Da ist die Führung

Fußballerisch konnte das der FC Augsburg weder in Mainz noch in Bochum von sich behaupten. In dem Satz verbirgt sich aber noch etwas anderes. Das Thema Führung. Mannschaftsführung, Vereinsführung, Führung des Teams durch den Trainer. In diesen Punkten hat der FCA in der letzten Woche wertvolle Fortschritte gemacht, finde ich. Warum, versuche ich im Folgenden näher zu klären. Außerdem müssen wir uns natürlich auch mit dem kommenden Gegner, dem VfB Stuttgart, beschäftigen. Weil gegen ihn gilt es jetzt, den Anflug neu erlangter bzw. wiederentdeckter Führungskraft nicht gleich wieder entwischen zu lassen.

Tiefpunkt in Mainz

Über das Spiel des FCA am vergangenen Freitag in und gegen Mainz ist schon viel gesagt und geschrieben worden. In der Presse, in den sozialen Medien und auch wir von der Rosenau Gazette haben uns dazu geäußert. Andy verfasste z.B. einen Katastrophenbericht aus Mainz, Kicker und Augsburger Allgemeine schrieben von „Debakel“ und „Desaster“ und auch bei Facebook, Twitter und Co. regten sich die FCA-Fans – angesichts der blutleeren Spielweise der Mannschaft – völlig zu Recht auf. (Ob das so ausfällig und beleidigend hat passieren müssen, wie es teilweise eben passiert ist, sei einmal dahingestellt.)

Komplett am Boden – und später an der Decke – war unser Gikie, nachdem er in Mainz zum vierten Mal hinter sich greifen musste. (Foto: Matthias Hangst/Getty Images)

Natürlich hat sich auch der Club zu Wort gemeldet. Melden müssen. Weil auch er wusste, dass mit der neuerlichen klaren Niederlage gegen einen vermeintlich schlagbaren Gegner ein neuer Tiefpunkt erreicht war. (Von den ganzen Negativrekorden, die der FCA gerade einen nach dem anderen bricht, einmal ganz zu schweigen.) Gleich nach dem Spiel gab es die bis dahin explosivste Wutrede von Betonmischer Rafal Gikiewicz. Auch Trainer Markus Weinzierl fand die Mannschaftsleistung, eher nüchtern ausgedrückt, „nicht akzeptabel“. Nur die Führungsetage ließ mit einem Statement – eine gefühlte Ewigkeit! – auf sich warten. Wir alle wollten schließlich schnellstens wissen, ob es stimmt, dass die Luft für Sportdirektor Stefan Reuter wirklich dünner wird, was mit Weinzierl passiert oder wer womöglich schon in der Warteschlange steht.

Klartext in der Führungsetage

Am Dienstagabend war es dann soweit. In einem Interview ließ Vereinspräsident Klaus Hofmann verlauten, dass es keine Personaldiskussion gibt auf Führungsebene. Die sportlich Verantwortlichen, allen voran Reuter und Weinzierl, bleiben also (vorerst). Das wird diejenigen enttäuscht haben, die sich Armin Veh oder zumindest jemand anderen als neuen Sportdirektor gewünscht hatten. Hofmann machte aber auch klar, dass es nach Mainz mal (wieder) so richtig Krach gegeben hat:

„Wir haben in den vergangenen Tagen alles hinterfragt. Das fängt bei mir an. So eine Phase hilft auch, dass mal alle Dinge, die über einen längeren Zeitraum unausgesprochen waren, auf den Tisch kommen. Und zwar auf allen Ebenen und in alle Richtungen.“

Präsident Klaus Hofmann am 26.10.2021 in der Augsburger Allgemeinen

Hofmann ist jemand, an dem sich die Geister scheiden. Gerade in letzter Zeit rückte auch er immer wieder in den Fokus der Kritik. Zu impulsiv, zu despotisch und zugleich zu ahnungslos in Bezug auf Fußball sei er. Die von ihm beschriebene Aussprache, dass unter allen Beteiligten Klartext geredet wurde, und zwar über alles und jeden (ihn eingeschlossen!), halte ich aber für eine ausgesprochen gute und wichtige Sache. Schließlich macht es doch auch außerhalb des Fußballs eine gute Führung aus, wenn sie ihrem Personal die Möglichkeit gibt, auch unangenehme, schon länger schwelende Dinge anzusprechen, gemeinsam nach Lösungen zu suchen und sich dabei auch selbst nicht auszunehmen. Das hat Hofmann getan und somit – zumindest nach außen hin – Führungsqualität bewiesen.

Nach Mainz hat sich Klaus Hofmann mit seinem Personal ausgesprochen. Wie es gute Chefs tun. (Foto: Stefan Puchner – Pool/Getty Images)

Klar ist natürlich auch, dass Hofmanns Führungskräfte genauestens „unter Beobachtung“ stehen. Seine Kooperationsbereitschaft und sein Rückhalt sind nicht bedingungslos. Das wissen die Betroffenen nur zu gut. Schauen wir mal, wie lange die Schonfrist ist, die ihnen eingeräumt wurde. Sprechen wir in ein bis zwei Wochen nochmal…

Weckruf vor Bochum

Den ersten Test hatte das Personal des FCA dann am Mittwoch in der 2. DFB-Pokal-Runde in Bochum zu bestehen. Zum Spiel selber mag ich wieder gar nicht so viel sagen. (Das hat Irina schon vortrefflich gemacht.) Zu einzelnen Eindrücken vor und während der Partie aber schon.

Einen ersten Schlüsselmoment hat aus meiner bzw. unserer Sicht die Pressekonferenz mit Markus Weinzierl und dem wiedergenesenen Alfred Finnbogason am Vortag hergegeben. Von Beginn an betonte der Trainer, dass nicht nur, aber vor allem die Führungsspieler in der Pflicht stehen, auf und neben dem Platz Verantwortung zu übernehmen. Er reagierte damit auf die Kritik von Kapitän Jeff Gouweleeuw nach dem Mainz-Spiel, es werde im Team manchmal zu wenig untereinander geredet. „Dann soll er reden!“, entfuhr es Weinzierl sichtlich gereizt. Auf die Frage nach der Stimmung im Team (eigentlich an Finnbo gerichtet), war es ihm später wichtig, noch Folgendes loszuwerden:

„Die Stimmung in der Mannschaft ist gut. Und unser Verhältnis ist auch gut. Und ich hab auch vollstes Vertrauen in die Führungsspieler. Aber nochmal, in solchen Phasen, wenn’s nicht läuft, dann müssen die auch die Verantwortung in der Mannschaft übernehmen und die gute Stimmung und die Trainingsleistung dann auf dem Platz auch rüberbringen. Ich erwart dann einfach auch, wenn wir Dinge nicht 100%ig gut machen, dass die Führungsspieler dann das Ganze auch in die Hand nehmen und da auch meine Verantwortung, ja, ich ihnen übergebe.“  

Markus Weinzierl auf der PK am 26.10.2021 auf FCA TV

Wendepunkt in Bochum?

