TGIF: Zeit, wieder an Fußball zu denken

Servus in die Runde. Wir probieren hier mal wieder etwas neues. Regelmäßig vor den Spieltagen wollen wir an dieser Stelle alle wichtigen und unwichtigen Informationen zusammenfassen, so dass ihr liebe Leser, potentiell die Klugscheißer des Wochenendes sein könnt. Einmal auf dem Weg ins Stadion hier reingeschaut und schon ist die Vorbereitung abgeschlossen. Zumindest für euch. Versuchen wir es einfach mal.

Fakten über das Spiel: #FCABVB

Es spielt der Vierte beim Zehnten. Dortmund hat in dieser Saison die Erwartungen bisher nicht immer erfüllen können. Wir enttäuschten nur in der ersten Hälfte der Hinrunde, bevor wir zu einem fulminanten Lauf ansetzten. Nach dem Abschluss der Hinrunde ging es zuerst in den wohlverdienten Weihnachtsurlaub und danach ins Traininslager auf Malta. Dort haben wir zwei Testspiele absolviert. Im ersten konnten wir uns mit der zweiten Garde gegen den maltesischen Erstligisten Hibernians FC 4:0 durchsetzen. Edu Löwen trifft und wirbelt direkt beim Debüt im FCA Trikot. Im zweiten reichte es in nomineller Topbesetzung nur zu einem 3:3 gegen Cercle Brügge. Fredrik Jensen rettete nach Einwechslung das Unentschieden.

Mit dieser Form und nach dem Ende der Rückrunde hat sich Fredrik Jensen seinen Platz in dieser Offensivreihe verdient. Ob er ihn gegen Edu Löwen verteidigen kann? (Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)

Am Auffälligsten waren allerdings die Fehlerketten in der Abwehr, die zu den Gegentoren führten. Die Kernfrage, die beantwortet werden muss: Konnten wir die Form in der Winterpause konservieren?

Der Gegner

Obwohl die Bayern geschwächelt haben, sieht es nicht nach einem Meisterschafts-Run der Dortmunder aus. Die Dortmunder haben sich auf einer Position verstärkt, auf der sie bisher sehr dünn besetzt waren: im Sturm. Erling Haaland kam von RB Salzburg und hat international viele Vorschusslorbeeren geerntet. Als Abgang steht Julian Weigl fest, der zu Benfica Lissabon wechselte. Aber auch jegliche Information zur Aufstellung oder Taktik der Borussia wird uns nicht verraten, welche Seite sie uns in Augsburg zeigen wird. Ob die Dortmunder in der Rückrunde eine Überraschungstüte bleiben werden? Die Testspiele des BVB haben in dieser Hinsicht nicht für Klarheit gesorgt, denn auch die Dortmunder lieferten durchwachsene Leistungen ab.

Die Presseschau

Daniel Baier gab dem Sport-Magazin Socrates ein ausführliches Interview. Wenn die Aussagen des Maestros mal keine interessante Lektüre ergeben nach der Nachricht zur Vertragsverlängerung um ein Jahr. Auf der Spielerseite kann man ansonsten noch Noah Sarenren Bazee im Blick behalten. Der kicker hat schön dargestellt, wie er durch die lange Genesungsphase und die Geduld in der Rückrunde zur Überraschung werden kann.

Zur Bescheidenheit des FCA sollte man erwähnen, dass der FCA eine Promo-Reise in die USA vereinbart hat. Der Haken? Man plant, nicht auf dem Relegationsplatz zu landen, denn die Reise findet zu den Terminen der Relegationsspiele statt. Wenn die Verantwortlichen in der Rückrunde den Ball flach halten wollen und daran erinnern, in der Tabelle nach unten zu schauen, kann diese kleine Terminüberschneidung wohl als Erwiderung dienen.

Was es diese Woche nicht in diese Kategorie geschafft hat:

  • Informationen zu den Urlaubsorten unserer Spieler
  • Aussagen eines ehemaligen Co-Trainers, der versucht nicht in Vergessenheit zu geraten

Der Traum der Woche

Der FC Augsburg ist dafür bekannt, dass man immer wieder neues mit diesem tollen Verein erlebt. Etwas, das man vorher entweder noch nie erlebt hat oder für vollkommen unwahrscheinlich hielt. Ein Sieg zum Rückrundenstart gegen die Borussia aus Dortmund würde immer noch in diese Kategorie fallen. Die Borussia aus Dortmund ist immer noch einer der Top Clubs in der Liga. Ein Sieg wäre immer noch eine gr0ße Überraschung. Ich wünsche es mir so sehr!

