Lauffreudig vs. Lauffaul

Länderspielpause vorbei, Fokus auf der Bundesliga wieder da. Am Samstag (15.30 Uhr) gastiert der FC Augsburg bei Borussia Mönchengladbach. Im Vorfeld der Partie werden unmittelbar Gedanken ans letzte Aufeinandertreffen im Borussia-Park laut, als der FCA sang- und klanglos und obendrein hochverdient mit 5:1 unterging. An diesem nasskalten Oktobertag im Gästeblock zu stehen war nicht leicht. Keineswegs. “Gladbach bedankt sich bei Augsburgs Pannen-Kiste” titelte die Bild nach dem Debakel. Allen voran das vierte Tor der Fohlen wird einigen Fans noch lange in Erinnerung bleiben. In bester Slapstick-Manier schenkte sich Keeper Tomas Koubek einen ein.

13 Monate später hat sich der FC Augsburg sportlich gefangen. Mit zehn Punkten aus sieben Spielen steht die Mannschaft von Heiko Herrlich weiterhin ordentlich da. Gladbach weist einen Zähler mehr auf und ist Siebter. Also ein Duell auf Augenhöhe? Vielleicht. Zumindest wenn die Schwaben im Vergleich zum besorgniserregenden Hertha-Spiel eine Reaktion zeigen. Dann ist auch gegen einen Champions-League-Gegner etwas drin. Nichtsdestotrotz sind die Fohlen natürlich der klare Favorit.

Über den Gegner

Nach anfänglichen Startproblemen kommt die Borussia immer besser in Tritt. Auch wenn die Mannschaft von Marco Rose zuletzt in Leverkusen einen Dämpfer hinnehmen musste (4:3), passt die Leistung auf dem Platz in der Regel schon. Es sind zwar immer wieder Unkonzentriertheiten (Abstimmungsprobleme in der Defensive, Fehlpässe im Mittelfeld) zu beobachten, doch Gladbach scheint auf einem guten Weg zu sein. Auch in dieser Saison greifen die Fohlen die Top-4 an.

In der Bundesliga steht im Moment Rang Sieben. Darüber hinaus sind die Rheinländer in der Champions League auf Kurs Achtelfinale. Fünf Punkte nach drei Spielen bedeuten die Tabellenführung. Und das in einer Gruppe mit Real Madrid und Inter Mailand. Unnötige Gegentore aufgrund von eigenem Unvermögen verhinderten letztlich eine noch komfortablere Ausgangslage.

Bitteres Remis: Bis zur 87. Minute führt Gladbach gegen Real Madrid mit 2:0, ehe Benzema und Casemiro zum 2:2 ausgleichen. (Photo by Lars Baron/Getty Images)

Abseits der sportlichen Leistungen wollen wir an dieser Stelle einmal ein Sonderlob für Max Eberl aussprechen. Der Manager hat es geschafft, den Traditionsverein zu alter Stärke zurück zu führen. Kluge Transfers, immer im Bereich des finanziellen Spielraums. Vom Abstiegskandidaten zum Champions-League-Starter. Der sportliche Erfolg Gladbachs geht zwangsläufig mit Eberl einher. Dass der gebürtige Niederbayer obendrein ein sympatischer, hemdsärmeliger Typ ist, rundet die perfekte Zusammenarbeit ab. Wir hoffen, dass Eberl der Bundesliga noch lange erhalten bleibt.

Die Fakten zu #BMGFCA

Elfer-Kontrast: Borussia Mönchengladbach bekam in sieben Spielen bereits vier Elfmeter zugesprochen (wie Leipzig) und hat übrigens auch alle verwandelt. Augsburg gehört zu den vier Teams, für die noch kein Strafstoß gepfiffen wurde (wie Schalke, Bielefeld und Freiburg).

Fair: Mit 62 hat der FCA ligaweit die wenigsten Fouls am Gegner begangen. Gladbach liegt mit 81 im Mittelfeld, am unfairsten agiert der 1. FC Köln (100).

Lauffreudig vs. Lauffaul?:Nur Arminia Bielefeld spult mehr Kilometer ab als der FCA (960,5 zu 959,8). Die Gladbacher verzeichnen mit Abstand die geringste Laufdistanz und kommen auf fast 135 Kilometer weniger als Rot-Grün-Weiß (826,6).

Herrlich-Bilanz: In sechs Spielen gegen Gladbach gelangen Heiko Herrlich als Trainer fünf Siege (eine Niederlage). Nur gegen Union Berlin ist der Punkteschnitt des Fußballlehrers besser (zwei Spiele, zwei Siege).

Passstark: Gladbachs Nico Elvedi überzeugt ligaweit mit der besten Passquote (94,8 %). Stärkster Augsburger ist Felix Uduokhai auf Rang zehn (91,1 %).

Rückkehr: Im Sommer wechselte Tobias Strobl aus Gladbach an den Lech. Auch André Hahn und Reece Oxford haben eine Vergangenheit bei der Borussia. Auf der Gegenseite trifft Ibrahima Traore auf seinen Ex-Klub. Von 2009 bis 2011 war der Offensivmann in Augsburg aktiv.

In 54 Spielen für den FCA gelangen Traore acht Tore sowie 18 Vorlagen. 2011 wechselte er nach Stuttgart und zwei Jahre später zu den Fohlen. (Photo by SERGEI SUPINSKY/AFP via Getty Images)

Die letzten Begegnungen

29.02.2020: Augsburg – Gladbach 2:3

06.10.2019: Gladbach – Augsburg 5:1

26.01.2019: Gladbach – Augsburg 2:0

01.09.2018: Augsburg – Gladbach 1:1

20.01.2018: Gladbach – Augsburg 2:0

Am 17. Dezember 2016 konnte der FCA das letzte Mal gegen die Rheinländer gewinnen. Beim Debüt von Manuel Baum an der Seitenlinie köpfte Martin Hinteregger zu einem am Ende sehr schmeichelhaften Dreier. (Photo by Adam Pretty/Bongarts/Getty Images)

Presseschau

Die Zukunft von Rani Khedira scheint ungewiss. Nachdem in der Vergangenheit bereits Meldungen aufkamen, wonach die Gespräche um eine Vertragsverlängerung des Defensivspielers auf Eis legen würden, befeuert nun Khedira selbst etwaige Wechselgerüchte. Der 26-Jährige beschäftigt sich nach eigenen Angaben mit einem Abschied aus der Bundesliga: „Das Ausland spielt in meinen Gedanken eine Rolle“, sagte der gebürtige Stuttgarter im Gespräch mit Sky. Dennoch gelte: „Der FCA bleibt mein erster Ansprechpartner.“ Nichtsdestotrotz scheint ein Abschied aus Augsburg nicht mehr undenkbar. Khediras Vertrag läuft im Sommer aus.

