Der FC Augsburg krönt den Februar mit einem Heimsieg gegen den Effzeh aus Köln und steht nun mit 31 Punkten auf Platz 9. Manuel Baum führt sein Team von einem Erfolgserlebnis zum nächsten. Der FCA kann somit schon für die nächste Bundesligasaison planen. Ein Wohlfühlpodcast.
Kategorie: Spieltage
Alles rund um die Spieltage des FC Augsburg. Sowohl Vor- als auch Nachberichte.
Heißer Tanz mit den Wölfen
Trotz windig-kalter Außenbedingungen strömten am vergangenen Samstag etwas mehr als 19.000 Fans in die Volkswagen Arena, um das Duell zwischen dem VfL Wolfsburg und dem FC Augsburg live zu verfolgen.
Mit breiter Brust durfte der FC Augsburg die Reise in den Norden antreten: Drei der vergangenen vier Begegnungen hatten die Fuggerstädter für sich entschieden, zudem war man gegen die „Wölfe“ seit acht Spielen ungeschlagen. Entwickelte sich der VfL Wolfsburg etwa zum neuen Lieblingsgegner des FCA? Die Antwort sollte auf dem Rasen folgen.
Es bot sich dem FC Augsburg die große Chance, gegen einen direkten Konkurrenten mit einem weiteren Erfolg einen wichtigen Schritt weg von den Abstiegsplätzen zu machen – einer Region, die man in Augsburg unbedingt hinter sich lassen will.
Der VfL Wolfsburg wiederum ging als Tabellen-15. in die Partie – und das mit deutlich angeknackstem Selbstvertrauen. Seit fünf Spielen wartete der VfL auf einen Sieg, die Formkurve zeigte hierbei klar nach unten.
Schiedsrichter der Partie war Daniel Schlager, als VAR fungierte Guido Winkmann.
Halbzeit eins – Kälteschock vor dem Pausentee
Beim FC Augsburg setzte man punktuell frische Akzente: Neuzugang Ribeiro rückte für Michael Gregoritsch in die Startelf, Wintertransfer Ogundu nahm zunächst auf der Bank Platz. Zudem begann Giannoulis auf der linken Abwehrseite anstelle von Anton Kade.
Ribeiro war dann direkt früh im Fokus: Bereits in der zweiten Spielminute ließ er mit feiner Technik aufblitzen, warum man in Augsburg große Stücke auf ihn setzt. Insbesondere das direkte Zusammenspiel mit Eigengewächs Mert Kömür wusste durchaus zu gefallen.
Daniel Schlager stand dann in der vierten Minute bei einem Dribbling von Massengo unglücklich im Weg. Der Referee ließ es weiterlaufen, denn Massengo gelang trotz des „Tänzchens“ eine Flanke. Daraus resultierte lediglich ein harmloser Kopfball, den Grabara sicher hatte. Ebenso sicher griff Grabara – der mit Maske spielte – bei einem Schuss Massengos aus spitzem Winkel zu.
Nach 10 Spielminuten konnte der geneigte Zuschauende resümieren: Der VfL Wolfsburg kam nach zehn Minuten Spielzeit kaum zu Entlastungsmomenten, der FCA mit Offensivdrang, es fehlten lediglich noch die zwingenden Abschlusschancen. Defensiv hatten die Augsburger bis dato alles im Griff.
Dann nach 20 Minuten erneut Ribeiro mit einer guten Aktion: Der Stürmer erlief einen Pass von Keven Schlotterbeck und legte ihn sich gut um seinen Gegenspieler herum. Jedoch kam Grabara noch rechtzeitig an die Kugel.
Nach 27 Minuten sodann die erste Großchance der Wölfe durch Majer. Der Mittelfeldspieler schoss jedoch deutlich drüber, da war mehr drin für den Gastgeber. Gute fünf Minuten später dann der nächste Abschluss für den VfL: Aus der Distanz fasste sich Eriksen ein Herz; sein Versuch landete auf der Tribüne. Es blieb festzuhalten: Wolfsburg investierte offensiv nun etwas mehr, auch wenn es noch keine richtigen Großchancen in Summe waren.
