Puppngschwätz: Zu Gast im Wespennest

Nach dem beinahe schon desaströsen Auftritt der Augsburger Jungs in Freiburg, den Florian Niederlechner sogar als „Angsthasenfußball“ beschrieb, wartete in dieser Woche ein echter Kracher auf die Spieler unseres Lieblingsvereins. Am Samstagnachmittag ging es gegen niemand Geringeren als den bis dato Tabellenvierten Borussia Dortmund. Doch nicht nur auf diese Partie haben wir in dieser Woche einen Blick geworfen, sondern auch die C-Juniorinnen habe ich mir mal genauer angeschaut. Zudem standen zwei Spiele der U23 und die Pokalpartie unserer Damenmannschaft in der heimischen Karl-Mögele-Sportanlage statt. Auch die Nationalmannschaftsfahrer für die vorstehende Länderspielpause wollen wir natürlich nicht außer Acht lassen.

Oh du liebe Länderspielpause

Die letzte Ligaunterbrechnung liegt noch gar nicht so lange zurück, da steht auch schon wieder die nächste an. Für zahlreiche europäische aber auch südamerikanische Fußballmannschaften geht es in den kommenden beiden Wochen in die nächste Runde der Qualifikation für die umstrittene Weltmeisterschaft 2022 in Katar.

Auch auf Seiten des FC Augsburg wurden gleich mehrere Spieler nominiert, um ihre Länder auf internationaler Ebene zu vertreten. So wurde Frederik Winther erneut in die U21 Dänemarks berufen. Für die Dänen geht es in der Gruppenphase der U21-EM-Qualifikation gegen Schottland und den aktuellen Tabellenführer Belgien, die aber schon ein Spiel mehr hinter sich gebracht haben.

Ebenfalls nominiert wurde unsere Nummer 11 Michael Gregoritsch. Für ihn geht es mit der österreichischen Nationalmannschaft in der WM-Quali gegen Färöer und gegen Tabellenführer Dänemark. In der Gruppe F liegt das Team von Trainer Franco Foda derzeit mit 7 Punkten auf Platz 4. Für die Teilnahme an der Weltmeisterschaft müssten die Österreicher in den kommenden Spielen noch auf Platz 2 klettern. Stand jetzt haben sie einen Rückstand von 4 Punkten.

Sollte er bis dahin seine Krankheit auskuriert haben, darf auch unser Schweizer Flügelflitzer Ruben Vargas wieder internationale Luft schnuppern. Für die Nati geht es am 09.10.2021 zuhause gegen Nordirland, bevor am 12.10.2021 ein Auswärtsspiel in Litauen stattfindet. Das Schweizer Nationalteam liegt in der Tabelle auf Rang 2 hinter Europameister Italien und hätte somit die Qualifikation sicher. Leider sind es noch vier Spieltage, bis das Ergebnis feststeht. Unser Stürmer Andi Zeqiri, der beim letzten Mal ebenfalls an Rubens Seite zur Nationalmannschaft fahren durfte, wurde dieses Mal nicht nominiert. Doch so kann er sich vielleicht noch besser in unser Team einfügen, wie er es schon getan hat.

Auch unser Panther Sergio Córdova darf zu seiner Nationalmannschaft reisen. Für Venezuela stehen gleich 3 WM-Qualifikationsspiele an: Gegen Brasilien, Ecuador und Chile. Da die letzte Partie gegen Chile erst am 14.10.2021 stattfindet, müssen wir damit rechnen, dass uns „La Pantera“ in der wichtigen Partie gegen Arminia Bielefeld, wohl eher nicht zur Verfügung stehen wird. Dies trifft ebenfalls auf Carlos Gruezo zu, der mit Ecuador auf Bolivien (07.10.2021) und Kolumbien (14.10.2021) trifft. Zudem kommt es am 10.10.2021 zum vereinsinternen Duell gegen Sergio Córdovas Venezuela.

Ebenfalls freuen dürfen sich Fredrik Jensen, der mit der finnischen Nationalmannschaft gegen die Ukraine und Kasachstan auflaufen wird, sowie Robert Gumny, dem wir herzlich zur Nominierung in Polens A-Kader gratulieren. Für die polnische Nationalmannschaft geht es gegen Albanien und San Marino. Wir drücken Robert die Daumen, dass er ein wenig internationale Luft auf dem Platz schnuppern darf.

Nach seiner Nominierung für die U21 Polens, darf Robert Gumny nun auch für die Profis ran (Foto: Christian Kaspar via imago)

Und auch Bundesligadebütant Lasse Günther darf erneut internationalen Boden betreten. Mit der deutschen U19-Auswahl tritt der beim so genannten Vier-Nationen-Turnier an. Hierbei trifft die Jugendnationalmannschaft auf die Slowakei (6.10.), Portugal (9.10.) und die Niederlande (12.10.)

Ein Blick auf die jungen Augsburgerinnen

An dieser Stelle möchte ich gerne mal eine Sache hervorheben. Natürlich leidet jeder FC Augsburg Fan Woche für Woche mit der Profimannschaft, denn sie sind das Aushängeschild unseres geliebten Vereins. Doch dahinter steckt so viel mehr. Insgesamt hat der FCA neben den Profis, der „Zwoten“ und den Damen weitere 15 Teams, die Woche für Woche ihr Bestes für den Club geben. Für jeden einzelnen Spieler ist es eine riesengroße Ehre, das Augsburger Wappen mit der Zirbelnuss auf der Brust tragen zu dürfen. Und dennoch bekommen sie nur selten die Aufmerksamkeit, die sie eigentlich verdient haben. Ich selbst bin derzeit des Öfteren bei den C-Juniorinnen zu Gast und kann daher sagen, dass hier nicht nur eine hervorragende Trainerleistung gezeigt wird, sondern dass man auch hier die typischen Augsburger Vereinswerte lebt. Die Mädchen sind eine eingeschworene Truppe und geben in jeder einzelnen Spielminute alles füreinander, aber auch für den “ihren” FCA.

Am Freitag spielten jene Mädels gegen die C-Juniorinnen des SV Mering. Unter den prominenten Augen von Ex-FCA-Stürmer Sascha Mölders, dessen Tochter bei der gegnerischen Mannschaft spielt, sah man eine kämpferische Leistung der Augsburger Nachwuchsdamen. Zwar ging das Spiel leider mit 4:2 verloren, doch an Mut und Kampfgeist ließ es das Team von Trainer Dirk Mielich nicht mangeln. Mering ging bereits nach 3 Minuten durch Madeleine Mayer in Führung, allerdings konnte Stürmerin Emily Kaiser (Ja, mein Mutterstolz zwingt mich dazu, den Namen zu erwähnen) noch vor dem Halbzeitpfiff den Ausgleich erzielen. Und das mit links, obwohl das wirklich nicht ihre Schokoladenseite ist!

In der 42. Minute gelang den Meringern das 2:1. 7 Minuten später fiel erneut der Ausgleich, dieses Mal jedoch durch ein Eigentor. Leider bekam man Madeleine Mayer in der Folge nicht in den Griff, die in der 51. und in der 62. Minute zweimal die Kugel im Augsburger Netz versenken konnte. Dennoch lässt sich sagen, dass die Augsburger Mädels sich niemals aufgegeben haben. Bis zum Schluss versuchten sie alles, um die Partie noch auszugleichen oder sogar zu drehen. Doch manchmal soll es einfach nicht sein.

Die C-Juniorinnen stehen nach derzeit zwei Spielen und 3 Punkten auf dem 3. Tabellenplatz der Gruppenliga Kreis Augsburg. Tabellenführer ist der SV Mering, der aber bereits drei Partien absolviert hat.

Eine Einheit auf und neben dem Platz – Halbzeitanalyse der C-Juniorinnen (Foto: Ralph Reuchlein via FC Augsburg – Frauen-und Mädchenfußball)

Und jetzt ist es an der Zeit, dass ich hier einmal die Werbetrommel rühre. Ich bin der Meinung, dass jedes einzelne Team des FC Augsburg es verdient hat, vor einer gewissen Anzahl an Fans spielen zu dürfen. Egal, welches Geschlecht oder Alter sie haben. Jeder einzelne Spieler vertritt den Club und dessen Werte nach außen und ich finde es nur fair, wenn man diese genauso unterstützt wie die Profis. Deswegen nehmt euch doch mal Zeit und schaut bei einer unserer Jugendmannschaften zu. Die Spielzeiten findet man ganz einfach auf der Homepage des BFV. Glaubt mir, wenn ich euch sage, dass das sehr großen Spaß macht.

Die nächsten Partien der C-Juniorinnen, bei denen auch ich wieder brüllend am Seitenrand stehen werde (Sorry im Voraus, Dirk!), finden am 09.10.2021 in Eurasburg (Anpfiff: 11:00 Uhr) und am 17.10.2021 (Anpfiff: 10:30 Uhr) in der heimischen Sportanlage Süd statt. Kommt doch einfach mal vorbei und feuert sie kräftig an. Die Mädels würden sich sicher sehr darüber freuen!

Auf und Ab in der U23

Nach der 4:0-Pleite in der Vorwoche gegen den FV Illertissen hatte unsere „Zwote“ diese Woche einiges wieder gut zu machen. Tja, aber die Aufgabe hätte eindeutig leichter sein können. Denn auch wenn in dieser Woche zwei Heimspiele in der Rosenau auf dem Programm standen, war am Dienstag kein Geringerer als der Tabellenzweite SpVgg Bayreuth zu Gast, die mit dem derzeitigen Tabellenführer FC Bayern München II punktmäßig gleichauf liegen.

Trotz einiger namhafter Spieler wie Noah Sarenren Bazee und Michael Gregoritsch, ließen sich die jungen Augsburger leider gegen die Wand spielen. So leid es mir tut, das sagen zu müssen, aber ein 2:6 lässt sich einfach nicht mehr schön reden. Unter den Augen von Bundesliga-Schiedsrichter Florian Badstübner, lag unsere „Zwote“ bereits nach 39 Minuten mit 0:3 zurück. Die Tore für Bayreuth schossen Stefan Maderer, Edwin Schwarz per Elfmeter und Tim Danhof. Mit hängenden Köpfen ging es in die Halbzeit. Trotzdem legte man gleich zu Beginn von Hälfte 2 einen furiosen Auftritt hin. Zwei Minuten nach Wiederanpfiff konnte Noah Sarenren Bazee auf 1:3 verkürzen und man dachte schon, dass die Jungs noch einmal angreifen würden.

Pustekuchen… Bis zur 87. Spielminute konnte die Spielvereinigung aus Bayreuth die Kugel noch drei Mal im Kasten von Felix Schäfer versenken. In der 89. Minute traf Marcus Müller zwar noch zum 2:6 – Endstand, doch man konnte alles in allem dennoch von einem gebrauchten Abend sprechen.

Ausgleich in letzter Sekunde

Das zweite Heimspiel fand am Samstagnachmittag statt. Die Rot-Grün-Weißen durften um 13:00 Uhr gegen den Neunten der Tabelle – den SV Heimstetten – ran. Dort steht im Übrigen der Sohn unseres Sportdirektor Stefan Reuter (Junior) unter Vertrag. Aus dem Profikader stand Trainer Josef Steinberger nur Tim Civeja zur Verfügung. Alle anderen wie Lasse Günther oder Noah Sarenren Bazee wurden in Dortmund gebraucht.

