Das lässt mich heimisch fühlen

Es ist zwischen Union und Freiburg. Nachdem ich schon früher mit Jan Moravek und Alfred Finnbogason über ihre Heimat gesprochen hatte, bin ich heute mit Michael Gregoritsch verabredet, um virtuell über seine österreichischen Wurzeln zu reden. Gregerl ist stolzer österreichischer Nationalteamspieler und konnte sich im Sommer bei der EM ins Geschichtsbuch seiner Fußballnation eintragen. Das alles hat uns während unseres Gesprächs derweil gar nicht interessiert. Aber lest selbst, was ich gelernt habe, außer wie man am besten von Augsburg nach Graz kommt.

Andy: Es ist Sonntagmittag, 11 Uhr. Der FCA hat am Samstag um 15:30 Uhr gespielt, gewonnen und ich weiß nicht, irgendein Österreicher wird das Siegtor geschossen haben. Ich hatsch’ relativ zerknautscht vor der Arena rum, weil ich mein Handy verloren habe beim Spiel und ich eben am Suchen bin, wo es denn rumliegt. Dann laufen wir ineinander und kommen so ein bisschen ins Quatschen. Dann sagst du: „Ach weißt was, Andy? Jetzt machen wir mal was ganz anderes. Ich fahre jetzt in die Heimat. Kommst du mit?” Und jetzt hoffe ich, dass du nicht mit der Vespa unterwegs bist…

Gregerl:  An einem sonnigen Sonntag schwer, aber okay. Erstmal fahren wir nach Graz. Wir fahren über die A8 über München, bleiben noch in Dachau kurz beim McDonald’s stehen und holen uns was zum Essen und Trinken. Dann weiter auf der A8 nach Salzburg. Walserberg, nochmal in die Tankstelle, eine Kleinigkeit zum Trinken holen, ein Eis vielleicht, und natürlich eine Vignette kaufen. Und dann geht die Phase los, wo wir ein bisschen österreichische Musik anmachen. Wir fahren entweder über Schladming oder über Oberösterreich. Und sind, wenn wir um 11:00 Uhr wegfahren um gut 15:30 Uhr daheim in Thal bei Graz bei meinen Eltern und setzen uns da erst einmal in den Garten und machen uns was zum Essen.

Andy: Gegessen wird viel, gell?

Gregerl: Gegessen wird viel.

Andy: Eins hast du schon erwähnt: Dass wir irgendwann mal Musik an machen. Österreichische Musik, um uns ein bisschen einzustimmen. Was machst du genau an?

Gregerl: Da gibt’s auf Spotify eine super Austropop-Playlist. Die höre ich öfter, wenn ich Heimweh habe oder wenn ich das Gefühl habe, ich würde jetzt gerne zuhause sein. Das ist dann entweder Austropop Klassiker oder normaler Austropop. Die Playlist ist ganz einfach zu finden, weil Albert Einstein die Zunge auf dem Foto bei Spotify rausstreckt. Es laufen die Klassiker von Fendrich, S.T.S, Danzer, Ambros, auch Wanda mittlerweile und Seiler und Speer.

Andy: Wird mitgesungen oder bist du still?

Gregerl: Zumindest wenn ich alleine bin, wird laut mit geschrien. Und wenn du dabei bist, wird mit gesummt.

Andy: Vielleicht würden wir gemeinsam laut mitschreien. Bei McDonalds: Ein-Euro-Cheeseburger oder komplettes Menü?

Gregerl: Big Mac-Menü, Pommes, Cola, Fish Mac, zwei Cheeseburger, 6 Chicken Nuggets und Currysoße. Das sollte für uns beide reichen. Ich lade dich ein.

Andy: Großartig. Und dann im Garten: Was gibt’s daheim zu Essen, wenn du nach Hause kommst? Was weiß die Mama schon, dass sie das auf den Tisch stellen muss?

Gregerl: Zu Hause gibt es einen Klassiker. Das gibt’s gefühlt, seit ich auf der Welt bin: Hähnchenbrust mit einer etwas schärferen Rama Cremefine-Paprika-Soße mit Lauch. Dazu Reis und einen Himbeersirup. Das war’s. Ganz einfach. Ganz leicht zum Nachkochen auch in Deutschland. Das kriegt man überall her.

Andy: Das machst du dir auch selber?

Gregerl: Ja, natürlich mache ich mir das selbst. Das war, glaub ich, das erste Essen, was ich mir jemals selbst gekocht habe. Hähnchenfleisch anbraten, ein bisschen gewürzt mit Paprikapulver, ein bisschen Chili dazu. Hähnchen raus, Rama Cremefine dazu mit dem Öl und mit dem Hähnchensaft vermengen und ein bisschen Paprika, Lauchzwiebeln rein und fertig ist das Ding.

Andy: Mega. Und ich denk mir so, irgendein schöner Strudel oder…?

Gregerl: NA! Meine Mama kann einen Kuchen sensationell. Den Rest kriegen wir von Nachbarn oder sonst woher. Aber einen Kuchen gibt’s. Das ist ein ganz leichter Joghurt – Becherkuchen mit ein paar Aprikosen dabei. Marillen sagen wir in Österreich. Das ist der einzige Kuchen, den es bei uns gibt. Oder ein Erdbeertiramisu. Aber das ist ein Rezept von Rani Khediras Mama.

Andy: Gut, dann sind wir angekommen, haben gegessen. Dann sitzen wir da und sind in sehr positiver Laune, weil es lief ja am Samstag super und der Trainer hat euch länger frei gegeben. Bleiben wir sitzen oder ziehen wir nochmal in die Grazer Innenstadt?

Gregerl: Gut, am Sonntag ist in der Grazer Innenstadt noch weniger los als in Augsburg. Wenn es ein Samstag wäre, dann ja, ziehen wir ein bisschen rein und treffen meine Jungs, gehen wieder was Schönes essen und bleiben dort auch sitzen und trinken ein bisschen was. Und dann geht’s entweder ab ins Univiertel oder man bleibt dort im Restaurant oder in der Bar sitzen.

Andy: Aber ganz geschmeidig.

Gregerl: Ja, ganz gemütlich. Das ist völlig unaufgeregt in Graz. Da gibt’s keinen Riesenclub. Es gibt ein paar Lokale, da kennt man sich und da geht man auch gerne rein.

Andy: Das ist jetzt – da musst du mir weiterhelfen – von der Größe her schon einen Ticken größer als Augsburg?

Gregerl: Alles sehr vergleichbar. Die Innenstädte sind sehr vergleichbar. In Graz ist die Uni sehr nahe an der Innenstadt. Vom Hauptplatz zu Fuß zu erreichen. Dort spielt sich eigentlich das meiste ab im Univiertel. Die ganzen Lokale und Bars sind da. In der Innenstadt kannst du aber auch gut essen gehen. Und es hat eine Hauptstraße, vergleichbar mit der Maxstraße. Die ist aber bei uns eine reine Fußgängerzone. Da gibt’s ein riesiges Shoppinghaus, so eine Art Galeria Kaufhof. Das ist der Kastner. Da gibt’s ganz oben eine super Dachterrasse, wo man wunderschöne Fotos machen kann mit dem Uhrturm, weil der Kastner direkt am Fuße des Schlossbergs steht, unserem Wahrzeichen. Und ja, es ist sehr vergleichbar.

