Auf dem Weg zur Stabilität

Dieser Text erschien zuerst in der Kolumne „Einwurf aus der Rosenau Gazette“ bei presse-augsburg.de.

Wenn man auf den FC Augsburg schaut, dann war es in den letzten Jahren immer so, dass irgendetwas war, was den nachhaltigen sportlichen Erfolg verhinderte. Über viele Jahre lief es nicht gut. Es kumulierte, bis letztes Jahr das Team auf Schützenhilfe angewiesen war, um die Klasse zu halten. Trainer kamen, Trainer gingen. Leistungsträger sahen ihre Zukunft bei anderen Clubs. Eine allgemeine Unzufriedenheit war an allen Ecken zu erkennen, nur zu beheben wusste sie lange keiner.

Momentan ist das anders. Ja, man kann an manchen Stellen weiter konstruktiv Kritik üben (wie ich es ja regelmäßig mit Blick auf die Durchlässigkeit vom NLZ zu den Profis tue). Was will man an den im Tagesgeschäft beheimateten Themen groß kritisieren? Dass man gegen heimstarke Bochumer nur 1:1 gespielt hat? Um was es jetzt geht: Stabilisierung. Der FCA muss jetzt zeigen, dass er regelmäßig sportlich überzeugen kann, damit endlich Ruhe einkehrt. Die Voraussetzungen hierfür sind besser denn je.

Beste Voraussetzungen

Ich hatte gefordert, dass der Kader im Winter einen Umbau braucht. Von mir war klar formuliert, dass der FCA mindestens 6 Spieler abgeben soll. Dazu rechnete ich mit 1-2 qualitativ hochwertigen Neuzugängen. Marinko Jurendic legten hier Punktlandungen hin. Sieben Spieler, die in der Hinrunde kaum bis keine Rolle gespielt hatten, verließen den Verein für immer oder zumindest für die Rückrunde. Mit Jakic und Pep Biel kamen zwei Neuzugänge, die beide schon zeigen durften was sie können.

Hervorzuheben ist an dieser Stelle auch, dass der FCA keinen Leistungsträger abgegeben hat. Ruben Vargas, der mit der Fiorentina in Verbindung gebracht wurde, blieb schlussendlich, nachdem man immer wieder von unterschiedlichen Angeboten lesen konnte. Und bei den Top-Leistungsträgern wie Ermedin Demirovic kamen noch nicht einmal Gerüchte auf. Mit Jeff Gouweleeuw konnte man einen Dauerbrenner der Hinrunde und eine Stütze des Teams sogar für mindestens eine zusätzliche Saison binden. Arbeit für alle zusammen bleibt trotzdem.

Jakic brachte zusätzliche Qualität, jetzt müssen alle das Maximum aus sich herausholen. (Photo by Christof Koepsel/Getty Images)

Weitere Verbesserungen notwendig

Standard-Trainer Lars Knudsen, der nun im Winter zusätzlich zum Trainerteam hinzugestoßen war, beurteilen wir nun mal nicht an seinem kurzfristigen Erfolg. Man kann offensiv die ein oder andere neue Variante, gerade auch bei den Ecken, erkennen, zählbares brachten diese Veränderungen aber noch nicht ein. Und auf der Gegenseite spielt der FCA weiterhin nicht zu null, weil die anderen Teams zumindest über Standards im Moment regelmäßig zum Erfolg kommen. Als Bochumer Stürmer konnte man sich nur wundern, wie der Ball nach einer Ecke so wundervoll den Weg fand und dann auch noch der Platz für den Seitfallzieher da war. Was ein Loch mitten im Sechzehner. An der Standardverteidigung arbeiten wir dann unter der Woche noch einmal.

Auf der anderen Seite hat der Kader nicht nur in der Spitze eine gute Qualität, sondern auch eine Breite. Von Konkurrenzkampf ist da zu lesen. Jess Thorup hat auf der anderen Seite seine Stammelf gefunden, von der nun nicht mehr abzuweichen scheint. Jakic für Dorsch ist der Verletzung von Niklas zuzuschreiben. Ansonsten ist die erste Elf des FCA absolut berechenbar. Auf der anderen Seite muss der ein oder andere Spieler aus der zweiten Reihe seine Chance bekommen, wenn er auf sich aufmerksam machen kann. Wie viel mehr soll z.B. ein Arne Maier tun, als einen Schuss an den Pfosten zu setzen und mit seinem Abschluss für den Elfmeter zu sorgen, um mehr Einsatzzeit oder auch eine Chance von Anfang an zu bekommen? Trotz Kaderausdünnung wird es Unruhe geben, wenn das Leistungsprinzip durch festgefahrene Rollen nicht mehr gilt. Hier wird es in den nächsten Wochen darauf ankommen, das Gleichgewicht zwischen festen Routinen und notwendigen Wechseln zu finden.

