er hat meine Erwartungen übertroffen und Assist um Assist geliefert. 13 Vorlagen stellen einen neuen Bundesligarekord für einen Verteidiger dar und mit zusätzlich 2 Toren, die er selbst erzielt hat, war er an insgesamt 15 Toren beteiligt. Als Verteidiger. Verteidigen kann er darüber hinaus solide. Max’ Stärke ist es, mit weiten Bällen und tiefen Läufen die Feldgröße auszunutzen und den Gegner zu zwingen, dies über geschickte Raumabdeckung zu unterbinden. Sein Einfluss auf unser Spiel in dieser Saison war enorm.

Wer war der wertvollste Spieler 2017/18?

  • Michael Gregoritsch (39%, 49 Votes)
  • Philipp Max (23%, 29 Votes)
  • Daniel Baier (15%, 19 Votes)
  • Jeffrey Gouweleeuw (12%, 15 Votes)
  • Alfred Finnbogason (11%, 14 Votes)

Total Voters: 126

Loading ... Loading ...

Wer von  den oben genannten Spielern ist nun der wertvollste für den FCA in der abgelaufenen Saison gewesen? Stimmt ab und diskutiert! Habe ich evtl. jemanden vergessen? Die Abstimmung läuft bis zum 09.06.2018.

Nächste Saison wird noch besser

Dieser Text erschien zuerst in der Kolumne „Einwurf aus der Rosenau Gazette“ bei presse-augsburg.de.

Die Saison 2017/18 ist noch nicht zu Ende. Nächstes Wochenende steht am letzten Spieltag das Auswärtsspiel in Freiburg an, bei dem es vor allem für den SC Freiburg noch um den direkten Klassenerhalt geht. Auch wenn das letzte Heimspiel gegen Schalke 04 schon so etwas wie einen vorzeitigen Saisonabschluss darstellte, würde ich doch gerne sehen, dass sich die Mannschaft mit einem Sieg in die Sommerpause verabschiedet. Die Saison war schon jetzt äußerst positiv und dieses Gefühl sollten wir in die nächste Saison übertragen. Denn es gibt einige Gründe, warum es in der nächsten Saison noch besser werden könnte.

Die frühe Planungssicherheit

Im Gegensatz zu den Vereinen, die sich immer noch mit dem Abstieg beschäftigen müssen oder gerade erst den Klassenerhalt geschafft haben, können wir nun schon etwas länger wieder für die erste Liga planen. Der Abgang von Marwin Hitz steht mittlerweile fest und Stefan Reuter wird im Hintergrund schon die ersten Transfers festgezurrt haben, die nach Saisonabschluss nach und nach verkündet werden. Wenn er mit seinen Transfers ein ähnlich gutes Händchen wie in diesem Jahr hat, dann könnte die Mannschaft im nächsten Jahr sportlich noch besser aufgestellt sein.

Das sportliche Führungsteam

Nach dieser Saison steht fest, dass wir eines der besten sportlichen Führungsteams in der Liga haben. Die guten Leistungen der Mannschaft in dieser Saison verbunden mit den Transfers von Michael Gregoritsch, Rani Khedira und Sergio Cordova, sind ein weiteres Kapitel der Ära Stefan Reuter, auf das wir gerne zurückblicken werden. Dazu hat sich Manuel Baum als Bundesligatrainer etabliert. Er hat gezeigt, dass er seine spielerischen Konzepte an die Möglichkeiten seiner Mannschaft und an den Gegner anpassen kann. Dabei will er immer gewinnen. Diese grundsätzliche Risikobereitschaft gepaart mit seinem großen Fachverstand mag ich sehr gerne. Mit diesem Duo mache ich mir keine Sorgen um unsere Zukunft.

Der Kern der Mannschaft

Auch wenn mit Marwin Hitz zumindest ein Leistungsträger den Verein verlassen wird, so wird der sportliche Kern der Mannschaft erhalten bleiben. Ich rechne mit einem Abgang von Philipp Max, der in dieser Saison zu aufregend gespielt hat, um nicht zumindest ein Angebot eines ganz großen Vereins zu erhalten, der bereit ist die Börse zu öffnen und uns mit 25+ Millionen für Max zu entlohnen. Dazu wird es vielleicht die ein oder andere Überraschung geben, wenn es den ein oder anderen Spieler doch wegzieht. Dennoch bleiben mit Gouweleeuw, Hinteregger, Baier, Caiuby, Gregoritsch und Finnbogason absolute Leistungsträger, um die herum wir weiter auf- und ausbauen können.

Die weitere Entwicklung der jungen Wilden

Bei Marco Richter fällt es nicht mehr auf, dass er gerade erst seine ersten Spiele in der Bundesliga macht. Er hat sich perfekt in die Mannschaft eingefügt und verbreitet offensiv sehr viel Gefahr. Sergio Cordova hat bei einigen Gelegenheiten schon gezeigt, dass der Sprung in die Bundesliga für ihn nicht zu groß ist. Dazu hat sich Kevin Danso wieder von seiner Verletzung erholt und konnte gegen Schalke zumindest schon wieder kurz mitwirken. Gerne hätte ich an dieser Stelle Kilian Jakob genannt, der allerdings Zeit brauchen wird, um sich von seiner schweren Verletzung zu erholen. Auch Raphael Framberger muss dauerhaft fit bleiben. Zweifel sind auch bei ihm angebracht. Dennoch werden die anderen Jungen mit einer weiteren Vorbereitung und vermehrten Chancen im nächsten Jahr noch mehr Akzente setzen.

