Auf dem richtigen Weg


Dieser Text erschien zuerst in der Kolumne „Einwurf aus der Rosenau Gazette bei presse-augsburg.de.

Es war nach dem Hertha-Heimspiel, als selbst die hartgesottenen und leidgeprüften Anhänger des FCA anfingen zu zweifeln. Was sollte das noch werden? Die Mannschaft hatte es erneut nicht geschafft, nach einem Rückstand in ein Spiel zurückzukommen. Hatte Enno Maaßen das Zeug zum Bundesligatrainer? Oder war der von Stefan Reuter zusammengestellte Kader einfach zu schlecht? Schlicht, es passte nicht. Und Fragen kamen auf.

Danach kam die positive Wende. Der FCA vermied es schlicht in Rückstand zu geraten. Giki war immer zur Stelle. Auch als es unmöglich schien. Und nach vorne konnte man sich endlich auch Chancen erarbeiten. Und zweimal den Führungstreffer erzielen. Und so gewann der FCA sowohl gegen den SV Werder als auch die Bayern und konnte sich im Mittelfeld der Tabelle platzieren, bevor es in die Länderspielpause ging, aus der – oh Wunder – alle Nationalspieler unverletzt zurückkamen. Im Spiel gegen Schalke ließ man sich nun auch von einem zwischenzeitlichen Ausgleich der Knappen und einer Unterzahl aus der Ruhe bringen. Es könnte sich das Gefühl einschleichen, dass es beim FCA in die richtige Richtung geht. Dieses Gefühl lässt sich unterfüttern:

Punkte, unersetzlich

Du kannst so gut oder schlecht spielen in dieser Liga, so lange du Punkte holst. Jede sportliche Entwicklung bringt nichts, wenn Spiele nicht gewonnen werden. Ruhe kommt deshalb rein, weil man 3er gegen Bremen und die Bayern geholt hatte. Nach dem glücklichen Sieg gegen Leverkusen war man hernach in der Tabelle abgerutscht und stand zwischenzeitlich schon unter den letzten drei. Sich aus dieser Lage dann erstmal wieder zu befreien und ein kleines Polster aufzubauen ist Gold wert. Und vielleicht später den Klassenerhalt.

Das ermöglichte es, in der Länderspielpause in Ruhe zu arbeiten und das Konzept zu verfeinern. Und sorgt zusätzlich dafür, dass die Mannschaft Selbstbewusstsein tanken konnte. Gerade wenn der Gegner dann mal Druck erzeugt, wie Schalke nach dem 0:1 atmet es sich dann viel lockerer durch die Hose. Die Jungs lassen sich dann momentan nicht aus der Ruhe bringen. Anstatt dessen fahren sie ganz cool einen Konter und stellen auf 2:0. Und selbst nach dem Ausgleich und der gelb-roten Karte für Mergim Berisha stellt der FCA dann mit vorher besprochenen spielerischen Ansätzen auf 3:2. Und sammelt weiter Punkte.

Mit einem Punktepolster im Rücken lässt sich erleichtert aufspielen und weitere Punkte holen (Photo by Dean Mouhtaropoulos/Getty Images)

Tore und die Gefahr, diese zu erzielen

Punkte gibt es nicht ohne Tore. Die beste Abwehrleistung nützt nichts, wenn man als Mannschaft nicht in der Lage ist Tore zu erzielen. Auch hier gab es kurzfristig Besserung. 1,78 xG gegen Bremen und 2,21 xG gegen die Bayern waren jeweils neue Saisonbestwerte für den FC Augsburg. Man hätte entsprechend gegen beide Clubs auch mehr Tore erzielen können. Die Chancen dafür waren da.

Und das gibt Hoffnung. Hoffnung darauf, auch in der näheren Zukunft Torgefahr erzeugen zu können. Und dabei nicht auf Teufel komm raus auf Ballbesitz setzen zu müssen. Auch gegen Schalke war erneut der Plan, lange Bälle zu spielen und die zweiten Bälle zu erobern. Man überließ dann gerne auch Schalke mehr die Initiative. Und nützte im Konter die Lücken in deren Defensive eiskalt aus. Torgefahr, so wichtig, egal wie man sie erzeugt (wir blenden in der Euphorie der Situation aus, dass die Torgefahr gegen Schalke mit einem xG Wert von 1,48 wieder etwas gesunken ist. Drei Buden für ein Hallerluja).

Spieler mit positiver Entwicklung

Damit das funktioniert, müssen auch die Spieler persönlich ihre Leistung bringen. Und hier ist es am Trainerteam. Die Spieler sollen sich individuell verbessern und ihr maximales Leistungsvermögen ausschöpfen können. Einerseits hat Enno Maaßen Neuzugänge zur Verfügung gestellt bekommen, die schon ihre Qualität zeigen konnten. Berisha, Demirovic und Rexhbecaj sind aus der Mannschaft momentan nicht wegzudenken. Und Maxi Bauer wurde irrsinnig gut integriert und avancierte direkt zum absoluten Leistungsträger.

Aber auch bei anderen Spielern sieht man schon einen Formanstieg gegenüber der Vorsaison. Zuvorderst darf man hier Rafal Beton Gikiewicz nennen. Selbst bei all der Kommunikation im Vorfeld der Saison liefert der Pole absolute Weltklasse-Leistungen ab und hat sich gesteigert. Maaßen wird mit seiner Kommunikation einen Teil dazu beigetragen haben. Es gibt zudem weitere Überraschungen. Einerseits war hier rechts hinten zuletzt Robert Gumny zu nennen (und wir sehen über den einen groben Patzer gegen Schalke vor dem 2:2 einmal hinweg, da er gegen Schalke trotzdem statistisch der stärkste Mann in der Viererkette war und einen Assist zum Siegtor lieferte). Gegen die Bayern stand er defensiv sehr solide, hatte in der Viererkette die zweitmeisten Ballkontakte und die zweitbeste Passquote. Und auch im defensiven Mittelfeld konnte man sich verwundert die Augen reiben. Statistisch gesehen hat Carlos Gruezo gegen die Bayern eine bessere Partie abgeliefert als Elvis Rexhbecaj, wenn man Who Scored glauben mag. Für Arne Maier bleibt da momentan nur die Bank. Gerade diese Entwicklungen auch bei einzelnen Spielern machen mir Hoffnung, dass es nachhaltig voran geht.