Wenn Erling Haaland bei seinem Debüt für den BVB in der Bundesliga den Ball flach halten könnte, wäre das förderlich. (Photo by Francesco Pecoraro/Getty Images)

Randnotiz: Ein gewisser Pierre-Emerick Aubameyang hat bei seinem Bundesligadebüt in Augsburg 3 Buden erzielt und uns quasi im Alleingang erledigt. Die Dortmunder wussten damals noch nicht einmal, wie sein Name korrekt ausgesprochen gehört. Vielleicht doch französisch? Erling Haalands Einstand fällt hoffentlich deutlich bescheidener aus.

Was macht eigentlich Iago?

Eigentlich wollen wir an dieser Stelle zukünftig auf ehemalige Spieler schauen. Heute schauen wir mal kurz auf Iago. Iago kann dem FCA leider momentan nicht helfen. Immerhin ist er nicht verletzt, sondern darf für sein Land Brasilien in der Olympiaqualifikation antreten.

Iago hatte zum Ende der Hinrunde einen guten Lauf, wird allerdings vorerst fehlen. Der Grund ist allerdings erfreulich. (Photo by Boris Streubel/Bongarts/Getty Images)

Das Turnier findet in Kolumbien statt und das letzte Spiel für Ihn ist dort am 31.01. gegen Paraguay. In Frankfurt gegen die Eintracht könnte er dann am 07.02. schon wieder für den FCA auflaufen. Wünschen wir ihm bis dahin viel Erfolg, so dass er mit gestärktem Selbstbewusstsein zurückkehrt.

Gazetten Tipps

  • Andy: 1-2 Dortmund ist zum Rückrundenauftakt zu stark und setzt sich über individuelle Einzelaktionen durch. Wir können den BVB allerdings über lange Strecken ärgern und Marco Richter trifft sehenswert zum Anschluss. Am Ende reicht es allerdings nicht ganz zu einem Punkt.
  • Sebastian:Klares 4-1, drei Tore Niederlechner, 1 Tor Löwen. Niemals gefährdeter Heimsieg beim Rückrundenauftakt, Augsburg spielt Dortmund an die Wand und meldet sich zurück im Meisterschaftsrennen mit einem deutlichen Sieg gegen einen Konkurrenten.

Verwirrung, Verwirrung, Verwirrung

FC Augsburg – Borussia Dortmund
(7. Spieltag, 1:2)

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Spitzenspiel, Fünfter gegen Ersten. Besser wurde es an diesem 7. Bundesligaspieltag nicht. Zumindest tabellarisch. Mit Spitzenreiter Borussia Dortmund kam ein Gegner auf’s Lechfeld, dem gerade taktisch und spielerisch alles zu gelingen scheint. Zumindest in der Bundesliga. Unter der Woche, als sich die Baum’schen Mannen die Füße auf die Couchtische legen durften, mussten die Westfalen gegen Real Madrid ran – und bekam eine Lehrstunde, dass alles was in der Bundesliga durchaus glänzen mag, international kaum etwas wert ist. Wenigstens waren sie mit dieser Erkenntnis nicht alleine, denn auch alle anderen deutschen Teams gingen sang- und klanglos unter.

Die Voraussetzungen

Dennoch: Bei Dortmund konnte man so gut wie aus dem Vollen schöpfen. Verletztungssorgen hat Peter Bosz gerade nicht und auch Manuel Baum hatte wieder einmal die Qual der Wahl, wer es in den 18er-Kader schaffen sollte.

Nach der Sperre beim 0:0 in Stuttgart (zu dem ein Spielbericht krankheitsbedingt ausfallen musste, Anm. d. Red.) war auch Daniel Baier wieder im Kader und selbstredend in der Startelf. Zudem bekamen Heller und Gregoritsch die Chance von Beginn an offensiv zu glänzen. Defensiv setzte Baum wieder auf die Variante mit Khedira, der gegen den Ball in die Innenverteidigung zurückfallen sollte.

Spieltaktisch also keine großartige Veränderung zu den Spielen zuvor. Warum auch? Das Konzept geht auf und der FC Augsburg schafft es durch defensive Stabilität und offensive Effektivität – ein Novum! – nach sechs Spieltagen auf sensationelle 11 Punkte.

Das Ergebnis

Dass es bei diesen 11 Punkten bleiben sollte, war insgesamt gesehen ein doch eher unglücklicher Umstand, denn der 2:1-Sieg von Borussia Dortmund hätte locker auch ein Unentschieden werden können. Aber der Reihe nach:

Schon nach 4 Minuten ging der BVB durch Königstransfer Yarmolenko in Führung – ein Tor, das nicht hätte fallen müssen. Nach einer Ecke bekommt die FCA-Defensive den Ball nicht weg und steht sich gegenseitig bei der Verteidigung im Weg. Der Ukrainer versucht sein Glück mit der Hacke und schiebt den Ball an Finnbogason und Hitz vorbei. Dumm gelaufen.