Kleinigkeiten

Die Bundesliga bleibt eine Liga in der Nuancen über den Ausgang von Partien entscheiden. Gerade die Interpretationen im Nachgang einzelner Partien bleiben spannend. Ich habe gestern an mancher Stelle gelesen, wie enttäuschend der Auftritt des FC Augsburg in Bochum gewesen sei. Das sehe ich nicht so. Bochum ist ein Team, dass versucht einen – ähnlich wie wir selbst – über intensives Spiel aus dem Konzept zu bringen. Das ist ihnen nicht gelungen. Man mag sich als FCA-Fan fragen, warum es bis zur zweiten Halbzeit brauchte, bis der FCA das Heft des Handelns übernahm. Ab dann war es bis zum Bochumer 16er flüssig. Am Ende stand ein höherer xG-Wert auf unserer Seite, genau wie mehr Abschlüsse und Ecken. Die Abschlüsse waren nicht zwingend und der Ausgleich am Ende war glücklich, aber mitnichten unverdient. Bei einem anderen Spielverlauf wäre hier mehr drin gewesen. So heißt es darauf aufbauen und weitermachen. Und eben nicht wieder in Rückstand geraten. Oder unruhig werden. Der FCA ist – wenn er sich nicht irritieren lässt – auf dem Weg zur Stabilität.

Es ist angerichtet

Endlich ist er da. Der Rechtsverteidiger, den wir Fans uns seit Monaten, wenn nicht Jahren, sehnlichst gewünscht haben. Oder seit eben feststeht, dass Robert Gumny, der vor nunmehr drei Jahren zum FC Augsburg gestoßen ist, der Verantwortung auf der rechten Abwehrseite leider nicht gewachsen ist.

Die Wahl der FCA-Verantwortlichen ist auf Kevin Mbabu gefallen, 28 Jahre alt, (früherer) Schweizer Nationalspieler, ausgeliehen vom FC Fulham bis zum Saisonende. Als 17-Jähriger wechselte Mbabu erstmals auf die Insel zur B-Auswahl von Newcastle United. Bevor es ihn über verschiedene Leihstationen zu den BSC Young Boys in die Schweiz und von 2019 bis 2022 zum VfL Wolfsburg in die Bundesliga verschlug. An diese Zeit dürfte sich der oder die eine oder andere noch erinnern. Mbabu bestritt für die Wölfe 82 Pflichtspiele, bevor er ins hintere Glied rutschte und vorzeitig wieder nach England wechselte. Beim Fulham kam er jedoch genauso wenig zum Einsatz, weshalb er die abgelaufene Rückrunde als Leihspieler bei seinem Jugendverein Servette FC verbrachte.

Kleiner Wandervogel?

Mbabu hat also schon reichlich Erfahrung in unterschiedlichen europäischen Ligen gesammelt, kennt seine neuen Teamkollegen Ruben Vargas von der Nati, Elvis Rexhbecaj aus der VW-Stadt. Auch an seinen Landsmann Gerardo Seoane, aktuell Trainer in Gladbach, dürfte Mbabu gute Erinnerungen haben. Unter ihm wurde er mit Bern zum zweiten Mal Schweizer Meister und spielte sogar Champions League. Trotzdem konnte sich der Sohn einer Kongolesin und eines Franzosen bei seinen Vereinen – mit Ausnahme der YB vielleicht – nie so ganz etablieren, zog gegen Konkurrenz oft den Kürzeren und wegen nicht erfüllter Erwartungen auf beiden Seiten dann weiter zum nächsten Club.

Drei Jahre lang streifte sich Kevin Mbabu in der Bundesliga das Trikot des VfL Wolfsburg über. (Photo by Ronny Hartmann/Getty Images)

Hallerluja – ein Rechtsverteidiger!

In Augsburg ist dieser Aspekt allerdings zweitrangig, da der gelernte Rechtsverteidiger in dieser einen Saison für den FCA außer Konkurrenz spielt. Wenn nicht Gumny eine plötzliche Leistungsexplosion hinlegt (was sehr unwahrscheinlich ist) oder Arne Engels weiterhin positionsfremd eingesetzt wird (was ich nicht hoffe). Auch, dass der pfeilschnelle Mann u.a. sein Defensivverhalten oder seine Ausdauer ausbauen könnte, halte ich erst einmal für verschmerzbar.

Denn was in erster Linie zählt, ist doch: Hallerluja! Wir haben einen Rechtsverteidiger! Der mit dieser Position vertraut und außerdem heiß auf Spielpraxis ist, um sich (wieder) für seinen Stammverein zu empfehlen. Der FCA könnte nach Saisonende mit Fulham auch erneut Gespräche führen, diesmal über eine feste Verpflichtung, die mit 3-4 Mio. € allemal im Budget läge. Aber das ist natürlich Zukunftsmusik. Jetzt muss Mbabu erst einmal engagiert seinen neuen Job machen.

Noch ein Außenverteidiger?

Das Gleiche gilt für Japhet Tanganga, 24-jähriger Engländer von den Tottenham Hotspurs, der nun ebenfalls für ein Jahr leihweise zum FCA kommt. Zusätzlich wurde eine Kaufoption von angeblich 5,5 Mio. € vereinbart und u.a. an die absolvierten Einsätze geknüpft. Für Tanganga ist Augsburg die erste fußballerische Auslandserfahrung. Denn seit er zehn Jahre alte ist, hat er für keinen anderen Club gespielt als für die Spurs. Für sie gab er mit 20 auch sein Premier League-Debüt. Unter José Mourinho gegen den FC Liverpool.