Ausgelassenster Jubler im fragwürdigsten Kit – fast so schlimm wie der FCA in neongelb (Photo by Justin Setterfield/Getty Images)

Andy: Das passt jetzt super, weil jetzt haben wir ja den Sonntag abgeschlossen. Jetzt haben wir den Montag beide frei. Und jetzt sagst du: „Andy ein paar Sachen muss ich dir jetzt noch zeigen, damit du hier die offizielle Tour bekommen hast.”

Gregerl: Ich zeige dir den Schlossberg. Auf jeden Fall hoch, entweder mit der Gondel – also mit der Schlossbergbahn – oder eben zu Fuß. Wobei zu Fuß hoch, wenn ich gespielt habe, eher nicht. Aber wenn du möchtest, können wir auch zu Fuß hoch gehen. Dann gehen wir an der Mur entlang, die Murinsel anschauen. Das Kunsthaus. Das reicht aber teilweise, wenn man das von außen sieht. Und die Altstadt zeige ich dir und die Spargasse. Und dann sind wir in Graz nach gut drei Stunden durch und gehen am Hauptplatz zum Würstelstand und essen ein Käsekrainer-Hotdog.

Andy: Das klingt ganz nach meinem Geschmack. Jetzt bin ich ja so ein bisschen ein Fußballnerd. Jetzt möchte ich eigentlich schon gerne mal den Platz sehen, wo du dich wirklich zuhause fühlst, beim Grazer AK.

Gregerl: Dann müssen wir wieder in Richtung meiner Eltern rausfahren und kommen dann zum 2004 damals größten Trainingsgelände Europas. Das war damals wirklich unfassbar. Es ist auch heute immer noch unfassbar riesig mit, glaub ich, 6 Rasenplätzen, einem Kunstrasenplatz, einem Sprinthügel und einem Basketballplatz. Aber eigentlich noch wichtiger: Ich zeig ich dir den Platz, an dem jetzt leider Wohnungen stehen, wo ich immer mit meinem besten Kumpel gekickt habe. Da haben wir wirklich Stunden verbracht – morgens bis abends – und haben Gas gegeben. In Graz waren in meiner Jugendzeit auch Trainingslagermannschaften zu Gast und haben Testspiele im neuen Stadion, das dann damals gebaut wurde, ausgetragen. Da hat zum Beispiel mal Schalke gegen die Nationalmannschaft aus Bahrain gespielt. Im Jahr 2008. Und da sind dann halt auch Bälle geklaut worden. Wenn da ein Ball drüber geflogen ist, dann war der halt weg.

Andy: Der ist ja nicht geklaut worden. Der ist einfach verloren gegangen.

Gregerl: Der ist verloren gegangen. Also ich weiß jetzt mittlerweile, wo unsere Bälle landen. Oder ich hoffe es zumindest, dass viele Kinder sich daran dann erfreuen.

Andy: Wenn man sich deine fußballerische Reise anguckt, dann bist du aber ja trotzdem dann von Graz weg gegangen. Du hast ja nicht beim Grazer AK den Sprung zu den Herren gemacht, sondern du bist mit dem Papa mit gegangen. Nach Kapfenberg, das mir überhaupt nichts sagte. Was ja aber gar nicht weit weg ist.

Gregerl: Das ist circa 60 Kilometer nördlich.

Andy: Genau. Und das ist ja auch immer noch alles Steiermark. Also bist du sehr lange in der Steiermark verhaftet geblieben.

Gregerl: Ja, ja. Also bis ich 18 war. Ich bin ja mit 14 vom GAK nur weg, weil die in Konkurs gegangen sind und die Akademie kurz davon war, sich aufzulösen. Und dann sind wir nach Kapfenberg. Sechs, sieben Spieler aus der steierischen Auswahl, die eigentlich zum GAK hätten gehen sollen. Wir haben eine super Mannschaft gehabt. Es sind aus den Jahrgängen einige Bundesligaspieler geworden. Der Prietl ist ja ein bisschen älter, aber der war da. Der spielt jetzt in Bielefeld. Dann gab’s Ylli Sallahi, der hat bei Bayern gespielt. Das einzige Spiel, das der gute Pep Guardiola damals verloren hat hier in Augsburg. Dann Albert Vallci, das ist einer meiner besten Freunde bis heute noch, der in Salzburg spielt. Bei Red Bull Salzburg. Und das war damals eine ganz unscheinbare Akademie. Aber wir haben damals slowenische und kroatische Jugendtrainer gehabt. Die haben uns ein technisches Spiel beigebracht, wie das damals Ajax Amsterdam gespielt hat. Ein Kontakt und mit 3 Stürmern und einem offensiven Mittelfeldspieler dazu. Und dann war das für mich damals so sicher die beste Ausbildung. Zusätzlich dazu natürlich, dass mein Papa (Anm.: Werner Gregoritsch) dort gearbeitet hat. Aber mit dem hatte ich eigentlich die ersten zwei Jahre kaum was zu tun. Außer wir haben zufällig gleichzeitig trainiert, dann habe ich ihn halt gesehen. Ich war im Internat wie alle anderen. Doch ich durfte relativ früh mit 2, 3 anderen oben mit trainieren. Und dann gab’s ja irgendwann den Tag, an dem sich meine Karriere komplett verändert hat.

Andy: Ja faszinierend. Der Internatsweg wurde in Österreich teilweise extrem früh eingeschlagen.

Gregerl: Ich musste ja die Schule wechseln. Ich konnte nicht in der 9. Schulklasse – bei uns ist es die Fünfte – sagen: „Okay, ich bleibe jetzt noch zwei Jahre in Graz und gehe dann erst in eine andere Schule.” Ich musste zur 9. Klasse in eine andere Schule gehen. Ich hatte im ersten halben Jahr Heimweh deluxe. Ich bin jeden Mittwoch nach Hause gefahren und am Donnerstag in der Früh wieder hoch. Aber es war die mit Abstand beste Zeit, die ich hatte.

Andy: Ja, Endphase Schule. Wenn man da die richtige Gruppe hat, dann ist es eine super Phase.

Gregerl: Ja, Wahnsinn. Von 14 bis 18 waren dort gut 60 verrückte Jugendliche. Und ich habe sicher noch ungeschaut – also in Österreich sagt man ungeschaut – mit 10 regelmäßig Kontakt so alle zwei Wochen. Mit 20 zumindest alle drei Monate. Mit 50 Prozent von der Gruppe habe ich mit Sicherheit noch Kontakt. Die waren ja teilweise 4 Jahre älter und am Ende dann 3 Jahre jünger. Und das ist schön. Kürzlich haben wir gesagt, wir müssen jetzt mal ein Internatstreffen haben. Und mein Abitur jährt sich auch zum zehnten Mal, das heißt, da stehen demnächst einige Treffen an für mich.

Andy:  Eine Frage so zur kulturellen österreichischen Verhaftung. Skifahren?

Gregerl: Seitdem ich 14 bin, bin ich nicht mehr gefahren.

Andy: Das ist ja mal was außergewöhnliches. Darf man das in Österreich laut sagen?

