RoGaz Kaderanalyse 2022: Offensive Außenbahn

So langsam aber sicher gehen wir in den Endspurt, denn mit der Pokalpartie gegen Blau-Weiß Lohne steht das Pflichtspieldebüt für diese Saison direkt vor der Tür. In der letzten Woche haben wir euch über einige Positionen schon einen Kaderüberblick gegeben. Im Tor, der Innenverteidigung, dem zentralen Mittelfeld und auf der defensiven Schiene konntet ihr bereits unsere Einschätzung lesen. Heute möchte ich meinen Blick auf die offensive Außenbahn – links wie rechts – lenken. Gerade hier tauchen in der Fanbase immer wieder Forderungen auf, dass Sportdirektor Stefan Reuter dringend noch einmal auf dem Transfermarkt tätig werden soll. Ob wir zu dem gleichen Fazit kommen?

Linksaußen

Beginnen möchte ich mit der linken Außenbahn, denn wieder einmal ist es Rechtsaußen, wo viele Fans gerne noch einen weiteren Transfer sehen möchten. Und dabei haben wir genau dort mehr Spieler zur Verfügung als auf Linksaußen. Doch vielleicht liegt das daran, dass dies nun schon über Jahre hinweg als unsere Stärke gilt. Prinzipiell kann fast jeder unserer Offensivkräfte auf dem Flügel ran. Doch wen sehen wir auf dieser Position in der Startelf?

Stammspieler

Ruben Vargas

Auch wenn er noch verletzt ist und selbst damit rechnet, die ersten Pflichtspiele zu verpassen, so sehen wir auf der linken Außenbahn momentan keine Alternative zu Ruben Vargas. Und das obwohl eine sehr schwierige Saison hinter ihm liegt. Ich denke, wir alle haben noch die zwei vorangegangen Spielzeiten im Kopf, in denen Ruben uns alle mit seinem Spielwitz begeistern konnte. In der Saison 2019/20 legte er mit 6 Toren und 2 Vorlagen ein tolles Bundesligadebüt hin. Und auch unter Heiko Herrlich funktionierte er einwandfrei. Wettbewerbsübergreifend stehen hier 7 Tore und 4 Vorlagen für Rot-Grün-Weiß zu Buche.

Die letzte Saison war daher eine große Enttäuschung. 2 Tore und drei Vorlagen sind sicher nicht Rubens Anspruch. Denn dass er motiviert ist und immer Vollgas gibt, sieht man alleine an seiner Geschwindigkeit, die er auf den Platz zaubern kann. Mit 35,46 km/h legte er vereinsintern Rang 2 und ligaweit sogar Rang 24 hin. Im Bereich Tackling und auch bei den erfolgreichen Dribblings konnte er bei seinen 29 Ligaauftritten überzeugen. Hier schafft er es mit einer Tacklingquote von 45,7% auf Rang 44 und im Bereich Dribbling mit 42,7% sogar auf Rang 17 aller betrachteten Spieler.

Hoffentlich kann er an seine Leistungen aus den ersten beiden Spielzeiten anknüpfen
(Photo by Matthias Hangst/Getty Images)

Nun ist natürlich die Sorge berechtigt, ob er schnell wieder fit wird oder vielleicht sogar noch in einem mentalen Tief stecken könnte, wie es letzte Saison den Anschein hatte. Ich glaube, dass unser neuer Coach genau so ein Typ ist, den der Nationalspieler braucht, um wieder richtig motiviert zu werden. Enno Maaßen ist schließlich bekannt dafür, dass er mit jungen Spieler kann. Und auch Vargas selbst erwähnte unlängst auf Instagram, dass er sich schon auf die neue Spielzeit freut und erneut angreifen will. Wir von der RoGaz wünschen ihm sehr, dass er uns schon bald alle so sehr verzaubern kann wie zu Beginn seiner Augsburger Zeit.

Ergänzungsspieler

Mads Pedersen

Da ist er wieder. Ich weiß, so langsam aber sicher könnte es fast langweilig werden. Aber Mads ist ein Spieler, der sehr flexibel eingesetzt werden kann. Unter anderem eben auch auf der linken Außenbahn, wo er sein Tempo sehr gut einsetzen kann. In der letzten Saison hat Pedersen Ruben Vargas auch würdig vertreten, als dieser zum Beispiel mit Corona oder aufgrund einer Mandelentzündung ausfiel.

Wie allerdings in unserem Artikel zur defensiven Schiene schon erwähnt, sehen wir Mads Pedersen derzeit eher im rechten Mittelfeld, da er dort mit seiner defensiven Stärke einer unserer Baustellen durchaus beheben könnte.

Maurice Malone

Daher dürfen wir unsere Hoffnungen derzeit in den Nachwuchs stecken. Hier haben wir mit Maurice Malone ein vielversprechendes Talent, der nach seinen Leihen zum SV Wehen Wiesbaden und dem 1. FC Heidenheim nun erneut in Augsburg seine Chance sucht.

Offiziell lautet Malones Positionsbezeichnung Mittelstürmer, die er vor allem in der Saison 18/19 schon in der A-Junioren-Bundesliga und der Regionalliga Bayern mit Bravour bekleidete, weswegen wir das auch im Artikel zu den Stürmern noch einmal genauer beleuchten werden. Doch er kann eben auch auf der Außenbahn spielen.

Zuletzt gab es Gerüchte bezüglich eines Wechsels zum FC St. Pauli, die inzwischen aber auch abgekühlt sind. Coach Enno Maaßen möchte Malone allerdings auch aufgrund dessen Polyvalenz gerne selbst behalten.

Er macht es in der Vorbereitung sehr gut. Ich bin froh, dass er bei uns ist, und ich bin froh, wenn er bleibt.

Coach Enno Maaßen im Kicker über Maurice Malone

Im Vorbereitungsfinale gegen Stade Rennes wurde Maurice ebenfalls auf dem rechten Flügel eingesetzt. Allerdings muss ich gestehen, dass er mir persönlich auf Links oder im Sturmzentrum besser gefällt. Dort kann er aus meiner Sicht seine Stärken, die er als Linksfuß mitbringt, viel besser ausspielen.

Lasse Günther

Eigentlich war zuerst mein Plan, Lasse Günther in die Kategorie “Perspektivspieler” einzuordnen. Mit gerade einmal 19 Jahren könnte er immerhin auch noch bei den A-Junioren spielen. Doch während ich diesen Artikel geschrieben habe, dachte ich mir, dass Lasse eigentlich schon viel mehr als das ist. Für mich hat er bei seinen Einsätzen in den Testspielen gezeigt, dass er nicht nur ein Spieler für die Zukunft ist, sondern schon jetzt unseren Kader ergänzt.

Wie auch schon Maurice Malone ist der gebürtige Münchener sehr flexibel einsetzbar. Er kann nicht nur auf der kompletten linken Schiene, sondern auch auf der rechten Außenbahn spielen. Was Lasse in jedem Falle mitbringt, ist seine Geschwindigkeit. Im Nachwuchsbereich des FC Bayern wurde er bereits in jungen Jahren mit 35 km/h gemessen. Und auch im Testspiel gegen Sandhausen legte er einen Sprint hin, der selbst mich beinahe sprachlos zurück gelassen hat.

Lasse Günther kann offensiv und defensiv die Schiene bespielen
(Photo by Stuart Franklin/Getty Images)

Letzte Saison durfte sich der linke Schienenspieler sich auch schon über erste Einsätze in der Bundesliga freuen. Zwar waren es nur insgesamt 193 Minuten, dennoch überzeugte er hier trotz seines jungen Alters. Vor allem in puncto Balleroberungen und erfolgreiche Dribblings sehe ich seine Stärken. Hoffen wir für Lasse, dass er sich schnell von seiner Verletzung erholt, sodass er in dieser Spielzeit mehr Einsatzzeiten bekommt als noch in der letzten Saison.

Rechtsaußen

Rechtsaußen ist tatsächlich eine Position, über die man diskutieren muss. Die Anzahl der Spieler, die diese Position bespielen können, ist ziemlich stattlich, aber dennoch zeigte sich in der Vorbereitung, dass man auch hier gut und gerne noch einmal nachrüsten könnte.

Stammspieler

André Hahn

Egal ob als Außenstürmer in einem 343 oder als zweiter Stürmer in einer Doppelspitze, an André Hahn führt für mich Stand heute kein Weg vorbei. Der gebürtige Otterndorfer ist ein Mentalitätsspieler durch und durch und zeigt in jeder Partie vollen Einsatz.

Kampf, Wille, Einsatz und Leidenschaft… Diese Augsburger Tugenden vereint André in einer Person. Ich habe auch in der letzten – und doch schwierigen – Saison nicht ein Spiel von ihm gesehen, in dem ich nicht das Gefühl hatte, er würde nicht die vollen 100 Prozent geben. Selbst nach seiner Corona-Infektion spielte er ohne vorherige Trainingseinheit wenigstens ein paar Minuten, um der Mannschaft im Abstiegskampf zu helfen. Fragt man in Augsburger Fankreisen nach einer Identifikationsfigur innerhalb der Mannschaft, dann fällt mehr als einmal der Name Hahn.

Bei den Fans ist er auch sehr beliebt!

Leistungstechnisch gesehen gehörte der 31Jährige auch in der letzten Saison zu den besten Offensivakteuren unseres Vereins. Mit 5 Toren in der Liga ergatterte er sich zusammen mit Florian Niederlechner auch Rang 2 der besten Torschützen der Saison. Treffen kann er also – tat das übrigens auch in der Vorbereitung gegen TSV Schwaben Augsburg. Und dass der Hahn laufen kann, das wissen wir alle. Durchschnittlich waren das in der abgelaufenen Spielzeit 11,55 km pro Partie und damit vereinsintern Rang 3 hinter Arne Maier und Iago.

Viele wollen es nicht hören – und ich eigentlich nicht schreiben – aber auch hier muss ich leider ein ABER hinzufügen. Ich halte wirklich sehr viel von André Hahn und möchte ihn am liebsten noch bis zu seinem Karriereende in Augsburg sehen. Doch dass auch an ihm der Zahn der Zeit nicht spurlos vorübergeht, zeigt sich vor allem an seiner Geschwindigkeit. In der letzten Saison lag sein Topspeed bei 33,11 km/h. Dadurch entstand in der Vorwärtsbewegung oftmals ein Ungleichgewicht zur linken Offensivseite, auf der wir sehr schnelle Spieler haben. Dadurch fehlten teilweise Anspielmöglichkeiten im Strafraum. Auch in der Rückwärtsbewegung sah man leider des Öfteren, dass die Gegner hier einen Vorteil auf ihrer Seite haben.

Daniel Caligiuri

Ähnlich sieht es auch bei Daniel Caligiuri aus, über den ich in meinem Bericht zur defensiven Schiene schon einiges berichtet habe. Wie Hahno kann auch Cali, der hinter Jeffrey Gouweleeuw zum zweiten Kapitän ernannt wurde, geschwindigkeitstechnisch nicht immer mithalten. Mit 33,61 km/h liegt auch sein Topwert ca. 2 km/h unter dem Spitzenwert von Ruben Vargas auf der linken Außenbahn.