Die Partie Elfter gegen Neunter schien für unsere „Zwote“ ähnlich schlecht zu starten, wie das vorherige Spiel gegen Bayreuth. Innerhalb von zwei Minuten (38. und 40.) konnte Stürmer Lukas Riglewski die Gäste noch vor der Halbzeit mit 0:2 in Führung bringen. Die anwesenden Fans zitterten ob der erneut drohenden Niederlage, vor allem weil Trainer Steinberger mit Christian Köppel und Fabian Wessig doch eher zwei defensiv ausgerichtete Spieler in der Halbzeitpause brachte. Es sah auch alles zunächst danach aus, doch kurz vor Schluss passierte schließlich doch noch das rettende Wunder. In der 89. Spielminute konnte Dorian Cevis den Anschluss erzielen, was den Fuggerstädtern neuen Auftrieb gab. Und wieder nur zwei Minuten später, zappelte der Ball noch einmal im Heimstetter Netz. Stürmer Marco Nickel machte seinen dritten Saisontreffer und rettete der U23 somit einen Punkt.

In der Tabelle der Regionalliga bleibt unsere „Zwote“ somit auf dem elften Rang mit 19 Punkten und einem Torverhältnis von 25:29 Toren. Die nächste Partie steht bereits am kommenden Freitag an. Um 19:00 Uhr trifft der FCA hier auf SC Eltersdorf, die derzeit mit 17 Punkten auf Tabellenplatz 15 liegen.

Pokalspiel der Augsburger Damen

Am Sonntag, den 03.10.2021, stand für die Augsburger Damenmannschaft die 2. Runde im Bezirkspokal Schwaben an. Anpfiff der Partie gegen den höherklassigen FC Loppenhausen war um 17:00 Uhr in der heimischen Karl-Mögele-Sportanlage.

Vor den Augen zahlreicher Zuschauer und der Jugendabteilung legten die Augsburger Mädels einen Auftritt hin, der sich gewaschen hatte. Loppenhausen versuchte zu Beginn mit aggressivem Pressing die FCA-Damen zu frühen Ballverlusten zu zwingen, doch die Fuggerstädterinnen konnten sich mit spielerischen Mitteln sehr gut lösen und spielten anschließend mit viel Zug nach vorne. Das wurde bereits in der 7. Minute belohnt, als Carmen Drescher nach Vorarbeit von Felicitas Mayr zum 1:0 einnetzte. Nur 6 Minuten später traf Franziska Kohlberger nach einer präzise getretenen Ecke von Amelie Rottländer per Kopf zum 2:0.

Die Zwei-Tore-Führung brachte natürlich Sicherheit ins Augsburger Spiel und so konnten die Mädels ruhig aus der Defensive heraus agieren. Die einzige Chance für den Bezirksoberligist war ein Freistoß, der aber nicht platziert genug geschossen wurde. Noch vor dem Halbzeitpfiff konnte Amelie Rottländer sogar noch einen Distanzschuss im gegnerischen Kasten versenken, sodass es mit 3:0 in die Pause ging.

Die 2. Hälfte ging mit einer Druckphase der Gäste los, doch davon ließen sich die Rot-Grün-Weißen nicht beeindrucken. Im Gegenteil, ab der 63. Minute legten sie erst so richtig los. Zuerst verwandelte Tanja Keller eine Vorlage von Ivana Zeba, ehe nur 4 Minuten später erneut Amelie Rottländer per Distanzschuss traf. Noch immer hungrig erarbeiteten sich die Mädels Chance um Chance, die auch noch weitere Früchte trugen. Erst erhöhte Drescher in der 81. Minute auf 6:0, bevor Anja Bürger in der 86. und noch einmal Carmen Drescher selbst in der 90. Minute schließlich den finalen Punkt setzten.

Über ein 8:0 gegen einen Bezirksoberligisten kann man nur jubeln (Foto: Ralph Reuchlein via FC Augsburg – Frauen-und Mädchenfußball)

Die Partie endete mit einem glorreichen 8:0!!! Damit ziehen unsere Mädels hochverdient in das Viertelfinale des Bezirkspokals ein. Das nächste Ligaspiel der Damenmannschaft steht am 10.10.2021 um 11:00 Uhr beim TSV Peiting an.

Das Highlight der Woche: Augsburg trifft auf die Borussia aus Dortmund

Eigentlich ging ich mit einer recht entspannten Einstellung in die Partie gegen Dortmung. Jeder rechnete mit einer Niederlage und ganz ehrlich: etwas Schlimmeres konnte ja auch nicht passieren. Borussia Dortmund ist schließlich nicht irgendwer, sondern eine der besten Mannschaften der Bundesliga. Das einzige, was ich mir von dem Spiel erwartete, war eine deutliche Leistungssteigerung im Vergleich zur Partie gegen Freiburg. Und da wurde ich absolut nicht enttäuscht! Ganz im Gegenteil sogar. Unsere Jungs haben die Herausforderung angenommen und mit viel Leidenschaft und Mut gegen den klar favorisierten Gegner mitgehalten.

Gleich 7 Ausfälle hatte unser FCA zu verkraften. Neben den Langzeitverletzten Alfred Finnbogason, Felix Uduokhai und Jan Morávek fehlten in Dortmund der immer noch verletzte Iago (Schulterverletzung) sowie die krankheitsbedingt zu Hause Gebliebenen Rubén Vargas (reiste vom Mannschaftshotel ab), Niklas Dorsch und André Hahn. Morávek nahm diese Woche zwar schon am Mannschaftstraining teil, doch ein Einsatz im Kader kam für ihn nach einer schwerwiegenden Adduktorenverletzung noch zu früh. Gleiches gilt für Innenverteidiger Felix Uduokhai, der sich aber schon im Aufbautraining befindet. Wir wünschen den angeschlagenen Spielern auf diese Weise gute Besserung und eine schnelle Genesung!

Aufgrund der vielen fehlenden Stammkräfte bekamen die Augsburger Fans daher eine recht überraschende Startaufstellung gegen Dortmund zu sehen, die so noch nie zusammen gespielt hat.

Gikiewicz – Pedersen, Oxford, Gouweleeuw, Gumny – Strobl, Gruezo – Córdova, Maier, Caligiuri – Zeqiri

Es las sich nach einem klassischen 4231. Allerdings überraschte die Taktik dann doch, denn gerade im Spielaufbau bekam man häufiger die zuvor gut funktionierende 3er-Kette zu sehen, sodass man eigentlich von einem 343 sprechen konnte. Die Innenverteidigung bildeten hierbei Oxford, Gumny und unser Abwehr-Jeff. Die Außenverteigerpositionen übernahmen Pedersen und Caligiuri, während Gruezo und Strobl das Mittelfeld dicht machen sollten. Vorne sollten die 3 Youngster um Neuzugang Arne Maier ordentlich Dampf machen.

Nichts für schwache Nerven

Um 15:30 Uhr pfiff Schiedsrichter Tobias Welz die Partie im Signal Iduna Park in Dortmund an. Vor ca. 41.000 Fans bekam man von Beginn an ein spritziges Spiel aber auch eine kämpferische Leistung der Fuggerstädter zu sehen. Der erste Abschluss gehörte nach drei Minuten unseren Rot-Grün-Weißen, als Caligiuri vom rechten Strafraumeck abzog und Ex-Augsburger Gregor Kobel prüfte. Zwar kann man hier nicht unbedingt von einer zwingenden Chance sprechen, doch man setzte schon mal ein Zeichen, dass man keineswegs gewillt war, sich einfach nur hinten rein zu stellen und die eigene Bude dicht zu machen.

Dies allerdings rüttelte Borussia Dortmund wach, die in der Folge den Spielbetrieb übernahmen. In der 6. Minute schaffte es Dortmund-Kapitän Marco Reus die Augsburger Abwehr zu durchbrechen, doch unser Abwehr-Jeff konnte im letzten Moment zur Ecke klären. Genau jener Jeff, der nur 3 Minuten später erneut im Fokus stand. Bei einem fast schon harmlosen Zweikampf trat Gouweleeuw Dortmund-Stürmer Malen, der den Ball mit seinem Körper abschirmte, hinten in die Hacke. Eine unglückliche aber auch unnötige Aktion, deren Folge ein Strafstoß für Dortmund war, den Raphael Guerreiro lässig und eiskalt verwandelte.

Nun hieß es also wieder einmal einem frühen Rückstand hinterher zu laufen. Zudem musste man auch noch zwei gelbe Karten von Gruezo und Oxford hinnehmen. Da es sich hierbei aber um klare taktische Fouls handelte, um einen gegnerischen Konter zu unterbinden, gehen diese für mich vollkommen in Ordnung. Doch unser FCA kämpfte weiter und gab sich nicht auf. So kam Daniel Caligiuri nach 17 Minuten erneut zum Abschluss, der aber von Keeper Kobel mit der Faust pariert werden konnte. Kurz zuvor hatte Andi Zeqiri im Zentrum eine tolle Flanke von Córdova knapp verpasst.

In der 35. Minute gab es dann schließlich großen Anlass zur Freude auf Augsburger Seiten. Nachdem man schon die ganze Zeit über im Mittelfeld hervorragend dagegen gehalten hatte, konnte sich Carlos Gruezo gegen Axel Witsel durchsetzen. Der Ball landete bei Tobias Strobl, der an Sergio Córdova abgab. Unser Panther ließ den Ball einfach nur abtropfen, sodass 10er Arne Maier ihn sich schnappen und aufs Tor zuhalten konnte. Aus 25 Metern zog er ab, doch da Mats Hummels seinen Fuß noch dazwischen brachte, prallte die Kugel mit einem lauten Knall an die Latte. Allerdings stand unser Schweizer Sturmtalent Andi Zeqiri in jenem Augenblick genau da, wo ein Mittelstürmer zu stehen hat. Mit einem kräftigen Schuss versenkte er den Abpraller im Dortmunder Tor.

Andi Zeqiri macht sein erstes Tor für Rot-Grün-Weiß (Foto: Lars Baron via imago)

Der Halbzeitstand: 1:1. Es war also noch alles offen, auch wenn die Verwarnungen von Reece Oxford und Carlos Gruezo, die auch nach ihren Karten nicht unauffällig blieben, doch einen kleinen Anlass zur Sorge gaben. Aber Borussia Dortmund schien nicht die Leistung abzurufen, die man von ihnen kennt. Ihr Topscorer Erling Haaland fehlte und das merkte man deutlich.

Aufgeben ist keine Option!

Auch die zweite Halbzeit der spannenden Partie begann sehr ereignisreich. In der 50. Spielminute kam Gruezo, der eine durchaus ansehnliche Leistung zeigte, frei zum Abschluss. Zwar wäre ein Tor aufgrund einer Abseitsposition zurück genommen worden, aber ich für meinen Teil hatte in jeder einzelnen Sekunde das Gefühl, dass die Mannschaft hier ein Wunder vollbringen WOLLTE. Auch noch nach dem Treffer von Julian Brandt, der ihm direkten Gegenzug fiel. Der Dortmunder kam aus 18 Metern frei zum Abschluss und konnte per Flachschluss unseren Beton Rafal Gikiewicz überwinden, der mit den Fingerspitzen jedoch noch dran war. Allerdings war die Kugel zu straff geschossen, sodass er ihn nicht mehr ablenken konnte.

Und nun kommt wohl die Szene, die am meisten für Diskussionsstoff gesorgt haben dürfte. Recht schnell nach dem Wiederanpfiff zappelte der Ball plötzlich im Netz von Dortmund-Torhüter Kobel. Erneut war es Andi Zeqiri, der zum vermeintlichen Ausgleich traf. Allerdings erwischte dieser Dortmund-Innenverteidiger Manuel Akanji vorab bei einem Zweikampf im Gesicht, woraufhin der VAR Schiedsrichter Tobias Welz unterrichtete. Die Folge: Kein Tor und Gelb für Zeqiri! Ich habe mir diese Szene mehrfach angeschaut. Der Schiedsrichter hat hier keine Fehlentscheidung getroffen, denn die Hand hat da oben bzw. hinten nichts zu suchen.

