Wegstrecken

Erste Halbzeit – ok. Wenn in der zweiten Halbzeit die Qualität darin bestanden haben sollte den Ball,  gegen den 17ten der 2. Bundesliga, mehrfach in die Box gebracht zu haben, erweckten über 20 Minuten Ballgeschiebe einen deutlich anderen Eindruck. War es wirklich Andi Brehme, der sagte; „haste Scheiße am Fuß ..“

Aber es bleibt eine junge Mannschaft, ein Trainer und eine Idee, die immer noch Zeit bekommen sollten – erkennbare Lerneffekte eingepreist.

Das dritte Heimspiel in sieben Tagen geht gegen Borussia Dortmund. Von bisher 14 Ligaheimspielen gewann der FCA bei vier Unentschieden drei Partien gegen den BVB. Es gab einschließlich der Harland-Show im Januar 2021 einige denkwürdige Partien.

Das erste Mal gewann der FCA zuhause gegen Dortmund im März 2019 mit 2:1, wobei das Tor von Dong-won Ji zum 2:0 in Erinnerung geblieben ist. Zu Beginn der Spielzeit 2020/21 siegte der FCA, nachdem das Auftaktspiel bei Union gewonnen wurde, mit 2:0 und wurde nur aufgrund der weniger geschossenen Tore nicht Tabellenführer. Im Oktober des vergangenen Jahres gelang der letzte Sieg, 2:1, gegen Dortmund durch zwei Tore von Alexis Claude-Maurice.

Nach acht Spieltagen steht der BVB mit 17 Punkten, zwei Rückstand auf Leipzig und sieben auf München, auf dem vierten Tabellenplatz. Eine Niederlage gegen den Ersten, ein Remis gegen den Zweiten und zum Auftakt ein 3:3 bei St. Pauli – alle anderen Ligaspiele konnten die Dortmunder bisher für sich entscheiden.

In der Champions-League sieben Punkte aus drei Spielen, nächste Woche der Auftritt bei Manchester City, und unter der Woche das Weiterkommen im Pokal in Frankfurt nach Elfmeterschießen. Alles scheint beim BVB unter Trainer Niko Kovač, dem Trainer mit dem bisher besten Punktedurchschnitt aller Dortmunder Trainer, seinen normalen Gang zu gehen.

Am 9. Spieltag treffen München und Leverkusen aufeinander und Stuttgart spielt in Leipzig. Aus Augsburger Sicht interessanter die Spiele der in der Tabelle hinten stehenden Mannschaften: Mönchengladbach spielt in St. Pauli, Heidenheim gegen Frankfurt und Mainz gegen Bremen. Auch unter Berücksichtigung der Vergleiche der im Mittelfeld stehenden Mannschaften kann sich in der Tabelle nach dem Spieltag einiges verschieben – nach unten wie auch nach oben.

Acht Spieltage sind es mittlerweile. Der FCA steht mit sieben Punkten auf Rang 15. Das gab es schon öfter und ist allein nicht besorgniserregend. Die Saison wurde aber unter anderen Vorzeichen und mit einem anderem Mindset begonnen.

Der Pokalsiegsieg, die Auftritte der Mannschaft gegen Freiburg und München – es wirkte so als würde alles seine Zeit brauchen aber in die richtige Richtung gehen. Das Spiel bei St. Pauli – gibt’s. Nachfolgend die Spiele gegen Mainz und vor allem in Heidenheim, und das Gefühl, das das Ganze doch deutlich mehr Zeit benötigen könnte.

Erkennbare Entwicklungsschritte in den Auftritten gegen Wolfsburg und in Köln, und dann das Spiel gegen Leipzig – eine Partie, in der die Mannschaft, allgemein betrachtet, nur gewinnen kann. Eine hohe Heimniederlage und nach dem nachfolgenden Spiel gegen Bochum viel Unsicherheit überall.

Eine Möglichkeit, die es gibt ist den eingeschlagenen Weg beizubehalten, aber das Tempo des gewünschten Wandels etwas abzubremsen und zwischendurch Absicherung, auch im übertragenen Sinne, zu betreiben. Wenn am Ende ein gewünschtes Ziel erreicht wird spielt die zurückgelegte Strecke oft keine Rolle mehr.