Wenn ich so darüber nachdenke, dann habe ich eigentlich gar keinen Bock auf Sommerpause. Nachdem Philipp Max am Samstag in Freiburg gelb-gesperrt fehlen wird, könnte Simon Asta dort sein Profidebüt feiern. Wieder ein Junger, der bei den Profis durchstarten könnte. Egal, wie das Wetter sein wird, die Sonne scheint im vollen Gästeblock und auch die eingeschränkte Sicht wird mich nicht daran hindern, mich tierisch auf die neue Saison zu freuen. Es ist vielleicht trügerisch, aber die Voraussetzungen waren sportlich selten so gut. Darauf sollten wir nun im Sommer aufbauen, um auch den unbelehrbarsten Platz18-Tippern erneut das Gegenteil zu beweisen.

Wie entscheidet sich Marwin Hitz und wann?

In Marwin Hitz’ Haut möchte man momentan nicht stecken. Hitz spielt seit Sommer 2013 in Augsburg, hat 140 Bundesligapartien für den FCA absolviert und ist in Augsburg zum Nationalspieler der Schweiz aufgestiegen. Er ist ein überdurchschnittlicher Bundesligakeeper, der an guten Tagen mit den Besten der Liga mithalten kann. Schlechte Tage hat er wenige. Im Sommer läuft sein Vertrag aus. Hitz ist 30 Jahre alt und es ist gut vorstellbar, dass es gerade um Hitz’ letzten großen Vertrag seiner Profikarriere geht. Durch die Möglichkeit ablösefrei zu wechseln, winkt ihm zusätzlich ein stattliches Handgeld.

Als am Samstag Andreas Luthe gegen Hertha BSC Berlin im Tor stand, wurde natürlich sofort spekuliert, ob dies schon mit Blick auf die nächste Saison zu interpretieren sei. In der Pressekonferenz nach dem Spiel wurde Manuel Baum darauf angesprochen und reagierte souverän: “An nächste Saison habe ich da noch gar nicht gedacht. Gegen Schalke spielt der Marwin wieder.” Luthe wurde lediglich für seine Trainingsleistungen über die Saison hinweg und seine professionelle Einstellung belohnt.

Die sportlichen Auswirkungen durch einen Wechsel von Hitz sind für den FCA nicht kalkulierbar. Hitz ist ein absoluter Leistungsträger für den FCA. Torhüter auf Bundesliganiveau zeichnet ihre Konstanz aus, die Hitz nachhaltig unter Beweis gestellt hat. Die drei guten Spiele von Andreas Luthe sind leider noch kein Nachweis dafür, dass Luthe Hitz so einfach ersetzen könnte. Im Falle eines Abgangs wäre dies wohl die Hoffnung. Dennoch würde sich der FCA wohl eher sportlich verschlechtern. Deshalb hat der FCA Hitz Angebote zur Vertragsverlängerung gemacht und versucht Hitz zu halten. Hitz’ Vorstellungen könnten allerdings die Augsburger Möglichkeiten übersteigen.

Auch aus Hitz’ Sicht ist die Situation allerdings nicht einfach. Nur Geld alleine wird wohl kaum den Ausschlag geben, ansonsten hätte der Abgang schon längst verkündet werden können. In Augsburg stehen der Verein und die Fans hinter ihm. Er ist unbestritten die Nummer 1. In einem anderen Verein müsste er sich dem Wettbewerb stellen und könnte – auch auf Grund persönlicher Präferenzen des dortigen Trainers – auf der Bank landen. Enttäuschte Hoffnungen bei einem Torhüter konnte er während der laufenden Saison bei Fabian Giefer in Augsburg selbst Woche um Woche beobachten. Einen sicheren Platz in einem Bundesligator aufzugeben, ist eine erhebliche Wette. Gerade wenn er vielleicht nicht nur aufs Geld sondern auf eine neue sportliche Herausforderung aus ist, dann geht das mit erheblicher sportlicher Unsicherheit einher. Europäische Topclubs fahren auf der Torhüterposition zweigleisig und Hitz könnte dort sicherlich bei dem ein oder anderen Club eine sehr gute Nummer 2 sein. Ob er nicht lieber spielen und sich sportlich auf Bundesliganiveau messen will? Die Möglichkeit Champions League zu spielen, könnte zu verlockend sein. Ich weiß nicht, wie ich mich in seiner Situation entscheiden würde. Wir kennen alle die Angebote nicht, die ihm vorliegen.

So schwer die Entscheidung für ihn auch sein mag, die Woche dafür ist gekommen. Wenn die Entscheidung noch nicht gefallen ist, dann sollte sie diese Woche fallen und auch verkündet werden. Marwin Hitz war der Torhüter der fünf bisher erfolgreichsten Bundesligajahre des FCA. Er hat sich während dieser Zeit immer professionell verhalten und z.B. einen Wechsel im letzten Sommer nicht erzwungen. Sportlich hat er dabei alle Erwartungen übertroffen, die ich mit seinem Wechsel in 2013 verbunden hatte. Er hat für einige großartige Momente gesorgt und viele Punkte festgehalten. Wenn er sich jetzt für einen erneuten Wechsel entscheiden sollte, dann hat er es sich verdient, dass er am Samstag vor vollem Haus ordentlich verabschiedet wird. Mit viel Applaus und “Hitz, Hitz, Hitz”-Rufen.

Bis dahin glaube ich allerdings gerne an einen Verbleib. Ich habe Träume, wenn ich an den FCA denke. Ich glaube an einige weitere Jahre Bundesliga und in diesem Zuge auch daran, dass Marwin Hitz uns hierbei helfen kann und unsere Mannschaft dauerhaft verbessert.  Ich hoffe, er will das selbst auch. Dann hat Marwin Hitz die Chance, dass sein Name neben dem von Daniel Baier dauerhaft mit der bisher erfolgreichsten Periode der Augsburger Vereinshistorie verbunden wird.

