„Herrlicher“ Fußball beim FCA?

Ja, ich weiß. Wortspiele mit Heiko Herrlichs Nachnamen gibt es schon zur Genüge. Trotzdem kommt heute noch ein weiteres dazu. Denn ich will hiermit einmal den Versuch starten, mir die Spielidee des Trainers ein bisschen genauer anzusehen. Und dabei auch fragen, ob sich inzwischen so etwas wie ein von Herrlich geprägter Spielstil beim FCA abgezeichnet hat. Eben ein „herrlicher Fußball“. Da ist die Überschrift doch durchaus gerechtfertigt, oder?

Spurensuche

Wenn man sich jetzt – wie ich – auf die Suche nach einer „Idee“ begibt, die der Trainer mit der Mannschaft verfolgt. Tja, wo fängt man da an und wo wird man fündig? Ich denke, da gibt es ganz grundsätzlich zwei Fundgruben, in die man sich begeben kann.

Zum einen kann man sich ansehen, was Herrlich darüber gesagt hat, was und wie er spielen lassen will. In seinen Aussagen, die die Medien in Interviews und Pressekonferenzen eingefangen haben, lassen sich sicherlich Spuren von seiner Ideenwelt finden.

Zum anderen müssen wir natürlich auch darauf schauen, was wir auf dem Platz gesehen haben: Wie sieht unser Kader aus? Mit welcher Formation sind wir aufgelaufen? Welche Spielsysteme hat Herrlich spielen lassen? Welche Mittel und Wege haben wir gegen den jeweiligen Gegner gefunden – oder auch nicht?

Schmidts Vermächtnis

Bevor ich zu unserem aktuellen Trainer komme, will ich ein Stück weit zurückgehen und bei seinem Vorgänger Martin Schmidt ansetzen. Charakteristisch für unsere damalige Spielweise unter Schmidt war sicherlich die relative hohe Verteidigung. Das heißt: Wir haben versucht, dem Gegner weit in seiner eigenen Hälfte den Ball abzunehmen und nach gelungener Balleroberung aufs Tor zuzugehen.

Leider hat das nicht allzu oft geklappt. Im Gegenteil: gerade gegen stärkere Gegner nicht, wie z. B. zu Hause gegen den BVB beim 3:5 in der letzten Saison. Da ist diese hohe Verteidigung in ein permanentes Attackieren und Anrennen“ umgekippt, sodass der FCA letztlich „kopflos ins Verderben gerannt ist“. Das schrieb der Kicker damals. Und zwar deshalb, weil wir es eben meistens nicht geschafft haben, den Gegner vom Ball zu trennen. Der konnte dann einfach hinter unsere hochstehenden Verteidiger passen und antrittsschnelle Stürmer wie Haaland oder Sancho auf (leider erfolgreiche) Torejagd gegen uns schicken.

Diese Spielweise, die man im Training auch als Angriffspressing bezeichnet, hat nicht nur für dauerhohe Torgefahr durch den Gegner gesorgt. Weil die Laufwege in unsere eigene Spielhälfte durch das hohe Verteidigen sehr lang waren, ist uns regelmäßig in der letzten halben Stunde auch die Puste ausgegangen. Der Kicker errechnete: Nach der besagten Partie gegen Dortmund hatten wir „schon 18 Punkte nach Führung verspielt, die meisten der Liga“. Zudem hatten wir zu diesem Zeitpunkt schon „17 Gegentore ab der 61. Minute“ bekommen, „der zweitschlechteste Wert hinter Mainz (18)“.

Schmidts Antwort darauf war: „eine Balance“ finden, an der gearbeitet werden müsse. Obwohl er grundsätzlich weiterhin an seinem „Ansatz aus Pressing und Umschaltspiel gegen Teams auf Augenhöhe“ festhielt. Die Chance, an einer neuen Balance zu arbeiten, hat er nicht mehr bekommen. Bekanntlich musste Schmidt keine zwei Monate nach dem BVB-Spiel gehen.

Was Herrlich über seine Idee gesagt hat

Als Herrlich im März 2020 beim FCA übernahm, sei er von Stefan Reuter erst einmal mit desolaten Spieldaten konfrontiert worden: mit der schlechtesten Quote der Liga bei Ballbesitz, (angekommenen) Pässen und gewonnenen Zweikämpfen und dazu dem zweitletzten bzw. drittletzten Rang bei zugelassenen bzw. erspielten Torchancen.