Mit der Kurve im Rücken vorwärts. Es ist ein gutes Gefühl. (Photo by Dean Mouhtaropoulos/Getty Images)

El Presidente

Und wer hat den Schalter umgelegt? Die Unterschiede gerade in der Bundesliga sind manchmal minimal. Jeder positive Einfluss ist herzlich willkommen. Max Krapfs Serie der Siegesspiele als Präsident hält weiterhin an. Seitdem er vor dem Bremen-Spiel das Ruder übernahm und die Mannschaft adressierte, läuft es. Das mag nur purer Zufall sein, aber auch am Sonntag war er gegen Schalke wieder vor Ort. Der FC Augsburg wollte nie ein Maskottchen haben. Jetzt haben wir gerade Glücksbringer Krapf.

Der hat über seine pure Präsenz hinaus durch seine Amtseinführung und auch den darauf folgenden Mitgliederabend gezeigt, dass er anpacken und den FC Augsburg voran bringen will. Und zwar so, dass sich viele der Anhänger damit identifizieren können. Bei vielem wird sich noch zeigen, wie nachhaltig die Entwicklung ist (genau wie bei der sportlichen Entwicklung der Mannschaft). Zumindest Hoffnung auf bessere Zeiten hat sich bei mir wieder eingeschlichen. Ist es diesmal vielleicht nicht nur eine Aufwärtskurve in der typischen Augsburger Achterbahn? Für den Moment mag ich es gerne glauben.

Power durch Maaßen

Der Saisonstart unter Enno Maaßen hat erst einmal keine Jubelstürme hervorgerufen. Nach 5 Spielen standen 3 Punkte zu Buche und auf Grund der mageren Chancenanzahl war auch nicht viel mehr drin. Offensive Gefahr war oft nicht vorhanden. Und in Rückstand zu geraten war schon spielentscheidend, weil die Mannschaft nicht zurückfand. Danach nun 2 Siege. Zweimal 1:0. Zuerst in Bremen gegen den Aufsteiger. Danach daheim gegen die Bayern. Bedeutet zwischenzeitlich 9 Punkte und Mittelfeld.

Kurz durchschnaufen und dann weiter arbeiten in der Länderspielpause. Was kann man aus den zwei letzten Partien Positives mitnehmen?

Ein Team

Wer sich auf FCA TV die Interviews nach dem Bayernspiel anschaut, der erkennt schnell bei allen befragten Spielern ein Motto: Das Team steht im Mittelpunkt. Maxi Bauer, Elvis und Giki verweisen alle aufs Team. Enno Maaßen hatte gemeint, er habe in der Vorbereitung ein Teamgefühl etabliert. Ich würde sagen, es hat bis nach dem Hertha-Spiel gebraucht, dass dieses Gefühl zu etwas belastbaren geworden ist. Wie bei einer Kastanie ist die Schale aufgegangen und es hat sich eine Bundesligamannschaft gezeigt. Anstatt braun, glänzt sie rot-grün-weiß und macht uns alle Ehre.

Es war in der Presse die Rede von einem entscheidenden Meeting nach dem Hertha-Spiel. Sachliche Kritik auf den Punkt, die nicht alles hinterfragt sondern klar Positives wie Negatives benennt, vermute ich in diesem Meeting. Keine Panik. Aber auch klare Ansagen, mit welchen zusätzlichen Schritten man sich Erfolgserlebnisse sichern will. Zusammen. Einer für den anderen. Enno Maaßen hatte den nächsten Schritt auch schon vor der Saison benannt: jetzt musst du das Geschaffene zusammen halten. Das Teamgefühl weiter festigen. Es kommt mir jetzt schon stärker vor, als es lange war.

Eine auf 3 Punkte fokussierte Mentalität hat wieder Einzug erhalten. (Photo by Leonhard Simon/Getty Images)

Für 3 Punkte

Es gibt eines, dass ich bei Manuel Baum immer besonders positiv fand. Manuel Baum wollte jedes Spiel gewinnen. Auf Sieg spielen. Diese Herangehensweise hat aus meiner Sicht zwei Aspekte: 1. Fußball wird gespielt, um zu gewinnen. Das ist das grundsätzliche Ziel des Spiels. Es ist schon fast philosophisch. Aber auch wenn es kurz vor Schluss noch unentschieden steht, ändert sich nichts am Ziel. 2. Durch die 3-Punkte Regel werden Mut und Siege überproportional belohnt. Wer es schafft zu gewinnen, wird in dieser Liga die Klasse halten und Erfolg haben. Zwischenzeitliche Rückschläge muss man ausblenden können.

Ich freue mich sehr, dass die Fokussierung aufs Gewinnen – auch wenn man der Außenseiter ist – unter Enno Maaßen wieder zurück ist. Elvis hat im Interview nach dem Bayern-Spiel dann auch schon den Blick nach vorne gerichtet: Man fahre auf Schalke, um zu gewinnen. Aber hallo. Genau das! Wenn das bedeutet, dass wir wieder mit vier Offensiven anlaufen, immer gerne. Wenn wir Schalke auf andere Weise überraschen können, her damit. Einzige Devise: Angriff!

Anpassungsfähigkeit

Hier zeigt sich dann auch schon die nächste wichtige Eigenschaft, die ein Trainer in der Bundesliga braucht. Er muss Lösungen finden, auch wenn es dazu führt bestehende Systeme zu hinterfragen. Das Abrücken von der 4er-Kette hat Markus Weinzierl letzte Saison gerettet. Jetzt wo Uduokhai und Oxford ausfallen, war es gerade die Rückkehr zur Viererkette und das Spiel auf den zweiten Ball in der Offensive, das den FCA unter Enno Maaßen wieder zurück in die Spur gebracht hat.