Klarer als Weinzierl hier kann man eine Erwartung, einen Auftrag kaum formulieren. Die Führungsspieler – das sind neben Kapitän Gouweleeuw auch Finnbogason sowie die restlichen Spieler des fünfköpfigen Mannschaftsrats, Flo Niederlechner, Daniel Caligiuri und Rafal Gikiewicz. Sie sollen den Auftrag also vor allen anderen entgegennehmen. Dass er sogleich beherzigt und in die Tat umgesetzt wurde, hat man am Mittwochabend im Ruhrstadion vor allem beim Elfmeterschießen gesehen.

Die Riege der Führungsspieler hat sich zunächst einmal vergrößert. Michael Gregoritsch, der in dieser Saison die meiste Zeit auf der Bank verbracht hat, schwor das Team auf den kommenden Showdown ein. Dann trat Jeff, der Kapitän, zum ersten Elfmeter an. Es folgte Finnbo, der dem Augsburger Spiel schon mit seiner Einwechslung neuen Aufwind verliehen hatte. Als Drittes voran ging Tobias Strobl, wohl derjenige, dem die wenigsten zugetraut hätten, dass er (so sicher) verwandelt. Den vierten legte sich dann Gregerl bereit, Mister Motivator. Dass Arne Maier, der 22-jährige, am Ende vergab, ist bitter. Dass er aber antrat, um – wie die anderen – Verantwortung fürs Team zu übernehmen, spricht wiederum für ihn. (Eine Überlegung wäre es aber durchaus wert gewesen, die Reihenfolge der Schützen zu ändern, sodass am Anfang UND am Ende einer der geforderten Führungsspieler gestanden hätte…)

Hoffen und Bangen als Team. Das haben die Spieler des FCA in Bochum beim Elfmeterschießen (wieder) erfahren. (Quelle: Twitter @FC Augsburg)

Vielleicht ist das nur meine Sicht, aber ich finde, das Bochumer Elfmeterschießen war die ideale Plattform für die Spieler im Allgemeinen, um näher zusammenzuwachsen, und für die Führungsspieler im Besonderen, um ihre Aufgabe neu und verstärkt wahrzunehmen. Und vielleicht hat genau das nun einen entscheidenden, nachhaltigen Effekt – (auch) auf Ebene der Spieler.

Stuttgart auf die Pelle rücken

Und wie empfangen wir nach diesem Pokalaus, das es trotz allem ja immer noch ist, am Sonntag den VfB Stuttgart in der Liga? Wie der FCA hat es der VfB am Mittwoch nicht ins Achtelfinale des DFB-Pokals geschafft. Allerdings war es bei den Schwaben weit weniger knapp als bei uns. Sie haben daheim doch recht klar mit 0:2 gegen den 1. FC Köln verloren. Allerdings hatte das Spiel bei ihnen keine Überlänge. Physisch könnte das ein leichter Vorteil für die Elf von Trainer Pellegrino Matarazzo sein.  

Aktuell stehen die Stuttgarter mit vier Punkten Vorsprung vor dem FCA auf Tabellenplatz 13 (FCA: Platz 16, 6 Punkte). In den letzten beiden Spielen gegen Union Berlin und Borussia Mönchengladbach hat der VfB nur zwei Punkte mitnehmen können.

Prinzipiell haben die Fuggerstädter in ihrer Bilanz leicht die Nase vorn. Von bisher 16 Bundesligapartien haben sie 8 gewinnen können, während der VfB – bei einem Unentschieden – nur 7 Begegnungen für sich entscheiden konnte. Uns Augsburgern ist natürlich noch wärmstens das 6:0 vom 30. Spieltag der Saison 2018/19 in Erinnerung. Das bedeutete für den FCA nicht nur den höchsten Bundesligasieg seiner Vereinsgeschichte. Damit besiegelte er auch das Ende von Markus Weinzierls 7-monatigem Engagement als Stuttgarter Trainer.

Unvergessen: Das 6:0 des FCA am 20.04.2019 gegen den VfB Stuttgart. (Foto: xemx via Imago)

Für ihn, als heutiger Augsburger Übungsleiter, habe diese Zeit keine Bedeutung mehr, sagte Weinzierl auf der Pressekonferenz am Freitag. Vielmehr stimme ihn die Leistung aus der zweiten Hälfte in Bochum sehr positiv, um genau daran anzuknüpfen. Das Team hat „die Handbremse rausgenommen, auch im Kopf“. Der FCA will versuchen, in der Tabelle näher an den VfB „ranzurücken“. Auch der Mann an Stuttgarts Seitenlinie traut den Augsburgern einiges zu:

„Wir erwarten einen Gegner, der mit viel Energie auftreten wird. Nach einem 0:2-Rückstand am Mittwochabend im DFB-Pokal hat sich der FC Augsburg zwischenzeitlich auf ein Remis zurückgekämpft.“

Stuttgarts Trainer Matarazzo am 29.10.2021 auf VFB.de

Das Personal

Sicher nicht mit dabei am Sonntag um 15:30 Uhr in der WWK Arena ist für den FCA erneut Felix Uduokhai. Wie Weinzierl auf der PK erklärte, sei zu seinen muskulären Problemen nun noch eine Sehnenbeteiligung gekommen. Höchstwahrscheinlich nicht zur Verfügung stehen werden nach Mittwoch auch die beiden Angeschlagenen Noah Sarenren Bazee (Außenbanddehnung im Knie) und Iago (Probleme an der Hand). Zumindest wieder im Kader stehen nach mehrwöchiger Verletzung bzw. Krankheit wohl Niklas Dorsch, Flo Niederlechner und Freddy Jensen. Wie genau deren Einsatzfähigkeit aussehen wird, ließ Markus Weinzierl aber noch offen. Mads Pedersen ist für Sonntag wohl wieder einsatzbereit. Dementsprechend könnte die Aufstellung folgendermaßen aussehen:

Gikiewicz – Gumny, Gouweleeuw, Oxford, Pedersen – Strobl, Maier – Hahn, Caligiuri, Vargas – Zeqiri 

Beim VfB Stuttgart ist aktuell die Offensive personell recht stark ausgedünnt. Z.B. fehlt Stürmer Sasa Kalajdzic verletzungsbedingt schon längere Zeit. Genauso wie Silas Katompa Mvumpa auf der rechten Außenbahn. Auch für Linksaußen Erik Thommy, beim FCA ausgebildet, fällt ein Wiedersehen mit seinem früheren Verein flach.  

Zum Abschluss

Mir ist mehr als bewusst, dass die aktuelle Lage beim FCA ernst ist. Sehr ernst. Und dass sein 350. Bundesligaspiel, das er gegen den VfB Stuttgart absolvieren darf, zum Schlüsselspiel werden könnte bzw. schon längst ist. Ich bin aber keine Freundin von Schwarzmalerei. Lieber will ich den Blick auch mal auf andere Dimensionen lenken, die vielleicht nicht gleich so ins Auge stechen wie die „harten“ (für uns natürlich wenig schmeichelhaften) Fakten wie Tore und Punkte. Das wollte ich mit der Perspektive auf die „Führung“ erreichen, bei der sich in der letzten Woche, so zumindest mein Eindruck, etwas zum Positiven verändert hat.

Denn oft ist es ja so, dass es erst das kleine Rädchen braucht, damit das große wieder läuft. Und vielleicht muss(te) so auch erst die Führungsfrage geklärt werden, damit es dann auch wieder zahlen- und faktenmäßig heißt: „Da ist die Füüühruuung!“ Am liebsten wäre mir das natürlich gleich am Sonntag.