Was macht eigentlich Marcel de Jong?

Marcel de Jong wechselte 2010 von Roda Kerkrade zum FC Augsburg. Damals spielte der FCA noch in der 2. Liga. In den ersten Jahren kam der gebürtige Kanadier mit niederländischen Wurzeln auch regelmäßig zum Zug. In der Saison 2012/13 verlor der Linksverteidiger seinen Stammplatz jedoch an Matthias Ostrzolek und kam vermehrt als Joker von der Bank. So auch im Schwaben-Derby gegen den VfB Stuttgart am 31. Spieltag. In diesem Spiel erzielte der Nationalspieler sein wichtigstes von insgesamt fünf Toren für den FCA: Aus 20 Metern chippte der Linksfuß die Kugel elegant über VfB-Keeper Sven Ulreich. Augsburg gewann und die Weichen für den Klassenerhalt waren gestellt.

Nachdem die Einsätze weniger wurden, löste der FCA den Vertrag de Jongs 2015 auf. Der Defensivspieler wechselte nach 73 Partien für Rot-Grün-Weiß in die MLS zu Kansas City. Über weiteren Stationen in Kanada zog es den heute 34-Jährigen schließlich zum Pacific FC in die Canadian Premier League. Den aktuellen Tabellenvierten führt der Routinier als Kapitän aufs Feld.

Wie de Jong vor einem halben Jahr im Stadionkurier verriet, verfolge er den FC Augsburg nach wie vor “sehr intensiv.” Denn “Augsburg war meine schönste Zeit bisher, hier ist mein Kind auf die Welt gekommen, ich habe dort geheiratet und hatte sportliche Erfolge. Vor eineinhalb Jahren waren wir zum letzten Mal dort und haben viele Bekannte und Freunde besucht. Der FCA wird immer in meinem Herzen bleiben.”

Hatte hohen Kredit bei der Augsburger Anhängerschaft: Marcel de Jongs sympathische Art kam in der Fuggerstadt gut an. (Foto: imago/Krieger)

Voraussichtliche Aufstellung

Auf der Rechtsverteidigerposition wird wohl wieder Robert Gumny beginnen. Raphael Framberger konnte zwar wieder mit dem Team trainieren, scheint nach seinem Faszienriss im Oberschenkel aber noch nicht bei 100 Prozent. 2018 wäre Gumny übrigens beinahe in Gladbach gelandet. Nachdem er sich mit der Borussia bereits einig war, platzte der Deal aber überraschend doch noch. Der Pole blieb zwei weitere Jahre in Posen und wechselte nun zum FCA. Der Rest der Viererkette ist gesetzt.

Im Zentrum entscheidet sich Herrlich wohl für das Duo Khedira/Strobl, da Carlos Gruezo mit der ecuadorianischen Nationalmannschaft im Einsatz war. In der Offensive scheint nur Daniel Caligiuri eine Stammplatzgarantie inne zu haben. Nach starken Leistungen werden obendrein wohl Ruben Vargas und André Hahn beginnen dürfen. Michael Gregoritsch, Alfred Finnbogason sowie auch Marco Richter stehen als Alternativen zur Verfügung. Fredrik Jensen (Sprunggelenksverletzung) und Noah Joel Sarenren Bazee (Bandanriss im Knie) fallen verletzungsbedingt aus.

Gikiewicz – Gumny, Gouweleeuw, Uduokahi, Iago – Khedira, Strobl – Caligiuri, Vargas, Hahn – Niederlechner

Nach seinem Startelfdebüt gegen die Hertha wird Robert Gumny wohl auch am Samstag in der ersten Elf stehen. Es bleibt zu hoffen, dass der 22-Jährige mit ordentlich Selbstvertrauen auftritt – letzte Woche bestritt der Pole sein erstes A-Länderspiel. (Photo by Stefan Puchner – Pool/Getty Images)

Tipps

Andy: 1:1 – Ich habe eigentlich überhaupt keine guten Erinnerungen an Auswärtsfahrten und -spiele in Gladbach. Aber der FCA hat dieses Jahr schon einmal gegen eine Borussia überrascht. Am Ende entführen wir nach einer starken Leistung einen Punkt.

Irina: 3:1 – Gladbach ist eine Nummer zu groß für den FCA. Zu hoffen ist, dass bei Niederlechner der Torknoten platzt.

Andi: 3:1 – der FCA hält kämpferisch gut dagegen, doch am Ende setzt sich die Qualität von Thuram & Co. durch. Keine Punkte für Augsburg.

TGIF: …und es geht Hertha!

Am kommenden 7. Spieltag gastiert Hertha BSC in Augsburg. Und bringt etwas Hauptstadtflair mit nach Bayerisch-Schwaben. Während die alte Dame derzeit in der unteren Tabellenhälfte zu finden ist, freut man sich als FCAler beim Blick auf die aktuelle Tabelle. Man steht grundsolide und durchaus überraschend auf Platz 6 – ein Tabellenplatz mit Europa-League-Ambitionen? Mit einem Sieg gegen die Alte Dame ist dies durchaus möglich.

FCA – Rückblick auf den 6. Spieltag

Das Spiel des FCA gegen Mainz konnte man getrost mit “richtungsweisend” betiteln. Es sollte darüber entscheiden, ob der Blick erstmal wieder nach oben oder eher Richtung Tabellenkeller gehen würde. Der FCA konnte sodann letzten Samstag gegen Mainz 05 einen insgesamt zwar verdienten, aber im Ergebnis etwas zu hohen 3:1-Sieg einfahren.

Lange sah es nicht nach einem Sieg für die Augsburger aus! Die In-Game- Wechsel von Herrlich und das Festhalten an André Hahn haben sich durchaus bezahlt gemacht. Zudem hat uns Ruben Vargas mit seinem artistischen Fallrückzieher-Tor ein Sahnehäubchen spendiert. Auch die Balleroberung, der Lauf und die uneigennützige Vorlage von Noah Sarenren Bazee zum 3:1 durch André Hahn ist ein Sonderlob wert!

Prädikat sehenswert wie Ruben Vargas zum 1:0 einnetzte (Photo by CHRISTOF STACHE/AFP via Getty Images)

Hinten (zumeist) sattelfest, vorne (in Ansätzen) bemüht – das fasst den Auftritt der Augsburger gegen Mainz ganz gut zusammen. Belohnung für den am Ende dann doch halbwegs verdienten Auswärtssieg ist der derzeitige Tabellenplatz 6 mit satten 10 Punkten. Und einer positiven (!!) Tordifferenz.