Das wird nun nicht dazu führen, dass Enno Maaßen seine Prinzipien über den Haufen wirft. Es verschafft ihm allerdings Zeit, um in Ruhe an der sportlichen Weiterentwicklung der Mannschaft zu arbeiten. Ich gehe entsprechend davon aus, dass die Taktik offensiv nicht dauerhaft diese Fixierung auf die zweiten Bällen behalten wird. Ein funktionierendes Element, um das er herum bauen kann, hat er aber damit zumindest schon mal gefunden.

Mit breiter Brust nach vorne. Ob die Mannschaft jetzt auch Rückstände ab kann? (Photo by Leonhard Simon/Getty Images)

Selbstbewusstsein vs. Rückschläge

Funktionierende Elemente hin oder her und bei aller Euphorie vor der Länderspielpause: es werden auch wieder Rückschläge kommen. Und genau dann wird sich zeigen, was diese kleine positive Welle Wert sein wird. Kann die Mannschaft nach einem Rückstand zurück ins Spiel kommen mit dem jetzt gestärkten Selbstbewusstsein und Vertrauen auf ihre Stärken? Werden sich in den schwierigen Momenten Führungsspieler auf dem Platz zeigen, an denen sich die Mannschaft aufrichten kann?

An dieser Stelle bleibt es spannend und manche offene Frage lässt sich noch nicht beantworten. Das kann ja aber auch gar nicht anders sein, weil die Entwicklung der Mannschaft noch lange nicht am Ende ist. Die Arbeit geht weiter, das kurze Zwischenhoch steigert ist aber doch sehr förderlich fürs Gemüt.

Auch am Druck hat sich nichts geändert. Mit den Partien gegen Schalke, Wolfsburg in der derzeitigen Verfassung und Köln kommt jetzt eine Phase der Saison, die wegweisend sein wird. Mit einer gesunden Punkteausbeute könnte sich das Team in die Lage versetzten, nicht dauerhaft im Abstiegskampf zu stecken. Und ich bin mir nicht sicher, ob ich jetzt nicht doch träume nach den letzten Jahren. Bisher war es mal wieder die typische FCA-Achterbahn, zumindest so lange, wie die Siegesserie nicht weiter ausgebaut wird. So weit hätte ich vor wenigen Wochen noch gar nicht zu träumen gewagt. Zumindest im Moment ist nicht auszuschließen, dass diese Saison nicht doch noch gut wird. Komisch, oder nicht?

Mittendrin statt nur dabei


Dieser Text erschien zuerst in der Kolumne „Einwurf aus der Rosenau Gazette“ bei presse-augsburg.de.

Schon vor dem Spiel gegen den VfB Stuttgart war klar, dass die Tabellensituation für den FCA weiterhin recht komfortabel ist. 19 Punkte hatte die Mannschaft schon vor dem Spiel gesammelt und die Hinrunde ist noch nicht vorbei. Das Soll ist mehr als erfüllt, auch wenn die Niederlage gegen die Stuttgarter schmerzt. Gerade deswegen sind noch längst nicht alle Anhänger in Augsburg zufrieden. In der Offensive, im Spiel mit dem Ball, kann die Mannschaft sich zu wenige Möglichkeiten erspielen. Die Torausbeute ist mau. Und gegen den VfB hat sah man zudem gegen eine gute Offensive auch defensiv nicht immer sattelfest aus. Und mit einer gewissen Ironie mag man feststellen: es ist dann doch noch ein weiter Weg, bis wir in die Champions League einziehen.

Dabei will ich die Kritik an der Spielweise der Mannschaft gar nicht entkräften. Selbst Heiko Herrlich war in der Spieltagspressekonferenz vor dem Spiel gegen den VfB Stuttgart so kritisch wie selten. Es ist auch den Verantwortlichen klar, dass diese Mannschaft noch besser spielen können sollte. Jetzt kommt es darauf an, dieses Potential abzurufen. Was Heiko Herrlich dabei sehen will und welchen Fußball er sich von der Mannschaft auf dem Platz wünscht, ist ein Thema für ein anderes mal. Aber Zufriedenheit rein auf Basis der erzielten Ergebnisse gibt es seinerseits nicht.

Auch Heiko Herrlich ist nicht mit allem zufrieden, was seine Mannschaft so abliefert, auch wenn die Punktausbeute prinzipiell stimmt (Foto via Imago)

Allerdings habe ich mich in den letzten Wochen dann doch etwas gewundert. Denn obwohl noch Verbesserungspotential vorhanden ist, klingt es an manchen Stellen fast schon so, als ob unter Heiko Herrlich keine Verbesserungen zu erkennen wären. Nun könnte ich hier über Gegenpressing-Momente anfangen zu philosophieren, die deutlich zu erkennen sind, aber darum geht es mir nicht. Gegen den VfB war man in der zweiten Halbzeit dran und hatte beim Stande von 1:2 Möglichkeiten wieder ins Spiel zu kommen. Sich aus der Situation des 0:2 wieder ins Geschehen reinzuarbeiten ist eine Leistung für sich, auch wenn sie dieses Mal nicht von Erfolg gekrönt war.

Als Heiko Herrlich den FC Augsburg letztes Jahr übernommen hat, waren aus meiner Sicht die sportlichen Fähigkeiten der Mannschaft nicht das Hauptproblem. Was mich am allermeisten ärgerte, waren die unfassbaren Zusammenbrüche des Teams. Zum Saisonende gegen Wolfsburg, auswärts in Gladbach, man könnte diese Reihe noch etwas fortsetzen. Spiele zum Schämen. Unserer Farben nicht würdig. So schlimm war keine der Niederlagen in diesem Jahr. Auch nicht erfreulich, aber bei weitem nicht so erniedrigend.

Und vielleicht betrachten wir uns dann mal das Mannschaftsgerüst und die mentale Stabilität des Teams in dieser Saison. Klar haben wir auch Spiele verloren. Gegen Hertha sah es gar nicht gut aus. Aber keine dieser Leistungen kommt auch nur annähernd in den Bereich der Negativ-Leistungen noch aus der Vorsaison, die Martin Schmidt nie abgestellt bekam trotz aller Wanderungen durch die Schweizer Berge. Ganz im Gegensatz: In den engen Spielen, wenn es in die Endphase geht, dann würde ich im Moment blind auf unser Team wetten.