Der portugiesische Trainer war es auch, der damit begann, den jungen Innenverteidiger auf die für ihn bis dahin unbekannte rechte Außenverteidigerposition zu stellen. Doch egal, auf welcher Position Tanganga auflief – Mourinho hielt immer große Stücke auf seinen Nachwuchsspieler. Zwar sah er bei ihm noch Verbesserungsbedarf, z.B. bei seinen Flanken oder beim Timing im Angriffsspiel, aber eben auch seine Stärken, wie eine sichere Ballbehandlung und dass Tanganga kaum Fehler unterlaufen:

„As you know he is not a giant, he needs to improve, his crossing needs to improve, the timings to arrive in attacking positions. […] But he is comfortable with the ball, he doesn’t make many mistakes, he is solid, reads the game well and is a player we can trust.“

José Mourinho über Japhet Tanganga in The Mirror vom 03. August 2021

Daneben zählen zu Tangangas Stärken auch aggressives Gegenpressing, gerade bei technisch hochklassigen Spielern, und die Fähigkeit, gefährliche Bälle abzufangen und zu entschärfen. Ein ausführliches, sehr interessantes Spielerprofil findet ihr hier.

Japhet Tanganga zeichnet sich u.a. durch seine Ballsicherheit aus. (Photo by Trevor Collens/AFP via Getty Images)

Verletzungsgeplagt?

Nach dem geglückten Debüt 2020 musste Tanganga aber erst einmal eine Reihe von Verletzungen wegstecken. Betroffen war der Rücken, der Oberschenkel, die Schulter. Zwei Jahre später lange Zeit das Knie. Das führte dazu, dass der Verteidiger oft pausieren musste, in mehr als dreieinhalb Jahren Premier League lediglich auf 27 Einsätze kommt. Immer wieder stand deshalb zur Debatte, ihn für mehr Spielpraxis z.B. in die Süper Lig oder in die Serie A zu verleihen. Dieses Jahr sollen u.a. auch Frankfurt oder Leverkusen an Tanganga dran gewesen sein.

Geklappt hat eine Leihe jetzt aber erstmals zum FCA. Wofür sich Michael Ströll, der die Verhandlungen führte, durchaus auf die Schulter klopfen darf. Spurs-Clubchef Daniel Levy gilt schließlich als härtester Verhandlungspartner im Weltfußball. Die Kaufoption, die an Einsätze geknüpft ist, dürfte u.a. auch vereinbart worden sein, um Tangangas Gesundheit auf den Prüfstand zu stellen und sich seine Dienste nur zu sichern, wenn sie hält. Im Testspiel gegen Fürth konnte der Neuling wegen einem Schlag, den er vor ein paar Wochen aufs Knie bekommen hatte, jedenfalls noch nicht mitmachen.

Mehrere Optionen in der Defensive

Ich schätze aber ohnehin, dass Tanganga in einer Viererkette zunächst einmal als Backup für Patric Pfeiffer in der rechten Innenverteidigung eingeplant ist, um dort mit Maxi Bauer zu konkurrieren. In einer Dreierkette könnte er aber auch etatmäßig als rechter IV eingesetzt werden. Oder, wie unter Mourinho einstudiert, in der rechten Außenverteidigung, wenn dort akuter Personalmangel herrscht. Enrico Maaßen hat in der Defensive mit Tanganga also mehrere Optionen zur Verfügung. Als Trainer, der auf Flexibilität bei Positionen und Rollenverteilungen setzt, dürfte ihm das Profil des Engländers sehr entgegenkommen.

Mit Mbabu und Tanganga wurden kurz vor Ende der Transferphase tatsächlich – ich konnte es kaum glauben – die dringendsten Kaderbaustellen bearbeitet. Auf mich als Außenstehende wirkt es so, als hätten die Verantwortlichen dabei einen wirklich guten Job gemacht. Neben Ströll ist hier auch unser neuer Sportdirektor Marinko Jurendic zu nennen. Sie beide haben dafür gesorgt, dass zusammen mit den bisherigen Zugängen personell nun alles angerichtet ist. Für eine Saison, in der wir Fans uns nicht bis zum letzten Spieltag vor dem Abstieg fürchten müssen. Für mich ist spätestens jetzt unser Trainer am Zug, um dieses Ziel nach der Länderspielpause zusammen mit dem Team in die Tat umzusetzen.

Der Unterschied

Hatte man vielleicht auf Grund der Historie vor dem Winter noch angenommen, dass der FC Augsburg sich auf dem Transfermarkt ruhig verhalten würde, so war dies ein Trugschluss. Insgesamt hatten wir viele der Neuzugänge in der Zwischenzeit schon vorgestellt (zuerst Arne Engels und dann später die nächsten vier). Damit sollte allerdings noch nicht Schluss sein. Zum Ende der Transferperiode verpflichtete der FCA noch Renato Veiga und Nathanael Mbuku.