Aber es ist nicht alles Gold, was glänzt. Denn vorne in der Offensive hakt es nach wie vor gewaltig. Richtig gefährlich wurden die Augsburger erst nach den Einwechslungen von Finnbogason und Bazee. Vorher war das in der Vorwärtsbewegung – wie zuletzt – äußerst mau. Übrigens: Alfred Finnbogason stand nach seiner Verletzung in der letzten Länderspielpause ganz schön schnell wieder auf dem grünen Rasen. Hoffentlich bleibt er mal länger verletzungsfrei – das wäre wünschenswert. Durch den Ausfall von Flo Niederlechner brauchen wir “Finnbo” mehr denn je fit auf dem Platz!

Über den Gegner – Hertha BSC Berlin

Die Hertha aus Berlin kommt – im Gegensatz zum FCA – noch nicht so richtig in Tritt. Der Hauptstadtclub mit Champions League Ambitionen steht derzeit mit mageren 4 Punkten auf Tabellenplatz 14. Zu wenig für den Big City Club, rund um Investor Lars Windhorst und Geschäftsführer Sport Michael Preetz. Neben glanzvollen Auftritten – wie dem 4:1 Sieg am 1. Spieltag gegen Bremen oder der knappen 4:3 Niederlage gegen die Bayern- gab es auch Klatschen für die Hertha. 1:3 gegen Frankfurt oder 0:2 gegen Stuttgart. Und zuletzt ein mageres 1:1 gegen Wolfsburg. Für die Berliner Ansprüche viiiiel zu wenig. So viel ist sicher.

Edu Löwen zuletzt mit den Berliner Kollegen nach der Niederlage gegen den VfB Stuttgart (Photo by Maja Hitij/Getty Images)

Bei der Hertha gab es zuletzt einen positiven Corona-Test: Abwehrhüne Jordan Torunarigha befindet sich derzeit in häuslicher Quarantäne. Mit Edu Löwen steht bei der Hertha derzeit auch ein Ex-Augsburger unter Vertrag. Für ihn, der den Durchbruch weder bei Hertha noch beim FCA so richtig geschafft hat, wird die Partie sicherlich eine besondere sein. Mal schauen, ob der Mittelfeldspieler in der Startelf stehen wird. Denn Hertha wird am kommenden Samstag vermutlich mit folgender Aufstellung spielen:

Schwolow - Mittelstädt, Alderete, Boyata (C), Pekarik - Tousart, Stark - Cunha, Darida, Lukebakio - Cordoba

Ausblick auf den 7. Spieltag

Der FCA blickt derweil entspannt auf den kommenden 7. Spieltag. Mit 10 Punkten aus 6 Spielen ist man sehr gut in die Saison gestartet. Wobei die Ergebnisse oft über den Spielverlauf hinweg täuschten. Gerade der doch sehr maue Auftritt – phasenweise fand der FCA offensiv gegen den Tabellenletzten gar nicht statt – macht Sorgen. Die Spielweise scheint derzeit defensive Stabilität zu verleihen, jedoch wird dafür augenscheinlich die offensive Kreativität und ein solider Spielaufbau geopfert.

Zuletzt hat Heiko Herrlich versucht, mit Tobias Strobl anstelle von Rani Khedira gegenzusteuern. Tobi Strobl hat sich – analog zu Khedira – oft fallen lassen, Bälle gefordert und verteilt. Leider konnte er sich offensiv kaum einbringen. Auch Gregoritsch blieb bei weitestgehend blass. Der umtriebige Niederlechner, den derzeit ebenfalls eine Torflaute quält, wurde hierbei schmerzlich vermisst. Für das Spiel gegen die Hertha ist er gemäß aktueller Medienberichte noch keine Option. Auch Julian Schieber wird trotz Stürmermangel wohl nicht “begnadigt”.

Marco Richter im Trikot der Zwoten am letzten Freitag(Foto via Imago)

Spannend wird sicherlich die Frage sein, ob Marco Richter nach seiner “Degradierung” (?) in die zweite Mannschaft nun wieder im Kader stehen wird. Er hat dort eine solide Leistung gezeigt- trotz dem prominenten Neuzugang hat die “Zwote” gegen Wacker Burghausen verloren. Ein weiterer Einsatz in der U23 wird es wohl nicht geben, der BFV hatte zuletzt wegen der akuten Covid-19 Lage den Spielbetrieb bis Ende 2020 ausgesetzt und unter anderem den FCAII in die Winterpause geschickt.

Weiterhin ist noch offen, ob sich Ruben Vargas mit seinem fulminanten Auftritt gegen Mainz in die Startelf gespielt hat. Gegebenenfalls muss Gregerl weichen. André Hahn konnte mit seinem Doppelpack seinen Stammplatz erfolgreich verteidigen. Für “Finnbo” kommt ein Startelfeinsatz hingegen vermutlich zu früh. Niederlechner scheint weiterhin auszufallen. Richter könnte zurückkehren. Wünschen würde ich mir persönlich mal Frederik Jensen als Sturmspitze, wie er diese Position auch in der finnischen Nationalmannschaft höchst erfolgreich bekleidet.

Apropos Nationalmannschaft: Am heutigen Freitag wurde bekannt, dass Felix Uduokhai und auch Ex FCA Spieler Philipp Max für die deutsche Nationalmannschaft nominiert wurden. Herzlichen Glückwunsch an die beiden an dieser Stelle!

Defensiv wird es morgen vermutlich nur einen Wechsel geben – gezwungenermaßen. Raphael Framberger muss nach seiner Verletzung gegen Mainz ein paar Wochen pausieren. Für ihn könnte der Neuzugang Robert Gumny sein Startelf Debüt geben. Die Startelf des FCA könnte am Samstag daher wie folgt aussehen:

Gikiewicz - Gumny, Gouweleeuw (C), Uduokhai, Iago - Khedira, Gruezo - Hahn, Caligiuri, Vargas - Gregoritsch

Die letzten Begegnungen

Sa, 30.05.2020Hertha BSC – FC Augsburg 2:0
So, 24.11.2019FC Augsburg – Hertha BSC4:0
Sa, 11.05.2019FC Augsburg – Hertha BSC3:4
Di, 18.12.2018Hertha BSC – FC Augsburg 2:2
Sa, 28.04.2018Hertha BSC – FC Augsburg2:2
Statistisch gesehen hat Hertha BSC die Nase leicht vorne, wenn man die letzten 5 Begegnungen und deren finalen Resultate zu Grunde legt.
Vor einem Jahr feierte die Mannschaft mit den Fans zusammen einen glorreichen Heimsieg. Es kommt mir wie eine Ewigkeit vor… (Foto via Imago)

Was macht eigentlich – Alexander Esswein?