ABER: Wie auch Markus Weinzierl auf der PK anmerkte, gibt es auch hier unterschiedliche Regelauslegungen der Schiedsrichter. Einige pfeifen so eine Situation ab, andere lassen sie laufen, da Akanji von hinten kommt und Zeqiri ihn so nicht richtig sehen kann. So geschehen auch in der Partie Mainz vs. Union Berlin. Auch da gab es vor dem Ausgleich durch Awoniyi einen deutlichen Schubser, aber das Tor zählte trotzdem.

… haben dann den Ausgleichstreffer erzielt. Ich glaube nicht, dass jeder Schiedsrichter den abpfeift. Aber so ist es.

Markus Weinzierl in der Pressekonferenz nach dem Spiel

Na ja, zurück zur Partie gegen Dortmund. Nach dem nicht gegebenen Ausgleich, hatten unsere Augsburger in der 57. Minute gleich doppelt Glück. Erst lenkte Gikie einen präzisen Schuss von Wolf zur Seite ab, ehe Dortmund-Kapitän Marco Reus die Kugel ans Gebälk knallte. So blieb es beim 2:1 und der FCA war weiterhin im Spiel. Die Mannschaft hielt dem starken Gegenpressing der Dortmunder stand und konnte sich so noch ein paar kleinere Chancen erarbeiten. Allerdings hielt uns Dortmund recht gut vom letzten Drittel fern, weswegen man den „lucky punch“ leider nicht mehr schaffte.

Alles in allem kann man jedoch sagen, dass man in Dortmund einen leidenschaftlichen Kampf unserer Jungs sehen durfte, der definitiv Mut und auch Lust auf mehr macht. Eine Niederlage bleibt zwar eine Niederlage und es ist schade, dass wir uns für die doch recht ansehnliche Leistung nicht belohnen konnten. Allerdings habe ich die große Hoffnung, dass wir in der Partie gegen Bielefeld, die nach der Länderspielpause stattfindet, die Punkte in Augsburg behalten können, wenn die Jungs ähnlich kämpferisch an die Sache ran gehen.

Woran in der Zwischenzeit allerdings noch dringend gearbeitet werden sollte, ist die mangelnde Präzision bei Pässen. Die Passquote lag laut Kicker bei ungenügenden 59 % und war daher nicht erstligareif. Es sollte doch zu schaffen sein, den Ball über 10 Meter hinweg zum eigenen Mann zu bringen. Das lief gegen Gladbach eindeutig besser. Sollte man aber dieses Defizit endlich beheben, dann sehe ich das Team in einer aussichtsreichen Position. Vor allem wenn dann eventuell 30.660 Augsburger Fans die Jungs lautstark nach vorne brüllen, denn die bayerische Landesregierung machte am Montag den Weg zur Vollauslastung von Fußballstadien frei.

Glückwünsche

An dieser Stelle möchte ich im Namen des RoGaz-Teams ein paar Glückwünsche aussprechen, die während der Partie gegen Dortmund vielleicht untergegangen sein könnten.

Herzlichen Glückwunsch an Arne Maier zu seinem Startelf-Debüt für die Fuggerstädter. Alles in allem zeigte er eine sehr ansprechende Leistung und ich könnte mir durchaus vorstellen, dass man ihn von nun an öfter auf der 10 sehen wird. Hier konnte er mich vollkommen überzeugen, denn er zeigte nicht nur Spielverständnis, sondern konnte auch mehr als einmal einen präzisen Pass nach vorne weiterleiten. Seine Pass-Effizienz von +1,6 war im Übrigen Augsburger Bestwert an jenem Spieltag. Und auch seinen Strahl, der schließlich das 1:1 einläutete, darf man natürlich nicht vergessen. Wäre dieser nicht abgefälscht worden, wäre er vielleicht sogar direkt rein gegangen. Genau diese Spritzigkeit, die er an den Tag legte, hat unser FCA in letzter Zeit ein wenig vermissen lassen. Von daher: Gerne mehr davon!

Ein Hoch auch auf Andi Zeqiri, der nicht nur Dortmund-Abwehrchef Hummels mit seinem ausgeprägten Elan ärgerte, sondern auch noch sein erstes Tor (fast zwei) für Rot-Grün-Weiß feiern durfte. Félicitations, Andi! Nous, les fans d’Augsbourg, voulons en voir beaucoup plus. (Herzlichen Glückwunsch, Andi! Wir, die Augsburg Fans, wollen davon noch viel mehr sehen!)

Weitere Glückwünsche gehen an Lasse Günther, der gegen Borussia Dortmund sein Bundesligadebüt geben durfte. In der 86. Spielminute brachte Trainer Markus Weinzierl den 18jährigen für Mads Pedersen und nahm dessen Position als Linksverteidiger ein. In den wenigen Aktionen, die er noch beisteuern konnte, sah man aber schon einiges Ansprechendes, was darauf hoffen lässt, dass er auch in Zukunft noch mehr Spielpraxis in unserer ersten Garde bekommen wird.

Ich freue mich endlich auf dem Platz zu stehen mit dem Team und auch in so einem Stadion ist es, denke ich, etwas ganz besonderes.

Lasse Günther nach seinem Debüt im FCA TV

Kritik

Mal unseren FCA außer Acht gelassen, der mich mit seiner mutigen Spielweise durchaus mit Stolz erfüllte, gab es doch einige Situationen, die mich am Samstag etwas aufgeregt haben. Dabei geht es nicht um die zwei gelben Karten von Oxford und Gruezo, die vollkommen in Ordnung gehen. Auch nicht um den zurück genommen Ausgleich von Andi Zeqiri.

Was mir aber nicht in den Kopf will, ist, dass mit Marco Reus gerade einmal ein Dortmund-Spieler mit Gelb bestraft wurde. Ich bin jemand, der nur sehr selten Kritik am Schiri vornimmt, weil ich der Meinung bin, dass sie keinen leichten Job haben. Im Endeffekt ist der Referee immer der A…, der es nie allen recht machen kann. Das verlangt auch keiner, aber trotzdem hätten für mich mindestens zwei weitere Männer von Borussia Dortmund einen Karton bekommen müssen. Einmal beispielsweise Matts Hummels, der Daniel Caligiuri gleich mal nach drei Minuten den Fuß weg zieht und auch noch drauf tritt. Dafür wurde er auch von Tobias Welz mündlich verwarnt, doch danach konnte er schalten und walten, wie er will. Mehr als einmal foulte er einen Augsburger Spieler, doch sah dafür nicht die zwingende Gelbe.

Auch diese vollkommen unverschämte Geste von Jude Bellingham, der nach einem an ihm begangenen Foul in der 13. Spielminute, der Augsburger Bank die Zunge raus streckte, ist für mich durchaus mit Gelb vertretbar. Vor allem da auch er durch einige Fouls negativ im Spiel auffiel. Insgesamt gab es für mich doch einige Szenen, die man kritisch bewerten kann. Schiedsrichter Welz zeigte alles in allem eine eher lockere Führung, gegen die ich prinzipiell nichts einzuwenden habe, wenn das richtige Maß vorhanden ist. Aber es darf nicht sein, dass ich auf der einen Seite mehr pfeife als auf der anderen. Zumindest kam es mir und auch anderen Fans, die das Spiel sahen, so vor. Die Niederlage allerdings geht nicht auf seine Kappe. Das möchte ich der Vollständigkeit halber noch anmerken.

Da die Szene nirgendwo auftaucht, habe ich es kurzerhand vom Laptop abfotografiert

Eine weitere Sache ging mir noch ziemlich gegen den Strich. Woche für Woche leisten die Reporter, Kommentatoren und Sportjournalisten des Medienkonzerns Sky mehr oder weniger gute Arbeit. Sie stellen das Bindeglied zwischen den Vereinen und der Fans dar, die nicht mal auf die schnelle 600 Kilometer zu einem Auswärtsspiel fahren können. Doch gerade die Kommentatoren sollten dabei einen Hauch Neutralität an den Tag legen, was gerade im Falle der Partie Borussia Dortmund gegen den FC Augsburg gewaltig in die Hose gegangen ist. Natürlich hat jeder Moderator ebenfalls seine sportlichen Vorlieben, doch Aussagen wie „Gott sei Dank zählt der Treffer nicht“ sind alles, nur nicht objektiv.

Genau das wünschen sich aber die Zuschauer von den Männern am Mikrophon. Sky sollte doch mal bedenken, dass es auch noch andere Vereine wie Borussia Dortmund oder Bayern München gibt. Gerade die kleinen Vereine freuen sich über das eine oder andere Lob. Ein großes Kompliment daher an Didi Hamann, der nach dem Spiel genau eine solche Aussage getätigt hat, auch wenn der BVB natürlich überlegen war. Er sagte in etwa: „Das ist der FCA, den wir kennen und sehen wollen – kämpferisch und aggressiv.“

Für mich und auch einige andere Zuschauer ging der Kommentator am Samstagnachmittag überhaupt nicht. Ständig lobte er Dortmund in den Himmel und seine Recherche-Hausaufgaben hatte er auch nicht wirklich gemacht. Ich meine, bei allem Respekt, aber Tobias Strobl einen der wichtigsten Spieler im Mittelfeld zu nennen, der dort sehr für Ruhe sorgt, kann man beinahe als Sarkasmus bezeichnen. Da haben wir, so leid es mir tut, das sagen zu müssen, andere Spieler, die eine stabilere Leistung an den Tag legen. Wobei es Tobias Strobl nach seinen zahlreichen und teils schweren Verletzungen auch nicht leicht hat, sich zurück zu kämpfen.

So, das musste jetzt einfach mal raus, auch wenn einige meine Meinung diesbezüglich nicht teilen mögen. Aber das ist ja das Schöne an der freien Meinungsäußerung. Man kann sie auch einfach mal raus hauen.

Doomsdays beim FCA

Aus dem Englischen übersetzt heißt „Doomsday“ „jüngstes Gericht“. Die Idee vom Jüngsten Gericht stammt aus Religionen wie dem Christen- oder Judentum und ist eng mit der Vorstellung der Auferstehung verknüpft. Natürlich wollen wir in der Rosenau Gazette nicht über Religion schreiben, sondern über Fußball. Und auch das Bild, wie der FCA vor dem jüngsten Gericht steht und dort über seine Auferstehung (oder eben seine ewige Verdammnis) entschieden wird, ist erstmal ein bisschen übertrieben.

Nicht von der Hand zu weisen ist allerdings, dass die letzten fünf bzw. sechs Spieltage gegen die Top-Mannschaften der Bundesliga für den FCA Wochen der Wahrheit gewesen sein werden. An ihnen entscheidet sich – und das eben vielleicht ein bisschen finaler als sonst –, wo wir uns aktuell verorten können (und müssen), wohin die weitere Reise geht und wahrscheinlich auch mit welchem Personal. Auch wenn nach wie vor an Trainer Heiko Herrlich festgehalten wird. Fester als es vielleicht so manchem Fan – mich eingeschlossen – lieb ist, wie gerade am Freitag mitgeteilt wurde.

Die Vorausschau auf den letzten dieser „Spieltage of Doom“ (danke, Andy, für die Idee), an dem wir am Sonntag (22. Spieltag, 21.02., 13:30 Uhr) gegen Bayer 04 Leverkusen antreten, will ich dazu nutzen, um auch nochmal kurz auf die anderen Spiele dieser „schicksalhaften“ Serie (Leipzig, Wolfsburg, Dortmund, Union und Bayern) zurückzublicken. Und auch darauf, was mir bei den Spielen Kopfzerbrechen bereitet, aber auch Hoffnung gemacht hat.   

