Gewinner und Verlierer der Hinrunde

Die Mannschaft hat eine großartige Hinrunde abgeliefert. Natürlich konnte sie dabei auf Stützen wie Daniel Baier, Marwin Hitz und Martin Hinteregger bauen. Trainiert und eingestellt von Manuel Baum, dem zumindest ich diese Leistung vor der Saison nicht zugetraut hätte, und verstärkt durch einige kluge Transfers von Stefan Reuter, stachen dabei allerdings manche Spieler hervor.  Die Spieler, die aus meiner Sicht die größten Sprünge in der Hinrunde gemacht haben, sind die folgenden:

  1. Philipp Max: Max wird mit vielen Vereinen in England in Verbindung gebracht. Dabei fallen ausschließlich große Namen wie Liverpool, ManU oder Man City. Verwundern sollte das keinen. Max führt die Liga an, wenn es um Torvorlagen geht. Ohne seine Hereingaben wären Spieler wie Finnbogason oder Gregoritsch lange nicht so erfolgreich gewesen. Er setzt immer wieder Impulse und sorgt für Torgefahr. Max ist zwar Linksverteidiger. Aber liebe Leute, Max ist dennoch der spektakulärste Offensivspieler, den wir in Augsburg seit langem hatten. Seine offensiven Bälle haben in der Hinrunde so manche Entscheidung zumindest eingeleitet. Eine Entscheidung abseits des Platzes bleibt hoffentlich noch lange aus. Max soll als Nationalspieler für Augsburg zur WM und dann noch etwas länger bei uns spielen. Immerhin läuft sein Vertrag noch bis 2022.
  2. Alfred Finnbogason: Mit vielen Vorschusslorbeeren kam Finnbogason nach Augsburg, konnte sich allerdings lange nicht durchsetzen. Immer wieder kämpfte er mit Verletzungen. Lasst uns gemeinsam hoffen, dass er diese erstmal hinter sich gelassen hat. Wenn er fit ist, gibt es nur wenige Stürmer in der Bundesliga, die so komplett wie Finnbogason sind. Gut im Spiel gegen den Ball, kopfballstark und auch als Vorbereiter gefährlich. Hoffen wir darauf, dass er fit bleibt und uns noch länger mit seinen Toren verzückt.
  3. Daniel Opare: Wer hätte damit gerechnet, dass Daniel Opare so viele Einsatzzeiten in Augsburg überhaupt noch bekommen würde? Nach dem Ausfall von Raphael Framberger zu Beginn der Hinrunde, spielte er sich auf der rechten Abwehrseite fest und überzeugte mit äußerst konstanten Leistungen. Auch er wird mit englischen Vereinen in Verbindung gebracht. Sein Vertrag im Sommer läuft aus, und der FCA kann nur noch jetzt im Winter eine Ablöse erhalten. Ob es sinnvoll ist mitten in der Saison einen Leistungsträger abzugeben und die stabile Defensive zu gefährden? Ich glaube nicht. Es scheint, als ob Stefan Reuter in die Offensive gegangen ist und versucht den Vertrag zu verlängern. Wünschen wir ihm Glück. 

Dazu gibt es Spieler, die trotz der guten Mannschaftsleistungen, nicht so zum Zug gekommen sind, wie sie sich das selbst vielleicht vorgestellt hatten und man das von Ihnen erwartet hätte. Dieser Kader verfügt immer noch über mehr Potential (absurde Feststellung) und an manchen Stellen ist noch Luft nach oben. Die größten Verlierer der Hinrunde sind:

  1. Konstantinos Stafylidis: So sehr wie Philipp Max heraus stach, so wenig kam Kostas Stafylidis zum Zug. Nach dem ganzen Transfer Hick Hack vor der Saison und dem Gerede um einen möglichen Wechsel nach Hamburg reichte es in der Hinrunde gerade mal zu 2 Kurzeinsätzen und 33 Spielminuten. 15 Ballkontakte und 1 Torschuss standen dabei zu Buche. Zu wenig für einen Spieler, der das Zeug hat ein Außenverteidiger mit internationaler Klasse zu sein. Enttäschung ist wohl das passende Wort an dieser Stelle.
  2. Raphael Framberger: Nach dem Wechsel von Paul Verhaegh nach Wolfsburg war klar, wer den ehemaligen Kapitän beerben sollte. Am Ende kam Framberger nur in vier Spielen zum Einsatz, auch weil ihm sein Körper schon wieder einen Strich durch die Rechnung machte. Knieprobleme ließen es mal wieder nicht zu, dass Framberger dauerhaft mitwirken konnte. Wenn er spielte, zeigte er, dass er das Zeug für die Bundesliga hat. Aber macht sein Körper den Zirkus auch mit? Berechtigte Zweifel sind immer noch angebracht.
  3. Dong-Won Ji / Jonathan Schmid: Welche offensiven Hoffnungen hatten wir in beide Spieler bei ihrer Verpflichtung. Dong-Won Ji kam letzte Saison  als einziger Spieler in jedem Pflichtspiel zum Einsatz. In dieser Saison findet er sich meist nur auf der Bank oder Tribüne wieder. Dahin hat es zwischenzeitlich auch Jonathan Schmid verschlagen. Zwischenzeitlich hatten ihm Erik Thommy und Marcel Heller auf rechtsaußen den Rang abgelaufen. Erst durch Verletzungen der Konkurrenten kam er wieder zum Zug. Impulse im Offensivspiel konnte er aber auch dann nicht setzen. Für beide scheinen die Perspektiven in Augsburg begrenzt und Wechselwünsche absehbar. 

Überraschungen sind im Fußball an der Tagesordnung. Deshalb ist dieses Spiel so großartig. Aber gerade deshalb macht es auch so viel Spaß zwischendurch mal den Zustand festzuhalten und ein Resumé zu ziehen. Was es wohl nach der Rückrunde zu konstatieren gibt. Wir werden sehen. Vielleicht setzt einer der Verlierer der Hinrunde morgen gegen den HSV schon wichtige Impulse. 

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