Puppngschwätz: (Ohne) Pause

Gerade ist Länderspielpause. Allerdings bedeutet das nicht, dass der FC Augsburg und seine Akteurinnen und Akteure untätig geblieben sind. Ganz im Gegenteil: In der vergangenen Woche ging es für die A-Elf im Testspiel gegen den Jahn aus Regensburg und unsere Nationalspieler sind (teilweise) bei ihren Mannschaften. Auch die U23 und die FCA-Frauen durften ran. Und dann war da noch die Sache mit Flo Niederlechners zunächst mysteriöser Operation… Über all diese Schauplätze fahren wir im wöchentlichen „Puppngschwätz“ der Rosenau Gazette einmal kurz mit dem Rasenmäher. Ziehen wir am Starterseil!

Altbekanntes

Für unsere Profis stand am Donnerstag ein Test gegen den SSV Jahn Regensburg auf dem Plan. Aktuell Zweiplatzierter der 2. Bundesliga und von 2007 bis 2012 Wirkungsstätte von Trainer Markus Weinzierl. Das Spiel fand auf heimischem Rasen, gleichwohl unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Daher war es leider nicht – wie viele der vergangenen Testspiele – im FCA TV zu sehen. Auch sonst sind die Infos dazu recht rar.

Trotzdem war es den beiden Spielberichten zufolge wohl ein munteres Spiel, das der FCA bei Chancenplus auf seiner Seite knapp mit 1:0 für sich entscheiden konnte. Den Siegtreffer in der 67. Minute erzielte Noah Sarenren Bazee per Flachschuss nach einer sehenswerten Kombination über Arne Maier und Andi Zeqiri. Der war es auch, der in der ersten Hälfte aus kurzer Distanz die größte Chance für uns hatte. Der Regensburger Torwart konnte aber erfolgreich vereiteln.

Weitere gute Möglichkeiten hatten Iago (47.) und Hahn (50.). „Im letzten Drittel fehlte allerdings […] die letzte Genauigkeit“, gab der FCA selbst zu. Mal wieder, muss man fast sagen. Denn schon im Testspiel im Januar, das damals noch unter Heiko Herrlich ebenfalls 1:0 für den FCA ausging, hatte es gegen den Jahn an der Chancenverwertung gehapert. Bis heute ist das eines unserer größten Probleme.

Noah Sarenren Bazee sicherte dem FCA im geheimen Testspiel gegen Regensburg (nicht Paderborn, wie auf dem Bild) mit seinem 1:0 den Sieg. (Foto: Matthias Hangst/Getty Images)

Neugesichtetes

Optimistisch stimmt aber, dass die Verteidigung um Oxford und Co. wieder sehr solide arbeitete. Zudem stand Jan Morávek, der seit Ende August zu den Augsburger Dauerverletzten zählt, die ersten 45 Minuten wieder auf dem Platz. Das macht Hoffnung auf eine baldige Rückkehr und darauf, dass Weinzierl im Mittelfeld wieder mehr Optionen zur Verfügung hat.

Nicht zuletzt rückte im Test ein neues Gesicht in die Startelf: Der 18-jährige Dikeni Salifou aus der U19 durfte 75 (!) Minuten lang im (zentralen) Mittelfeld auf sich aufmerksam machen. Mit den Profis stand erstmals auch U17-Spieler Mert Kömür auf dem Rasen, der in der 90. Minute Maier ersetzte.

(Fern-)Reisende

Wo es für die einen ans Testen geht, geht’s für die anderen ans Reisen. Insgesamt acht FCAler sind im Moment mit ihren Nationalmannschaften auf der ganzen Welt unterwegs. Kein Wunder, es is‘ ja auch WM-Quali. Am weitesten reisten dafür zweifellos Carlos Gruezo und Sergio Córdova. Gruezo gelang mit seinen Ecuadorianern am Donnerstag ein 3:0 gegen Bolivien, wobei er die volle Spielzeit über mithelfen durfte. „Panther“ Córdova konnte auch nach seiner Einwechslung in der 75. Minute die 1:3-Niederlage Venezuelas gegen Brasilien nicht mehr abwenden. Am Sonntag spielen die beiden Vereinsgefährten mit ihren Teams gegeneinander.  