#FCAB04: Formschwach gegen endspurtschwach

Als Letztes geht’s jetzt also gegen Bayer. Am vergangenen Spieltag hatte die Elf von Peter Bosz gegen hartnäckige Mainzer durch einen Doppelschlag spät den 2:2-Ausgleich kassiert und damit Punkte im Kampf um die CL-Ränge liegengelassen. Einen Rückschlag musste Leverkusen auch im Achtelfinale des DFB-Pokals vor zwei Wochen hinnehmen. Zwar war die Werkself, die sich schon in der regulären Spielzeit gegen Rot-Weiß Essen zahlreiche Chancen erarbeitet hatte, zunächst in der 105. Minute mit 1:0 in Führung gegangen. Allerdings hielt der Viertligist wacker dagegen, schaffte bis zum Ende der Verlängerung tatsächlich noch das 2:1 und machte damit seinem Ruf als „Pokalschreck“, der zuvor schon Bielefeld und Düsseldorf aus dem Turnier gekickt hatte, alle Ehre.

Der Leverkusener Mannschaft wird mittlerweile auch eine Tendenz nachgesagt, „Probleme im Endspurt“ zu haben und „in den Schlussminuten Siege zu verspielen“. Ein noch aktuelleres Beispiel dafür: Leverkusens Auftritt in der Europa League gegen Young Boys Bern. Obwohl Bayer in einer schier unglaublichen Aufholjagd einen 0:3-Rückstand (!) tatsächlich noch in ein 3:3 verwandelte, fing es sich tatsächlich noch das 4:3. Und wann? Na klar, wieder einmal spät, in der 89. Minute.

Damals noch für andere Teams an der Seitenlinie: mittlerweile ist Peter Bosz seit einer Weile in Leverkusen während Heiko Herrlich in Augsburg aktiv ist. Beide kennen sich aus früheren Begegnungen gut. (Foto via imago)

Trotz dieser Endspurtschwäche hat es sich Bayer spätestens seit dem 5. Spieltag im oberen Tabellendrittel der Liga gemütlich gemacht. Zweimal führte es die Tabelle in dieser Saison sogar an. Zu Buche steht aktuell Platz 5 mit 36 Punkten, mit einem Drei-Punkte-Puffer nach oben und unten. Da stehen aktuell Wolfsburg bzw. Dortmund.

Beim FCA zeigt die Formkurve dagegen klar nach unten. Seit drei Spieltagen stehen wir jetzt mit 22 Punkten auf Rang 13. Allerdings ist der Abstand zum Relegationsplatz inzwischen auf vier Punkte zusammengeschrumpft, aus den letzten sieben Spielen sprangen nur magere drei Punkte heraus. Dass es der FCA am Sonntag mit einem harten Brocken zu tun bekommt, zeigt auch der Direktvergleich. Noch nie hat der FCA in der Bundesliga gegen Bayer gewinnen können, unentschieden gingen nur 6 der bisher 19 Spiele aus. Die letzten fünf Partien gingen sogar alle verloren:

26.10.2020: Bayer 04 Leverkusen – FC Augsburg 3:1 
23.02.2020: Bayer 04 Leverkusen – FC Augsburg 2:0 
28.09.2019: FC Augsburg – Bayer 04 Leverkusen 0:3
26.04.2019: FC Augsburg – Bayer 04 Leverkusen 1:4
08.12.2018: Bayer 04 Leverkusen – FC Augsburg 1:0

Im Dezember 2018 saß bei Leverkusen übrigens noch Heiko Herrlich auf der Trainerbank, während beim FCA noch Manuel Baum die Geschicke lenkte. Obwohl Herrlich mit Bayer am 22.12.2018 noch einen Sieg gegen die Hertha eingefahren hatte, entschied sich die Geschäftsführung nur einen Tag später für die Trennung. „Rudi Völler begründete die Entscheidung gegen Herrlich mit der ‚Stagnation in der Entwicklung des Teams […]‘“, was so manchem FCA-Fan bekannt vorkommen dürfte. Herrlich leitete in seinen knapp eineinhalb Jahren bei der Werkself 64 Spiele. Nach ihm übernahm Peter Bosz. Dem darf Herrlich am Sonntag in der Arena die Grußfaust entgegenstrecken.

Voraussichtliche Aufstellung

Der Kicker stellt die folgende Aufstellung in Aussicht:

Gikiewicz – Oxford, Gouweleeuw, Uduokhai – Strobl, Gruezo – Framberger, Pedersen – Caligiuri, Benes – Hahn

Giki zwischen den Pfosten ist natürlich gesetzt. Felix Udoukhai hat seine Grippe inzwischen auskuriert und könnte damit neben Abwehrjeff Jeffrey Gouweleeuw und Reece Oxford in die Dreierkette und Startelf zurückkehren. Marek Suchy, der letzte Woche gegen Leipzig eingesprungen ist, müsste sich dann mit der Bank begnügen. Erfreulich ist, dass Raphael Frammi Framberger nach längerer Verletzungspause auf die rechte Außerverteidigerposition rücken könnte. Seinen Gegenpart übernimmt wohl wieder Mads Pedersen. Auch bei den restlichen Positionen deutet vieles darauf hin, dass Herrlich sie wie gegen Leipzig besetzen wird: Carlos Gruezo und Tobias Strobl ins zentrale Mittelfeld, Lászlo Bénes und Daniel Caliguiri auf den offensiv(er)en Außen und André Hahn davor als zentraler Angreifer. Auch wenn Oxford, Pedersen und Cali aktuell angeschlagen sind, sollten sie bis Sonntag wieder fit sein.

Tipps der Redaktion

Andy: 0:3 – Wir finden offensiv wieder keinen Zugang zum Spiel und defensiv bleiben die individuellen Fehler. Der Trend ist nicht unser Freund.

Andi: 0:2 – der FCA igelt sich hinten ein und fängt sich nach offensiver Ideenlosigkeit irgendwann das 0:1. Wenn die Mannschaft dann gefordert ist, nach vorne zu spielen, sorgt Leverkusen für die Entscheidung.

Irina: 1:3 – gegen Leverkusen gab’s noch nie was zu holen!

Franzi: 1:1 – Aus mir spricht (mal wieder) die Optimistin. Offensiv lassen wir Leverkusen kaum zum Zug kommen. Für ein Gegentor reicht’s trotzdem. Aber auch wir setzen effektivere Impulse nach vorne und kommen zu unserem Treffer. Ein Punkt bleibt hier!

#RBLFCA: Angriffsstärke(r) erst zum Schluss

Schon beim Blick auf die Startformation gegen RB Leipzig (21. Spieltag, 12.02., 2:1) war klar: Bei Heiko Herrlich standen alle Zeichen auf Abwehr. Und zwar so sehr, dass er Flo Niederlechner auf die Bank setzte und mit Reece Oxford noch einen weiteren (Innen-)Verteidiger brachte. In der Tat ging die Augsburger Defensive in der ersten halben Stunde effektiv und mitunter auch recht hart ans Werk. Oxford, Gouweleeuw und Suchy waren bis dahin alle schon mit Gelb verwarnt worden. Die gelbe Karte gab’s in der 34. Minute dann auch für unseren starken Mann zwischen den Pfosten, Rafal Gikiewicz. Aber nicht wegen Foul am Gegenspieler, sondern wegen Meckerns über den Schiedsrichter, der auf Strafstoß gegen den FCA entschied, nachdem Oxford beim Klärungsversuch Leipzigs Mukiele wohl, aber nicht final auflösbar leicht berührt hatte. Nach wiederholtem Elfmeter stand es in der 38. Minute dann 1:0 für RB, das fünf Minuten später auf 2:0 erhöhte.

Giki sieht gelb für seine berechtigen Einwände. Jeder Fliegenschieß führt gerade zu Elfern gegen uns. (Photo by Clemens Bilan – Pool/Getty Images)

Zu diesem Zeitpunkt saß ich schon recht zerknirscht vor dem Fernseher. Sicher, gegen eine giftige, torgefährliche Mannschaft wie Leipzig darf man durchaus mit 0:2 hinten liegen. Zumal nach einem Elfer und einem mehr oder weniger individuellen Abwehrfehler. Sorgen machte mir aber vor allem die Art und Weise, wie wir in Ballbesitz agierten. Kaum ein Pass kam nach Balleroberung beim Mitspieler an, selbst Standards wie Freistöße oder Ecken, von denen der FCA immerhin vier (sogar eine mehr als RB!) hatte, wirkten verstörend unkoordiniert. Dabei heißt es doch immer, Standards würden oft geübt!?

In der Halbzeitpause machte dann noch folgender Tweet von Max Kirchi die Runde:

Von diesen genau 0.0 xGoals in der ersten Hälfte war ich vollends bedient. Und weil ich auch in der zweiten Halbzeit zunächst keine Besserung erkennen konnte, schaltete ich nach ’ner Stunde aus Frust vorzeitig ab (obwohl ich das nie mache!). Dass sich danach noch etwas für uns tat, konnte ich nicht ahnen. Im Nachhinein ärgerte ich mich ein bisschen über mein Abschalten. Aber ob ich jetzt zugeschaut hatte oder nicht – mich freute es jedenfalls, dass nach der Doppeleinwechslung von Marco Richter und Flo Niederlechner in der 79. Minute offenbar doch noch ein bisschen Offensiv-Schwung in die Partie gekommen war. Und der FCA durch einen Elfer, verwandelt durch Routinier Cali, noch zum Anschlusstreffer.

Dieses späte, offensiver ausgerichtete „Aufbäumen“, wie es Heiko Herrlich nannte, machte auch mir Mut. Trotzdem bin ich der Meinung, der Wechsel unserer Offensivleute hätte früher kommen müssen. Und am Montag hörte ich in der „Schlusskonferenz“ vom Rasenfunk Moderator Max dann auch noch das aussprechen, was ich am Freitag schon die ganze Zeit gedacht hatte:

Bei allem, was gut aussieht gegen den Ball – hin und wieder gut aussieht, also ja auch nicht in jedem Spiel – stellt sich ja trotzdem die Frage: Ja, aber was wolltet ihr denn machen? Für den Fall, dass ihr 0:1 hinten liegt? Und da muss ich sagen: Offensiv ist das immer noch so so so so dünn, was der FCA bringt, dass man sich da echt die Frage stellt: Wie wollt ihr Spiele gewinnen?

Max-Jacob Ost vom Rasenfunk in der „Schlusskonferenz“ (15.02.2021)

Ja, das ist wirklich die entscheidende Frage; wie wollen wir Spiele gewinnen… Mit der Dauer-Baustelle „Spiel mit dem Ball“ tun wir uns jedenfalls nach wie vor schwer. Und doch ist uns gerade in der Schlussviertelstunde vereinzelt auch was gelungen. Darauf müssen wir aufbauen! Dagegen finde ich Diskussionen, ob diese oder jene Situation nun auch ein oder doch kein Elfmeter war, wenig hilfreich, weil sie nur von den eigentlichen Problemen ablenken.