Gregerl: Ja, dort wo ich herkomme – in Graz – sind nicht so viele Berge. Ich fahre eineinhalb Stunden bis zum nächsten Skigebiet. Aber das hab ich mit 14 abgeschlossen. Erstmal sind mir die alle um die Ohren gefahren, meine Jungs. Die sind ja dann, als ich eben ins Internat gegangen bin, weil sie aus der Obersteiermark kommen, quasi mit den Skiern in die Schule gefahren. Da hatte ich überhaupt keine Chance mehr mitzuhalten. Und es war mir zu gefährlich. Ich wollte mir nie vorwerfen lassen, ich falle ein halbes Jahr oder 3 Monate aus, weil ich beim Skifahren blöd gestürzt bin.

Andy: Und du hast dich nicht einfach nur auf die Hütte mitnehmen lassen, ne?

Gregerl: Nein, nein, nein. Da bin ich lieber nach London Boxing Day – Spiele anschauen gegangen.

Andy: Nach der Schule ging es dann weg aus der Steiermark. Nach Hoffenheim. Wie ging es dir da so? Wie bist du da angekommen?

Gregerl: Heidelberg war ein Kulturschock, als ich mir beim allerersten Mal, nachdem ich eine Wohnung hatte, raus gegangen bin und ein Schnitzel bestellt habe und die mir eine Jägersoße gebracht hat. Das war ein Kulturschock! Ich war ein Landei. Ich war einfach unerfahren,. Für mich gab’s bis ich 18 war nur Kürbiskernöl zum Salat. Ich wusste nicht, dass man zum Salat theoretisch auch ein Joghurtdressing essen kann. Das hat mich nicht interessiert. Und dann hab ich mit 18 das erste Mal alleine gelebt und bin auch wirklich teilweise richtig einsam gewesen.

Zusammen mit Takashi Usami einer der Neuen bei Hoffenheim damals (Photo by Thomas Niedermueller/Getty Images)

Andy: Ja, Anschluss finden und…

Gregerl: Das war brutal schwer. Da hab ich auch gelebt, wie es nicht mit Fußball zusammen passt. Bis 04:00 Uhr morgens mit den Leuten geskypt und geschrieben und PlayStation gespielt. Dann bis 08:00 Uhr geschlafen. In Hoffenheim im Trainingsgelände gefrühstückt und trainiert und Mittag gegessen und dann wieder heim und 5, 6 Stunden Mittagsschlaf gemacht. Und dann wieder bis 2, 3, 4 Uhr nachts wach gewesen. Ich war– vielleicht war’s auch gut – schlecht vorbereitet. Ich habe das einfach auf mich zukommen lassen. Ich bin nach Heidelberg und einfach naiv gewesen. Und dann habe ich irgendwie Glück gehabt. Die erste Wohnung, die ich gesehen habe, ist im Nachhinein eine Weltklasse–Wohnung gewesen. Direkt auf den Rhein geschaut und auf die alte Brücke in Heidelberg.  Es waren nur drei Minuten zu Fuß in die Fußgängerzone. Und 15, 20 Minuten zum Trainingsgelände nach Hoffenheim, wo ich dann die ganzen 20 Minuten Weg telefonieren konnte mit meinen Eltern oder sonst jemandem. Ich dachte auch, ich komm da raus und spiele hier mal das Spiel in der Bundesliga. Da war ich fest überzeugt davon, da gab’s für mich keine andere Möglichkeit. Und dann bin ich da hin und dann sind die mir um die Ohren gelaufen wie vom anderen Stern. Ich war schwerst überfordert. Im Nachhinein gesehen muss ich “Danke” sagen an Markus Babbel und Andy Müller, den Sportdirektor damals, dass die mich überhaupt so lange bei den Profis trainieren haben lassen.

Andy: Und dann geht ja die Geschichte weiter. Dann bist du nach St. Pauli und von St. Pauli aus nach Bochum.

Gregerl: Genau. Bochum war dann so, dass ich gesagt habe „Gut, das ist jetzt fürs Erste einmal meine letzte Chance in Deutschland und wenn nicht, dann müsste ich eigentlich zurück nach Österreich gehen.” Zu irgendeinem mittelmäßigen Club in Österreich. Weil die Guten hätten mich ja damals auch noch nicht direkt geholt. Doch dann hat es funktioniert. Peter Neururer war mit Christian Hochstätter zusammen in Bochum verantwortlich. Christian Hochstätter ist ja ein gebürtiger Augsburger. Die waren wie Ziehväter für mich. Christian Hochstätter hatte auch einen Sohn, der in meinem Alter war. Die haben mich auch so ein bisschen bei sich aufgenommen. Auch Peter Neururer hat mir richtig geholfen.

Andy: Oder hast du über deine Karriere entdeckt, wie Routinen vieles erleichtern?

Gregerl: Ja, ich glaube, man entwickelt sich einfach immer wieder weiter. So ist das halt und da muss man echt sagen, auch Profi sein muss man lernen. Mal behandeln lassen, mal länger da bleiben, dann nachmittags nochmal zum Training zu gehen, ohne dass Training ist. Das lernt man dann im Laufe der Zeit und ich hatte immer gute Hilfe.

Andy: Jetzt bist du ja quasi nach dieser ganzen Reise und mit Unterbrechung auf Schalke wieder in Augsburg zurück. Was ist in Augsburg so, dass du dich daheim fühlst und dass du mittlerweile sagst nach der ganzen Zeit, dass es jetzt erst einmal nicht weg geht und dass du die Chance nochmal suchst? Was löst das in Augsburg bei dir aus?

Gregerl: Also erst einmal muss man sagen, meine Freundin ist dabei eine Riesenunterstützung. Dazu habe ich in Augsburg alles. Also wenn jetzt ein neuer Spieler nach Augsburg kommt, dem könnte ich eine Stunde lang erzählen, was und wo er wie machen könnte. Jetzt hab ich einen kleinen Hund – einen Welpen –  und dadurch weiß ich sogar, welche Wälder schön sind und an welche Seen ich kann und wo man mit dem Fahrrad hin kommt. Zusätzlich weiß ich, wo kann man gut essen gehen kann. Ich kenne mich einfach aus. Ich habe jetzt schon ein paar Mal gesagt, Augsburg ist eine zweite Heimat geworden für mich. Ich kenne mich in Augsburg teilweise besser aus als in Graz. Einfach weil sich in Graz ja auch Dinge verändern, wenn man dann wieder hin fährt und ich fahre in Augsburg weniger mit Navi als in Graz.

Andy: Definitiv. Kann ich sehr gut nachvollziehen.

Gregerl: Wie schon gesagt, Augsburg und Graz sind ähnlich, das lässt mich heimisch fühlen. Und da haben wir noch nicht über Fußball geredet. Hier beim FCA begleiten mich ja auch viele Personen schon über Jahre. Also Dominik ist ja seit Beginn weg hier, Marlene, Salva, Martin Miller, ein Physio ebenfalls. Dazu viele Kollegen der Geschäftsstelle wie Evi. Das ist ein tolles Umfeld und sind Leute, mit dem man mal ein bisschen quatschen kann und auch mal fragt „Wie läuft es zuhause?” und „Wie geht es daheim?” oder „Wie läuft es da”. Das macht es ebenfalls wertvoll und sorgt dafür, dich heimisch zu fühlen.