Den Offensivspieler Alexander Esswein kennen wir in Augsburg nur zu gut. Zwischen 2014 und 2016 schnürte der heute 30jährige seine Fußballschuhe für den FCA und absolvierte hierbei 61 Spiele (4 Tore). Beim FCA absolvierte er in der Europa League Saison 15/16 sechs Spiele, zumeist als Rechtsaußen. Von den FCA Fans wurde er nicht gerade vergöttert, galt er doch zeitweilen als “Chancentod”. Als 2016 die Alte Dame bei ihm anklopfte, wechselte er noch in selbigem Sommer für rund 2,5 Mio. Ablöse in die Hauptstadt. Dort konnte er 52 Spiele bestreiten (4 Tore). Nach einigen Kurzeinsätzen bei der zweiten Mannschaft der Hertha und einer Leihe zum VfB Stuttgart lief im Sommer 2020 der Vertrag des Mittelfeldspielers in der Hauptstadt aus. Bis Anfang Oktober war er sodann vertragslos, bis ihn kurz vor Ende der Transferfrist der Zweitligist SV Sandhausen verpflichtete. Dort hat er bisher 2 Spiele bestritten, zuletzt stand er gegen den VfL Osnabrück nicht im Kader.

Alex Esswein im Trikot des FC Augsburg (Foto via Imago)

Tipps der Redaktion

  • Andi: 1:1 – der FCA steht hinten souverän, sorgt aber für zu wenige Akzente, um das Spiel zu gewinnen. Am Ende steht ein leistungsgerechtes Unentschieden.
  • Irina: Nachdem meine bisherigen Tipps meist gestimmt haben, gehe ich es nun mutig und offensiv an – und hoffe, der FCA nimmt sich an diesen beiden Tugenden ein Beispiel. Mit einer verbesserten Offensive und einer sattelfesten Defensive schlagen wir die Hertha knapp mit 2:1.
  • Andy: Die Mannschaft hat gegen Mainz Selbstvertrauen getankt. Vorne können wir wechseln und rotieren und die Hertha aus dem Konzept bringen. Hinten stehen wir solide. In Berlin darf sich am Samstagabend niemand beschweren, dass wir nur 2:0 gewonnen haben.

TGIS: Was stellt Heiko Herrlich diesmal an?

Wer erinnert sich nicht an die letzte Saison, als Martin Schmidt den Klassenerhalt unter Dach und Fach gebracht hatte? Es ging gegen Schalke. Sowohl für Schalke als auch für uns ging es um nichts mehr. Es gab die langweiligste Partie seit langem. Am Ende stand ein 0:0 Unentschieden. Wird es am Mittwoch gegen Hoffenheim genau so schlimm? Im Zweifel wird zumindest die Frage für Unterhaltung sorgen, was Heiko Herrlich an diesem Spieltag anstellt. Sein unprofessionelles Verhalten in den letzten Wochen prägt das Bild des FCA in der Öffentlichkeit mehr als die ansteigende Form.

Die Fakten über #FCATSG

Faktisch wird der FCA zum Zeitpunkt des Anpfiffs noch nicht gerettet sein. Düsseldorf spielt zeitgleich gegen Leipzig und vom Ausgang der Partie wird abhängen, ob es am Samstag gegen die Fortuna nochmal spannend wird. Dies ließe sich leicht vermeiden, indem wir einfach selbst am Mittwoch gegen Hoffenheim gewinnen. Weniger als ein Unentschieden kann ja kaum dabei herauskommen, wenn Andi Luthe den Kasten erneut sauber hält.

Mann der Stunde: der blendend aufgelegte Andreas Luthe. (Photo by Pool/Kai Pfaffenbach/Pool via Getty Images)

Auch für die TSG geht es noch um etwas. Es winkt weiterhin der Einzug ins internationale Geschäft. 3 Punkte Rückstand auf Wolfsburg auf Platz 6 sind weiterhin aufzuholen. Zum jetzigen Zeitpunkt der Saison ist ein hitziges und umkämpftes Mittelfeldduell zu erwarten.

Über den Gegner

Der Hopp-Club aus dem Kraichgau ist wohl der einzige Verein in der Bundesliga, der es absolut großartig findet, dass die Saison ohne Zuschauer zu Ende gespielt wird. Es kommt einem vor wie vor Ewigkeiten, dass Spiele auf Grund von Protesten gegen die Hoppsche-Investitionspolitik und das Selbstgebaren eines Milliardärs unterbrochen wurden. Gerade aus diesem Grund ist es umso bedauerlicher, dass die Partie ohne Zuschauer stattfindet. Denn auch die Augsburger Kurve hatte schon in der Vergangenheit immer wieder deutlich ihre Ablehnung gegenüber Dietmar Hopp kommuniziert. Ich hätte mich auf friedlichen und nicht-diskriminierenden Protest sehr gefreut.

Und schon ist Alfred Schreuder wieder weg. Wie Hoffenheim für die nächste Saison die Weichen stellt, wird spannend. (Photo by MARIUS BECKER/POOL/AFP via Getty Images)

Daneben hat die TSG erst vor kurzem Trainer Alfred Schreuder entlassen, nachdem man sich in sportlicher Hinsicht nicht auf ein gemeinsames Zukunftsbild einigen konnte. Schreuder war dabei vor allem dadurch aufgefallen, dass er Spieler regelmäßig positionsfremd einsetzte. Am Ende war es ihm nicht vergönnt dauerhaft die Nachfolge von Julian Nagelsmann anzutreten, der die TSG an dieser Stelle in den letzten Jahren sportlich arg verwöhnt hatte. Gegen Augsburg wird ein Trainerteam unter der Führung von Sportchef Rosen die Hoffenheimer am Spielfeldrand begleiten.

Was macht eigentlich Kostas Stafylidis?

Der Kapitän der griechischen Nationalmannschaft wechselte vor der Saison ablösefrei vom FCA ins Kraichgau. Dort kam er allerdings nie richtig an. Sieben Einsätze und nur vier von Beginn an sind dann doch wenig für einen Spieler von Stafylidis Kaliber. Entsprechend wird schon über eine Trennung zur neuen Saison spekuliert. Der FCA ist mit Iago und dem Rückkehrer Pedersen auch im Falle eines Abgangs von Philipp Max (gerüchteweise zum AC Mailand oder zu Borussia Mönchengladbach) auf dieser Seite gut aufgestellt.