Einer meiner Träume ist auch, dass der FC Augsburg mehr verkörpert, als 90 Minuten auf dem Platz. Dafür haben wir T-Shirt Aktionen für wohltätige Zwecke gestartet. Gerade läuft hier ein kleiner Abverkauf. Marwin Hitz würde gerne zur Vertragsverlängerung ein T-Shirt seiner Wahl geschenkt bekommen. 

Obacht, die Saison ist noch nicht vorbei

Gestern konnte der FC Augsburg gegen Mainz 05 drei Spieltage vor Saisonende den Klassenerhalt auch rechnerisch sicherstellen. Eine Saison, die vor Saisonbeginn viele Fragen aufwarf, wird somit am letzten Spieltag in Freiburg in jedem Fall erfolgreich beendet. Manuel Baum hat in den letzten Wochen immer wieder betont, dass der Klassenerhalt unsere Meisterschaft ist. Sieben Spielzeiten in der Bundesliga und wir sind immer noch nicht auch nur einmal abgestiegen. Das hätte ich mir niemals so zu erträumen erhofft.

Derweil wurde die Geschichte vom Ziel des Klassenerhalts in den letzten Wochen von den Verantwortlichen des FC Augsburg arg überstrapaziert. Die Abstände waren schon länger äußerst komfortabel und 40 Punkte brauchte man historisch in den seltensten Fällen, um dem Abstieg zu entgehen. Allerdings hat die Darstellung dazu geführt, dass die Erwartungen im Umfeld nicht aus dem Ruder liefen und die Stimmung ruhig blieb, auch wenn die Ergebnisse in letzter Zeit nicht besonders konstant waren. Zwar waren die Leistungen nicht schlecht, die notwendige Portion Glück, z.B. beim Platzverweis von Jan Moravek in Wolfsburg kombiniert mit dem Lattentreffer von Marco Richter, ging uns allerdings ab. Sonst wäre der Klassenerhalt vielleicht noch früher schon gesichert gewesen und wir hätten deswegen gar keine T-Shirts mehr gedruckt. Gestern wurden T-Shirts verteilt und verkauft, es wurde verkündet, dass gefeiert wird und die Stimmung war ausgelassen.

Dennoch habe ich heute morgen einen Blick auf die Tabelle geworfen und verwundert festgestellt, dass es im Mittelfeld immer noch sehr eng zugeht. Wir stehen im Moment auf Platz 11. Schlechter als Platz 13 wird es für uns nicht mehr werden, aber der Blick nach oben eröffnet noch einige Möglichkeiten. Ein einstelliger Tabellenplatz ist in Reichweite und auch der Abstand auf Platz 7 ist mit sechs Punkten auf Eintracht Frankfurt nicht unmöglich einzuholen, vor allem, da die Eintracht ein äußerst schwieriges Restprogramm vor sich hat und erstmal nächste Woche zu den Bayern darf. Unsere Chancen in der nächsten Saison noch in der Europa League zu spielen, sind zwar äußerst gering, existieren aber dennoch immer noch. Goalimpact berechnet diese momentan mit 1,6 Prozent.

Ich sehe diese Chance allerdings höher, denn ich bin mir nicht sicher, ob alle positiven Entwicklungen, die bei uns zu guten Ergebnissen in den letzten Spielen führen könnten, vollauf berücksichtigt wurden. Zum einen sind fast alle Leistungsträger mittlerweile wieder an Bord. Alfred Finnbogason hat eindrucksvoll gezeigt, welchen Einfluss er in unserem System haben kann und wie wichtig er für uns ist. Als Gegner würde mir das Offensivquartett Finnbogason, Gregoritsch, Caiuby und Richter im Moment ein paar Sorgenfalten bereiten. In dieser Konstellation sind wir offensiv sehr variabel und sollten auch in den letzten Spielen spielerische Lösungen finden. Darüber hinaus stehen wir defensiv gerade auch wieder sehr stabil. Gegen Mainz haben wir sehr wenige Tormöglichkeiten zugelassen. Sportlich haben wir für die letzten drei Partien ein starkes Blatt auf der Hand.

Dafür ist es allerdings notwendig, dass wir die Spannung halten und die Konzentration jetzt auch nach dem offiziellen Klassenerhalt nicht wegbricht. Schon vor einigen Wochen schien sich da ein wenig der Schlendrian einzuschleichen. Diese Reaktion ist aus meiner Sicht vollkommen nachvollziehbar. Der FC Augsburg sollte dem aber spätestens jetzt durch eine geänderte öffentliche Kommunikation entgegenwirken. Manuel Baum hat auf der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Mainz auf eine Frage zur Fähigkeit der Weiterentwickelbarkeit der Mannschaft mit Blick auf die kommende Transferperiode beantwortet. Dafür ist es aus meiner Sicht deutlich zu früh. Ich hätte mich gefreut, wenn er die Frage mit Blick auf die letzten drei Spiele kurz abgefrühstückt hätte.