#FCAWOB und #BVBFCA: Ideenlos im Mittelfeld

Probleme gab es auch gegen Wolfsburg (20. Spieltag, 06.02., 0:2). Zwar sorgte die solide Defensivarbeit der neu formierten Viererkette des FCA in der ersten halben Stunde dafür, dass die selbstbewussten Wolfsburger kaum zu nennenswerten Chancen kamen. Doch in der 38. Minute wurde der FCA dann eiskalt ausgekontert, der Lupfer von Wolfsburgs Weghorst landete hinter Giki im Tor. In der zweiten Hälfte traf Rechtsverteidiger Ridle Baku gleich drei Mal ins Augsburger Tor – wobei Treffer Eins und Drei nach VAR-Überprüfung aberkannt wurden. Glück für den FCA, dass es am Ende „nur“ 0:2 stand. Denn mit seinen langen Bällen in die Spitze kam der FCA selbst fast nie durchs Wolfsburger Abwehrbollwerk. Daran ändern konnte auch Leihgabe Lászlo Bénes nichts, auch wenn der Zehner bei seinem ersten Einsatz gleich in der Startelf stand und „gute Ansätze“ zeigte.

Ratlosigkeit und Enttäuschung nach dem Spiel gegen Wolfsburg. (Photo by Adam Pretty/Getty Images)

Ein guter offensiver Ansatz im Spiel gegen Dortmund (19. Spieltag, 30.01., 3:1) war das frühe 1:0 durch André Hahn nach gekonnt in den Strafraum gebrachtem Ball von Iago und Kopfballverlängerung von Niederlechner. Yesss! Endlich mal ein schön rausgespielter Angriff! Doch der BVB ließ sich vom Gegentor nicht beirren und presste, was das Zeug hielt. Der Kicker schrieb: „Die Zone um Augsburg Strafraum [glich] einem Belagerungszustand.“ Daraus folgte der Ausgleich noch in der ersten Halbzeit, in der zweiten setzte es dann das 2:1 und 3:1 – und das leider auch noch durch Eigentor von Uduokhai.

Jetzt ist ein 1:3 gegen ein Team wie Dortmund wieder nichts Verwerfliches (obwohl der BVB in den letzten drei Spielen selbst sieglos geblieben war…). Besonders alarmierend fand ich gegen den BVB und die Wölfe aber, wie ideenlos es im Mittelfeld zuging, wenn die Abwehrreihen der Gegner sich formiert hatten. Dann hieß es entweder blind vertikal passen (und damit meistens scheitern), quer oder gar nicht passen. Das lässt sich auch gut an den Passzahlen von Gruezo zeigen. Der passte gegen Dortmund lediglich 15-mal (!), gegen den VfL 21-mal. Dagegen passte ein ähnlich zentral aufgestellter Mann wie Dortmunds Delaney fast fünfmal so oft wie Gruezo, nämlich 72 Mal!       

#FCAFCU und #FCAFCB: Hoffnungsvolle Vorzeichen

Dass die Spiele gegen Dortmund und Wolfsburg so sang-, klang- und ideenlos verloren gingen, ließ mich ehrlich gesagt ziemlich ratlos zurück. Denn schließlich war gegen Union Berlin (18. Spieltag, 23.01., 2:1) nach einer schier nicht enden wollenden Torflaute ja endlich der Knoten bei Flo Niederlechner geplatzt! Und das nicht nur einmal, er netzte sogar doppelt ein (17./47. Minute). Nach dem ersten Tor, einem wuchtigen Schuss ins lange Eck, ließ er einen solchen Urschrei los, dass der wohl auch noch im angrenzenden Haunstettener Norden zu hören war. „So viel Energie, die sich da entlädt, muss doch auch den Rest der Mannschaft aufrütteln!“, dachte ich. Anders als später gegen Dortmund oder Wolfsburg galt das gegen Union offenbar auch noch. Wir konnten wichtige drei Punkte mitnehmen!    

Florian Niederlechner beim Torjubel. Hiervon wünschen wir uns mehr. (Photo by Sebastian Widmann/Getty Images)

Auch im Spiel gegen Bayern (17. Spieltag, 20.01., 0:1), quasi der Auftakt der „Doomsdays“ für den FCA, lief es nicht so unheilvoll, wie ich nach der späten 0:2-Niederlage gegen Werder und dem ergebnismäßig klaren 1:4 gegen Stuttgart, das wir ab der 76. Minute (Gelb-Rot gegen Richter) in Unterzahl bestreiten mussten, eigentlich befürchtet hatte. Denn in der zweiten Hälfte ging „den Bayern […] die Dominanz ab, die Münchner hatten nach vorne kaum Ideen mehr“.  Hätte Finnbo den Elfmeter in der 76. Minute verwandelt und nicht unglücklich an den Pfosten gesetzt, hätten wir gegen die eigentlich dauerdominanten Bayern vielleicht sogar einen Punkt eingefahren! Und wer weiß, wie sich das auf die folgenden, im Rückblick ja leider ziemlich unbefriedigenden Partien (Ausnahme: Union) ausgewirkt hätte…

Wunschkonzert zum Schluss

Am Ende angelangt will ich jetzt noch ein kleines Wunschkonzert eröffnen und mir die besten Häppchen der FCA-Doomsdays rauspicken. (Bestimmt gibt’s auch am Jüngsten Tag Musik, Fanfaren oder Pauken oder sowas. So stell ich mir das zumindest vor.) Also: Machen wir’s am Sonntag gegen Leverkusen doch wie Mainz, RWE und YB Bern und schenken ihnen in der Schlussphase, in der sie öfter unkonzentriert zu sein scheinen, mindestens noch den Ausgleich ein. Denn wie wir in Leipzig gesehen haben, können wir auch offensiv. Starten sollten wir damit allerdings schon früher (und beherzter). Vielleicht hat ja schon die Rückkehr von Frammi als spielhungriger, tempostarker Rechtsverteidiger einen positiven Effekt. Und auch der Test am Montag gegen die Kickers aus Würzburg (3:1) hat einige offensive Hoffnungsschimmer aufblitzen lassen, unter anderem ein schön rausgespieltes Tor von Noah Sarenren Bazee. Der sitzt am Sonntag als mögliche Offensivverstärkung übrigens auch auf der Bank.

Oh, wie ist das schön

Das Spiel am Samstag gegen den BVB war nicht nur aus tabellarischer Sicht etwas besonderes. Nach über 6 Monaten durften auch mal wieder Fans ins Stadion auf dem Lechfeld strömen und den FCA unterstützen. Die Öffnung des Spiels sorgte bei einigen für Sorgenfalten. Corona geistert weiter durch die Republik und wie sollte man das Stadionerlebnis sicher gestalten? Gazetten-Freund Tobi berichtet im folgenden Gastbeitrag aus erster Hand.

Als das Hygienekonzept der DFL vorgestellt wurde, habe ich mich zunächst gewehrt. Eine stark reduzierte Anzahl an Fans und keinerlei Stehplätze? Eine Stimmung wie bei einem Freundschaftsspiel gegen den SV Heimstetten an einem lauen Sommernachmittag. Nur, dass es Herbst ist. Und kalt. Außerdem werden die wenigen Sitzplatztickets eh vermutlich recht teuer sein. Und dann immer diese elende Maske aufsetzen. Dazu lass ich mir dann noch ein schales Riegele alkoholfrei schmecken. Kein schönes Leben hier!

Das Hadern

Kurz nachdem dann bekannt gegeben wurde, dass Tickets für das Heimspiel gegen Borussia Dortmund bald in den Vorverkauf gehen und alle DK Inhaber ein exklusives Vorkaufrecht haben würden, fing ich dann an zu grübeln. Alles was es brauchte, war ein überzeugender Sieg des FCA in Berlin zum Saisonauftakt und die Nachricht eines treuen Stadionbegleiters der letzten Jahre: „Morgen gibt’s Karten für das BVB Spiel! Soll ma gehen?“. 

Vielleicht wird das alles ja doch nicht so schlecht. Am Ende wird es vielleicht für lange Zeit das einzige Spiel bleiben, bei dem die Fans dabei sein können. Versuchen können wir‘s ja mal, und wenn dann am Ende alle Karten vergriffen sind soll‘s halt nicht sein.

Die Vorbereitungen sind ungewöhnlich momentan. Besser als kein Stadion dachten sie trotzdem viele. (Photo by CHRISTOF STACHE/AFP via Getty Images)

Ob es derzeit grundsätzlich verantwortungsvoll ist Sportveranstaltungen mit Zuschauern durchzuführen kann dabei durchaus kritisch diskutiert werden. Wenn ich mir die Beschränkungen in anderen Bereichen ansehe, stelle ich jedoch fest, dass vermehrt Veranstaltungen und Konzerte stattfinden (z.B. an der Augsburger Freilichtbühne). Nachdem nun auch der Besuch von Kneipen und Bars unter Auflagen als hinnehmbar eingestuft wird, sehe ich wenig Gründe, warum eine Freiluftveranstaltung mit einem geprüften Hygienekonzept vor leeren Rängen stattfinden sollte – ein ordentliches Konzept und stabile, niedrige Fallzahlen in der Region natürlich vorausgesetzt. Sorgen darum, dass das Ganze zu einem Superspreaderevent ausartet, hatte ich nach den ersten positiven Erfahrungen der anderen Bundesligisten am vorausgegangenen Wochenende ohnehin nicht.

Ticketvorverkauf

Am Dienstagvormittag, einige Stunden vor dem Start des Voverkaufs, informierte Geschäftsführer Michael Ströll uns dann geduldig via Livestream über die Einzelheiten der Kartenvergabe. Die Message: Der FCA hat alles dafür getan das Prozedere so fair und fanfreundlich wie möglich zu gestalten. First come, first serve; gleicher Preis für alle Plätze; Aufteilung der Fans in 2er und 4er Gruppen; Tickets für Freunde und Familien können direkt mitbestellt werden (Dauerkarte vorausgesetzt).

Alle mit Abstand auf ihren Plätzen. Anscheinend hat vieles sehr gut funktioniert am Samstag, auch auf den Tribünen. (Photo by Alexander Hassenstein/Getty Images)

Dass die Karten zu einem Einheitspreis von 15€ und somit nicht kostendeckend angeboten werden, ist überdies ein klares Signal, dass es dem FCA mit den Ticketverkäufen nicht darum geht Geld zu verdienen. Es soll vielmehr möglichst vielen Fans die Möglichkeit gegeben werden, den FCA lautstark zu unterstützen. Bravo FCA, ein tolles Zeichen auch an die vielen Dauerkartenbesitzer, die in der letzten Saison freiwillig auf die Rückzahlung der Dauerkarte verzichtet haben. Am Ende des Tages verwundert es dann auch nicht, dass die 6.000 Karten an den Fan gebracht wurden. Unter den Käufern: natürlich mein Mitstreiter und ich. 

Und da wuchs sie dann auch wieder – die Vorfreude. Die Vorfreude auf ein erstes Heimspiel einer Saison, das immer mit der Hoffnung beladen ist, man könne doch mal wieder oben angreifen, wenn – ja wenn doch nur dieses Jahr endlich mal wieder alles passt. Die anfänglichen Vorbehalte gegenüber dem Stadionbesuch sanken. Schlechte Stimmung im Stadion? Dann schrei ich halt noch lauter als sonst. Kälte? Dafür besitze ich genau diese eine lange Unterhose. Maske tragen? Geschenkt.

Augsburg hält Abstand

Dann endlich Samstag, Gameday! Wohl genährt machen wir uns auf den Weg zum Stadion. Was sofort auffällt: kaum ein Fan des FCA ist in der Innenstadt anzutreffen. Auch am Königsplatz ein ähnliches Bild. Lediglich vereinzelte FCA Trikots samt Bierdose kreuzen den Weg. Die Straßenbahn luftig bis leer, was insbesondere daran liegt, dass eine hohe Taktung der Bahnen zum Stadion gewährleistet wird (auch auf dem Rückweg). Unter diesen Bedingungen den gebotenen Abstand einzuhalten ist kein Problem. 

Auf dem Fußmarsch zum Stadion werden wir nochmals dran erinnert: Heute kommt es auch auf uns an, ob des Konzept aufgeht. Maske, Hygieneregeln und Menschenverstand: Augsburg hält Abstand.