Gerade am Ende konnten wir dieses Jahr noch oft jubeln. Viel wahres steckt bis dato in “Unverhofft kommt oft”. (Foto: Bernd Feil/M.i.S/Pool via Imago)

Anstatt, dass uns am Ende der Spiele die Puste ausgeht und wir die Punkte verschenken wie in der Vergangenheit, können wir noch einen Gang zulegen. Wer mag deutliche Siege nicht? Aber mehr und mehr Partien in der Bundesliga sind eng und werden durch wenige individuelle Fehler oder Einzelleistungen entschieden. Das Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu haben, für diese Momente sorgen zu können, wenn es darauf ankommt ist viel wert. Und Heiko Herrlich gebührt mein vollster Respekt dafür, dies mit der Mannschaft zusammen erarbeitet zu haben.

Und so sitze ich als FCA Fan in der Schlussphase nun öfters vor dem Bildschirm und habe Dominic Torreto aus der Filmserie “The Fast & the Furious” vor mir, wie er am Ende des Rennens im ersten Teil überholt und sinngemäß sagt: “nicht zu früh beschleunigen”. Dabei hat er diese süffisante Lächeln auf den Lippen, weil er weiß, wie gut er ist. Diese Siege gegen Köln und Bielefeld sind aus dieser Hinsicht einfach großartig. Big Points.

Dieses Selbstbewusstsein, dass Dominic Torreto, gespielt von Vin Diesel, in den “The Fast and the Furious” Filmen verkörpert, steht unserem Team sehr gut (Photo by Elsa/Getty Images)

Und mit dieser Entwicklung im Hintergrund fällt es mir einfach, Heiko Herrlich nun erstmal zu vertrauen. Ich, der Herrlich auch sehr offen für sein Verhalten am Anfang seiner Zeit beim FCA kritisiert hat. Ich sehe, dass es voran geht. Er redet die momentanen Leistungen nicht schön und hat an Kernpunkten, die Mannschaft in die richtige Richtung gelenkt. Es ist das erste Mal seit längerem, dass ich wieder an die sportliche Entwicklung glaube. Und ich bin immer noch ein Verfechter davon, Trainer langfristig arbeiten zu lassen. Schnelle Wunderentwicklungen sind so gut wie nie zu erwarten. Wer weiß, ob wir dieses Team noch wiedererkennen, wenn wir wieder ins Stadion dürfen. Heiko Herrlich ist zumindest in meinen Augen mittendrin mit dieser Mannschaft weiter an seiner Vorstellung von Fußball zu erarbeiten. Auf die so bekannten Einbrüche, warten wir hoffentlich weiterhin vergeblich.

Endlich geht es wieder los?!

Die Sommerpause ist zu Ende und die Vorbereitung läuft wieder. Auch in der Vorbereitung ist alles anders als sonst. Und ich meine nicht nur die kritischen Entwicklungen, die wir hier in vollem Umfang kritisiert haben (und weiter werden). Es gibt keine Trainingslager und auch mit den Testspielen stand der Plan nicht so frühzeitig fest wie sonst. Dennoch geht es wieder los. Der Laktat-Test ist geschafft, die ersten Testspiele sind gewonnen und auch ich fange als Fußball-Fan wieder an auf das Kribbeln zu warten. Kribbelt es schon? Noch nicht ganz. Kommt aber mit Sicherheit und die Saison könnte doch ganz gut werden. Warum?

Der Kader steht zu großen Teilen

Ja, Daniel Baier und Andreas Luthe haben neben Fabian Giefer u.a. jungen Talenten den Verein verlassen. Der Kader ist immer noch etwas zu groß, aber auf den entscheidenden Positionen sind wir gut besetzt. Mit Philipp Max, Florian Niederlechner und Marco Richter hat uns bisher keiner der Leistungsträger der Vorsaison verlassen. Alfred Finnbogason und Jeffrey Gouweleeuw sind gerade fit.

Philipp Max und Alfred Finnbogason zusammen auf dem Rasen und in Vollbesitz ihrer Kräfte. Da kommt Vorfreude auf die neue Saison auf. (Photo by Pool/Kai Pfaffenbach/Pool via Getty Images)

Mit Strobl, Caliguiri und Gikiewicz kamen sportliche Verstärkungen. Jetzt noch ein Rechtsverteidiger und ich bin glücklich. Die Mannschaft sollte jetzt aber schon viel Spaß machen.

Die jungen Talente könnten aufblühen

Im Kader tummeln sich immer noch einige junge Talente, denen in der kommenden Saison der absolute Durchbruch gelingen kann. Neben Marco Richter könnten dies Ruben Vargas oder Noah Sarenren Bazeee sein, die offensiv richtig durchstarten.

Ruben Vargas könnte in seiner zweiten Saison vollends abheben. Ob er sich im Vergleich zum Vorjahr noch steigern kann? (Photo by Pool/Kai Pfaffenbach/Pool via Getty Images)

Dazu haben wir Felix Uduokhai für die Innenverteidigung fest verpflichtet und ich bin gespannt, wie uns Iago überraschen kann, wenn er fit bleibt. Jedenfalls freue ich mich darauf, diese Jungs wieder auf dem Rasen zu sehen und mit ihnen und ihren Teamkollegen mitzufiebern.

Heiko Herrlich könnten für offensiveren Fußball sorgen

Mit Heiko Herrlich haben wir einerseits den befremdlichsten Trainer der letzten Jahre, andererseits lässt er theoretisch auch den offensivsten Fußball spielen. Nach Martin Schmidts Kick and Rush, Manuel Baums Harmlosigkeit und Dirk Schusters Mauerei war die Verpflichtung von Herrlich wohl am ehesten von dem Gedanken gelenkt, dass unser Spiel wieder etwas mehr Struktur im Ballbesitz bekommt. Herrlich hat nun die gesamte Sommervorbereitung Zeit der Mannschaft – die nach seinen Wünschen umgestaltet wurde – seine Spielweise nahe zu bringen. Wir können uns hoffentlich auf mehr offensive Durchschlagskraft freuen.