Kostas Stafylidis ohne Perspektive in Hoffenheim? (Photo by Alexander Scheuber/Bongarts/Getty Images)

Diese Saison könnte die Saison sein, in der ehemalige Spieler vom FCA sportlich hart getroffen werden. Stafylidis kam erst gar nicht zum Einsatz. Erik Thommy darf zwar viel spielen und scort auch regelmäßig, könnte mit Fortuna Düsseldorf dennoch zum zweiten Mal nacheinander absteigen (nachdem er schon letzte Saison mit dem VfB Stuttgart nicht die Klasse halten konnte). Kevin Vogt blüht ein Abstieg mit dem SV Werder Bremen, nachdem er kein Vertrauensverhältnis zu Alfred Schreuder in Hoffenheim mehr hatte.

Tipps

Irina: 2 zu 2, es geht hoch her und der FCA spielt befreit auf. Herrlich hält sich an der Seitenlinie ausnahmsweise mal zurück.

Sebastian: 1-1. Nach dem vermeintlichen Siegtreffer in der 96. Minute legt sich Andi Luthe den Ball beim Versuch den Schiedsrichter zu umarmen noch selbst ins Tor.

Andy: Hoffenheim kann sich nicht mehr so recht motivieren. Unser FCA dahingegen wittert die Chance daheim selbst den Klassenerhalt zu besiegeln. Wir gewinnen 2:1.

Glück auf, auf Schalke ohne Daniel Baier

Es ist doch ungewohnt. Gerade auf das Spiel auf Schalke hatte ich mich besonders gefreut. Ich wollte zusammen mit einem Kumpel aus dem Pott dort ins Stadion und die Mannschaft unterstützen. So sucht man nun an einem Sonntagmittag nach den Amazon oder DAZN-Zugangsdaten und macht es sich daheim vor dem Fernseher bequem. Kurz vor dem Spiel dazu die Nachricht, dass Daniel Baier auf der Bank sitzt. Wer von uns beiden heute bequemer sitzt? Wir hätten wohl beide nicht vermutet, dass wir während des Spiels überhaupt sitzen.

Fakten zum Spiel #S04FCA

Schalke hat auf Dortmund ganz klar die Grenzen aufgezeigt bekommen. Wir haben gegen Wolfsburg unglücklich verloren. Unglücklich, weil ein solch spätes Gegentor natürlich nicht mehr hätte sein müssen. Und weil wir unsere gute Phase zu Beginn der zweiten Halbzeit nicht nachhaltig nutzen konnten und evtl. etwas Pech mit der Entscheidung des VAR hatten. Insgesamt stehen sich heute so zwei Teams gegenüber, die beide sportlich nicht ihre beste Phase durchlaufen in dieser Saison. Welcher Club kann evtl. die eigene Saisonwende einläuten? Können wir uns etwas aus dem Keller befreien oder rutschen wir vollends hinein? Oder kann Schalke Schritte Richtung internationales Geschäft machen? Eine spannende, wenn auch nicht hochklassige Partie, die uns mit diesem Hintergrund erwartet.

Der Gegner

Der große, verschuldete FC Schalke 04. Schalke war in der Phase der Bundesliga-Pause wohl am meisten damit beschäftigt, die eigenen Finanzen zu sortieren. Von 200 Mio. EUR Verbindlichkeiten ist da die Rede. Zudem konnte man immer wieder von einer drohenden Insolvenz lesen. Ruhe in der Arbeit sieht anders aus (aber immerhin war ihr Trainer nicht einkaufen). Schalke definiert das Mittelmaß in diesem Jahr. Der Club aus Gelsenkirchen hat in dieser Saison bisher weniger Tore geschossen als unser FCA. Das Ziel müsste sein, defensiv gegen die Schalker wenig zuzulassen und nach vorne mit gezielten Aktionen für Unruhe zu sorgen. (Man muss wohl nicht erwähnen, dass Schalke natürlich weniger Tore als wir kassiert hat).

Presseschau

David Bernreuther hat im Kicker einen bemerkenswerten Kommentar zu Heiko Herrlich geschrieben. Noch nie ist wohl ein Trainereffekt so schnell verpufft, wie bei uns diesmal. Aber ist Heiko Herrlich durch den Supermarkt-Vorfall schon eine “lahme Ente”? Oder stellen sich seine Spieler vor ihn und zeigen heute eine trotzige, gute Leistung auf Schalke? Ich fand es spannend zu Herrlichs Maßnahmen und Arbeit etwas mehr Details zu lesen.

Daniel Baier in Trainingsjacke während eines Spiels zu sehen ist äußerst ungewohnt. Auf Grund des Barts aber wohl zumindest aus ästhetischen Gründen gerechtfertigt. Gibt es einen geheimen Plan? (Photo by TOBIAS HASE/POOL/AFP via Getty Images)

Heiko Herrlich geht ein weiteres Risiko ein, indem er Daniel Baier auf die Bank setzt und Rani Khedira die Kapitänsbinde überträgt. Man kann ihm nicht vorwerfen, dass er nichts riskieren würde. Allerdings steht auch eine englische Woche an und vielleicht ist das Ganze auch nur ein Poker, damit Baier unter der Woche bei vollen Kräften ist. Der Jüngste ist der Gute ja nun nicht mehr und genau in dieser Zeit sollte unser großer Kader ein Vorteil sein.

Ich möchte allerdings auch nicht unerwähnt lassen, dass sich Spieler selbst schon auf Grund des Corona-Virus gegen eine Teilnahme am Spielbetrieb entschieden haben. Kante vom FC Chelsea und Deeney vom FC Watford haben für sich die Saison beendet. Das Milliardengeschäft Fußball bringt seine Mitarbeiter weiter in gesundheitliche Gefahr und es ist mir immer noch etwas mulmig dabei.

Was machen eigentlich die Hormone?

Ich lese gerade “Leaders eat last” von Simon Sinek und aus seinen Ausführungen wird recht klar, welchen Effekt auf die Chemie in den Körpern der Spieler die fehlenden Zuschauer haben. Das Hormon Sertonin wird ausgeschüttet, wenn man den Stolz verspürt, von anderen anerkannt und angefeuert zu werden z.B. wenn Spieler die Gesänge aus der Kurve hören oder ihren Namen gebrüllt bekommen. Die Spieler spielen nun also regelmäßig mit einem niedrigeren Serotonin-Level und es bedarf wohl gezielter Maßnahmen, um das in der Arbeit mit den Teams auszugleichen. Der Kick auf dem Feld muss anders erzeugt werden. Aber wie?

Tipps

Andy: 0-0. Ich erwarte ein ähnliches Spiel wie letztes Jahr. Beide Teams zu harmlos vor dem gegnerischen Tor. Dazu kommt das leere Stadion, die Arena. Nichts für Liebhaber der gepflegten Kombinationen.