In jedem Fall geht es für den FCA darum wieder ein positives Ziel zu erreichen und sich als Mannschaft aus der zuletzt unbefriedigten Entwicklung zu befreien. Neben einem guten Auftritt geht es auch um Punkte, die als Grundlage die weitere Zeit des Findungsprozess deutlich verkürzen würden. Gutes Spiel!

Nur der FCA!

Bei Niederlagen in der Kurve? „Wagner, du Feigling“

Das Band zwischen Fans und Mannschaft bestehe weiter, verkündete der Augsburger Vorsänger nach der enttäuschenden Pokal-Niederlage gegen den VfL Bochum. Die Ulrich-Biesinger-Tribüne stehe nach wie vor hinter dem Team. Aber tut sie das auch hinter dem Trainer? Der Unmut gegenüber Sandro Wagner wird immer größer. Die Rosenau-Gazette hat am Rande des Pokalspiels ein paar Stimmen und Eindrücke gesammelt.

Wagner: „Wenn wir verlieren, komme ich“

Kurz nach Abpfiff entlud sich auf den Stehplätzen der an diesem Dienstagabend spärlich besetzten Augsburger Arena (nur 20.280 Zuschauer) der ganze Frust. Die Mannschaft steuerte geknickt auf den Heimblock zu, Chefcoach Sandro Wagner aber schaffte es nicht über den Mittelkreis hinaus. Als er dann in Richtung Kurve applaudierte, schlug ihm ein deutlich hörbares Pfeifkonzert entgegen. Zur Erinnerung: Wagner hatte vor wenigen Wochen betont, er wolle bei Siegen nicht im Mittelpunkt der Feierlichkeiten stehen. Vielmehr würde er bei Niederlagen in die Kurve gehen. Wörtlich sagte Wagner damals, nach der 1:4-Pleite gegen zehn Mainzer: „Es ist mir ganz wichtig. Wenn wir die Spiele gewinnen, komme ich nicht. Dann sollen die Spieler gefeiert werden und wenn wir die Spiele verlieren, dann komme ich.“ Es sei seine Philosophie „dass ich mich dann schon vorne hinstelle“.

Doch das waren offenbar nur leere Worte. Wie schon nach der desolaten Vorstellung gegen Leipzig vermied der Trainer den Gang in die Kurve. „Wagner, du Feigling“, kommentierte ein Fan am Dienstag im L-Block, begleitet von „Verpiss dich“-Rufen und einigen Beleidigungen, die wir an dieser Stelle nicht wiedergeben.

Verliert Wagner den Rückhalt unter den eigenen Anhängern?

Wer sich nach dem Spiel unter den Fans der Ulrich-Biesinger-Tribüne umhörte, merkte zumindest eine gewisse Wut auf den Coach. „Ich wünsch mir Thorup zurück“, sagte uns eine Anhängerin aus dem Allgäu. „Was ist denn unter Wagner besser?“, fragte ihre Begleitung, um die Antwort gleich selbst zu liefern. „Gar nix.“ Das sei heute eine „katastrophale Leistung“ gewesen, meinte ein anderer Fan. Der Trainer trage dafür die Verantwortung. „So steigst du ab.“ Vereinzelt waren gar „Wagner Raus“- Rufe zu hören.

„Ein Trainerwechsel wäre völlig idiotisch“

Andere Fans äußerten sich im Gespräch mit unserer Redaktion differenzierter. „Ein Trainerwechsel wäre völlig idiotisch“, meinte ein Fan aus Oberbayern. Man habe sich mit Sandro Wagner für ein Projekt entschieden, das man nicht einfach nach ein paar schlechten Spielen beende, argumentierte er. „Außerdem müssten dann auch Ströll und alle anderen Verantwortlichen gehen“, pflichtete ihm sein Kumpel bei. Ein anderer Fan, ein gebürtiger Augsburger, äußerte sich ähnlich und gab sich optimistisch. „Ich bin von Sandro Wagner überzeugt. So Spiele wie heute tun weh, gehören für den FCA aber leider nun mal dazu.“ Wagner werde es den Kritikern schon bald beweisen. Die nächste Gelegenheit dazu hat er schon am Freitag. Dann kommt Borussia Dortmund ins Schwabenstadion. Mit Wagner in der Kurve?

Pokalgeschichten

Manche Niederlagen haben einen größeren Lerneffekt und können sich im Nachhinein noch als nützlich erweisen. Die Mannschaft spielte mutig nach vorne und verteidigte gleichzeitig fahrlässig. Das Resultat ist bekannt und macht es nicht einfacher. Gut, dass es drei Tage später im Pokal wieder weiter geht.

