Augsburg hält zusammen – ganz Augsburg?

Dieser Text erschien zuerst in der Kolumne „Einwurf aus der Rosenau Gazette“ bei presse-augsburg.de.

In der Corona-Pause hat der FCA das Motto “Augsburg hält zusammen” ins Jahr 2020 übertragen. Gelungen, wie ich damals fand. Es hat stolz in mir hervorgerufen, wie Fans und Verein Hand in Hand der schwierigen Situation entgegen getreten sind und weiterhin entgegen treten. Das ist nicht selbstverständlich.

Die Corona-Krise flacht gerade etwas ab und auch die Saison des FC Augsburg ist beendet. Ein guter Moment, um erneut dieses Motto in den Blick zu nehmen. Für was steht “Augsburg hält zusammen” und was könnte noch besser werden? Bisher hat der FCA zwei Kampagnen aus diesem Banner-Text geformt. Beide wurden – wenig nachhaltig – in Krisenzeiten für einen begrenzten Zeitraum vorangetrieben. Beim ersten Mal stand uns das Wasser sportlich bis zum Hals und es brauchte einen Schub im Abstiegskampf. Jetzt nun kam Corona. Beide Male haben wir die Ausgangssituationen getrieben durch den Zusammenhalt gemeistert.

Über die Einzelsituation hinaus

Derweil könnte dieses Mantra “Augsburg hält zusammen” für noch so viel mehr stehen und nicht nur ein Kampagnen-Motto bleiben. Es könnte das “Mia san Mia” der Fuggerstadt werden, ganz dem fuggerschen Gedanken nachempfunden. Dabei müsste der FCA allerdings über seinen eigenen Schatten springen und als Club anders agieren, um dieses Motto dauerhaft authentisch zu vertreten. Was meine ich damit?

In welche Richtung entwickelt sich der Fußball? Es hängt auch am FCA! (Foto: Marcel Engelbrecht/firosportphoto/POOL)

Es heißt ja nun nicht: Augsburg hält zusammen, aber nicht die farbigen, schwulen oder weiblichen Augsburgerinnen. So könnte es einem aber bislang vorkommen. Als der SV Babelsberg 03 Mitstreiter für seine “Nazis raus aus den Stadien” Kampagne gesucht hat, wurden u.a. in Düsseldorf und Freiburg recht schnell T-Shirts mit dem Slogan verkauft. In Augsburg nicht. Als vor kurzem Spieler anderer Vereine die Aufmerksamkeit auf strukturelle Gewalt gegenüber Schwarzen gelenkt haben, war es still in Augsburg. Gerade am letzten Spieltag lief die Social Media Kampagne #SportPride um Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche und queere Menschen (LSBTIQ*) unter dem Hashtag #SportPride2020 im Sport sichtbar zu machen und für einen diskriminierungsfreien Sport einzustehen. Mainz 05 und andere Bundesligisten beteiligten sich. Der FC Augsburg nicht. Wer dazu beim FC Augsburg eine Frau in verantwortlicher Position suchen sollte, der kann dies lange machen. Gibt es nicht.

Nicht mehr nur Mitläufer sein

Felix Uduokhai hatte kürzlich über Anti-Rassismus-Aktionen gesagt: “Von Mitläufern halte ich wenig”. Die Verantwortlichen des FC Augsburg sollten lange in den Spiegel schauen und sich fragen, ob sie hinsichtlich der oben genannten Bereiche nicht selbst in diese Mitläufer-Kategorie fallen. Klaus Hofmann ist hierzu bisher nur mit fragwürdigen Aussagen aufgefallen und wir haben hier schon versucht wach zu rütteln. Der FCA hatte im Herbst angekündigt den Familientag in diesem Sommer zum Anti-Rassismus-Tag zu machen. Es blieb die einzig angekündigte Aktion in diesem Zusammenhang, die nicht im Zusammenhang von bundesweiten Kampagnen stand.

Es besteht dazu natürlich große Gefahr, dass genau dieser Tag Corona-bedingt dieses Jahr ausfällt. Einerseits verständlich, andererseits sollte sich das Engagement des Vereins in all diesen Belangen nicht nur auf einzelne Tage konzentrieren sondern ein grundsätzlicher Bestandteil von “Augsburg hält zusammen” sein.

Der Mensch im Vordergrund

Den Profi-Fußball plagen viele Sorgen. Zu weit ist er der Normalität entschwunden. Absurde Beträge prägen das Geschäft. Die Bayern zahlen Leroy Sané halb so viel im Jahr, wie der gesamte Augsburger Kader verdient. Und die Augsburger Mannschaft verdient insgesamt immer noch über 35 Millionen EUR. Es wird Zeit, dass der Fußball sich wieder mehr seiner gesellschaftlichen Verantwortung bewusst wird. Es sollte jedem möglich sein, Bundesligaspiele zu besuchen und sich im Stadion heimisch und sicher zu fühlen, egal welcher Hautfarbe, welches Geschlechts oder welcher sexuellen Orientierung die Person angehört. Auch vor Corona hat sich nicht eine jede im Stadion immer wohlgefühlt. Es wird Zeit, dass wir auch in Augsburg schauen, dass sich das bessert. “Augsburg hält zusammen” halt.

Fans, vermummt euch!

Es sind ganz großartige Zeiten um Fan des FC Augsburg zu sein. Anfang April habe ich in meiner monatlichen Kolumne beschrieben, warum ich gerade in diesen Zeiten stolz darauf bin, FCA Fan zu sein. Dieses Gefühl hat sich über die Osterfeiertage und in der letzten Woche nur noch verstärkt. Die Ulrich-Biesinger-Tribüne hat an den Osterfeiertagen zusammen mit den Profis Jozo Stanic und Andreas Luthe viele von Corona betroffene Sozialeinrichtungen besucht und Geschenke da gelassen. Dazu haben diese großartigen Menschen ein Angebot für Augsburger Unternehmen gestartet, in dem sie bei Bedarf Waren an Kunden ausliefern. Ich finde diese Aktionen Wahnsinn und bin gerührt (inkl. Tränen in den Augen) von eurem Engagement. Der FCA selbst tut weiterhin sein übriges, indem er die Augsburger Tafel aktiv unterstützt und seine Aktivitäten fortführt.

Wollt ihr die Ulrich-Biesinger-Tribüne bei ihren Bemühungen unterstützen? Dann spendet oder werdet Mitglied. Das mit der Mitgliedschaft ist übrigens ganz einfach durch ein Onlineformular machbar und dauert keine 3 Minuten. Ich habe es gerade für euch ausprobiert.

Ich bin zudem der festen Überzeugung, dass die Aktionen auch viele andere dazu anregen, in diesen schwierigen Zeiten solidarisch zu handeln und zu helfen. Auch hier in meinem Kämmerchen habe in den letzten Wochen überlegt, wie wir hier zusätzlich unterstützen können. Was mir immer wieder aufgefallen ist auf den Pressefotos des FCA bzw. von den Aktionen: die Beteiligten tragen weiterhin keine Masken. Derweil ist gut bekannt, dass Infizierte relativ lange keine Symptome aufweisen können, in dieser Zeit allerdings schon ansteckend sind. Masken schützen alle Beteiligten davor, dass sich der Virus auch bei Kontakt weiterhin wie zuvor ausbreitet.

