Zwischenstand während der Sommerpause: Wo steht der FCA?

5 Wochen bis zum ersten Pflichtspiel. Stefan Reuter hat den Telefonhörer und das Tintenfässchen enorm strapaziert und vor der Fahrt ins Trainingslager nach Mals noch schnell Neuzugänge 4 und 5 für die kommende Saison klar gemacht. Nun könnte man schon erste Einschätzungen bzgl. Startelf und Perspektiven von einzelnen Spielern abgeben. Hierfür ist es mir deutlich zu früh. Vor allem in der Offensive ist vieles möglich. Verletzungen und weitere Transfers werden zudem weitere Veränderungen mit sich bringen.

Zusätzlich erwarte ich auch weiterhin, dass der FCA in der Sommerpause einige große Themen angeht und für Veränderungen sorgt. Ich habe kurz nach der Saison 3 Themenbereiche identifiziert, bei denen ich für den FCA Handlungsbedarf gesehen habe. Zusätzlich habe ich einen Blick auf den Kader geworfen und Baustellen benannt. Nun ist die Sommerpause zur Hälfte vorbei und das scheint mir ein guter Zeitpunkt zu sein, um zu überprüfen, was in den letzten Wochen passiert ist. Ist es vorangegangen?

Guthaben auf den Bezahlkarten

Hierzu hatte ich damals vermerkt:

Der FCA hat eine fanfreundliche Lösung angekündigt und muss nun liefern. Weniger als 100 Prozent Auszahlung wäre in diesem Zusammenhang eine Farce und ein Schlag ins Gesicht der Fans, gerade weil sich die organisierte Fanszene immer gegen Bezahlkarten ausgesprochen hat.

In diesem Zusammenhang ist nichts passiert. Darauf zu verweisen, dass der Fan mit Payment Solutions einen Vertrag abgeschlossen hatte und nicht mit den Stadtwerken Augsburg oder dem FCA selbst, ist eine lausige Ausrede. Als ob jemand im Stadion eine Wahl gehabt hätte. Man wurde durch das Zahlungsmittelmonopol durch den FCA und die Stadtwerke dazu gezwungen. Lasst uns alle dafür sorgen, dass das Thema nicht in Vergessenheit gerät.

Die Trikotfarben

Alles andere als Trikots in den Vereinsfarben (als Hauptfarbe) wäre in der neuen Saison ein Affront gegenüber uns Fans.

Die neuen Trikots wurden vom FCA am Anfang der Woche vorgestellt. Das Heimtrikot ist weiß mit roten Ärmelpartien und grünen Streifen. Das Auswärtstrikot ist grün. Das Ausweichtrikot ist grau. Nun kann man beruhigt feststellen, dass sowohl Heim- als auch Auswärtstrikot in Vereinsfarben gehalten wurden. Zudem ist das Ausweichtrikot quasi farblos. Grau hat sich wohl noch kein Verein als Vereinsfarbe ausgesucht (ich lasse mich gerne über Exoten belehren).

Aber was soll man zu den Designs sagen? Das Heimtrikot wurde angeblich von Nike speziell für den FCA entworfen. Es sieht einem älteren Trikot von DoYouFootball aus Zweitligazeiten mit Impuls als Sponsor sehr ähnlich. Die Ärmel und die Streifenfarbe heben es ab, aber innovativ ist anders. Es hat mir damals schon nicht besonders gefallen. Das ist aber Geschmackssache. Dafür habe ich grüne Auswärtstrikots schon immer geliebt. Da bin ich einfach gestrickt. Beim Ausweichtrikot hoffe ich immer, dass wir es nun in sehr wenigen Fällen benötigen und es daher schnell wieder vergessen. Einen Aufschrei wie in der letzten Saison sollten die Trikots nicht hervorrufen. Pflichtaufgabe erfüllt.

Die Kaderplanung

Um unseren eigenen Jugendspielern in der Zukunft die weiteren notwendigen Einsätze und Perspektiven bieten zu können, nachdem viele in der Rückrunde Profiverträge unterschrieben haben, und um Unruhe in der Mannschaft zu vermeiden, erwarte ich viele Abgänge im Sommer. (…) Dazu sollte es allerdings erst kommen, wenn Halil Altintop seinen neuen Vertrag unterschrieben hat.