Noch zwei Neuzugänge

Renato Veiga, das unbeschriebenere Blatt von beiden Spielern, wechselte aus der zweiten Mannschasft von Sporting Lissabon zum FCA. Er ist U20 Nationalspieler Portugals und wurde vom FCA nun für die nächsten 12 Monate für kleines Geld ausgeliehen bevor man wohl auch eine Kaufoption hat. In Portugal bekleidete er meist die Rolle eines zentralen Mittelfeldspielers. Bei seinem ersten Einsatz für den FCA in Mainz durfte man ihn direkt links defensiv auf dem Flügel beobachten, wo er nach den Ausfällen von Mads Pedersen und Iago den Vorzug vor dem eigenen Nachwuchstalent Aaron Zehnter erhielt.

Nathanael Mbuku ist wie viele der Neuzugänge Juniorennationalspieler seines Landes (Photo by Naomi Baker/Getty Images)

Nathanael Mbuku ist auch erst 20 Jahre alt, hat im Gegensatz zu Veiga allerdings schon viel Profierfahrung sammeln können. Er kommt mit 80 Ligue 1 Spielen auf der Habenseite und wurde fest von Stade Reims verpflichtet. Dort war er in der Hinrunde etwas ins Hintertreffen geraten und hat nun in Augsburg eine neue Heimat gefunden. Er ist auf der linken offensiven Außenbahn zu Hause und sollte sich hier zu einer sinnvollen Alternative im in der Hinrunde oft ausgedünnten Mannschaftsteil entwickeln. Gerade die intensive Spielweise dort vorne könnte ihm allerdings nun zu Beginn neu sein und eine gewisse Zeit für die Eingewöhnung erforderlich machen.

Die Wette auf Talente

Mit diesen Verpflichtungen geht der FC Augsburg ins Risiko. Man ließ im Winter bewusst Spieler gehen, deren weitere Entwicklung in Augsburg überschaubar gewesen wäre. Man wusste wohl, was man an Florian Niederlechner und Carlos Gruezo hat. Eine große Entwicklung beim FCA hat man beiden wohl berechtigterweise nicht mehr zugetraut. Dennoch handelte es sich um Spieler, die in der Bundesliga angekommen sind und dort schon ihre Qualitäten bewiesen hatten.

Als nun die Neuzugänge nach Augsburg kamen, hat Enno Maaßen herausgestellt, dass jeder der Spieler etwas besonderes mitbringt, was im Kader momentan nicht so vorhanden war. Er erhofft sich von den meist jungen Kräften, dass sie ihm zusätzliche Möglichkeiten eröffnen, Gegner unter Druck zu setzen. Die zusätzlichen Fähigkeiten sollten ab und an den Unterschied machen und zu Punkten führen. Zu mehr Punkten, als die langweiligen, etablierten Kräfte dies getan hätten, die man abgab.

Augen auf die Erlöse

Dabei gibt es allerdings noch eine zweite Komponente neben dem sportlichen Erfolg. Seit Jahren ist es dem FCA schon nicht mehr gelungen, ein ordentliches Transferplus einzufahren. Spieler wurden zwar gekauft, allerdings teilweise schon teuer. Dazu verblassten die Chancen auf einen ordentlichen Wiederverkaufspreis dann zumeist mit jedem Jahr weiter. In einigen Fällen hätte man sich – wenn möglich – früher trennen sollen, so schmerzhaft dies kurzfristig sportlich gewesen wäre.

Bei Reece Oxfords Entwicklung hätte ein großer Verein vielleicht längst angeklopft, wenn Verletzungen nicht dazwischen gekommen wären. (Photo by Maja Hitij/Getty Images)

Andere Vereine machen es vor, wie es geht. Mainz verkaufte Niakhaté für 10 Mio EUR und Jeremiah St. Juste für 9,5 Mio. EUR. Bei Freiburg wechselte Nico Schlotterbeck zum BVB für 20 Mio EUR. Der Transfer von Kevin Schade nach Brentford wird den Breisgauern zusätzlich geschätzte 25 Mio. EUR in die Kassen spülen. In Hoffenheim spielten Raum und Rutter zusammen über 50 Mio. EUR in die Kassen. Top Abgang in dieser Saison ist Carlos Gruezo für kolportierte 2,7 Mio. EUR Ablöse.

Zukünftige Wettbewerbsfähigkeit

Damit der FC Augsburg auch in Zukunft davon träumen darf in der ersten Bundesliga an mehr zu arbeiten als den jährlichen Klassenerhalt – und das wird schon schwer genug – ist es notwendig, dass über Transfererlöse wirtschaftliche Möglichkeiten geschaffen werden.

Die Voraussetzungen sind so gut wie seit langem nicht mehr. Mit Enno Maaßen hat man einen Trainer gefunden, der mit Talenten arbeiten kann und bereit ist diese direkt ins kalte Wasser zu werfen. Anscheinend hat man – wie der Transfer von Arne Engels zeigt – auch eine fähige Scoutingabteilung, die in der Lage ist Talente zu identifizieren. Jetzt wäre es ja gelacht, wenn daraus nicht etwas Gutes wachsen würde. Zumindest für Talente ist der FCA schnell wieder zu einer attraktiven Adresse geworden, auch wenn wir als Fans uns dann vielleicht auf den ein oder anderen schmerzhaften Abschied einstellen müssen. Immerhin waren die Jungs dann bei uns aber auch richtig erfolgreich!