Die Torchancen, zu viele gegnerische und zu wenige eigene, erklärte der neue Trainer dann auch gleich zur Chefsache: „Egal, wo ich war, wir haben uns immer sehr viele Torchancen herausgespielt. Das sind Elemente, die ich hier reinbringen möchte“, wird Herrlich von der AZ zu seinem Amtsantritt beim FCA zitiert. Um dem Problem Ballbesitz beizukommen, wurde offenbar auch schon früh als Ziel ausgegeben: in ungefährlichen Zonen des Spielfelds längere Ballbesitzphasen schaffen.

Heiko Herrlich in Aktion(Photo by Alexander Hassenstein/Getty Images)

Mehr eigene Torchancen und mehr eigener Ballbesitz waren also schon früh zwei Elemente von Herrlichs Idee für den Augsburger Fußball. Für André Niebler, Co-Trainer mit B-Lizenz für verschiedene Jugendmannschaften des FCA zwischen 2011 und 2017 und Autor einer erst kürzlich veröffentlichten, ziemlich interessanten Analyse zum Umschaltverhalten des FCA, spiegeln sich die Pläne von Heiko Herrlich für diese Saison aber vor allem in einem Zitat wieder:

Ich habe die Überzeugung, dass man sich in allen vier Spielphasen, gegen den Ball, mit dem Ball und in den Umschaltphasen, verbessern muss. Nur auf Standards oder auf Umschaltphasen zu hoffen, macht es auf Dauer schwer.

Heiko Herrlich über seine Spielidee

Demnach sind es für Heiko Herrlich alle vier Phasen im Spiel, auf die fortan der Fokus gelegt werden soll. Also nicht nur wie bisher die Ballbesitzphase des Gegners und die daran anschließenden Umschaltmomente nach Balleroberung. Sondern jetzt eben auch die eigenen Ballbesitz- und Umschaltphasen. Im Gegensatz zu Schmidts Fußball halte ich das für eine ganz neue Facette unter Herrlich.

Was wir auf dem Platz davon gesehen haben

Trotzdem liegt die große Stärke des FCA nach wie vor im Umschaltspiel bei gegnerischem Ballbesitz. Zu diesem Ergebnis kommt auch die neuerliche DFB-Analyse. Sie nimmt dazu jeweils zwei Szenen aus dem Spiel gegen die Hertha und Schalke mit aufschlussreichen Bildfolgen genauer unter die Lupe. (Ich fasse die Szenen nur kurz zusammen. Schaut sie euch für Genaueres gerne selbst an.)

Einmal, wie die Spieler das Umschalten vorbereiten: durch wenig Raum zwischen den Ketten und druckvolles Anlaufen des gegnerischen Spielers, der zu einem Rück- oder Querpass gezwungen wird. Und einmal, wie sie nach erfolgreicher Balleroberung umschalten: durch variables Spiel nach vorne (je nachdem, wo der Ball erobert wurde, durch die Mitte oder über außen) und schnelles Aufrücken.

In der Analyse heißt es außerdem, der FCA agiere in der Ballbesitzphase des Gegners inzwischen „in einem klassischen 4-4-2-Mittelfeldpressing“, verteidigt also nicht mehr ganz so hoch. Ein Nebeneffekt dieses verschobenen Mittelfeldpressings ist sicherlich, dass die Puste hintenraus wieder öfter gereicht hat. Nicht umsonst waren wir in der Schlussphase bisher überraschend stark und hatten, wie der FCA selbst schreibt, Bis(s) zum Schluss. Die acht eigenen Treffer in der Schlussviertelstunde nach dem 13. Spieltag sprechen laut der DFB-Analyse auch für „eine mental und athletisch topfitte Mannschaft“.