Daraus folgend meine Priorität für Neuzugänge, sollte es nicht zu Abgängen von weiteren Spielern kommen: Defensives Mittelfeld, Rechtsaußen, Linksaußen, Innenverteidigung

Einen kurzen Moment will ich mir an dieser Stelle für einen besonderen Spieler nehmen: Halil Altintop will noch Fußball spielen, aber nicht für den FCA. Mein Herz ist zumindest angeknackst. In den Gesprächen zwischen Verein und Spieler konnte man sich nicht auf eine Verlängerung des Vertrags einigen. Halil schnürt seine Fußballschuhe lieber für Slavia Prag. Nun waren wir alle in den Gesprächen nicht dabei, aber Halils Einfluss auf die Leistungen in der Endphase der letzten Saison war enorm. Nicht zu Unrecht wurde er von der Leserschaft zum wichtigsten Spieler der Saison gewählt. Zudem halte ich ihn für einen bodenständigen Typen, der wohl keine überzogenen Forderungen gestellt und eine Vertragsverlängerung vor seinem Urlaub für möglich gehalten hat. Wie konnte das schief gehen? Mir tut es sehr leid und ich finde es sehr schade. Halil wird uns fehlen und ich hoffe, es bricht uns im nächsten Abstiegskampf nicht das Genick. In diesem Zuge erneut: Danke Halil für deine Leistungen. Ich und viele andere werden Sie lange in Erinnerung behalten.

Meine zweiter Ansatz im Hinblick auf die Kaderplanung war, dass wir den Kader ausdünnen müssen, um unseren eigenen Jugendspielern genügend Einsatzmöglichkeiten zu verschaffen. Nun stehen bisher einem Abgang (Tim Matavz), 5 Neuzugänge gegenüber. Zudem wurden die Verträge von Jan-Ingwer Callsen-Bracker und Julian Günther-Schmidt verlängert. Ins Trainingslager ging es mit 36 Profi- und 5 Jugendspielern. Wenn der Kader so groß bleibt, wird dies zu Unruhe führen. Diese Spieler werden alle bezahlt und wir müssen sinnvoll mit unseren Ressourcen umgehen. Die Kaderplanung und die nächsten Wochen bis zum Ende der Wechselfrist werden für Stefan Reuter nicht einfach.

Derweil sind die Neuzugänge schon im Trainingslager dabei und können die volle Vorbereitung mit der Mannschaft absolvieren. Dies ist ein enormer Vorteil. Zudem ist unter den Neuzugängen bisher kein Spieler, dessen Verpflichtung man nicht nachvollziehen kann. Rani Khedira wurde fürs defensive Mittelfeld verpflichtet, wo er die Lücke schließen soll, die Dominik Kohr hinterlassen hat. Auch wenn die beiden unterschiedliche Spielertypen sind, so hat Khedira für mich auf Grund der Konkurrenzsituation in Leipzig nicht die Möglichkeit bekommen, sein Potential auszuschöpfen. Mal schauen, was er mit mehr Vertrauen und Einsatzmöglichkeiten auf dem Platz für uns zeigen kann. Als offensiven Außen hat man mit Marcel Heller einen Spieler geholt, der schnell und torgefährlich ist. Er ist zwar schon etwas älter, aber hat viel Erfahrung im Abstiegskampf und weiß aus wenig viel zu machen. Dieser Kerl passt sehr gut zu uns. Die Verpflichtung von Fabian Giefer fürs Tor ist ein Vorgriff, um vorbereitet zu sein, falls Marwin Hitz dieses oder nächstes Jahr gehen sollte. Giefer hat immer wieder gezeigt, dass er das Potential zu einem Erstligakeeper hat. Für die Innenverteidigung sollte die Verlängerung von Jan-Ingwer Callsen-Bracker eine letzte Lücke im Kader schließen. Derweil ballt sich vieles im offensiven Zentrum durch die Verpflichtungen von Michael Gregoritsch und Sergio Córdova. Mit Julian Günther-Schmidt und diesen rangeln sich nun viele Spieler um max. 2 Positionen. Wenn wir auf diesen Positionen über Abgänge nachdenken, dann kann es mit Ji, Finnbogason oder Bobadilla nur einen prominenten Namen treffen.

Schlussendlich bleibt festzustellen: Auch wenn die Zeit bis zum ersten Pflichtspiel immer kürzer wird, so bleibt noch viel zu tun, damit wir gut vorbereitet in die nächste Saison starten können. Vor allem Abgänge sind noch einige zu erwarten. Dabei wird es essentiell sein, nicht zu viel Qualität einzubüßen. Trotzdem erwarte ich, dass es den einen oder anderen prominenteren Spieler treffen wird.

Lieber Stefan Reuter, ich will am ersten Spieltag zu Hause mein Bier mit meiner Bezahlkarte bezahlen und unter 30 Spieler im Kader haben. Dann bin ich schon vor Anpfiff zufrieden. Schaffen wir das? 5 Wochen sind noch eine lange Zeit und bieten viele Möglichkeiten. Ich werde im Freibad auf die nächsten Meldungen warten.