Die Woche der Wahrheit

Einen Schuss brachte der FC Augsburg im Auswärtsspiel bei der TSG Hoffenheim auf den gegnerischen Kasten. In einer von Augsburger Harm- und Ideenlosigkeit geprägten Partie hatte die wahrlich keine Sterne vom Himmel spielende TSG nie wirklich Probleme, die drei Punkte einzufahren. Eine verdiente Niederlage aus FCA-Sicht.

Damit hat die Mannschaft von Trainer Enrico Maaßen drei der vier Ligaspiele verloren. Der glückliche 2:1-Sieg in Leverkusen kaschiert die Augsburger Probleme zum Start. Das 0:4 gegen Freiburg war blamabel, das 1:2 gegen Mainz dämlich, das 0:1 in Hoffenheim mutlos. Der Blick in der Tabelle geht damit abermals nach unten. Die angespannte Personallage um den verletzten Stammspieler Felix Uduokhai dämpft die rot-grün-weiße Gemütslage zusätzlich. Aber ist alles schlecht? Noch ist Zeit für eine Trendwende. Der FCA steht vor einer entscheidenden Woche – die womöglich maßgeblich über den weiteren Saisonverlauf bestimmt.

Transfers, Herr Reuter

Der Transfermarkt ist noch bis zum 1. September geöffnet. Dass der FC Augsburg gerne noch Spieler verpflichten möchte, ist kein Geheimnis. Bedarf besteht auf der (vor allem defensiven) rechten Außenbahn sowie verletzungsbedingt womöglich in der Innenverteidigung. Außerdem würde ein torgefährlicher Offensivspieler den Schwaben sehr gut zu Gesicht stehen. Weder Ermedin Demirovic noch Ricardo Pepi oder Florian Niederlechner machten in Sinsheim nachhaltig auf sich aufmerksam. Ersterer wusste zumindest in den vorherigen Partien zu gefallen.

Bemüht, aber glücklos: Neuzugang Ermedin Demirovic. Braucht der FCA einen weiteren Stürmer? (Photo by Christian Kaspar-Bartke/Getty Images)

Ferner sollte sich Manager Stefan Reuter etwas um Kaderausdünnung bemühen. Einen Stammspieler kann und wird der FCA nicht mehr abgeben, einige Profis könnte man jedoch problemlos von der Gehaltsliste streichen. Oder verleihen, um ihnen wie im Falle Maurice Malones Spielpraxis zu geben.

Reuter steht in dieser Woche unter Druck. Die Fans erwarten weitere Neuzugänge, der spielerische Offenbarungseid in den ersten Partien legte die Schwächen dieser Mannschaft offen. Noch kann der Manager gegensteuern und den (eigentlich bundesligatauglichen) Kader punktuell verstärken. Die von Verein ausgerufene Devise “Wir machen nur was, wenn uns der Spieler direkt weiterhilft” ist richtig. Ob gegen Ende der Transferperiode solche Spieler überhaupt noch auf dem Markt sind, gleichzeitig aber auch fraglich.

Steht vor ereignisreichen Tagen: FCA-Manager Stefan Reuter ist in puncto Transfers gefordert. (Photo by Alexander Hassenstein/Getty Images)

Heimsieg gegen Hertha

Zum Wochenabschluss trifft der FCA am Sonntag zu Hause auf Hertha BSC. Eine Mannschaft, mit der sich der FCA in dieser Saison messen lassen muss. Eine Mannschaft, die erst einen Zähler auf dem Konto hat (1:1 gegen Frankfurt). Eine Mannschaft, die die wenigsten Tore der Liga erzielt hat (2). Und damit eine Mannschaft, die der FCA schlagen muss. Sechs Zähler nach fünf Partien wären in Ordnung. Man wäre im Soll und würde den Abstand auf die Konkurrenz wahren.

Das Hertha-Spiel ist elementar für den weiteren Saisonverlauf. Ein Sieg kann beruhigen und der Mannschaft für das anschließende Duell mit Aufsteiger Bremen zusätzlichen Schub verschaffen. Eine Niederlage sorgt zwangsläufig für Krisenstimmung, zumal nach dem Bremen-Spiel die Bayern kommen.

Noch ist keineswegs alles schlecht – wie von manchen (zurecht) frustrierten Fans in sozialen Medien suggeriert. Der FC Augsburg ist allerdings gefordert, die Weichen für eine Trendumkehr zu stellen. Mit dem ein oder anderen guten Transfer. Und einem Heimsieg gegen Hertha. Der FCA hat es selbst in der Hand, wie über ihn Anfang September gesprochen wird.

Der Sportdirektor und seine Transfers

Präsident weg. Trainer weg. Nachfolger noch nicht gefunden. Kaderzusammenstellung unklar. Beim FC Augsburg kriselt es. Auch wegen vereinsinterner Machtkämpfe. Hauptprotagonist des “Kaschperletheaters”, wie es die aktive Fanszene nannte, ist Stefan Reuter. Wir wollen daher einen genaueren Blick auf die Arbeit des Geschäftsführers Sport werfen. In unserer Artikelreihe geht es nach dem vorherigen Kapitel “Trainer” heute um Stefan Reuter und seine Transfers. Wo hat der Manager ein glückliches Händchen bewiesen? Wo lag er daneben? Und ist seine Arbeit nun insgesamt gut oder schlecht? Ein Annäherungsversuch.