Gerade beim Trainerteam liegt jetzt die Verantwortung, die Mannschaft für jedes der letzten drei Spiele entsprechend einzustellen und die Spieler in die Pflicht zu nehmen. Die Bundesligajahre haben gezeigt, dass wir viele unmöglich erscheinende Dinge schaffen können, wenn wir sie nur versuchen (nicht immer, aber in genügend Fällen). Entsprechend sollten wir zumindest versuchen, aus den letzten Spielen das Maximum herauszuholen. Danach wird sich dann zeigen, wofür das vielleicht noch reichen mag.  Folgenden Formulierungsvorschlag biete ich hierfür gerne an: “Wir haben immer gesagt, wir überprüfen nach dem Klassenerhalt unser Saisonziel. Nach oben ist der Zug noch nicht abgefahren. Wir werden jetzt alles in die Waagschale werfen, um auf den Zug noch aufzuspringen. Dafür ist die Partie gegen Hertha ein erstes Endspiel, welches wir mit der breiten Unterstützung unserer Fans, die mit einem Sonderzug anreisen, gewinnen wollen.” Vielleicht können wir dem Mittelmaß noch einmal von der Schippe springen.  So großartig die momentane Situation als FCA Fan schon grundsätzlich ist, so werde ich doch nie aufhören zu träumen, solange Möglichkeiten zumindest rechnerisch noch bestehen. Nicht nach fast sieben vollständigen Spielzeiten in der Bundesliga und der #keineSau-Tour durch Europa.

P.S.: Wer sich für den Saisonendspurt zu reduzierten Preisen mit FCA-affinen T-Shirts eindecken und einen guten Zweck unterstützen will, der wird in unserem Onlineshop fündig. Details hier.

Platz machen für neues

Wie ich schon vor einigen Wochen angekündigt hatte, machen wir uns viele Gedanken über die neue Saison. Es hat dann doch erhebliche Vorteile, wenn der Klassenerhalt frühzeitig gesichert ist und man etwas weiter nach vorne blicken kann. Sowohl in dieser als auch in der letzten Saison hatten wir jeweils eine T-Shirt Aktion für einen guten Zweck. Vorletzte Saison haben wir T-Shirts zu Gunsten von Simon verkauft. Diese Saison hatten wir eine Aktion zu Gunsten des bunten Kreises.  Seit der Aktion zu Gunsten des bunten Kreises habe ich mir viele Gedanken gemacht, ob und wie wir in dieser Hinsicht weiter verfahren wollen. Die Aktionen waren mit viel Aufwand verbunden und fühlen sich letztlich an, wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Allerdings vertrete ich auch immer wieder die Einstellung, dass der FCA mehr als 90 Minuten ist und will etwas über das reine Bloggen hinaus leisten.

Ein Entschluss ist mittlerweile gefallen. Wir werden zur neuen Saison hin, in dieser Hinsicht noch etwas mehr in die Offensive gehen. Genauere Infos dazu gibt es schon in den nächsten Wochen. Fest steht allerdings: Wir  werden auch mit den zukünftigen Aktionen keinen Gewinn machen, sondern für jedes Produkt einen guten Zweck bestimmen, dem die Erlöse zukommen. Bei den Produkten und Motiven wird es zusätzlich etwas mehr Auswahl geben, wobei wir weiterhin darauf achten werden, dass unter fairen Produktionsbedinungen und mit Top-Materialien gearbeitet wird. Ich bin sehr gespannt auf eure Reaktion, wenn es denn soweit ist. Wer zukünftig vor allem auch in Richtung Vertrieb unterstützen kann und will, der rennt bei mir offene Türen ein und schickt am besten eine kurze Email an kontakt@rosenau-gazette.de.

Vorher heißt es allerdings nun etwas Platz zu schaffen, bevor ich mein Lager zur neuen Saison hin wieder auffülle. Wir haben sowohl T-Shirts für Männer und Frauen mit dem Schriftzug “Augsburg hält zusammen” weiterhin auf Lager. Wir haben allerdings auch noch T-Shirts mit Halils Konterfei und dem Motto “Erstklassig ist eine Einstellung” auch für Männer und Frauen, sowohl mit Halils Signatur als auch ohne noch zu Genüge verfügbar. Seit heute sind die T-Shirts alle um je 10 EUR im Preis reduziert auf nun 15 EUR ohne Signatur und 25 EUR mit Signatur. Versand ist im Preis bei uns wie immer inklusive. Ihr findet alle T-Shirts im Onlineshop oder könnt bestellen, indem ihr mir eine kurze Email an kontakt@rosenau-gazette.de schickt. Auch für Menschen, die die Shirts anprobieren wollen, bevor sie zuschlagen, finden wir eine Lösung. Schickt einfach eine kurze Email.

Als Kaufanreiz möchte ich hinzufügen, dass bei einem vollständigen Abverkauf der “Augsburg hält zusammen”-Shirts einer der neuen Artikel wieder Simon zu Gute kommen wird. Simon werden wir so schnell nicht vergessen und wollen ihn weiterhin unterstützen. Die Reststückzahl ist in diesem Fall auch wirklich überschaubar. Wie bei allen unseren Aktionen würde ich mich sehr freuen, wenn ihr die Aktion verbreiten und teilen würdet.

Der FC Augsburg und seine Haltung zu 50+1

Dieser Text erschien zuerst in der Kolumne „Einwurf aus der Rosenau Gazette“ bei presse-augsburg.de.

Am 22. März fand bei der Deutschen Fußballliga (DFL) eine Diskussion zur Zukunft der 50+1 Regel statt. Diese Regel stellt sicher, dass die Vereine eine Stimmmehrheit von mind. 50+1 Prozent behalten, auch wenn Sie mehr Anteile als 50% an den ausgegliederten Kapitalgesellschaften verkaufen. Grundsätzlich wird durch die Regel sichergestellt, dass Vereine nicht von Investoren übernommen  und bestimmt werden können. Es verhindert nicht, dass sich Vereine in auswegslose Situationen manövrieren, wie dies u.a. der TSV 1860 München geschafft hat. Ausnahmen von der 50+1 Regel gibt es seit vielen Jahren. Grundsätzliche Ausnahmen sind Bayer 04 Leverkusen und der VfL Wolfsburg, die beide als Werksmannschaften grundsätzlich den Unternehmen und nicht Vereinsmitgliedern gehören. Eine weitere Ausnahmeregel setzt voraus, dass sich ein Investor über Jahrzehnte erheblich für seinen Verein engagiert hat. Dietmar Hopp genießt diese Ausnahme in Hoffenheim, wo er die Mehrheit der Stimmrechte am Verein mittlerweile hält.