Deutlicher kann man nicht darauf hinweisen, dass nicht alles wie immer ist. (Foto: privat)

Am Stadionvorplatz angekommen, werden alle Besucher von der Security aufgefordert Masken aufzusetzen. Weiterhin müssen die Besucher sich auf verschiedene Eingänge aufteilen, um möglichst kontaktfrei an Ihre Plätze zu gelangen. Es fällt auf, dass den Besuchern der Ernst der Lage bewusst zu sein scheint: Wenn wir es heute vermasseln gibt es demnächst vielleicht keine Spiele mehr vor Publikum.  Es wird aufmerksam Abstand gehalten und die Maske vorbildlich über die Nase gezogen. Auch am Platz verhalten sich die Besucher rücksichtsvoll und nehmen in 2er bzw. 4er Gruppen ihre vorgesehenen Plätze ein.

Die Vereinshymne erklingt – die Situation ist zunächst gewöhnungsbedürftig, aber die Atmosphäre ist besser, als ich sie erwartet habe. Ein sehnsuchtsvoller Blick auf die ausgestorbene Ulrich-Biesinger- Tribüne trübt das Bild ein wenig. 

Anstoß – Heja, Heja FCA! Die Fans versuchen alles um das Fehlen der anderen 24.000 (darunter auch die organisierte Fanszene) zu kompensieren. Jedem scheint bewusst zu sein, dass er heute besonders engagiert mitmachen muss um der Mannschaft zu helfen. Hin und wieder verstummen die Gesänge, umgehend ertönt es dann aber aus einem anderen Eck des Stadions. Siegtorschütze Felix Uduokhai wird später von einem „gefühlt ausverkauftem“ Stadion sprechen, das die Mannschaft nach vorne getragen hat. In erster Linie ist es aber auch der Mannschaft zu verdanken, dass die Atmosphäre sich im Verlaufe das Nachmittags stetig steigert. Ein derart leidenschaftliches Team des FCA haben wohl die meisten der 6.000 Anwesenden schon länger nicht mehr bewundern dürfen. „Hier regiert der FCA“. Wir spielen nicht auf Remis, wir wollen hier gewinnen. Da waren sich Mannschaft und Fans einig. 

95. Minute dann der Höhepunkt des Tages: Alle 6.000 Unterstützer erheben sich gemeinsam von Ihren Plätzen und lassen ein schallendes „Oh wie ist das schön“ über dem Lechfeld erklingen. Jedem Anwesenden ist bewusst, dass hier wahrlich nicht nur die Freude über einen unverhofften Punktgewinn besungen wird. „…sooo schöööön, so schön!“

Gänsehaut. Schlusspfiff. LaOla. Heimweg.

Am Ende ziehe ich ein positives Fazit: Ein gutes Hygienekonzept, verantwortungsvolle Besucher und eine tolle Stimmung. So wie es am Wochenende in Augsburg abgelaufen ist, darf es aus meiner Sicht gerne weitergehen. So lange bis wir alle zusammen wieder auf unseren Stammplätzen stehen/sitzen und uns wieder nur auf das Wichtigste konzentrieren dürfen. Danke an alle Beteiligten – wir sehen uns beim nächsten Heimspiel! Bis dahin halten wir noch etwas Abstand – und zwar von den Abstiegsrängen.

Das Lächeln am Sonntag: Tabellenführer

Wer sich heute die Augen reibt und kurz überlegt, ob die Überschrift dem FCA gilt: Ja, es ist wahr. Wir sind zumindest heute morgen noch Tabellenerster der Fußballbundesliga. Zwei Siege zu Beginn der Saison. Einer davon gegen die Wunderjungen vom BVB. 6 Punkte. Noch 34 bis zum Klassenerhalt. Etwas mehr nach Europa oder wo auch immer uns die Reise in dieser Saison hin führt. Und seien wir mal ehrlich: noch sind gerade mal 2 Spiele gespielt. Es kann noch so vieles passieren. Aber heute morgen grinsen wir alle mal ganz genüsslich beim Blick auf die Tabelle. Diese Momente kommen als FCA-Fan nun nicht allzu oft.

Das Positive

Fangen wir bei der Taktik an. Man möchte es liebevoll “Martin Schmidt” Taktik nennen. Dem Gegner den Ballbesitz überlassen und gezielte Konter fahren. Der Unterschied zur Zeit unter Martin Schmidt? Man sah deutliche Verbesserungen in den unterschiedlichen Phasen des Spiels. Im Spiel gegen den Ball klappte das Anlaufen auf die Verteidiger des BVB sehr gut. Das nahm den Abwehrspielern die Möglichkeit über lange das Spiel zu öffnen. Dazu waren die kurzen Anspielstationen begrenzt und es war für den BVB sehr mühevoll sich durch die gut gestaffelte Abwehr zu kombinieren. Gouweleeuw, Uduokhai und Gruezo (diese einzelne Aktion in der zweiten Halbzeit, wow) mit Sahnetagen. Und insgesamt eine tolle Teamleistung.

Im Spiel mit dem Ball hatten wir einige gute Kombinationen, gerade in der zweiten Hälfte, als der BVB dann mehr aufmachen musste. Aber auch das 2:0 war fein heraus gespielt. Niederlechner mit dem unwiderstehlichen Pass, Caliguiri mit dem stabilen Abschluss. Dazu kommt, dass wir es dem BVB auch nicht einfach gemacht haben in den Umschaltsituationen. Herrlich hat dem FCA ein Gegenpressingspiel verpasst und es macht Spaß dabei zuzuschauen, wie Gegner in die Fallen tappen. Insgesamt eine sehr passende taktische Ausrichtung und eine tolle Umsetzung.

Daniel Caliguiri kurz vor dem 2:0. Welch ein beruhigender Moment. (Photo by Alexander Hassenstein/Getty Images)

Ergänzt wurde die Taktik durch die richtigen Wechsel. Es war früh in der zweiten Halbzeit klar, dass der Erfolg davon abhängen würde, als Kollektiv gegen den Ball zu arbeiten. Heiko Herrlich brachte früh Jensen, Finnbogason und Oxford, um frische, unbelastete Spieler auf dem Rasen zu haben. Eine sehr gute Entscheidung. Die Mannschaft wirkte mindestens genau so frisch wie der BVB und es kam zu keinem Einbruch gegen Ende der Partie. Was würden wir als Fans dafür tun, wenn wir diese Einbrüche dauerhaft los werden könnten. Vielleicht haben wir den Moment verpasst und wir haben dieses Laster schon abgestreift?

Mir kam es so vor, als ob die Mannschaft die letzte Niederlage gegen den BVB als zusätzliche Motivation genommen hatte. Es war den Jungs bewusst, dass man den BVB in der letzten Partie schon am Rande einer Niederlage hatte, bevor man sich eine 3:1 Führung noch aus der Hand nehmen ließ. In manchen Gesichtern sah mir das nach Extra-Motivation aus. André Hahn, ich sah das Funkeln in deinen Augen. Witsel konnte dich nur mit einem Foul bremsen. Große Liebe.

Das Negative

Das Haar in der Suppe? Die ersten 20 – 30 Minuten des Spiels. Der BVB machte viel Druck und konnte sich Möglichkeiten erarbeiten. In der Chancenverwertung fehlte dem BVB die letzte Genauigkeit. Da hatten wir etwas Glück, dass die große individuelle Klasse der Dortmunder nicht zum Tragen kam. In dieser Phase hätte sich das Spiel in eine andere Richtung drehen können. Nicht gestern. Aus den Situationen, in denen wir defensiv gefordert wurden, können wir für die nächste Zeit noch etwas lernen.

Da drohte es kurz zu kippen. Es ging hitzig zu und wir dürfen uns nicht provozieren lassen. (Photo by Alexander Hassenstein/Getty Images)

Dazu können wir in diese Kategorie Jeffs Hand in Haalands Gesicht packen. Mit etwas Pech und einem schlechteren Schiedsrichter kassiert er dort rot. Martin Petersen tat sich gestern mit einer ausgeglichenen Spielführung und dem nötigen Fingerspitzengefühl hervor. Da loben wir den Schiedsrichter gerne, wenn Lob angebracht ist. Wir werden diesbezüglich aber auch mal wieder mehr Pech haben. Gerade als Kapitän sollte Jeff in diesen Situationen smarter agieren. Sich nur ein Müh mehr zurückhalten. Sich nicht provozieren lassen. Glück gehabt.

Der Ausblick

Von hier an kann es nur abwärts gehen. Zumindest in der Tabelle. Derweil scheint sich die Mannschaft gefunden zu haben und kann auch Ausfälle, wie den von Ruben Vargas gestern, verkraften. Die Möglichkeit fünf Mal zu wechseln ist momentan ein großer Vorteil, da es dadurch weniger unzufriedene Spieler gibt und wir die Qualität über das Spiel hinweg hochhalten können. Diese Art zu spielen und hinterher zu laufen, erfordert viel Kraft. Gut, dass wir gleichwertig Ersatz bringen können, der den Gegner weiter unter Druck setzt.

Eine Siegesfeier mit der leeren Ulrich-Biesinger-Tribüne im Rücken? Sportlich geht es voran, aber wie freue ich mich auf die Tage, wenn das Stadion wieder wirklich ausverkauft ist. (Photo by CHRISTOF STACHE/AFP via Getty Images)

Bzgl. des Personals gibt es weiter Überraschungen. Reece Oxford scheint sich seine Chancen weiter zu erarbeiten. Gegen den BVB war er kein Unsicherheitsfaktor und überraschte damit erneut. Ich bin noch nicht an dem Punkt, wo ich ihn anstatt Khedira spielen sehen will, aber vielleicht wird das ein Szenario im Laufe der Saison. Wer hätte das gedacht mit Tobias Strobl auf der Bank, der erst in der Nachspielzeit kam. Eduard Löwen war noch nicht mal im Kader. Der Erfolg gibt Heiko Herrlich momentan in jedem Fall recht.

Derweil haben wir gerade mal das zweite Spiel in dieser Saison gespielt (die noch lang werden wird). Verletzungen und Sperren werden kommen und der tiefe Kader ist momentan eine große Stärke. Nächste Woche geht es nach Wolfsburg. Ich war sehr skeptisch vor unserem Spiel gestern. Aber warum sollten wir in dieser Form nicht auch in Wolfsburg punkten äh gewinnen? Und ja, auch Wolfsburg würde nächste Woche lieber gegen Schalke spielen als gegen uns. Zumindest überraschen werden wir die Wolfsburger wohl nicht, mit unserer derzeitigen Stärke. Trotzdem müssen sie gegen ein so gut eingespieltes und abgestimmtes Team, aber erstmal überzeugen. Nicht an der breiten Brust abprallen. Denn das Grinsen bei dem Gedanken an diesen zweiten Sieg wird mich und die Mannschaft mit Sicherheit auch durch die Woche tragen. Mal schauen, wohin uns diese gute Form noch tragen wird.

TGIF: Ein Schritt in Richtung Normalität

Auftakt gelungen! Dank diszipliniertem Abwehrverhalten und einer gnadenlos effektiven Offensive setzte sich der FC Augsburg am vergangenen Wochenende mit 3:1 gegen Union Berlin durch. Die drei Punkte zum Start waren angesichts der schwierigen nächsten Spiele Gold Wert. Vor dem Duell sprachen wir bereits vom “wichtigsten Saisonstart aller Zeiten“, denn nun warten mit Dortmund, Wolfsburg, Leipzig und Leverkusen harte Brocken auf die Mannschaft von Heiko Herrlich. Als ersten Härtetest kommt am Samstag (15.30 Uhr) der BVB nach Schwaben.