Nach zehn Spieltagen steht der VfL auf dem vorletzten Platz der 2. Bundesliga. Bis zum vorletzten Wochenende gelang nur ein Sieg, am 2. Spieltag gegen Elversberg. Unter Neutrainer Uwe Rösler wurde zuletzt gegen die Hertha gewonnen und in Kiel ein Unentschieden erreicht.

Der Neuaufbau in der zweiten Liga  fällt den Bochumern nach vier Jahren Erstklassigkeit schwer und die Zielsetzung hat sich etwas verschoben. Das Ziel momentan scheint auch zu sein die Punkte für den Klassenerhalt möglichst bald zu erreichen.

In der 2. Bundesliga spielen aktuell acht Teams, die in der Ewigen Tabelle der Bundesliga unter den ersten 20 stehen, und insgesamt,  Bundesliga und DDR-Oberliga addiert, 42 Meistertitel erreicht haben. Unabhängig der Attraktivität der Vereine und dem Zuschauerschnitt liegen die Verein gefühlt enger in der Tabelle zusammen, was Planungen weiter erschwert.

Elf Spiele gab es bisher zwischen dem FCA und dem VfL – fünfmal gewannen die Bochumer und viermal der FCA. Die Ligavergleiche in der ersten bzw. zweiten Bundesliga sind ausgeglichen und das Pokalspiel im Oktober 2021 gewann der VfL.

Nach 53 Minuten stand es 2:0 für den VfL, ehe Oxford und Rubén Vargas innerhalb von fünf Minuten ausgleichen konnten. Nach dem es keine weitere Tore in der regulären Spielzeit und in der Verlängerung gab verlor der FCA dann im Elfmeterschießen.

Der FA-Cup wird seit der Saison 1871/ 72 ausgetragen und gilt als ältester existenter Fußballwettbewerb der Welt. Der DFB-Pokal wird, beginnend als Tschammer-Pokal, seit 1935, mit Pause zwischen 1943 und `53 ausgetragen. Erster Pokalsieger nach dem Krieg war Rot-Weiss Essen und einige Mannschaften, die heute nicht mehr so Rampenlicht stehen waren bereits in einem Finale vertreten.

1958 gewann Schwarz-Weiß Essen 5:2 gegen Borussia Neunkirchen. Die Offenbacher Kickers gewannen den Pokal 1970 streng genommen nicht als Zweitligist, da das Endspiel erst am 29. August stattfand. Hintergrund war das der Wettbewerb durch die Fußball-WM in Mexiko geteilt wurde. Am Zeitpunkt des Finalspieles hatte der OFC bereits zwei Bundesligaspiele absolviert.

Finalteilnehmer waren auch Fortuna Köln, im Stadtderby gegen den FC, die Stuttgarter Kickers, Energie Cottbus oder die zweite Mannschaft der Hertha. 1985 gewann Bayer 05 Uerdingen gegen Bayern München. Der VfL Bochum verlor 1988 gegen Eintracht Frankfurt.

Fast 900 Vereine haben bisher am Pokalwettbewerb teilgenommen, in der ewigen Tabelle des Pokals führt München vor Schalke und Bremen.

Der FCA hat bisher 76 DFB-Pokalspiele ausgetragen, wovon 37 gewonnen und 29 verloren wurden – zwei Spiele endeten Unentschieden und fünfmal ging es ins Elfmeterschießen. Hinzu kommen noch weitere drei Spiele der FCA Amateure und vier des BCA. In der Rangliste steht der FCA auf Platz 35 und könnte bei entsprechenden Ergebnissen morgen an Darmstadt 98 vorbeiziehen.

München hat Ja gesagt zu Olympia und auch Augsburg könnte mittelfristig nach 1972 wieder Austragungsort internationaler Sportwettkämpfe werden.

Vielleicht ist das dann die Gelegenheit die neue Magnetschwebebahn zum Einsatz zu bringen? Geflügelt, und jeweils unter zehn Minuten, parallel zu den Bahngleisen, vom Hbf bis zum Eiskanal oder zur Arena – Dabeisein ist alles.