Auf der anderen Seite ein schwacher Abschluss von Claude Maurice aus 16 Metern, Giannoulis wäre auf dem Flügel frei gewesen. Auch Kömür schloss aus der Distanz ab, auch dieser Versuch ging knapp drüber.
Besser machte es Wolfsburg-Verteidiger Vavro: Aus gut 20 Metern prüfte er Finn Dahmen, dieser klärte zur Ecke. Was sich andeutete, wurde dann real in der 41. Spielminute. Wolfsburg belohnte sich für seine Drangphase. Einen Eckball von Eriksen nickte Gerhardt ein. Da war die komplette Augsburger Hintermannschaft in Unordnung.
Die Augsburger retten sich in die Halbzeit. Nach 30 Minuten verfiel die Elf von Manuel Baum in eine unerklärliche Passivität, die die Wolfsburger erst einlud, mutiger nach vorne zu spielen. Am Ende stand dann das 1:0 nicht unverdient für die Wolfsburger nach 45 Spielminuten zu Buche, da sie ihre Offensivbemühungen zielgerichteter gestalten konnten – im Gegensatz zum FCA.
Halbzeit zwei – Es wird heiß in der Volkswagen Arena
Die ersten fünf Minuten nach dem Seitenwechsel gehörten dem vorsichtigen Abtasten. Beide Mannschaften suchten noch nach Spielrhythmus und Zugriff – zündende Ideen und Offensivmomente blieben zunächst Mangelware. Keinem der beiden Teams gelang es in dieser Phase, sich zwingend vor dem gegnerischen Tor in Szene zu setzen.
In der 53. Spielminute wurde Claude-Maurice an der Strafraumkante von Kumbedi energisch gestellt und geht zu Boden. Die Augsburger reklamierten einen möglichen Strafstoß, doch Schlager winkte ab. Manuel Baum reagierte nach knapp 60 Spielminuten auf die offensive Flaute, Rieder kam für Kömür, ein positionsgetreuer Wechsel.
Und dann gelang dem FCA der Ausgleich. Rodrigo Ribeiro mit seinem Tordebüt für die Augsburger. Alexis Claude-Maurice schickte seinen Stürmerkollegen steil, Gerhardt versuchte noch an die Kugel zu kommen, doch Ribeiro blieb cool und zog völlig freistehend ab. Wölfe-Keeper Grabara war zwar noch dran, aber konnte den Ball nicht mehr entscheidend abwehren.
In Minute 66 spielte Dahmen unglücklich beim Abschlag direkt auf Eriksen, dessen Hereingabe klärt Schlotterbeck unkontrolliert zur Ecke. Glück gehabt, FCA! Im Gegenzug dann die Doppelchance für die Augsburger: Erst Giannoulis aus spitzem Winkel, Grabara wehrt ab. Dann aus dem Rückraum Claude-Maurice mit dem Schuss, wird zur Ecke geklärt.
Manuel Baum brachte in der 68. Minute Wolf und Rexhbecaj für Massengo und Giannoulis. Marius Wolf direkt mit dem ersten Ballkontakt im Blickfeld: Der Ball fällt ihm im Strafraum direkt vor die Füße, doch vor lauter Überraschung verzieht der Ex-Dortmunder. Das war die dickste Chance zur Führung!
Wie man es besser macht, zeigte Wolfsburg direkt im Gegenzug. Die Augsburger Defensive war komplett auseinander gefallen. Schlotterbeck und Banks in der Rückwärtsbewegung gegen drei Wolfsburger. Banks ließ sich trotz anderslautender Anweisungen rausziehen. Keven Schlotterbeck schimpfte wie ein Rohrspatz, da er dadurch zwei andere Wolfsburger hat blank stehen lassen. Einer der beiden Freistehenden, der eingewechselte Shiogai hatte dann ganz allein vor Dahmen keine Probleme, den Ball über die Linie zu befördern. Nach knapp 70 Minuten stand es damit 2:1 Wolfsburg. Kento Shiogai mit seinem ersten Saisontor.