Reuter-Transfers: 68 in 10 Jahren

Die nackten Zahlen: Stefan Reuter ist seit Dezember 2012 Manager des FC Augsburg. Seitdem hat der FCA 68 Spieler fest verpflichtet. Leihgeschäfte fließen nicht in die Statistik mit ein, ebenso wenig wie mit einem Profivertrag ausgestattete Jugendspieler. Dem gegenüber stehen 27 verkaufte Profis. 26 weitere verließen den Verein ablösefrei. Das schauen wir uns einmal detaillierter an.

Reuter-Transfers: Blick auf die Finanzen

Während Stefan Reuters Amtszeit, beginnend mit dem Transferfenster im Winter 2013 und endend mit der festen Verpflichtung Arne Maiers im Mai 2022 hat der FCA rund 140 Millionen Euro für Transfers ausgegeben. Um diese Zahlen in Relation zu setzen, soll der FCA mit Mainz 05 verglichen werden. Ein Verein mit ähnlichen Mitteln wie der FCA, der obendrein auch noch seit der Ära Reuter in der Bundesliga spielt. Beim FSV sind es in diesem Zeitraum 155 Millionen Euro. Einen Wert, den Borussia Dortmund alleine in den vergangenen drei Jahren erreicht.

Der FCA gehört zu den Vereinen in der Liga, die am wenigsten für Transfers ausgeben. Aufsteiger wie Greuther Fürth oder der FC Ingolstadt liegen freilich hinter den Schwaben. Doch unter denen Vereinen, die seit 2012 in der Bundesliga spielen, gibt der FCA am wenigsten Geld aus. Der Abstand zu Mainz wäre zudem größer, rechnet man die US-Millionen raus, die man im Winter für Ricardo Pepi bezahlt hat. Der 19-Jährige ist der mit Abstand teuerste Neuzugang unter Stefan Reuter. Der besseren Vergleichbarkeit halber beziehen wir uns auf Zahlen von transfermarkt.de.

Augsburger Rekord-Neuzugänge

Ricardo Pepi 2022 vom FC Dallas16,4 Millionen Euro
Martin Hinteregger2016 von RB Salzburg10,5 Millionen Euro
Tomas Koubek2019 von Stade Rennes7,5 Millionen Euro
Niklas Dorsch2021 von KAA Gent7 Millionen Euro
Felix Uduokhai2020 vom VfL Wolfsburg7 Millionen Euro

Den Ausgaben stehen Transfereinnahmen von rund 94 Millionen Euro zur Verfügung. Leihgebühren, wie sie etwa der FC Southampton für Kevin Danso gezahlt hat, fließen nicht in die Statistik mit ein. Auch hier wieder der Vergleich mit Mainz: Die Nullfünfer haben im selben Zeitraum rund 225 Millionen Euro durch Spielerverkäufe erzielt. Während Mainz bei den Transferausgaben noch vergleichsweise nah am FCA liegt, sind die Transfererlöse 2,5-mal so groß. Das liegt daran, dass der FSV immer wieder Spieler für sehr viel Geld verkauft hat, etwa Abdou Diallo (für 28 Mio Euro zu Dortmund), Jean-Philippe Gbamin (für 25 Mio Euro zu Everton) oder Jhon Cordoba (für 17 Mio Euro zu Köln). Ein Transfer dieser Größenordnung ist Stefan Reuter nur einmal gelungen, wie der Blick auf die Augsburger Rekord-Abgänge zeigt.

Augsburger Rekord-Abgänge

Abdul Rahman Baba2015 zum FC Chelsea26 Millionen Euro
Martin Hinteregger2019 zu Eintracht Frankfurt9 Millionen Euro
Philipp Max2020 zur PSV Eindhoven8 Millionen Euro
Marco Richter2021 zu Hertha BSC7 Millionen Euro
Jeong-ho Hong2016 zu Jiangsu FC6 Millionen Euro

So weit zu den reinen Fakten. Der FC Augsburg kann mittlerweile Transfers der Marke Ricardo Pepi stemmen und investiert deutlich mehr in Spieler als Zweitligaaufsteiger wie Greuther Fürth oder der VfL Bochum. Die Franken haben 1,4 Millionen Euro ausgegeben, der VfL keinen einzigen Cent. Union Berlin machte nach dem Bundesligaaufstieg übrigens 18 Millionen Euro locker. Im Vergleich mit Mainz fällt auf, dass der FCA im Ligavergleich mithalten kann, allerdings deutlich weniger durch Transfereinnahmen einnimmt. Wie ist das zu bewerten? Hat Stefan Reuter hier schlecht verhandelt? Schauen wir uns ein paar Transfers genauer an. Entscheidend ist hier unter anderem die Vertragssituation des Spielers, sein zum Verkaufszeitpunkt geschätzter Marktwert und die Summe, die der FCA zuvor bezahlt hat. Wir beginnen mit den positiven Aspekten.