Bessere Möglichkeiten, die Spiele zu sehen

Der FC Augsburg hat eine Möglichkeit geschaffen, dass Fans Spiele sofort nach Abpfiff Re-Live sehen können. So eine Art FC Augsburg Game-Pass ohne Livemöglichkeit. Preislich kostet das Ganze 19,07 EUR für die Saison. Gerade in Zeiten, in denen die Stadionkapazitäten doch sehr begrenzt sein werden und sich nicht jeder ein Sky-Abo und ein DAZN-Abo leisten kann, kommt so nun doch jeder in den Genuss, wenn auch mit 2 Stunden Verzögerung. Wer kritisch ist, wird hier eine weitere Möglichkeit sehen, die der Verein geschaffen hat, um Einnahmen zu generieren. Ich sehe vor allem den sozialkompatiblen Zugang zu den Spielen des Herzensvereins.

Und am Ende…

hat sich vielleicht herausgestellt, dass wir durch einen unvermeidlichen Umbruch durch mussten. Wir haben diesen schlussendlich überstanden. Im Umbruch haben sich mit Florian Niederlechner und Philipp Max neue Leitwölfe gefunden, die – zusammen mit den erfahrenen Neuzugängen und unseren jungen Wilden – eine schlagkräftige Truppe bilden werden.

Als Fan sehnt man sich nach den Momenten des Jubels. Wird Florian Niederlechner erneut für diese sorgen? (Photo by Sascha Steinbach/Pool via Getty Images)

Heiko Herrlichs Aussagen werden außerhalb Augsburgs bald auch wieder niemanden mehr interessieren. Und wir werden über viele Kritikpunkte hinwegschauen, wenn wir schon im Winter die Klasse gehalten haben. Wie immer heißt es kurz vor Anpfiff: Heja FCA!

Die neuen Ansprüche des FCA und seine Leistungsträger

Dieser Text erschien zuerst in der Kolumne „Einwurf aus der Rosenau Gazette“ bei presse-augsburg.de.

In meiner letzten Kolumne habe ich mich gefragt, ob die Tiefstapelei beim FC Augsburg bald ein Ende hat. Seitdem ist ja doch einiges passiert. Nicht nur sind die deutschen Fußballer bei der WM vorzeitig raus geflogen, auch der FC Augsburg hat das Training auf die neue Saison hin schon wieder aufgenommen. Nach einem ersten Fitnesstest in Augsburg ging es direkt ins Trainingslager nach Mals, um in einer ersten Phase zusammen die Grundlagen für die neue Spielzeit zu legen. Julian Günther-Schmidt ist schon nicht mehr dabei, denn er wurde erneut für eine Saison an Carl Zeiss Jena ausgeliehen. Moritz Leitner ist darüber hinaus nach seiner Leihe fest von Norwich City in England verpflichtet worden. Dafür kam mit Fredrik Jensen ein 20jähriger finnischer Nationalspieler von Twente Enschede nach Augsburg, der offensiv unsere Optionen erweitern und die Gruppe der jungen Wilden um Marco Richter und Sergio Cordova ergänzen wird. Insgesamt – auch durch die immer noch laufende Weltmeisterschaft – wenige Kaderbewegungen und bisher kein Abgang eines Leistungsträgers, der nicht wie bei Marwin Hitz schon vor dem letzten Spieltag festgestanden hätte.

Bei Jeffrey Gouweleeuw und Michael Gregoritsch halte ich einen Abgang in diesem Sommer auch nicht mehr für realistisch. Gouweleeuw hat seinen Verbleib angedeutet und Gregoritsch wirkte nicht so, als ob er direkt nach einem Jahr erneut wechseln wollen würde. Finnbogason schielt wohl auf den letzten großen Vertrag seiner Karriere und Philipp Max hofft eventuell auf das Angebot eines europäischen Topvereins (wobei Manchester United ein immer wieder genannter Kandidat war). Im Fall von Finnbogason hat Stefan Reuter allerdings zuletzt betont, dass das Angebot auch für den FC Augsburg unmoralisch sein müsste. Einen günstigen Abgang, wie den von Ragnar Klavan zum FC Liverpool, wird es in diesem Fall wohl nicht geben.

Der Verbleib vieler Leistungsträger ist wichtig für die kommende Saison und die Arbeit von Stefan Reuter scheint dahingehend Früchte zu tragen. Ein Teil der Strategie ist es dabei anscheinend auch, die Ziele nach der letzten Saison etwas nach oben anzupassen. “Wir haben ehrgeizige Spieler, ein ehrgeiziges Trainerteam und einen ehrgeizigen Verein. Ich denke schon, dass es im Bereich des Möglichen liegt, dass wir mehr erreichen als zuletzt” hatte Manuel Baum zu Beginn des Trainingslagers kommuniziert. Die Reaktionen aus der Mannschaft zeigen direkt, wie dies aufgenommen wird. “Mir gibt es einen unglaublichen Schub, wenn der Trainer vorangeht und uns etwas zutraut”, sagt Gregoritsch. Gouweleeuw brachte das Ganze auf den Punkt: “Natürlich hoffe ich, dass alle wichtigen Spieler in Augsburg bleiben. Dann haben wir einen sehr guten Kader. Viele haben das Gefühl, dass wir zusammen etwas erreichen können.”