Die Stationen des Markus Weinzierl

Nach der Entlassung von Heiko Herrlich freuten sich viele Fans darüber, mit Markus Weinzierl unseren erfolgreichsten Trainer der Bundesligahistorie zurück zu bekommen. Doch leider gab es auch kritische Stimmen, die immer wiederholten, dass er ja bei anderen Vereinen nichts „gerissen“ hat. Das mag insoweit stimmen, dass er es mit keiner anderen Mannschaft geschafft hat, erneut in internationale Wettbewerbe einzuziehen. Doch meiner Meinung nach kommt es im Fußball auf so viel mehr an, als rein auf sportlichen Erfolg und Pokale. Man kann auch auf eine andere Art und Weise erfolgreich sein. Beispielsweise aufgrund von Kontinuität, Stabilität und Zweikampfstärke, um nur ein paar wenige Beispiele zu nennen. Aufgrund dessen haben wir von der RoGaz uns einmal alle Stationen angeschaut, bei denen Markus Weinzierl als Cheftrainer angestellt war. Dies ist Teil 1 unserer kleinen Trainerserie. Im zweiten Teil werden wir uns Weinzierls Zeit bei unserem FCA etwas genauer betrachten auch im Vergleich mit seinen Nachfolgern.

Der Mann an seiner Seite

Bevor wir etwas genauer auf die einzelnen Stationen werfen, möchten wir euch kurz den Mann vorstellen, mit dem unser Trainer bei sämtlichen Stationen zusammen gearbeitet hat. Dieser Mann ist Wolfgang Beller, der seit dem 01.07.2020 als Gegneranalyst erneut Teil der FCA-Familie ist.

Bellers Trainerkarriere startete bereits im Jahr am 01.07.1994 in Straubing, als dieser gerade einmal 30 Jahre alt war. Bis zum 30.06.2009 stand er selbst als Chefcoach bei kleineren Vereinen an der Seitenlinie. Seine Stationen waren neben dem TSV Straubing ASV Cham, Freier TuS Regensburg, die U19 von Jahn Regensburg, der FC Dingolfing und der 1. FC Bad Kötzing.

Bis 2019 ein unzertrennliches Team (Foto via imago)

Doch zum 01.07.2009 winkte ein neues Arrangement in Form eines Co-Trainer-Jobs beim SSV Jahn Regensburg unter Markus Weinzierl, der mit seinem Team gerade erfolgreich die 3. Liga gehalten hatte. Und seit jenem Tag waren Beller und Weinzierl eigentlich unzertrennlich. Neben ihrer gemeinsamen Tätigkeit bei den Oberpfälzern, arbeiteten sie auch beim FC Augsburg, bei Schalke 04 und beim VfB Stuttgart mal mehr und mal weniger erfolgreich zusammen.

SSV Jahn Regensburg

Nachdem Markus Weinzierl seine Karriere als aktiver Spieler aufgrund einer Verletzung zum 01.07.2005 beenden musste, trat er genau 2 Jahre später seine Stelle als Co-Trainer beim Jahn an. Als solcher fungierte er ein Jahr und knapp 5 Monate, bevor man ihn quasi ins eiskalte Wasser schmiss. Nach 16. Spieltagen standen die Regensburger mit gerade einmal 12 Punkten auf dem 18. Tabellenplatz und waren somit vom Abstieg mehr als nur bedroht. Da es auch finanziell nicht rosig aussah, entschied man sich kurzerhand dafür, auf einen Mann aus dem eigenen Stall zu setzen.

Und eines muss man Markus Weinzierl wirklich lassen: Er machte trotz der stark eingeschränkten finanziellen Mitteln einen tollen Job. Dazu muss man wissen, dass Jahn Regensburg zu jener Zeit eine Insolvenz drohte, die sie nur mit Mühe und Not abwenden konnten.

Doch zurück zur sportlichen Leistung. In seiner ersten Saison als Cheftrainer kommt Markus mit den Oberpfälzern auf 9 Siege, 6 Unentschieden und 7 Niederlagen. Dies bedeutete eine Ausbeute von 32 Punkten in 22 Spielen und somit einen Punkteschnitt von 1,45 pro Partie. Tore schoss man insgesamt 22, kassieren tat man 21. Die Regensburger durften am Ende jener Saison auch kräftig jubeln, denn zusammen mit Weinzierl hielten sie die 3. Liga, obwohl es ihnen nach dem schlechten Saisonstart keiner zugetraut hätte.

Auch in den folgenden zwei Jahren schafften die Pfälzer den Klassenerhalt. In der Saison 2009/10 erreichten sie den 16. und in der Saison 2010/11 sogar schon den 8. Platz in der Tabelle. In diesen Spielzeiten ist besonders eines sehr auffällig: Der Jahn legte jeweils einen tollen Saisonstart hin, brach dann aber ein, was auch der Unruhe innerhalb des Vereins geschuldet war. 2009 hatte man nach dem 7. Spieltag beispielsweise schon 17 Punkte, was einem Schnitt von 2,43 Punkten pro Partie entspricht. Am Ende standen 46 Zähler auf dem Konto, inklusive einem Torverhältnis von 43:48. 2010/11 waren es 52 Punkte, was wiederum zeigt wie stark die Liga im Vorjahr gewesen sein muss.

Was eine Besonderheit von Markus Weinzierl war, ist, dass er sich auf kein genaues Spielsystem festlegte. Immer wieder wechselte er die Aufstellung, um eventuell den Gegner zu verwirren. Er hatte seine Favoriten, aber trotzdem variierte er immer wieder. Beim Jahn ließ er in den ersten drei Jahren am liebsten ein 4222 spielen, aber auch ein 442 taucht des Öfteren auf.

Erfolg auf ganzer Linie

In der Saison 2011/12 hingegen stellte er die taktische Ausrichtung auf ein 4231 um. Dies schlug auch voll ein, denn am Ende der Spielzeit stand man souverän auf dem Relegationsplatz zur 2. Liga. Noch immer hing Regensburg tief in den roten Zahlen und Weinzierl musste seinen Kader überwiegend aus Regionalligaspielern und Jungs aus der eigenen Jugend zusammen basteln.

Ich glaube, wir alle wissen, dass es diese Saison ganz ganz schwer wird.

Markus Weinzierl zu Beginn der Saison 2011/12

Es gab zu Beginn jener Spielzeit also kaum Hoffnung und alle sahen den Jahn schon in der Regionalliga. Doch Weinzierl schaffte es, aus einem potentiellen Abstiegskandidaten eine Mannschaft zu formen. Er setzte seine Fähigkeiten als Teamplayer ein und kitzelte das Bestmögliche aus seinen Spielern heraus. Er gab jedem Spieler das Gefühl gebraucht zu werden. In 38 Ligapartien fuhr Jahn Regensburg 16 Siege und 13 Unentschieden ein. 61 Punkte bedeuteten am Ende einen Punkteschnitt von 1,61 Punkten pro Spiel. Und auch an Toren ließ man es nicht mangeln. 55 Mal landete die Kugel im gegnerischen Netz, das heißt man schoss pro Spiel 1,45 Tore. Natürlich muss man auch immer mal einen gegnerischen Treffer hinnehmen. In jener Saison waren es 41 Gegentore, also 1,08 pro Partie.

