Frohe Weihnachten

2020 war ein besonderes Jahr. Jetzt steht das Ende des Jahres vor der Tür und es gibt Licht am Ende des Tunnels. Mehrere Impfstoffe sind in der letzten Phase der Zulassung und die Impfzentren werden schon eingerichtet. Mit Corona können wir noch nicht ganz abschließen. Mit 2020 bald schon. Und uns freuen, dass wir in 2021 wohl dann doch irgendwann wieder ins Stadion dürfen. Und in die Kneipen. Was will Mensch schon viel mehr.

Für uns als Team der Rosenau Gazette war es grundsätzlich ein positives Jahr. Das Team ist gewachsen. Die Leserzahl auch. Und wir haben immer noch Spaß am Schreiben. Und am FCA. Gerade nach dem Sieg in Bielefeld können wir uns nun auch wieder etwas mehr entspannen. Unten rein rutschen wir nun vor der kurzen Winterpause und mit dem ausgedünnten Kader nicht. Als Augsburger ist man ja immer etwas paranoid. Und bevor jetzt der Jahresendspurt alles andere langsam in den Hintergrund treten lässt, wollte ich ein paar Worte in eigener Sache verlieren.

 
 
 
 
 
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Ein Beitrag geteilt von Andreas Riedl (@andyriedl)

Das Team und ich haben dieses Jahr zum ersten Mal eine ganze Ladung Kritik abbekommen. Kritik für Kritik sozusagen. Wir haben im Sommer viel kritisch im Blog geschrieben. Strukturen und Personen hinterfragt. Weil wir immer noch daran glauben, dass Meinungspluralismus zu besseren Entscheidungen führt.

Ein paar anderen FCA Fans ist dann im Sommer der Kragen geplatzt. Allen voran Markus Krapf vom Elfer / Feuer & Flamme Podcast / Neue Szene. Da stand dann nach meiner – mit einem humorvollen Augenzwinkern in der 11 Freunde vorgebrachten Kritik – auf seiner Facebook und Instagram-Seite u.a. folgendes: “Im aktuellen 11freunde Sonderheft zum Saisonauftakt gibt es genau einen, der seinen eigenen Club mit Dreck bewirft. Das ist der selbe biedere Vogel, der sich mit T-Shirtverkäufen mit FCA-Motiven ständig selbst inszeniert und womöglich sogar Geld damit verdient. Das alles, ohne sich jemals Verdienste um den FC Augsburg erworben zu haben. Pfui Teufel, Andreas Riedl, wer auch immer du bist!” und darunter hat dann direkt Walter Sianos festgestellt: “Grosse Chance verpasst. Das ist peinliche Scheiße. Und so etwas will ein FCA Fan sein. Hab die Rosenau-Rosette gerade ent-liked. Und zwar für immer!” Ob ich denn im Elfer willkommen sei, hat Markus Krapf dann auch direkt festgehalten: “Hat im 11er nix verloren. Der 11er ist eine FAN-Kneipe”. Ein paar andere haben sich dann auch direkt in diesem Zusammenhang reproduziert. Es war alles sehr konstruktiv. Ein kleiner Shitstorm. Da musste ich dann erstmal schlucken, als ich das Pech hatte, das dann selbst zu lesen.