Das zweite von drei Spielen diese Woche, und es geht vor Allem um das Weiterkommen. Noch vier Spiele und die schnellste Möglichkeit ein Finale zu erreichen. Mit etwas Losglück könnte dies auch ein Ziel sein. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten voranzukommen, am besten gemeinsam, immer als Team. Gutes Spiel!

Nur der FCA!

Dreierwoche

Ein solider Auftritt und ein Punkt in Köln, das dritte 1:1 in Folge in diesen Vergleichen – auch darauf lässt sich aufbauen. Wesentlicher scheint die Entwicklung der Mannschaft, die sich an diesem Tag auch von Anfang an in vielen Situationen an der jeweiligen Körpersprache erkennen ließ.

Seit der 6:0-Auftaktniederlage in München hat Leipzig 16 Punkte geholt. Mit Ausnahme des Unentschiedens in Dortmund wurden alle Spiele gewonnen. Das Saisonziel des Vereins unter Neutrainer Ole Werner ist nach dem siebten Tabellenplatz in der vergangenen Spielzeit, und sechs Jahren immer unter den ersten vier,  die Qualifikation für die Champions League. 

Nach dem 7. Spieltag steht München mit fünf Punkten Vorsprung auf Platz 1, dann kommt Leipzig, und zwei Punkten auseinander, folgen Stuttgart, Dortmund und Leverkusen. Drei Punkte sind es von Köln, Platz 6, bis zu Platz 12. Der FCA steht nun mit 7 Punkten auf Platz 13, drei Punkte vor Mainz und Heidenheim. Mönchengladbach ist nach der Niederlage in Berlin wieder Tabellenletzter, und trifft am kommenden Spieltag auf München.

Es gibt unterschiedliche Gründe, dass Vereine Partnerschaften mit anderen eingehen. Neben der Verstärkung des Engagements in der Region sind es unterschiedliche strategische Überlegungen, Ausbildung, Scouting und Marketing betreffend.

Neben einer größerer Anzahl von Partnervereinen in der eigenen Kernregion hat der FCA seit dieser Spielzeit auch eine Kooperation zu Buriram United FC aus Thailand. An den Projekten ‚Bundesliga Dreams‘ waren und sind auch andere Vereine beteiligt. Das Fußballentwicklungsprogramm erstreckte sich auch auf weitere Länder wie China und Indien. Wesentliche Ziele der DFL sind es dabei auch die Bekanntheit und Vermarktungsmöglichkeiten der Bundesliga in strategisch wichtigen Auslandsmärkten zu fördern.

Fußball und die verbundenen Geschäftsmodelle entwickeln sich immer weiter, es werden weitere Märkte erschlossen und die Kooperationsmöglichkeiten nehmen zu. Waren es erst die Verbindungen von großen Vereinen, wie beispielsweise Bayern München zu Los Angeles FC haben sich auch Verbindungen zu wirtschaftlich starken anderen Sportarten gebildet, z.B. zu den Kansas City Chiefs oder auch die des 1. FC Köln zu den Detroit Red Lions.

Spieler, die zu Markenbotschafter werden, Medienkooperationen, und das Feld wird immer größer und unübersichtlicher. Auch wenn die Vorstellung das es genüge elf Freunde zu sein, im Profifußball nie vollaussagekräftig war, haben sich längst die Ansätze viel weiterentwickelt, und nichts scheint undenkbar.

Netzwerke an Mannschaften, strategische Partner und Einnahmequellen, Fußball nur noch auf das eigentliche Spiel und die Mannschaft zu reduzieren scheint immer noch aussichtsloser.

Drei Heimspiele in Folge gab es wettbewerbsübergreifend und durch Verschiebung von Spieltagen schon öfter, aber dass diese in einer Woche liegen ist schon eher die Ausnahme. Zuletzt war dies im letzten Monat der Drittklassigkeit der Fall: Nachdem am 3. Mai der Aufstieg in Trier erreicht wurde, spielte der FCA darauffolgend am Samstag zuhause gegen Koblenz, am Dienstag ein Nachholspiel gegen Regensburg, und wieder am Samstag gegen Darmstadt.

Diesmal beginnt es gegen Leipzig, wo die letzten vier Heimvergleiche jeweils remis endeten. Der bisher einzige Sieg in der Liga gelang vor acht Jahren durch das frühe Tor von Michael Gregoritsch.

Wie lässt sich der Entwicklungsstand der Mannschaft nach sieben Spielen einschätzen? Erkennbare Tendenzen und einiges, das noch Zeit benötigt. Ohne Berücksichtigung der Punkteausbeute ein erwartbarer Zwischenstand.