Andy: Dir scheint es ja gut zu gehen und Du scheinst da deinen Platz gefunden zu haben und bist ja auch jemand, der dann zurück gibt mit deinem Spendenverein. Ich möchte da gerne mal drauf aufmerksam machen. Was hat dich dazu bewogen, das zu machen und da deine Zeit rein zu stecken?

Gregerl:Erst einmal war Andi Luthe ein Riesenvorbild mit „In safe hands”. Als damals „Common Goal” startete begannen ja einige Spieler 1 Prozent ihres Jahresgehaltes zu spenden. Und ich wollte dann auch bei „Common Goal” spenden. Doch dann sagt Andi „Du, pass mal auf, ich frag dich jetzt ganz blöd: Warum spendest du das nicht bei mir? Wäre doch cool, wenn wir da ein bisschen was zusammen kriegen.” Dann hab ich gesagt: „Alles klar, finde ich super.” 5 Tage später war Weihnachten, ich sitze mit meinem Bruder abends zusammen – ein, zwei Wein getrunken gehabt – und dann sagen wir: „Was könnten wir machen?” Die Idee war immer, wir bringen ins Kinderkrankenhaus Spielzeuge und Bälle. Es ist aber nicht so einfach, dass du zum Sportgeschäft gehst und ein paar Bälle und Spielzeuge kaufst und fertig. Aber an dem Abend haben wir beschlossen selbst etwas für sozial benachteiligte Kinder in Graz auf die Beine zu stellen. Und dann haben wir das irgendwann ausgeweitet auf Kinder mit Down-Syndrom, weil in meinem Bekanntenkreis jemand ein Kind mit Down-Syndrom hat. Und der Vater des Kindes hatte erzählt, dass es zum Beispiel keinen Schwimmkurs für Kinder mit Down-Syndrom gibt. Die können das aber eigentlich nur unter sich lernen. Wir haben dann eine Woche Camp innerhalb von zwei Wochen organisiert, weil die Sommerferien ja dann schon vor der Tür standen. Und da waren wir auch wieder völlig naiv. Wir haben geglaubt, drei Betreuer reichen für 12 Kinder. Reicht halt nicht, sechs brauchst Du mindestens. Das hat sich jetzt auch weiterentwickelt. Ich war letztes Jahr da. Sonst geht es sich leider nie zeitlich aus, dass ich da sein kann. Es war einer der besten Tage, die ich in meinem Leben je hatte. So viel Liebe, die sie einem Menschen zurück geben, so bedingungslos. Da läuft man mit ihnen eine Runde und dann nehmen die dich bei der Hand und sagen „Komm, wir laufen noch eine” oder man quatscht mit denen. Da haben wir uns jetzt weiterentwickelt und versuchen das auszuweiten, und gleichzeitig weiter familiär zu bleiben. Wir wollen das so machen, dass es allen Spaß macht. Wenn ich sehe, wie viele Leute sich da mittlerweile beteiligen, das ist schon was besonderes. Viele Spieler unterstützen uns mit ihren Trikots oder spenden auch selbst. Das ist schon eine Hausnummer. Ein großes Dankeschön an alle, die uns unterstützen.

Andy: Ja, das ist doch super und es ist, glaube ich, auf einer ganz anderen Ebene befriedigend zu sehen, dass man eine positive Auswirkung selbst schaffen kann. Wenn man Sachen anpackt und versucht, in die richtige Richtung zu lenken. Einerseits, wenn Leute spenden und unterstützen, dann ist das auch wichtig. Selbst sich einfach auch zu trauen, Projekte umzusetzen Jahr um Jahr konstant, nicht einfach aus einer Laune heraus, weil man denkt, das ist wichtig, halte ich für sehr beeindruckend und sehr toll!

Gregerl: Dankeschön! 

Ich glaube, dem Gregerl und mir wäre auf der Fahrt nach Graz nicht langweilig im Auto geworden und vielleicht kommt irgendwann die Gelegenheit. Insgesamt habe ich mich einfach irrsinnig gerne mit ihm unterhalten und jegliche Debatten über Körpersprache auf dem Platz hin oder her, muss man diesen Kerl einfach gerne haben. Er hat eine tiefe Verbundenheit zu seiner Heimat, für seine Karriere hart gearbeitet und seine Lektionen gelernt. Dazu trägt er ein großes Herz am rechten Fleck. Wenn er morgen hier vor meiner Tür steht und mir zuruft: “Andy, steig ein.” dann mache ich genau das.

Randnotizen:

  • Wer die Spotify Playlist gefunden hat und an so etwas gefallen findet, der sollte direkt auch bei Roy Bianco und die Abbrunzati Boys rein hören. Mitsingen garantiert.
  • Bei der passenden Gelegenheit einen Ball mitgehen zu lassen hat ja Tradition bei Augsburger Spielern. Ihr wisst, was ich meine.
  • Wer den Cliffhanger nicht aushält, welcher Tag Gregerls Karriere verändert hat, der findet dies und einiges mehr in diesem tollen Interview von Jochen Tittmar mit ihm bei Spox.
  • Wäre es zu viel verlangt gewesen, auf Herausgabe des Erdbeertiramisu-Rezepts von Rani Khediras Mama zu pochen?
  • Wenn wir schon dabei sind: Gregerls Top3 Lieferdienste und Restaurants würde ich auch nehmen.
  • Im Gegenzug sollte der FCA die Erlöse aus Gregerls Flock direkt seinem Spendenverein zukommen lassen. Ich würde mir sofort ein Heimtrikot kaufen. Und warum sollte sich nicht jeder Spieler eine Charity raussuchen, für die er die Saison über spielt? Das hätte mal Vorbildcharakter und gibt es so ähnlich in der NFL an einem Spieltag der Saison.

Von Grindavik in die Fuggerstadt

Grindavík ist eine Stadt in West-Island mit ca. 2.500 Einwohnern. In Island geht das nach Aussage von Alfreð Finnbogason schon als Großstadt durch. In der Woche vor dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach, in dem Alfreð immer noch auf Grund einer Wadenverletzung fehlte, unterhielt er sich mit mir über seine Heimat und einige der Dinge, die er in seiner langen Profikarriere gelernt hat. Einem, dem in Königsbrunn mit seinen 30.000 Einwohnern schon die Decke auf den Kopf fiel, begreiflich zu machen, wie es ist aus Island zu kommen und dort zu leben, ist dabei als Aufgabe an sich nicht zu unterschätzen. Wenn man allerdings wie ich, vieles in seinem Leben an der Qualität seiner zwischenmenschlichen Beziehung fest macht, dann ist Island sicher eine Reise wert, wenn alle Menschen dort so freundlich und offen sind wie Alfreð selbst.

Zusammen durch Island

Wenn wir in Island einen Tag zusammen verbringen würden, dann ginge es vom Flughafen zur Blue Lagoon. “Das sind ja nur 10 Minuten vom Flughafen. Von dort würden wir weiter fahren zur Hallgrímskirkja mitten in Reykjavik. Da hat man einen tollen Blick. Das ist auch ein Klassiker. Und von da aus dann auf die Hauptstraße in Island und erst einmal kurz zum Hafen. Wenn man dann noch Zeit hat, dann ginge es zum Geysir, wo das Wasser in einer Fontäne aus dem Boden aufsteigt. Das kann man an einem Tag schaffen und es wäre ein guter Tag.”

