Bundesligazeit

Punkte und Tabellenstand sind das eine, das Auftreten der Mannschaft das andere. Die Mannschaft machte ein gutes Spiel in Leipzig, erarbeitete sich Torchancen und verlor am Ende sehr unglücklich. 

Nach der Hinrunde mit elf Punkten Rückstand auf München auf Platz 2, nach dem 22. Spieltag noch sechs Punkte, sah es so aus als könnte der BVB noch einmal um die Meisterschaft mitspielen. Nach den Spielen in Leipzig und gegen München ist der Abstand wieder der gleiche. Die zweitbeste Defensive, der mitzweitbeste Sturm, die Position der Dortmunder im Ligagefüge scheint sich nach den letzten beiden Spielzeiten auf Platz 5 bzw. 4 wieder abzuzeichnen. 

Seit 1974 trägt Borussia Dortmund die Heimspiele im Westfalenstadion aus. Zum Anlass des 100jährigen Bestehens des Stadions Rote Erde tritt die Mannschaft beim übernächsten Heimspiel gegen den HSV mit Sondertrikots an. Die frühere Kampfbahn Rote Erde ist eines der Stadien von sechs aktuellen Bundesligisten, die auch Gründungsmitglieder der Liga waren, und in denen in der ersten Bundesligasaison gespielt wurde. Der BVB feierte dort, wenn auch keine Deutsche Meisterschaft und keinen DFB-Pokal-Gewinn, viele Erfolge, einschließlich dem 5:0 gegen Benfica Lissabon im Europapokal der Landesmeister 1963.

Wie lange es auch noch dauern wird bis die Meisterschaft diese Saison auch rechnerisch vergeben ist, die nachfolgende Besetzung der europäischen Plätze scheint aktuell auch unter fünf Vereinen aufgeteilt zu werden. Überraschend dürfte sein, das Hoffenheim, Tabellensechzehnter der vergangenen Saison, hier dabei ist. Lediglich der Challenge-League-Platz, sofern nicht Freiburg DFB-Pokal-Sieger wird, wäre dann noch zu vergeben.

Interessanter ist der Blick nach hinten, wo es für Heidenheim immer schwieriger wird und der Abstand zu Platz 16 bereits zehn Punkte beträgt. Von Platz 16, St. Pauli, bis zu Platz 10, HSV, sind es fünf Punkte Abstand und mit vier Punkten Rückstand zu dieser Gruppe steht Wolfsburg auf Platz 17. Diese Woche wurde Daniel Bauer durch Dieter Hecking als Trainer ersetzt.

Die Entwicklungsgeschichte des FCA in der Bundesliga, vom Aufsteiger über Etablierung und Europapokalteilnahme bis zur 15. Bundesligasaison in Folge ist, einschließlich vieler richtigen Entscheidungen und mancher Glücksmomente, immer wieder be- und auch weiter fortgeschrieben worden. Wie aber lässt sich die emotionale Wahrnehmung und deren Entwicklung in dieser Zeit skizzieren.

Nach der verpassten Relegation in der ersten Saison im neuen Stadion der Aufstieg im zweiten Jahr. Der Eindruck in der ersten erstklassigen Spielzeit möglichst alle Auswärtsspiele sehen zu müssen, nicht wissend ob es dafür eine zweite Gelegenheit geben würde. Zur Mitte der zweiten Spielzeit eine gefühlte Bestätigung dieses Handelns und plötzlich der Beginn einer real nie vorstellbaren Reise von Düsseldorf bis Liverpool.

Nachfolgende Jahre, einschließlich Coronazeit mit gefühlter Etablierung und für den Klassenerhalt relevanter Spiele. Dabei immer eine mit der Zeit gereiftere Vorstellung, wie es wäre dauerhaft und sorgenfreier die Mannschaft in der Bundesliga zu verfolgen. Ansätze, Hoffnungen, Jahre mit Berg- und Talfahrten, aber eben immer auch erstklassig, und übertragen eine mentale Etablierung, die nicht nur aktuell keine andere Entwicklung für denkbar hält: Der FCA ist und bleibt erstklassig – und tritt auch so auf.  

Am 26. Spieltag tritt der FCA in Dortmund an und trotz der Niederlage am vorherigen Spieltag in Leipzig besteht der Eindruck, dass auch in dieser Partie beim Tabellenzweiten alles möglich ist. Dies mag mit unterschiedlichen Aspekten zusammenhängen, gibt aber das Bild des letzten Auftritts wieder. Die Mannschaft tritt als solche auf, hat zuletzt gemeinsam verloren, vorher aber auch mehrfach gemeinsam gewonnen. Neben einer mehr an den Stärken des Teams ausgerichteten Spielweise, und daraus entstehender Erfolge, scheint es ein Wechsel des Mindset – das Team glaubt an sich und wird dafür auch häufiger belohnt.

Bei 14 Auftritten in Dortmund hat der FCA bisher bei fünf Unentschieden zweimal gewonnen, zuletzt letztes Jahr im März durch den Treffer von Jeffrey Gouweleeuw. Auf der Leistung des letzten Wochenendes aufbauend, gilt es auch wieder als Mannschaft zu überzeugen. Gutes Spiel!

Nur der FCA!

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