Derweil ist es in der momentanen Zeit schwer an Masken zu kommen und manche Spezialmasken sollten auch dem medizinischen Fachpersonal vorbehalten bleiben, das diese nun deutlich dringender braucht als der Otto-Normal-Bürger. Wir hatten hier allerdings noch einen Stapel T-Shirts aus zurückliegenden Aktionen rumliegen und ich habe mit @astimumm auf Twitter jemanden gefunden, die aus diesen T-Shirts nun Stück um Stück Mund-Nasen-Masken herstellt. Das Ergebnis könnt ihr ab heute im Shop bestellen. Es gibt vier Modelle:

Ich bitte zu beachten, dass die Masken von den Motiven leicht abweichen können – jede ist irgendwie ein Unikat. Dazu fällt zumindest die erste Rutsche recht klein aus, und ist daher vor allem für kleinere Köpfe zu empfehlen. Die Versandkostenpauschale ist dazu da, die anfallenden Versandkosten zu decken. Der Betrag, den ihr für die Masken bezahlt geht 1:1 an den Bunten Kreis zumindest solange wir die Halil-Shirts zerschneiden. Hier bei uns bleibt – wie immer – kein Cent hängen. Wir werden die Masken im Shop zumindest solange Nachfrage und Material vorhanden ist immer wieder nachfüllen. Zusätzlich: Wer etwas anderes als die Masken im Shop bestellt, bekommt Masken im Artikelwert dazugelegt und alle gezahlten Beträge gehen auch dann an den Bunten Kreis. Schreibt doch am besten vorher eine Email zur Koordination an kontakt@rosenau-gazette.de, wenn ihr auch etwas anderes als Masken bestellen wollt.

Über eine Email freuen wir uns auch dann, wenn ihr als Fanclub selbst noch einen Stapel Rest-Shirts im Keller entdeckt bzw. euch in der Lage seht, Mund-Nasen-Masken nach Schnittmuster zu nähen.

Es ist doch vertrackt. Fans, die sich in den letzten Jahren vermummen wollten, dürfen das nun – genau wie alle anderen. Macht es bitte auch. Leider darf dafür keiner mehr ins Stadion. Mit der Welle an Solidarität von so vielen Beteiligten werden wir als Verein und Fans gestärkt aus dieser schwierigen Zeit hervorgehen. Zusammen. Auch abseits des Feldes. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr eine Maske bestellen würdet, so dass wir hier von der Rosenau Gazette auch unseren Beitrag in dieser Situation leisten können. Danke!

Stolz Augsburger zu sein

ieser Text erschien zuerst in der Kolumne „Einwurf aus der Rosenau Gazette“ bei presse-augsburg.de.

Martin Schmidt wurde entlassen und kurz darauf Heiko Herrlich als neuer Trainer eingestellt. Alleine dieser Vorgang sorgte im Umfeld des FC Augsburg für viele Diskussionen. War der Trainerwechsel richtig oder falsch? Insgesamt war allerdings klar, dass sich die Spielweise der Mannschaft gehörig ändern musste, damit wir in dieser Saison nicht absaufen würden.

All das ist noch nicht einmal einen Monat her und dennoch kommt es mir selbst wie eine Ewigkeit vor. Die Änderungen, die danach auf uns alle zukamen, hat wohl keiner so kommen sehen. Der Corona-Virus Covid19 hat unser aller Leben gehörig durcheinander gewirbelt. Unser Leben und die Pläne und Vorsätze unseres Clubs für den Saisonendspurt. Anstatt nun am Wochenende gegen Paderborn dem Klassenerhalt deutlicher näher zu kommen, sind es nun eher wirtschaftliche Probleme, die dem FCA auf Grund der fehlenden Sky-Millionen und Zuschauereinnahmen bevor stehen. Wie für uns alle, ist die Lage auch für unseren Verein schwierig.

Der FCA ist zwischenzeitlich zu Krafttraining mit Bierkisten übergegangen, um sich fit zu halten. (Foto: FCA)

Stolz dank Ulrich Biesinger Tribüne

In dieser Situation habe ich in den letzten Wochen aufmerksam beobachtet, wie der FCA auf die Situation reagiert. Dabei stach der Verein nicht als erstes in Auge. Sehr schnell veröffentlichte die Ulrich Biesinger Tribüne (UBT) ein Hilfsangebot für Menschen, die in dieser Zeit Unterstützung benötigen. Fußball ist eben nicht nur das, was auf dem Platz passiert. Es geht am Ende um die Gemeinschaft drumherum. Diese hat in Augsburg schnell so reagiert, dass ich mich selbst stolz dieser Gemeinschaft zugehörig fühle. Wie gerade ein Fan-Verein wie die UBT so schnell nach seiner Gründung so durchschlagend handelt, ist dabei besonders beeindruckend. Alle dort Aktiven hatten sich vor wenigen Wochen wohl eher darauf eingestellt, Unterstützung für die Mannschaft im Abstiegskampf zu organisieren. Mit äußerster Agilität, die zuletzt nur unsere Abwehrspieler an den Tage legten, wenn es darum ging, sich im entscheidenden Moment vom eigenen Gegenspieler zu entfernen und den Weg aufs Tor frei zu machen, hat man sich hier angepasst. Vollsten Respekt und weiter so!

Besonnenheit ist Trumpf

Die Reaktion des Vereins ist dabei wohl am ehesten mit dem Wort besonnen zu beschreiben. Und dies meine ich äußerst positiv. In Zeiten, in denen sich Hans-Joachim Watzke für so kompetent hielt, in der Sportschau genau zu wissen, welche Maßnahmen für Bundesliga-Vereine angemessen sind, und sich damit recht schnell zum Depp machte, ist es doch schön zu sehen, dass die FCA Chefs genau wissen, dass sie keine Virologen und Politiker sind. Die Verantwortlichen des FCA drücken zudem nicht öffentlich auf die Tränendrüse und betonen nicht, wie sehr sie auf die Einnahmen aus den restlichen Spielen angewiesen sind. Diese Rolle überlässt man dem roten Bonzenclub aus München mit dem großen Festgeldkonto. Es ist uns bewusst, dass die Situation für die Vereine und auch für den FCA nicht einfach ist. Wie froh bin ich dennoch, dass wir uns für unsere Vereinsverantwortlichen nicht schämen müssen, da sie ihre Lage und die des Vereins einzuordnen wissen.

Gezielte Hilfe zusammen mit Partnern

Im Hintergrund hat der FCA zudem an einem breiten Angebot an Hilfsangeboten gearbeitet und in der letzten Woche vorgestellt und direkt angepackt. Von Mittwoch bis Freitag gab es einen Getränke Drive Trough für Pflegepersonal, sei es aus Krankenhäusern, Altenheimen oder Behinderteneinrichtungen, um diesem für ihre tägliche Arbeit grundsätzlich, aber ganz besonders in diesen Tagen, zu danken. Die Geschäftsführer des Vereins, Spieler und Fans packten zusammen an. Vorbildlich!

Helfen und sogar noch Spaß dabei haben? Beim FCA ist das möglich. (Foto: FCA)

Hier sind in den kommenden Wochen viele weitere Aktionen geplant, die alle über eine gemeinsame Webseite für die Stadt und Region gebündelt werden. Auch die Aktion der UBT ist hier neben den weiteren Aktionen zu finden. Diese umfassen momentan u.a. neben den bisher genannten:

  • Digitale Spendenplattform
  • Gutschein-Verteilung
  • Unterstützung Tafel Augsburg e.V.
  • Verkauf Motto T-Shirt für guten Zweck

#Augsburghältzusammen keine leere Phrase

Insgesamt ist es in dieser kritischen Situation sehr schön, zu sehen, dass sowohl Fans als auch Verein den vielgenutzten Slogan “Augsburg hält zusammen” nicht nur in guten Zeichen zu Marketingzwecken vor sich her tragen. Gerade jetzt, wo viele Menschen Sorgen haben und Unterstützung benötigen, zeigt die Fußballgemeinschaft aus welchem Holz sie wirklich geschnitzt ist. Ich predige ja immer wieder, dass es kaum eine andere Plattform gibt, die wie der Fußball in der Lage ist, Menschen zusammen zu bringen. Der FC Augsburg und viele Menschen, die sich mit dem Verein identifizieren, zeigen gerade eindrücklich, dass dies nicht nur am Samstag um 15:30 Uhr gilt. Und wo es in der Hymne heißt “Wir sind seit 1907 / nicht nur am Samstag für dich da.” können wir evtl. bald eine weitere Strophe hinzufügen. Für Tradition kann man sich im Profifußball seit einiger Zeit nichts mehr kaufen. Aber diese Werte und eine solche Einstellung sind zumindest für mich unbezahlbar. Da lebt der Stolz auf Augsburger zu sein, und der wird zumindest mich noch eine ganze Weile durch diese schwere Zeit tragen.