Topfit zum Siegtreffer. Gegen Bielefeld hat es schon geklappt. (Photo by Thomas F. Starke/Getty Images)

Doch die DFB-Analyse versteift sich aus meiner Sicht zu sehr auf die Stärken des FCA. Die Schwächen deutet sie nur an. Da heißt es: Neben dem (neuen) Mittelfeldpressing komme auch das (alte) Angriffspressing hin und wieder zum Einsatz, z. B. bei Rückstand, wenig verbleibender Spielzeit oder gleichwertigen Gegnern. Bielefeld zum Beispiel. Das sei aber bisher nicht ganz so vielversprechend gewesen. Angesichts unseres schwachen Auftritts in Bielefeld, bei dem Herrlich personalbedingt mit Dreierkette und Caligiuri auf der linken (!) Außenbahn hat spielen lassen, kann man das so unterschreiben.

Auch das Ziel, mehr eigenen Ballbesitz (und daraus eigens initiierte Tore) zu generieren, ist in der Praxis noch nicht ganz aufgegangen. Zwar seien genau dafür „neue Veteranen“ wie Caligiuri und Strobl geholt worden, die zusammen mit den „Altgedienten“ wie Gouweleeuw oder Khedira Erfahrung und Übersicht mitbringen sollten. (Warum dazu nicht auch unser „alter Veteran“ Dani Baier getaugt hätte, ist eine andere Frage…) Und auch der miserable Wert von einst hat sich verbessert. Doch gerade in eigenem Ballbesitz fehlen noch Kreativität und Ideen, wie man dem Gegner in der Vertikalen ein Schnippchen schlagen kann. Die neue, offensivere Richtung in Bewegung und Denke ist noch nicht ganz bei der Mannschaft angekommen.   

Was wir für die weiteren Spiele erwarten (dürfen)

Wenn ich die zusammengetragenen „Hinweise“ auf Heiko Herrlichs Spielidee jetzt Revue passieren lasse, kann ich vielleicht Folgendes festhalten. In den kommenden Spielen wird es (ihm) darum gehen:

  1. Die (alte) Stärke des FCA, das Umschalten und die Balleroberung, weiter ausbauen.
  2. Die (neue) Stärke des FCA, die mentale und athletische Fitness auch in der Schlussphase, aufrechterhalten.
  3. Den angestoßenen Prozess, das Spiel mit dem Ball, weiter vorantreiben. Um auch tiefer stehende Gegner zu überwinden, sich auch abseits von Umschaltphasen Chancen zu erarbeiten und so schließlich öfter zum Torerfolg zu kommen.

Vielleicht hat Heiko Herrlich auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen den VfB Stuttgart am Sonntag gerade diesen dritten, noch ausbaufähigen Punkt gemeint, als er von seiner Mannschaft – in ungewohnt direkter Manier – forderte, sie müsse jetzt ihre Leistung steigern und „den nächsten Schritt gehen“.

Ob uns das gelingt, wird aus meiner Sicht auch davon abhängen, ob sich die Mannschaft mittelfristig überhaupt damit identifizieren kann, öfter in Ballbesitz zu sein und daraus eigene Aktionen zu kreieren. Ob sie sich in dieser neuen Rolle wohlfühlt, einmal nicht der Außenseiter in Dauer-Lauerstellung zu sein, sondern selbst den Takt vorzugeben. Und ob bei dieser Mission auch alle mitziehen. (So wie umgekehrt für erfolgreiches Umschalten auch bei allen der Wille vorhanden sein muss, das eigene Tor zu verteidigen.)

Gegen den VfB Stuttgart gingen nicht alle Pläne auf. (Photo by CHRISTOF STACHE/AFP via Getty Images)

Am Wochenende beim 1:4 gegen den VfB war dieser Wille zum Angriff leider nur streckenweise, nur in Ansätzen zu erkennen. Nach dem Gegentreffer in der 10. Minute und in den Minuten nach dem Seitenwechsel. Nach toller Vorlage von Vargas erzielte Richter dann auch prompt den Anschlusstreffer.

Und auch der Wille zum Verteidigen, unsere alte Dauerstärke, hatte sich stellenweise verflüchtigt. Wir attackierten nicht konsequent genug im Mittelfeld, ließen uns dort (mit zugegebenermaßen teils genialen Pässen wie von Kempf vor dem 0:2) überspielen und schienen uns gerade in „unserer“ Schlussphase fast aufgegeben zu haben. Darauf deutet jedenfalls hin, dass sich beim 1:4 niemand für den späteren Torschützen Didavi verantwortlich fühlte. Zum Beispiel versuchte Udoukhai nicht einmal mehr, den reingehenden Ball durch ein letztes Reinrutschen noch aus dem Tor zu fischen. Und nach dem Treffer ließen auffällig viele FCA-Spieler sprichwörtlich die Köpfe hängen. Immer eine vielsagende Geste, finde ich.