Wolfsburg zeigte sich einfach effektiver und nun durch den Treffer mit Auftrieb. Augsburg wehrte sich nach Kräften. Ist im Gegensatz aber sehr fahrlässig bisher mit seinen Chancen umgegangen. Nach knapp 80 Minuten stand die Eckballstatistik 9:4 pro FCA. Eingebracht hatten diese aber zumeist nichts.
Nach 80 Minuten hatte Ribeiro, Torschütze zum wichtigen Ausgleich, Feierabend – für ihn kam Gregortisch, richtet es der Routinier als Joker? Ogundu kam zu seinem Bundesligadebüt, er ersetzte Fellhauer.
Auch die Wolfsburger nutzten das Wechselfenster: Ex- FCA – Spieler Dzenan Pejcinovic betrat den Rasen. Dieser war dann gleich an einer Wolfsburger Großchance beteiligt. Diese verpassten in der 82. Minute, frühzeitig den Deckel draufzumachen. Den ersten Torschussversuch von Shiogai wehrte Dahmen ab, den Nachschuss setzte Wolfsburg klar über den Kasten.
Diese Fahrlässigkeit rächte sich dann in der 84. Minute: Klarer Handelfmeter für den FCA. Wölfe-Verteidiger Vavro mit einem waschechten Volleyball Move. Er wehrte den Eckball mit der gestreckten Hand über dem Kopf ab. Dann ging eine hektische Rudelbildung los. Ein Wolfsburger Auswechselspieler rannte ins Feld. Kuriose Szenen in Wolfsburg. Die Gemüter hocherhitzt, die Temperaturen weiterhin nasskalt in der Volkswagen Arena.
Michael „Gregerl“ Gregoritsch zeigte sich vom großen Aufgebot im Strafraum völlig unbeeindruckt. Eiskalt blieb der Stürmer vom Punkt – und schob den Strafstoß souverän ins linke Eck. Keine Chance für Grabara im Wolfsburger Tor. Es folgten sieben Minuten Nachspielzeit. Und der FCA bewies den llängeren Atem.
Es brach die 93. Spielminute an: Claude-Maurice legte unwiderstehlich von der Grundlinie in den Rückraum zu Elvis Rexhbecaj. Der Mittelfeldspieler schloss trocken flach ins rechte untere Eck ab. Keine Chance für Grabara. Ausgerechnet Rexhbecaj mit den Wolfs-Wurzeln, er erzielte mit diesem wichtigen Treffer sein zweites Saisontor.
Es wurden lange vier Minuten Nachspielzeit, die verblieben. Die Zeit war längst abgelaufen, jedoch lies sich Gregoritsch unnötigerweise zu einem Foul gegen einen Wolfsburger hinreißen. Dies brachte den Wölfen noch eine Großchance zum Ende ein. Grabara kam nach vorne, der Freistoß schnittig in den Strafraum geschlagen, zwang Dahmen im Augsburger Tor zur Faustabwehr. Das war durchaus gefährlich. Den Nachschuss pfiff Schlager ab, Offensivfoul. Kurz danach ist Schluss. Puh, durchatmen. Das war ein heißer Ritt am Ende, mit dem glücklicheren Ende für den FCA.
Fazit – Ein Sieg für die Moral
Trotz zweimaliger Führung brachte der VfL Wolfsburg nicht einmal einen Zähler ins Ziel. Der FC Augsburg blieb dagegen bis zum Ende gierig – und wird spät belohnt. Ausgerechnet ein Ex-Wolfsburger versetzte den Hausherren den entscheidenden Stich und katapultierte die Fuggerstädter auf Rang zehn mit nun 28 Punkten nach 23 Spieltagen.
Wichtige drei Punkte für die Moral. Jedoch hat die Mannschaft Schwächen gezeigt, die andere Bundesligateams bitter bestrafen könnten. Allen voran die Passivität bei eigener Spielkontrolle, die den VfL heute in der ersten Halbzeit erst wieder ins Spiel geholt hatte.