Mit dem Fahrrad ein zu umfangreiches Programm für Alfred und mich, wenn wir gemeinsam durch Island touren. Auch beim Wetter ist nicht zu viel Zuversicht angesagt. Aber Spaß hätten wir gemeinsam einigen. (Foto via Imago)

Alfreðs Familie besitzt ein Unternehmen, das im Fischfang und der Fischverarbeitung tätig ist. “Die meisten Menschen wohnen an der Küste. Die Fischindustrie ist wohl immer noch die Hauptindustrie in Island.” erläutert Alfreð in unserem Gespräch. Fisch isst er selbst immer noch am Liebsten. Wenn er die Wahl hat, dann vor allem isländischen Hummer. “Da muss man Glück haben, das man mal einen bekommt. Die Lieferkette von Fisch nach Süddeutschland ist eher länger. Guter Fisch ist teurer und schwerer zu bekommen”. So wie ich als Kind durch den Hühnerstahl meiner Urgroßeltern gestapft bin, ist Alfreð mit Fisch aufgewachsen.

Bolzplatz Held

Essen würden wir gemeinsam sicher hervorragend. “Im Urlaub esse ich fast täglich Fisch, weil er sehr sehr gut und frisch ist. So bin ich auch aufgewachsen.” Und übernachten würden in Grindavik” scherzt Alfreð selbst während des Interviews “um am nächsten Tag noch mehr Zeit zu haben.” Neben dem Salzfischmuseum könnten wir dann vielleicht auch bei Alfreðs Home Turf vorbei schauen. “Da müssten wir zu der Schule, auf die ich im Alter zwischen 11 und 16 Jahren gegangen bin. Ein Hartplatz. Kleine Tore. Dort habe ich die meiste Zeit verbracht. Und immer wenn ich zu Hause Langeweile hatte, bin ich 5 Minuten dort hin gegangen und habe dort alleine oder mit Freunden gespielt. Gute Zeiten! So einen Platz muss man haben, um die Basis zu lernen und zu spielen”.

Kulturell ist Island sowohl geprägt von europäischen als auch amerikanischen Einflüssen. Björk macht für Alfreð eher Musik für ältere Menschen. Das Wikinger Klischee ist daneben wahrscheinlich genau so ausgelutscht, wie jeder Verweis, den man als Deutscher aufs Oktoberfest im Ausland erleiden muss. Alfreð ist bekennender Oasis Fan. Seine Jugend verbrachte er weniger in der Natur als auf dem Bolzplatz. Fünf gegen fünf. Immer wieder und aus Spaß an der Sache. Die Natur hat er erst später zu schätzen gelernt, seit er Urlaub in Island macht. “Was ich am besten finde, sind die warmen Quellen. Dorthin muss man teilweise eine Stunde wandern. Aber dort bin ich gerne und es ist sehr entspannt.” Björk und das Wetter vermisst er immer noch nicht. Seine Träume sind andere: “Es ist immer noch meine große Hoffnung, dass Oasis wieder zusammen kommt und ein Konzert spielt, bei dem ich dabei sein kann.”

Die Grundlagen gelernt auf dem Bolzplatz seiner Schule. Die Muskeln entspannt in einer heißen Quelle. (Foto: Christian Kolbert via Imago)

Aus Rückschlägen gelernt

Aus Island wegzugehen war dabei nicht immer leicht. Erste Erfahrungen hat Alfreð in diesem Zusammenhang gemacht, als er noch während der Schulzeit für sieben Monate zu einer Gastfamilie nach Sardinien zog. “Die Sprache nicht zu können, ist anstrengend. Immer im Kopf übersetzen zu müssen. Es dauert immer eine gewisse Zeit bis man die Sprache lernt. Wenn ich isländisch spreche mit meiner Familie und meinen Freunden, dann muss ich gar nicht nachdenken. Wenn man eine fremde Sprache spricht, dann muss man immer nachdenken. Es kostet viel Energie. Und die ersten paar Monate in einem neuen Land, spürt man die Müdigkeit, weil man immer nachdenken muss. Das ist der größte Teil.” Daneben kennt man sich in Island, wie in einem kleinen Dorf, und es ist sehr sicher. Die Polizei trägt keine Pistolen. In Italien gab es in der Klasse genau einen Schüler mit dem er sich auf englisch verständigen konnte. “Ich konnte auch viel besser englisch als der italienische Englischlehrer. Das war ganz witzig.” Daneben war Sardinien eine wunderschöne Insel mit den schönsten Stränden in Europa. Alfreð hat dann eben viel Zeit investiert, um selbst italienisch zu lernen und den Anschluss zu finden. Sonst hätte ihn am Wochenende vielleicht niemand mit zum Strand genommen.

Auch der Durchbruch im Profifußball war kein einfacher. Auf seiner ersten Profistation in Lokeren war der Beginn famos, bevor es dann schnell schwierig wurde. “Ich dachte, dass ich sehr gut vorbereitet wäre. Aber es gibt wenig, was dich darauf vorbereitet, in einem anderen Land alleine zu sein ohne Freunde und Familie, wenn es fußballerisch nicht läuft. Ich war jung und ehrgeizig und wusste nicht, was richtig und falsch ist. Ich hätte mir mehr Unterstützung gewünscht, aber das war sehr lehrreich. Das war meine schwierigste Zeit als Profi. Ich kam und in den ersten 4-5 Spielen ging es richtig gut und zwei Monate später war ich nicht mehr im Kader. Es ging sehr schnell in beide Richtungen. Wenn es läuft muss man bodenständig bleiben und ruhig, weil es kann zum Beispiel mit Verletzungen und neuen Trainern so schnell in eine andere Richtung gehen.” Eine der wichtigsten persönlichen Lernerfahrungen von Alfreð, war es in den vielen Jahren mit Rückschlägen umzugehen zu lernen. In Schweden und auch in den Niederlanden konnte er dann wieder mit seiner Treffsicherheit glänzen.

Glück muss man sich erarbeiten

Nach mittlerweile über 10 Jahren, die er außerhalb von Island Fußball spielt, ist Alfreð die Rolle von Glück bewusst. Es wird ihm im Fußball zu schnell geurteilt, ob jemand gute oder schlechte Arbeit leistet. “Menschen gehen unterschiedlich damit um, wenn es nicht läuft. Ausschlagend ist doch, wie du mit diesen schlechten Phasen umgehst. Wie du da weiter arbeitest. Im Fußball wird oft auf das Ergebnis geschaut und es wird vergessen, was dahinter steckt. Wenn du erfolgreich bist, dann ist es egal wie. Wer Erfolg hat, hat Recht. Und das ist für mich nicht immer richtig. Es gibt für mich schon eine richtige Art die Dinge zu machen. Professionell und mit Respekt”. Derweil gilt aber auch: kein Erfolg ohne harte Arbeit. “Klar, wenn es läuft, dann läuft es. Aber ich glaube nicht zu viel an Glück. Glück muss man sich auch erarbeiten. Aber Kleinigkeiten entscheiden oft, ob man nach einem Spiel der Held oder der Depp ist. Nur mit der Hoffnung auf Glück wird man nicht erfolgreich.” Das er an sich arbeitet und immer lernen will, erkennt man auch daran, dass er ein abgeschlossenes Sportmanagement Studium hat. Und wir das Interview in fließendem Deutsch führen können.