Lebbe geht weida

Es sind nun einige Wochen vergangen, seit der Corona-Virus Covid19 Deutschland unter seine Kontrolle gebracht hat. Die derzeitige Situation führt für viele Menschen zu außerordentlichen Belastungen. Sie sind evtl. betroffen, weil Freunde oder Angehörige krank geworden und auf ein funktionierendes Gesundheitssystem angewiesen sind. Vielleicht haben sie die eingeleiteten Maßnahmen wirtschaftlich getroffen, weil Arbeitgeber Kurzarbeit angemeldet haben oder insolvent gingen. Oder es sind bei Freiberuflern und Selbstständigen schlicht die Aufträge ausgeblieben. In jedem Fall betreffen uns alle die Einschränkungen unserer Grundrechte der Bewegungs- und Versammlungsfreiheit. Dazu ist momentan schwer abzusehen, ob und wann wir den Normalzustand wie vor dem Virus zurückbekommen.

Der Blog als Nebensache

In dieser außergewöhnlichen Situation hat es sich vor dem damals noch als Geisterspiel angesetzten Wolfsburg-Spiel schlicht ergeben, dass die Aktivitäten hier auf dem Blog zum Erliegen kamen. Wir Autoren der Rosenau Gazette schreiben hier in unserer Freizeit. Der Blog ist ein nicht-kommerzielles Hobby. In der Situation, in der wir uns alle vor wenigen Wochen wiedergefunden haben, konzentrierte zumindest ich mich zwischenzeitlich auf die wichtigen Themen in meinem Leben. Wie gehe ich persönlich mit der Situation um, damit ich nicht abdrehe? Wie organisieren wir unser Leben als Familie? Welche neuen Abläufe etablieren wir? Wie kann ich von zu Hause aus arbeiten und mich mit meinen Kollegen abstimmen? Fußball und der FCA – und in diesem Zusammenhang auch dieser Blog – wurden ganz schnell zu einer absoluten Nebensache.

Gewöhnung an die Umstände

Einige Wochen gingen mittlerweile ins Land und für alle obigen Fragen habe ich für mich persönlich mittlerweile befriedigende Antworten gefunden. Zumindest zum jetzigen Zeitpunkt. Hier in Hessen, wo ich lebe, sagt man: Lebbe geht weider.

Rückkehr zum Alltag

Es ist zwar alles anders, aber mittlerweile doch schon wieder etwas gewohnt. Dazu kann man mittlerweile erkennen, dass die eingeleiteten Maßnahmen Wirkung zeigen, und die Situation in den Griff zu bekommen ist. Nun heißt es schlicht, Geduld zu haben und mit der Rückkehr zum Alltag nichts zu überstürzen. Wie die Gesellschaft an sich, werden wir nun hier im Blog langsam und Schritt für Schritt zur Normalität zurückkehren. Es gibt genügend Themen rund um unseren FCA, zu denen es sich zu schreiben lohnt. Ich kann feststellen, dass es mich mit gehörig Stolz erfüllt, wie sich Fans (sehr schnell und mit gezielten Maßnahmen) und auch der Verein angeboten haben, zu helfen. Auch der Weg zurück zu Pflichtspielen vor Publikum ist ein spannendes Thema. Für alle von uns nehmen diese Spiele einen wichtigen Platz in unserem Leben ein.

#Augsburghältzusammen

Manche der Themen werden wir hier in den kommenden Wochen kommentieren und begleiten. Die Inhalte scheinen uns nach einem ersten gemeinsamen Ideen-Brainstorming so schnell nicht auszugehen. Mal schauen, was wir hier so hinbekommen neben unserem veränderten Alltag. Vielleicht bereitet euch die Lektüre ja etwas Freude. Vielleicht wollt ihr auch gerne zu einem bestimmten Thema etwas lesen? Kommentiert gerne mit hier im Blog oder in den sozialen Medien und lasst uns wissen, wozu wir eurer Meinung nach schreiben sollten. Wir freuen uns in dieser Situation auch auf den Austauch mit anderen Fans. In jedem Fall wünschen wir euch allen in dieser Situation, dass es euch gut geht und ihr gesund bleibt. Ganz getreu dem Motto #Augsburghältzusammen.

Endspurten oder Absaufen?

Dieser Text erschien zuerst in der Kolumne „Einwurf aus der Rosenau Gazette“ bei presse-augsburg.de.

25 Spiele und damit rund 3/4 der Saison sind gespielt. Der FCA steht auf Platz 14 der Tabelle und der Abstand zum Relegationsplatz beträgt noch 5 Punkte. Während ein Club wie der Effzeh Köln unter Markus Gisdol ein Formhoch erwischt, mittlerweile 5 Punkte Vorsprung vor dem FCA und noch ein Spiel offen hat, ist unsere Lieblingsbeschäftigung das Verlieren geworden. Man könnte sagen, in der Rückrunde haben wir alle Arten des Verlierens durch.

Das Positive

Nach dem Licht am Ende des Tunnels muss man mittlerweile mit Nachdruck suchen. Die gute Phase zum Ende der Hinrunde verhallt so langsam komplett. Gerade mal gegen Werder Bremen – mittlerweile wahrscheinlich das schwächste Team der Liga – konnten wir durch eine bessere zweite Halbzeit gewinnen. Gegen Freiburg hat es mit Glück zu Hause für einen Punkt gereicht, weil Freiburg vor dem Tor schlicht zu harmlos war. Dazu können wir uns Niederlagen schön reden. Gegen die Bayern – die laut Thomas Müllers Aussage nach dem Spiel ausgelaugt und müde waren – sah die Partie defensiv zumeist stabil aus. Dazu konnten wir nach vorne Nadelstiche setzen. Auch gegen Gladbach sah es schon nicht mehr ganz so gruselig aus, wie noch zuvor oder in der Hinrunde. Ach, und Andreas Luthe hatte auch keinen Aussetzer im Tor gegen die Bayern. Das Ergebnis der letzten 3 Partien waren dennoch 0 Punkte. Da bleibt jetzt in dieser Situation nur das kurzfristige Hoffen auf den Trainereffekt und dann auf die positiven Anpassungen unter Heiko Herrlich.

Die Sorgen

Dafür bleiben einige der Kritikpunkte offen, die ich schon vor der Saison adressiert hatte. Führungsspieler sind zwar erkennbar. Daniel Baier hat immer noch eine wichtige Funktion für die Mannschaft, genau wie Jeffrey Gouweleeuw, Rani Khedira, Philipp Max und Florian Niederlechner. Die Mannschaft hat eine offensichtliche Gruppe an Führungsspielern, aber auch das führt nicht dazu, dass konstant Leistung abgeliefert wird. Mit 52 Gegentoren tummeln wir uns zurecht schon wieder Richtung Tabellenkeller und können mit den schlechtesten Teams der Liga mithalten. Ja, die defensive Stabilität geht uns zumeist ab. Dazu scheinen die spielerischen Möglichkeiten dieses Teams limitiert. Wo man am Anfang der Saison noch gedacht hat, dass das Team sich einfach einspielen muss, ist mittlerweile ersichtlich, dass der Plan nicht beinhaltet, den Ball zu halten. Das tuen wir dann auch sehr wenig.