Aber ich will nicht nur kritische Dinge äußern, denn Daniel ist nicht nur sehr erfahren, sondern hat natürlich auch spielerische Stärken. Neben der starken Mentalität auf und neben dem Platz, ist er ein Spieler der Verantwortung übernimmt. Beispielsweise, indem er auch Elfmeter übernimmt. Dass er zudem ein feines Füßchen hat, mit dem er tolle Standards treten kann, wissen alle Augsburger Fans. In der letzten Saison konnte er außerdem 4 Tore und 3 Vorlagen zum Klassenerhalt beisteuern. Sein Treffer gegen Arminia Bielefeld zum Beispiel war mit eines der wichtigsten Tore der Saison.

Besonders stark ist Cali vor allem in puncto Balleroberungen und Dribblings. Das zeigt einfach, wie erfahren er ist. Er hat auch nicht umsonst schon 357 Bundesligapartien auf dem Rücken.

Ergänzungsspieler

Noah Joel Sarenren Bazee

Leider kämpft Noah noch immer mit den Folgen seines Kreuzbandrisses, den er sich im März im Training zugezogen hat. Allerdings sieht man ihn in seiner Instagram-Story schon immer fleißig trainieren. Zwar noch nicht auf dem Platz, dafür regelmäßig im Kraftraum. Wann er wieder richtig fit ist, kann man leider noch nicht ganz abschätzen. Doch wenn er zurück ist, dann könnte er zumindest als Backup einige seiner Stärken wieder mit einbringen.

Da ist allen voran natürlich sein Speed. Sarenren Bazee war in der Saison 2021/22 nämlich der schnellste Spieler des FCA. Mit einem Topwert von 35,9 km/h knackte er sogar beinahe die magische 36 km/h-Grenze, die nur 7 Spieler überschritten haben.

Leider wurde der gebürtige Celler immer wieder von Verletzungen ausgebremst, sodass er sich immer wieder von Neuem herankämpfen muss. Doch wenn er fit ist, kann er schon zeigen, was in ihm steckt. In unserer Zwoten konnte er letzte Saison zum Beispiel in 3 Einsätzen 2 Tore und 2 Vorlagen beisteuern. Und bei den Profis schoss er den so wichtigen Ausgleich gegen Borussia Dortmund, was dem Verein einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf einbrachte.

Ricardo Pepi

Nominell ist Rico natürlich ein Mittelstürmer, weswegen er auch im entsprechenden Artikel genauer behandelt wird. Doch der Vollständigkeit halber möchte ich auf jeden Fall erwähnen, dass unser Rekordtransfer auch auf beiden Außenpositionen spielen kann.

Auf den Flügeln sah man ihn auch in den Testspielen immer mal wieder auftauchen. Er ist zwar noch jung und braucht meines Erachtens auch noch ein bisschen Zeit, sowie Vertrauen. Doch gerade gegen Stade Rennes gefiel mir seine Leistung schon ganz gut. Er vergab zwar selbst eine Chance, dennoch legte er mustergültig auf Malone ab, der schließlich den Treffer zum 2:3-Endstand erzielen konnte.

Ermedin Demirovic und Florian Niederlechner

Noch zwei Spieler, die in der Theorie auch auf den Außenbahnen spielen könnten. Beide sehen wir jedoch ganz klar im Sturmzentrum.

Perspektivspieler

Lukas Petkov

Letzte Saison war der heute 21Jährige an den SC Verl ausgeliehen und half dem Drittligisten dabei, ganz knapp die Klasse zu halten. Dennoch steuerte unser Eigengewächs in 42 Partien für die Westfalen 12 Tore und 5 Vorlagen bei. Zu Beginn der Saison setzte ihn der Coach noch recht häufig im zentralen Mittelfeld ein, doch im Saisonverlauf sah man Lukas sehr oft auf den Flügeln – links wie rechts.

Zu gerne hätte ich in der Vorbereitung mehr von ihm gesehen, aber leider zog er sich gleich im ersten Testspiel gegen Schwaben Augsburg einen Bänderriss zu. Diesen hat er bereits auskuriert und wurde von Trainer Enno Maaßen auch mit ins Trainingslager genommen. Ob wir in dieser Saison noch etwas von ihm zu sehen bekommen, bleibt jedoch abzuwarten, denn Sky nannte ihn zuletzt einen Kandidaten für eine Leihe.

Hoffentlich dürfen wir Lukas in dieser Saison auch bei den Profis sehen
(Photo by Sebastian Widmann/Getty Images)

Josué Mbila

Offiziell gehört der 22Jährige noch dem Kader unserer U23 an. Hier läuft er überwiegend auf der linken offensiven Außenbahn auf und konnte mit 6 Toren und 2 Vorlagen letzte Saison auf sich aufmerksam machen. Coach Enno Maaßen testete Josué allerdings überwiegend auf dem rechten Flügel, wo er dem gesamten Team der Rosenau Gazette ganz gut gefiel. Im Test gegen Schwaben Augsburg konnte er sogar einen Assist beisteuern. Auch in der Partie gegen den VfB Eichstätt hatte er einige gefährliche Chancen. So gab er in der 5. Minute den ersten Torschuss ab und zeigte in der 29. Minute noch einen sehenswerten Flugkopfball.

In seinem Abschlussinterview zum Trainingslager hob Enno Maaßen ihn sogar noch einmal extra hervor. “Josué Mbila hat, finde ich, viele auffällig gute Trainingseinheiten gehabt bei uns,” lobte unser neuer Coach. Zu sehen ab Minute 4:48.

Abschlussinterview von Enno Maaßen

Henri Koudossou

Der ebenfalls 22Jährige unterschrieb im Sommer seinen Profivertrag. Ihn habe ich bereits im Artikel zum defensiven Bereich der Außenbahn näher beleuchtet. Allerdings kann er auch auf Rechtsaußen spielen. Zur Ergänzung sei noch gesagt, dass Henri gegen Stade Rennes seine ersten Minuten mit den Profis auf dem Platz bekommen hat. Dabei stach mir im Stadion vor allem sein Offensivdrang nach vorne ins Auge.

Fazit

Offiziell hat der FC Augsburg gerade auf der rechten Außenbahn viele Spieler, die diese Position bekleiden können. Allerdings kann keiner von den Stamm- und Ergänzungsspielern hier komplett überzeugen. Mal sind es Verletzungen oder eben auch altersbedingte Defizite, die vor allem das Offensivspiel insgesamt ausbremsen. Die rechte Seite ist und bleibt aus unserer Sicht eine Baustelle. Im Vergleich zur doch starken linken Außenbahn können die Akteure hier nicht mithalten. So sah man gerade in der letzten Saison ein großes Ungleichgewicht beider Flügel. Die Schwierigkeiten in der Vorwärtsbewegung waren selbst für Laien deutlich erkennbar.

Wie man in den Testspielen sehen konnte, setzt Enno Maaßen eher auf Ballbesitzfußball als auf schnelles Umschaltspiel. Dazu braucht es starke Außenbahnspieler, die entweder den Mittelstürmer mit ordentlichen Vorlagen versorgen oder selbst einen Vorstoß zum Tor wagen. Geschwindigkeit, Kondition, Stärken in Ballan- und Ballmitnahme oder im 1 gegen 1 sind nur ein paar Eigenschaften, die ein Spieler auf der Außenbahn mitbringen muss.

Kurz: Gerade auf der rechten Seite sollten die Verantwortlichen noch einmal ihre Fühler ausstrecken. Hier würde frischer Wind gut tun und beide Seiten vielleicht ähnlich stark werden lassen. Dann könnten sich die Jungs schätzungsweise noch mehr Chancen erarbeiten, die dann auch hoffentlich im Netz landen werden.

RoGaz Kaderanalyse 2022: Defensive Schiene

Auch in dieser Saison hat das Team der Rosenau Gazette beschlossen, den diesjährigen Kader genauer unter die Lupe zu nehmen. Natürlich sei gesagt, dass das Transferfenster noch ein ganzes Weilchen geöffnet ist. Dieses schließt nämlich erst am 01.09.2022 um 18:00 Uhr. Es kann also noch einiges an Bewegung in die einzelnen Positionen kommen. Franzi hat euch bereits ihr Fazit im Tor genannt und Andi die Innenverteidigung betrachtet. Heute analysier ich eine sehr wichtige Position, da sie für Enno Maaßens System essentiell ist. Die defensive Schiene – links wie rechts.

Linke defensive Schiene

Sieht man sich die beiden Schienen als großes Ganzes an, dann ist die linke Defensivseite wohl diejenige, über die wir uns am wenigsten Gedanken machen müssen. Hier sind wir meiner Meinung nach am besten besetzt und zwar nicht nur, was die Stammspieler, sondern auch die Ergänzungs- und Perspektivspieler angeht. Sollte mal einer der Jungs ausfallen, dann hat unser Coach immer noch den einen oder anderen Spieler in der Hinterhand, dem auch die Fans großes Vertrauen schenken können.

Stammspieler

Iago Amaral Borduchi

Unser brasilianischer Flügelflitzer geht nun tatsächlich schon in seine vierte Saison beim FC Augsburg. Im linken Mittelfeld in der Vorwärts- bzw. in der linken Außenverteidigerposition in der Rückwärtsbewegung dürfte er unter Enrico Maaßen gesetzt sein. Vorausgesetzt natürlich, er bleibt fit. Denn das kennen wir ja von Iago, dass ihn gerne einmal die eine oder andere Verletzung ausbremst. Genau aus diesem Grund, hat er meines Erachtens auch länger gebraucht, um endlich so richtig bei den Fuggerstädtern anzukommen.

Doch gerade in der abgelaufenen Spielzeit konnte er sein Können vollends unter Beweis stellen. Mit wettbewerbsübergreifend 7 Vorlagen landete er hinter Arne Maier auf Rang 2 der besten Vorlagengeber. Zudem steuerte er auch noch selbst zwei Tore gegen Gladbach und gegen Wolfsburg bei.

Mit 35,35 km/h legte er in der Saison 21/22 den drittschnellsten Wert aller Augsburger hin
(Photo by Alexander Hassenstein/Getty Images)

Ein weiteres Argument, warum Enno hier auf den 25Jährigen setzen wird, dürfte definitiv Iagos Geschwindigkeit sein und die braucht es für das System unseres neuen Coaches. Unser Linksverteidiger knackt regelmäßig die 34 km/h und wurde mehrmals in der Saison 2021/22 zum schnellsten Spieler des Spieltages gekürt.

Mads Pedersen

Natürlich dürfen wir hier auch nicht den nahezu immer gut gelaunten Dänen vergessen, der zuletzt in den Profikader der dänischen Nationalmannschaft berufen wurde. Aus meiner Sicht könnte man auch “Mini” guten Gewissens in die Startformation aufnehmen, denn auch er hat in der letzten Saison sehr gute Leistungen zeigen können. Seine Tore gegen Bayern (eines meiner persönlichen Saisonhighlights) und gegen Wolfsburg sind dabei nur die Kirsche auf dem Sahnetopping.