Bescheiden bleiben und hart arbeiten. Dann kommt das Abschlussglück zurück. Alfred hat gelernt, mit schwierigen Situationen umzugehen. (Foto via Imago)

Seit mittlerweile über 5 Jahren ist Alfreð nun in Augsburg und hat ein Faible für unsere grünen Trikots. “Ich habe mich immer gut in grün gefühlt” gibt der Profi eine gewisse emotionale Verbundenheit zu. Das Grün unserer aktuellen Auswärtstrikots entspricht genau dem Grünton im Wappen von Breiðablik Kópavogur, der ersten fußballerischen Station Alfreðs im Erwachsenenbereich. Die weiteren Vereinsfarben von Breiðablik Kópavogur sind übrigens – welch Zufall – rot und weiß. Die beiden Bedeutungen des Spitznamens Blikar, den die Mannschaft von Breiðablik Kópavogur laut Wikipedia trägt, waren Alfreð dagegen nicht bekannt. Die eine ist “die Glorreichen”, die andere “die Enten”. Wer darin im Moment nicht die Mannschaft des FC Augsburg wiedererkennt, dem ist auch nicht mehr zu helfen.

Vorbild und Führungsspieler

Am Ende des Gesprächs habe ich nicht nur Island besser kennen gelernt. Ich glaube auch, einen soliden Eindruck von Alfreð Finnbogason selbst erhascht zu haben. Als Rekordtorschütze unseres verehrten Clubs in der Bundesliga (35 Tore bis dato) strahlt er ein natürliches Selbstbewusstsein in seine Fähigkeiten aus. Er weiß, wie er mit schweren Phasen umzugehen hat und dass er sich über harte Arbeit das Glück zurückerobern kann. Und bleibt dabei immer bescheiden.

Ihr erahnt es vielleicht: Alfred Finnbogason ist ein Typ, den ich auch persönlich gerne mag. Er ist halt einfach ein dufter Kerl. (Foto via Imago)

Die Zeit für das Interview ist verflogen. So viele Fragen verbleiben auf meinem Zettel. Was hat es mit dem isländischen “ð” auf sich? Über seine Zeit in Schweden, wo auch ich ein Jahr verbrachte, konnten wir gar nicht sprechen. Gibt es Ähnlichkeiten in der Kultur, die es ihm dort leichter gemacht haben, durchzustarten? Wo sollte man in San Sebastian essen gehen? In welchem Umfeld fühlt er sich grundsätzlich am wohlsten und was wird er irgendwann aus Augsburg mitnehmen? Aber wer wird von Abschied sprechen wollen. Ein Mensch wie Alfreð Finnbogason ist eine Bereicherung für jedes Team. Wenn wir von Gerüstspielern sprechen, dann ist er jemand, bei dem sich junge Profis viel abschauen können. Hoffentlich noch lange. Ich werde in Zukunft noch genauer hinschauen, gerade wenn wir wieder mal in grün antreten.

Jan Morávek über seine Heimat

Es ist der Montag vor dem Spiel gegen RB Leipzig. Ich bin in Augsburg, weil mein Bruder tags zuvor seinen 30. Geburtstag gefeiert hatte und hoffe auf einen Interviewtermin mit Jan Morávek. Ob das Interview zustande kommt, hängt vom Trainingsplan ab. Montags ist eigentlich trainingsfrei, doch Dirk Schuster hat ein Einsehen mit mir und beordert seine Spieler auf den Platz. Das nächste Spiel steht schon am Freitag an. Keine Zeit für einen freien Tag. Welch ein Glück. Nachmittags betrete ich die Geschäftsstelle im Stadion und warte geduldig im Pressekonferenzraum, bis Jan für mich Zeit hat. Wir begrüßen uns per Handschlag und ich gratuliere kurz zu seinem Einsatz gegen Bayer 04 Leverkusen. Heute soll es aber nicht um die Geschehnisse auf dem Platz gehen. Jan wirkt ruhig, gut gelaunt und hat sich bereit erklärt mit mir über seine Heimat zu sprechen.

Andreas Riedl (AR): Du kommst aus Prag, korrekt?

Jan Morávek (JM): Stimmt.

AR: Wie nennt sich der Stadtteil aus dem Du kommst? Ist das Prag IV? Was ist das für ein Stadtteil?

JM: Stimmt. Das ist nicht direkt im Zentrum oder bei der Altstadt. Der Stadtteil liegt etwas außerhalb, aber mit der U-Bahn ist man in 10 Minuten auf dem Veticlav Platz. Und wenn man aus Prag rauskommen will, geht das von hier aus auch schnell. Es ist einfach schön da zu wohnen.

AR: Was wohnen dort für Menschen?

JM: Prag VII ist dafür bekannt, dass dort ärmere Menschen wohnen. In Prag IV wohnen ganz normale Prager.

AR: Kneipen, Restaurants, Geschäfte?

JM: Es gibt schon Möglichkeiten gut zu essen, aber wenn man wirklich besonders gut essen will, dann muss man ins Zentrum fahren. Im Viertel gibt es Möglichkeiten zu studieren, es gibt Schulen, ein Gymnasium. Im Prinzip  ist alles da, was man im Alltag benötigt.

AR: Du hast ja in deiner Jugendzeit auch komplett bei Bohemians Prag gespielt. Ist das da in dem Viertel?

JM: Mein Verein liegt in Prag X, aber Prag X liegt direkt neben Prag IV. Es war für mich natürlich praktisch, dass ich mit der Straßenbahn in 15 Minuten im Stadion war. Da habe ich auch das Gymnasium besucht, direkt gegenüber vom Stadion. Ich war vormittags im Gymnasium und nachmittags hatte ich einen individuellen Lernplan. Nachmittags hätte ich eigentlich auch in der Schule sein sollen, aber ich habe nachmittags immer trainiert. Ich bin also einfach nur über die Straße gegangen. Wenn am Vormittag Training war, war ich 2 Stunden bis 10 Uhr in der Schule und um 10 Uhr war ich auf dem Platz. Bei Training am Nachmittag war es umgekehrt. In nicht mal 5 Minuten war ich vom Klassenzimmer aus in der Kabine.

AR: Du hast ja dann auch im Ďolíček Stadion gespielt. Würdest Du dieses Stadion als dein Heimatstadion bezeichnen?

JM: Auf jeden Fall. Bohemians spielt immer noch seine Heimspiele im Ďolíček Stadion. Trotzdem gibt es immer wieder Diskussionen, wem das Stadion gehört. Es geht viel um Geld. Fast jedes Jahr gibt es Theater, ob Bohemians dort spielen darf oder ob sie woanders spielen müssen. Aber diese Saison spielen sie im Ďolíček Stadion. Es ist mein Heimatstadion, auch wenn ich dort nicht so viele Spiele gemacht habe. Vielleicht 30 Spiele, weil ich nur 3 Jahre für die Herrenmannschaft gespielt habe, aber in meiner Jugendzeit war es ein Traum da zu spielen. Mit 6 Jahren habe ich bei Bohemians angefangen, mit 17 habe ich mein erstes Spiel für die Herrenmannschaft gemacht, da bedeutet dieses Stadion viel für mich.