Darüber hinaus gibt es praktische Möglichkeiten, die Regelung zu umgehen. Das Konstrukt in Leipzig hat einen Weg gefunden, indem es die Mitgliedschaft beim Verein stark begrenzt. Auch beim FC Augsburg gibt es keinen Entscheidungsträger des Vereins,  der bei der KGaA beteiligt wäre und nicht selbst investiert hätte. Faktisch ist nur Klaus Hofmann von Vereinsseite in der Profiabteilung involviert und hält zugleich mit seinem Konsortium die Mehrheit der Anteile an der KGaA. Im Folgenden soll es nicht über den grundsätzlichen Sinn und Unsinn der 50+1 Regel gehen. Allerdings hat sich der FC Augsburg rund um das Treffen bei der DFL und auch schon früher zur 50+1 Regel geäußert. Die Haltung der Entscheidungsträger des FCA will ich gerne näher betrachten, denn diese wirft zumindest Fragen auf.

Was sagen die Verantwortlichen?

Finanz-Geschäftsführer Michael Ströll sagte der “Augsburger Allgemeinen” im Vorfeld zur Diskussion bei der DFL: “Wenn es Ausnahmeregeln gibt, dann müssen die auch für alle gelten oder es gibt für niemanden eine Ausnahmeregelung.” Ströll verlautbarte in diesem Zusammenhang zusätzlich: “Der FCA will Chancengleichheit am besten im Rahmen von 50+1. Alle sollen mit den gleichen Bandagen kämpfen und mit den gleichen Voraussetzungen in Konkurrenz treten.” Ob er dies auch für die bestehenden Ausnahmen, also die Werksclubs und die TSG Hoffenheim, so verstehen würde, ließ sich an dieser Stelle nicht nachlesen. Allerdings scheint es doch sehr unwahrscheinlich, dass die bestehenden Ausnahmeregelungen von Regeländerungen bzgl. der 50+1 Regel negativ betroffen sein könnten.

Klaus Hofmann hatte sich in einem kicker-Interview, welches am 29.01.2018 erschien, ähnlich und sogar noch deutlicher geäußert. In dem Interview hatte er die Ausnahmeregelungen bzgl. 50+1 alle für schädlich erklärt. Auf Nachfrage bestätigte er, dass er damit auch die Werksclubs und die TSG Hoffenheim meine. Klaus Hofmann hat sich in diesem Zusammenhang auch deutlich zu seiner zukünftigen Vorstellung der 50+1 Regel geäußert. Seine Aussage damals war: “Ich habe Sympathie dafür, dass jeder Verein die Diskussion selbst führen kann, ob er 50+1 haben will oder nicht.” Nun mal ganz ehrlich: Wer glaubt, dass bei einer Diskussion der 50+1 Regel die bestehenden Ausnahmefälle wegfallen werden, der ist einfach nur naiv. Um daher Chancengleichheit zu gewährleisten, soll die 50+1 Regel nicht mehr für alle (mit Ausnahmen) obligatorisch sein? Das ist zumindest die Auffassung, die von Klaus Hofmann so vertreten wurde. Dies kommt einer Abschaffung der 50+1 Regel gleich. Ist dies allerdings im Interesse des Vereins?

Warum kann der Verein kein Interesse an dieser Haltung haben?

Der Verein FC Augsburg kann nur ein geringes Interesse an dieser Haltung haben. Die Lockerung der 50+1 Regel wird meist deshalb gefordert, damit neue Investoren gefunden werden können, die nur durch das Zugeständnis einer Stimmmehrheit an Bord kommen. Der FC Augsburg e.V. hat allerdings schon alle Anteile (99%) an der KGaA verkauft. Durch einen weiteren Anteilsverkauf kann daher kein zusätzliches Kapital generiert werden. Davon ab bleibt das Mittel einer Kapitalerhöhung, um neue Anteile ausgeben zu können. Dieses Mittel stünde jetzt schon zur Verfügung und so lange die Investorengruppe weiterhin eine solche Menge an Anteilen hält, würde ein Neuinvestor  so schnell auch bei einer Kapitalerhöhung keine Stimmmehrheit erlangen, insofern dies möglich wäre. Eine Öffnung von 50+1 ist dafür daher nicht notwendig, außer die Investoren um Klaus Hofmann wollen die Mehrheit der Anteile abgeben und haben daher vor, den Verein in fremde Hände zu geben.

Daneben würde eine Öffnung der Regel bedeuten, dass sich die Lage von Vereinen verbessert, die selbst noch über viele Anteile an ihren Profigesellschaften verfügen. Sie haben dann, durch die offizielle Möglichkeit auch die Stimmmehrheit abzugeben, ein wirkliches Pfund in der Hand. Der FCA würde sich daher durch eine Öffnung der Regel relativ verschlechtern.

Was steckt dann hinter dieser Haltung?