TGIF: Streichlicht

Eine lange Woche geht zu Ende, die mit einer derart blamablen Niederlage im Rücken einem Spießrutenlauf glich. Umso größer ist die Freude auf das Bundesligawochende und die Wundertüte Augsburg. Freiburg ist zu Gast.

Fakten zum Spiel

Das Spiel in Frankfurt war schwerer zu verdauen als die vielen Becher Stadionbier. Andy hat es Anfang der Woche in einem immer noch lesenswerten Brandbrief auf den Punkt gebracht. Die zweite Hälfte der 0-5 Niederlage war desolat. Und am bedenklichsten dabei war, dass es einerseits nicht der erste Totalausfall der gesamten Mannschaft war und andererseits auch von außen keinerlei Impulse zu erkennen waren. Martin Schmidt, den man grundsätzlich als unprätentiösen Trainer schätzen kann, flüchtet sich leider allzu oft in Gemeinplätze. Auch diese Woche war erstaunlich wenig Selbstkritik zu erkennen. Reicht der Ruf nach Mentalität und dem Extra-Meter?

Nach seinem Erfolg mit der brasilianischen U23 beim Qualifikationsturnier für Olympia könnte Iago am Wochenende für wichtige Impulse sorgen. (Photo by Juan BARRETO / AFP) (Photo by JUAN BARRETO/AFP via Getty Images)

Immerhin, der Konkurrenzkampf wurde wieder verstärkt ausgerufen und das sogar im Tor. Es sind Änderungen zu erwarten. Tin Jedvaj hat sich vermutlich (als Rechtsverteidiger) rausgestolpert, Iago kommt mit Rückenwind zurück aus Südamerika und Eduard Löwen könnte für Stabilität im Mittelfeld sorgen. Mein persönlicher Tipp für die Startelf ist (einmal mehr) Noah Sarenren Bazee als neuer Impuls auf dem Flügel. Auf jeden Fall unverzichtbar ist Alfred Finnbogason, der bekanntlich gerne und oft gegen Freiburg trifft. Flo Niederlechner ist sowieso gesetzt, er sitzt am Samstagabend im ZDF Sportstudio.

Der Gegner

Bei dieser Gelegenheit geht ein Gruß in den den Schwarzwald, wo eines der schönsten Stadien der Bundesliga in seine letzte Saison geht. Der Gästeblock ist zwar verhasst, aber das schiefe Stadion zwischen Wohngebiet und Dreisam hat einfach großen Charme. Ganz generell gehört der SC Freiburg natürlich zu den Sympathieträgern im Profifußball, was nicht nur am Unikat Christian Streich liegt. Der dienstälteste Bundesligatrainer beweist Woche für Woche fußballerischen und gesellschaftlichen Sachverstand.

Christian Streich, wie er leibt und lebt.(Photo by Christian Kaspar-Bartke/Bongarts/Getty Images)

Und so gönnt man den Freiburgern eine recht gute Saison. Der Höhenflug zu Beginn der Hinrunde ist zwar verflogen aber trotzdem steht der Verein tabellarisch gut da. Zuletzt sprang ein glücklicher Sieg gegen Hoffenheim heraus, davor verlor man allerdings gegen Köln und Paderborn. Ist Augsburg Angst- oder Lieblingsgegner? Der FCA gewann nur eines der letzten acht Spiele gegen Freiburg, aber Freiburg konnte in Augsburg noch nie gewinnen. Na dann…

Die Presseschau

Die Woche ist im Spiegel der Presse schnell erzählt. Thema Nummer 1 war natürlich die Aufarbeitung der Auswärtspleite, ohne dass man zu wesentlichen Erkenntnissen gekommen wäre. Lesenswert ist der jüngste Beitrag der Süddeutschen zu Frage, warum Stephan Lichtsteiner in Augsburg nicht so recht funktionieren will und der damit zusammenhängenden Baustelle in der Verteidigung.

Stephan Lichtsteiner konsequent im Zweikampf. Das sah bisher leider nicht immer so aus. (Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)

Mit guten Nachrichten kam wie erwähnt Iago von der Olympia-Qualifikation zurück, bei der sich mit Brasilien im entscheidenden Spiel gegen Argentinien durchsetzen konnte. Iago spielte zwar nicht in allen Spielen des Qualifikationsturniers, aber oft genug. Das sollte Mut machen.

Ich ziehe meinen Hut

… vor Jürgen Klinsmann! Er hat die richtigen Konsequenzen aus meinem Artikel gezogen und als erstes die Tarnfleckjacke an den Haken gehängt und dann sogar sein Traineramt. Das war wirklich ein unwürdiges Spektakel und damit ist nicht die Niederlage gegen Mainz gemeint. Es hätte alles mega sein sollen, aber weil Michael Preetz (glücklicherweise) den Spielverderber gab, dann doch nur Durchschnitt. Zumindest in den einschlägigen Gazetten hat das Drama in und um die Hertha schon Champions League Niveau.

Tipps

Irina: Die Mentalität kehrt auf den Platz zurück und wir erkämpfen uns ein starkes 1:1

Andy: 3-1, der FCA ist wieder da.

Sebastian: 2-2, ein ehrliches und hochverdientes Unentschieden. Weniger Drama als zuletzt. Ein ganz unaufgeregter Bundesligasamstag im Mittelfeld der Tabelle. Das wäre schön…

TGIF: Das Spiel ist nah und der Weg ist kurz

Ein erneutes Servus von mir in die Runde am Freitag kurz vor dem Auswärtsspiel in Frankfurt. Vielleicht lest ihr das auf dem Weg nach Frankfurt, in eurer Lieblingskneipe oder daheim auf der Couch. Wer hier schon etwas länger mitliest, der weiß, dass endlich der Weg für mich kurz ist und mein “Heimspiel” ansteht. Korrekt, ich wohne immer noch in Frankfurt. Meine Tochter wird im Kindergarten von Eintracht-Anhängerinnen erzogen. Mancher Kollege ist treuer Eintracht-Fan. Unschwer zu betonen, dass dieses Spiel für mich eine besondere Bedeutung hat. Ich hasse es auswärts in Gladbach oder Wolfsburg abgewatscht zu werden, aber gegen die Eintracht gilt es umso mehr. Eine Niederlage in diesem Spiel ist schlicht keine Option.