Dann die unerklärliche Standardschwäche, insbesondere nach Eckbällen. Exemplarisch zu sehen in Spielminute 41., hier führte Chaos in der Defensive zum Wolfsburger Führungstreffer. Die Augsburger hatten bei dem Eckball keinerlei Zuordnung und Zugriff auf den Gegner.
Die Konteranfälligkeit war heute auch erneut zu bestaunen, einer der Konter führte zum 2:1 für den VfL Wolfsburg. Hier waren lediglich zwei Augsburger in der Rückwärtsbewegung gegen mindestens drei Wolfsburger in der Unterzahl.
Jedoch sollten auch die positiven Aspekte hervorgehoben werden: Allen voran der Wille, dieses Spiel noch herumzureißen. Diese Mentalität ist im Abstiegskampf eminent wichtig. Schön auch zu sehen, dass Ergänzungsspieler wie Rexhbecaj, Rieder und Gregoritsch stechen – Gregerl blieb beim Elfmeter trotz ganz viel Trubel im Vorfeld total cool, Rexhbecaj schloss seine einzige Torchane eiskalt zum Sieg ab.
Diese Mentalität sollten wir bis kommenden Freitag konservieren – dann sind die Kölner in Augsburg zu Besuch, die derzeit 12. in der Tabelle sind und mit 24 Punkten nah an den FCA ranrobben möchten. Dies möchten die Augsburger natürlich verhindern. Köln ist ähnlich stark in Kopfballduellen wie der FCA und schlägt die drittmeisten Flanken aus dem Spiel – hinter Mainz und Stuttgart.
Hier noch ein paar Zahlen zum Abschluss: (alle via bundesliga.de)
- Noahkai Banks steht in den Top 10 aller Bundesligaspieler auf Platz 9 in der Disziplin „Passquote %“ mit 91,01 Prozent.
- Han-Noah Massengo gewann bis dato genauso viele Zweikämpfe wie Harry Kane (199), das ist der geteilte 23. Platz in der Disziplin „Gewonnene Zweikämpfe“
- Die drei schnellsten Augsburger Spieler in dieser Saison sind bis dato Chrislain Matsima (35,28 km/h), Dimitrios Giannoulis (35,27 km/h) und Uchenna Ogundu (35,08 km/h).
- Keven Schlotterbeck gewinnt FCA-intern die meisten Kopfballduelle (71), das ist bundesligaweit Platz 15.
- Robin Fellhauer schlägt die meisten Flanken (44), bundesligaweit entspricht dies Platz 13. Zudem macht Fellhauer die meisten Meter im FCA-Trikot mit 243, 6 gelaufenen Kilometern (Bundesliga Platz 12). Fellhauer zieht die meisten Sprints FCA-intern an (477), bundesligaweit ist dies ein beachtlicher vierter Platz. Und weil das noch nicht genug gute Statistiken von Robin Fellhauer sind: Auch bei den intensiven Läufen ist er ganz vorne mit dabei, mit 1639 liegt er ligaweit auf Platz sechs. Chapeau, Robin!
Überzeugend
Der FC Augsburg gewinnt nach zweimaligen Rückstand mit 3:2 in Wolfsburg und an diesem Wochenende gibt es aus Augsburger Sicht nichts zu meckern. Die Besprechung des Spiels im Podcast.
Pflichtaufgabe erledigt
Der FC Augsburg gewinnt am 22. Spieltag der Bundesligasaison 2025/26 zu Hause gegen den 1. FC Heidenheim und vergrößert damit den Abstand zum Relegationsplatz. Die Pflichtaufgabe wurde erledigt, eher glücklich, und nun stellt sich so langsam die Frage: wohin mit dem FCA in dieser Saison. Hört rein.
Nicht überzeugt
Der FC Augsburg verliert 0:2 in Mainz, weil der Mannschaft die letzte Überzeugung fehlt. Die Schiedsrichter machen negativ auf sich aufmerksam. Alle Infos im Podcast.