AR: Mit welchem Stadion in Deutschland würdest Du es am ehesten vergleichen?

JM: Poah…

AR: Ich habe Fotos gesehen und es ist schwierig.

JM: Es ist richtig schwierig. Da passen ja nur ca. 7000 Menschen rein, oder so.

AR: Es haben ja früher viel mehr reingepasst. So knappe 20.000. Es sieht ein bisschen wie in Fürth aus, bevor dort die Tribünen aufgestellt wurden, finde ich.

JM: Kann sein, ja ja…

AR: Gut, die weiß-grünen Trikots…

JM: …die passen auch, richtig.

AR: Die Abweichung kommt dann beim Känguru. Was hat es damit auf sich?

JM: Es ist das Symbol des Vereins. Bohemians war in der Vergangenheit, ich weiß nicht genau wann, in Australien. 1905 wurde der Club gegründet und bald danach sind sie zu einem Turnier nach Australien geflogen und dort haben Sie das Känguru von einer australischen Mannschaft geschenkt bekommen (1927, Anm. d. Red.). Seit dieser Zeit ist das Känguru das Wappentier des Vereins.

AR: Bei Bohemians hast Du dann in der Herrenmannschaft gespielt, hattest dann Probetrainings bei Schalke, bevor dich Schalke verpflichtet hat. Was hast Du Dir damals dann gedacht in der ersten Zeit, nachdem Du aus Deinem Umfeld in Prag weggezogen bist, weg von der Heimat im Alter von 19 Jahren?

JM: Es war schon echt schwer. Wenn du da sitzt, und du hast die Möglichkeit bei so einem Verein einen Vertrag zu unterschreiben, ist das schon geil. Aber du hast gar keine Ahnung, was auf dich zukommt. Ich war 19, es ist so ein riesiger Schritt und dann sind die ersten Wochen echt schwer. Es wartet eine komplett neue Welt mit einem riesigen Verein, der für dich fast alles machen würde. Du bekommst ein Auto, bist erst in einem 5 Sterne Hotel, dann in einer Wohnung, Deutschunterricht, komplett neue Kabine, Felix Magath dazu. Du sprichst nicht gut deutsch, aber auch nicht super englisch. Die einfachen Sachen schaffst du schon alleine, aber du musst dich irgendwie organisieren. Man kann sich in der Kabine nur ein bisschen unterhalten. Es ist schon richtig schwer. Die ersten Tage waren mehr ein Erlebnis. In eine Kabine zu kommen, in der Kuranyi, Neuer, Rakitic, Halil (Altintop, Anm. der Red.) sitzen, das war schon ein geiles Gefühl. Aber nach ein paar Wochen, nach einem anstrengenden Trainingslager, wo du unter Magath einfach komplett platt warst, da kommen natürlich Tage, wo du dich fragst: War das ein guter Schritt, das zu machen? Wäre es nicht besser zu Hause mit der Familie, mit deinem Verein, wo sie dich schätzen. Ich habe dort von null angefangen, komplett ohne Namen. Das war schon richtig schwer. Aber es wäre zu einfach, nach einem halben Jahr aufzugeben und zu sagen: Sorry, war vielleicht der falsche Schritt, ich gehe doch wieder nach Hause. Aber ich glaube, so geht es vielen Ausländern, die in ein anderes Land gehen. Sie haben dieses Gefühl, dass sie alleine  sind. Ich hatte wirklich Glück, dass Tereza (seine heutige Frau, Anm. der Red.) die ganze Zeit bei mir war. Das war echt eine sehr große Unterstützung. Sie hat sich um viele Dinge gekümmert, Möbel ausgesucht, gekocht. Ich kann sagen, dass ich es ohne Tereza nicht geschafft hätte.

AR: Sie ist dann auch mitgekommen damals?

JM: Ja.

AR: Felix Magath hat ja auch die Sprachkurse vorangetrieben, wenn ich das richtig gelesen habe. Er hat auch gefordert, dass neue Spieler deutsch lernen?

JM: Ja, wir haben einfach per SMS die Termine bekommen, wann in der Woche Deutschunterricht ist. Zwischen Trainingseinheiten oder nach dem Training war 2 oder 3 mal pro Woche 1 Stunde Unterricht. Erstmal die fußballerischen Begriffe und dann auch ein bisschen Grammatik dazu. Ich kann nur sagen, dass ich regelmäßig hingegangen bin, aber die Südamerikaner, die hatten nicht so viel Bock.

AR: Würdest Du sagen, dass es im Nachhinein wichtig war, sofort mit der Sprache anzufangen jetzt auch für die Zukunft? Du bist ja mittlerweile seit 7 Jahren in Deutschland…

JM: Ja, auf jeden Fall. Wenn ich sehe wie wichtig das mit der Sprache ist, dann war es für mich schon gut, dass ich im Gymnasium schon ein bisschen deutsch gelernt hatte. Aber jeder Deutsche weiß das schon zu schätzen, wenn man es wenigstens probiert. Wenn du längere Zeit in Deutschland bist und immer englisch sprichst, dann bist du schon ein bisschen faul. Es ist auch eine verpasste Chance. eine neue Sprache zu lernen. Es macht nicht riesig Spaß zu Hause ein Heft zu öffnen und zu lernen, aber danach ist es ein schönes Gefühl, wenn Du im Ausland bist und du kannst dich mit den Menschen ganz normal unterhalten.

AR: Als du nach Schalke gekommen bist, bist du sicher auch noch regelmäßig in die Heimat zurückgereist. Hat das jetzt abgenommen und bist du jetzt weniger in der Heimat als früher?

JM: Nein, vielleicht ein bisschen. Am Anfang war das Gefühl, dass ich meine Heimat vermisse, einfach extrem. Es war schon ein bisschen brutal. Wir sind immer 800km mit dem Auto gefahren. Mit Magath war es nicht möglich zu wissen, wann man die freien Tage bekommt. Flüge wären von Düsseldorf nach Prag zu teuer gewesen. Wir sind immer an einem Tag 800km gefahren. Dann waren wir einen ganzen Tag zu Hause und danach sind wir wieder 800km zurückgefahren. Das haben wir am Anfang immer gemacht, wenn ich 2 Tage am Stück frei hatte, ca. einmal in 6 Wochen. Auch jetzt, wenn wir 2 Tage frei haben, fahren wir nach Prag und bleiben 1,5 Tage dort. Aber von hier sind es nur 3,5 Stunden.

AR: Was machst du in Prag? Du bist bei deiner Familie, du triffst Freunde. Was sind die Dinge, die du abseits von Personen nur in Prag machen kannst, weil sie besonders und speziell sind?