Aber auch wenn man einen Blick auf die anderen Leistungsdaten wirft, dann hat Mads definitiv weitere Stärken als seinen unermüdlichen Offensivdrang. Beispielsweise schafft er im Schnitt 1,35 Balleroberungen pro Partie. Das klingt jetzt vielleicht nicht gerade viel, aber ligaweit landet er hierbei auf Rang 28 aller betrachteten Spieler. Und vereinsintern ist er in diesem Punkt sogar der Beste. Noch besser ist er im Bereich Tackling. Seine Quote lag bei starken 50 Prozent, was ihm laut Ligainsider den 18. Platz einbringt.

Zuletzt testete Enno Mads jedoch auch auf anderen Positionen, wo er mich sehr überzeugen konnte. Sei es jetzt im defensiven Mittelfeld oder auch auf der rechten Schiene. Auf diesen Punkt gehe ich jedoch in meinem persönlichen Fazit noch genauer ein.

Ergänzungsspieler

Wie uns die letzten Jahre allerdings gelehrt haben, kann es immer passieren, dass ein Spieler ausfällt. Und gerade unsere beiden gesetzten Linksverteidiger haben es zuletzt geschafft, gerne auch mal zusammen auszufallen. Aus diesem Grund ist es wichtig, auf der einen oder anderen Position auch einen Ausweichkandidaten parat zu haben.

Auf der linken Seite kommen hier gleich mehrere Spieler in Frage. Zwar sehe ich Felix Uduokhai in der Innenverteidigung als gesetzt an. Doch sollte es hart auf hart kommen, dann könnte man ihn auch guten Gewissens auf der defensiven Außenbahn einsetzen, auch wenn das eine sehr defensive Variante wäre. Tatsächlich hat Felix schon das eine oder andere Mal dort gespielt. Zum Beispiel gegen Köln in der letzten oder gegen Hoffenheim in der Saison 2020/21.

Mit Frederik Winther haben wir sogar noch einen zweiten Spieler, der eventuell auf der Schiene aushelfen könnte. Der dänische U21-Nationalspieler hat bisher zwar überwiegend in der Innenverteidigung gespielt, doch bei seinem ehemaligen Club Lyngby BK durfte auch er schon mal Schienenluft schnuppern.

Ebenfalls als linker defensiver Schienenspieler kann Robert Gumny auflaufen. Dies hat er vor allem unter Heiko Herrlich schon des Öfteren gezeigt. Doch da wir ihn – Stand heute – eher im rechten Mittelfeld sehen, gehe ich später noch detaillierter auf ihn ein.

Dasselbe gilt auch für einen jungen Spieler wie Lasse Günther, der ebenfalls schon auf dieser Position spielen durfte und dabei gute Leistungen zeigen konnte. Doch auch ihn setzte Enno Maaßen in den Testspielen auf einer anderen Position ein, weswegen wir ihn eher auf der linken offensiven Außenbahn sehen und im entsprechenden Artikel einen genaueren Blick auf ihn werfen werden.

Perspektivspieler

Auch den Nachwuchs wollen wir hier natürlich nicht außer Acht lassen. Vor allem, weil man mit Aaron Zehnter zuletzt einen Spieler aus den eigenen Jugendreihen mit einem Profivertrag ausgestattet hat. Der 17Jährige Linksverteidiger zeigte in der letzten Saison in der U19 herausragende Leistungen und durfte mit seinem Team über die süddeutsche Staffelmeisterschaft jubeln. Mit wettbewerbsübergreifend 5 Toren und 15 Torvorlagen machte er nicht nur die Verantwortlichen des FC Augsburg auf sich aufmerksam. Doch Aaron entschied sich dazu, die Perspektive bei den Fuggerstädtern zu nutzen.

Immer wieder schön zu sehen, wenn ein Spieler aus der eigenen Jugend einen Profivertrag bekommt

Wir sind uns relativ sicher, dass diese Entscheidung auch mit Einsatzzeit belohnt werden könnte. Schon jetzt in den Testspielen wird der U18-Nationalspieler von Enno Maaßen immer wieder eingesetzt und darf sein Können unter Beweis stellen. Natürlich wird er noch ein klein wenig Zeit brauchen, da das Tempo im Jugendfußball ein ganz anderes ist als im Herrenbereich, aber bisher sieht das schon sehr ordentlich aus. Und man lernt ja am allerbesten in der Praxis.

Rechte defensive Schiene

Wirft man einen Blick in diverse Gruppen in den sozialen Netzwerke, dann ist das wohl schon seit Jahren eine der umstrittensten Positionen des Augsburger Kaders. Keiner der Spieler, die in der letzten Saison hier eingesetzt wurden, konnte die Fanbase so richtig von sich überzeugen. Es erweckte den Eindruck, als würden auf dieser Seite die meisten individuellen Fehler passieren, weswegen ständig ein Neuzugang gefordert wird. Dies ist aktuell allerdings noch nicht geschehen.

Stammspieler

Robert Gumny

Einige lieben ihn und sagen, dass in ihm eine Menge Talent steckt, sodass sie immer noch darauf hoffen, dass er dieses endlich vollends entfalten kann. Für andere wiederum ist er aufgrund der leider doch immer wieder auftretenden individuellen Fehler ein Dorn im Auge. Dem möchte ich aber doch teilweise widersprechen, denn nicht umsonst ist der 24Jährige mittlerweile in der Nationalmannschaft seines Landes gesetzt.

Leistungstechnisch gesehen hat Robert Gumny die Nase einen Tick weit vor der Konkurrenz. Zumindest rein von seiner offiziellen Position aus betrachtet. In der abgelaufenen Saison galt er unter Markus Weinzierl als gesetzt, konnte aber in 28 Bundesliga- und 2 Pokalspielen nicht immer im Positiven von sich reden machen. Immer wieder fielen viel zu leichte Gegentore über seine Seite.

Allerdings muss man dem jungen Polen auch zugute halten, dass er gerade zu Beginn der Saison oftmals nicht auf seiner Stammposition spielen durfte. Zwischen dem 4. und 8. Spieltag wurde er aufgrund von gewaltigen Ausfallproblemen in der Defensive in der Innenverteidigung eingesetzt und musste stellenweise sogar als Abwehrchef ran. Das lag ihm nicht wirklich, wie man sehen konnte.

Trotz allem muss ich leider zugeben, dass mich Gumny in den letzten Testspielen nicht vollständig von sich überzeugen konnte. Das Gegentor in der Partie gegen Dynamo Budweis kassierte man beispielsweise, da Jonas Vais am langen Pfosten vollkommen blank stehen durfte. Also wieder einmal durch einen Deckungs- und Abstimmungsfehler. Dies war nicht das erste und einzige Mal, dass man solche Situationen schon gesehen hat, auch wenn der polnische Rechtsverteidiger natürlich selbst zwei Tore in der Vorbereitung beisteuern konnte. Kurz: Das Team der RoGaz sieht diese Personalie etwas kritisch. Doch gibt es eine Alternative?

Mads Pedersen

Ja, die gibt es! Und deswegen möchte ich an dieser Stelle gerne noch einmal auf unseren kleinen dänischen Wirbelwind zurückkommen. Oben habe ich bereits seine Vorzüge aufgezählt und ebenfalls erwähnt, dass Enno Maaßen “Mini” auf unterschiedlichen Positionen testet.

Eben auch auf der rechten defensiven Schiene. Dort kam er gegen Dynamo Budweis und auch in der Testpartie gegen Schalke 04 zum Einsatz. Und ich muss sagen, das hat nicht nur mir richtig gut gefallen. Mads raste die komplette Außenbahn rauf und runter und machte es seinen Gegenspielern nicht gerade leicht. Immer wieder stellte er seine Geschwindigkeit unter Beweis und tauchte mehr als einmal gefährlich vor dem gegnerischen Kasten auf.

Amazing finden wir ihn derzeit auch. 😀

Für mich daher eine wirklich sehr gute Option, die unser Coach in Betracht ziehen sollte, falls unsere Verantwortlichen hier nicht mehr auf dem Transfermarkt tätig werden.

Ergänzungsspieler

Raphael Framberger

Bei Raphael Framberger verhält es sich sehr ähnlich wie bei Robert Gumny. Wirklich überzeugt sind wir von ihm nicht, da seine Leistungen doch eher schwankend sind. Mal legt er ein Bombenspiel hin, nur um eine Woche später nicht die vollen 100 Prozent abrufen zu können und Unsicherheit ins Spiel zu bringen.

Für die Startelf reicht es daher aus unserer Sicht nicht. Für das System unseres neuen Coaches braucht es einen Schienenspieler mit starkem Offensivdrang, dessen Flanken von außen gezielt im Strafraum ankommen. Das kann Frami nicht immer zeigen, wie man in den letzten Jahren leider gesehen hat. Seine Stärken liegen eher in der Rückarbeit. Dort kann er seine Robustheit viel besser einsetzen und in puncto Balleroberungen weiterhin glänzen.

Von daher sehen wir ihn tatsächlich eher als Ersatzspieler, auch wenn das bei einem Eigengewächs natürlich schon immer schade ist, aber die Leistung ist letztendlich das, was ausschlaggebend ist.

Daniel Caligiuri

Offiziell ist Daniel Caligiuri natürlich ein offensiver Außenbahnspieler, weswegen wir ihn an anderer Stelle noch einmal ausführlicher betrachten werden. Dennoch muss der gebürtige Villingen-Schwenninger auch hier auftauchen. Wie man nicht nur in den Testspielen sondern auch im Verlauf der letzten Saison sehen konnte, ist Cali für diese Position ebenfalls eine Option.

Allerdings muss man auch hier sagen, dass es momentan aus unserer Sicht eher nur für einen Backup-Platz reichen dürfte. Natürlich ist Daniel ein sehr wichtiger Spieler für den FC Augsburg. Er kann eine sehr große Erfahrung aufweisen, mit der er auch die eine oder andere Schwäche schnell mal ausbügeln kann. Egal ob auf oder neben den Platz, kann er vor allem junge Spieler mitziehen und ihnen sicherlich einige Tricks zeigen. Er zeigt nicht nur Präsenz, sondern ist auch ein Kämpfer durch und durch.

Ein feines Füßchen hat er auf jeden Fall
(Photo by Matthias Kern/Getty Images)

Es wäre so schön, wenn es das Wörtchen Aber nicht gäbe. Und das kommt leider auch hier zum Zug. Gerade im Verlauf der letzten Saison – und auch jetzt in der Vorbereitung – zeigte sich mehrfach, dass Cali geschwindigkeitstechnisch nicht mehr ganz mithalten kann. In der Partie gegen Schalke konnte ihm dadurch mehr als einmal ein Gegner den Ball vom Fuß luchsen. Auch im 1 gegen 1 und in der Ballannahme zeigte er zuletzt einige Schwächen. Dazu muss man aber auch sagen, dass Cali der Mannschaft trotz dieser Kritik dennoch auf dem Platz weiterhelfen kann. Nur vielleicht nicht mehr von Beginn an.

Carlos Gruezo und Felix Götze

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass auch diese beiden als Nebenposition “Rechtsverteidiger” in ihrer Vita stehen haben. Beide haben diese Position jedoch kaum gespielt. Da unser defensives Mittelfeld auch nicht gerade üppig besetzt ist, ist davon auszugehen, dass keiner der beiden auf der rechten Schiene spielen wird.