Die Aussichten

Wolfsburg ist ein solides Bundesligateam – im Gegensatz zu uns – mit ungefähr 10 Punkten und 20 Gegentoren weniger auf dem Konto. Im Heimspiel gegen die Wölfe und auswärts eine Woche später auf Schalke geht es schon um viel. Wenn wir gegen diese beiden Mittelklasseteams nicht punkten, könnten wir noch weiter nach unten abrutschen. Und in der Länderspielpause dann doch mit dem Rücken zur Wand stehen. Das verschafft zwar dem neuen Trainer Zeit, aber auch nicht viel. Und der Druck, ein Erfolgserlebnis zu liefern, wird immens steigen.

Ohne die entsprechenden Ergebnisse sind die Aussichten mau. Aufstehen und weitermachen ist angesagt. Nützt ja nichts. (Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)

Auch wenn wir jetzt vorher in einem der Spiele punkten sollten, so können wir uns darauf leider nicht ausruhen. Am Ende wird es auf den Endspurt ankommen. Gegen Paderborn, Hertha und Mainz geht es nicht um einen Schönheitspreis. Wir konnten die Top Teams nicht ärgern. In letzter Zeit konnten wir niemanden ärgern. Gegen die direkte Konkurrenz müssen wir gewinnen. Egal wie.

Das Ziel

Aus dieser Saison kann kein größerer Erfolg als der Klassenerhalt mehr entstehen. Ich will das gar nicht unterschätzen. Florian Kohfeldt als äußerst talentierter Trainer säuft gerade mit dem SV Werder Bremen ab. Auch für Martin Schmidt war bei uns jetzt Schluss. Für uns kann es auch nächstes Jahr in der ersten Liga weitergehen. Wir haben immer noch alle Möglichkeiten uns selbst zu retten und unseren Beitrag zur Langeweile der Liga zu leisten.

Mit Andreas Luthe sollte vorerst Ruhe im Tor einkehren. Er kann der Mannschaft in dieser schwierigen Phase Sicherheit geben. (Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)

Dabei ausblenden müssen wir für den Rest der Saison trotz Trainerwechsel, dass dieser Kader das Potential für mehr gehabt hätte. Ja, hinten rechts und im Tor haben wir Bedarf für Verbesserung. Ansonsten ist der Kader dicke mit Talent bestückt und wir haben keine Verletzungssorgen. Den Klassenerhalt vorausgesetzt, kann Heiko Herrlich im Sommer ganz in Ruhe schauen, wie er das Potential in der nächsten Saison ausgeschöpft bekommt.

Was ist zu tun?

Sportlich haben wir aus dem Bayern-Spiel erkannt, dass wir defensiv stabil stehen können. Dafür brauchen wir mit Andreas Luthe einen Torhüter, der dem Team Sicherheit gibt. Darauf basierend können wir versuchen Umschaltmomente zu schaffen, um Tore zu schießen. Und eine paar erste, überraschende Herrlich-Ideen (herrliche Ideen) umsetzen. Hübsch wird es nicht, aber das sollte uns nicht kümmern. Im Gegensatz zum Bayern-Spiel müssen wir dann auch mal wieder ein paar der Chancen nutzen und besser abschließen.

Zurück in die Spur müssen wir. Die Spieler haben genügend offensive Qualität, um auch wieder für Furore zu sorgen. (Photo by Sebastian Widmann/Bongarts/Getty Images)

So ein ehemaliger Weltklasse-Knipser hat da vielleicht das richtige Händchen. Da wird dann aber auch nicht immer Manuel Neuer im Tor des Gegners stehen. Mit Kampf und Zusammenhalt, unter Verwendung einfacher sportlicher Abläufe, die wir perfektionieren, können wir die Situation zu einem zufriedenstellenden Ende bringen.

Ich glaube immer noch, dass es werden wird – das mit dem Klassenerhalt. Da mache ich mir weiterhin kaum Sorgen. Ich verstehe aber mittlerweile, warum sich die Mainzer damals so viele Gedanken zur sportlichen Entwicklung unter Martin Schmidt gemacht haben. Wir haben jetzt schon die Reißleine gezogen. Kampf und Zusammenhalt bis zur Sommerpause wird nun umso nötiger werden, damit Heiko Herrlich seine Ideen langfristig umsetzen kann. Die Identität der Mannschaft muss Gier und Siegeswillen ausstrahlen. Wir bleiben der FCA, noch mehr nun mit Heiko Herrlich.

3 Gründe, Geduld mit dieser Mannschaft zu haben

Letzte Woche ist dieser Blog überschwemmt worden. Viele sportlichen Aspekte rund um den FC Augsburg sehen gerade nicht rosig aus. Ich hatte einen Beitrag geschrieben über die Gründe, die in dieser Saison für einen Abstieg sprechen. Noch nie hat ein Beitrag hier eine solch große Leserschaft gefunden. Der positive Beitrag von Sebastian ein paar Tage später, über den besten FCA aller Zeiten, soff dagegen regelrecht ab. Nun fragt man sich als Autor, warum mancher Beitrag so ein Echo hervorruft. Liegt es am Format (3 Gründe, …) ? Liegt es an gewissen Buzzwords (Abstieg)? Ihr seid doch nicht etwa durch das A-Wort so schnell zu triggern? Wir werden es heute testen. Denn unser FCA hat leider gegen Dortmund sich herspielen lassen und ich schreibe erneut einen Beitrag der 3 Gründe beinhalten wird. Mit dem Abstieg hat das heute aber nichts zu tun. Abgestiegen wird regelmäßig erst am Ende der Saison und dafür ist es noch zu früh. Heute erkläre ich euch, warum wir alle mit dieser Mannschaft noch etwas Geduld haben sollten.

1. Der Umbruch

Ein solches Kommen und Gehen wie in dieser Transferperiode hat es in meiner Erinnerung beim FCA in all den Bundesligajahren im Kader noch nicht gegeben. Dazu ist der Prozess noch nicht abgeschlossen. Gerade bei Philipp Max ist in der letzten Woche wieder viel bzgl. eines Abgangs auch per Leihe spekuliert worden. Die letzten Tage wurde ein Abgang von Michael Gregoritsch wieder ins Spiel gebracht. Bei den Zugängen wird es auch noch nicht das Ende gewesen sein. Zumindest auf der Rechtsverteidigerposition erwarte auch ich, dass noch etwas passiert. Ich würde auch gerne noch einen weiteren Innenverteidiger sehen. Von der Startelf des letzten Spieltags in Wolfsburg standen am Samstag gegen Dortmund gerade mal drei Spieler immer noch in der Startelf. Martin Schmidt ist dabei die Mannschaft zu formen. Eine Sommervorbereitung mit andauernden Personalrochaden ist ein kurzer Zeitraum um viel zu erreichen.

Ich habe auch keinen Bock immer den anderen beim Jubeln zuzuschauen! (Foto: AFP)

Auch Markus Weinzierl hat lange gebraucht, bis die Mannschaft konsequent umgesetzt hat, was er von ihr wollte. Durch den Umbruch im Sommer wird Martin Schmidt länger brauchen, bis er Inhalte sinnvoll an die Mannschaft vermitteln kann, die von dieser auch auf dem Feld umgesetzt werden können. Wer das Team in der letzten Rückrunde gesehen hat, wusste allerdings, dass der Umbruch kommen musste. Jetzt müssen wir eben durch diese Phase durch.

2. Die Verletzungssorgen

Die vielen Wechsel in der Startelf waren auch notwendig, da doch immer noch viele sportliche Leistungsträger verletzt aussetzen müssen. Ich würde ja immer hoffen, dass man nach der Sommerpause mit einem vollständig gesunden Kader in die Saison starten kann. Unser Kader sieht – auch durch langwidrige und verschleppte Verletzungen – schlimmer aus als bei vielen Teams im Saisonendspurt. Mit Jeffrey Gouweleeuw, Alfred Finnbogason, Philipp Max, Felix Götze, Raphael Framberger, Iago, Sergio Cordova fehlt eine Spieleranzahl, bei deren Ausfall der FC Bayern München mit seiner derzeitigen Kaderstärke schon nicht mehr spielfähig wäre.