In welchem Interesse äußern sich die beiden Herren dann? Bei Michael Ströll ist die Antwort recht einfach. Er ist Angestellter der KGaA und vertritt die Meinung seines Dienstherren. In diesem Zusammenhang ist er dem Aufsichtsrat zur Rechenschaft verpflichtet. Ein Blick genügt und es fällt auf, dass im Aufsichtsrat keine Vereinsvertreter sitzen sondern nur Vertreter des Investorenkonsortiums. Der Verein soll zwar die Stimmmehrheit haben, aber in der Strukutur sieht man das nicht. Und auch bei Klaus Hofmann scheint die Meinung des Investors den Blick zu trüben. Nachdem für mich keine offenkundigen Gründe ersichtlich sind, warum der Verein eine Öffnung der Regel für positiv erachten sollte, scheint Klaus Hofmann in diesem Zusammenhang seine eigenen Investoreninteressen durch den FCA zu vertreten.

Eine Öffnung der 50+1 Regel könnte dazu führen, dass die bestehenden Investoren auch ganz offiziell die Stimmmehrheit übernehmen könnten. Das diese Agenda auch ganz offen so vertreten wird, verwundert mich zumindest ein bisschen. Die Interessen der Mitglieder, die ihn zum Präsidenten des Vereins gewählt haben, scheinen Klaus Hofmann dabei egal zu sein. Ob wir uns das alle bei seinem Dienstantritt vorgestellt haben, als er – wie er das immer gerne tut – als Fanvertreter aufgetreten ist? Ich befürchte mittlerweile ein Szenario zwischen Dietmar Hopp und Martin Kind, wobei von beiden nicht bekannt wäre, dass sie eine Loge bei einem Ligakonkurrenten zerlegt hätten. Bombige Aussichten auf die achte Bundesligasaison.

Die bisherige Arbeitsbilanz des Stefan Reuter

In meiner Januar-Kolumne habe ich eine kleine Ode auf Stefan Reuter geschrieben, der sein fünfjähriges Dienstjubiläum im Winter in Augsburg feiern durfte. Nachdem die Wintertransferperiode schon wieder etwas länger vorbei ist, bleibt nun etwas Zeit, um einen Blick auf Reuters gesamte Transferbilanz als Manager des FC Augsburg zu werfen, bevor wir uns vielleicht in den kommenden Wochen auch daran machen, ein paar Gedanken in Richtung Kaderplanung für den Sommer zu verschwenden.

Wie sehr Stefan Reuter die sportlichen Geschicke des FCA in den letzten Jahren geprägt hat, lässt sich schon alleine daran sehen, dass sich nur noch 5 Spieler im 25 Spieler starken Kader des FC Augsburg finden, die nicht von Stefan Reuter ursprünglich fest verpflichtet wurden. Und auch diese haben zwischenzeitlich von Reuter Vertragsverlängerungen erhalten.

Insgesamt hat Reuter 33 Spieler fest verpflichtet. Dafür hat er ca. 57 Millionen Euro ausgegeben. Nicht alle davon haben sich durchgesetzt. Áber manche davon waren großartige Transfers. Es folgen die meiner Meinung nach 5 besten:

  1. Abdul Rahman Baba (Sommer 2014): Baba war nur eine Saison für den FCA tätig. Während dieser spielte er eindrucksvoll und ließ den FC Chelsea alle Hemmungen vergessen. 20 Millionen Euro wechselten den Besitzer und Baba verließ den FCA wieder.
  2. Philipp Max (Sommer 2015): Als Ersatz für Baba kam Philipp Max vom Karlsruher SC. Die Ablöse war mit fast 4 Millionen Euro hoch, vor allem für einen Spieler, der sein Potential in der ersten Liga noch nicht unter Beweis gestellt hatte. Max hat sich mittlerweile zum aufregendsten Augsburger Spieler entwickelt und wird alles dafür geben, damit er im Sommer für Deutschland bei der WM spielen darf.
  3. Michael Gregoritsch (Sommer 2017): Gerade erst im Sommer vom HSV gekommen sieht Gregerl schon jetzt wie ein Spieler aus, der regelmäßig um die 10 Tore pro Saison schießen wird. Dazu ist er technisch stark und wird auch weiterhin einige Vorlagen geben. Mit Gregoritsch hat der FCA neben Finnbogason eine weitere offensive Waffe erhalten, die diesen vielleicht in Zukunft in den Schatten stellen kann.
  4. Alfred Finnbogason (Sommer 2016): Es hat gedauert. Verletzungen haben immer wieder dafür gesorgt, dass Finnbogason pausieren musste, wie auch in den letzten Spielen wieder. Wenn Finnbogason fit ist, dann ist er der komplettste Stürmer, den der FCA in all den Jahren in der ersten Liga hatte. Abschlussstark, kombinationssicher, mit gutem Kopfballspiel und stark gegen den Ball.
  5. Jeffrey Gouweleeuw (Winter 2015/16): Gerade hatte man den AZ Alkmaar in der Europa League geschlagen und einen talentierten Innenverteidiger dabei entdeckt. 3 Jahre später hat sich Gouweleeuw zum Anker in der Innenverteidigung entwickelt. Derweil Hinteregger der spektakulärere Spieler von den beiden ist, sticht er gelegentlich auch durch Fehler hervor. Gouweleeuw ist im Gegensatz konsistenter und in der Spieleröffnung noch besser. Der einzige Wintertransfer auf dieser Liste.