Am Ende durfte Markus Weinzierl mit Jahn Regensburg kräftig jubeln (Foto: Stockhoff SPORT via imago)

Am Ende schaffte unser heutiger Coach mit den Oberpfälzern auch noch das große Wunder „Aufstieg“. In den beiden Relegationspartien trennte man sich jeweils Unentschieden gegen Zweitligist Karlsruher SC (1:1, 2:2). Doch da am Ende Auswärtstore mehr zählten, stieg Regensburg in die höhere Klasse auf. Und da man immer aufhören soll, wenn es am schönsten ist, nahm Markus Weinzierl das Angebot unseres FC Augsburg an und wechselte somit ins Oberhaus. Doch wie es dort genau lief, sehen wir uns in der nächsten Episode genauer an.

(Kein) Glück auf, Schalke?!

Die Trennung von Markus Weinzierl und dem FC Augsburg im Jahr 2016 lief leider alles andere als harmonisch ab. Zu gerne hätte man mit dem gebürtigen Straubinger, der eigentlich einen gültigen Vertrag bis 2019 besaß, weiterhin zusammen gearbeitet. Doch leider wollten ihn die königsblauen Knappen unbedingt in ihren Reihen haben, sodass man einem Wechsel am Ende zähneknirschender Weise zustimmte. Die Ablösesumme, die bei etwa 5 Millionen Euro lag, konnte die Fans jedoch nicht über den Verlust hinweg trösten.

Wir haben alles erreicht, was wir zusammen erreichen konnten. Jetzt muss einer mit neuen Ideen und neuen Visionen übernehmen.

Markus Weinzierl erklärt die Auflösung seines Vertrages

Am 01.07.2016 trat Weinzierl seine Arbeit bei Schalke an, wo er auch erneut die internationale Bühne der Europa League betreten durfte. Auch hier arbeitete er mit seinem langjährigen Gefährten Wolfgang Beller zusammen. Wie auch schon bei Jahn Regensburg wechselten die Beiden immer wieder das Spielsystem. Favorisiert haben sie dabei das klassische 4231-System, das in 15 von 34 Ligapartien und auch in den EL-Spielen des Öfteren zum Einsatz kam. Doch auch mit einer 3er-Kette experimentierte Weinzierl, denn bei den Startaufstellungen findet sich des Öfteren auch ein 3322 oder 3142, weswegen ich mir vorstellen könnte, das dies auch bei unserem FCA einmal ausprobiert werden könnte.

Ob er selbst mit seiner Zeit auf Schalke so zufrieden war? (Foto via imago)

Insgesamt bestritt der FC Schalke 04 50 Spiele unter unserem erfolgreichsten Trainer. 34 Partien fanden im Oberhaus, 12 in der Europa League und 4 im DFB-Pokal statt. Im Pokal schaffte es Weinzierl mit seinen Jungs bis ins Viertelfinale, wo man mit 3:0 gegen den FC Bayern München ausschied. Auch in der Europa League stand Schalke im Viertelfinale. Hier schaffte man es gegen den späteren Finalisten Ajax Amsterdam leider nicht weiter. Ein 3:2 im Rückspiel machte die 2:0-Niederlage aus dem Hinspiel leider nicht mehr wett. Wobei hierzu zu sagen ist, dass man es im Rückspiel in die Verlängerung schaffte und den entscheidenden Treffer erst in der allerletzten Minute kassierte.

Insgesamt kann Weinzierl in diesen 50 Partien 21 Siege vorweisen. Hinzu kommen 13 Unentschieden und 16 Niederlagen. Die Liga schloss man auf Rang 10 der Tabelle mit 43 Punkten und einem Torverhältnis von 45:39 ab. Zu wenig für die ambitionierten Knappen, die Weinzierl daraufhin am Ende der Saison entließen.

Daten über Daten

Wie bereits erwähnt, beendete Schalke die Saison mit 43 Punkten. Das bedeutet eine Punkteausbeute von 1,27 Punkten pro Spiel, was für die Westfalen nicht zufriedenstellend war. Sieht man sich jedoch das Torverhältnis genauer an, so stellt man fest, dass Schalke mehr Tore schoss als sie selbst hinnehmen mussten. Auf ein einzelnes Spiel betrachtet kommen die Königsblauen hier auf 1,32 geschossene und 1,15 kassierte Tore pro Spiel. In der Europa League sah das sogar noch besser aus. Hier schossen die Schalker in 12 Spielen 19 Tore und erhielten nur 9 Gegentreffer.

Die Schalker waren unter Markus Weinzierl ein Team, dessen Laufbereitschaft im Durchschnitt lag. Auf die komplette Saison betrachtet, legten die Spieler durchschnittlich 114,94 km pro Partie zurück. Am meisten liefen sie in dem Spiel gegen den SC Freiburg am 15. Spieltag. Auf dem Zettel stehen 124,64 km. Doch das half ihnen leider auch nicht dabei, das Spiel zu gewinnen, denn die Partie endete in einem 1:1.

Um Tore zu schießen, muss man natürlich auch Torschüsse abgeben. In einer Partie geschah das durchschnittlich 13,03 Mal. Ein wahres Torschuss-Festival zeigte Schalke am 29. Spieltag gegen SV Darmstadt 98. 26 Mal versuchte der Club aus Nordrhein-Westfalen ein Tor zu erzielen. Sie schossen zwar eins, doch am Ende stand eine 2:1-Niederlage auf dem Papier. Dies wiederum zeigt, dass Torschüsse nicht alles sind und es auch auf die Effektivität ankommt.

Natürlich haben wir auch einen genauen Blick auf das Passspiel geworfen. Unser FCA ist dafür bekannt, dass wir im Gegensatz zu den großen Vereinen recht wenige Pässe spielen, da wir in der Regel auf schnelles Umschaltspiel setzen. Bei Schalke sah das etwas anders aus. So spielten sie pro Partie 464,50 Pässe, von denen für gewöhnlich 78,24 Prozent beim eigenen Mann ankamen. Das bedeutet zugleich eine Fehlpassquote von 21,76 Prozent. Sprich von 464,50 gespielten Bällen landeten ca. 96 beim Gegner.

Zwei weitere wichtige Faktoren sind natürlich auch der eigene Ballbesitz sowie die Zweikampfquote. Hierbei kommt Schalke unter Weinzierls Führung auf einen durchschnittlichen Ballbesitz von 51,06 Prozent und gewann 49,27 Prozent aller Zweikämpfe. Nur mal so kurz zum Vergleich (und als kleiner Ausblick auf die nächste Folge): In unserer zweikampfstärksten Saison (2014/15) erreichten wir mit dem gebürtigen Straubinger eine Quote von 52,09 Prozent.

Ein Pfälzer in Schwaben

Nach seiner Entlassung bei den Königsblauen am 09.06.2017 war Markus Weinziel über ein Jahr lang ohne Beschäftigung. Doch am 09.10.2018 wurde er vom abstiegsbedrohten VfB Stuttgart unter Vertrag genommen. Die Schwaben standen zu jener Zeit auf dem letzten Tabellenplatz. Bis dato hatten sie unter Trainer Tayfun Korkut in 7 Partien nur 5 Punkte gesammelt und auch das Torverhältnis sah mit 6:13 nicht gerade rosig aus.