Aber ich glaube daran, dass wir es wieder gemeinsam schaffen können, auch wenn es schwer wird. (Foto: AFP)

Wir verkraften weiterhin den massiven Ausfall von internationalen Nationalspielern und sportlichen Leistungsträgern nicht. Wenn die Verletzten allerdings dann zurück kommen, sollte sich vieles wieder beruhigen. Auch dadurch werden die Leistungen auf dem Platz wieder anders aussehen.

3. Identifikation und Gemeinschaft

Der FC Augsburg wird immer teilweise den Charakter eines Ausbildungsvereins haben. Junge Spieler kommen hoffentlich zu uns, mit der Absicht gut und erfolgreich zu spielen und den nächsten Schritt zu machen. Dies sollte aus meiner Sicht allerdings nicht die prägende Eigenschaft unserer Mannschaft sein. Das Team hat über Jahre gut funktioniert, indem die Spieler eine verschworene Gemeinschaft zum Wohle aller gebildet haben. Dies basierte darauf, dass man auch viel auf erfahrene Spieler gesetzt hat, die bei ihren vorherigen Vereinen unglücklich waren. Diesen fanden in Augsburg einen dauerhaften Hort der Zufriedenheit und Ruhe vor. Sie wurden geschätzt und konnten Verantwortung übernehmen und sind dabei aufgeblüht. Daniel Baier ist das beste Beispiel, der es damals nicht schaffte sich sportlich in Wolfsburg durchzusetzen, und in Augsburg eine Heimat fand. Wir haben uns im Sommer wieder von Spielern getrennt, die ihre persönlichen Interessen vor die des Vereins gestellt haben. Dafür haben wir Spieler wie Florian Niederlechner verpflichtet oder mit Alfred Finnbogason verlängert, für die der Verein mehr als nur eine Durchgangsstation ist.

Dafür ist es allerdings notwendig, dass wir unser Team bestmöglich unterstützen und alle zusammenhalten. (Foto: AFP)

Familiäre Bindung in Augsburg ist wichtig und der Ausbildungscharakter auch nur durch ein starkes Mannschaftsgerüst umsetzbar. Ich hoffe, wir haben in diesem Zusammenhang auch bzgl. Kaderstruktur unsere Lektionen aus den letzten Jahren gelernt. Die Entwicklungen in den letzten Transferperioden deuten stark darauf hin, dass endlich wieder das (hoffentlich bald wieder verschworene) Kollektiv über dem Einzelnen steht. Dieses Kollektiv wird sich finden. Der Gesundungsprozess ist aus meiner Sicht schon deutlich voran geschritten. Aber auch diese zwischenmenschlichen Prozesse brauchen schlicht Zeit.

Der mentale Aspekt

Ich bin ein großer Freund davon, Trainer konstant arbeiten zu lassen, und die Resultate ihrer Arbeit erst nach einer längeren Übergangsphase zu beurteilen. Allerdings spiegelt die Mannschaft auch im generellen Auftritt ihre Führung wieder und nicht nur in den Resultaten. Was mir Sorgen macht sind die teilweise blutleeren Auftritte und – wie es wirkt – der mangelnde Einsatz. Ich befürchte, dass die Probleme in diesem Team über die rein sportlichen Themen ins Mentale hineinreichen. Gegen Dortmund in der zweiten Halbzeit ist die Mannschaft vor allem wieder mental zusammengebrochen. Wenn man nun daherkommt, und dieses Team nach einem Spiel als Söldnertruppe bezeichnet, dann fehlt dem Urteil jegliche Empathie. Als ob viele Spieler nach Augsburg wechseln, um abzukassieren und sich aus der Liga schießen zu lassen. Gerade den jungen Spielern ist bewusst, dass an jeder Karrierestation ihre weitere Entwicklung hängt. Sie sind davon abhängig, sportlichen Erfolg zu haben und der Druck ist immens. Es hilft nichts, hier nun auch noch Vorwürfe zu machen. Es verschärft die Situation sogar noch.

Realistische Erwartungen

Derweil sollte die Erwartungshaltung auf den Rängen eine ganz einfache sein: die Spieler sind uns nichts anderes schuldig, als dass sie ihr bestes geben. Wir unterstützen sie dabei bestmöglich. Wenn es am Ende dann nicht reicht, dann ist das eben so. Mund abwischen, weitermachen. Kopf hoch. Am Samstag kommt mit der Union aus Berlin eine eingespielte Truppe mit dem Rückenwind des Aufstiegs. Es ist leicht die Erwartungshaltung für unsere zusammengewürfelte Truppe jetzt schon ins unermessliche zu steigern, gerade wenn man sich anschaut, gegen wen wir in Kürze noch so ran müssen. Aber vielleicht geben wir der Mannschaft einfach alle mal etwas mehr Zeit. Auch am zweiten Spieltag ist noch niemand abgestiegen und im September kommt die erste Länderspielpause. Meine Erwartungen an die Ergebnisse sind vorher sehr gedämpft. Wenn uns einige der Spieler schon vorher zeigen, warum sie unsere Farben tragen, dann werde ich mich deshalb nicht weniger freuen.

Support von den Rängen

Und warum sollte sich den Union Berlin am Samstag nicht wundern, wo sie denn hier gelandet sind. Es wird Zeit, dass auch von den Rängen wieder der Support kommt, der Gegner nervös werden lässt. Gerade auf Gegentore und andere Rückschläge ist mit Trotz und Aufbäumen zu reagieren. Stille ist vollkommen fehl am Platz. Am Ende soll das Gästeteam ruhig froh sein, dass sie Augsburg wieder verlassen dürfen. Und wir feiern auch dieses Jahr Bundesliga, als ob es unser erstes wäre. Zeit für alle, wieder etwas mehr die Augsburger Mentalität des gallischen Dorfs an den Tag zu legen. Einerseits im etwas lockeren Umgang untereinander, andererseits als verschworene Bande nach außen. Bis jetzt hat dieses gallische Dorf nämlich nichts zum Absteigen gebracht.

Der beste FCA aller Zeiten!

Gegen Verl kann man mal verlieren, heißt es landläufig. Auch wenn das frühe Ausscheiden aus dem Pokal sicherlich auf kurze Sicht noch schmerzen wird, so hat es immerhin den nicht zu unterschätzenden Vorteil, dass sich der FCA von nun an auf die Bundesliga konzentrieren kann. Denn allen Unkenrufe zum Trotz, wird Augsburg diese Saison nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben, sondern ein gewichtiges Wort in der oberen Tabellenhälfte mitreden. Diese Saison wäre alles andere als die Meisterschaft eine knallharte Enttäuschung.

Die Vorbereitung

Das kann man nun natürlich als leicht übertriebene Prognose mit einem freundlichen Lächeln abtun oder sich auf den reizvollen Gedanken einlassen. Denn es gibt gute Gründe für diese durchaus seriöse Einschätzung – angefangen damit, dass es ab jetzt nur noch aufwärts gehen kann.