Perspektivspieler

Henri Koudossou

Es ist schön zu sehen, dass wir auch hier ein Talent aus den U-Mannschaften haben, der in Zukunft vielleicht den einen oder anderen Einsatz bei den Profis bekommen könnte. Mit Henri Koudossou wurde nach Aaron Zehnter gleich der zweite Jugendspieler mit einem Profivertrag ausgestattet. Dieser ist bis 30.06.2025 mit Option auf ein weiteres Jahr datiert.

Wir wollen unseren jungen Talenten wieder eine klare Perspektive aufzeigen und sie dabei unterstützen, den Weg beim FCA in die Bundesliga zu finden. Daher freue ich mich sehr, dass wir mit Henri Koudossou ein weiteres Talent langfristig an uns binden konnten, damit er sich hier stetig weiterentwickeln kann.

Geschäftsführer Stefan Reuter über den Vertrag Koudossous

Zwar kam der heute 22Jährige erst im August 2020 vom SV Pullach zu uns in die Fuggerstadt, dennoch machte er vor allem in der letzten Saison mit unserer Zwoten in der Regionalliga Bayern auf sich aufmerksam. Nicht nur aufgrund seiner Geschwindigkeit, die er auf der rechten Schiene regelmäßig zeigen kann, sondern auch mit seinem guten Auge für seine Mitspieler. In 27 Einsätzen scorte er 15 Mal. 4 Buden machte er selbst, 11 bereitete er vor.

Für Enno Maaßen Grund genug, ihn zurecht ins Trainingslager mitzunehmen. Allerdings blieb er dort nicht bis zum Schluss, da er in der U23 gebraucht wird. Das ist auch in Ordnung, denn Praxis ist in diesem Alter das A und O.

Fazit

Zu Beginn möchte ich die Frage in den Raum stellen, welche Eigenschaften ein defensiver Außenbahnspieler in Enno Maaßens System alles mitbringen muss. Da wären einmal natürlich die Geschwindigkeit und der Offensivdrang. Auch die Zusammenarbeit mit den Offensivkräften und eine gewisse Pass- sowie Flankengenauigkeit ist für einen Außenverteidiger bzw. defensiven Schienenspieler unerlässlich. Gleichzeitig muss er aber auch eine stabile Rückarbeit an den Tag legen. Natürlich hat jeder Spieler andere Stärken, weswegen man sagen kann, dass eine gute Mischung wichtig ist.

Ich für meinen Teil sehe uns gerade auf der linken Seite sehr gut aufgestellt. Zwar ist Iago auch nicht immer fehlerfrei oder auch mal verletzt, aber im Großen und Ganzen zeigt er sehr gute Leistungen. Auch in puncto Ersatz braucht man sich keine Sorgen zu machen, da hier genügend Spieler zur Verfügung stehen, die konstant ihr Können auf den Platz bringen.

Anders sieht es wohl auf der rechten defensiven Schiene aus. Bis auf Mads Pedersen, der hier eigentlich positionsfremd ist, konnte uns kein Spieler so richtig überzeugen, da die Schwankungen bzw. die individuellen Fehler auch nicht außer Acht gelassen werden dürfen. Sollten die Verantwortlichen daher nicht noch einmal auf dem Transfermarkt tätig werden wollen – was ja immer wieder gefordert wird – so sehen wir tatsächlich unseren dänischen Wirbelwind diese Position bekleiden.

Erfreulich ist es auch, dass wir hier gleich zwei Perspektivspieler vorstellen konnten, die sich hoffentlich über die eine oder andere Einsatzminute in der Bundesliga freuen dürfen. Das Potenzial dazu haben sie auf jeden Fall.

Die RoGaz Awards 2022: Die Sieger

Auch in diesem Jahr hattet ihr die Chance, für eure Spieler der Saison abzustimmen. An den letzten drei Sonntagen haben wir euch jeweils eine Handvoll Jungs zur Wahl gestellt und ihr durftet entscheiden. Wer war für euch der wichtigste Spieler? Welcher hat sich am meisten weiterentwickelt? Und welcher Rookie konnte euch am Ende vollends überzeugen? Hier sind sie, die Ergebnisse der RoGaz Awards 2022:

Euer MVP

Begonnen haben wir mit der Wahl zum wichtigsten Spieler, der in der Saison 2021/22 auf dem Platz stand. Nach unserer Vorauswahl, konntet ihr euch zwischen Niklas Dorsch, Arne Maier, Michael Gregoritsch, André Hahn und Reece Oxford entscheiden. Ein jeder von ihnen hätte es aus meiner Sicht verdient gehabt, diesen Titel zu gewinnen, denn alle fünf konnten mit ihren Leistungen überzeugen. Doch leider kann es ja immer nur einen geben.

Und gewonnen haaaaaat… *Trommelwirbel*

REECE OXFORD!!!

Ihr habt gewählt: Euer wichtigster Spieler ist Reece Oxford
(Photo by Sebastian Widmann/Getty Images)

Insgesamt haben 56 von euch abgestimmt. Dabei konnte unser junger englischer Innenverteidiger 23 Stimmen (= 41%) für sich verbuchen. Auf den Plätzen 2 und 3 folgen Michael Gregoritsch mit 15 (= 27%) und Niklas Dorsch mit 10 Votes (= 18%). Nur ganz knapp verpasste André Hahn das Podium, doch 8 Stimmen reichten leider nur für den 4. Rang. Was mich traurig stimmt, ist, dass niemand für Arne Maier das Knöpfchen gedrückt hat. Na ja, dann halt nächstes Jahr. Immerhin bleibt der gebürtige Ludwigsfelder uns ja erhalten.

Herzliche Glückwünsche gehen aber natürlich an dieser Stelle raus an Reece, der sich diese Ehre wahrlich verdient hat. In allen 30 Partien, in denen er auf dem Feld stand, hat er eine herausragende Leistung gezeigt und durfte sogar seine ersten Treffer für unsere Fuggerstädter verbuchen. Wir alle hoffen sehr, dass er auch in der kommenden Saison das rot-grün-weiße Trikot überstreifen und uns weiterhin so viel Freude bereiten wird.

Der am meisten verbesserte Spieler

Auch in dieser Kategorie hat euch das Team der RoGaz 5 Kandidaten zur Wahl gestellt, die unserer Ansicht nach im Vergleich zur Vorsaison den größten Sprung in ihrer Weiterentwicklung gemacht haben. Neben MVP Reece Oxford hatten Mads Pedersen, Iago, Noah Joel Sarenren Bazee und Robert Gumny die Chance, den Award für sich zu gewinnen. Verdient hätten es meiner Meinung nach auch hier alle 5.

Ihr habt gewählt und euer Sieger iiiiiiiist… *Trommelwirbel, die Zweite*

REECE OXFORD!!!

Wirklich überrascht hat es mich nicht, denn Air Ox war in dieser Spielzeit unser Fels in der Abwehr – Brandung. Dass er solch eine starke Entwicklung an den Tag gelegt hat, hat uns Mädels natürlich besonders gefreut. Immerhin sind wir bekennende Ox-Fans! Deswegen gratulieren wir auch hier Reece sehr herzlich, dass er seinen Titel, den er schon im letzten Jahr errungen hat, in dieser Saison verteidigen konnte.

An der Abstimmung in dieser Kategorie haben insgesamt 90 von euch teilgenommen. Reece Oxford erreichte dabei den ersten Rang relativ unangefochten. Mit 78 Stimmen bekam er satte 87% aller Klicks. Immerhin 6 Mal wurde Mads Pedersen gewählt und bekommt dafür die Silbermedaille verliehen (= 7%). Mit nur einer Stimme weniger (= 6%) landet unser zweiter Linksverteidiger Iago auf dem 3. Rang. Noah Sarenren Bazee und Robert Gumny konnten sich bei dieser sehr starken Konkurrenz leider nicht durchsetzen. Sie bekamen eine bzw. keine Stimme .

Der Rookie der Saison

Eines kann ich euch vorab verraten: Reece Oxford gewinnt in dieser Kategorie nicht. Klar, den haben wir euch auch nicht zur Wahl gestellt, da er kein Neuling mehr ist. Und auch Robert Gumny, der im letzten Jahr diesen RoGaz Award bekam, stand nicht zur Verfügung. Wer wird also sein Nachfolger?

In meinem Artikel letzte Woche hätte ich euch gerne auch einen 5. Spieler präsentiert, dem ihr eure Stimme geben könnt. Doch das ging leider nicht, da das der Kader und die eingesetzten Spieler leider nicht hergaben. Und so konntet ihr für Niklas Dorsch, Lasse Günther, Frederik Winther und Ricardo Pepi abstimmen.

In dieser Kategorie ist das Ergebnis nicht unbedingt knapp ausgefallen, was Rang 1 angeht. Insgesamt nahmen 47 Leser*innen an unserer Wahl teil. Und der Titel “Rookie der Saison 2021/22” geht aaaaaaan… *Trommelwirbel, der Letzte*:

NIKLAS “DORSCHI” DORSCH!!!

Applaus für euren Rookie der Saison: Niklas Dorsch
(Photo by Frederic Scheidemann/Getty Images)

77 % aller Stimmen – also 36 insgesamt – gingen an den gebürtigen Lichtenfelser, der uns in dieser Spielzeit wirklich große Freude bereitet hat. Ich kann natürlich nur für mich selbst sprechen, aber ich für meinen Teil fand Dorschis Einsatz auf und auch neben dem Platz mehr als sehr gut. Und auch sein Tor gegen den 1. FC Köln hat uns wohl alle vom Stuhl gehauen. Das Team der RoGaz gratuliert daher ganz herzlich!

Auf den übrigen Plätzen ging es dagegen ziemlich heiß her und so hat es mich nicht verwundert, dass sich am Ende Lasse Günther und Frederik Winther den zweiten Platz teilen. Beide bekamen jeweils 4 Stimmen und somit je 9 % aller Klicks. Nur eine Stimme weniger und somit 6 % aller Wähler*innen wollte Ricardo Pepi auf dem ersten Platz sehen.

Ein paar Worte zum Schluss

Die Saison 2021/22 war für uns alle keine leichte. Sportlich gesehen hatten sich mit der Rückkehr von Markus Weinzierl sicherlich einige Fans deutlich mehr erhofft. Doch am Ende hieß es wieder einmal Abstiegskampf und Zittern bis zum Ende. Ich schätze mal, dass das für jeden einzelnen Spieler nicht einfach war, denn wir dürfen nicht vergessen, dass auch sie mit anderen Erwartungen auf den Platz gehen. Keiner von ihnen will absteigen und doch war es zum Schluss wieder einmal sehr eng.

Auch den Knall vor und am letzten Spieltag hätten wir sicher alle nicht gebraucht, doch wer weiß, wofür es letztendlich gut war. Vielleicht wird alles besser, vielleicht aber auch nicht. Das wird die Zukunft zeigen. Wir als Fans können da leider nicht viel tun, außer unser Team auch weiterhin zu unterstützen. Wie dieses aussehen wird, das werden wir in den kommenden Wochen zu sehen bekommen.