So wie es Volltreffer gab, gab es auch schlechte Transfers. Die fünf schlechtesten aus meiner Sicht waren bisher:

  1. Tim Matavz (Sommer 2014): So viele Tore in der Eredevise. Am Ende hat Matavz nur beeindruckt, indem er die schlechtesten Laktattestdurchläufe der Mannschaft aufwies. Mehrmals. In diesem Fall ist es nicht gelungen, vor einem Transfer herauszufinden,  ob ein Spieler die professionelle Einstellung eines Erstligaspielers hat.
  2. Jonathan Schmid (Sommer 2016): Alex Esswein wechselte gerade nach Berlin. Als Ersatz war Jonathan Schmid auserkoren. Schmid hat eine ordentliche Ablöse gekostet und seitdem selten für besondere Momente gesorgt. Bisher ist dieser Transfer eine einzige Enttäuschung.
  3. Fabian Giefer (Sommer 2017): Der wunderlichste Transfer im Sommer war die Verpflichtung von Fabian Giefer. Marwin Hitz wechselte nicht und trotzdem gab man Geld für einen Torhüter aus. Giefer saß bisher nur auf der Tribüne und ist anscheinend nicht besser als Andreas Luthe. Klar, man wollte sich absichern. Aber vielleicht hätte Hitz auch einfach verlängert, wenn man die Kosten des Giefer Transfers noch auf seine Vergütung aufgeschlagen hätte.
  4. Takashi Usami (Sommer 2016): Usami war einst als großes Talent aus Japan zum FC Bayern München gewechselt und sich danach auch bei der TSG 1899 Hoffenheim nicht durchgesetzt. Der FCA holte ihn aus Japan erneut nach Europa. Nur damit er sich erneut nicht durchsetzt. Usami ist momentan nach Düsseldorf ausgeliehen, allerdings sind meine Hoffnungen auf eine erfolgreiche Rückkehr begrenzt.
  5. Nikola Djurdjic (Sommer 2014): Im Sommer 2014 kamen zwei Stürmer. Keiner davon konnte sich durchsetzen. Djurdjic kam mit weniger Hoffnung beladen als Matavz. Dennoch konnte auch er nur für sehr wenige positive Momente in Augsburg sorgen. Ein klassischer Fehleinkauf.

Der FCA musste bisher immer eine recht hohe Anzahl an Spielern verpflichten. Das liegt daran, dass aus der eigenen Jugend bis vor kurzem kaum ein Talent bei den Profis Fuß fassen konnte. Zudem entwickeln sich Spieler weiter und müssen mit Gewinn verkauft werden. Dies führt dann zu einer Verpflichtung von Ersatz für diese Spieler. Mit der reinen Anzahl von Transfers hebt man sich allerdings in keinster Weise ab. Auch Clubs wie Freiburg, Frankfurt oder Mainz hatten eine ähnliche Anzahl von Transfers. Und das, obwohl diese Vereine schon deutlich früher in ihre Jugendmannschaften investiert haben. Die Trefferquote von Stefan Reuter scheint daher zu passen. Das Transferminus liegt dabei auch nicht weit abseits von anderen Vereinen. Große Sprünge sind dabei weiterhin nicht zu erwarten, v.a. da der FCA immer noch mit die niedrigsten Gehälter zahlen kann. Junge Profis kommen daher vor allem für die Entwicklungsmöglichkeiten und wollen den Verein wieder verlassen, wenn sie sich sportlich weiterentwickelt haben und ein entsprechendes Angebot kommt. Stefan Reuter hatte bisher ein gutes Händchen dafür, die richtigen Spieler zu verpflichten, die hungrig angegriffen haben, um sich in der Bundesliga zu etablieren und sich derweil auch bei Enttäuschungen ruhig verhalten haben. Meist gelingt es ihm dabei korrekt, das Potential der Spieler richtig einzuschätzen. Aus meiner Sicht ist das in dieser Branche der entscheidende Aspekt, der für den FCA einen bedeutenden Wettbewerbsvorteil darstellt. Hoffen wir, dass es im Sommer auch wieder klappt.

Was wir über Montagsspiele gelernt haben

Am Montag vor mittlerweile mehreren Wochen trat der FC Augsburg in Dortmund an und holte einen Punkt. In der zweiten Hälfte war man Dortmund phasenweise überlegen und das Unentschieden war ein mehr als verdientes Ergebnis. Im zeitlichen Umfeld der Partie wurde allerdings weniger über das Spiel an sich gesprochen als über die Terminierung. Auch der FCA war in den “Genuss” eines Montagsspiels gekommen. Noch dazu im fremden Dortmund, dass für Auswärtsfans aus Augsburg an einem Montagabend schwerlich günstig zu bereisen ist. Einige Zeit ist seitdem vergangen und der Nebel hat sich gelichtet. Was bleibt von diesem Montagsspiel? Einige Gedanken meinerseits möchte ich euch nicht vorenthalten:

Der Protest blieb nicht unbemerkt

Sowohl die organisierte Dortmunder als auch die Augsburger Fanszene boykottierten das Spiel. Insgesamt waren “nur” knapp 55.000 Fans im Stadion. Dafür, dass das Dortmunder Stadion ca. 80.000 Menschen fasst, war die Auslastung nicht berauschend an diesem Montagabend. Mehr als nur die ausbleibende Menge fiel allerdings auf, wie leer die berühmte gelbe Wand am Montag aussah. Man hörte über die Außenmikrofone deutlich mehr Einzelstimmen und weniger Gesänge und stimmungsvollen Support. Ohne Stimmung ist ein Fußballspiel nicht das, was wir in den letzen Jahren gewohnt waren. Ohne Stimmung fällt auch das Erlebnis für den Fernsehzuschauer ab. Nachdem die Verteilung der Spiele auf mehrere Tage genau den Hintergrund hat, mehr Zuschauer vor dem Fernseher zu erreichen, traf der Boykott einen wunden Punkt bei der DFL und bei den Vereinen. Gerade bei diesem Spiel hat der Protest einen Effekt auch auf die Außendarstellung der Vereine gehabt.