Fakten über das Spiel: #SGEFCA

10. gegen 11. – ein Nachbarschaftsduell in der Tabelle. Beide Teams mit recht viel Torgefahr nach vorne (33 bzw. 32 geschossene Tore), beide Teams lassen allerdings auch viel zu (39 bzw. 31 Gegentore). Es könnte rund gehen, wogegen allerdings die Ausgeglichenheit der Mannschaften spricht. Es wird ein Spiel auf Augenhöhe. Quasi ein Topspiel in der für uns relevanten Tabellenhälfte. Eintracht Frankfurt ist ein Team, in dem Martin Hinteregger mit 6 Toren der zweitbeste Torschütze ist. Augen auf nach dem Eckballgegentor gegen Union, damit den Frankfurtern nichts ähnliches gelingt. Mit Silva, Dost (der allerdings ausfällt) und vor allem Pacienca haben die Frankfurter einige gefährliche Offensivkräfte. Mit Philipp Max haben wir allerdings auch einen torgefährlichen Verteidiger mit der gleichen Trefferanzahl.

Alfred Finnbogason war wieder mittendrin statt nur dabei. So kann er auch in Frankfurt ein wichtiger Einflussfaktor auf den Ausgang des Spiels sein. (Photo by Sebastian Widmann/Bongarts/Getty Images)

Dazu ist Alfred Finnbogason wieder fit, der neben dem Schwaben-Bomber Flo Niederlechner auflaufen könnte. Wer soll diese Offensivreihe mit all diesen Hochkarätern und unterstützt von Ruben Vargas und Marco Richter aufhalten? Im Tor der Frankfurter steht dafür Kevin Trapp bereit. Wohingegen wir Augsburger auf einen der guten Tage von Tomas Koubek hoffen müssen. Der kehrt nach seinem grippalen Infekt ins Tor zurück. Ob das nicht den entscheidenden Unterschied ausmachen wird?

Der Gegner

Eine Wundertüte vor der Winterpause, seitdem nur Pralinen. Die Eintracht hat gegen Düsseldorf letztes Wochenende keinen guten Fußball gespielt, die ersten beiden Spiele der Rückrunde aber irgendwie gewonnen. Das Heimspiel nun unter der Woche im Pokal gegen Leipzig war einerseits Belastung. Andererseits beflügelt ein eindeutiger Sieg gegen eine der besten Mannschaften der Liga. Wobei: Wie gut ist Leipzig nun nach der Winterpause gerade noch? Auf jeden Fall ein Gegner, der der Eintracht gerade liegt – im Gegensatz zu uns. Ich kann mich noch gut an das letzte Auswärtsspiel im Waldstadion erinnern. Die Eintracht war ewig ungeschlagen und es war das erste Spiel von Martin Schmidt.

Große Erleichterung nach der Partie im April in Frankfurt. Der Sieg war die entscheidende Weiche Richtung Klassenerhalt. (Photo by Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)

Es hatte keiner damit gerechnet, dass wir überhaupt etwas mitnehmen. Und es war mein persönliches Highlight in der letzten Saison, weil die Mannschaft sich dagegen gestemmt hat, mit vollstem Einsatz, und 3 Punkte erkämpft hat. Die Eintracht ist in dieser Saison eine Wundertüte. Aber geschenkt bekommst du hier nichts. Wenn wir auftreten wie gegen Union Berlin oder in der ersten Halbzeit gegen Bremen, dann werden wir gefaltet und nach Hause geschickt. Wenn wir die zweite Halbzeit gegen Bremen weiterführen können, werden wir Chancen bekommen. Frankfurt liegt uns. Ich hoffe auch diesmal.

Die Presseschau

Das Transferfenster ist zu und es hat niemand mehr Augsburg verlassen. Erwähnenswert waren den Medien dabei vor allem zwei Spieler: Eine Leihe von Reece Oxford zerschlug sich wohl, genauso wie ein Wechsel von Kevin Danso. Oxford kommt gerade beim FC Augsburg nicht zum Zug. Die Konkurrenz ist nun mit Eduard Löwen auch nicht gerade kleiner geworden. Kevin Danso kommt während seiner Leihe in Southampton nicht zum Zug. Der Premier League Traum wirkt gerade eher wie ein Alptraum. Beide Spieler finden sich nun für die nächsten Monate in unbequemen Situationen wieder und müssen sich frei schwimmen. Zu verlieren haben sie gerade nichts.

Für mich dagegen etwas überraschend, dass unsere Leistungsträger um Philipp Max und Marco Richter nicht mit Wechseln in Verbindung gebracht wurden. Ein Unterschied zu vielen vorherigen Transferperioden. Der FCA konnte den starken Kern der Mannschaft zusammen halten. Jetzt wollen wir mal sehen, was sich daraus machen lässt.

Etwas für Aufmerksamkeit sorgte diese Woche auch, dass Martin Schmidt in der Halbzeit in der Kabine gegen Bremen etwas lauter werden musste. Ein Weckruf quasi. Ob es heute gegen die Eintracht ohne Weckruf klappt. Es bleibt zu hoffen.

Der Traum der Woche

Ruhe für den Rest der Saison an meinem Frankfurter Arbeitsplatz. Ein wirklich großer und wichtiger Traum, damit ich mich hier weiter aufs Wesentliche konzentrieren kann.

Was macht eigentlich Florian Kohfeldt?

Der FC Augsburg Fluch ist an Florian Kohfeldt vorbei gezogen. Der SV Werder Bremen hat ihm deutlich den Rücken gestärkt, nachdem noch vor dem Augsburg-Spiel vermutet wurde, er würde bei einer Niederlage entlassen. Ich bin ein großer Fan von Konstanz auf der Trainerbank und hoffe, dass der SV Werder diesen Weg konstant weiter geht. Daraufhin hat seine Mannschaft Borussia Dortmund aus dem Pokalwettbewerb gezittert und sich damit etwas Selbstbewusstsein geholt.

Applaus für Florian Kohfeldt von unserer Seite. Mit klarer Kante hat er sich in dieser Woche politisch positioniert und die Ereignisse in Thüringen verurteilt. (Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Das alleine hätte heute nun noch nicht dazu geführt, dass wir uns detailliert mit Florian Kohfeldt beschäftigt hätten. Nun hatte er allerdings auch noch das Rückgrat, sich zu den politischen Ereignissen in Thüringen zu äußern. Wir spielen heute in Frankfurt – Peter Fischer, Präsident der Eintracht, hat sich schon vor einiger Zeit deutlich von der AfD distanziert. In diesen Zeiten ist das mehr denn je notwendig. #fckafd #fcknzs

Gazetten Tipps

Andy: 1:1 Es wird zur Sache gehen und die Eintracht hat durch den Pokal Selbstvertrauen getankt. Wir werden in Rückstand geraten, ausgleichen und einen Punkt aus Frankfurt mitnehmen.