Dieses Zusammengehörigkeitsgefühl, dass die Mannschaft sich wohl geschaffen hat, ist für die nächste Saison eventuell unser größter Trumpf. Es könnte dafür sorgen, dass Spieler bleiben, auch wenn anderswo eventuell etwas mehr gezahlt wird. Der einzelne mag vielleicht auch denken, dass er noch mehr zu leisten vermag und durch eine noch stärkere Saison noch besser wechseln könnte. Mir soll es Recht sein. Wenn sich die Jungs gegenseitig anfeuern und durch kleinere Leistungstäler ziehen, dann könnte dies für den FCA die Grundlage für eine richtig gute Saison sein. Es ist Anfang Juli, es ist noch mehr als einen Monat hin bis zum ersten Pflichtspiel, aber ich glaube so positiv gestimmt vor einer Saison war ich zuletzt vor dem europäischen Abenteuer. Den man darf nicht vergessen, dass der FCA mit Manuel Baum einen Trainer hat, der es versteht spielerische Konzepte weiter zu entwickeln, Automatismen zu trainieren und diese Mannschaft zu verbessern, wie er es schon letzte Saison gezeigt hat. Besserer Kader, eingespieltere Abläufe und verbesserte spielerische Konzepte? Es wird Zeit, dass es wieder losgeht. Ich kann es kaum erwarten.

Hat die Tiefstapelei ein Ende?

Dieser Text erschien zuerst in der Kolumne „Einwurf aus der Rosenau Gazette“ bei presse-augsburg.de.

Größer hätte der Unterschied zwischen Erwartungen und Realität nicht sein können. Die meisten Experten hatten den FC Augsburg vor der letzten Saison auf Platz 18 der Tabelle getippt. Mit dem Abstiegskampf hatte die Mannschaft in der letzten Saison dann nichts zu tun. Am Ende war Platz 12 das Resultat. Mehr als der Tabellenplatz bleibt mir in Erinnerung, dass es am Ende der Saison um nichts mehr ging. Wir hatten schon festgestellt, dass der FCA mit dieser Saison im Mittelmaß angekommen ist. Zumindest ist das unser Eindruck.

Viel hängt nun allerdings in der Sommerpause davon ab, wie der FC Augsburg auch außerhalb des Clubs wahrgenommen wird. Welche Möglichkeiten hält ein Spieler für realistisch, der sich überlegt zu wechseln? Während vor der letzten Saison auch außerhalb Augsburgs die Zweifel an der sportlichen Leitung in Person von Trainer Manuel Baum noch erheblich waren und selbst in Augsburg das System Reuter auf den Prüfstand gestellt werden sollte, so hat mittlerweile die breite Öffentlichkeit einen deutlich bessere  Meinung über die Beteiligten. Baum ist immer noch der sympathische, bodenständige Typ, der sich auch nicht scheut, über Druck und Belastung zu sprechen. In der letzten Saison hat er vor allem gezeigt, dass er Spieler verbessern und eine Mannschaft optimal auf unterschiedliche Gegebenheiten einstellen kann. Reuter steht über allem und hat in der letzten Sommerpause eine großartige Trefferquote bzgl. seiner Transfers bewiesen. Insgesamt sorgen die Verantwortlichen so dafür, dass aus den bestehenden wirtschaftlichen Möglichkeiten mehr gemacht wird als bei genügend Konkurrenten.

Und anscheinend sind nicht nur die Verantwortlichen selbst überzeugt, dass die Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist. Stefan Reuter hat mit seiner Arbeit in der Sommerpause gerade erst begonnen und schon weitere wichtige Bausteine für die Mannschaften der nächsten Jahre gesichert und verpflichtet. Ein wichtiges Zeichen waren zuerst der Vertragsabschluss von Simon Asta und die Vertragsverlängerung von Marco Richter. Nachdem Erik Thommy im Winter mitgeteilt hatte, dass er seine Zukunft nicht mehr in Augsburg sieht, konnte der FCA mit Asta und Richter zwei hochveranlagte Talente langfristig binden. Der eigene Nachwuchs ist dann doch meist von seinen Entwicklungschancen überzeugt und erkennt die positiven Entwicklungen.

Daneben konnte Reuter zwei weitere große Namen an den Lech locken. Nachdem sich André Hahn in der letzten Sommerpause noch für den HSV entschieden hatte und damit falsch gelegen war, kommt er nun doch nach Augsburg zurück. Hahn hatte nach seinem Wechsel von Augsburg nach Gladbach immer wieder sein großes Potential aufzeigen können, war aber auch immer wieder von Verletzungen geplagt. Der HSV war nun sportlich für kaum einen Spieler ein erfüllendes sportliches Umfeld in den letzten Jahren. Hahn hat in seinem Begrüßungsvideo angedeutet, dass er zurückkehrt und der Blick nach oben gerichtet ist. Anscheinend hat er den FCA in den letzten Jahren beobachtet und glaubt nun wieder daran, dass er gemeinsam mit dem Verein wieder erfolgreich sein kann.

In diesem Glauben ist er nicht alleine. Denn auch mit Julian Schieber kommt ein Spieler aus Berlin, der schon für deutliche größere Vereine aktiv war. 156 Bundesligaspiele und auch einige Treffer gegen den FCA zeugen von einem erfahrenen Spieler. Nun hatte auch Schieber mit Verletzungen zu kämpfen und wäre sonst wohl für den FCA nicht verfügbar, aber dennoch werte ich es als ein positives Zeichen, wenn sich ein solch ein positiver Typ für uns entscheidet.

Das heißt nun nicht, dass sowohl Hahn als auch Schieber in Augsburg einschlagen werden. Die Verpflichtungen waren allerdings günstig. Hahn ist erst 27 und kostete gerade einmal 3 Millionen EUR Ablöse. Schieber kommt ablösefrei. Beide füllen offensichtliche Lücken im Kader. In der letzten Saison fehlte eine adäquate Alternative hinter Alfred Finnbogason. Rechts vorne konnten weder Jonathan Schmid noch Marcel Heller überzeugen und Marco Richter kann seine Stärken im Zentrum besser ausspielen. Alles in allem hat sich der FCA in dieser Transferperiode bisher ausschließlich verbessert.