Die nächsten Ligaspiele gegen Leipzig, Dortmund und in Stuttgart lassen sich auch als Reifeprüfungen für die Mannschaft verstehen. Hier, und im zwischenzeitlichen Pokalspiel gegen Bochum, zeigt sich wie der Weg der Mannschaft weitergehen könnte. Gutes Spiel!

Nur der FCA!

Kade an die Macht

Es gibt wieder etwas auf die Ohren. Der FCA hat 1:1 in Köln gespielt und das war spannender, als das Ergebnis erstmal klingt. Nach dem Sieg gegen Wolfsburg hat der FCA nun auch gegen Köln einen Punkt geholt und ist mittlerweile zwei Spiele in Serie ungeschlagen. Noch nicht wirklich eindrucksvoll, aber der Trend zeigt in die richtige Richtung. Entsprechend gibt es in der Folge eine entspannte Frage der Woche. Hat jemand Antworten für mich?

Visionen

Es war nicht nur ein Schritt nach vorne, sondern auch der bisher konstanteste Auftritt in dieser Spielzeit. Die ersten Tore von Noahkai Banks und Mert Kömür, das dritte durch Robin Fellhauer, die Leistung von Chrislain Matsima, noch weiteres das sich hervorheben ließe, und doch war es auch die Mannschaftsleistung beim ersten Saisonheimsieg.

Auf Platz 10 steht der 1. FC Köln in der Ewigen Tabelle der Bundesliga, und zugleich sind nur zwei Mannschaften, Nürnberg und Bielefeld, häufiger abgestiegen. Aber zum sechsten Mal bei sieben Abstiegen gelang der direkte Wiederaufstieg. Einhergehend mit einer finanziellen Stabilisierung soll auch die sportliche Konsolidierung erfolgen und das Image einer Fahrstuhlmannschaft abgelegt werden.

Das Team von Lukas Kwasniok ist gut in die Saison gestartet. Sieben Punkte aus den ersten drei Spielen und aktuell Platz 6 mit zehn Punkten sind mehr als akzeptabel und europaweit nach dem FC Thun der zweithöchste Punkteschnitt aller Aufsteiger pro Spiel.

Der Vergleich aller Partien gegeneinander ist ausgeglichen, die Bilanz in der Bundesliga spricht nach 20 Vergleichen mit sieben Siegen bei acht Unentschieden für den FCA. Die letzten beiden Vergleiche in der Saison 2023/24 endeten jeweils 1:1, wobei dies in beiden Fällen bereits auch der Halbzeitstand war.

Fußball verbindet. Vermutlich gibt es viele Situationen und Phänomene, auf die das zutrifft oder sich übertragen lässt. Und doch sind es auch immer bestimmte, manchmal auch aus unterschiedlichen Gründen schwierigere Phasen, in denen der Spieltag oder der Aufenthalt in ums Stadion an Bedeutung gewinnt. Nicht unbedingt sportlich bedingte Konstellationen, oft ganz verschiedene, auch persönliche, Motive und das Gefühl Teil einer Gemeinschaft zu sein. Aufs und Abs, verbundene Emotionalität, Fußball ist immer auch mehr als das Spiel.

Je nach Sichtweise ließen sich verschiedene Aspekte näher betrachten. Fußball hat und ist Kultur, Fußball bietet Austausch und Miteinander, hat viele Bedeutungen und kann eine Plattform für Zusammenhalt schaffen. Möglichkeiten der Entfaltung und gemeinsame Identitätsbildung – Fußball verbindet.

Nicht alles in dieser Saison war bisher entweder gut oder schlecht. Weder waren die ersten Spiele perfekt, noch waren die nächsten drei komplett schlecht. Der Auftritt gegen Wolfsburg ging wieder in die richtige Richtung. Die Entwicklung der Mannschaft, die Integration von jungen Spielern sowie der Entwurf eines Spielsystems brauchen weiter Zeit, auch wenn Zwischenergebnisse sichtbar werden.

Was für ein Fußball am Ende dieses Prozesses stehen könnte wird sich zeigen, aber mit welchen Adjektiven ließe er sich übertragen beschreiben oder auch wünschen? Und könnte dabei nicht eine neue Ästhetik des Spiels und der Darstellung entstehen.

