Nach Darmstadt mit dem Wunsch nach einer Stammelf

Sieben Spiele unter Manuel Baum stehen mittlerweile in den Büchern. Neben den erfreulichen Ergebnissen vor der Winterpause (Sieg gegen Gladbach, Unentschieden gegen Dortmund), sind nun auch Analysen von Niederlagen gegen Hoffenheim, Mainz und Leverkusen notwendig. Siege gegen Bremen und Wolfsburg stehen positiv in der Bilanz, waren aber teilweise glücklich (v.a. gegen Bremen).

In diesen 7 Spielen hat Manuel Baum genauso viele Spieler eingesetzt, wie Dirk Schuster in den 14 Partien zuvor. Beide Trainer haben insgesamt auf 23 Spieler zurückgegriffen. Das ist in Relation zu den absolvierten Spielen eine enorme Anzahl. Pep Guardiola hat letzte Saison in 34 Spielen 25 Spieler eingesetzt, Thomas Tuchel 26 Spieler. Sowohl Dortmund als auch die Bayern mussten international ran. Markus Weinzierl hat in einer vollen Saison mit Dreifachbelastung in der Bundesliga 27 Spieler eingesetzt.

Regelmäßig die Startelf umzubauen und sie den Gegnern anzupassen, gehört laut Süddeutscher Zeitung zu Baums Prinzipien. Derweil führt die andauernde Rotation zu Problemen, denn Automatismen zwischen Spielern, die sich regelmäßig einstellen, wenn diese dauerhaft miteinander Fußball spielen, stellen sich schwerer ein. Es kommt zu Abstimmungsfehlern und Pannen, die in der Abwehr dann vermehrt zu Gegentoren führen. Diese Probleme tauchen noch häufiger auf, wenn man zusätzlich zur Rotation noch versucht den Spielern neue Spielideen einzutrichtern. Wer die letzten Spielen gesehen hat, der wird zustimmen, dass die Gegentore zu leicht fallen und wir es den Gegnern zu leicht machen.

Deswegen liegt meine Hoffnung gegen Darmstadt darin, dass wir langsam zu einer Stammelf finden, die eingespielt und abgestimmt agiert. Der erste Überraschungsphase nach Baums Übernahme der Mannschaft ist vorbei. Man könnte auch sagen: Honeymoon is over. Die Gegner haben nun auch einige Spiele, an Hand derer sie seine Spielweise analysieren können. Deswegen wird es in den nächsten Spielen wieder wichtiger Fehler zu reduzieren und den Hurrafußball etwas zu beschränken. In diesem Fall bin ich zuversichtlich, dass wir mit der Qualität in der Mannschaft den Trend umkehren können. Dennoch muss Manuel Baum jetzt zeigen, dass er seine Philosophie auch ein wenig über Bord werfen kann, um für Stabilität zu sorgen. Ansonsten haben wir in Augsburg bald die erste Krise in Baums Amtszeit an der Backe. Das wäre dann doch recht schnell gegangen.

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