Der Protest spaltet

Leider ließ sich durch die Proteste von zwei aufeinanderfolgenden Auswärtsspielen auch erkennen, dass der Protest außerhalb der organisierten Fanszene in Augsburg nicht auf breiten Rückhalt stößt. Der Boykott erfordert, dass die Fans – um für ihre eigenen Rechte einzutreten  -ihr größtes Mantra verraten, indem sie die eigene Mannschaft bei diesen Spielen nicht unterstützen. Auch wenn ich selbst der Meinung bin, dass dies notwendig ist, um der eigenen Rechte nicht immer mehr beraubt zu werden, so wird dies bei weitem nicht von allen Fans so gesehen. Weiterer Boykott könnte zu weiterer Spaltung führen und die Folgen hiervon sind für mich nicht überschaubar. Das Mittel des Protests ist daher leider auch mit Risiken verbunden.

Das Wettrennen ist aussichtslos

Die finanziellen Unterschiede zur Premier League sind nicht einholbar und die deutschen Vereine werden weiterhin regelmäßig ihre besten Spieler nach England abgeben müssen. Auch eine weitere Aufspaltung des Spieltags wird daran nichts ändern, genau wie immer  weitere Marketingmaßnahmen, die vom eigentlichen Spiel ablenken. Man wird sich von der Premier League auch nicht dadurch abheben, dass man jeden Quatsch nachmacht. Zum Beispiel eine weitere Aufspaltung des Spieltags. Auch die Vereine haben den neuen Spielterminen zugestimmt, da sie mittlerweile vornehmlich in Unternehmensstrukturen organisiert sind und immer größerem Profit hinterher rennen. Die Abstimmung bei der DFL war damals sogar einstimmig ausgefallen. Dies muss ein Ende haben, denn man wird sich abmühen, ohne am Ende das gewünschte Ziel zu erreichen.

Die Überzeugungsarbeit muss im eigenen Verein beginnen

Die Augsburger Fans haben einen guten Schritt gemacht, als sie eine Petition an die eigene Vereinsführung gestartet haben, damit sich diese mehr für ihre Belange einsetzt. Man fragt sich allerdings schon, wie es überhaupt soweit kommen kann, dass sich der eigene Verein immer öfter gegen seine eigenen Fans und Mitglieder wendet. Für wen setzt sich der Vereinspräsident durch sein Handeln beim Profiunternehmen ein? Es ist müssig darüber zu spekulieren. Deshalb müssen wir uns als Fans einig werden. Aus meiner Sicht geht es darum, den Fußball in seiner Essenz zu erhalten. In der Bundesliga grundsätzlich am Samstag um 15:30 Uhr. Möglichst ohne viel zusätzlichen Schnick Schnack. Dafür sollten sich unsere Vereine für uns einsetzen.Wir sollten Sie dahin bringen, dass sie dies einsehen, solange wir die Einflussmöglichkeiten dank 50+1 haben. Dafür, wie der eigene Verein überzeugt werden kann, gibt es wohl kein Patentrezept und die Situation kann sich verfahren, wie man momentan in Hannover sieht. Mitgliederversammlungen, informelle Gespräche und evtl. weitere Maßnahmen des Stimmungsprotests werden wohl notwendig sein. Es wird ein langer Weg.

Zusammenhalt unter den Fans muss wachsen

Wichtig wird dabei sein, dass wir andere Fans davon überzeugen, warum unser Anliegen wichtig ist. Es geht uns um den Erhalt einer ursprünglichen Erfahrung des Fußballs, die wir im Stadion erleben wollen. Als Fan und Stadiongänger wollen wir ernst genommen werden. Es geht uns um die Bundesliga und nicht den Wettbewerb mit anderen Ligen. Unser Fußball hier soll etwas besonderes bleiben. Samstags um 15:30 Uhr. Mit Bratwurst und einem Bier. Davon müssen wir auch unorganisierte Fans überzeugen (derweil ich selbst weiter unorganisiert bin). Davon müssen wir im Anschluss unseren eigenen Verein überzeugen. Aber bevor wir den Keil weiter durch den Verein treiben, heißt es, sich über Block- und Fangrenzen hinweg zusammen zu tun. Den am Ende ist die Sache mir zu wichtig, als dass ich hierüber nicht selbst im Familienkreis äußerst leidenschaftlich diskutiere. Es ist allerdings ein weiter Weg zurück zu den Umständen, die wir alle so zu schätzen gelernt haben. Viele von uns – auch ich selbst –  haben  lange desinteressiert weggesehen. Es wird Zeit, dass sich auch die unorganisierten Fans an die Seite der organisierten Szenen stellen. Es wird darüber hinaus Zeit, dass die organisierten Szenen akzeptieren, dass sie Wege finden müssen, um die weiteren Gruppen in den Protest zu integrieren. Der Protest muss vielfältiger werden und weitere Formen gewinnen. Es muss eine breitere Mobilisierung stattfinden, anstatt dem üblichen Lagerdenken. Denn nur wenn sich die breite Masse rührt, werden die Verein begreifen, dass sie auf dem Holzweg sind, bevor ein noch größerer Schaden angerichtet ist. Das Montagsspiel in Dortmund hat gezeigt, dass sich die breite Masse rühren kann, indem eine komplette Tribüne verwaist war. Dies ist ein Hoffnungsfunke, den es nun aufzugreifen gilt. Mehr als eine konkrete Richtung ist mir allerdings noch nicht klar.  Manchmal muss man allerdings die ersten Schritte machen, bevor man den Weg genau erkennen kann. Wer kommt mit?