Die Antwort des FCA ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Geburtstagskind Max hat zu viel Platz zum Flanken und platziert die Kugel gekonnt auf Caiubys Kopf, der ebenfalls zu frei steht und nur noch einnicken muss. Starker Spielzug und starke Antwort auf den frühen Rückstand.

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Die nächste Verwirrung im Defensivbereich der Augsburg gab es jedoch wieder eine knappe Viertelstunde später, als sich Max und Hinteregger nicht einig waren, wer denn den Ball nun nehmen soll. Kagawa vollendet die Slapstick-Einlage daraufhin mit dem letzten Treffer des Spiels.

Es hätten jedoch auch noch welche fallen können, denn so lätschert der FC Augsburg in Hälfte Eins auftrat, umso besser wurde es im zweiten Durchgang, in dem Dortmund kaum mehr Raum für eigene Aktionen fand. Bis auf einen guten Kopfball von Aubameyang und einen denkwürdigen Elfmeter durch ebendiesen, gab es für Marwin Hitz wenig zu tun.

Was war gut?

Vor allem im zweiten Durchgang sah man, wie gut Manuel Baum seine Mannschaft auf einen Gegner einstellen kann, der in der Vorwoche noch Borussia Mönchengladbach mit 6:1 vom Platz fegte. Vor allem das schnelle Flügelspiel durch Max, Opare und vorne Caiuby und Heller war ausschlaggebend für die Chancenhoheit der Augsburger in der 2. Halbzeit. Gregoritsch hatte zwei gute Möglichkeiten zum Abschluss, die jedoch an schlussendlicher Dringlichkeit und fehlendem Durchsetzungsvermögen scheiterten.

Vor allem Daniel Opare machte wieder mal ein sensationell gutes Spiel. Schon gegen Stuttgart wurde der Ghanaer zum Man of the Match gekürt, zudem steht er wieder im Nationalmannschaftskader. Vollkommen zurecht, denn auch gegen einen Gegner wie Dortmund ließ der von vielen – inklusive dem Autor – schon abgeschriebene Verteidiger nichts anbrennen und setzte nach Vorne starke Akzente.

Vielleicht ist es ja Manuel Baums pädagogischer Ansatz und das Fehlen eines Paul Verhaegh, das dem Jungspund endlich die Möglichkeit zum Durchbruch gewährt wurde. Verdient hat er es, wie man aktuell sehen darf.

Was war schlecht?

Opare war jedoch, defensiv gesehen, der einzig gute Augsburger auf dem Feld. Vor allem die beiden Innenverteidiger Gouweleeuw und Hinteregger hatten eher einen ihrer schlechteren Tage.

Bei beiden Gegentoren stiften sie mehr Verwirrung als dass sie Schaden reduzieren würden und auch zwischendurch gab es den ein oder anderen Wackler, den eine Mannschaft wie Dortmund gerne mal bestraft.

Hoffen wir, dass es nur Ausnahmen waren und sie in den kommenden Spielen wieder durch ihre Abgeklärtheit auffallen und auch Rani Khedira dem Duo wieder zur Verfügung steht.

 

Und auf den Business Seats?

Wohl nicht nur auf den teuren Sitzen war man heute rund um den Elfmeterpfiff etwas ratlos. Ernüchternd muss man jedoch feststellen, dass alles an dieser Situation korrekt abgelaufen ist und der Videobeweis nun solch kuriose Spielszene wie diese mit sich bringt:

Bei einer Ecke zieht Koo auffällig lange am Trikot eines Dortmunders im Strafraum, was der Schiedsrichter nicht sieht und die Dortmunder nicht lange lamentieren. Die Situation wird entschärft und der FC Augsburg startet den Gegenangriff, der gut eine Minute dauert, ehe der Ball zu einer Ecke auf Dortmunder Seite geklärt wird.

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Doch anstatt zur Ecke, pfeift der Schiedsrichter nach Konsultation des Videos auf Elfmeter für Dortmund. Verwirrung total, denn die vorhergehende Situation am anderen Ende des Spielfelds war gedanklich schon wieder so weit weg, dass das Ganze komplett surreal wirkte. Jedoch:

Die Bewertung (Strafstoß) war korrekt, und die Situation weiterlaufen zu lassen ebenfalls, da der Ball zwischen Foul und Entscheidung nicht im Aus war.

Schlussfolgern wir also: Der Videobeweis macht das Spiel durchaus fairer, jedoch nicht unbedingt ansehnlicher. Aber das wussten viele wohl schon vorher…

Was kommt als nächstes?

Nach Länderspielpause geht es mit schwerem Programm weiter: Der FC Augsburg muss nach Sinsheim, wo eine spielstarke TSG Hoffenheim aufwartet.