Dann sind erstmals seit der Corona-Pause auch wieder Fans im Stadion zugelassen. Dafür präsentierte der FCA unter der Woche ein Hygienekonzept, das durchdacht und dem Pandemiegeschehen angebracht wirkt: 6.000 Zuschauer, Mund- und Nasenschutz bis zum Sitzplatz, personalisierte Tickets. Beim Preis zeigt sich der FCA zudem von seiner familiären Seite und verlangt – trotz damit verbundenem Minusgeschäft – für alle Plätze 15 Euro. Eine überragende Aktion des Vereins, die nicht selbstverständlich ist. Das zeigt der Blick in andere Stadien, wo mitunter die regulären Sitzplatzpreise zu bezahlen sind. “Wir möchten dadurch unserer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden”, sagte Geschäftsführer Michael Ströll.

Leere Ränge, keine Stimmung: Diese traurige Athmosphäre begleitete zuletzt die Spiele des FC Augsburg. Gegen den BVB sind 6.000 Fans zugelassen. Ein Schritt in Richtung Normalität (Foto: Marcel Engelbrecht/firosportphoto/POOL)

Herrlich freut sich derweil auf die Unterstützung der Zuschauer und sagte vor der Partie gegenüber dem Kicker: “Gerade für Mannschaften wie uns ist es extrem wichtig, dass man die Fans im Rücken hat, dass man sie spürt. Das treibt die Mannschaft nach vorne, das pusht sie bei jeder Balleroberung, jedem Zweikampf. Klar, dass das einen Spieler zu Höchstleistungen treibt.”

Die Fakten zu #FCABVB

Effektiv: Der BVB brauchte in der vergangenen Saison gerade einmal fünf Chancen pro Tor – Ligaspitze. Acht Gelegenheiten pro Treffer beim FCA können sich allerdings auch sehen lassen.

Weiße Weste: Etwas überraschend hat nicht der FC Bayern, sondern Borussia Dortmund am häufigsten zu Null gespielt hat – 15-Mal. Der FCA konnte seinen Kasten sieben Mal sauber halten.

Starke Bank: BVB-Coach Lucien Favre wechselte insgesamt zehn Mal ein Tor ein (Ligaweit Platz zwei). Dem FCA gelangen fünf Jokertore.

Wiedersehen: Am Samstag kommt es zum Wiedersehen mit Marwin Hitz. Der Schweizer stand von 2013 bis 2018 im Kasten der Schwaben. Auf der Gegenseite war Julian Schieber drei Jahre für den BVB aktiv. Beide werden am Samstag aber relativ sicher nicht zum Einsatz kommen.

Über den Gegner

Kann der BVB diesmal die Bayern ärgern und ein Wörtchen im Meisterschaftskampf mitreden? Vermutlich eher nicht. Das liegt aber vielmehr an der krassen Übermacht der Roten als der schwarz-gelben-Kaderstärke. Denn der BVB hat es in dieser Spielzeit wieder einmal geschafft, ein starkes Team zusammenzustellen. Jadon Sancho konnte trotz Millionenangebot aus Manchester gehalten, Thomas Meunier ablösefrei aus Paris geholt werden. Hinzu kommen einmal mehr hungrige Talente wie Reinier (18), Jude Bellingham (17), Giovanni Reyna (17) und vermutlich bald auch schon Youssoufa Moukoko (15). Sancho und Winter-Neuzugang Erling Haaland sind ebenso gerade einmal 20 Jahre alt.

Apropos Haaland: Das norwegische Wunderkind steuerte für den BVB in 20 Einsätzen bisher 18 Tore und drei Vorlagen bei. Beim 3:5-Spekakel im Januar wurde Haaland beim Stand von 3:1 für den FCA eingewechselt – wenig später folgte ein Dreierpack. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Nationalspieler mit dieser Quote zufrieden ist, wie er unter der Woche den Ruhr Nachrichten sagte: “Ich hätte locker-leicht mehr als 50 Tore schießen können. Das soll nicht überheblich klingen, das ist vielmehr einfach gut so, denn das zeigt mir, dass das Potenzial dazu vorhanden ist.” Der ganze FC Augsburg erzielte in der abgelaufenen Saison übrigens 45 Treffer.

Es bleibt spannend, wie sich diese junge Mannschaft entwickelt. In den entscheidenden Spielen (im Pokal in Bremen, in der Champions-League in Paris) konnte der BVB dem Druck oft nicht wirklich standhalten. Darüber hinaus tat sich die Mannschaft von Lucien Favre auch immer wieder schwer, wenn es gegen den FCA ging.

Einstand nach Maß: Erling Haaland wurde gegen den FCA in der 56. Minute eingewechselt und trug sich drei Minuten später schon in die Torschützenliste ein. Bitter für Augsburg: Es folgten zwei weitere Treffer und der FCA verlor trotz 3:1-Führung mit 3:5. (Photo by Sebastian Widmann/Bongarts/Getty Images)

Die letzten Begegnungen

18.01.2020: FC Augsburg – Borussia Dortmund 3:5

17.08.2019: Borussia Dortmund – FC Augsburg 5:1

01.03.2019: FC Augsburg – Borussia Dortmund 2:1

06.10.2018: Borussia Dortmund – FC Augsburg 4:3

26.02.2018: Borussia Dortmund – FC Augsburg 1:1

Presseschau

Weil es in dieser Woche ziemlich ruhig rund um den FC Augsburg war, wollen wir nach Mainz blicken, wo es vor dem Heimspiel gegen Stuttgart zu einer neuen Eskalationsstufe in der Fußball-Bundesliga gekommen ist. Am Mittwoch boykottierten die Profis der Nullfünfer das Training – aus Solidarität mit Mitspieler Adam Szalai. Dem war zuvor nahegelegt worden, sich einen neuen Verein zu suchen. Zwei Wochen zuvor im Pokal markierte der Ungar noch das wichtige 2:1 gegen Havelse.

Jetzt wird der Stürmer aber offenbar nicht mehr gebraucht und soll sich in der U23 fit halten. Über die Gründe der Degradierung wurde in den Sportmedien des Landes heftig spekuliert. Während Mainz-Vorstand Rouven Schröder und Coach Achim Beierlorzer auf der Pressekonferenz beteuerten, es handle sich um eine rein sportliche Entscheidung, schrieb die Bild von Differenzen in puncto Gehaltsverzicht und der Kicker (Donnerstagsausgabe) von einem heftigen Streit zwischen Szalai und Beierlorzer. So oder so, dem FCA kann es eigentlich nur recht sein, wenn es bei einem direkten Konkurrenten kriselt.

Was macht eigentlich Milan Petrzela?

Milan Petrzela wechselte im Juli 2012 von Viktoria Pilsen in die Fuggerstadt. Kurz zuvor war der Mittelfeldspieler für die tschechische Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft im Einsatz und kam dementsprechend mit durchaus großen Erwartungen nach Augsburg, wo der damals 29-Jährige einen Vertrag bis 2015 unterschrieb. Nach 13 enttäuschenden Einsätzen für Rot-Grün-Weiß löste der FCA den Kontrakt nach einer Saison jedoch wieder auf und Petrzela kehrte nach Tschechien zurück. Seit 2019 spielt der Offensivmann nun für den 1. FC Slovacko, wo er auch noch mit 37 Jahren Stammspieler ist. In der abgelaufenen Saison stand er für den 9. der Fortuna Liga 30-mal auf dem Platz. Dabei gelangen dem zweifachen Familienvater fünf Tore und drei Assists.

Die voraussichtliche Aufstellung

Wenig spricht dagegen, dass Herrlich seine erste Elf im Vergleich zum Union-Spiel großartig ändern wird. In der Defensive scheint Neuzugang Robert Gumny etwas schneller zu sein als Raphael Framberger und damit eventuell eine Option gegen die brachial temporeiche Offensive des BVB. Gegen die technisch starken Dortmunder ist aber vermutlich gerade ein Kämpfertyp der Marke Frambo das richtige Gegenmittel, sodass wir das Augsburger Eigengewächs in der Startelf erwarten. Im Angriff scheint ein Stürmer mit einem Zehner dahinter die richtige Taktik. Denn Michael Gregoritsch hat seine Sache gegen Berlin sehr ordentlich gemacht und war vor allem in der Rückwärtsbewegung ein wichtiger Faktor. Gegen den Vizemeister werden die Defensivqualitäten des Österreichers umso mehr gefordert sein.

Gikiewicz – Framberger, Gouweleeuw, Uduokhai, Iago – Gruezo, Khedira – Caligiuri, Gregoritsch, Vargas – Niederlechner

Zurück in alter Form? Nach einer starken Vorbereitung könnte Michael Gregoritsch in dieser Saison eine ziemlich wichtige Rolle einnehmen. (Photo by Maja Hitij/Getty Images)

Tipps

Andy: 1:2 – Der FCA kann es lange spannend halten, bevor der BVB kurz vor Schluss das entscheidende Tor macht.

Irina: 1:3 – Haaland erwischt erneut einen Sahnetag und zeigt dem FCA die Grenzen auf. Augsburg muss seine Punkte anderswo holen.

Andi: 1:3 – Haaland, Sancho & Co. sind dann doch eine Nummer zu groß für den FCA. Abhaken und nächste Woche in Wolfsburg punkten.

TGIF: Zeit, wieder an Fußball zu denken

Servus in die Runde. Wir probieren hier mal wieder etwas neues. Regelmäßig vor den Spieltagen wollen wir an dieser Stelle alle wichtigen und unwichtigen Informationen zusammenfassen, so dass ihr liebe Leser, potentiell die Klugscheißer des Wochenendes sein könnt. Einmal auf dem Weg ins Stadion hier reingeschaut und schon ist die Vorbereitung abgeschlossen. Zumindest für euch. Versuchen wir es einfach mal.

Fakten über das Spiel: #FCABVB

Es spielt der Vierte beim Zehnten. Dortmund hat in dieser Saison die Erwartungen bisher nicht immer erfüllen können. Wir enttäuschten nur in der ersten Hälfte der Hinrunde, bevor wir zu einem fulminanten Lauf ansetzten. Nach dem Abschluss der Hinrunde ging es zuerst in den wohlverdienten Weihnachtsurlaub und danach ins Traininslager auf Malta. Dort haben wir zwei Testspiele absolviert. Im ersten konnten wir uns mit der zweiten Garde gegen den maltesischen Erstligisten Hibernians FC 4:0 durchsetzen. Edu Löwen trifft und wirbelt direkt beim Debüt im FCA Trikot. Im zweiten reichte es in nomineller Topbesetzung nur zu einem 3:3 gegen Cercle Brügge. Fredrik Jensen rettete nach Einwechslung das Unentschieden.

Mit dieser Form und nach dem Ende der Rückrunde hat sich Fredrik Jensen seinen Platz in dieser Offensivreihe verdient. Ob er ihn gegen Edu Löwen verteidigen kann? (Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)

Am Auffälligsten waren allerdings die Fehlerketten in der Abwehr, die zu den Gegentoren führten. Die Kernfrage, die beantwortet werden muss: Konnten wir die Form in der Winterpause konservieren?

Der Gegner

Obwohl die Bayern geschwächelt haben, sieht es nicht nach einem Meisterschafts-Run der Dortmunder aus. Die Dortmunder haben sich auf einer Position verstärkt, auf der sie bisher sehr dünn besetzt waren: im Sturm. Erling Haaland kam von RB Salzburg und hat international viele Vorschusslorbeeren geerntet. Als Abgang steht Julian Weigl fest, der zu Benfica Lissabon wechselte. Aber auch jegliche Information zur Aufstellung oder Taktik der Borussia wird uns nicht verraten, welche Seite sie uns in Augsburg zeigen wird. Ob die Dortmunder in der Rückrunde eine Überraschungstüte bleiben werden? Die Testspiele des BVB haben in dieser Hinsicht nicht für Klarheit gesorgt, denn auch die Dortmunder lieferten durchwachsene Leistungen ab.