TGIF: Zeit, wieder an Fußball zu denken

Servus in die Runde. Wir probieren hier mal wieder etwas neues. Regelmäßig vor den Spieltagen wollen wir an dieser Stelle alle wichtigen und unwichtigen Informationen zusammenfassen, so dass ihr liebe Leser, potentiell die Klugscheißer des Wochenendes sein könnt. Einmal auf dem Weg ins Stadion hier reingeschaut und schon ist die Vorbereitung abgeschlossen. Zumindest für euch. Versuchen wir es einfach mal.

Fakten über das Spiel: #FCABVB

Es spielt der Vierte beim Zehnten. Dortmund hat in dieser Saison die Erwartungen bisher nicht immer erfüllen können. Wir enttäuschten nur in der ersten Hälfte der Hinrunde, bevor wir zu einem fulminanten Lauf ansetzten. Nach dem Abschluss der Hinrunde ging es zuerst in den wohlverdienten Weihnachtsurlaub und danach ins Traininslager auf Malta. Dort haben wir zwei Testspiele absolviert. Im ersten konnten wir uns mit der zweiten Garde gegen den maltesischen Erstligisten Hibernians FC 4:0 durchsetzen. Edu Löwen trifft und wirbelt direkt beim Debüt im FCA Trikot. Im zweiten reichte es in nomineller Topbesetzung nur zu einem 3:3 gegen Cercle Brügge. Fredrik Jensen rettete nach Einwechslung das Unentschieden.

Mit dieser Form und nach dem Ende der Rückrunde hat sich Fredrik Jensen seinen Platz in dieser Offensivreihe verdient. Ob er ihn gegen Edu Löwen verteidigen kann? (Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)

Am Auffälligsten waren allerdings die Fehlerketten in der Abwehr, die zu den Gegentoren führten. Die Kernfrage, die beantwortet werden muss: Konnten wir die Form in der Winterpause konservieren?

Der Gegner

Obwohl die Bayern geschwächelt haben, sieht es nicht nach einem Meisterschafts-Run der Dortmunder aus. Die Dortmunder haben sich auf einer Position verstärkt, auf der sie bisher sehr dünn besetzt waren: im Sturm. Erling Haaland kam von RB Salzburg und hat international viele Vorschusslorbeeren geerntet. Als Abgang steht Julian Weigl fest, der zu Benfica Lissabon wechselte. Aber auch jegliche Information zur Aufstellung oder Taktik der Borussia wird uns nicht verraten, welche Seite sie uns in Augsburg zeigen wird. Ob die Dortmunder in der Rückrunde eine Überraschungstüte bleiben werden? Die Testspiele des BVB haben in dieser Hinsicht nicht für Klarheit gesorgt, denn auch die Dortmunder lieferten durchwachsene Leistungen ab.

Die Presseschau

Daniel Baier gab dem Sport-Magazin Socrates ein ausführliches Interview. Wenn die Aussagen des Maestros mal keine interessante Lektüre ergeben nach der Nachricht zur Vertragsverlängerung um ein Jahr. Auf der Spielerseite kann man ansonsten noch Noah Sarenren Bazee im Blick behalten. Der kicker hat schön dargestellt, wie er durch die lange Genesungsphase und die Geduld in der Rückrunde zur Überraschung werden kann.

Zur Bescheidenheit des FCA sollte man erwähnen, dass der FCA eine Promo-Reise in die USA vereinbart hat. Der Haken? Man plant, nicht auf dem Relegationsplatz zu landen, denn die Reise findet zu den Terminen der Relegationsspiele statt. Wenn die Verantwortlichen in der Rückrunde den Ball flach halten wollen und daran erinnern, in der Tabelle nach unten zu schauen, kann diese kleine Terminüberschneidung wohl als Erwiderung dienen.

Was es diese Woche nicht in diese Kategorie geschafft hat:

  • Informationen zu den Urlaubsorten unserer Spieler
  • Aussagen eines ehemaligen Co-Trainers, der versucht nicht in Vergessenheit zu geraten

Der Traum der Woche

Der FC Augsburg ist dafür bekannt, dass man immer wieder neues mit diesem tollen Verein erlebt. Etwas, das man vorher entweder noch nie erlebt hat oder für vollkommen unwahrscheinlich hielt. Ein Sieg zum Rückrundenstart gegen die Borussia aus Dortmund würde immer noch in diese Kategorie fallen. Die Borussia aus Dortmund ist immer noch einer der Top Clubs in der Liga. Ein Sieg wäre immer noch eine gr0ße Überraschung. Ich wünsche es mir so sehr!

Wenn Erling Haaland bei seinem Debüt für den BVB in der Bundesliga den Ball flach halten könnte, wäre das förderlich. (Photo by Francesco Pecoraro/Getty Images)

Randnotiz: Ein gewisser Pierre-Emerick Aubameyang hat bei seinem Bundesligadebüt in Augsburg 3 Buden erzielt und uns quasi im Alleingang erledigt. Die Dortmunder wussten damals noch nicht einmal, wie sein Name korrekt ausgesprochen gehört. Vielleicht doch französisch? Erling Haalands Einstand fällt hoffentlich deutlich bescheidener aus.

Was macht eigentlich Iago?

Eigentlich wollen wir an dieser Stelle zukünftig auf ehemalige Spieler schauen. Heute schauen wir mal kurz auf Iago. Iago kann dem FCA leider momentan nicht helfen. Immerhin ist er nicht verletzt, sondern darf für sein Land Brasilien in der Olympiaqualifikation antreten.

Iago hatte zum Ende der Hinrunde einen guten Lauf, wird allerdings vorerst fehlen. Der Grund ist allerdings erfreulich. (Photo by Boris Streubel/Bongarts/Getty Images)

Das Turnier findet in Kolumbien statt und das letzte Spiel für Ihn ist dort am 31.01. gegen Paraguay. In Frankfurt gegen die Eintracht könnte er dann am 07.02. schon wieder für den FCA auflaufen. Wünschen wir ihm bis dahin viel Erfolg, so dass er mit gestärktem Selbstbewusstsein zurückkehrt.

Gazetten Tipps

  • Andy: 1-2 Dortmund ist zum Rückrundenauftakt zu stark und setzt sich über individuelle Einzelaktionen durch. Wir können den BVB allerdings über lange Strecken ärgern und Marco Richter trifft sehenswert zum Anschluss. Am Ende reicht es allerdings nicht ganz zu einem Punkt.
  • Sebastian:Klares 4-1, drei Tore Niederlechner, 1 Tor Löwen. Niemals gefährdeter Heimsieg beim Rückrundenauftakt, Augsburg spielt Dortmund an die Wand und meldet sich zurück im Meisterschaftsrennen mit einem deutlichen Sieg gegen einen Konkurrenten.