Viva la Matchglück
Der FC Augsburg gewinnt zu Hause gegen den FC St. Pauli, obwohl er defensiv einiges zulässt. Wir sprechen über wichtige Punkte im Abstiegskampf und die Rückkehr von Michael Gregoritsch in die Torschützenliste.
A day to remember
Der FC Augsburg gewinnt in seiner Bundesligahistorie zum zweiten Mal beim FC Bayern in München. Eine Aufbereitung dieses historischen Siegs.
Eine Zehenspitze zu viel
Der FCA holt im letzten Spiel vor der Winterpause gegen Werder Bremen ein Unentschieden, weil er erneut ein Tor nicht anerkannt bekommt. Ob das Team in 2026 mehr Glück hat? Und mit welchem Trainer? Andy spricht darüber.
Ein Punkt unter’m Weihnachtsbaum
Die Burg auf der Brust, im Herzen der Verein, zusammen sind wir stark, niemals allein.
Gänsehaut Atmosphäre beim letzten Heimspiel des Jahres in der WWK-Arena. Während der SV Werder Bremen am vergangenen Samstag beim FC Augsburg residierte, zeigten sich die heimischen Fans von ihrer besten Seite.
Unter dem Motto „Die Burg auf der Brust, im Herzen der Verein, zusammen sind wir stark, niemals allein“ wurde eine imposante Choreo vor Spielbeginn inszeniert. Was für eine Kulisse im letzten Spiel von Manuel Baum als Interimscoach beim FCA! Es war eigentlich alles angerichtet für drei Punkte unter dem Weihnachtsbaum. Der Wortwitz war beabsichtigt.

Vor dem Spiel
Manuel Baums Ausbeute als Interimstrainer bis dato ein überzeugender Sieg gegen Bayer 04 und eine knappe wie unglückliche Niederlage gegen die Frankfurter Eintracht. Kann er mit der Mannschaft in seiner letzten Partie an der Seitenlinie der Augsburger einen „Dreier“ einfahren?
Personell konnte er jedoch nicht aus dem Vollen schöpfen: Anton Kade fehlte verletzungsbedingt, Chrislain Matsima gelbgesperrt. Dafür saßen die beiden Nachwuchsspieler Oliver Sorg (18) und Tim Schnitzer (17) (erstmals) auf der Augsburger Ersatzbank. Während der österreichische U19 Nationalspieler Sorg als Abwehrspieler regulär in der zweiten Mannschaft des FCA kickt, gehört der deutsche U17-Nationalspieler Schnitzer der Augsburger U19 an. Er ist im defensiven Mittelfeld zuhause.
Manuel Baum entschied sich für ein 3-4-3 mit einer nominellen Spitze. Hier überraschte er alle, denn statt der obligatorischen Wahl in Person von Phillip Tietz (Bank) entschied der sich für Marius Wolf als Mittelstürmer. Schlotterbeck übernahm die Kapitänsbinde.
Dahmen - Banks, Schlotterbeck (C), Zesiger - Fellhauer, Jakic, Massengo, Giannoulis - Rieder, Wolf, Claude-Maurice
Erste Halbzeit – Es bleibt kalt
Rund 30.000 Zuschauerinnen und Zuschauer bibberten auf den Rängen und Tribünen bei knapp einem Grad in der Kälte. Und kleiner Spoiler: Das Spiel heizte den Fans in Halbzeit eins nicht gerade ein. Da war schon der gute Augsburger Früchtepunsch nötig, um sich irgendwie warm zu halten.
Beide Teams brauchten zu Beginn einige Minuten, um im Spiel anzukommen. Der FCA hatte hierbei die ersten beiden Großchancen auf seiner Seite: Zuerst schloss Claude-Maurice aus der Distanz ab, Werder-Keeper Backhaus konnte jedoch parieren. Dann schaffte es Wolf in der zehnten Minute aus kurzer Distanz nicht, Backhaus zu überwinden. Ein schöner Steckpass von Jakic auf Wolf übrigens in der Spielszene.
In der 15. Minute dann die erste Chance für die Bremer: Puertas Abschluss aus kurzer Distanz wurde von einem Augsburger geblockt.