Die Presseschau

Daniel Baier gab dem Sport-Magazin Socrates ein ausführliches Interview. Wenn die Aussagen des Maestros mal keine interessante Lektüre ergeben nach der Nachricht zur Vertragsverlängerung um ein Jahr. Auf der Spielerseite kann man ansonsten noch Noah Sarenren Bazee im Blick behalten. Der kicker hat schön dargestellt, wie er durch die lange Genesungsphase und die Geduld in der Rückrunde zur Überraschung werden kann.

Zur Bescheidenheit des FCA sollte man erwähnen, dass der FCA eine Promo-Reise in die USA vereinbart hat. Der Haken? Man plant, nicht auf dem Relegationsplatz zu landen, denn die Reise findet zu den Terminen der Relegationsspiele statt. Wenn die Verantwortlichen in der Rückrunde den Ball flach halten wollen und daran erinnern, in der Tabelle nach unten zu schauen, kann diese kleine Terminüberschneidung wohl als Erwiderung dienen.

Was es diese Woche nicht in diese Kategorie geschafft hat:

  • Informationen zu den Urlaubsorten unserer Spieler
  • Aussagen eines ehemaligen Co-Trainers, der versucht nicht in Vergessenheit zu geraten

Der Traum der Woche

Der FC Augsburg ist dafür bekannt, dass man immer wieder neues mit diesem tollen Verein erlebt. Etwas, das man vorher entweder noch nie erlebt hat oder für vollkommen unwahrscheinlich hielt. Ein Sieg zum Rückrundenstart gegen die Borussia aus Dortmund würde immer noch in diese Kategorie fallen. Die Borussia aus Dortmund ist immer noch einer der Top Clubs in der Liga. Ein Sieg wäre immer noch eine gr0ße Überraschung. Ich wünsche es mir so sehr!

Wenn Erling Haaland bei seinem Debüt für den BVB in der Bundesliga den Ball flach halten könnte, wäre das förderlich. (Photo by Francesco Pecoraro/Getty Images)

Randnotiz: Ein gewisser Pierre-Emerick Aubameyang hat bei seinem Bundesligadebüt in Augsburg 3 Buden erzielt und uns quasi im Alleingang erledigt. Die Dortmunder wussten damals noch nicht einmal, wie sein Name korrekt ausgesprochen gehört. Vielleicht doch französisch? Erling Haalands Einstand fällt hoffentlich deutlich bescheidener aus.

Was macht eigentlich Iago?

Eigentlich wollen wir an dieser Stelle zukünftig auf ehemalige Spieler schauen. Heute schauen wir mal kurz auf Iago. Iago kann dem FCA leider momentan nicht helfen. Immerhin ist er nicht verletzt, sondern darf für sein Land Brasilien in der Olympiaqualifikation antreten.

Iago hatte zum Ende der Hinrunde einen guten Lauf, wird allerdings vorerst fehlen. Der Grund ist allerdings erfreulich. (Photo by Boris Streubel/Bongarts/Getty Images)

Das Turnier findet in Kolumbien statt und das letzte Spiel für Ihn ist dort am 31.01. gegen Paraguay. In Frankfurt gegen die Eintracht könnte er dann am 07.02. schon wieder für den FCA auflaufen. Wünschen wir ihm bis dahin viel Erfolg, so dass er mit gestärktem Selbstbewusstsein zurückkehrt.

Gazetten Tipps

  • Andy: 1-2 Dortmund ist zum Rückrundenauftakt zu stark und setzt sich über individuelle Einzelaktionen durch. Wir können den BVB allerdings über lange Strecken ärgern und Marco Richter trifft sehenswert zum Anschluss. Am Ende reicht es allerdings nicht ganz zu einem Punkt.
  • Sebastian:Klares 4-1, drei Tore Niederlechner, 1 Tor Löwen. Niemals gefährdeter Heimsieg beim Rückrundenauftakt, Augsburg spielt Dortmund an die Wand und meldet sich zurück im Meisterschaftsrennen mit einem deutlichen Sieg gegen einen Konkurrenten.

Verwirrung, Verwirrung, Verwirrung

FC Augsburg – Borussia Dortmund
(7. Spieltag, 1:2)

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Spitzenspiel, Fünfter gegen Ersten. Besser wurde es an diesem 7. Bundesligaspieltag nicht. Zumindest tabellarisch. Mit Spitzenreiter Borussia Dortmund kam ein Gegner auf’s Lechfeld, dem gerade taktisch und spielerisch alles zu gelingen scheint. Zumindest in der Bundesliga. Unter der Woche, als sich die Baum’schen Mannen die Füße auf die Couchtische legen durften, mussten die Westfalen gegen Real Madrid ran – und bekam eine Lehrstunde, dass alles was in der Bundesliga durchaus glänzen mag, international kaum etwas wert ist. Wenigstens waren sie mit dieser Erkenntnis nicht alleine, denn auch alle anderen deutschen Teams gingen sang- und klanglos unter.

Die Voraussetzungen

Dennoch: Bei Dortmund konnte man so gut wie aus dem Vollen schöpfen. Verletztungssorgen hat Peter Bosz gerade nicht und auch Manuel Baum hatte wieder einmal die Qual der Wahl, wer es in den 18er-Kader schaffen sollte.

Nach der Sperre beim 0:0 in Stuttgart (zu dem ein Spielbericht krankheitsbedingt ausfallen musste, Anm. d. Red.) war auch Daniel Baier wieder im Kader und selbstredend in der Startelf. Zudem bekamen Heller und Gregoritsch die Chance von Beginn an offensiv zu glänzen. Defensiv setzte Baum wieder auf die Variante mit Khedira, der gegen den Ball in die Innenverteidigung zurückfallen sollte.

Spieltaktisch also keine großartige Veränderung zu den Spielen zuvor. Warum auch? Das Konzept geht auf und der FC Augsburg schafft es durch defensive Stabilität und offensive Effektivität – ein Novum! – nach sechs Spieltagen auf sensationelle 11 Punkte.

Das Ergebnis

Dass es bei diesen 11 Punkten bleiben sollte, war insgesamt gesehen ein doch eher unglücklicher Umstand, denn der 2:1-Sieg von Borussia Dortmund hätte locker auch ein Unentschieden werden können. Aber der Reihe nach:

Schon nach 4 Minuten ging der BVB durch Königstransfer Yarmolenko in Führung – ein Tor, das nicht hätte fallen müssen. Nach einer Ecke bekommt die FCA-Defensive den Ball nicht weg und steht sich gegenseitig bei der Verteidigung im Weg. Der Ukrainer versucht sein Glück mit der Hacke und schiebt den Ball an Finnbogason und Hitz vorbei. Dumm gelaufen.

Die Antwort des FCA ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Geburtstagskind Max hat zu viel Platz zum Flanken und platziert die Kugel gekonnt auf Caiubys Kopf, der ebenfalls zu frei steht und nur noch einnicken muss. Starker Spielzug und starke Antwort auf den frühen Rückstand.

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Die nächste Verwirrung im Defensivbereich der Augsburg gab es jedoch wieder eine knappe Viertelstunde später, als sich Max und Hinteregger nicht einig waren, wer denn den Ball nun nehmen soll. Kagawa vollendet die Slapstick-Einlage daraufhin mit dem letzten Treffer des Spiels.

Es hätten jedoch auch noch welche fallen können, denn so lätschert der FC Augsburg in Hälfte Eins auftrat, umso besser wurde es im zweiten Durchgang, in dem Dortmund kaum mehr Raum für eigene Aktionen fand. Bis auf einen guten Kopfball von Aubameyang und einen denkwürdigen Elfmeter durch ebendiesen, gab es für Marwin Hitz wenig zu tun.

Was war gut?

Vor allem im zweiten Durchgang sah man, wie gut Manuel Baum seine Mannschaft auf einen Gegner einstellen kann, der in der Vorwoche noch Borussia Mönchengladbach mit 6:1 vom Platz fegte. Vor allem das schnelle Flügelspiel durch Max, Opare und vorne Caiuby und Heller war ausschlaggebend für die Chancenhoheit der Augsburger in der 2. Halbzeit. Gregoritsch hatte zwei gute Möglichkeiten zum Abschluss, die jedoch an schlussendlicher Dringlichkeit und fehlendem Durchsetzungsvermögen scheiterten.

Vor allem Daniel Opare machte wieder mal ein sensationell gutes Spiel. Schon gegen Stuttgart wurde der Ghanaer zum Man of the Match gekürt, zudem steht er wieder im Nationalmannschaftskader. Vollkommen zurecht, denn auch gegen einen Gegner wie Dortmund ließ der von vielen – inklusive dem Autor – schon abgeschriebene Verteidiger nichts anbrennen und setzte nach Vorne starke Akzente.

Vielleicht ist es ja Manuel Baums pädagogischer Ansatz und das Fehlen eines Paul Verhaegh, das dem Jungspund endlich die Möglichkeit zum Durchbruch gewährt wurde. Verdient hat er es, wie man aktuell sehen darf.

Was war schlecht?

Opare war jedoch, defensiv gesehen, der einzig gute Augsburger auf dem Feld. Vor allem die beiden Innenverteidiger Gouweleeuw und Hinteregger hatten eher einen ihrer schlechteren Tage.

Bei beiden Gegentoren stiften sie mehr Verwirrung als dass sie Schaden reduzieren würden und auch zwischendurch gab es den ein oder anderen Wackler, den eine Mannschaft wie Dortmund gerne mal bestraft.

Hoffen wir, dass es nur Ausnahmen waren und sie in den kommenden Spielen wieder durch ihre Abgeklärtheit auffallen und auch Rani Khedira dem Duo wieder zur Verfügung steht.

 

Und auf den Business Seats?

Wohl nicht nur auf den teuren Sitzen war man heute rund um den Elfmeterpfiff etwas ratlos. Ernüchternd muss man jedoch feststellen, dass alles an dieser Situation korrekt abgelaufen ist und der Videobeweis nun solch kuriose Spielszene wie diese mit sich bringt:

Bei einer Ecke zieht Koo auffällig lange am Trikot eines Dortmunders im Strafraum, was der Schiedsrichter nicht sieht und die Dortmunder nicht lange lamentieren. Die Situation wird entschärft und der FC Augsburg startet den Gegenangriff, der gut eine Minute dauert, ehe der Ball zu einer Ecke auf Dortmunder Seite geklärt wird.

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Doch anstatt zur Ecke, pfeift der Schiedsrichter nach Konsultation des Videos auf Elfmeter für Dortmund. Verwirrung total, denn die vorhergehende Situation am anderen Ende des Spielfelds war gedanklich schon wieder so weit weg, dass das Ganze komplett surreal wirkte. Jedoch:

Die Bewertung (Strafstoß) war korrekt, und die Situation weiterlaufen zu lassen ebenfalls, da der Ball zwischen Foul und Entscheidung nicht im Aus war.

Schlussfolgern wir also: Der Videobeweis macht das Spiel durchaus fairer, jedoch nicht unbedingt ansehnlicher. Aber das wussten viele wohl schon vorher…

Was kommt als nächstes?

Nach Länderspielpause geht es mit schwerem Programm weiter: Der FC Augsburg muss nach Sinsheim, wo eine spielstarke TSG Hoffenheim aufwartet.