Von herrlichem Fußball – im herkömmlichen Sinne – kann beim FCA also noch keine Rede sein. Zu viele offene Baustellen gibt es. Trotzdem hat sich beim FCA unter Heiko Herrlich meiner Meinung nach inzwischen so etwas wie eine „herrliche“ Spielidee abgezeichnet. Wenn auch nur ganz leicht und vor allem langsam. Dass die Mannschaft sich diesen Stil, mehr eigene Spielkontrolle auszuüben und sich dabei zugleich auf alte Tugenden zu stützen, mit der Zeit aneignen kann, da bin ich optimistisch. Denn ich finde, er steht ihr.

Allerdings wird das nur klappen, wenn sie das auch wirklich will. Damit meine ich auch Herrlich selbst, der genauso wie sein Team in der Pflicht steht, diesen Willen, diesen geforderten Hunger ins Spiel hinein zu vermitteln. Oder was meint ihr?

Heja!

Das Lächeln am Sonntag: wie abgezockt war das denn?

Erster Spieltag der Bundesligasaison 2020/21: unser FC Augsburg musste bei Union Berlin ran. Die Bilanz gegen Union in der letzten Saison war negativ. Eine Partie verloren wir, die zweite endete zumindest unentschieden. Dazu kam, dass nach einigen Monaten in Berlin wieder zumindest teilweise Fans zugelassen waren. Ausschließlich Berliner Heimfans. Zudem weiß ja vor dem Saisonstart keiner so genau, was die Mannschaften im Stande sind zu leisten. Der FCA gewann trotzdem 3:1. Ihr kennt das Grinsen, dass einem nach solchen Siegen am Sonntag und während der Woche nicht mehr von den Lippen weichen mag? Genau das! Da ist es wieder.

Das Positive

Boah, war das kaltschnäuzig. In der ersten Hälfte hatten wir nicht viele gute Möglichkeiten. Aber als Caliguiri den Ball nach außen auf Framberger spielte und dieser zu Ruben Vargas flankte stand es plötzlich 1:0 für den FCA. Im zweiten Durchgang kam dann Union besser in die Partie und übernahm die Kontrolle. Auch der Ausgleich war dann nicht unverdient. Da geriet unser Team doch mal kurz ins Wanken. Aber der Fall blieb aus. Anstatt dessen folgte Flanke Iago auf den Kopf von Gregerl zum 2:1, bevor André Hahn nach einer Schulbuchvorführung von nachhaltiger Zweikampfführung das 3:1 machte. Sein Gegenspieler hatte wohl Alpträume auf Grund des Ballverlusts. Wir schwelgen immer noch auf Wolke 1907.

Kalte Schnauze. Gregerl ist zurück. (Photo by Maja Hitij/Getty Images)

Dabei darf man schon mal den Match Plan der Partie loben. Heiko Herrlich liebt es sicher auch, wenn ein Plan funktioniert. Im Spielaufbau war klar zu sehen, wie er sich das vorgestellt hat. Carlos Gruezo ließ sich dann regelmäßig zwischen die Innenverteidiger fallen, während die Außenverteidiger weit offensiv aufrückten. Durch diese Formation sollten wohl Überzahlsituation auf den Flügeln geschaffen werden. Nachdem die ersten beiden FCA-Tore beide fielen, nachdem die Außenverteidiger flankten, ist der Plan wohl mehr als aufgegangen.

Achja, last but not least, ein Keeper, der uns in den wichtigen Situationen die Punkte festgehalten hat. Rafal Gikiewicz, deine Reflexe möchte ich gerne haben. Wahnsinn.

Das Negative

In der ersten Halbzeit hatten wir teilweise Probleme mit den Gegenpressingsituationen, die Union Berlin kreierte. Gikiewicz hatte in dieser Phase einen fast fatalen Fehlpass gespielt. Die Ballverluste sollten dann in der zweiten Hälfte noch mehr werden. Gerade Raphael Framberger musste doch arg kämpfen und ging teilweise sehr leichtsinnig mit dem Ball um. Gerade noch mal gut gegangen. Was bleibt ist, dass wir den Ball nicht so oft so nah am eigenen Tor abgeben sollten.