Es entwickelte sich in Folge ein Mittelfeldgeplänkel auf beiden Seiten, ohne die nötigen zündenden Ideen. Dafür sorgten sowohl die Heim- als auch die in Vielzahl mitgereisten Werder-Fans für eine gute Stimmung auf den Rängen. Irgendwie muss man der Kälte ja trotzen.
Die Augsburg-Fans im M-Block haben es sich selbst durch das Zünden von Bengalos warm gemacht, da das Spiel ab Minute 16 wieder vor sich her plätscherte. Bisher ein Duell auf Augenhöhe mit leichten Feldvorteilen für das Heim-Team.
Ab Minute 30 wurde es dann hektischer: zwei Verletzungsunterbrechungen; erst wurde Giannoulis nach Zweikampf mit Sugawara behandelt, dann bekam Banks den Ball aus kürzester Nähe voll ins Gesicht. Der Abwehrspieler blieb erstmal benommen liegen. Beide konnten jedoch weiterspielen.
In den letzten zehn Spielminuten der ersten Hälfte kam Augsburg kaum zu Entlastungsangriffen, Bremen baute hingegen subtilen Druck auf, ohne jedoch zwingend gefährlich zu werden.
In der 40. Spielminute erhielt Bremen nach Foul von Banks an Lynen einen Freistoß aus knapp 20 Metern zugesprochen. Gute Freistoßposition. Schmid übernahm, jedoch konnte Schlotterbeck den Versuch mit dem Kopf zur Ecke klären.
Drei Minuten Nachspielzeit wurden angezeigt. Der FCA kam nach einer Ecke nochmal gefährlich vor das Bremer Tor. Die Spielsituation wurde von Referee Welz aber abgepfiffen. Kleine Rudelbildung kurz vor dem Pausenpfiff, Tobias Welz musste schlichten. Man war sich uneinig, ob es nach einem Giannoulis-Solo Abstoß für Bremen oder Ecke für Augsburg geben sollte. Welz entschied sich für einen Bremer Abstoß. Giannoulis und Sugawara sahen für eine Schubserei beide den gelben Karton.
Der kicker resümierte in seinem Ticker zur Halbzeit eine recht wenig unterhaltsame und chancenarme Partie:
„(…) in einem ganz, ganz zähen und über weite Strecken unansehnlichen Fußballspiel.“
Ein Blick auf die Statistik: Der xG Wert lag bei den Augsburgern etwas höher, auch in puncto Laufleistung erzielte der FCA zur Halbzeit einen besseren Wert als sein Gegner. Der Ballbesitzanteil war relativ ausgeglichen, die Bremer hatten in den letzten fünf bis zehn Minuten etwas mehr Spielanteile auf ihrer Seite. Die Zweikampfquote lag bei den Bremern etwas höher als beim FCA.

Zweite Halbzeit – Endlich mehr Hitze
Der agile Marius Wolf hatte sich in der ersten Halbzeit aufgearbeitet. Das war eine ganz undankbare Aufgabe. In Halbzeit zwei übernahm dann Mert Kömür.
Die Bremer schienen etwas besser aus der Kabine gekommen zu sein. Die beste Szene des Spiels bisher. Njinmah sprintet gefühlt über den halben Platz, legte dann quer auf den besser postierten Puertas, der direkt draufhielt. Der Ball ging knapp über den Augsburger Kasten. Augsburg war in dieser Kontersituation in Unterzahl.
Bremen hatte in Folge Oberwasser, dies resultierte in mehr Ballbesitzanteilen in den ersten zehn Minuten nach Seitenwechsel. Der FCA kam wenn dann über Konter, spielte diese aber nicht sauber aus.
In der 51. Minute ein Lebenszeichen: Claude Maurice hielt nach feinem Solo einfach mal drauf, Keeper Backhaus ließ nach vorne prallen. Jakic setzte nach, wurde allerdings von einem Gegner gelegt. Welz entschied auf weiterspielen, kein Elfmeter.