JM: Einfach dieses Gefühl zu Hause zu sein mit den Eltern, der Schwester, dem Schwager. Zusammen in Ruhe Essen zu gehen, der Blick auf die Prager Burg. Wenn Bohemians spielt, gehe ich ins Stadion, wenn es zeitlich passt. Und auf jeden Fall ins Kino. Einfach in Ruhe Filme in der Muttersprache genießen. Hier gehen wir auch ab und zu ins Kino, aber es ist schon etwas anderes. Hier musst du dich zwei Stunden auf die Sprache konzentrieren und übersetzen und wir schauen nur einfachere Filme. Bei den Besuchen ist es aber das wichtigste, die Familien zu sehen.

AR: Ich war noch nie in Prag. Was sollte ich mir anschauen?

JM: Auf jeden Fall die Altstadt. Eine gute Kneipe im Zentrum, in der es gutes Bier gibt. Das ist gar kein Problem. Es gibt einen Turm namens Petřín, von dem man einen schönen Blick auf die ganze Stadt hat. Das lohnt sich. Vielleicht zum Eishockey. Fußball kann ich nicht so empfehlen. Es ist nicht so viel Qualität in der Liga, da ist es vielleicht besser zum Eishockey zu gehen.

AR: Gibt es Dinge, die man in Prag meiden sollte?

JM: (Lange Pause)

AR: Es ist ja schön, dass einem zu seiner Heimatstadt nicht sofort etwas einfällt, das man nicht tun sollte.

JM: Man muss echt auf seine eigenen Sachen aufpassen. Handy, Geldbeutel und bisschen teurere Sachen, weil es ab und zu gefährlich ist.

AR: Ist dir das schon mal selber passiert?

JM: Nein, nein. Aber es steht wirklich überall wo du fährst, in der U-Bahn, Straßenbahn. Überall sind die Schilder, dass man auf seine Habseligkeiten aufpassen soll.

AR: Also wie auf dem Oktoberfest?

JM: Ja, ja, ganz genau.

AR: Wenn ich dann abends in eine Kneipe gehe, was muss ich unbedingt essen? Gibt es ein typisches Gericht, das du mit Prag verbindest?

JM: Das geht auch in die Richtung vom Oktoberfest. Ente, Rotkohl und ein typischer Knödel. Bei uns sehen die Knödel etwas anders aus, aber sie sind auch sehr gut.

AR: Was hast Du nach Augsburg importiert von den Sachen, die du aus Prag gerne magst?

JM: Das ist eine gute Frage. Vielleicht nach diesen paar Jahren, dieses Gefühl, dass ich hier auch ein bisschen zu Hause bin. Dieses Gefühl hatte ich in Gelsenkirchen und Lautern nicht gehabt. Aber nach allem, was ich hier in Augsburg erlebt habe, da muss ich schon sagen, wir fühlen uns ein bisschen wie zu Hause. Es ist nicht dieses Gefühl wie in Prag, aber es geht in diese Richtung.

AR: Hast Du bestimmte Orte in Augsburg, außerhalb vom Stadion, wo du dieses Gefühl am meisten hast? Welche Ecken gefallen Dir am besten?

JM: Siebentischwald, Kuhsee. Eher so die Natur. Das Zentrum mag ich aber auch gerne. Wir haben aber auch eine gute bekannte Familie, wo die Frau Tschechin ist und der Mann Deutscher. Er hat Eltern hier, die uns oft einladen und wo wir uns immer nett unterhalten.

AR: Danke für deine Zeit und das Interview.

Heimat: Augsburger Spieler sprechen über ihre Wurzeln

Ich komme aus Augsburg. Ich bin dort geboren und in Königsbrunn aufgewachsen. Vor einigen Jahren bin ich nach Frankfurt gezogen und habe hier eine neue Heimat gefunden. Ich bin hier ein “Zuozogener”. In dem Stadtviertel, in dem wir wohnen, sind wir die Fremden. Es gibt gewachsene gesellschaftliche Strukturen, ein Vereins- und Gemeindeleben. Mir ging es ähnlich wie vielen Fußballspielern, die zu einem neuen Club kommen, wie all den Flüchtlingen, die ihr Land verlassen mussten, um eine sichere Unterkunft zu erreichen. Ich war fremd, als ich angekommen bin, musste mich orientieren und war darauf angewiesen, von anderen aufgenommen und integriert zu werden. Dabei waren die Hürden nicht annähernd so groß wie bei den vielen Flüchtlingen, die in unser Land kommen. Wie viele auf dem Weg sterben, wird schon gar nicht mehr registriert. Es ist beschämend und traurig.

In diesen Tagen liest man viele Meinungen. Personen mit fremden Wurzeln sind in der eigenen Nachbarschaft nicht gern gesehen oder ein gewisses Unwohlsein auf Grund der Fremdartigkeit von Verhaltensweisen schleicht sich ein. Angetrieben von rechten Hetzern, die aus ihren Löchern gekrochen sind, um auf den Zäunen ihre rassistischen Parolen verbreiten, werden Ängste geschürt. Es brennen Flüchtlingsunterkünfte. Viele der Menschen, die sich gerade verängstigen lassen, sitzen am Wochenende im Stadion, um Spielern aus vielen Ländern dieser Welt zuzujubeln. Diese Spieler waren zu Beginn genau so fremd in ihren Vereinen, wie ich es in Frankfurt war oder es all diese hilfsbedürftigen Flüchtlinge in unserem Land meist immer noch sind.

Mir ist es als Blogger in diesem Zusammenhang wichtig, Position zu beziehen. Ich hatte daher die Idee, mich mit Spielern des FC Augsburg zu unterhalten, um mich über diese Fremdartigkeit auszutauschen. Wo kommen unsere Spieler her? Wie empfinden die Spieler, wenn sie nach Augsburg kommen? Es ging dabei nur am Rande um Fußball, um das was auf dem Platz passiert. Es geht um die Menschen. Fremdartigkeit sollte nicht angsteinflößend sondern faszinierend und bereichernd sein. Wir sollten unsere Sinne schärfen und von fremden Ideen und Einflüssen lernen. Ich habe mir zumindest Mühe gegeben. Das wir dabei selbst manchmal befremdlich wirken können, sollte uns bewusst sein. Uns Augsburgern mit unserem Gegrantel noch am ehesten.

Bald auf rosenau-gazette.de: Mein Interview mit Jan Moravek. #FCAugsburg #FCA #keineSau

Ein von Andreas Riedl (@andyriedl) gepostetes Foto am

In einem ersten Interview habe ich mich mit Jan Moravek zusammengesetzt. Unser Gespräch könnt ihr bald hier nachlesen. Ein weiteres Gespräch ist zumindest schon angedacht. Man kann sich mit Fußballern auch gut über Geschehnisse abseits des Platzes unterhalten. Manchmal muss man nur fragen.

Wer sich nun denkt: Was soll das? Warum geht es nicht um Fußball? Ich würde euch bitten, offen an die Sache heranzugehen. Jegliche Hetze oder rechte Propaganda dürft ihre euch jedoch schenken. Es wird keiner dieser Kommentare veröffentlicht werden. Wer etwas in diese Richtung kommuniziert braucht meine Texte nicht zu lesen und auf meinen Blog nicht zurückzukommen. Ich bin auf eure Klicks nicht angewiesen. “Kein Fußball den Faschisten” sollte nicht eine politische Äußerung sondern gesellschaftlicher Konsens sein. Auf diesem Blog wird dies immer einer der Grundsätze sein.