Für Gregerl ging es am Samstag mit Österreich in den hohen Norden auf die Färöer-Inseln, die ungefährdet mit 0:2 besiegt wurden. Aufs Feld durfte er immerhin noch in den letzten Minuten. Auch Ex-Augsburger Kevin Danso stand im Aufgebot von Franco Foda, kam aber nicht zum Einsatz. Für unseren polnischen Rechtsverteidiger Robert Gumny war es seit fast einem Jahr das erste Mal, dass er gegen San Marino (5:0) wieder in der Startelf stand. Überhaupt wurde er erst zum fünften Mal in den Kader Polens berufen. Dass er bei seinem zweiten Startelfeinsatz nun gleich die komplette Spielzeit absolvierte, zeigt, welch positive Entwicklung Gumny beim FCA mittlerweile macht.

Gesundheitspflege

Weniger erfreulich lief es dagegen für Freddy Jensen und seine Finnen. Deren 1:2-Niederlage gegen die Ukraine am Samstag musste er von der Bank aus mitansehen. Auch für unseren Flügelflitzer Ruben Vargas verläuft die Länderspielphase nicht optimal. Zwar ist er in die Schweiz gereist. Genau wie seine Kollegen aus der „Nati“, die am Samstag Nordirland mit 2:0 besiegten. Er laboriert im Moment aber an einer Erkältung und es ist sehr unwahrscheinlich, dass er für das Spiel am Dienstag in Vilnius, Litauen, noch nachgeholt wird. Eher lässt er sich von seiner Mama umsorgen und tritt den Rückweg nach Schwaben an, sobald er wieder fit ist.

Internationale Luft durften zuletzt auch unsere Jungspunde Frederik Winther und Lasse Günther schnuppern. Zwar stand der dänische Innenverteidiger beim 1:0-Sieg seiner U21 im EM-Quali-Spiel gegen Schottland in Edinburgh nicht im Kader. Vielleicht bekommt er aber ja am Dienstag gegen Belgien noch die Chance. Dagegen setzte unser neuer Rechtsaußen mit der deutschen U19 beim sog. „Vier-Nationen-Turnier“ in der Slowakei, das auf die EM-Quali der Junioren vorbereiten soll, ein dickes Ausrufezeichen. Beim 6:1 gegen die Gastgeber am Mittwoch steuerte er höchstpersönlich das vierte Tor bei. Kommt bitte alle (wieder) gesund zurück!

Für die deutsche U19 erzielte Lasse Günther beim 6:1 gegen die Slowakei ein Tor. Stark, Junge! (Foto: Thomas Niedermueller/Getty Images)

Knapp wars

Gerade am Donnerstag durften einige Akteure aus der „Zwoten“ noch mit der A-Mannschaft über den Testspielsieg jubeln. Weinzierl hatte in einem fröhlichen Wechselreigen vor allem in der zweiten Halbzeit auch U23-Spieler wie Innenverteidiger Dominic Schmidt (ab 60. Minute) oder Linksaußen Dorian Cevis (ab 83. Minute) zum Zug kommen lassen.

Am Freitag mussten dieselben Spieler in Eltersdorf dann aber eine denkbar knappe 1:2-Auswärtsniederlage einstecken. Zwar war der FCA II zunächst durch Innenverteidiger Mario Subaric in Führung gegangen. Allerdings kassierte er kurz vor der Pause noch den Ausgleich und kurz vor Spielende (88.) dann das bittere 1:2, das aus einer drückenden Schlussoffensive des SCE resultierte. Nach 16 Spielen steht der FCA mit seinen 19 Punkten nun hinter Eltersdorf auf dem 13. Tabellenplatz der Regionalliga Bayern. Gegen das kleine Kleeblatt, aktuell Drittletzter, ist am Dienstag in der Rosenau sicherlich was zu holen!

Erst glänzend, dann gefrustet

Die Woche der FCA-Frauen startete gut. Um nicht zu sagen: glänzend. Am vergangenen Sonntag (3.10.) in der 2. Runde des Bezirkspokals Schwaben war der höherklassige Bezirksoberligist FC Loppenhausen zu Gast in Augsburg. Und der staunte – wie wahrscheinlich die Augsburgerinnen selbst – nicht schlecht, als er mit einer deftigen Klatsche die Heimreise antreten musste. Zwar hatte der FCA schon zur Pause mit 3:0 geführt, war aber so gar nicht auf Ergebnisverwaltung aus. So stand der 8:0-Siegtreffer von Angreiferin und Dreifach-Torschützin Carmen Drescher in der 90. Minute sinnbildlich für die immense Spielfreude, die die Mannschaft über die komplette Partie aufrechterhielt. Und damit mehr als verdient ins Pokal-Viertelfinale einzieht.