Aber was soll es. Es hat doch ein bisschen gebraucht, bis ich meinen Frieden gemacht habe. Frei nach dem Motto: “Wer austeilt, muss auch einstecken können.” Kritik ist grundsätzlich ja gerne gesehen. Und in der Sache darf man auch mal gerne anderer Meinung sein. Dass in diesem Fall die Kritik in der Form eher dem Verhalten eines betrunkenen Kirmesboxers ähnelte, verstört dann zwar, gehört zum Leben aber wohl dazu. Die latente Unterstellung, dass die Erlöse der T-Shirt-Aktionen nicht zu 100% an den ausgewiesenen guten Zweck gehen würden, war ein Tiefschlag. Zudem haben auch andere Fußballblogger in der 11Freunde die Möglichkeit genutzt, Kritik am eigenen Verein zu üben. Der Blogger-Kollege, der die TSG Hoffenheim begleitet, wurde sogar vom eigenen Verein angerufen und hinterfragt. Und vielleicht fragt den Markus Krapf mal einer, ob er nicht über die gleichen sozialen Kanäle, die er jetzt zum Anprangern genutzt hat, früher auch schon mal Werbung für eine der Aktionen gemacht hat. Irgendwie haben sich die Beiträge in Luft aufgelöst. Und im Alter wird man ja vergesslich. Ich kenne das selber schon auch. Reiner Selbstschutz.

Genug aufgeregt. Wenn man das Ganze dann mal sacken lässt, dann fragt man sich schon, welchen Verein man selber will und wie man in dessen Umfeld miteinander umgehen sollte. Zumindest habe ich mich das gefragt. Ganz abseits meiner eigenen Grantler-Gene. Mein Wunschbild ist da sehr von Vielfalt – auch in der Meinung – geprägt. Und Offenheit. Wobei Respekt natürlich auch nicht schlecht wäre. Alles natürlich klar nach rechts abgegrenzt. Nazis haben weder bei uns noch im Elfer einen Platz.

Mit diesen Grundsätzen im Hinterkopf haben wir dann weitergemacht. Und jetzt vor Weihnachten die nächste T-Shirt Aktion gestartet unter dem Motto Immer noch Original 1907 zu Gunsten von Queerbeet e.V. Die T-Shirts sind produziert und die vorbestellten Shirts mittlerweile alle auf dem Weg bzw. angekommen. Dazu sind ein paar der schönsten Blogtexte entstanden, in denen einige Fans von ihren persönlichen Erlebnissen berichten (bisher Irina, Stefan und Stephan). Das Feedback zeigt, dass wir mit unserer Freude über die Texte nicht alleine sind. Und ich habe den T-Shirts eine Überraschung beigelegt. Und mittlerweile die ersten Fragen erhalten, was es damit auf sich hat. Dazu vielleicht ein kurzer Schwenk.

Der Elfer war immer ein Ort, den ich selbst hochgehalten habe. Hier haben sich Fans aller Vereine friedlich getroffen und gemeinsam beim Fußball schauen Spaß gehabt. Sich unterhalten und ausgetaucht. Und tun das hoffentlich auch in der Zukunft, wenn es nach der Pandemie wieder geht. Weil Fußball die unterschiedlichsten Menschen zusammenbringt. Die entsprechenden Anekdoten gibt es dann hoffentlich immer noch vom Dicken Wirt direkt dazu. Und selbst, wenn ich im Elfer nicht mehr willkommen bin, so ist mir doch daran gelegen, dass es den Elfer auch weiterhin gibt. Und die Fankultur, rund um den FCA weiterhin wächst.

Und nachdem ich in der privilegierten Situation bin, wirtschaftlich nur unwesentlich von der Corona-Krise betroffen zu sein, habe ich über einen Freund Biergutscheine für den Elfer gekauft. Und diese nun allen bestellten T-Shirts der Aktion #ImmernochOriginal1907 beigelegt. Wenn es wieder geht, geht in die Kneipen, kommt zusammen und tauscht euch persönlich aus. Gerade der persönliche Austausch rund um den FCA hat mir in diesem Jahr viel gegeben. Spätnächtliches philosophieren über Fußball unter Gleichgesinnten. Dabei muss man nicht immer einer Meinung sein. Aber sich danach zumindest wie unter fairen Sportsmännern und -frauen die Hand geben. In diesem Sinne schon jetzt und bevor es untergeht: Frohe Weihnachten, FCA-Familie!

Autor: Andy

Wohnt und arbeitet in Frankfurt. Denkt dennoch seit vielen Jahren fast immer an den FCA.

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