Hier hat Reuter gut gewirtschaftet

  • Abdul Rahman Baba: Reuters Königstransfer. 2014 von Zweitligist Fürth für kolportierte 2,5 Millionen Euro geholt. Damaliger Marktwert: 1,5 Millionen Euro. Nach einer bärenstarken Saison für 26 Millionen Euro an den FC Chelsea verkauft. Damaliger Marktwert: 10 Millionen Euro. Spieler zum sportlichen Höhepunkt verkauft, Baba konnte nirgendwo an die Saison 2014/15 anknüpfen, zuletzt in die zweite englische Liga verliehen.
  • Jeong Ho-Hong: 2013 für 2 Millionen Euro aus Südkorea geholt. Damaliger Marktwert: 750 Tausend Euro. Nach drei soliden, keineswegs aber überragenden Jahren für 6 Millionen Euro in die damals mit Geld um sich werfende chinesische Liga verkauft. Damaliger Marktwert: 2 Millionen Euro. Spieler zum richtigen Zeitpunkt verkauft, mehr hätte man zumal bei einem Jahr Restvertrag nicht für den Südkoreaner bekommen.
  • Kevin Danso: Augsburger Eigengewächs. Hätte Reuter gerne langfristig beim FCA gesehen. Stellte sich bei Wechselwünschen des Youngsters quer. Durch eine Leihe an den FC Southampton und zu Fortuna Düsseldorf konnten 4 Millionen beziehungsweise 500.000 Euro generiert werden. Damaliger Marktwert: 8 beziehungsweise 6,3 Millionen Euro. Nach Unstimmigkeiten und abgelehntem Wechselwunsch 2020 für 5,5 Millionen Euro nach Lens verkauft. Damaliger Marktwert: 5 Millionen Euro. Rechnet man die Leihgebüren mit ein, ein aus finanzieller Sicht insgesamt guter Transfer. Als Nachwuchsprofi keine Ablöse für den FCA gekostet. Insgesamt wäre aber auch wohl ein Verkauf zu einem sportlich und damit finanziell besseren Zeitpunkt möglich gewesen.
Kevin Danso machte insgesamt 44 Spiele für Augsburg (3 Tore, 2 Vorlagen). (Photo by Getty)

Hier war für Reuter mehr drin

Der Danso-Transfers lässt bereits ein gewisses Gefühl bei FCA-Transfers erahnen. Wäre bei klugerer Verhandlungsweise nicht vielleicht etwas mehr drin gewesen? Hätte man den Spieler womöglich schon früher verkaufen können? Auch hierfür gibt es in der Ära Reuter einige Beispiele. Etwa Marco Richter, den Reuter für 7 Millionen Euro verkauft hat, der bei Markthöchstwert von 10 Millionen Euro aber wohl auch teurer verkauft hätte werden können. Oder Konstantinos Stafylidis, den Reuter nicht nach Hamburg ziehen lassen wollte. Oder aus dem aktuellen Kader Ruben Vargas, dessen Marktwert laut transfermarkt.de zuletzt von 13 auf 9 Millionen Euro gefallen ist.

Prominentestes Beispiel ist aber Philipp Max. Grundsätzlich ein starker Reuter-Transfer. Für 3,8 Millionen Euro aus der Zweiten Liga geholt, zum Stammspieler geformt, bei zwei Jahren Restvertrag gewinnbringend für 8 Millionen Euro verkauft. Das große Aber: Damaliger Marktwert: 15 Millionen Euro. Max´ höchste Martkwerteinstufung liegt sogar bei 20 Millionen Euro. Der Linksverteidiger war Bundesligastammspieler, Olympiateilnehmer, Nationalmannschaftskandidat – und überlebenswichtig für den FCA. Hier hat sich Reuter gegen das größte Transferplus entschieden, oder lapidar gesagt: verzockt. Das trifft auch auf einige ablösefreie Transfers zu.

Tolle Bilanz beim FCA: 156 Spiele, 15 Tore, 29 Vorlagen. (Photo by Christian Kaspar-Bartke/Bongarts/Getty Images)

Ablösefreie FCA-Abgänge

Rani Khedira2021 zu Union BerlinDamaliger MW: 5 Mio. Euro
Marwin Hitz2018 zu DortmundDamaliger MW: 4 Mio. Euro
Ja-Cheol Koo2019 zu Al-GharafaDamaliger MW: 3,5 Mio. Euro
Konstantinos Stafylidis2019 zu HoffenheimDamaliger MW: 3 Mio. Euro
Dong-Won Ji2019 zu MainzDamaliger MW: 1,75 Mio. Euro

Hitz und Khedira waren zuvor bereits ablösefrei an den Lech gewechselt – wie viele andere namhafte Spieler in der FCA-Geschichte. weswegen durch die Wechsel zumindest kein finanzielles Loch im FCA-Gerüst entstand. Für Koo hat der FCA jedoch 5, für Stafylidis 2,5 Millionen Euro bezahlt. Diese Summe schien zum Verkaufspunkt angemessen. Und diese Spieler haben mit Abstrichen auch gut in Augsburg funktioniert. Wie aber sieht das im Großen und Ganzen aus? Bringen Reuters Transfers Leistung? Eine Einschätzung zu des Sportdirektors besten, aber auch schlechtesten Transfers. Hier geht es nicht nur um die Transfersumme, sondern auch darum, wie sich der Spieler beim FCA entwickelt hat. Wir beginnen mit dem Positiven und nehmen in diese Kategorie auch ablösefreie Wechsel mit auf.