Foto: Bongarts

Über den Umbruch vor dieser Saison wurde in den verschiedenen Gazetten schon viel geschrieben. Ebenso über die Vorbereitung, die einen etwas zwiespältigen Eindruck hinterlassen hat. So waren sicherlich einige schöne Ansätze und vielversprechende Spiele(r) zu sehen. Andererseits blieben die Ergebnisse mit wenigen Ausnahmen hinter den Erwartungen zurück. Allerdings wird Testspielen mit einiger Berechtigung nur geringe Aussagekraft beigemessen – glanzvolle Ausnahme ist hier wohl der Supercup, der, so könnte man nach der Berichterstattung meinen, so etwas wie eine Vorentscheidung im Kampf um die Meisterschaft war. Mit dem Pokal beginnt allerdings bei meisten Mannschaften der Ernst des Ligalebens. Und ausgerechnet da könnte sich natürlich nun etwas Ernüchterung eingestellt haben. Könnte…

VERLoren?

Meine Szene des Pokalspiels war der spontane Ausflug von Neuzugang Koubek in Richtung Mittelkreis, der weit vor dem Tor beherzt Verls Hecker ummähte. Was bei den Fussballfachleuten und Comunio-Managern dieser Republik Sorgenfalten auf die Stirn getrieben haben dürfte, die in dieser Saison auf Augsburgs neuen Schlussmann setzen, machte in gewisser Weise doch auch wieder Hoffnung. Es war die Art von konsequentem Spiel, das man in anderen Teilen der Mannschaft vergeblich suchte. Gewissermaßen ein grätschender Lichtblick in der Lethargie. Dabei sind die Spieler doch in der Lage, konsequenten, schnörkellosen und schnellen Fußball zu spielen, gerade im System Schmidt. Aber zugleich wirkte es, als ob es mit dem ersten Gegentor sämtliche Souveränität und jeder Spielplan dahin war. Die Verteidigung wurde mit einfachsten Pässen ausgespielt, die Zweikämpfe in beeindruckender Regelmäßigkeit verloren oder in weiser Voraussicht gar nicht erst geführt. Es wirkte, als würde das letzte Bundesligaspiel in Wolfsburg noch nachhängen und fast könnte man meinen, die Spieler (und Fans) würden beim ersten Gegentor in ängstliche Nervosität abrutschen.

…. nur auf kurze Sicht!

Es braucht vielleicht ganz einfach etwas Selbstvertrauen. Aber dann könnte eine stabile Verteidigung, eine talentierte Mannschaft und natürlich etwas Glück das Team wieder auf die Erfolgsspur bringen. Mit Martin Schmidt hat man den perfekten Trainer für diese Situation, der zumindest nach außen hin weniger für taktischen Feinsinn, aber dafür umso mehr als Motivator bekannt ist – und der vor allem eine solide Defensive zu schätzen weiß. Auch die alten wie neuen Spieler haben zweifellos großes Potential und Qualität. Spätestens mit der Rückkehr von Jeffrey Gouweleeuw ist mit dem erfahrenen Neuzugang Marek Suchy eine äußerst robuste Innenverteidigung zu erwarten. Gleiches gilt für das defensive Mittelfeld. Während einem früher Angst und Bange wurde, wenn Daniel Baier auszufallen drohte, so hat man diese Saison endlich wieder mehr Alternativen und Nebenleute. Daneben wurde ein Iago mit großen Vorschusslorbeeren geholt und auch für die rechte Seite ist mit oder ohne Neuzugang eine tragfähige Lösung zu erwarten. Kandidaten sind vorhanden. Hinzu kommen Spieler mit Überraschungspotential. Gerade auf die Neuzugänge Ruben Vargas und Noah Sarenren Bazee darf man gespannt sein. Und ein André Hahn, ein Michael Gregoritsch und ein Marco Richter haben schon gezeigt, wie gut sie in einem funktionierenden System und bei entsprechendem Spielverlauf spielen (und vor allem auch treffen). Diese Leichtigkeit muss man einfach forcieren, so paradox das klingt. Mit Alfred Finnbogason und Florian Niederlechner, dem Spieler der Vorbereitung, sowie mit Julian Schieber und Sergio Cordova sind darüber hinaus torgefährliche Alternativen im Sturm vorhanden. Es gibt verschiedenste Varianten vor einer stabilen, eingespielten Defensive und noch eine Vielzahl an Routiniers und Talenten für eine lange Saison. Das wird sich spätestens in der Rückrunde auszahlen, wenn sich die meisten Mannschaften gegen den FCA hinten rein stellen werden.

Die Liga spielt für uns. Eine Prognose

Auch wenn die aktuelle Verletzungssituation nicht dafür spricht, so hat sich das Umfeld im Hinblick auf Ausdauer und Verletzungsprävention nochmals professionalisiert, was nach den Erfahrungen der letzten Saison dringend geboten war. Und was die Grundlage dafür darstellt, dass sich ein eingespieltes Team findet. Die Rahmenbedingungen passen und auch die Mannschaft hat das personelle Potential, die Überraschung der Saison zu werden. Und noch mehr als das. Den Bayern ist mit Dortmund ein veritabler Konkurrent um die Meisterschaft erwachsen, auch Leverkusen wirft diese Saison eine respektable Mannschaft ins Rennen. Ebenso ist mit Wolfsburg und anderen oben zu rechnen. Das bedeutet aber auch, dass sich alle diese Mannschaften gegenseitig die Punkte nehmen werden, während der FCA auf der Siegerstraße durch die Liga eilen wird. Der momentane Eindruck lässt vermuten, dass das nicht von Anfang an der Fall sein wird. Vielleicht gibt es auch gegen Dortmund zum Saisonstart eine herbe Klatsche, denn diese Mannschaft könnte noch etwas Zeit brauchen, um sich einzuspielen. Vieles wird davon abhängen, wie schnell sich alles findet. Aber wenn nach den ersten Spielen der Anschluss nach oben gehalten wurde und das Team dann einmal ins Rollen kommt, dann ist alles drin. Auch die Meisterschaft.

Foto: Bongarts

Wem diese Argumentation nicht schlüssig erscheint, der darf einfach auf die guten Omen blicken. Auch 2014/2015 war schon in der ersten Pokalrunde Schluss. 1-0 gegen den damaligen Regionalligisten Madgeburg. Aber am Ende der Saison stand der FCA bekanntlich auf Platz 5. Das wäre auch in Ordnung. Wenn es denn sein muss.

3 Gründe, warum wir absteigen

Mich freut es auf die kommende Bundesligasaison. Pokal aus, hin oder her. Mich wird es wohl immer auf eine Bundesligasaison des FCA freuen und die besten Jahre in der Bundesliga hatten wir, nachdem wir früh im Pokal gescheitert sind. Es fühlt sich gewohnt an, aber es ist dennoch immer noch etwas besonderes. Überschwänglicher Optimismus ist allerdings fehl am Platze. Letzte Saison haben wir uns gerade noch so gerettet. Nach dem Abschied von Manuel Baum und der Anstellung von Martin Schmidt als Cheftrainer konnte die Mannschaft das Ruder in Frankfurt und gegen Stuttgart kurzfristig herumreißen. Wir können allerdings froh sein, dass wir diese Leistungen nicht länger abrufen mussten. Mit dem 1:8 in Wolfsburg nahm die Saison einen hässlichen Abschluss. Dieses ungute Gefühl begleitet mich nun schon die ganze Sommerpause. Heute trete ich den Dämonen gegenüber und erkläre euch, warum es in dieser Saison nicht zum Klassenerhalt reicht.

Fehlende Führungsspieler

Hatte der FCA vor ein paar Jahren eine funktionierende Achse von Führungsspielern mit Marwin Hitz, Ragnar Klavan, Paul Verhaegh, Daniel Baier und anderen, so ist davon nicht mehr viel übrig. Daniel Baier ist immer noch ein wichtiger Bestandteil dieser Mannschaft aber seine WhoScored-Werte deuten an, dass er nicht mehr annähernd die Leistungen aus der Vergangenheit abrufen kann. Im Tor muss sich die neue Nummer 1 Tomás Koubek erstmal etablieren. Und andere Führungsspieler wie Jeffrey Gouweleeuw oder Alfred Finnbogason fehlen zu oft verletzt. Die Neuzugänge wie Marek Suchy müssen sich dann auch erstmal einfinden.

