Manuel Baums größte Zwickmühle

Der FC Augsburg startete in die Saison mit einem neuen Stammtorhüter, nachdem Marwin Hitz den FCA in der Sommerpause ablösefrei Richtung Borussia Dortmund verlassen hatte. Mit der Entscheidung, wer dieser Stammtorhüter werden sollte, tat sich Manuel Baum bis zum Ende der Vorbereitung sehr schwer. Andreas Luthe, der in den letzten Jahren die Nummer 2 war und Fabian Giefer, der eine Saison für den FCA als Nummer 3 auf der Tribüne saß, lieferten sich ein Duell um die Position. Während Giefer in der Generalprobe gegen Bilbao ran durfte, hatte Luthe die Chance sich im Pokal gegen Steinbach zu beweisen. Auch ich hatte die Situation vor der Saison bewertet und war mir sicher, dass der FCA auf dieser Position an Qualität verloren hatte.

Giefer: die ersten Spiele

Am Ende entschied sich Manuel Baum für Fabian Giefer. Gegen Düsseldorf gab es an dieser Entscheidung noch nichts zu mäkeln. Giefer blieb fehlerfei und der FCA fuhr den ersten Saisonerfolg ein. Im zweiten Saisonspiel gegen Gladbach haben zumindest einige dann schon erkannt, dass wir uns in dieser Saison mit anderen Torwartleistungen anfreunden müssen. Der Ausgleich der Gladbacher war zumindest nicht unhaltbar.

Die Fehler gegen Mainz und Gladbach

Nach der Heimpremiere ging es nach Mainz. Und auch wenn ich es vom Gästeblock erst nicht so recht gesehen habe, lag es am Ende mit am deutlich überforderten Giefer, der durch zwei Fehler aus einem 1:0 für den FCA einen 2:1 Sieg für Mainz 05 fabrizierte.


Und so sah sich Manuel Baum vor dem Spiel gegen Bremen vor einer schweren Entscheidung. Andreas Luthe stand allerdings zu diesem Zeitpunkt nicht als Alternative zur Verfügung, da er nach Aussage des Vereins verletzt ausfällt. Manuel Baum hatte somit nur die Wahl zwischen Giefer, der in den ersten Partien nicht überzeugt hatte, und Benjamin Leneis, der keinerlei Erfahrung in der ersten Liga hat und der eigenen FCA Jugend entstammt. Der FCA hatte sich nämlich vor der Saison nicht nur entschieden, keine neue Nummer 1 zu holen, sondern auch darauf verzichtet, einen erfahrenen dritten Torhüter an Bord zu holen.

Manuel Baum entschied sich dafür, Giefer eine weitere Chance zu geben. Und fast schien Baums Plan auch aufzugehen. Giefer hielt, was er halten musste – zumindest bis zur 75. Minute. Was dann passierte, wurde auch als Slapstick bezeichnet. Giefer wollte eine Hereingabe aufnehmen, der Ball rutschte ihm durch die Beine und Bremen erzielte den 3:2 Siegtreffer. Als Reaktion kamen sowohl Pfiffe als auch Anfeuerungsrufe für Giefer aus dem Augsburger Publikum. Manuel Baum zeigte sich von den Ereignissen nach dem Spiel sichtlich gezeichnet.

Manuel Baums Misere

Damit steht Manuel Baum nun vielleicht vor der wichtigsten Entscheidung seiner Laufbahn in Augsburg. Am Dienstag geht es direkt weiter und der FCA muss gegen die Bayern in München antreten. Die spannendste Frage in diesem Zusammenhang ist: Wen wird Manuel Baum im Tor aufstellen?  Giefer scheint zu diesem Zeitpunkt dem Druck nicht gewachsen zu sein, der damit einher geht, in der Bundesliga Torwart zu spielen. Was geht in seinem Kopf vor und hat Manuel Baum nicht die Pflicht, Giefer in dieser Situation zu schützen? Benjamin Leneis derweil fehlt jegliche Erstligaerfahrung und das Spiel gegen Bayern in München ist die schwerste Partie des Jahres. Eine deutliche Niederlage könnte Leneis langfristig prägen.

Ohne Giefer näher zu kennen, ist für mich die Situation eindeutig. Wenn Baum auch nur den geringsten Zweifel hat, dass Giefer der Situation gewachsen ist, dann muss er im Tor wechseln. Derweil kommt es gar nicht darauf an, wer als Alternative zur Verfügung steht. In dem Moment als sich der FCA entschieden hatte, mit Leneis als Nummer 3 in die Saison zu gehen, war klar, dass diese Situation kommen könnte. Der FCA hatte Leneis damals als fähig befunden und sollte nun nicht daran zweifeln. Leneis bekäme die Gelegenheit, sich gegen eine der besten Mannschaften Europas zu beweisen. Er hat die Chance auf einen großen Abend, den er so schnell nicht vergessen würde. Derweil sollten wir alle in dieser Situation den Mensch im Spieler sehen. Sowohl gegen Mainz als auch gegen Bremen haben viele andere Spieler Fehler gemacht. Im Zweifel sollten wir alle zusammenstehen und unseren eigenen den Rücken stärken. Es gab in den letzten Jahren schon viele sportlich schwierige Situationen. #Augsburghältzusammen habe ich auf T-Shirts drucken lassen. Das gilt immer noch.