Neben dem Zutrauen von außen wird es allerdings in dieser Sommerpause darauf ankommen, wohin der Weg unserer aktuellen Leistungsträger führt. Wenn sich die Gruppe um Alfred Finnbogason, Michael Gregoritsch, Philipp Max und Jeffrey Gouweleeuw mehrheitlich entscheidet, dem FCA die Treue zu halten, dann müssen selbst geborene Tiefstapler eingestehen, dass das Ziel wohl eher erneutes  Mittelmaß statt Abstiegskampf sein wird. Es wäre ein schöner Gedanke. Bis dahin bleibt zumindest der Eindruck, dass uns außerhalb von Augsburg zumindest in der nächsten Saison weniger Konkurrenten unterschätzen werden. Auch wenn einige von Ihren Spieler den Weg bis dahin zu uns finden werden, wird es nicht leichter werden. Aber leicht war es noch nie und auch damit kennen wir uns aus.

Blick Richtung 2018/19

26. Spieltag in Hannover. Auswärtssieg. 35 Punkte, Platz 8.  André Breitenreiter hat es auf der Pressekonferenz nach dem Spiel gesagt: der FC Augsburg ist durch.

Er hat damit Recht. Die letzten Zweifel am Klassenerhalt sollten ausgeräumt sein. Und heute kann ich es auch schreiben: Mich haben die Unkenrufe in der letzten Woche (und auch davor) genervt. Die Saison ist so entspannt, wie schon seit Jahren nicht. Die Mannschaft hat durch die Transfers von Stefan Reuter und die Anleitung von Manuel Baum in dieser Saison einen enormen Schritt nach vorne gemacht.  Es ist schon fast langweilig, denn ich habe Vertrauen in unser operatives Führungspersonal. Sportlich machen wir viel richtig. Vielleicht können wir uns darüber einfach mal ein bisschen mehr freuen, anstatt immer die Angst zu beschwören oder das Haar in der Suppe zu suchen. Die Mannschaft wird auch in den kommenden Wochen konzentriert arbeiten und es werden weitere Punkte folgen. Wohin das am Ende führt, wissen wir nicht genau. Es ist eine tolle Spannung, dass auch nach oben noch etwas möglich ist. Ich kann zu diesem Zeitpunkt feststellen, dass in dieser Saison sportlich nichts mehr passieren wird, was mir diese Saison madig machen könnte. Zeit den Blick nach vorne zu richten.

Dabei sollte nicht das Gefühl aufkommen, dass ich unser Team gerne verlieren sehe. Oh, wie ich mich ärgere, wenn wir verlieren. Allerdings gehört das Verlieren mit dazu. Wenn wir Augsburger in der Bundesliga genau so viel gewinnen wie verlieren, dann läuft es super. Niederlagen müssen wir akzeptieren, daraus lernen und weitermachen. Das machen wir gut. Auch die sportliche Konstanz wird nie komplett vorhanden sein. Zumindest nicht, wenn wir den eingeschlagenen Weg weitergehen und unseren Jugendspielern Chancen geben wollen. Wenn wir sie auf höchstem Niveau ins kalte Wasser werfen und Wettkampfluft schnuppern lassen. Manuel Baum hat richtigerweise festgestellt, dass dann auch mal schlechte Partien dabei sein werden. Da brauchen wir dann aber alle nicht sofort in Panik zu verfallen, denn unser Führungspersonal weiß, was es tut. Auch in schlechteren Phasen können wir mit diesem Personal im Club momentan entspannt nach vorne schauen.

Wohin wird uns der Weg in der Zukunft führen? Es wird ein weiteres Jahr in der Bundesliga geben, soviel scheint sicher zu sein. Wer hätte das vor 9 Jahren gedacht? Mit folgenden Fragen werde ich mich in diesem Zusammenhang in den kommenden Wochen beschäftigen, wenn es die Zeit zulässt:

  • Wie sieht unser Kader aus und auf welchen Positionen müssen wir uns fürs kommende Jahr verstärken?
  • Welche Jugendspieler klopfen oben an und bekommen vielleicht in den letzten Spielen oder in der neuen Saison mehr Einsatzmöglichkeiten?
  • Wie geht es unseren Leihspielern? Wer kommt auf Einsätze und könnte sinnvollerweise bei seiner Rückkehr durchstarten?
  • Was sollte neben dem Platz passieren? Welche Entwicklungen sind mir wichtig und was sollte strukturell passieren?

Dabei vergesse ich keineswegs, dass wir noch 8 Spiele vor uns haben. Fast ein Viertel der Saison ist noch zu spielen. Leistungsträger wie Jeffrey Gouweleeuw und Alfred Finnbogason werden fit zurückkehren. Manuel Baum wird sportlich die Mannschaft auch in diesen Spielen weiter verbessern. Wir werden in jedem Spiel um den Sieg kämpfen. Ich freue mich darauf. Ich werde alleine vor dem Fernseher zittern. Ich werde im Stadion mit lieben Menschen anstoßen. In Augsburg, auf dem Lechfeld und hoffentlich auch auswärts. Am liebsten samstags um 15:30 Uhr.  Ich würde mich freuen, wenn sich möglichst viele von uns in diesen 8 Spielen darüber freuen, was wir haben, als Angst davor zu haben, was wir verlieren könnten oder sich darüber zu ärgern, dass es noch weiter nach oben gehen könnte und wir es noch nicht ganz geschafft haben. Lasst uns auf Daniel Baier hören, der auf der Pressekonferenz vor dem Hannover-Spiel erneut betont hatte, dass nach dem 34. Spieltag abgerechnet wird. Vielleicht erwachen wir erneut in Europa. Spielt das eine Rolle? Wir werden in jedem Fall in der nächsten Saison in der Bundesliga spielen. Es hätte uns wieder kaum jemand zugetraut. So schwer es uns Augsburgern fallen mag: Es ist die Zeit gekommen, selbstbewusst und zufrieden nach vorne zu blicken. Zumindest für 8 Spiele.

