Dieser Text erschien zuerst in der Kolumne „Einwurf aus der Rosenau Gazette“ bei presse-augsburg.de.
Ich bin es ja mittlerweile gewöhnt, dass das Fan-Dasein beim FCA mich mitnimmt wie eine Achterbahnfahrt. Aber selbst, wo ich einiges gewöhnt bin über die Jahre hinweg (und so ein Geburtstag ist ja ein guter Moment ein paar Highlights Revue passieren zu lassen), hat diese Saison besonders viele High- und Lowlights. Zwischen himmelhochjauchzend und absoluter Misere war alles schon dran, mehrfach. Zeit, dass nun Konstanz einkehrt und zwar im positiven Sinne.
Ergebnisse
Dies betrifft zu allererst die Ergebnisse des FC Augsburg. Nachdem das Team von Manuel Baum gegen den FC Bayern gewonnen hat, heißt es jetzt in den kommenden Spielen: nachlegen. Dabei ist schon klar, dass das Team gegen Gegner wie St. Pauli und Mainz sportlich anders agieren muss als noch gegen den FC Bayern. Auf der anderen Seite muss der FCA auch einfach mal in diesen Spielen über 90+x Minuten konstant agieren.
Konstanz in den Ergebnissen gab es in 2026 bisher nicht. Gegen Gladbach leistete man sich ein kleines Debakel zum Jahresstart. Gegen Union Berlin und den SC Freiburg konnte man Führungen nicht über die Zeit bringen, aber immerhin war man in beiden Spielen mittendrin statt nur dabei. Und das Highlight, die Saisonbestleistung gegen den FC Bayern München brauche ich an dieser Stelle nicht weiter hervorheben. Ergebnisseitig wenig Konstantes bisher. Zeit, dass sich das ändert.
Personell
Manuel Baum scheint nach 7 Spielen in unterschiedlichen Variationen seine Stammelf gefunden zu haben. Ja, er wechselt auch bedingt durch den sportlichen Ansatz. Seine Achsen hat er allerdings gefunden und Spieler danken es ihm mit verbesserten Formkurven.
Dies geht von Finn Dahmen im Tor, der gegen die Bayern in brenzligen Situationen rettete. In der Innenverteidigung ist Keven Schlotterbeck der Anker, der unter Baum auch die Kapitänsbinde trägt. Auf den Außen liefern sowohl Giannoulis als auch Fellhauer ab während Massengo in der Mitte sich zum Fixpunkt herauskristallisiert. Vorne ist mittlerweile wieder Alexis Claude-Maurice Dreh- und Angelpunkt des Augsburger Offensivspiels und dankt es Baum mit Torbeteiligungen.
Diese personelle Konstanz fördert Vertrauen und Automatismen unter den Spielern und die positiven Effekte davon sind mittlerweile zu erkennen.
Nächste Stufe oder einzelner Ausreißer
Die Frage, die die Mannschaft nun beantworten muss: War das Spiel gegen den FC Bayern ein Einzelfall? Oder kann man andernfalls erkennen, dass die Entscheidung bis zur Sommerpause weiterhin auf Manuel Baum zu setzen, absolut richtig war. Der FCA wollte durch die Trainerverpflichtung nicht seine sportliche Idee über Bord werfen proaktiven Fußball zu spielen. Er wollte zudem weiter auf die eigene Jugend bauen. Trägt dies in der Bundesliga direkt Früchte, weil Manuel Baum eine kurze Anlaufzeit hatte?
Die nächsten Wochen werden zeigen, wohin die Saison für den FC Augsburg führt. Findet man zur Konstanz, dann wird man im Februar den Grundstein für eine sorgenfreie Saison legen können. Auf der anderen Seite droht Abstiegskampf bis zum Saisonende. Kann der FCA die Achterbahnfahrt etwas bremsen? Die Wahrheit liegt mal wieder auf dem Platz.