Dann ein Schreckmoment für den FCA. Erneut eine verletzungsbedingte Unterbrechung, denn Jakic knickte nach einem Luftzweikampf bei der Landung mit dem Fuß um. Das sah nicht gut aus; die Trage wurde angeliefert, Jakic konnte jedoch – deutlich humpelnd – selbständig den Platz verlassen. Alles Gute an der Stelle!
Augsburg musste in Folge wechseln. Elvis Rexhbecaj kam für Jakic ins Spiel. Zudem brachte Baum -positionsgetreu auf der linken Verteidigerseite – Pedersen für den bereits gelb verwarnten Giannoulis.
Der FCA war von der Verletzungspause sichtlich unbeeindruckt und kam in Minute 59 zu einem sehr guten Abschluss. Fellhauer flankte ins Zentrum, dort stand Massengo völlig frei und köpfte den Aufsetzer nur wenige Zentimeter neben das Bremer Tor.
In der 63. Spielminute wurde Fabian Rieder gefoult, Freistoß für den FCA, Kömür übernahm. Leider flankte dieser quasi in die Arme des Werder Keeper. Die Bremer waren jedoch auch noch im Spiel und kamen zu ihrer 10. Ecke: Schmid führte rasch aus, Pieper kam aus zentraler Position zum Kopfball. Auch dieser Abschluss rauschte nur ganz knapp drüber. Die Zuschauer:innen hatten schon den Torschrei auf den Lippen.
Das Spiel entwickelte sich so langsam in eine unterhaltsamere Richtung. In der 72. Minute mal wieder ein Augsburger Vorstoß. Leider bekam Bremen noch ein Bein dazwischen. Der FCA forderte eine Ecke, es gab jedoch Abstoß für Werder Bremen. Die Augsburger blieben dran. Drei Minuten später konnte Rexhbecaj aus 22 Metern abschließen und traf dabei den linken Außenpfosten. Riesiges Glück für den Gegner.
Bremen schwamm nun hinten förmlich. Augsburg machte ordentlich Druck und kombinierte sich ein ums andere mal durch. Der entscheidende Pass wollte bis dato jedoch nicht ankommen. Manuel Baum brachte mit Aiman Dardari einen frischen Offensivspieler für den müde wirkenden Rieder.
In der 80. Minute jubelten die Heimfans sodann lauthals. Claude-Maurice traf aus zehn Metern zur Führung, jedoch soll Massengo zuvor den Ball regelwidrig erobert haben. Der VAR prüfte dies, der Treffer zählte in letzter Konsequenz nicht. Sehr zum Unmut der Augsburger! Massengo hatte seinen Gegenspieler bei der Balleroberung gestempelt.
Die WWK Arena war nun aufgeheizt und glich einem Hexenkessel. Geile Atmosphäre bei eisiger Kälte! Der FCA hätte die Führung mittlerweile verdient. Die letzten zehn Spielminuten waren beide Mannschaften bemüht, den entscheidenden Nadelstich zu setzen. Bei Eckbällen musste der SR im Strafraum erstaunlich häufig intervenieren, sodass sich die Ausführung verzögerte.
Der FCA blieb dran und gewillt, die drei Punkte in der Fuggerstadt zu behalten: In Minute 87 trugen die Augsburger einen starken Konter nach Ballgewinn durch Claude Maurice vor. Dardari kam zum Abschluss, der Fußwechsel beim Torschuss dauerte dann etwas zu lange, daher wurde dieser noch von einem Bremer Bein abgefälscht. Die anschließende Ecke landete bei Mio Backhaus.
Bremen konterte dann direkt im Gegenzug, überlud die rechte Seite. Die Hereingabe von Schmid bekam kein Bremer mehr auf den Fuß, doch Topp und Covic lauerten im Hinterhalt gefährlich. Dahmen klärte in höchster Not.
Sieben Minuten Nachspielzeit wurden angezeigt. Der Bierometer im Stadion zeigte 1000 Liter an. Baum brachte Tietz für den umtriebigen Massengo, nun Schlussoffensive?