Zeit, die eigene Scheiße aufzuräumen

Es ist nun eine Woche her, seit der FCA in Hoffenheim den direkten Klassenerhalt selbst unter Dach und Fach gebracht hat. Hut ab an die Mannschaft, die erneut großartig gekämpft und sich mit dem 0:0 selbst belohnt hat. Mal wieder konnten wir uns nicht auf andere Teams verlassen und mussten es aus eigener Kraft schaffen. Und das haben wir. Wir gehen ins siebte Jahr in der Bundesliga und das war vor einigen Jahren absolut unvorstellbar.

Herzlichen Dank auch an die Organisation des FC Augsburg. Ich bin selbst mit einem der vielen bezuschussten Fanbusse nach Hoffenheim gefahren. Die Organisation war reibungslos und die Angestellten des FCA waren sich nicht zu schade, an diesem Tag als Reiseleiter in den Bussen auszuhelfen. Ich habe selten eine entspanntere Auswärtsfahrt erlebt.

Weiterhin gilt mein großer Respekt der organisierten Fanszene des FCA. Der Support, den ihr am Samstag in Hoffenheim wieder entfacht habt, war basierend auf meinen Erfahrungen bisher einmalig. Ich war mittlerweile bei vielen Auswärtsspielen des FCA, aber eine ähnliche Stimmung und einen solchen Zusammenhalt wie am Samstag habe ich noch nie erlebt. Es ging auch selten um mehr. Der ca. zehnminütige, unermüdliche variierende Wechselgesang in der ersten Halbzeit war hier nur ein einzelnes surreales Highlight. Wir haben am Samstag das Stadion übernommen (, auch wenn die Latte nicht besonders hoch lag. Nicht unser Fehler).

Nach nun einer Woche ist etwas Ruhe eingekehrt. Die Mannschaft und der Trainer sind im Urlaub. Für den Rest des Clubs ist es nun wichtig, möglichst schnell die Weichen für die neue Saison zu stellen. Das bedeutet zuerst, Themen zu klären, die im Endspurt der alten Saison liegen geblieben sind. Richtiger Mist ist in der abgelaufenen Saison passiert, der nun schnellstmöglich aufgeräumt gehört. Ich will die drei wesentlichen Themenfelder kurz darstellen:

Das Guthaben auf den Bezahlkarten

Beim letzten Heimspiel gegen den BVB konnten die Bezahlkarten im Stadion schon nicht mehr zur Zahlung genutzt werden. Wie in diesem Zusammenhang die genaue vertragliche Konstellation aussieht ist mir egal. Auch wenn die Stadtwerke Augsburg, als Vertragspartner des FCA für das Stadioncatering, schon kundgetan haben, dass gegenüber den Fans rechtlich alleine der Hamburger Bezahlkartenanbieter juristisch haftbar ist. Das Bezahlkartensystem war immer darauf ausgelegt, dass die Fans dem Verein einen Vertrauensvorschuss geben, da sie sicher davon ausgegangen waren, auf das Guthaben in Zukunft zurückgreifen zu können. Dass Verein und beteiligte Vertragspartner durch das System mehr verdienen, da Guthaben verfällt und Karten verloren gehen, sollte jedem klar sein. Für mich gibt es in diesem Zusammenhang nur eine Lösung: Der Verein sorgt dafür, dass die Karten entweder weiter zur Zahlung genutzt oder vollständig ausgezahlt werden. Alternativ bin ich Unterstützer von „Piss Only“ Spielen. Dann gibt es im Stadion für mich kein Bier mehr, zumindest solange, bis ich virtuell mein Guthaben versoffen hätte. Diese Pleite darf nicht zu Lasten der Fans gehen, vor allem da nun die ganze Zeit „Augsburg hält zusammen“ propagiert wurde. Der FCA hat eine fanfreundliche Lösung angekündigt und muss nun liefern. Weniger als 100 Prozent Auszahlung wäre in diesem Zusammenhang eine Farce und ein Schlag ins Gesicht der Fans, gerade weil sich die organisierte Fanszene immer gegen Bezahlkarten ausgesprochen hat.