Das Team Weinzierl und Beller sollten es also richten, doch auch ihr Einstand misslang. In den ersten drei Partien setzte es saftige Niederlagen gegen Dortmund, Hoffenheim und Frankfurt. Man schoss nicht ein einziges Tor und kassierte selbst ganze 11 Stück. Allgemein würde ich Weinzierls Episode in Stuttgart als die schwierigste überhaupt bezeichnen. In 23 Spielen in der Bundesliga verlor man ganze 15 Mal. Nur 4 Siege konnte der VfB einfahren und ebenfalls 4 Mal trennte man sich unentschieden.

Begeisterung sieht anders aus… (Foto: DeFodi501 via imago)

Die Punkteausbeute ist also insgesamt ziemlich mangelhaft. Nur 16 Punkte bedeuten einen Schnitt von 0,70 Punkten pro Partie. Auch das Torverhältnis kann man nicht als gut bezeichnen. In den 23 Ligaspielen schoss Stuttgart gerade einmal 21 Tore, also 0,91 je Spiel. Gegentreffer musste man ganze 54 hinnehmen, was wiederum einen Schnitt von 2,35 Gegentoren bedeutet. Das einzig positive aus jener Zeit ist, dass Weinzierl es schaffte, den VfB Stuttgart von Rang 18 auf den Relegationsplatz zu bringen. Das ist aber auch schon alles.

Datenspielchen

Die Daten, die Markus Weinzierl mit dem VfB Stuttgart erreichte, sind denen von Schalke jedoch gar nicht so unähnlich. So schossen die Württemberger im Durchschnitt 12,04 Mal auf den gegnerischen Kasten. Das ist gerade einmal ein Torschuss weniger als Schalke in der Saison 2016/17 erreichte. Und nur mal zum Vergleich: Der Kader der Königsblauen im Jahr 2016/17 war ganze 217,25 Millionen Euro wert. Der von Stuttgart zwei Jahre später nur 143,75 Millionen Euro. Das mag vielleicht etwas weit hergeholt sein, doch Qualität hat auch ihren Preis.

Was das Laufen angeht, so sind die Werte von Schalke und Stuttgart wieder sehr ähnlich. Die Stuttgarter liefen pro Partie 114,80 km. Die höchste Laufstrecke legten sie in der Partie gegen Werder Bremen am 23. Spieltag zurück. Nach 123,36 km stand immerhin ein 1:1 auf dem Papier.

Bei den gespielten und angekommenen Pässen kann Stuttgart allerdings nicht ganz mithalten. In den 34 Partien in der ersten Liga kommt der VfB unter Weinzierl auf durchschnittlich 394,09 Pässe pro Spiel, von denen 295,74 beim eigenen Mann ankamen. Das ergibt somit eine Passquote von 73,95 Prozent. Das wiederum bedeutet, dass 26,05 Prozent der abgespielten Bälle beim Konkurrenten landeten. Was jedoch auffallend ist, ist, dass die Stuttgarter unter Weinzierls Führung in puncto Zweikampf stärker waren als Schalke. Hier kommen sie auf eine Zweikampfquote von 51,61 Prozent. Zudem gehörten ihnen 45,04 Prozent der Spielanteile während einer Partie.

Ex-Klub sorgt für Entlassung

Weinzierls Zeit bei den Schwaben endete am 20.04.2019 nach nur 193 Tagen im Amt. Nach der peinlichen 6:0 Pleite gegen niemand anderen als unseren FCA, zogen die Stuttgarter schließlich die Reißleine.

Nach dem überaus enttäuschenden Spiel in Augsburg sind wir aber zu der Überzeugung gekommen, dass wir die Situation neu bewerten müssen und ein klarer Schnitt zwingend notwendig ist.

Sportvorstand Thomas Hitzlsperger über Weinzierls Entlassung

Ich war an jenem Tag im Stadion und habe den höchsten Sieg der Bundesligahistorie unserer Jungs gefeiert. Dennoch tat mir Markus Weinzierl in diesem Moment unglaublich leid. Egal wie abstrus die Trennung mit ihm damals ablief, aber das hatte er nicht verdient, denn er hat als Trainer immer sein Bestes gegeben.

Der VfB Stuttgart landete am Ende der Saison auf dem Relegationsplatz, wo sie nach einem 2:2 und einem 0:0 gegen Union Berlin den Kürzeren zogen.

Ausblick

Nun wisst ihr also, wo Markus Weinzierl neben dem FCA noch als Trainer fungierte. Mittlerweile läuft die Bundesliga wieder und es wird sich zeigen, ob bei unseren Jungs der “Weinzierl – Effekt” einschlagen wird. Sprich, ob sie mutig, giftig und eklig aufspielen wie zu unseren besten Zeiten. Ich persönlich hoffe es sehr und möchte hierbei anmerken, dass man genau diese Ansätze bereits in dem Testspiel gegen PSG sehen konnte. In der Defensive standen wir sehr stabil, gingen mutig in die Zweikämpfe und spielten unsere Umschaltmomente sehr präzise und wohl durchdacht aus.

In der nächsten Folge unserer zweiteiligen Serie werden wir uns natürlich Weinzierls Zeit beim FCA genauer anschauen. Und hierbei haben wir uns etwas besonderes ausgedacht. In einem kleinen Trainerduell werden wir betrachten, wie erfolgreich unser Coach wirklich bei uns war. Dazu haben wir alle Spiele seiner sämtlichen Nachfolger genauer unter die Lupe genommen. Hierbei werden wir vielleicht auch sehen, was uns in dieser Saison erwarten könnte, wenn unsere Jungs den Plan des Trainers perfekt umsetzen. Ihr dürft also gespannt sein.

Matchball

Der erste Matchball um den direkten Klassenerhalt steht heute Abend an, wenn im Schwabenderby der FCA beim VfB Stuttgart zu Gast ist. Hierbei rückt insbesondere Neu-Coach Markus Weinzierl (unfreiwillig) in den Mittelpunkt des Geschehens, da dieser eine lebhafte sportliche Vergangenheit bei beiden Clubs hat. Insbesondere die unrühmliche 6:0-Niederlage der Stuttgarter gegen den FCA im Jahr 2019 erhitzt noch heute Fan-Gemüter auf VfB Seiten und erfreut insbesondere die FCA-Fans unter uns.

Matchball: es geht um viel und die Anspannung ist hoch (Foto: Peter Schatz / Pool via Imago)

Um die besondere sportliche Brisanz der Partie einzuordnen und auch die Rückkehr von Weinzierl in die Bundesliga zu thematisieren, konnte RoGaz-Autorin Irina im Vorfeld die beiden VfB Fans Steffen (Twitter: @Bruddelei) und Benjamin (@VfBenito) sowie die FCA-Anhänger Leandro (@leandro1907_) und Chris (FCA_Chris1907) für einen virtuellen Austausch gewinnen.

Ein kleiner Tipp noch am Rande: Steffen führt selbst einen Blog und einen Podcast unter dem Namen Bruddelei. Schaut/lest doch mal rein!