In der dritten Minute der Nachspielzeit gab’s dann noch gelb für Cedric Zesiger wegen Trikothaltens. Da hätte eine gefährliche Bremer Spielsituation draus entstehen können. Das taktische Foul war also richtig und wichtig. Auch Bremen sieht gelb in Person von Lynen, weil er einen konternden Augsburger blockte.
Der FC Augsburg spielte sich dann lange Zeit am Bremer Strafraum fest, kam jedoch nicht zum Abschluss. Erst in der letzten Spielminute nochmals ein Vorstoß und das hätte eigentlich das verdiente 1:0 sein müssen. Rexhbecaj flankte butterweich auf den freien Tietz, dieser setzte den Kopfball unbedrängt an den Querbalken.
Danach doppeltes vermeintliches Foulspiel der Bremer im Strafraum. Doch Welz entschied auf weiterspielen. Dadurch kam Werder nochmal zum Abschluss. Schmid setzte den Ball aus kürzester Distanz am linken Pfosten vorbei. Das war knapp und wahrscheinlich die letzte Aktion des Spiels. Hier wiederum großes Glück für den FCA. Welz pfiff die in der zweiten Halbzeit doch sehr unterhaltsame Partie pünktlich ab.

Ausblick
Das Spiel muss der FCA eigentlich bei dem Chancenplus in Halbzeit zwei gewinnen. Die Statistiken in puncto Laufleistung, Passquote, Ballbesitz und Torabschlüsse sprachen für die Augsburger. Der xG Wert lag bei 1,03, der Wert der Bremer nur bei 0,60.
Die zweite Halbzeit war deutlich unterhaltsamer als die erste. Und deutlich umkämpfter. Das Augsburger Pech war hierbei das Glück der Bremer. Zwei Aluminiumtreffer, zudem ein aberkanntes Tor. Durch die Punkteteilung bleibt der FCA in der Tabelle hinter den Bremern. Positiv hervorzuheben ist die starke Drangphase der Augsburger; man konnte den Willen, das Spiel noch zu gewinnen, förmlich greifen. Dieser Wille hatte dem Team in der Hinrunde oft gefehlt.
Wer jetzt für den wieder ins zweite Glied rutschenden Baum übernimmt, ist noch vakant. Ich finde, Manuel Baum hat in der kurzen Zeit das bestmögliche aus der Mannschaft rausgeholt. Vier Punkte aus drei Spielen sind wahrlich keine schlechte Ausbeute.
Wichtig ist jedoch auch, dass die Winterpause nun genutzt werden muss, um die Mannschaft einzunorden in das künftige Spielsystem der Wahl. Um wieder Augsburg DNA mitzugeben. Denn die braucht es, um im Abstiegskampf – und um den geht es aktuell mehr denn je (!) – zu bestehen. Damit kennen wir uns in Augsburg ja eigentlich aus.
Gedanklich lege ich also einen Zettel für den Weihnachtsmann unter den Baum: Ich wünsche mir eine leidenschaftliche Truppe, die auch offensiv ein wenig mehr Strahlkraft besitzt als zuletzt, jedoch vordergründig durch eine stabile Defensive besticht. Ich wünsche mir pointierte und sinnvoll verstärkende Neuzugänge. Und ich wünsche mir eine Trainerpersönlichkeit, die zur Fuggerstadt passt und uns durch das Haifischbecken Abstiegskampf sicher navigiert.
Zuletzt natürlich alles Gute an Manuel Baum und Danke, dass du dich der (undankbaren) Aufgabe für drei Spiele verschrieben hast. Allen Augsburger:innen und Fans da draußen ein schönes Weihnachtsfest und guten Rutsch ins neue Jahr. Möge das Jahr 2026 das fünftzehnte Bundesligajahr des FCA sein (und bleiben).

Pech gehabt
Der FCA verliert 0:1 gegen die Eintracht in Frankfurt und hatte an diesem Spieltag einfach nicht das nötige Qüäntchen Glück. Der Blick richtet sich jetzt auf die Partie gegen Bremen und die Trainersuche.