Wenn wir in diesem Bereich des Spiels bleiben – in Ballbesitz – dann sind gerade in der ersten Hälfte auch einige unpräzise Zuspiele aufgefallen. Einmal hätte Gruezo Caliguiri wunderbar schicken können. Der Ball war am Ende schlicht viel zu lang. Die Präzision kommt hoffentlich im Laufe der Saison. Die Ansätze für mehr richtig gute Spielzüge waren zumindest da.

Raphael Frambergers Spiel war durchwachsen. Offensiv mit der Vorlage vor dem 1:0. Defensiv mit einigen zu schnellen Ballverlusten und Unsicherheiten. (Photo by Maja Hitij/Getty Images)

Zudem haben die ersten 30 Minuten der zweiten Halbzeit für wenig Freude gesorgt. Union Berlin wusste zwar teilweise wenig mit dem Ball anzufangen, aber wir sind wieder sehr in die passiven Muster der Vorsaison gefallen. Wir sollten uns nicht so über eine so lange Phase aus dem Spiel nehmen lassen. Mein Eindruck war, dass die Mannschaft nicht mehr geschlossen gegen den Ball gearbeitet hat. Dann sahen die Abwehrspieler sich teilweise Überzahlsituationen gegenüber und dann auch nicht mehr gut aus. Hier ist uns die letzte Konsequenz im Spiel gegen den Ball abhanden gekommen. Dazu haben wir den Ball dann einfach wieder zu schnell abgegeben. Eine zermürbende Phase im Spiel.

Ausblick

Bei allen guten Ansätzen und positiven Entwicklungen. Nächste Woche gibt es ein ganz anderes Spiel. Die Dortmunder Dynamik im Spiel nach vorn muss erstmal irgendwie gebremst werden. Wir sind der klare Underdog und müssen uns deutlich steigern, um nicht zu verlieren.

Während in Dortmund allerdings Jaden Sancho vielleicht nach dieser Saison gen England wechseln wird, kann ich mir immer weniger vorstellen, dass Ruben Vargas nach dieser Saison noch in Augsburg spielt. Gegen Union Berlin war Vargas offensiv wieder ein großes Aktivposten und wenn er mit dem Ball am Fuß auf die Abwehr zu läuft, dann entsteht immer direkt Gefahr. Die Ablöse wird vielleicht nicht in den Regionen von Jaden Sancho landen, aber dieser Kerl wird international noch für Furore sorgen.

Ruben Vargas too fast, too furious beim 1:0. Wie gefährlich kann ein Offensivspieler sein? (Photo by JOHN MACDOUGALL/AFP via Getty Images)

Aber darüber können wir uns früh genug den Kopf zerbrechen. Nachdem Ruben jetzt auch wieder trifft, wird er in dieser Saison doch locker 15 Torbeteiligungen knacken. Ich würde mich wetten trauen. Interessant aber heute auch, wer es noch nicht mal in den Spieltagskader geschafft hat. Drei Namen die sofort auffallen: Noah Sarenren Bazee, Eduard Löwen und Marco Richter. Mal schauen, wie sich das bei den Dreien weiter entwickelt.

André Hahn scheint derweil in absoluter Topverfassung zu sein. Ich würde ihm einen Startelfeinsatz gönnen, nach den letzten beiden Pflichtspielen. Von mir aus darf er aber auch gerne weiter als Joker treffen. Von der Bank kam heute auch Reece Oxford für Carlos Gruezo. Da scheint jemand Tobias Strobl still und heimlich den Rang abgelaufen zu haben. Wenn der Herrlich Reece Oxford in einen Stabilitätsfaktor verwandelt, dann haben wir einen Star-Trainer beim FCA. Und sportlich müssen wir uns dann sowieso keine Sorgen mehr machen. Aber soweit sind wir noch nicht ganz. Aber zumindest eine Woche grinsen wir nun mal und freuen uns auf das was kommt. Wenn ich der BVB wäre, dann würde ich gerade lieber gegen Schalke spielen als gegen uns.