Abseits von Taktik, System und Professionalität, die Idee eines Fußballs, der sich auch an anderen Werten orientiert, manchmal unvollkommen wirken mag, aber sich doch immer einer eigenen Vision nähert. Der unabhängig auch erforderlicher Ergebnisse seine Attraktivität und neue Möglichkeiten dadurch gewinnt.

Fast zehn Jahre nach dem ersten Europacup-Sieg in Alkmaar mag dies auch eine Möglichkeit sein die Entwicklung des Vereins weiterzudenken.

Neues auch wieder von den Planungen der größten Sportveranstaltung der Welt: Ja, es geht zu langsam. Erst jetzt, ein Jahr vor der WM 2026 über die Vergrößerung des Teilnehmerfelds beim darauffolgenden Turnier auf 64 Mannschaften zu sprechen ist einerseits vollkommen konsequent, und andererseits fast schon zu spät. Und wenn der FIFA-Präsident verkündet, dass jede Idee eine gute sei, lässt dies auch nur eine wirkliche Schlussfolgerung zu: Ab jetzt ist immer und überall WM – und alle machen mit.

Am kommenden Samstag nun der Auftritt des FCA beim 1. FC Köln, der wie die anderen Ligaspiele auch in über 200 Ländern zu sehen sein wird.

Als Mannschaft geschlossen auftreten und einfach den nächsten Schritt machen. Ein Erfolgserlebnis nach der Länderspielpause zu erreichen würde auch Zeit für die weitere Entwicklung gewinnen. Gutes Spiel!

Nur der FCA!

Weiterhin auf der Suche

Dieser Text erschien zuerst in der Kolumne „Einwurf aus der Rosenau Gazette“ bei presse-augsburg.de. 

Augsburg ist fußballerisch momentan eine faszinierende Stadt. Wenn man sich über den FCA unterhält, dann geht es nur um Trainer Sandro Wagner. Und dieser Trainer-Fokussierung bin ich nicht gewöhnt. In all den Jahren, in denen ich den FCA verfolge, hat noch nie ein Trainer so polarisiert wie Sandro Wagner (aber auch nur weil Jens Lehmann nur ein Co-Trainer war). Entweder man findet Sandro Wagner nicht so toll (setzt das entsprechende Wort gerne selbst ein), oder man ist Wagner Fan. Es ist Länderspielpause. Vielleicht blenden wir Wagner mal ein bisschen aus und machen drei Schritte zurück. Wo steht der FCA?

Der FCA ist ein Verein in Entwicklung. Gerade im sportlichen Bereich hat man über die Jahre immer wieder versucht, durch strukturelle und persönliche Wechsel Veränderungen herbei zu führen und positive Entwicklungen anzustoßen, nachdem der Verein über Jahre nicht nur still stand sondern immer weiter abrutschte.

Der Wendepunkt

Den Beginn dieser Suche nach Verbesserungen packe ich in den Mai 2022. Markus Weinzierl hatte dem Verein mitgeteilt, dass er seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern würde. Klaus Hofmann hatte kurz zuvor sein Amt als Präsident niedergelegt. Der Club ging auf eine längere Suche nach einem neuen Trainer und anstatt einen alten Bekannten von irgendwem zu verpflichten, holte man Enno Maaßen um attraktiveren Fußball spielen zu lassen und die eigene Jugend zu stärken.

Auf diesen Wendepunkt folgten viele weitere Entwicklungen. Max Krapf wurde Präsident. Stefan Reuter ging, Marinko Jurendic kam und wurde nun in diesem Sommer von Benni Weber abgelöst. Auf dem Trainerposten folgte Jess Thorup auf Enno Maaßen, der nun durch Sandro Wagner abgelöst wurde. Die einzige personelle Konstante ist Michael Ströll, Alleingeschäftsführer und starker Mann. Konstant ist zudem die Idee, nach einer sportlichen Weiterentwicklung zu streben.

Das sportliche Problem

Sportlich haben alle Trainer seitdem die gleiche Problemstellung zu bewältigen. Sie sollen attraktiveren, offensiveren Fußball spielen lassen. Auf der einen Seite führt ein erhöhter Fokus auf die Offensive dazu, dass in der Defensive mehr Risiken eingegangen werden müssen. Enno Maaßen hat 1:1 gegen den Ball verteidigen lassen. Seine Verteidiger haben genügend der Duelle verloren und der FCA zu viele Tore kassiert. Maaßen hat nie das Gleichgewicht zwischen Offensive und Defensive gefunden.