Foto: Bongarts

Von den verpflichteten Spielern der letzten Jahre hat lediglich Rani Khedira das Potential gezeigt zukünftig Verantwortung übernehmen zu können. Michael Gregoritsch mangelt es an der entsprechenden Persönlichkeit (was nicht schlimm ist, denn auch solch besondere Typen braucht ein Team) und Philipp Max könnte die Rolle sportlich locker ausfüllen, hat aber offenkundig den zweiten Sommer nacheinander vor allem einen Wechsel zu einem großen Club mehr als die Identifikation mit dem bestehenden Arbeitgeber im Sinn (verhält sich dabei allerdings wie ein Musterprofi). Insgesamt krankt es daran, dass es weiterhin nicht genügend Führungsspieler gibt, die als Stützpfeiler für die Talente im Club dienen. Wenn es kriselt, dann schlägt das voll durch. Selbst eine Partie bei einem Viertligisten, bei der man die ersten 20 Minuten vollkommen verpennt, bekommt man dann nicht mehr umgebogen. Wenn es sportlich in der kommenden Saison mal wieder nicht läuft, bekommen wir vielleicht die Kurve nicht. Zeichen der Änderung habe ich leider noch nicht gesehen (warte allerdings weiterhin sehnsüchtig).

Das Loch, das sich Defensive nennt

Wir hatten in der abgelaufenen Saison die schlechteste Defensive der Liga. 71 Gegentore zu kassieren ist schon eine Leistung. Das schafft nicht jedes Jahr eine Mannschaft. Zuletzt hat der VfB Stuttgart 2015/16 mehr Gegentore kassiert (und ist abgestiegen). Mit mind. 71 Gegentoren nicht abzusteigen, ist eine Leistung die zuletzt dem Hamburger SV gelungen ist. 2013/14 konnten sie sich mit 75 Gegentoren in die Relegation retten. Heißt: der Fokus in der Transferphase sollte darauf ausgerichtet gewesen sein, die Defensive deutlich zu stärken.

Foto: Bongarts

Dies ist uns nicht gelungen. Mit Martin Hinteregger, Kevin Danso, Jonathan Schmid und Kostas Stafylidis haben wir defensiv einiges an Qualität verloren. Als Ersatz wurde für rechts hinten niemand (!), für die Innenverteidigung Marek Suchy und für links hinten Mads Pedersen und Iago verpflichtet. Zumindest fürs Tor konnten wir mit Tomás Koubek eine potentiell stabile Nummer 1 verpflichten. Hier wollte man den fehleranfälligen, aber talentierten Gregor Kobel halten, schaffte allerdings noch nicht einmal das. Ich persönlich sehe personell keine Verbesserung der Defensive vor allem da Jeffrey Gouweleeuw und Iago auch noch länger verletzt ausfallen. Die Wahrscheinlichkeit ohne verbesserte Defensive abzusteigen, ist sehr hoch. Wie schnell das mit dem Tore kassieren schon wieder geht, hat der Pokal gezeigt.

Der Schmidtsche Überraschungseffekt ist verpufft

Trainer bereiten sich langfristig auf die kommenden Gegner vor. Sie beobachten über Wochen und Monate, wie zukünftige Gegner spielen und stellen sich entsprechend ein. Wenn der Trainer des Gegners wechselt, dann müssen sie improvisieren. Der Club mit dem neuen Trainer verfügt dann über einen Überraschungseffekt. Diesen konnte man deutlich beobachten sowohl nachdem Manuel Baum von Dirk Schuster übernahm als auch nachdem Martin Schmidt von Manuel Baum übernommen hatte. In den Spielen danach war unser FCA jeweils in der Lage offensiv mehr Tore zu erzielen.

Foto: Bongarts

Dieser Effekt ist spätestens jetzt verpufft. Die Gegner haben längst Mainzer und Wolfsburger Videos von Martin Schmidt aus den Archiven geholt und sich angeschaut, wie die verbliebene Rückrunde in der letzten Saison lief. Sie werden sich vorbereiten. Offensiv werden wir die Ideen konstanter und besser umsetzen müssen, um Treffer zu erzielen. Das sollte unterstützt durch die Saisonvorbereitung gelingen. Aber einfacher wird es mit Sicherheit nicht, die notwendigen Treffer für den Klassenerhalt zu erzielen. Gegen Verl hat es auch nur vom Punkt aus gereicht. Aus dem Spiel heraus gab es zwar Chancen, aber es mangelte in der Verwertung. Mal wieder.

Erfolg nur über den Zusammenhalt

Dunkle Wolken zogen schon in der vergangenen Saison am Horizont auf. Haben wir in der Sommerpause genug getan, um diese dauerhaft zu vertreiben? Es bleibt zu hoffen. In den ersten Jahren in der Bundesliga war uns jederzeit klar, dass wir nur zusammen den Klassenerhalt schaffen können. Daran hat sich nichts geändert, aber das Gefühl ist uns allen etwas abhanden gekommen. Der Club propagiert dieses Gefühl sichtbar fast nur über Marketingkampagnen, während Spieler immer öfter öffentlich kritisieren oder ihren Abschied forcieren. Die Charakterköpfe gehen der Mannschaft sichtlich ab. Auch von den Rängen wird dann schnell nicht an öffentlicher Unmutsbekundung gespart. Vorbei sind die Zeiten, in denen die Mannschaft auch nach einer weiteren Niederlage gegen Bayer 04 Leverkusen gefeiert wurde und wir übers Anfield auf dem Lechfeld gesprochen haben. Es liegt an uns allen, die Wolken wieder zu vertreiben, unser Underdog-Image zurück zu erobern und unsere Leichtigkeit wieder zu finden. Zumindest fürs Underdog-Image haben wir in Verl einiges getan. Es ist viel wichtiger, wie wir uns als Club und als Team präsentieren, als was am Ende dabei raus kommt. Denn wir sind der FCA. Als Fan hoffe ich darauf, dass wir direkt den Dortmunder eins auswischen, rational befürchte ich, dass es dieses Jahr nicht reichen wird. Meine einzige Hoffnung ist, dass uns diese Sorge zusammenrücken und gemeinsam erneut unglaubliches schaffen lässt.

Shoptester gesucht!