Ich persönlich freue mich schon auf die sehr spannende Phase, die jetzt beginnt, denn da wir jetzt endlich einen Trainer haben, können wir ja mit den Transfers loslegen. Diese können viele Fans schon kaum mehr erwarten. Auch das Team der RoGaz blickt bereits erwartungsvoll der Transferperiode entgegen, die uns hoffentlich für das nächste Jahr neue Kandidaten gibt, die wir euch für unsere RoGaz-Awards-Wahl zur Verfügung stellen können.

Vielen herzlichen Dank an alle, die in diesem Jahr an unserer Abstimmung teilgenommen haben!

Derbysieger gegen Bayern!!!

Auch wenn auf den Tribünen 2G Pflicht herrschte, rief der FC Augsburg für das Spiel gegen den Rekordmeister aus München das Motto „3F“ aus. Freitagabend, Flutlicht, Fight! Ca. 26.000 Fans bekamen in der Augsburger Nebelsuppe eben jenen Kampf zu sehen, den sich viele von uns schon lange gewünscht haben. Und das über volle 90 Minuten! Zu verlieren hatte man ja nichts, da eine Niederlage gegen den FC Bayern München ja gerne einmal in der Punkterechnung eingeplant wird. Doch wir sollten uns alle täuschen, denn unser heißgeliebter FCA überraschte und ging als in meinen Augen verdienter Derbysieger vom Platz.

Zahlreiche Ausfälle auf beiden Seiten

Bereits vor der Partie war auf Augsburger Seiten klar, dass Felix Uduokhai aufgrund eines Sehnenrisses im Oberschenkel noch nicht wieder einsatzfähig ist. Auch Tobi Strobl fiel wegen seines Kreuzbandrisses natürlich aus. Doch als schließlich die Aufstellung der Fuggerstädter bekannt gegeben wurde, kam der Schock. Ruben Vargas fehlte, da er positiv auf das Corona-Virus getestet wurde. Ebenfalls schmerzlich vermisst wurden Florian Niederlechner (Mittelfußprellung) und Alfred Finnbogason (muskuläre Probleme).

Und so schickte Coach Markus Weinzierl folgende Elf in den Kampf gegen Bayern München:

Gikiewicz – Iago, Oxford, Gouweleeuw, Gumny – Pedersen, Dorsch, Maier, Caligiuri – Zeqiri, Hahn

Auf der Ersatzbank nahmen Koubek, Gruezo, Córdova, Gregoritsch, Morávek, Jensen, Winther, Günther und Framberger Platz.

Auch der amtierende Deutsche Meister kam mit einigen Männern weniger in die Fuggerstadt. Neben den positiv getesteten Spielern Niklas Süle und Josip Stanisic, fehlten zusätzlich Rechtsaußen Kingsley Coman (muskuläre Probleme) und 6er Joshua Kimmich. Der 26jährige Mittelfeldchef musste aufgrund Kontakt zu einem Covidpatienten zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit in Quarantäne.

So bekamen es unsere Augsburger Jungs mit der folgenden Startelf zu tun:

Neuer – O. Richards, Hernandez, Upamecano, Pavard – Goretzka, Sabitzer – Sané, Müller, Gnabry – Lewandowski

Die Bank der Münchener konnte sich mit Früchtl, Chuopo-Moting, Cuisance, Davies, Sarr, Roca, Nianzou, Tolisso und Musiala ebenfalls sehen lassen.

Wir sind ein Team!

Es war also angerichtet. Die Fans auf den Rängen waren gemäß den Vorgaben mit Masken ausgestattet, unter denen es laut Coach Markus Weinzierl ordentlich warm werden sollte.

Wir müssen am Feld Vollgas geben und da haben wir keine Maske auf. Da gilt’s eben, dass der Funke überspringt und dass es dann unter der Maske warm wird.

Trainer Markus Weinzierl über die Maskenpflicht

Um kurz vor halb 9 betraten die beiden Mannschaften unter den Klängen von „Wir müssen siegen“ das Grün der Augsburger WWK Arena. Und auch wenn es draußen wirklich kalt war, dürfte es jedem FCA Fan warm ums Herz geworden sein, als unsere Jungs die Bühne betraten. Durch die Bank weg trugen alle Spieler ein Shirt mit der Nummer 5 – verkehrt herum, sodass es auch ein Jeder sehen konnte.

In guten wie in schlechten Zeiten – der FCA ist ein TEAM!

Die Aussage war klar: „Wir sind ein Team und spielen für unseren verletzten Freund Tobias Strobl“. Eben jenem Tobi Strobl, dessen Saison aufgrund eines Kreuzbandrisses vorzeitig beendet ist. Ich selbst saß zuhause vor dem Fernseher und war mehr als gerührt ob dieser Aktion, die definitiv zu meinenHighlights dieser Partie zählte.

Kampf, Leidenschaft, Wille von Beginn an

Pünktlich um 20:30 Uhr pfiff Schiedsrichter Daniel Siebert die Partie vor 26.000 Fans an. Von Beginn an gingen die Augsburger Jungs früh drauf und zeigten sich aggressiv. Etwas, das die Fans in den letzten Wochen doch schwerlich vermisst haben. Doch nicht so gegen die Bayern. Das Team war ein ekliger Gegner und ließ erst nach 7 Minuten die erste kleine Chance durch Omar Richards zu, die aber weit über das Tor ging.

Selbst wagte man auch den einen oder anderen Vorstoß. Da man gleichzeitig mit zwei Viererketten die Räume sehr eng machte, schafften es unsere Fuggerstädter, die gefürchtete Anfangsviertelstunde ohne Gegentreffer zu überstehen. Wir von der RoGaz, die jedes Spiel in unserem Gruppenchat diskutieren, waren uns sicher. “Vielleicht bedeutet das Brechen des Fluchs ja, dass ein Punkt drin ist.” An ein Wunder wagten wir bis dato aber nicht zu glauben.

Doch eben jene Überraschung passierte. In der

In der 23. Spielminute warf Bayern-Kapitän Neuer die Kugel ab zu Gnabry auf der linken Außenbahn, der von Daniel Caligiuri leicht angerempelt wurde. Schiri Siebert entschied auf Vorteil, was die Bayern im Anschluss monierten. Ihr Mann mit der Nummer 7 verlor im anschließenden Zweikampf den Ball nämlich an unseren Abwehr-Jeff. Die Pille landete bei Cali, der weiter zu Pedersen passte. Der kleine dänische Wirbelwind nahm an der Seite Iago mit, der auf Zeqiri flankte, welcher im 16er auf eine Gelegenheit lauerte. Allerdings wurde unser Schweizer Stürmer hart von Hernandez bedrängt, sodass er die Kugel lediglich ablegen konnte. Auf Mads Pedersen, der von etwa von der Strafraumkante aus volle Kanne mit Links abzog und erfolgreich ins rechte untere Ecke zu seinem ersten Bundesliga-Treffer einnetzte.

Alle Augsburger Fans: So!

Jubel auf den Tribünen und natürlich auch zuhause. Unfassbar… Der FCA führte gegen den deutschen Rekordmeister! Damit hätten wohl die Wenigsten gerechnet. Ich erwartete schon mit einem Aufbäumen der Bayern, doch überraschenderweise kamen in der Folge keine 300.000 Torschüsse. Zwar machten die Münchener etwas Druck, doch die Augsburger Defensive stand bombensicher und ließ nicht wirklich viel zu.

In der 35. Minute machte man stattdessen einen großen Schritt in Richtung „Wunder“. Wieder war es Andi Zeqiri, der sich nun gegen Mittelfeldspieler Marcel Sabitzer durch setzte und den Ball auf auf Iago abgab, der an der Seitenlinie nach vorne zog. Unser Linksverteidiger flankte in den 16er, wo André Hahn höher stieg als Hernandez und die Führung per Kopf zum 2:0 ausbaute. Dazu kann ich auch heute nur eines sagen: Der HAHNsinn!!!

Kein Grund, sich auszuruhen. Weiter, immer weiter! (Photo by Sebastian Widmann/Getty Images)

Der Jubel auf den Rängen war jedoch noch gar nicht richtig abgeklungen, als der FC Bayern zur Antwort ansetzte. Am rechten Strafraum-Eck ließ man Pavard ungestört in die Mitte auf Müller flanken, der stark mit der Hacke auf Lewandowski verlängerte. Unser Beton Rafal Gikiewicz war zwar noch mit den Fingerspitzen dran, schaffte es aber leider nicht, die Kugel ins Seitenaus abzulenken. Und so ging man mit einem zwischenzeitlichen Spielstand von 2:1 in die Pause.

Bibbern bis zum Schluss

Natürlich war die Freude über die Führung zur Halbzeit riesengroß, aber ich war doch noch etwas vorsichtig. Immerhin spielte man gegen den FC Bayern München, dessen Qualität so gewaltig ist, dass sie einen Rückstand auch mal ganz schnell drehen können. Hat man ja gegen Mainz in der vergangenen Saison gesehen. Die lagen zur Pause sogar mit zwei Toren in Führung und in Hälfte zwei schenkte Bayern ihnen noch satte 5 Tore ein.

Das wollten unsere Augsburger aber in jedem Fall verhindern und so stellte Coach Markus auf eine 5er-Kette um. Mauern bis zum Abwinken lautete die Devise. Und das machten die Fuggerstädter wirklich gut. Man ließ auch nicht wirklich zwingende Torchancen zu, denn in der gesamten Partie weißt die Partie gerade einmal 4 direkte Schüsse aufs Tor durch die Bayern auf. Auf Augsburger Seiten waren es im Übrigen 3 direkte Torschüsse.

Um jetzt nicht jede Torchance der Münchener ausformulieren zu müssen, möchte ich das Wort gerne unserem Torwart überlassen, der seinen 50. Einsatz für den FC Augsburg im Interview mit dem FCA TV folgendermaßen beschrieb:

„Wir haben das Herz auf dem Platz gelassen und in der ersten Halbzeit schießen wir einfach ein Tor mehr wie Bayern. In der zweiten Halbzeit – super Arbeit gegen den Ball. Kompliment an die Mitspieler und jeden Feldspieler. Und Bayern hatte auch nicht so viele Möglichkeiten in der zweiten Halbzeit. Sie haben Qualität, jeder weiß das schon vor dem Spiel… Ich habe schon gelesen, sie schießen 3 Tore pro Spiel. Heute haben sie nur eins geschossen. Geile Arbeit, auch von Reece und Jeff. Wir haben heute einen kleinen Bus in unserem Strafraum geparkt, aber es hat gereicht.“

Rafal Gikiewicz nach der Partie im FCA TV

Also als klein würde ich den Bus nicht bezeichnen (ein Doppeldecker war es mindestens), aber das ist im Nachhinein auch echt egal. Fakt ist, dass unsere Jungs es über die Zeit brachten und keinen Geringeren als den Rekordmeister FC Bayern München ohne Punkte nach Hause schickte. Denn diese bleiben schön da, wo sie hin gehören und dringend gebraucht werden: In Augsburg!!!