Auch Jess Thorup kam mit dem „Offensive Mindset“ in die Stadt. Direkt gegen Heidenheim wurde ein Tor-Feuerwerk gezündet. Letzte Saison zu Hause gegen Mainz kassierte er ordentlich und fing dann an den Bus vor dem Tor zu parken. Auf einmal war der Wille zu offensiv-orientiertem Fußball weg. Am Ende der Saison dann auch die Verantwortlichen, Thorup und Jurendic, selbst. Der FCA wusste welchen Weg er gehen wollte und war wieder auf der Suche nach einer funktionierenden Konstellation, die den Verein in die richtige Richtung befördert. Auch Sandro Wagner muss weiterhin das Rätsel des Gleichgewichts lösen.

Die Mannschaft

Man kann allerdings konstatieren, dass der FCA zumindest im Bezug auf das eigene Team Schritte nach vorne gemacht hat. Die Situation für Sandro Wagner ist deutlich leichter als damals Enno Maaßens Ausgangslage. Die Mannschaft verfügt mittlerweile wieder über Leistungsträger. Bei den Namen Dahmen und Matsima glänzen Augen. Zudem hat sich etwas grundsätzliches gewandelt. Noch vor wenigen Jahren haben Spieler schnell davon geredet, den nächsten Schritt bei einem anderen Club machen zu wollen. In diesem Sommer war dies von keinem zu hören. Und alle Leistungsträger sind geblieben.

Den sportlich Verantwortlichen ist es zusätzlich auf zwei Arten gelungen das Team zu verstärken. Einerseits wurden clevere Transfers getätigt. Ich bin gespannt, ob die Verpflichtung von Fabian Rieder am Ende alle anderen Transfers dieses Sommers überragen wird. Ich finde allerdings auch die Verpflichtung von Han-Noah Massengo sehr gelungen, genau wie auch den Zugang von Elias Saad. Der Trainer hat Wahlmöglichkeiten. Daneben, und hierfür kann man sich in Augsburg in dieser Länderspielpause doppelt auf die eigenen Schultern klopfen, konnte man sowohl mit Mert Kömür als auch mit Noahkai Banks, und damit mit den Top Talenten aus dem eigenen Nachwuchsleistungszentrum. verlängern. Beide haben sich sportlich weiterentwickelt. Kömür ist zu einem Unterschiedsspieler gereift. Wenn nun nach den Spielen gegen Mainz und Heidenheim über den Kader hergezogen wurde: ich bin hier nicht dabei. Das ist in der Spitze und in der Breite das beste Augsburger Team in der Bundesliga.

Das Ziel im Blick

Was an der Stelle beruhigen sollte, außer dem guten Team? Der FCA hat seit einigen Jahren sein Ziel fest im Blick. Aktiver Fußball ist weiterhin die Devise, und das kann grundsätzlich nur attraktiver sein, als die volle defensive Orientierung. Es wäre ein Wunder gewesen, wenn Sandro Wagner die Lösung für das Problem nach 6 Wochen in der Bundesliga parat gehabt hätte. Ob er das Puzzle irgendwann löst? Wir werden sehen.

Muss man derweil seine Herangehensweise mögen? Nein, das muss man nicht. Bei aller Polarisierung sollte die Mannschaft und Wagner eine faire Chance und genügend Zeit bekommen, um sich zu versuchen. Auf der anderen Seite darf die Suche nach der sportlichen Lösung nicht jeden Spieltag im Mittelpunkt stehen. Manchmal muss es reichen mit Energie und der nötigen Intensität, pragmatische Lösungen zu finden. Gerne schon gegen Köln. Denn auch wenn man ein großes Ziel vor Augen hat, so müssen doch regelmäßig Erfolgserlebnisse her, um das Punktekonto zu füllen und die Moral nicht schwinden zu lassen.

3 Tore im Sturm

Andy von der Rosenau Gazette bespricht im Podcast zusammen mit seiner Tochter Louise die Partie des FC Augsburg zu Hause gegen den VfL Wolfsburg, die der FCA mit 3:1 für sich entscheiden konnte. Während die Jugendspieler des FCA überragten musste Sandro Wagner – mal wieder – von der Seitenlinie aus zuschauen. Hört gerne rein.

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