Formcheck: Hallo Achterbahn

Die ersten beiden Spieltage in der Bundesliga sind gespielt. Und die Achterbahn hat uns schon richtig in Beschlag genommen. Heute ist es weiterhin himmelhochjauchzend. In der Woche zuvor war es Trübsal pur. Der FCA macht, was der FCA macht. Was man an jedem einzelnen Spieltag erwarten kann, weiß man nicht. Der FCA ist jedes Wochenende wie der Griff zur Wundertüte, nur das manche schon direkt ein Loch haben. Es ist die Zeit gekommen, auf ein paar Kernaspekte zu schauen.

Was wir erkennen konnten

Der FCA ist in dieser Saison in der Lage gegen hochklassige Gegner (Freiburg nur eine Halbzeit lang) unangenehm dagegen zu halten. Aggressiv soll es sein und den Gegner entnerven. Dazu soll es dazu führen, dass niemand gerne nach Augsburg reist. Bei Mainz war das schon früher der Fall, aber auch bei den anderen Teams ist man erneut auf einem guten Weg dahin. Aggressiv und unangenehm haben wir zumindest über Strecken entdecken können. Gut so!

Was dann etwas mehr überrascht hat, waren die spielerischen Kombinationen, die man zwischenzeitlich im Spiel der Augsburger erkennen konnte. Beispielhaft kann man das 1:0 gegen Bayer 04 Leverkusen hier herausstellen. Nach Ballgewinn Gruezo ging der Pass auf Jensen, der auf Iago ablegt um dann nach Pass auf Demirovic den Ball von diesem auf den Fuß serviert zu bekommen, bevor er elegant zum Treffer einschiebt. Augen reiben und zurück spulen. War das wirklich der FCA? Wir wollen mehr davon.

Abpfiff nach 90+8 Minuten. 2:1 gegen Bayer 04 Leverkusen. Man würde denken, man hat als Fan des FCA mittlerweile alles gesehen. Ein Sieg gegen Leverkusen war noch nicht dabei. Und das ist es wieder: eines dieser magischen ersten Male, die es in den ersten Jahren in der Bundesliga so häufig gab. Diesmal war es endlich der erste Sieg gegen die selbsttitulierte Werkself. Wie überrascht uns unser Club als nächstes?

13. 08. 2022: Der FCA gewinnt zum ersten Mal gegen Leverkusen. Enno Maaßen gewinnt zum ersten Mal in der Bundesliga. Wer hätte damit gerechnet? (Photo by Christof Koepsel/Getty Images)

Was wir leider auch gesehen haben

Teilweise sah das in der Defensive dann doch löchrig aus. Leverkusen kam wie Freiburg einige Male zum Abschluss und ohne den Mann des Tages, Rafal Gikiewicz, holt der FCA in Leverkusen keinen einzigen Punkt. Die defensiven Unkonzentriertheiten gilt es weiterhin schleunigst zu beseitigen.

Und so ist mit ein Grund für den Sieg gegen Leverkusen eine große Portion Matchglück. Das hatte gegen Freiburg noch komplett gefehlt. Dafür war es jetzt gegen Leverkusen in rot-grün-weiß aufgelaufen. Am Ende gilt erneut: lieber einmal gewonnen und einmal verloren als zweimal unentschieden gespielt. Das Matchglück ist flüchtig und wir sollten uns nicht darauf verlassen, dass es uns hold bleibt.

Felix Götze durfte gegen Leverkusen auf der Bank Platz nehmen. Er war die einzige Alternative im defensiven Mittelfeld. Der FCA hat mittlerweile schon reagiert und mit Julian Baumgartlinger einen erfahrenen Recken verpflichtet, der das Loch kurzfristig stopfen soll, so er denn fit ist und bleibt. Auch rechts auf der Schiene mag keine der Alternativen einen vom Hocker zu reißen. Verstärkungen wären weiterhin sinnvoll.

Enno Maaßen gibt die Richtung an. Wohin geht es für den FCA in den nächsten Wochen? Man mag (noch) noch keine Prognose abgeben. (Photo by Christof Koepsel/Getty Images)

Was sich zeigen wird

Konstant ist beim FCA, dass es keine Konstanz gibt bei den sportlichen Leistungen. Wird sich das nun ändern und der FCA vielleicht schon gegen Mainz zu Hause nachlegen? Oder geht die Achterbahnfahrt munter weiter. Es ist der Mannschaft von Enno Maaßen nach wie vor alles zuzutrauen und der FCA-Fan nimmt weiterhin eine geteilte Rolle zwischen Eventfan und Katastrophentourist ein. Ob sich dies nun ändert?

Das kommt vor allem darauf an, wie die Mannschaft mit Rückschlägen in der Zukunft umgehen wird. Steckt man wie nach den zwei schnellen Gegentoren gegen Freiburg sofort wieder auf? Oder kann man sich dann doch einmal in eine Partie zurück kämpfen. Auf den Rängen wird man vorerst wohl gespannt den Atem anhalten und mit dem schlimmsten rechnen. Die Traumata sind in den letzten Jahren zu tief verankert worden.

Zuletzt hoffe ich, dass im Management des FCA durch das positive Ergebnis gegen Bayer 04 Leverkusen nicht auf die Idee kommt, der Kader bräuchte keine Arbeit mehr. Rechts auf der Schiene und im Sturm darf gerne noch verstärkt werden, und zwar hochkarätig. Naja, soweit es die Mittel halt zulassen. Schon klar. Aber die Investitionen von heute können sich im Verlaufe der Saison noch richtig auszahlen. Sonst ist es vielleicht schlicht nicht gut genug.

Aber momentan ist es für ein Gesamturteil auf jeden Fall zu früh. Ob die Vorfreude auf Samstag trügerisch ist? Wir werden sehen, was dieser Wunder-Club jetzt am Wochenende für uns bereit hält. Narrisch wird man ja schon ein bisschen.

Autor: Andy

Wohnt und arbeitet in Frankfurt. Denkt dennoch seit vielen Jahren fast immer an den FCA.

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