Eskalation und Freude pur! (Photo by Sebastian Widmann/Getty Images)

Des einen Freud’…

Auch heute ist die Freude über diesen doch unerwarteten Sieg immer noch gewaltig. Mit Kampf, Wille, Leidenschaft und Mut belohnten sich die Jungs am Ende selbst und zeigten über die gesamte Partie hinweg, was wirklich in ihnen steckt. Einen großen Anteil daran trug sicherlich die richtige Einstellung durch Markus Weinzierl und sein Trainerteam. Immerhin kann Weinzierl Bayern, denn mit ihm an der Linie haben es die Fuggerstädter bereits nun zum dritten Mal geschafft, den überlegenen Nachbarn zu schlagen. Dieser sagte nach dem Sieg und der anschließenden Feier auf dem Platz in der Pressekonferenz folgendes:

Wir haben einen tollen Fight abgeliefert über 90 Minuten, haben zwei Tore erzielt jeweils wunderbar über die linke Seite. Und wenn du 2:0 in Führung bist, dann gibt das natürlich irgendwann den Glauben, dass du das wirklich auch schaffen kannst. Der Anschlusstreffer hat mich geärgert, weil es war eigentlich keine hundertprozentige Chance. In der zweiten Halbzeit war es dann so, dass wir natürlich gemerkt haben, dass Bayern immer stärker wird und auch gut gewechselt hat mit Musiala und mit Davies auf der linken Seite. Aber wir haben es mit allem Geschick und mit sehr viel Willen und einer guten Systematik dann auch verteidigt. Und dann brauchst du auch das notwendige Glück. Aber im Großen und Ganzen glaube ich schon, dass wir aufgrund der ersten Hälfte auch verdient gewonnen haben. Und das zu sagen gegen Bayern München macht mich unheimlich stolz. Da können die Jungs auch wirklich stolz drauf sein.“

Bayern kann er!

Auch Mads Pedersen trat nach der Partie noch immer breit grinsend vor das Mikrofon des FCA TV. Der flinke Flitzer durfte zurecht stolz auf sich sein, hat er doch gegen die großen Bayern sein erstes Bundesliga-Tor geschossen. Und was für eins – Vollspann und eiskalt. Wir gratulieren ihm sehr herzlich dazu.

Mads Pedersen: „Heute war brutal! So ein gutes Gefühl, das ist brutal! Mit der ganzen Mannschaft haben wir so gut zusammen gespielt und in der ganzen Woche brutal gut trainiert. Und dann heute auf dem Platz standen nicht nur 11 Mann zusammen, sondern auch der Trainer, die Spieler auf der Bank und auf der Tribüne. Alle zusammen! Und ohne die Fans und ohne alle hätten wir diesen Sieg nicht bekommen. Das ist brutal gut! … Das mit dem Tor war brutal gut! Ich habe auch ein bisschen Glück, dass der Ball zu mir kommt, aber ja, es war so, so, so gut!“

Auch Hahno, unser zweiter Torschütze, stellte sich danach den Fragen des Reporters und wirkte dabei sichtlich gelöst und stellenweise auch erleichtert.

André Hahn: „So stellt man sich den Freitagabend vor, so erträumt man ihn sich und es ist schön, dass es wahr geworden ist. Wir sind wirklich riesig glücklich darüber, dass wir den Sieg geholt haben. So können wir entspannt ins Wochenende starten und die Spiele auch entspannt verfolgen. … Ich denke, dass wir uns jetzt schon von Woche zu Woche gesteigert haben. Wenn ich jetzt das Stuttgartspiel nehme, haben wir auch schon eine gute Leistung gezeigt. Aber heute haben wir uns wirklich übertroffen. Wir haben wirklich mit den Fans im Rücken alles raus gehauen und haben endlich das gezeigt, was den FC Augsburg auszeichnet, mit Herz, Leidenschaft und Kampf dagegen gehalten und so konnten wir das Spiel gewinnen.“

Aber nicht nur deswegen, wenn es nach unserem Beton geht. Der hatte nämlich bei seinem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk seine ganz eigene Theorie.

Rafal Gikiewicz: „Heute war meine Mama auch da. Sie war jetzt bei fünf Spielen in der Bundesliga und wir haben 5 Siege eingefahren. Ich verliere nie, wenn meine Mama im Stadion sitzt. Sie bleibt jetzt bei uns und ich hoffe, dass die Heimserie jetzt weitergeht.“

Egal, was es auch war, aber die Augsburger Jungs sollen genau so weitermachen und auch in den kommenden Spielen ein solches Feuerwerk auf dem Platz zeigen. Und Mama Gikiewicz ist natürlich bei jedem Spiel herzlich willkommen, wenn danach drei Punkte auf dem Konto der Rot-Grün-Weißen landen.

… ist des anderen Leid

Während beim FCA natürlich Freude und Harmonie vorherrschten, sahen die Bayern die Niederlage natürlich sehr kritisch an. So monierte Stürmer Thomas Müller nach der Partie im Interview nach DAZN:

„Wir hatten ein wenig Pech mit dem Schiedsrichter. Das ist eigentlich ein Foul (Anm. vor dem 1:0). Einen Vorteil sehe ich hier nicht wirklich. Im ersten Moment kann ich den Schiedsrichter verstehen, er will den Vorteil geben, aber durch diesen Rempler ist es absolut keine Vorteilssituation, das haben wir auch schon auf dem Feld besprochen, aber der Schiedsrichter wollte bei seiner Meinung bleiben.“

Bayern-Kapitän Manuel Neuer kritisierte hingegen nicht nur die mangelhafte Defensiv- sondern auch die Offensivarbeit seiner Münchner.

„Was mir Sorgen macht, ist einfach, dass wir zu wenig Torchancen hatten. Normalerweise haben wir gegen so eine Mannschaft, ich glaube, im letzten Jahr fünf Tore erzielt, hatten Chancen en masse. Heute leider nicht.“

Anmerkung der Rosenau Gazette. Ja, in München waren es 5 Treffer, aber in der WWK Arena sah das auch immer wieder anders aus. Da gewann der FC Bayern zwar mit 0:1 durch Lewandowski, aber sie kamen auch gerade einmal auf 13 Torschüsse auf und neben das Tor. Im Jahr zuvor reichte es für den Rekordmeister lediglich zu einem 2:2-Unentschieden. Also bitte fair bleiben. Es ist immer ein Unterschied, ob man zuhause oder auswärts spielt.

Bayern-Trainer und Ex-Augsburger Julian Nagelsmann sah das nämlich ähnlich wie wir, als er sich in der anschließenden Pressekonferenz den Fragen der Journalisten stellte.

„Ja, zuallererst Mal, Glückwunsch Markus an dich und an Augsburg zu dem Sieg. In meinen Augen ist er auch nicht unverdient. Das mal vorne weg. Ich finde, dass wir in der ersten Halbzeit eigentlich extrem viel Platz hatten und den unglaublich schlecht genutzt haben. Wir haben sehr zurück gerichtet gespielt im eigenen Ballbesitz, sehr viele Rückpässe, hatten eigentlich im zentralen Mittelfeld eine große Überzahl, die wir ganz, ganz selten gut und zielgerichtet ausgenutzt haben. Wir haben dann eigentlich kaum Durchbrüche gehabt auf dem Flügel, die eigentlich sehr häufig möglich waren. Und dann waren wir relativ schnell 2:0 hinten. Auf sehr identische Art und Weise, wie wir auch im Pokal gegen Gladbach auch drei Tore gekriegt haben. Eine sehr ähnliche Art und Weise, wie wir dann auch gegen Freiburg dann am Ende ein Tor kriegen. Wie wir auch in der Champions League auch schon ein Tor gekriegt haben zuletzt gegen Benfica.“

Sichtlich angefressen lobte der gebürtige Landsberger auch unseren FCA.

„… Aber wenn du einem 2:0 hinterher läufst und Augsburg dann sehr körperbetont, leidenschaftlich und auch abgezockt spielt… Muss man auch sagen. Ich ärgere mich nicht über irgendwelche Zeitspiele, sondern ich finde, das muss so sein im Profifußball. Das ist einfach so, das gehört dazu. Das haben sie clever gemacht und am Ende auch nicht unverdient gewonnen.“

Ooooh wie ist das schön!

Nun sind ja doch schon ein paar Tage vergangen und doch fühlt sich dieser Sieg immer noch so „brutal gut“ an, wie Mads so schön gesagt hat. Einfach weil die Wenigsten wohl damit gerechnet hat, dass man die übermächtigen Bayern schlagen könnte. Natürlich ist im Fußball alles möglich. Aber man darf nicht vergessen, dass der Rekordmeister bereits 40 Tore geschossen hatte, bevor sie zu uns in die WWK Arena kamen. Das ist halt schon mal eine Ansage.

Aber an dieser Partie hat man sehr gut gesehen, dass Ballbesitz, Überlegenheit und auch der Kaderwert nicht alles ist, worauf es im Fußball ankommt. Mit einer überragenden Defensive kann man eine Offensivmacht auch mal schnell an den Rande der Verzweiflung bringen. Hinzu kommt, dass am Freitag eine Einheit auf und neben dem Platz vorherrschte. Jeder Spieler hat für den anderen geackert und die Fans haben sie getragen.

Die 3 Punkte, mit denen niemand gerechnet hat, sind auch tabellarisch unwahrscheinlich wichtig. Durch die Niederlage in Leverkusen, konnte der FCA den VfB Stuttgart hinter sich lassen. Und da die Arminia aus Bielefeld nur unentschieden gegen Wolfsburg spielte, konnte man den Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz auf 3 Punkte ausbauen. An Bochum und Hertha bleibt man dran, da auch diese beiden Vereine verloren haben. Sprich, mit einem Sieg gegen den Hauptstadtclub könnte man in der Tabelle weiter nach oben klettern. Ich bin der Meinung, dass Gikies Ziel vor ein paar Wochen – 20 Punkte am Ende der Hinrunde – durchaus realistisch einzuschätzen ist. Und wer weiß, vielleicht werden es ja auch ein paar mehr.

Fakt ist, dass dieser Sieg der Mannschaft richtig gut getan hat. Ich hoffe sehr, dass sie eine Menge Selbstbewusstsein daraus ziehen können. Wenn man diesen Mut und diese Leidenschaft mit in die nächsten Partien nimmt, kann nur wenig schief gehen. Ich vertraue auf die Jungs, dass sie das packen und am Samstag bei der „Alten Dame“ aus Berlin endlich mal den ersten Sieg im Olympiastadion einfahren. Dieser ist nämlich längst überfällig. Und wenn uns dieses Derby eines gezeigt hat, dann ja wohl, dass auch das Unmögliche möglich ist!

Welcher Spieler hat sich 2020/21 am meisten weiterentwickelt?

Auch in diesem Jahr kürt das Team der Rosenau Gazette die Spieler der Saison. Ihr dürft dabei wählen, welcher Spieler euch dabei am meisten überzeugt hat. In der nächste Woche steht die Wahl des Newcomers des Jahres an. Doch heute geht es um die Wahl der Spieler, die sich eurer Meinung nach im Vergleich zur Vorsaison am meisten verbessert haben. Die Auswahl jener Spieler ist uns auch in diesem Jahr nicht leicht gefallen, denn gefühlt hat das ganze Team abgebaut. Dennoch haben sich einige Jungs tatsächlich gemacht und fünf von ihnen möchten wir euch heute vorstellen. Hier sind die Spieler, die sich in unseren Augen am meisten weiterentwickelt haben.