Die Kaderplanung

In diesem Zusammenhang mache ich mir weniger um Neuzugänge Gedanken, die uns in der Zukunft weiterbringen. Die Einsätze unserer Jugendspieler und die Transfers im letzten Sommer haben hier zu ganz anderen Problemen geführt: Wir müssen unseren Kader noch deutlicher verschlanken. Es kommen mit Tim Matavz, Shwan Parker und anderen einige Leihspieler im Sommer zurück. Dazu haben die Neuzugänge des letzten Sommers, abgesehen von Martin Hinteregger, alle nicht richtig gezündet. Um unseren eigenen Jugendspielern in der Zukunft die weiteren notwendigen Einsätze und Perspektiven bieten zu können, nachdem viele in der Rückrunde Profiverträge unterschrieben haben, und um Unruhe in der Mannschaft zu vermeiden, erwarte ich viele Abgänge im Sommer. Zeit für Stefan Reuter klare Worte an einige Spieler zu richten: „Danke für eure Leistungen, aber unser gemeinsamer Weg ist hier zu Ende.“ Dazu sollte es allerdings erst kommen, wenn Halil Altintop seinen neuen Vertrag unterschrieben hat, wenn er weiter spielen will (und so habe ich ihn verstanden).

Die Trikotfarben

Spätestens am letzten Spieltag sollte auch klar geworden sein, dass die Angelegenheit mit den Trikotfarben eine ganz schöne Verarsche über die Saison hinweg war. Auswärts in Hoffenheim haben wir auf einmal in weiß gespielt. In vielen Spielen, in denen wir wohl auch in schwarz-grün spielen hätten können, trugen wir neongelb, weil der Schiedsrichter angeblich auf hellen Trikots bestanden hätte. Weiß anstatt neongelb wäre wohl immer eine gute Option gewesen. Wir sind wohl in der Bundesliga der Verein, der (zumindest gefühlt) am meisten in Farben aufgelaufen ist, die nicht den Vereinsfarben entsprechen. Man könnte hierzu nun genaue Zahlen erheben, aber dafür fehlt mir schlicht die Zeit. Im Gegensatz zu anderen Vereinen hat der FCA für die neue Saison noch keine neuen Trikotdesigns veröffentlicht. Alles andere als Trikots in den Vereinsfarben (als Hauptfarbe) wäre in der neuen Saison ein Affront gegenüber uns Fans. Es würde auch einiges darüber aussagen, inwiefern man einem Ausrüster seine Seele verkauft hätte.

Langweilig wird es in Augsburg wohl so schnell niemandem. Viel Planung ist notwendig, damit wir uns auch in der neuen Saison wieder in der Bundesliga halten können. Mit Stuttgart und Hannover kehren große Namen in die erste Liga zurück, die einen entsprechenden Geldbeutel mitbringen. Uns hat immer ausgezeichnet, dass wir uns schlauer anstellen als andere Vereine. Bzgl. mancher Themen war dies in der abgelaufenen Saison nicht der Fall. Entsprechend müssen wir vor der neuen Saison nun erstmal die Altlasten dieser Saison aufarbeiten. Hurtig an die Arbeit möchte ich dabei meinen. Es gilt keine Zeit zu verlieren.

Hinten in der Mitte ist es kompliziert

Es ist Sommer und dauert noch mehrere Wochen bevor die ersten Pflichtspiele anstehen. Nachdem der FCA das Training wieder aufgenommen hatte, damit sich der neue Trainer Dirk Schuster einen Überblick über den Kader verschaffen kann, wurden die Spieler auch schon wieder in den Urlaub geschickt, bevor die Mannschaft das Training wieder aufgenommen hat. Die Saison wird lang genug. Wer am Ende zum ersten Pflichtspiel auf dem Platz steht ist dabei in manchen Mannschaftsteilen noch völlig offen. Vor allem in der Innenverteidigung hat es sich vor kurzem noch  gewaltig geballt. Auf zwei Planstellen kamen sechs Bewerber, die sich um die Plätze stritten. Der FC Augsburg hat realistisch Bedarf für maximal 4 Innenverteidiger, wobei ich die vierte Position gerne perspektivisch besetzt sehen würde. Abgänge waren daher unvermeidlich. Nun ist Jeong-Ho Hong nach drei Jahren in Augsburg und mit einem Jahr Vertragsrestlaufzeit nach China gewechselt. Der FC Augsburg erhält eine stattliche Ablöse dafür, dass es Hong nie dauerhaft zum Stammspieler in der Bundesliga gebracht hat. So verbleiben nur noch 5 Spieler, die momentan mehr oder weniger bundesligatauglich sind, auf einer Position, auf der man vor kurzem noch von einem Luxusproblem sprechen konnte.  Lasst uns kurz auf die einzelnen Spieler schauen:

  • Jan-Ingwer Callsen-Bracker

Das Urgestein in der Gruppe. Im Verein seit Januar 2010. 6,5 Jahre in denen er mit dem FC Augsburg viele Höhen erlebt hat. Unvergesslich  sein Elfmeter in Mainz in der ersten Bundesligasaison, der uns den ersten Bundesligasieg beschert hat. Letztes Jahr der Pechvogel, nachdem ihn ein Belgrader Spieler im Sensationsspiel in Belgrad schwer verletzt hat. Mittlerweile 31 Jahre alt und noch mit Vertrag bis 2017. Kann noch nicht wieder am Training teilnehmen, nachdem der Heilungsprozess immer noch Zeit braucht. Fit zumindest ein sehr solider Back Up. Wird Zeit brauchen, bis er auch bzgl. seiner Fitness und Belastbarkeit wieder auf Bundesliganiveau spielen kann. Aber wann wird das wieder der Fall sein? Ein Wechsel scheidet auf Grund der gesundheitlichen Probleme aus.

  • Ragnar Klavan

Der Leistungsträger in der Gruppe. Der einzige Innenverteidiger im Verein, der nachhaltig seine internationale Klasse unter Beweis gestellt hat. Routiniert im Zweikampf und mit zusätzlichen Qualitäten im Spielaufbau. Da er auch schon 30 Jahre alt und mit Vertrag bis 2017 ausgestattet ist, wird gemunkelt, dass sich Klavan seinen Traum von der Premier League noch erfüllen will. Der FCA kann es sich wohl nicht erlauben, ihn nächstes Jahr ablösefrei gehen zu lassen. 140 Spiele in 4 Jahren haben aus ihm allerdings einen Stützpfeiler der Mannschaft gemacht, dessen Abgang eine sportliche Herausforderung darstellen würde. Ich würde ihn gerne mit einem Rentenvertrag in Augsburg sehen, sollte aber meinen Optimismus zügeln.

  • Christoph Janker

Janker kam vor 1,5 Jahren aus Berlin und war von Anfang an als Ersatzmann eingeplant. Mit seinen 31 Jahren wird aus ihm auch kein dauerhafter Stammspieler in der Bundesliga mehr werden. Sein Vertrag wurde im Winter verlängert, nachdem sich Callsen-Bracker schwer verletzt hatte. Die Vertragslaufzeiten von Hong und Klavan spielten dabei sicher auch eine Rolle. Wenn er spielen musste, dann nutzen schon einige Gegner Fehler im Stellungsspiel und seine fehlende Schnelligkeit aus. Für Janker wird es wohl keine Interessenten geben und ein Wechsel scheint unrealistisch. Mir würde es unwohl, wenn er der erste Backup auf der Position wäre.

  • Jeffrey Gouweleeuw

Der goldene Löwe wirkt bisher wie eine Topverpflichtung von Reuter im letzten Winter, die strategisch genau zur richtigen Zeit kam. Gouweleeuw hat gezeigt, dass er das Zeug zum Stammspieler in der Bundesliga hat. Zweikampfstark und körperlich äußerst robust, ist er defensiv verlässlich. Fraglich ist noch, wie sich seine Qualitäten in der Spieleröffnung weiterentwickeln lassen. Hier erwarte ich in der kommenden Saison die nächsten Schritte. Seine Zeit kommt jetzt!

  • Marvin Friedrich

Friedrich kam im Zuge des Weinzierlwechsels im Sommer von Schalke 04. Er ist sehr jung, hat aber bei Schalke schon erste Einsatzminuten in der Bundesliga und international erhalten. Er wird trotzdem noch Zeit brauchen, um sich spielerisch weiterzuentwickeln und körperlich robuster zu werden. In der ersten Saison würde ich von ihm noch nicht zu viel erwarten. Für die Zukunft kann er allerdings ein wichtiger Baustein werden.

Wie soll das enden? Ich weiß es nicht. Es wird sich wahrscheinlich noch etwas bewegen. Ich wünsche mir das Klavan verlängert. Er würde mit Jeffrey Gouweleeuw ein tolles Duo bilden. Wenn Klavan geht, bin ich gespannt, wer sich neben Gouweleeuw durchsetzen kann. Wie hoch wird der Druck auf Friedrich von Anfang an?  Kommt zusätzlich noch jemand, oder sieht Dirk Schuster jemanden wie Dominik Kohr als potentiellen Ersatz in der Innenverteidigung? Friedrich ist mir im Moment noch zu unerfahren, um ihn fest einzuplanen. Wir sollten ihn auch nicht verheizen. Dabei ist defensive Stabilität ein Leitsatz von Dirk Schuster. Die Innenverteidigung ist der Kern. Ich würde diese Position gerne früher als später mit hoher Qualität in die Saison starten sehen.