Reuters Toptransfers

  • André Hahn: Reuters erster Transfer im Januar 2013. Kam für 250 Tausend Euro aus der dritten Liga. Voll eingeschlagen beim FCA. Nach einer Saison mit 10 Toren Nationalspieler. Für im Nachhinein zu niedrig erscheinende 2,25 Millionen nach Gladbach verkauft, später für 3 Millionen von Hamburg zurückgeholt. Führungsspieler und Identifikationsfigur.
  • Raul Bobadilla: Für 1,5 Millionen Euro aus Basel geholt, später für 2 Millionen Euro nach Gladbach verkauft. Machte in 105 Spielen 29 Tore und 10 Vorlagen.
  • Abdul Rahman Baba: Vor allem aufgrund des satten Transferplus in dieser Liste.
  • Marwin Hitz: Ablösefrei aus Wolfsburg geholt. Über Jahre hinweg ein starker Rückhalt im Tor. Machte 157 Spiele für Rot-Grün-Weiß.
  • Halil Altintop: Reuters nächster Null-Euro-Coup. Kam ablösefrei aus Trabzonspor. Machte 128 Spiele, 22 Tore, 14 Vorlagen.
  • Alfred Finnbogason: Nach Leihe die Initiative zum festen Kauf ergriffen. Für 4 Millionen Euro bei damaligem Marktwert von 5 Mio verpflichtet. 39 Tore für Augsburg.
  • Reece Oxford: Nach Katastrophen-Leihe für 2 Millionen Euro von West Ham fest verpflichtet. Bereits abgeschrieben, nun unverzichtbar.
  • Ruben Vargas: Junger Spieler mit Potential, EM-Teilnehmer. Für 4 Millionen Euro aus Luzern gekommen. Sollte der Schweizer den FCA verlassen, wohl Transferplus.
  • Arne Maier & Niklas Dorsch: Reuters aktuellstes Kunststück. Dass das zentrale Mittelfeld des U21-Europameisters beim FCA unter Vertrag steht, ist ein dickes Pfund.
Die deutsche U21-Schaltzentrale im Augsburger Mittelfeld. (Photo by Getty)

Nun zu den Transfers, die nicht ganz so gut eingeschlagen sind

Reuters Floptransfers

  • Tim Matavz: 2014 für 4 Millionen Euro aus Eindhoven gekommen. Damaliger Augsburger Rekordtransfer. Hat nie beim FCA funktioniert. In 34 Spielen drei Tore und zwei Vorlagen. Nach zwei enttäuschenden Leihen nach Genua und Nürnberg zurück in die Eredivisie. Großes Minusgeschäft.
  • Daniel Opare: Rechtsverteiger, der Paul Verhaegh beerben sollte. Idee krachend gescheitert. Fehler auf und neben dem Platz. 2015 ablösefrei aus Porto gekommen, drei Jahre später ablösefrei nach Antwerpen gewechselt.
  • Takashi Usami: 2016 für 1,5 Millionen Euro aus Japan geholt. Wollte zuvor beim FC Bayern zum Weltfußballer reifen. Dieses Ziel wird er auch wegen 11 enttäuschenden FCA-Spielen nicht erreichen.
  • Marwin Friedrich: Für vergleichsweise wenig Geld in jungen Jahren vom FC Schalke geholt. Hatte nie eine Chance in Augsburg. Wechselte nach starken Saisons bei Union Berlin zu Mönchengladbach. Hier hat der FCA gepennt, was grundsätzlich nicht (nur) Reuter anzulasten ist.
  • Fabian Giefer: Sollte 2017 Augsburgs neuer Stammkeeper werden. Kam mit der Empfehlung von mickrigen 14 Spielen in drei Jahren. War beim englischen Zweitligisten Bristol City kein Startelfkandidat. Ruinierte sich mit den 4 abenteuerlichen FCA-Spielen die eigene Karriere. Derzeit vereinslos.
  • Tomas Koubek: Der nächste Keeper in dieser Liste. Kam 2019 für 7,5 Millionen Euro aus Rennes. Überzeugte nicht, musste für Andreas Luthe weichen. Insgesamt 25 Spiele für Rot-Grün-Weiß. Seit Rafal Gikiewicz da ist, kein Einsatz.

Stefan Reuter hat insgesamt mehrfach ein glückliches Händchen bei Transfers bewiesen, lag gleichzeitig aber auch öfter falsch mit seiner Einschätzung. Ein Wundermanager oder “Don Reuter”, wie den 55-Jährigen im Sommer noch einige Internetfans feierten und als welchen der FCA seinen Geschäftsführer Sport selbst auf Social Media bezeichnete, ist Stefan Reuter insgesamt nicht. Ein untragbarer Katastrophenfunktionär allerdings auch nicht.

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