Schwabenwechsel

Zu Beginn erst einmal die Frage an die beiden FCA Fans, was sie denn vom ablösefreien Abgang des gebürtigen Stuttgarters Rani Khedira halten. Es wurde zuletzt offiziell vom FCA bekannt gegeben, dass Rani beim FCA nicht verlängert, sondern sich im Sommer Union Berlin anschließen wird:

Leandro wird vor allem Rani Khedira als Mensch vermissen: “Sportlich ist dies sicherlich verschmerzbar. Rani ist nicht unersetzlich beim FCA. Menschlich finde ich es dennoch sehr schade, da Rani ein sympathischer Spieler ist. Ich hoffe aber auf einen guten Nachfolger im FCA-Dress.” Chris ergänzt noch, dass der FCA in Rani einen sehr mannschaftsdienlichen Spieler verliert, der sich immer den Augsburger Zielen untergeordnet hat. Dafür sind wir alle dankbar und möchten uns für vier erfolgreiche Jahre zusammen bedanken. Viel Erfolg in der Hauptstadt!

Wenn wir schon von Schwaben sprechen, dann darf der gebürtige Ulmer Erik Thommy – als ehemaliges Augsburger Eigengewächs – nicht fehlen. Derzeit steht er (noch) beim VfB Stuttgart unter Vertrag. Allerdings weist derzeit vieles auf eine Trennung im Sommer hin, so sagt VfB-Anhänger Steffen, dass Erik Thommy seit jeher einen schweren Stand bei den Stuttgartern hat. Zuletzt hatte er nach einer auskurierten Ellbogenverletzung Schwierigkeiten, in den Kader zu rücken. Dies liegt möglicherweise an dem überragenden Flügelspieler Borna Sosa als direkten Konkurrenten auf der Position: “Sosa ist derzeit einer der besten Linksaußen der Liga”, so Steffen. Für den VfB wäre der Ausfall von Sosa also eine deutliche Schwächung, Benjamin meint hierzu: “Seine grandiosen Flanken würden uns fehlen. Einen richtigen Ersatz für Borna haben wir bis dato nicht.”

Immerhin droht Sosa für die Partie gegen den FCA auszufallen. Erik Thommy wäre vermutlich erster Ersatz für den agilen Kroaten. Es könnte demnach ein Wiedersehen mit seinem Heimatverein geben!

Ein dritter (Augsburger) Bekannter steht derzeit im Tor des VfB Stuttgart – und ist dort sportlich nicht mehr wegzudenken. Der Schweizer Keeper Gregor Kobel stand in der Rückrunde der Saison 2018/19 im Tor des FCA, man kennt sich also. Auch hier gibt es möglicherweise ein Wiedersehen mit einem alten, gern gesehenen Bekannten. Um den sich weiterhin hartnäckig Wechselgerüchte ranken – unter anderem ist wohl der BVB am 23jährigen dran. Steffen schiebt dem Wechsel auf jeden Fall einen deutlichen Riegel vor, “er darf nicht gehen!” Für Kobel könnte der VfB möglicherweise an seine Schmerzgrenze gehen. Der BVB müsste also, genauso wie alle anderen Interessenten, tief in die eigene Tasche greifen.

Zurück am Lech -“Pech” beim VfB

Markus Weinzierl wird – wie eingangs schon angemerkt – am Freitagabend im Mittelpunkt stehen. Zumindest vor Anpfiff. Der neue-alte FCA-Trainer stand in seiner Laufbahn als Trainer schon an beiden Seitenrändern. Für die Augsburger ist es nun die zweite Amtszeit Weinzierls – die meisten Fans bejubeln dies auf den Social Media Kanälen.

Auch Leandro sieht die Rückkehr von Weinzierl positiv: “Ich bin richtig glücklich über die Rückkehr von Markus Weinzierl. Er kennt die Strukturen, das Umfeld und einige Spieler noch aus seiner ersten Amtszeit hier am Lech. Es ist wohl kaum Einarbeitung nötig und wenn man die erste PK von ihm gesehen hat, merkt man die Identifikation mit dem FCA deutlich!”

Auf die Frage hin, ob der Wechsel gegebenenfalls nicht sogar schon zu spät gewesen ist und ob Weinzierl wirklich zum FCA passt, entgegnet der Wahl-Österreicher Chris: “Die Ergebnisse haben einfach zuletzt nicht mehr gestimmt! Der Wechsel – von Heiko Herrlich zu Markus Weinzierl – war an sich nun ein notwendiger und wichtiger Schritt, aber meiner Meinung nach schon etwas zu spät. Markus Weinzierl passt aber als Niederbayer sehr gut zum FC Augsburg als Verein, er ist ein super Kerl und ein ebenso guter Trainer!”

In Stuttgart hingegen hat man den heute 46jährigen Coach gar nicht gut in Erinnerung: “Weinzierl ist – wenn man auf die Ergebnisse zu Beginn schaut – nicht gut in seine Amtszeit beim VfB gestartet. Davon hat er sich nie richtig erholt. Insgesamt war dies aber vom VfB Stuttgart generell keine gute Saison. Ich habe keine positiven Erinnerungen an Weinzierl”, meint Benjamin rückblickend. Steffen stimmt Benjamin hier unumwunden zu, ergänzt weiterhin noch, dass Markus Weinzierl mit einer sehr weltmännischen Art im Ländle aufgetaucht ist, da er zuvor bei ManCity hospitiert hatte. “Er hat sich ein wenig selbst überschätzt. Ich habe Markus immer – ehrlich gesagt – für ein wenig zu soft für den Profifußball gehalten.”

Weinzierl und der FCA – das passt. Auch aus VfB-Sicht, so sagt Steffen beispielsweise: “Weinzierl braucht als Trainer offensichtlich ein ideales Umfeld und das hatte er damals in seiner erfolgreichen Zeit beim FC Augsburg. Da waren aber auch eher umgängliche Typen dabei, so zumindest meine Wahrnehmung als Außenstehender, keine schwierigen Charaktere. Das hat einfach sehr gut funktioniert.”

Beim VfB hingegen habe er nie eine richtige Handschrift seitens des Trainers gesehen, Formationen wurden häufig gewechselt, Spieler positionsfremd eingesetzt. Alles in allem war die damalige 6:0 – Klatsche gegen den FCA, die in der Entlassung Weinzierls mündete, der unrühmliche Höhepunkt einer eher unglücklichen Liaison. Steffen wäre aber trotz allem nicht abgeneigt, mit der Privatperson Markus Weinzierl ein Bierchen oder zwei zu trinken, denn ein netter Typ sei er allemal.

Markus’ Auftrag

Was Weinzierl in den nächsten drei Spielen noch bewirken kann, das steht (noch) in den Sternen. Spielerisch wird er wohl keine großen Veränderungen vornehmen können, aufgrund der Kürze der Zeit, meint Leandro. “Aber in diese blutleere Truppe ein wenig Leben reinbringen, das kann er”, weiß der 18jährige Augsburger. Sowohl Chris, als auch Leandro (und auch die Autorin des Beitrags) erhoffen sich die Rückkehr der berühmt-berüchtigten “Augsburg DNA”. Oder wie es Twitter-User @Urbster zuletzt kompakt in einem Post ausdrückte:

Weinzierl selbst kündigte indes bereits an, auf altbewährte Kräfte und ihm aus erster Amtszeit noch bekannte Spieler zu setzen, wie beispielsweise André Hahn, Jan Moravek oder Alfred Finnbogason. “Mit den Spielern, die ich noch kenne, verbinde ich viele positive Erlebnisse”, sagte Markus Weinzierl zuletzt gegenüber der Augsburger Allgemeinen.