Reece Oxford

Der junge Engländer, der in der Saison 2018/19 zuerst per Leihe und 2019/20 schließlich ganz zu uns wechselte, hatte keinen leichten Start bei unserem FCA. Gerne wird er in den sozialen Netzwerken zum “Opfer” gemacht und angefeindet, wenn er einen Fehler gemacht hat. Dabei vergessen viele seiner Kritiker gerne, dass Oxford noch recht jung ist und noch mitten in seiner Entwicklungsphase steckt.

Und genau in dieser hat er in der kürzlich abgelaufenen Spielzeit einen gewaltigen Sprung gemacht. Stand Reece in der Saison 2019/20 nur zwei Mal in der Startelf, schaffte er es in diesem Jahr ganze 14 Mal. Zudem durfte er während der Sperr- bzw. Verletzungsunterbrechungen die beiden Stammkräfte Felix Uduokhai und Jeffrey Gouweleeuw vertreten und machte dieses mehr als nur ordentlich. Natürlich hat er sich auch den einen oder anderen Patzer geleistet. Doch seien wir mal ehrlich: Fehler sind menschlich und gehören zum Leben dazu. Sie sorgen dafür, dass ein Spieler daraus lernt und bringen ihn in seiner Entwicklung weiter.

Da läuft der glatt mal dem Alaba den Ball ab… (Foto: Martin Hangen via Imago)

Auch Oxfords Werte und Quoten haben sich allesamt verbessert. Seine Passquote beispielsweise ist von 65,6 Prozent auf 82,1 Prozent gestiegen. Ganze 5,41 Bälle konnte er während einer Partie durchschnittlich klären, was eine Steigerung von über 3 Bällen pro Spiel ausmacht. Das klingt jetzt nicht nach viel, doch Oxford liegt hierbei auf Rang 3 von allen betrachteten Spielern laut Ligainsider. Doch das kann er noch besser. Im Blocken macht ihm nämlich kein einziger Gegner etwas vor. Hier liegt Reece nämlich auf Platz 1 mit im Durchschnitt 1,57 geblockten Bällen pro Spiel. Im Vorjahr holte übrigens auch ein Augsburger diese Art der Krone und diesen sehen wir uns jetzt genauer an, denn auch er hat es in unsere Auswahl geschafft.

Felix Uduokhai

In der letzten Saison war Felix vom VfL Wolfsburg an uns ausgeliehen, doch schnell war den Verantwortlichen klar, dass man den Innenverteidiger unbedingt halten müsse. Gesagt – getan. Stolze 7 Millionen Euro Ablösesumme zahlte der FCA für Udo und dieser ließ uns nicht eine Sekunde lang an ihm zweifeln.

Auch in dieser Spielperiode legte Felix noch einmal ordentlich zu. In sämtlichen Partien, die er in dieser Saison für uns bestritt – 31 an der Zahl – stand der gebürtige Annaberg-Buchholzer in der Startelf. Das sind ganze zehn Mal mehr als noch letztes Jahr. Dass Felix in der Abwehr eine absolute Bank ist, darüber lässt sich wohl kaum streiten. Nicht nur, dass er hervorragend im Zweikampf ist (Rang 11 laut Ligainsider), sondern auch im Bereich Tackling und Ballklärungen liegt er in den Top 10 (jeweils Platz 6). Außerdem ist Udo sehr kopfballstark, wie das wichtige Tor gegen Borussia Dortmund am 2. Spieltag beweist, denn damit leitete er unseren Heimsieg gegen die Schwarz-Gelben ein.

Sein – und unser – Highlight dürfte aber die Berufung in die Nationalmannschaft gewesen sein. Er durfte zwar sein Debüt im A-Team leider noch nicht feiern, doch wir sind uns sicher, dass das früher oder später kommen wird. Wir alle können nur hoffen, dass er uns auch in der nächsten Spielzeit noch erhalten bleibt, denn Felix gehört definitiv zu unseren wichtigsten Spielern.

Bärenstarke Leistung über die ganze Saison hinweg (Foto via Imago)

André Hahn

Zu diesen zählt aber auch unser Topscorer André Hahn. Wohl kaum einer hätte damit gerechnet, dass er nach der doch recht schwachen Saison 2019/20 derart einschlagen und an seine erste Verpflichtungszeit bei uns anknüpfen würde. Gerade einmal sechszehn Einsätze hatte er in der Vorsaison zu verbuchen – neun davon von Beginn an. Das war aber auch einer Sehnenreizung geschuldet, die ihn von Mai bis Juni außer Gefecht setzte und aufgrund derer er fünf Spiele verpasste.

Trotzdem sah das in dieser Saison ganz anders aus. Trotz Coronavirusinfektion stand Hahn in 30 Partien über 2.090 Minuten auf dem Platz. Insgesamt sammelte er 17 Scorerpunkte, indem er 9 Tore schoss und 8 auflegte. Auch bei den Schüssen aufs Tor konnte André seinen Wert in etwa verdoppeln. Schoss er in der letzten Spielzeit noch durchschnittlich 0,59 Mal aufs Tor, so lag er in dieser Saison bei 1,22 Schüssen pro Partie.

Doppelt hält besser – Wir geben das Herz gerne zurück! (Foto: Christian Kolbert via Imago)

Mit 1.859 intensiven Läufen liegt Hahn vereinsintern auf Rang 2 hinter Daniel Caligiuri. “Der Hahn muss laufen” ist daher nicht nur so ein Spruch, sondern er tut es tatsächlich. Insgesamt waren es nämlich 279,2 km in dieser Saison. Mehr liefen bei uns nur Daniel Caligiuri, Jeffrey Gouweleeuw und Felix Uduokhai, die aber mehr Spiele als Hahn bestritten haben. Auch bei den Sprints (671) liegt André auf Platz 2.

Für uns war der gebürtige Otterndorfer einer der wichtigsten Spieler in der Augsburger Mannschaft und wie man sehen konnte, hat er sich im Vergleich zur Vorsaison prächtig entwickeln können. Das darf er gerne nächstes Jahr noch einmal machen.

Mads Pedersen

Diese Wahl mag einige unserer Leser vielleicht überraschen, doch wenn man die abgelaufene Saison mit der Spielzeit 2019/20 vergleicht, dann taucht der gebürtige Däne hier absolut zurecht auf.

Für unseren FCA stand der 24-Jährige in dieser Saison 15 Mal auf dem Platz. Ganze 9 Mal reichte es sogar für die Startelf, als er Iago in dessen Verletzungspause vertreten durfte. Das sind insgesamt ganze 12 Einsätze mehr als 2019/20. Dort durfte er gerade einmal 162 Spielminuten in drei Partien für Rot-Grün-Weiß auflaufen. Als man ihn am 30.01.2020 nach Zürich verlieh, hatte man große Hoffnung, dass er dort Praxis sammeln dürfte. Leider entpuppte sich das als absolute Fehlanzeige, denn Pedersen durfte nur zweimal für den FC Zürich ran.

Hätte man ihn geblitzt, wäre der Schein wohl weg gewesen! (Foto: Markus Fischer via Imago)

Wirft man einen Blick auf die Werte und Quoten, dann könnten diese im Vergleich zu einem Uduokhai zwar besser sein, aber verglichen mit der Vorsaison hat Mads eine starke Steigerung hingelegt. So konnte er im Bereich Zweikampf seine Quote von 30,8 auf 49,2 Prozent steigern. Und auch beim Tackling legte er von 25,0 Prozent auf 45,9 Prozent ordentlich zu.

Zudem ist Mads Pedersen mit Abstand unser schnellster Spieler. Beim Auswärtsspiel gegen Eintracht Frankfurt wurde er mit 34,63 km/h nicht nur der schnellste Läufer der Partie, sondern knackte damit auch die vereinsinterne Bestmarke der Saison.

Carlos Gruezo

Auch bei dem gebürtigen Ecuadorianer werden sich manche Leute fragen, wie wir gerade auf ihn kommen, denn wie auch schon Reece Oxford steht auch Gruezo gerne mal im Zentrum der Diskussionen. Doch alleine wenn man sich die Zahl seiner Einsätze anschaut, ist ein Auftauchen bei den am meisten weiterentwickelten Spielern durchaus gegeben.

Noch in der Vorsaison kam Carlos gerade einmal zu 12 Einsätzen. Die Konkurrenz um Rani Khedira und Kapitän Daniel Baier war einfach zu groß. Hinzu kam, dass der heute 26-Jährige aufgrund einer Sprunggelenksverletzung und dadurch entstandenem Trainingsrückstand ganze 138 Tage ausfiel und 15 Spiele verpasste. Doch in der gerade abgelaufenen Saison 2020/21 konnte er sich endlich durchbeißen. Von 36 möglichen Spielen bestritt er 30 über 2.161 Einsatzminuten. 24 Mal lief er sogar von Beginn an auf. Auch bei seiner Nationalmannschaft stand er 3 Mal auf dem Platz.

Nach schwerer Verletzung wieder ran gekämpft (Foto: Peter Schatz via Imago)

Auch seine Werte sind voll und ganz im Soll. Seine Passquote liegt durchschnittlich bei 79,5 Prozent und ist damit um 8,5 Prozent besser als die von Positionskonkurrent Rani Khedira. Mit 1,27 Balleroberungen pro Partie liegt er auf Rang 42 von 247 betrachteten Spielern. Auffallend ist auch, dass Carlos Gruezo mit 0,45 Ballverlusten pro Spiel doch einen sehr guten Wert aufweist. Hier teilt er sich vereinsintern Platz 2 mit Felix Uduokhai. Besser als die beiden ist nur unser Abwehr-Jeff mit einem Wert von 0,33.

Abstimmung

So, nun ist es an euch… Innerhalb der nächsten Woche könnt ihr darüber abstimmen, welcher der oben genannten Spieler in der gerade abgelaufenen Saison die größte Entwicklung an den Tag gelegt hat. Wir sind schon ganz gespannt auf das Ergebnis.

Welcher Spieler hat sich 2020/21 am meisten weiterentwickelt?

  • Reece Oxford (37%, 25 Votes)
  • Felix Uduokhai (36%, 24 Votes)
  • André Hahn (21%, 14 Votes)
  • Mads Pedersen (4%, 3 Votes)
  • Carlos Gruezo (1%, 1 Votes)

Total Voters: 67

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Kaderanalyse Verteidigung

5:1 in Dortmund, 5:1 in Mönchengladbach, 5:3 gegen Dortmund, 5:0 in Frankfurt – der FC Augsburg musste in der abgelaufenen Saison viele Gegentore schlucken. Zumindest unter Martin Schmidt. Unter dem mittlerweile Ex-Trainer kassierte der FCA durchschnittlich 2,2 Gegentore pro Partie. Unter Neu-Coach Heiko Herrlich sind es bisher 1,2. In seinen wenigen Spielen schaffte es der frühere Nationalspieler, die Defensive entscheidend zu stabilisieren. Diese Verbesserung mag zwar bisweilen auf einen starken Andreas Luthe zurückzuführen sein, begründet sich aber auch in der deutlich verbesserten Zweikampfquote. Nach dem Trainerwechsel wirkte die Mannschaft etwas bissiger als davor. Nun gilt es, diesen positiven Trend zu bestätigen. Fünf Gegentore in bisher 570 Testspielminuten (gegen Türkgücü wurde 120 Minuten gekickt) sind dahingehend ein ordentlicher Anfang. Dennoch könnte der FCA noch einmal auf dem Transfermarkt zuschlagen, wie Teil zwei unserer Kaderanalyse zeigt.