Leider konnten die FCA-Frauen den Pokalglanz nicht ganz in die Liga hinüberretten. Im vierten Spiel am Sonntag bei Aufsteiger TSV Peiting machten die Augsburgerinnen zunächst noch einen 0:1-Rückstand wett, indem sie sich zwischen Minute 31 und 41 ein komfortables Drei-Tore-Polster anlegten. Das ließen sie sich in Hälfte Zwei durch zwei Treffer der TSVlerinnen aber noch abjagen, sodass am Ende ein 3:3 und damit die etwas frustrierende Punkteteilung stand. Mit seinen 8 Punkten und Platz 2 im Gepäck fährt der FCA am Wochenende zum Spitzenspiel gegen Tabellenführer SG Buchenberg.

Flo und die OP

Dafür, dass (zumindest für die Profis) „ligafrei“ ist, haben wir jetzt schon eine ganze Menge durchkämmt. Eine Sache muss ich aber noch erwähnen, weil sie für die kommenden Spieltage recht folgenschwer werden könnte. Am Dienstagabend hat der FCA mitgeteilt, dass unser bisheriger Topscorer (mit 2 Treffern ist der Ausdruck natürlich relativ…) Flo Niederlechner operiert werden musste. Im FCA-Post auf Twitter und auch in der Instagram-Nachricht von Flo selbst wurde nicht gleich klar, warum er sich einer OP hat unterziehen müssen. Das Bild tat dann noch sein Übriges, dass sich z.B. auch Kevin Volland um Flos Wohl sorgte und augenzwinkernd unter dessen Post schrieb: „Gute Besserung Bro. Hoffe es ist noch alles dran 😉😅“.

Im Twitter-Post des FCA war zuerst nicht klar, warum sich Flo hat operieren lassen müssen. Auf Instagram war dagegen gleich von der Leiste die Rede. Wir wünschen ihm schnelle Genesung und endlich keine Schmerzen mehr!

Mittlerweile sind wir alle schlauer. Auch, weil der FCA zumindest in seinem Insta-Post schon die Auflösung mitlieferte. Die Leiste ist es, die unserer Nummer 7 zuletzt immer wieder Schmerzen bereitet hatte und als letztes Mittel nun eben operativ behandelt werden musste. Niederlechner wird laut Weinzierl mindestens drei, vier Wochen aussetzen müssen. So könnte es in der Offensive demnächst ziemlich dünn werden…

Auf der Mittelstürmerposition verfügbar ist natürlich Leihgabe Zeqiri, der sich mit seinem Tor gegen Dortmund allmählich warmgeschossen hat. Sofern Córdova unversehrt aus Südamerika zurückkehrt, wäre auch er eine Alternative, wohl aber nicht von Anfang an. Zur Not könnte auch Hahn wieder den Stoßstürmer mimen. Vor allem in Zeiten von Herrlich hatte er das öfters gemacht. Damit sind die Optionen, zumindest in einem 4-2-3-1-System, im Großen und Ganzen aber schon ausgeschöpft. Vielleicht wird dieser Engpass nun auch (endlich!) zum Anlass genommen, um sich schon mal für das Wintertransferfenster bereitzumachen.

Lichtblicke

Krank, das heißt zum Glück „nur“ erkältet, sind neben Vargas aktuell noch Niklas Dorsch und mittlerweile auch Reece Oxford. Die Augsburger Allgemeine mutmaßte, die Häufung der Fälle könnte daran liegen, dass die drei auch „privat einen engen Draht zueinander“ haben. Bis zum Spiel gegen die Arminia (17.10.) sollten sie aber hoffentlich wieder genesen sein. Ebenfalls auflaufen könnte am Sonntag – jetzt kurz festhalten – unser Langzeitverletzter Finnbo! Vielsagend gab Weinzierl zu Protokoll:

„Wenn er am Montag [ins Mannschaftstraining] einsteigt, wäre er ein Kandidat. Wir werden sehen, ob es reicht.“

Markus Weinzierl über eine mögliche Rückkehr von Finnbo gegen Bielefeld (Quelle: Kicker vom 10.10.2021)

Ja, wollen wir sehen (und leise hoffen), dass es reicht. Und wenn es für Finnbo noch nicht reichen sollte, dann doch zumindest, dass wir am Sonntagabend in der Arena eine halbwegs stabile Offensive begrüßen dürfen. Wir wollen den für die kommenden beiden Heimspiele wiedereröffneten Bierausschank ja nicht gleich dazu nutzen, das Gesehene möglichst schnell wieder zu vergessen. Oder?

Autor: Franzi

Gebürtige Allgäuerin. Hält nach 6 Augsburger Jahren jetzt aus der Mitte Bayerns die Fahne für Schwaben und den FCA hoch.

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