Chris wünscht sich von Markus Weinzierl, dass er den Klassenerhalt – mit bewährten Kräften – gegen den VfB Stuttgart bereits eintütet. “Danach könnten wir Perspektivspieler, wie Civeja, Berisha und Cheon, eine Chance geben, Bundesligaluft zu schnuppern”. Er habe die Hoffnung, dass Markus Weinzierl als moderner Trainer längerfristig am Lech bleibt, trotz des in Anführungszeichen “nur” einjährigen Arbeitspapiers. “Der FCA braucht nach Herrlich eine Art Kur. Die Länderspielpause kam genau richtig, das Team konnte sich nun über knapp zwei Wochen hinweg finden, der Trainer noch kurzfristig was einstudieren”, resümiert er.

Der Gegner

Am Freitagabend stehen sich zwei Teams gegenüber, deren Gemütslage derzeit nicht unterschiedlicher sein könnten. Während der FCA in der Selbstfindungsphase steckt und derzeit nicht gerade auf einer Erfolgswelle surft, strotzt Stuttgart mit genugtuendem Blick auf die Tabelle vor Selbstbewusstsein. Der VfB Stuttgart ist wieder wer! Trotz aller internen Machtkämpfe hat die Mannschaft immer abgeliefert. Nicht nur in Augsburg nimmt man dies anerkennend wahr.

“Der VfB Stuttgart hat ein geiles Team, ich mag vor allem Wataru Endo, den würde ich sofort zum FCA holen”, sagt Leandro, während Chris sich insbesondere vom jungen Torjäger Sasa Kalajdzic beeindruckt zeigt. So ein Knipser fehlt dem FCA in dieser Saison. Ein Spieler, auf den der FCA – neben den bereits genannten – besonders achten sollte, ist laut VfB-Fan Steffen der offensive Mittelfeldspieler Philipp Förster: “Förster ist ein sehr guter Box-to-Box-Spieler, zudem einer der lauffreudigsten Spieler der Liga.”

Förster ist einer der Spieler, auf den der FCA im Spiel besonders achten sollte (Foto: A2 Bildagentur/Peter Hartenfelser via Imago)

Wie die Aufstellung des VfB gegen den FCA aussehen könnte, beantwortet Stuttgart-Anhänger Benjamin:

Kobel - Mavropanos, Anton, Kempf - Castro (C), Endo - Sosa, Förster, Massimo, Klimowicz  - Kalajdzcic 

Hinter Keeper Kobel steht derzeit noch ein Fragezeichen. Ausfallen werden laut PK des VfB sicher Kapitän Castro, Kaminski, Mangala und Gonzalez. Wünschen würde sich Benjamin, dass das Nachwuchsjuwel Mohamed Sankoh ein paar Spielminuten erhält. Denn für den VfB geht es tabellarisch nicht mehr um allzu viel. Der erst 17jährige Stürmer kam vor der Saison von Stoke nach Schwaben und gilt als vielversprechendes Talent.

Benjamin und Steffen sind sich einig: “Der Blick auf die Tabelle ist richtig entspannt.” Steffen hofft, dass man in den letzten drei Spielen den Lernprozess weiter vorantreiben kann, tabellarisch erhofft er sich indes nicht mehr viel. “Mir macht nicht mal eine Klatsche was aus, um ehrlich zu sein. Es geht um die spielerische Weiterentwicklung, um den Lernprozess des Teams”. Mit Blick auf den FCA glauben beide an den direkten Klassenerhalt. Benjamin prognostiziert, “es wird Bremen und Hertha neben S04 erwischen, der FCA hält die Klasse.”

Begehrter Udo

Die Hiobsbotschaft gab es dann schon ein paar Tage vor dem Spiel: Felix Uduokhai fällt für die letzten drei Saisonspiele verletzt aus, benötigt sogar eine OP. Ausgerechnet ebenjener Uduokhai, der innerhalb der letzten Saison beim FCA sogar zum Nationalspieler gereift ist. Das ist bitter! Wir wünschen Felix gute Besserung an dieser Stelle. Leandro beantwortete via Twitterpost dann auch gleich die Frage, wer ihn ersetzen darf – Spoiler: Es ist NICHT Marek Suchy.

Insbesondere Felix Uduokhai hat’s unseren beiden VfB Stuttgart Anhängern angetan. Wenn sie einen Augsburger nach Stuttgart lotsen dürften, würde die Wahl der beiden wohl auf “Udo” fallen. “Er ist ein fairer Sportsmann und ein richtig guter Abwehrspieler”, so Benjamin. Steffen ergänzt: “Er ist ein wirklich sympathischer Typ, den würde ich mit Kusshand nehmen. Meine Nummer zwei vom FCA wäre dann noch Ruben Vargas.”

Felix fällt die restlichen Saisonspiele aus – bittere Nachricht für den FCA. Er wird uns sehr fehlen!

“Hässliches Unentschieden”

So ganz klar ist die taktische Ausrichtung des FCA gegen den VfB noch nicht. Markus Weinzierl lässt sich verständlicherweise nicht in die Karten blicken, möchte nicht preisgeben, auf wen er setzt. Es wird – wie bereits vermutet – eine Mischung aus altbewährten und altbekannten Kräften sein. Die Aufstellung des FCA könnte also wie folgt aussehen:

Gikiewicz - Framberger, Gouweleeuw, Oxford, Gumny - Moravek, Gruezo - Vargas, Richter, Hahn - Niederlechner

Aufpassen müssen insbesondere Jeff, Framberger, Gruezo, Strobl und Gumny. Jeff geht mit neun, Framberger, Strobl, Gruezo und Gumny mit je vier gelben Karten in die Partie gegen die “anderen Schwaben”. Bei einer weiteren Karte müssten diese also in der so wichtigen Partie gegen den direkten Konkurrenten aus Bremen pausieren. Alfred Finnbogasons Einsatz ist nach wie vor fraglich. Laut Markus Weinzierls Aussagen in der PK vor dem Spiel wird man alles versuchen, um den verletzungsanfälligen Isländer bis Freitagabend fit zu kriegen. Ein Startelfkandidat ist der somit aber eher weniger.

Zuletzt wurde natürlich nach den Tipps zum Spiel gefragt. Und hier gingen die Meinungen teilweise auseinander: Während Benjamin sich weit aus dem Fenster lehnt und ein souveränes “4:2 für den VfB” prognostiziert, tippt Steffen auf ein “hässliches 0:0”. Auch Leandro tippt auf ein Remis – ein “hässliches 1:1”. Chris schließt sich an und setzt auf ein Unentschieden, jedoch auf ein torreiches. Sein Tipp lautet 3:3 – erstauntes Schweigen und die verdatterte Nachfrage von Leandro “wer soll denn die Tore beim FCA schießen?” waren die Folge. Die Antwort darauf ist bis heute noch nicht gefunden. Möglicherweise wird sie nie ans Licht kommen.

Matchball!

RoGaz Autorin Irina – auch bekannt als Miss 2:1 – bildet den Schlusspunkt: Ich tippe ganz standesgemäß und sehr mutig auf einen 2:1 Erfolg für den FCA. Warum? “Weil ich ganz arg an den Impuls des Trainerwechsels glaube. Und weil ich denke, dass dies Kräfte in der Mannschaft freigesetzt hat.”