Rechtsverteidigung: Der Konkurrenzkampf ist eröffnet

Herzlich willkommen in Augsburg, Robert Gumny. Der 22-jähirge Rechtsverteidiger kommt vom polnischen Erstligisten Lech Posen zum FCA und soll den Konkurrenzkampf in der Defensive verstärken. Ein Transfer, der bitter notwendig war. Nach Stephan Lichtsteiners Karriereende war Eigengewächs Raphael Framberger quasi der einzige echte Rechtsverteidiger im Kader. Georg Teigl soll sich einen neuen Verein suchen, Jugendspieler Simon Asta vorerst nach seinem Kreuzbandriss bei der U23 Spielpraxis sammeln.

In Augsburg geboren und seit 2004 beim FCA: Raphael Framberger steht sinnbildlich für das Ziel der vereinsführung, Nachwuchsspieler im Profikader zu etablieren. (Photo by Alexandra Beier/Bongarts/Getty Images)

Framberger hat sich in den letzten Jahren zu einem soliden Bundesligaspieler entwickelt, ist aber leider nach wie vor sehr verletzungsanfällig. Daher brauchte es einen zweiten Spieler auf dieser Position. Mit Gumny bekommt der FCA einen “jungen und sehr talentierten Rechtsverteidiger”, wie Manager Stefan Reuter in einer Mitteilung zitiert wird. In 97 Einsätzen für Posen gelangen dem Rechtsfuß, der in Augsburg auf Landsmann Rafal Gikiewicz trifft, zwei Tore und sechs Assists. Beobachter der polnischen Liga bescheinigen dem U21-Nationalspieler großes Talent und trauen ihm den Sprung in die Bundesliga zu. Einziges Manko: Gumny gilt als verletzungsanfällig, 2018 stand er kurz vor einem Wechsel zu Borussia Mönchengladbach, fiel dann aber durch den Medizincheck. Im zweiten Anlauf soll es nun klappen. Wir drücken die Daumen und sind gespannt.

Darüber hinaus bieten sich Herrlich weitere Alternativen, falls Framberger und Gumny ausfallen sollten. Neuzugang Daniel Caligiuri bekleidete die defensive Außenposition mitunter auf Schalke sowie im Test gegen Türkgücü München. Der Routinier ist aber eigentlich im Mittelfeld eingeplant, denn “seine Qualität liegt sicherlich in der Offensive. Auf die wollen wir natürlich nicht verzichten”, wie Herrlich jüngst gegenüber dem Kicker erklärte.

Gegen Nürnberg testete Herrlich zudem Eduard Löwen, gegen Heimstetten und Regensburg André Hahn – zwei solide Alternativen, aber eben keine Spezialisten: Auf der Rechtsverteidigerpositon musste der FCA daher nachlegen und hat dies in diesem Jahr auch gemacht.

Innenverteidigung: Ein gesetztes Duo – und zwei Wundertüten

Es gibt nicht wenige FCA-Fans, die die feste Verpflichtung von Felix Uduokhai kritisieren. Die kolportierten 7 Millionen Euro Ablöse seien in Pandemie-Zeiten zu viel. Das kann man durchaus spektisch sehen, doch sportlich lohnt sich der Transfer allemal. Der beste Zweikämpfer der abgelaufenen FCA-Saison ist schon jetzt ein fester Bestandteil im Defensivzentrum und hat mit seinen 22 Jahren immer noch Entwicklungspotential. Ebenso gesetzt ist Jeffrey Gouweleeuw, der mittlerweile schon mehr als 100 Pflichtspiele für Rot-Grün-Weiß vorzuweisen hat und immer noch vergeblich auf eine Nominierung für die niederländische Nationalmannschaft wartet. Es bleibt zu hoffen, dass der Führungsspieler in dieser Saison verletzungsfrei bleibt. Das Duo Jeff-Udo kann sich nämlich sehen lassen. Doch wie sieht es dahinter aus?

Nach seiner Leihsaison mittlerweile fest beim FCA: Zusammen mit Jeffrey Gouweleeuw kann Felix Uduokhai eine Ära prägen. (Photo by Jörg Halisch/Bongarts/Getty Images)

Nach der Leihe von Kevin Danso zu Fortuna Düsseldorf stehen mit Marek Suchy und Reece Oxford nur noch zwei echte Alternativen bereit. Das Niveau der Stammkräfte erreichen sie jedoch leider (noch) nicht. In den Testspielen hat Oxford zumindest ordentliche Leistungen gezeigt. Der junge Engländer, der nach seiner Leihrückkehr zu West Ham United in die Reservemannschaft degradiert wurde, hat bei vielen FCA-Fans seinen Kredit verspielt. Vielleicht kann er ihn ja diese Saison zurückgewinnen. Suchy indes blickt auf eine unglückliche Premierensaison am Lech zurück: Auch verletzungsbedingt kam der Tscheche nur auf sieben Einsätze – fünf davon nach dem Trainerwechsel. In seiner Zeit in Basel und der Nationalmannschaft hat der 32-Jährige gezeigt, was er kann. Erreicht er das Niveau vergangener Tage, kann er in dieser Spielzeit Gold wert sein.

Der FC Augsburg ist in der Innenverteidigung gut aufgestellt. Es wäre aber ein schmerzhafter Verlust wenn sich Gouweleeuw und/oder Uduokhai verletzen sollten. Weil die Verantwortlichen Gefallen an Suchy und Oxford zu haben scheinen und mit Rani Khedira oder auch Tobias Strobl notfalls zwei zusätzliche Alternativen bereit stehen, wird sich auf dieser Position aller Voraussicht nach nichts mehr tun.

Linksverteidigigung: Wer ersetzt Philipp Max?

Nun verlässt Philipp Max also den FC Augsburg. Nachdem quasi keine Transferperiode vergangen war, in der nicht über einen Wechsel spekuliert wurde, schließt sich der 26 Jährige der PSV Eindhoven an. Dass der Ex-Schalker nicht ewig in Schwaben spielen wird, war klar. Fünf Jahre FCA und 156 Spiele sind ohnehin deutlich mehr als von manchen erwartet.

So gut wie niemand am Lech verdenkt Max, eine neue Herausforderung wagen zu wollen. Auch die Gazetten-Redaktion wünscht für die weitere Karriere alles Gute. Dennoch schmerzt der Abgang eines Führungsspielers natürlich. Wie soll der Dauerbrenner ersetzt werden?

Als naheliegendste Alternative stünde Iago bereit, doch auch um den Brasilianer gab es zuletzt Wechselgerüchte. Der gewöhnlich sehr gut informierte italienische Journalist Gianluca Di Marzio berichtete jüngst von Verhandlungen zwischen Iago und dem AC Mailand. Demnach soll der Berater des U23-Nationalspielers bereits in der Modestadt gewesen sein, um den Transfer über die Bühne zu bringen. Insgesamt ist es aber (gerade nach dem Max-Wechsel) sehr schwer vorstellbar, dass Reuter, der Iago vor einem Jahr für kolportierte 6,5 Millionen aus Porto Alegre verpflichtete, einem Wechsel zustimmen würde. Da müssten die Rossoneri schon tief in die Tasche greifen.

Nach einer unglücklichen Saison samt Verletzungen und Olympia-Quali mit der U23 lastet auf Iago nun wohl deutlich mehr Verantwortung. Es ist davon auszugehen, dass ihn die Klubbosse als Max-Erbe einplanen, vermutlich taten sie das schon vor einem Jahr. Bleibt der talentierte Brasilianer fit, könnte er eine der positiven Überraschungen der Saison werden. Uns würde es freuen.

Ingsesamt zehn Spiele absolvierte Iago in der Saison 2019/20 für Rot-Grün-Weiß. Dabei gelangen dem Brasilianer ein Tor und eine Vorlage. In der neuen Spielzeit könnten es mehr Einsätze werden. (Photo by Boris Streubel/Bongarts/Getty Images)

Hinter Iago wird es derweil ziemlich dünn. Mads Pedersen scheint (noch) keine wirkliche Option zu sein. In seinen wenigen Auftritten im FCA-Trikot ließ er leider jede Bundesligatauglichkeit vermissen. Den jungen Dänen nach einem halben Jahr in Deutschland (im Winter wurde er nach Zürich verliehen) abzuschreiben, wäre zwar unfair. Doch kann Pedersen seine Chance tatsächlich nutzen? In den Testspielen gelang ihm das zumindest nicht.

Transfers: Stammspieler oder Iago-Back-up?

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge soll der FCA für Max acht bis zehn Millionen Euro Ablöse kassieren und eine Weiterverkaufsbeteiligung arrangiert haben. In der Vergangenheit hätte man für den gebürtigen Viersener mehr verlangen können, doch in Pandemie-Zeiten ist eben vieles anders. Dennoch steht eine Summe, mit der man in mehr als passable Linksverteidiger investieren könnte. Nachfolgend eine Liste mit Spielern, die sportlich und preislich interessant für den FCA sein könnten und entweder Stammspieler oder Iago-Backup sein würden. Ein Transfer wird natürlich umso wahrscheinlicher, wenn nach Max auch Iago wechseln sollte. Dann muss der FCA nämlich definitiv tätig werden. Ansonsten könnten Reuter & Co. zumindest nachlegen.

Borna Barisic (Glasgow Rangers), Loris Benito (Girondins Bordeaux), Jan Boril (Slavia Prag), Jamilu Collins (SC Paderborn), Tim Leibold (Hamburger SV), Konstantinos Stafylidis (TSG Hoffenheim), Daley Sinkgraven (Bayer Leverkusen), Maximilian Ullmann (Rapid Wien), Owen Wijndal (AZ Alkmaar). In dieser Liste hätte man auch Ex-Augsburger Abdul Rahman Baba (Chelsea) nennen können, doch der Ghanaer ist seit nahezu einem Jahr verletzt und daher keine Option.

Tim Leibold wechselte 2019 vom 1. FC Nürnberg nach Hamburg. Der 26-Jährige stand in allen 34 Zweitligaspielen über 90 Minuten auf dem Platz und bereitete bei einem Tor stolze 16 Treffer vor. Er ist fast zu gut für die 2. Bundesliga.(Photo by Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images)

Fazit

Der Max-Abgang schmerzt sehr und hinterlässt eine sportliche Lücke. Ob Iago in die Fußstapfen des Führungsspieler treten kann, wird sich zeigen. Gespannt sein darf man auf Robert Gumny. Bleiben alle Spieler fit, blickt der FCA auf eine ordentliche Defensive. Problematisch wird es, wenn Stammkräfte langfristig ausfallen. Als kleiner FC Augsburg hat man schlicht keinen gleichwertigen Ersatz auf der Bank. Insgesamt steht das Grundgerüst in der Defensive, sodass der FCA in der Viererkette folgendermaßen auflaufen könnte: Gumny – Gouweleeuw – Uduokhai – Iago. Angst und Bange sollte es einem bei dem Gedanken nicht werden.

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