Rückrundenstartend

In der zweiten Halbzeit ein erkennbares Zeichen – leider aber nicht das zugehörige Glück. In jedem Fall ein Schritt als Mannschaft, auf dem sich aufbauen lässt. Dazu die Statements der Spieler, die Hoffnung auf eine neue Dynamik entstehen lassen.

Mit 28 Punkten nach der Rückrunde können die Eisernen bereits für eine dritte Bundesligasaison planen. Vor der Saison, auch wegen des geringeren Marktwerts der Mannschaft, als Abstiegskandidat genannt, überzeugten die Köpenicker über die gesamte Vorrunde mit mannschaftlicher und taktischer Disziplin.

Nur gegen eine Team der ersten elf der Tabelle wurde verloren, die zweitwenigsten Niederlagen, die drittmeisten Tore geschossen und zugleich auch die drittwenigsten Tore erhalten – alle Statistiken bestätigen die Effizienz von Union im zweiten Bundesligajahr.

Auch wenn das Hinrundenspiel im Olympiastadion verloren ging, steht das Team von Urs Fischer genau elf Punkte vor dem selbst ernannten Big-City-Club, und darf von attraktiveren internationalen Gegnern wie bei der UEFA-Pokal-Teilnahme 2001 träumen.

Die allgemeinen Einschränkungen wurden verlängert, und es ist längst nicht absehbar, wann irgendwann eine Form der Normalität wieder eintreten wird. Umso fraglicher wie manche Profispieler, die ihren Beruf ausüben können, damit in verschieden Situationen umgehen. Auch dies trägt nicht zu einer Steigerung allgemeiner Akzeptanz bei.

Es ist auch so schon schwer, dem Geschehen aus der Ferne zu folgen. Der Fußball, einschließlich aller Beteiligter, sollte sich seiner Sondersituation bewusst werden. An jedem Spieltag, lassen sich ausreichend Situationen, Äußerlichkeiten wie auch beim Spiel, erkennen, die bestenfalls befremdend wirken.

Auch vor dem Hintergrund, das längst nicht klar ist, das alle, die vorher da, irgendwann wieder ins Stadion kommen, sollten sich alle, Verband wie Vereine, ihrer Privilegien bewusst sein.

Super League – ja oder nein. Wer auch immer welche Drohkulisse aufbaut, scheint langsam auch ziemlich egal. In jedem Fall wird ein Teil Verlierer sein, und ein klein wenig die Hoffnung für einen anderen Fußball bleiben.

Neues auch aus der Verbands-Soap in Form einer bezahlten Außendarstellung eines Mitarbeiters. Auch hier lässt mittlerweile der Grad der allgemeinen Verwunderung nach.

Ausgrenzung und Diskriminierung hat nirgendwo etwas zu suchen – in keiner Gesellschaft und an keinem Ort. Koordinierte Aktionen der Verbände und Vereine liefern auch einen Beitrag dazu, z. B. das Thema Rassismus immer wieder ins Bewusstsein zu bringen. Die eigentlichen Probleme liegen allerdings nicht auf dem Platz, sondern in einer allgemein nicht nur latent vorhandenen Existenz, und damit verbundenem Umgang. Jeder Beitrag, der sich mit diesen Phänomenen befasst, schafft Aufmerksamkeit, und zumindest immer auch einen kleinen weiteren Schritt einer Sensibilisierung.

Sich dessen Aufarbeitung in bestimmten Umgebungen anzunehmen, beinhaltet aber auch die Verantwortung einer konkreten Benennung und ernsthaften Auseinandersetzung. Dies betrifft wie alle anderen Lebensbereiche eben auch den Fußball – nicht nur auf dem Platz.

Zu Beginn der Saison wurde dem FCA, aufgrund des Startprogramms, ein schwieriger Beginn vorausgesagt. Mit kurzzeitiger Chance auf die Tabellenspitze stand der FCA mit drei Siegen nach sechs Spielen, vor Union, auf Platz 6.

Die in diesen Auftritten gezeigten Qualitäten, verbunden mit wieder gewonnenem Selbstbewusstsein, lassen auch zu Beginn der Rückrunde neue Chancen erkennen. Wenn dann auch noch das Spielglück in Form einer höheren Treffsicherheit hinzukommt, scheinen die Aussichten gut, den Abstand zu den hinteren Plätzen wieder anwachsen lassen zu können.

Was noch fehlt ist das konkrete, mannschaftliche Erfolgserlebnis. Aufbauend auf der Leistung vom Mittwoch, und mit der gleichen Einstellung, hat der FCA gegen Union alle Möglichkeiten wie zu Beginn der Hinrunde zu überzeugen. Was gegen den Tabellenführenden möglich ist, sollte auch gegen die nachfolgende Vereine machbar sein. Gutes Spiel!

Nur der FCA!

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