Matchball Nummer 1 liegt bereit – möge das bessere Team gewinnen. In diesem Fall hoffe ich, dass der Bessere der FCA ist. Auf gehts Augsburg, kämpfen & siegen.

Danke zum Schluss noch an Steffen, Benjamin, Leandro und Chris für das Interview! Gut Kick!

Die unwahrscheinliche Geschichte des Tobi Werner

Dieser Text erschien zuerst in der Kolumne „Einwurf aus der Rosenau Gazette“ bei presse-augsburg.de.

Es muss qualvoll gewesen sein. Am letzten Spieltag der Saison 2007/2008 spielte Carl Zeiss Jena in Augsburg. Jena war zu diesem Zeitpunkt schon abgestiegen, konnte Augsburg aber noch mit in den Abgrund ziehen. In der Woche vor dem Spiel wurde bekannt, das Tobi Werner nach der Saison von Jena nach Augsburg wechseln würde. Er verbrachte das gesamte Spiel auf der Bank. Die Partie endete 1:1 unentschieden und der FCA hielt nur durch das bessere Torverhältnis gegenüber den Kickers aus Offenbach die Klasse. Wenn ich mich an diese Partie im Rosenaustadion erinnere, stellen sich mir immer noch die Nackenhaare auf. Zwei Jahre nach dem Aufstieg in die zweite Liga war der FC Augsburg dem erneuten Abstieg in die Drittklassigkeit nur knapp entkommen. 

Während seiner letzten Saison in Jena war Tobi Werner im Profifußball angekommen und mit 8 Toren und 6 Vorlagen ein Leistungsträger in einer schwachen Jenaer Mannschaft. Nach seinem Wechsel nach Augsburg sollte er in seinem ersten Jahr direkt eine ähnliche Rolle übernehmen. 32 Einsätze, in denen er hauptsächlich unter dem Trainer Holger Fach 6 Tore und 7 Vorlagen beisteuerte, waren ein sehr solider Einstand. Allerdings überzeugte der FCA damals sportlich selten. Viele FCA-Fans verdrängen dieses Jahr deswegen aus ihrem Gedächtnis.

Es kam mit Jos Luhukay ein neuer Trainer, und mit Ibrahima Traore und Axel Bellinghausen im Sommer 2009 starke Konkurrenz für seine linke Seite. 7 Einsätze in der zweiten Liga in 2009/10 (1 Tor/1 Vorlage) und 21 Einsätze in 2010/11 (5 Tore/2 Vorlagen) teilweise auch auf der rechten Seite ließen zumindest auf den Rängen Zweifel aufkommen, ob Tobi Werner jemals mehr als ein durchschnittlicher Zweitligaspieler sein würde. Die Mannschaft schaffte in 2011 den Aufstieg in die erste Liga. Tobi Werner ist einer dieser Aufstiegshelden, war aber damals kein Anker der Mannschaft. Wenn man zu dieser Zeit in Augsburg Umfragen durchgeführt hätte, welcher Spieler den Sprung in die erste Liga nicht schafft und wem man zum Abshied raten würde, dann hätte Tobi Werner wohl einen führenden Platz eingenommen. Er selbst war anderer Meinung und er sollte Recht behalten. 

Vor dem ersten Bundesligajahr des FC Augsburg wurde vielerorts spekuliert, wann der Abstieg unseres Provinzvereins feststehen würde. Unter Jos Luhukay wurde defensiv sehr solider Fußball gespielt und die Klasse letztendlich gehalten. Tobi Werner schoss ein Tor und bereitete ein weiteres vor. Das Bundesligamärchen in Augsburg ging weiter, aber das dauerhafte Zittern war noch nicht überwunden. Jos Luhukay wechselte nach Berlin, Markus Weinzierl kam. Mit ihm zuerst auch die schlechteste Hinrunde des FCA in der Bundesliga, bevor er nach der Winterpause wundersamerweise den Klassenerhalt sicherte. Tobi Werner spielte 30mal, erzielte 5 Tore und bereitete  7 weitere vor. Wie der FC Augsburg selbst war er nun komplett in der Bundesliga angekommen. Das verflixte zweite Jahr war überstanden. Was danach kam, sind bis jetzt die besten Jahre der Vereinshistorie. In 2013/14 wurde der FCA Achter, Tobi Werner spielte 31mal, schoss 9 Tore und bereitete 9 vor. Im Jahr des Europa League Einzugs spielte er erneut 31mal, erzielte 8 Tore und bereitete 5 vor. Er war ein Anker dieser tollen Mannschaften, ein Stützpfeiler, und die Zweifler waren zur Ruhe gebracht.

In der letzten Saison kamen zwar erneut 13 Bundesligaeinsätze hinzu, allerdings wurde Tobi Werner durch ein langwierige Verletzung zurückgeworfen und konnte sich in der zweiten Saisonhälfte nicht mehr gegen die starke Konkurrenz im Kader durchsetzen. Tobi Werner wechselt zur Saison 2016/17 zum VfB Stuttgart in die zweite Bundesliga. Tobi Werner bleibt zum heutigen Tag der Rekordtorschütze des FCA in der ersten Liga. Unvergessen sind seine Turban-Auftritte. Tobi Werner bleibt ein Spieler, der in den Geschichten über diese erfolgreichen Jahre, eine bedeutende Rolle einnehmen wird. 

Bei den Fans wird er dabei immer eine Sonderrolle haben. Eine Sonderrolle, die er durch sein eigenes Verhalten geschaffen hat. So war er es, der Simon, den verunglückten Ultra-Fan, in der Unfallklinik in Murnau besuchte. Und er ist es, der durch seine Leistungen den FCA symbolisierte wie kein anderer. Weniger athletisch als mancher Konkurrent, technisch vielleicht auch nicht ganz so versiert, hatte er immer ein größeres Herz und einen größeren Glauben an sich selbst als alle anderen. Es war nicht möglich, nicht mit ihm zu leiden oder sich nicht mit ihm zu freuen. Und wenn nach seinem Wechsel nach Stuttgart nur eine Eigenschaft von ihm in Augsburg verbleiben soll, so ist es dieser Glaube an sich selbst. Vor einigen Jahren hat keiner an uns geglaubt und die Zeiten der Zweifler werden wieder kommen. Aber so wie Tobi Werner sich von außen nicht hat sagen lassen, wo seine Grenzen liegen, so sollten wir das auch nicht tun. Wir sollten weiter Visionen haben und nach vorne schauen. Unsere besten Jahre liegen noch vor uns. 

Das wir dabei Tobi Werner wiedersehen ist selbstverständlich. Er sieht sich als Teil der Familie und das ist sehr schön. Mit seiner Familie ist er in Augsburg heimisch geworden. Identifikation ist was das Fan-Sein ausmacht und diese Identifikation ist ein starkes Band, das unterschiedlichste Menschen und auch uns mit Tobi Werner verbindet. Bessere Vorbilder für unsere Jugend kann es nicht geben und ich hoffe Tobi Werner gibt seine Überzeugungen an Jugendspieler in Augsburg nach seiner aktiven Karriere weiter. Wer, wenn nicht er, soll unsere eigene Jugend spätestens dann auf Bundesliganiveau heben?