Diesen Blog gibt es nun schon eine ganze Weile. Vor ca. 2,5 Jahren habe ich dem FCA nicht mehr nur einzelne Beiträge an anderer Stelle sondern sogar einen eigenen Blog gewidmet. Einige Beiträge (142 an der Zahl) und eine gewisse Leserschaft ist seitdem zusammen gekommen.  An dieser Stelle wird mehr oder weniger regelmäßig meine Meinung zu allen Themen betreffend den FCA gelesen. Manchmal tut ihr sogar im Kommentarfeld kund, wie es euch gefällt. Ich freue mich über die allermeisten Reaktionen und bin ein bisschen Stolz auf das, was hier entstanden ist. Eine wirkliche Alternative zu diesem Blog gibt es im Umfeld des FCA immer noch nicht.  Die regelmäßige Pflege des Blogs nimmt grundsätzlich Zeit in Anspruch. Dazu war mir früh klar, dass ich mich nicht nur aufs Bloggen beschränken will. Ich wollte die Reichweite des Blogs nutzen, um Menschen zu helfen, weil ich dies auch von unserem Verein erwarte. Daher habe ich im ersten Jahr T-Shirts zu Gunsten von Simon herstellen lassen und verkauft und dies im zweiten Jahr zu Gunsten des bunten Kreises wiederholt.  Eigentlich wollte ich dies längst weiter ausbauen und noch mehr helfen. In der letzten Saison war mir das aber schlicht nicht möglich. Der Sommer war für mich notwendig, um über dieses ganze Projekt nachzudenken. Alleine auf weiter Flur ist es zeitweise schwierig sich die Motivation zu erhalten, regelmäßig über den FCA zu schreiben. Dazu kamen gesetzliche Anforderungen, wie eine gesicherte Verbindung der Website durch den Onlineshop und die geliebte DSGVO. Als Hobby neben Familie und Beruf bedeutete dies, Zeit in die technische Entwicklung und rechtliche Absicherung des Blogs zu stecken, wo ich zu keinem Zeitpunkt mit dem Blog ein kommerzielles Interesse verbunden hatte, und eigentlich nur weiter meine Meinung in die Welt tragen und ein bisschen Gutes tuen wollte. Es war länger doch recht ruhig hier und der Abstand tat mir sichtlich gut. Wahrscheinlich wird es immer etwas aktivere Phasen und dann auch wieder Lücken geben. Es ist eben ein Hobby und soll weiter Spaß machen und keine Verpflichtung sein. Aber weiterhin freue ich mich sehr, wenn dieses kleine Hobby von mir etwas Gutes bewirken kann. Deswegen habe ich letztendlich den Onlineshop umgezogen und hier im Blog nun direkt integriert. Der Vorteil für mich ist eine deutlich leichtere Pflege u.a. der Datenschutzverordnung und der Technik. Nun hatte der alte Shop gerade die gröbsten Kinderkrankheiten hinter sich und dieser Shop muss jetzt erstmal getestet werden. Bevor ich daher die erste neue Aktion starte (die schon in den Startlöchern steht), würde ich mich daher freuen, wenn ihr nochmal in euch geht, ob ihr nicht noch eines der T-Shirts aus den beiden alten Kollektionen erwerben wollt. Von den Shirts mit Halils Konterfei ist sogar noch eine ordentliche Zahl mit original Unterschrift von Halil selbst verfügbar. Damit der Karton mit den Restexemplaren leer wird, habe ich die Preise für die Testphase ordentlich reduziert (15 EUR für T-Shirts ohne Unterschrift, 20 EUR mit Unterschrift). Die Erlöse gehen weiterhin an die genannten guten Zwecke und Versandkosten sind inklusive. Dafür müsst ihr aber erstmal damit leben, dass der Onlineshop eventuell etwas muckt. Feedback über eure Versuche an kontakt@rosenau-gazette.de wäre super. Wenn alle Stricke reißen könnt ihr auch direkt per Email bestellen. Nachdem es hier im Blog rund um den Saisonstart schon gut losging mit einigen Beiträgen, der FCA im Pokal und zum Saisonauftakt in Düsseldorf und gegen Gladbach direkt positiv gestartet ist, würde ich mich riesig freuen, wenn auch Simon und der bunte Kreis sich erneut über Zuwendungen freuen könnten und ihr mich in die Lage versetzt mit der ein oder anderen Bestellung zu testen, ob der Onlineshop funktioniert. Weitere Aktionen sind – wie oben erwähnt – auch schon in der Planung, machen aber nur Sinn, wenn vor einer größeren Aktion dem Shop die gröbsten Macken ausgetrieben wurden. Und wenn ihr selbst gerade schon über genügend schwarze T-Shirts verfügt, so erzählt doch bitte gerne euren Freunden von der Aktion oder dem Blog an sich. Ich freue mich über jeden, dem es Spaß macht, hier an dieser Stelle etwas über den FCA zu lesen und hoffe, dass es immer mehr werden. Und damit ihr gerne bleibt, ist es nun auch gut mit den fußballfernen Inhalten. Zum Wochenende kommt schon meine neue Kolumne bei presse-augsburg.de, bevor wir uns alle auf das Spiel gegen Mainz 05 freuen. Aber heute, wo eigentlich Philipp Max hinten links in der Nationalmannschaft spielen sollte, darf man wohl mal ablenken.

Rückbesinnung auf alte Stärken

Gegen Hertha wird es darum gehen, einen mittelmäßigen Gegner endlich wieder mal zu schlagen, um sich etwas Luft im Abstiegskampf zu verschaffen. Der Druck ist jetzt schon immens und es wird ansonsten nicht besser. In aller Ausführlichkeit habe ich mich diese Tage schon dazu ausgelassen, dass es einer deutlichen Steigerung des kämpferischen Aspekts bedarf. Der Abstiegskampf muss endlich angenommen werden. Dies ist die Grundvoraussetzung dafür, dass wir überhaupt ein Spiel in dieser Liga gewinnen. Dann können wir uns über die Zweikämpfe das nötige Selbstvertrauen holen und uns vielleicht bei einem der heimstärksten Teams der Liga etwas Luft verschaffen.

Für das Spiel gegen Hertha erwarte ich daher eine klare Rückbesinnung auf die alten Stärken des FCA. Wir haben in den letzten Spielen einfach zu viele Gegentore kassiert. Wir dürfen nicht immer in Rückstand geraten. Ich erwarte daher, dass das Spielsystem darauf ausgerichtet ist, die Räume eng zu machen und den Gegner nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Wir müssen defensiv endlich wieder kompakt stehen. Dies könnte mit einer Rückkehr zum altbewährten 4-5-1 einhergehen. Wir haben dieses System über vier Jahre lang gespielt. Es bietet vielleicht die für den Moment nötige Sicherheit. Wenn dann einige Zeit vergeht, ohne dass die Scheunentore geöffnet wurden, können wir auch wieder an die Offensive denken. Manuel Baum hat in der Pressekonferenz vor dem Spiel angedeutet, dass es eine Rückkehr zu diesem System geben könnte, da mit Martin Hinteregger ein Innenverteidiger gelb-gesperrt fehlt.

In einem zweiten Schritt wird es sehr bedeutsam sein, dass wir uns auf die einfachen Dinge zurückbesinnen. Bälle zur Seite fausten, Standards verteidigen, in “normale” Kopfballduelle gehen, einfache Pässe an den Mann bringen. Und dann braucht es kein Spektakel bei eigenem Ballbesitz. Lieber halten wir den Ball auch mal in den eigenen Reihen, finden ein Gleichgewicht und bauen etwas langsamer auf, anstatt dem Gegner über schnelle, misslungene Konter immer wieder sofort den Ball zu schenken. Unsere erfahrenen Kräfte werden gefragt sein, den richtigen Rhythmus zu finden und für Ruhe zu sorgen.

Personell würde es mich freuen, wenn wir auch in dieser Hinsicht wieder einen Schwerpunkt auf Zweikampfstärke legen würden. Dominik Kohr, auch wenn die Gerüchte bzgl. einer möglichen Verpflichtung durch Borussia Mönchengladbach sich überschlagen, ist in dieser Hinsicht nicht ersetzbar. Vor allem als Duo zusammen mit Daniel Baier hat er in so vielen Partien den rechten Halbraum besetzt, der gegen Ingolstadt besonders anfällig war. Ich glaube auch, dass wir vom Modell mit zwei Stürmern wieder abrücken sollten, um ein Übergewicht im Mittelfeld zu schaffen. Die Zeit der Experimente sollte vorbei sein.

Hertha ist dabei einer der wenigen Gegner in der Bundesliga, der sich etwas im Niemandsland der Tabelle befindet. Der Druck und der Ansporn ist hoffentlich geringer als bei unserer Mannschaft. Die Leistungen der Hertha in letzter Zeit waren nicht immer überzeugend. Wie würde ich mir einen Befreiungsschlag wünschen. Lasst uns direkt in Berlin alles dafür tun. Denn natürlich brauchen wir im Abstiegskampf zuallererst Punkte. In der Hauptsache muss sich allerdings ein Mentalitätswechsel auf dem Platz zeigen. Aus welchem Holz ist die Mannschaft gemacht? Darauf bin ich sehr gespannt.