 

Neujahrsvorsätze

2017 ist vorbei. 2017 war das erste vollständige Kalenderjahr, während dessen die Rosenau Gazette bestand. In 2016 habe ich fast den gesamten Januar noch im Winterschlaf verbracht. Zum Jahreswechsel bietet sich die Gelegenheit zurückzuschauen, zu überlegen, was gut und was nicht so gut war und darauf aufbauend weiterzumachen. Oder aufzuhören. Soviel gleich an dieser Stelle: das passiert erstmal nicht. Insgesamt ist der Meinungspluralismus rund um Augsburg zumindest für mich nicht wahrnehmbar gestiegen. Die Rosenau Gazette ist aus meiner Sicht immer noch der einzige Blog, der regelmäßig Beiträge zum FCA veröffentlicht. Darüber hinaus gibt es mit der Augsburger Allgemeinen immer noch nur eine Regionalzeitung, die von Artikeln in der wöchentlich erscheinenden Stadtzeitung flankiert wird.  Eine zusätzliche Meinung scheint zumindest bei einigen FCA Fans immer noch Anklang zu finden. Sollte sich das irgendwann ändern, dann braucht es uns vielleicht auch nicht mehr. Aber soweit sind wir ja noch nicht.

Leser

Wir haben im letzten Jahr ein paar kosmetische Veränderungen vorgenommen, um eine größere Leserschaft zu erreichen und bei Google besser gefunden zu werden. Die Anzahl der Beiträge ist zusätzlich gestiegen. Die Abrufzahlen sind zwar gewachsen, allerdings hat uns Facebook an einer Stelle einen Strick durch die Rechnung gemacht. Facebook zeigt Beiträge in Gruppen nicht mehr ganz so häufig automatisch an. Nachdem wir – wie auch die Augsburger Allgemeine und andere Medien der Region – diesen Weg wählen, um Interessierte anzusprechen, hat uns die Veränderung des Algorithmus Leserzahlen gekostet. Facebook hat einen klaren Hintergedanken: Man soll die Beiträge bewerben und Facebook für die Verbreitung bezahlen. Ich habe in diesem Zusammenhang einen Testballon gestartet, um in einem Fall festzustellen, wie viel Budget man investieren müsste. Lasst es mich vorsichtig formulieren: Facebook Werbung bleibt für uns erstmal kaum darstellbar. Nachdem wir selbst auf dem Blog bisher keine Werbung schalten, wird das auch erstmal so bleiben, denn wie sollten wir das Ganze auch finanzieren. Solltet ihr demnach Beiträge oder die gesamte Rosenau Gazette gut finden, lasst ein “Gefällt mir” da und teilt den Beitrag oder die Seite. Wenn mehr Menschen unsere Beiträge lesen sollen, dann sind wir darauf angewiesen.

Inhalte

Thematisch werden wir weiterhin über die rein sportlichen Themen hinaus berichten. Alleine für den Januar habe ich schon einige Ideen und Entwürfe vorbereitet und wir werden gleich loslegen. Schon am Wochenende erscheint bei Presse Augsburg wieder meine monatliche Kolumne. Soviel sei verraten: es geht um einen Jubilar. Die meistgelesenen Beiträge im letzten Jahr handelten von Themen abseits des Fußballfelds (Platz 1: #Augsburghältzusammen; Platz 2: Mehr als 90 Minuten; Platz 3: Erstklassig ist eine Einstellung). Allerdings hatten wir auch einige gern gelesene Artikel zur sportlichen Situation. Die Kaderanalyse im Sommer kam gut an (und wir merken uns das hoffentlich für die nächste Sommerpause) als auch das Interview mit Tobias Escher. Auch an diesen Stellen wollen wir anknüpfen. Für Menschen, die wie ich gerne Texte zum FCA lesen wollen, und manchmal an der Bezahlschranke der Augsburger Allgemeinen abprallen, wird es auf dieser Seite weiterhin regelmäßig Gedankenanstöße geben. Thematisch dürft ihr uns gerne Anregungen und Themenvorschläge zukommen lassen. Ein kleiner Eintrag im Kommentarfeld reicht.

Aktion

Aber das ist uns ja nicht genug. Wir mahnen von unserem Verein immer wieder ein soziales Bewusstsein und ein Engagement für die Region an. Die Mitgliedschaft in einem Verein bedeutet eben gerade mehr als ein reines Konsumentenverhalten. Da wollen wir natürlich mit gutem Beispiel vorangehen. Nach unserer T-Shirt Aktion für Simon haben wir in 2017 eine weitere Aktion für den bunten Kreis gestartet. Alle Erlöse aus den Aktionen gehen an den guten Zweck und wir verdienen keinen Cent daran. Bzgl. beider Aktionen gibt es noch Shirts im Kiosk. Die Shirts für den bunten Kreis gibt es sogar in recht großer Anzahl von Halil Altintop selbst unterschrieben. Ich werde auch nicht müde werden, immer wieder auf die Aktionen hinzuweisen. Wenn ihr daher nicht nur ein Kleidungsstück erwerben wollt, dass euch mit dem FCA verbindet, sondern auch noch etwas Gutes darüber hinaus zu tun bereit seid, so schlagt zu. Bei Problemen mit dem Shop schreibt gerne eine kurze Email an kontakt@rosenau-gazette.de und wir wickeln die Bestellung so ab.

Vorsätze

Das war dann auch schon so kurz nach Jahresbeginn. Seid ihr auch schon so gespannt, wie die Rückrunde sportlich läuft? Kann die Mannschaft an die Leistungen der Hinrunde anknüpfen oder kommt irgendwann der Einbruch? Die Hinrunde war sensationell und ich würde mich wirklich freuen, wenn es so weiter geht. Wenn ihr uns dabei helfen wollt, die Entwicklungen mit dem Blog abzudecken, dann habt ihr euch im Laufe des Beitrags sicher 3 Vorsätze notiert. Ich fasse sicherheitshalber kurz zusammen:

  1. Beiträge und Seite teilen, wenn ihr interessantes lest und gerne selbst einfach regelmäßig vorbeischauen
  2. Ideen zu Beiträgen im Kommentarfeld platzieren und mit anderen Lesern diskutieren
  3. Ein T-Shirt kaufen, um eine unserer Aktionen zu unterstützen und etwas Gutes zu tun

In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein gesundes und zufriedenes 2018. Bleibt uns gewogen!

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen